Dachsman - Dachsmans Kommentare zu Filmen

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Dachsman
über Men in Black 3

7.0Sehenswert

Satte zehn Jahre nachdem er mit sein eigenes Franchise mit einem miserablen zweiten Teil erfolgreich versenkt hatte, holt Regisseur Barry Sonnenfeld die "Men in Black" zurück auf die große Leinwand. Und im reichlich durchwachsenen Gesamtwerk von Sonnenfeld platziert sich "Men in Black 3 - Let's Do the Timewarp!" (Untertitel von der Redaktion eingefügt) in den oberen Rängen.
Der dritte Auftritt von Will Smith als Agent J. und Tommy Lee Jones als Agent K. ist ein rundum gelungenes amerkanisches Popcorn-Kino geworden. Mit allzuviel Logik sollte man selbstverständlich nicht an die Sache gehen. Allein schon im Prolog des Filmes drängen sich dem aufmerksamen Zuschauer diverse Fragen auf, wie: Wer ist die von Popsternchen verkörperte Frau, die Borris zur Flucht verhilft? Woher kennen sie sich, wenn Borris 40 Jahre lang im Gefängnis sahs und Scherzinger nicht wirklich nach über 40 aussieht? Wie konnte sie Borris Ausbruchswerkzeug so einfach reinschmuggeln?
Und spätestens, wenn es dann ans Zeitreisen geht, dürften sich diverse Quellen im Internet wieder die Finger wund getippt haben um ellenlange Pamphlete zu schreiben, wieso dieses und jenes ja total unlogisch wäre und das den Film ja vollkommen ruinieren würde. Sicher.
Solche kleinkarrierten Klugscheißereien lassen natürlich die zahllosen Qualitäten des Filmes außer acht, die dazu führen, dass die Zeit, die man im Kino verbringt, wie im Fluge vergeht und am Ende Popcorneimer und Cola-Becher leer und die Zuschauer zufrieden sind.
Auf positivsten im Gedächtnis bleibt ein Will Smith mit einer seiner besten Darstellungen seit dem ersten "Men in Black". Kein überdrehtes Rumgekaspere, kein angestrengt zwanghaft um Ernsthaftigkeit bemühtes Geschmolle, Smith findet hier eine wunderbare Balance zwischen Charme, Komik und Emotionalität. Ihm zur Seite stehen mit Tommy Lee Jones und Josh Brolin zwei ebenso talentierte Schauspieler, die perfekt mit Smith harmonieren. Für ein Buddy-Movie ein recht wichtiger Faktor.
Ansonsten bringt Sonnenfeld den Film recht zügig mit vielen kreativen Einfällen, popkulturellen Referenzen und Schauwerten zu einem spannenden und actiongeladenen Finale.
Man soll sich nicht täuschen: Das ist alles so berechenbar und formelhaft, wie es sich liest, aber es ist nicht schlecht, ganz im Gegenteil.
"Men in Black 3" funktioniert im Rahmen der Parameter eines Sommerblockbusters tadellos.

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Dachsman
über Der Diktator

7.5Sehenswert

Der Vergleich mit dem Chaplin-Klassiker "Der große Diktator" drängt sich wahrscheinlich allein schon wegen der Namensverwandschaft der beiden Filme auf. Und auch wenn Chaplins Ambitionen größer, die Aussage, die er übermitteln wollte brisanter und sein Humor feinsinniger waren, sollte man nicht den Fehler machen, die mittlerweile dritte Zusammenarbeit von Regisseur Larry Charles und Komiker Sacha Baron Cohen als neumodische Posse abzutun. In mancherlei Hinsicht ist "Der Diktator" nämlich tatsächlich eine zeitgenössische Version des "große[n] Diktator[s]" geworden.
Zwar bewegen sich viele Witze in "Der Diktator" auf zotigem Niveau, sind sexistisch, rassitisch, pubertär und oftmals schlicht respektlos. Und dennoch ist der Film oft sehr treffsicher und traurigerweise auch näher an der Realität dran, als einem lieb sein dürfte. Charles und Cohen gelingt das Kunststück politische Karikaturen mit unglaublichem Verve und großer Souveränität auf die Leinwand zu bringen und dennoch so nah an den bekannten Bildern aus den Medien zu bleiben, dass einem das Lachen ein ums andere mal im Halse stecken bleibt.
Das alles ist eine wahnwitzige und dennoch funktionierende Mischung aus Satirischem und Gefälligen und gerade deshalb so bemerkenswert.
Sicher kann ist der Vorwurf, dass die reine Amerika-Kritik auf arg ausgelatschte Pfade führt, nicht aus der Luft gegriffen. Aber es hat doch etwas sehr Erfrischendes und vielleicht sogar Subversives, wenn ein Film zugleich die Bedürfnisse des Massenmarkt-Publikums befriedigen und trotzdem politische Statements abgeben kann. Und im Laufe des Filmes muss man sich sowieso von dem Gedanken, Cohen oder Charles läge irgendwas an Anstandsgrenzen oder politischer Korrektheit, verabschieden.
Auch handwerklich gibt es wenig zu bemängeln. Über die Laufzeit von knapp 90 Minuten erzählt der Film seine Geschichte ohne Durchhänger mit straffem Tempo und unglaublich hoher Gagdichte. Dankenswerterweise ist Cohen auch jede Form von Sentimentalität zu wider. Seine Figur, General Aladeen, bleibt bis zum Ende ein unsympathischer und unnahbarer Kotzbrocken. Die erwartbare, konventionelle Verwandlung vom Saulus zum Paulus bleibt aus. Kein versöhnlicher Ton wird angeschlagen, statt dessen können bis zum Ende ungebrochen weitere Salven auf das Zwerchfell abgegeben werden.
Natürlich könnte auch "Der Diktator" noch weitergehen. Viel weiter. Auch wenn die amerkanische Gesellschaft und die Demokratie in einer flammenden Rede von General Aladeen ordentlich abgewatscht werden, verbeißt sich Cohen dann doch nicht in die Hand, die ihn füttert. Westliche Staatsoberhäupter und ihre Verstrickungen mit dem nicht unbedingt fiktiven Staat Wadiya werden leider ausgespart. Den Schlag in die Magengrube des Publikums verweigert das Duo Charles und Cohen dann doch. Eine vertane Chance.
Das ist allerdings der einzige Vorwurf, den man dieser ansonsten rundum gelungenen Komödie machen kann

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FlintPaper

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Bin schon gespannt :D


Dachsman
über Appleseed

4.5Uninteressant

Eine junge Soldatin liefert sich mit fremdartigen Maschinenwesen ein Feuergefecht in den Ruinen einer Großstadt. Sie wird überwältigt, gefangen genommen und in eine futuristische Stadt gebracht, in der alle wichtigen Staatsmänner und -instrumente Namen haben, die aus der griechischen Mythologie entnommen sind. Das Mädchen weiß natürlich nicht, was los ist, also gibt es während einer langen Autofahrt erstmal ein Expositionsgespräch mit dem ortsansässigen Nebencharakter und eh man sich's versieht kommt es zum nächsten Schlagabtausch mit Robotern. Und dann wird wieder erklärt, was die Protagonistin als nächstes machen muss. Und dann wird wieder geballert. Dann wieder erklärt. Geballert. Erklärt. Geballert und dann ist der Film auch schon vorbei. Während der Abspann läuft, erklärt die Protagonisten noch aus dem Off, wie es jetzt wohl weitergehen könnte.
"Appleseed" ist von Anfang an unglaublich überraschungsarm. Alles, was man auf einer Mindmap zum Thema "Anime" und "Dystopie" erwarten würde, und was es in den letzten Jahren in entsprechenden Werken auch zur Genüge gab, wird brav abgearbeitet. Untergang der bekannten Zivilisation durch einen Weltkrieg, Supercomputer, Mechakämpfe, Androiden, Verrat und Klassenkampf. Und spätestens die Botschaft des Films, die Frage nach dem Menschlichen und dem Über- bzw. Unmenschlichen, liest sich wie der Aufsatz eines Gymnasiasten, der mal Philipp K. Dick spielen wollte. Dialoge direkt aus der Klischeehölle.
Die Optik, um mal die alte Filmkritikerkampfphrase zu bemühen, sieht wie aus einem Videospiel. Nicht sehr ansehnlich.
Schlecht? Eigentlich nichtmal wirklich. Aber unfassbar fad und langweilig. Alles schonmal gesehen.

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Dachsman

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Ich hatte mir sowas ja irgendwie schon gedacht. Zu meiner Verteidigung, deswegen haue ich auch nicht so dolle drauf, manche Sachen riechen, ohne dieses Wissen, ansonsten schon dolle nach Plagiat.
Die Kritik wäre grundsätzlich natürlich eine andere, wenn es um "Appleseed" an sich ginge, hier geht es aber im speziellen um die 2004er Version und spätestens die muss sich dann den Vorwurf gefallen lassen, dass Werktreue irgendwann veraltet sein kann (John Carter hat ja in der Kritik ein ähnliches Echo erfahren).
Und, selbst mit dem Pionierstatus im Hinterkopf, sonderlich weit gedacht fand ich "Appleseed" dann. Zumindest der Film bleibt da sehr rudimentär.
Der Soundtrack war aber tatsächlich gut, das stimmt. Die Optik hingegen würde ich ohne wenn und aber als "grundsätzlich grauenhaft" bezeichnen.^^


FlintPaper

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Naja, sagen wir mal so, wenn sie da zum ersten Mal durch die Wolkendecke brechen und "Goodluck in your new bed!" aus dem Basement Jaxx Ding erklingt, wird man vom Sound so "weggeblastet", dass die Optik gleich auch mit hochgehoben wird lol. In diesem einen Gespräch im Café wirkte dieser 3D/2D Stil auch ziemlich gut - fand ich. Aber ist alles end lange her bei mir - habe den Film zum Release gesehen und gerade bei so 3D-Animationen ist das Auge schnell an Neues gewöhnt. Würde übrigens auch nie behaupten, dass Appleseed ein guter (oder gar tiefgründiger) Film ist; Ich finde ihn nur sehr unterhaltsam. Storytechnisch ist das Ganze ungefähr so billig und oberflächlich wie der Spriggan Film. Alles ein billiger Akira lol.


Dachsman
über Wir sitzen im Süden

5.5Geht so

>> Ja ich sitze hier im Süden und so cool ises hier
auch nich,
und eine viel zu heiße Sonne knallt mir ins Gesicht.
Nein, das Gelbe ises auch nicht und ich muss
so schrecklich schwitzen. <<
Otto Waalkes - Hoch im Norden

Die Geschichte von drei unfreiwilligen Emigranten, Deutsch-Türken, die aus unterschiedlichsten Gründen aus ihrer Heimta (Deutschland) in ein fremdes Land (die Türkei) umgesiedelt werden und versuchen sich ein wenig Heimat in der Fremde aufzubauen. Sicherlich interessant und teils auch sehr deprimierend, zu sehen, wie sehr Rassimus immer noch behördlich akzeptiert ist.
Allerdings auch ein wenig unstrukturiert gemacht, einige Zusammenhänge werden nicht klar ersichtlich und Hintergrundinformationen werden komplett ausgespart.

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Dachsman
über Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen

6.5Ganz gut

Man will es ja kaum glauben, aber Tarsem (Singh) hat tatsächlich einen guten Film gedreht. Diese Version des bekannten Märchens in Tarsems pompösen Pop-Art-Sets funktioniert erstaunlich gut. Sie emanzipiert sich weit genug vom Ursprungsstoff um ihm einen angemessen modernen Anstrich zu verfassen, bleibt im Kern aber ein naives Märchen. Tapfere Prinzen und Prinzessinnen (natürlich bildhübsch), böse Stiefmütter, verwunschene Wälder, malerische Schlösser, edelmütige Banditen. Man bekommt was man erwartet und das in durchaus kompetent präsentierter Form.
Lily Collins macht als Schneewittchen eine ebenso gut Figur wie ihr Gegenpart Armie Hammer als Prinz. Beide Figuren bekommen zusätzlich zu den bekannten Charakteristiken (Schön sein) noch den erwähnt modernen Anstrich: Schneewittchen ist als Heranwachsende auf der Suche nach Selbstbewusstsein und emanzipiert sich ein wenig, der Prinz hat ein bisschen zu viel Selbstbewusstsein und wird im Laufe des Films auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Nichts Weltbewegendes, aber auch nichts verkehrt. Julia Roberts als böse Stiefmutter spielt zwar mit sichtbar großer Freude, verleiht ihrer Figur aber mehr Zickigkeit, als wirkliche Boshaftigkeit, was den Gesamteindruck ein wenig trübt.
Die CGI-Effekte sind auch reichlich schwach, stört die erkennbare Künstlichkeit bei den Panoramaaufnahmen zwar nicht wirklich, fällt es bei sich bewegenden Kreaturen doch negativ auf.
Im Grunde reißt der Film keine Bäume aus, sondern bleibt auf dem weitgehend sicheren Terrain, der Familienunterhaltung, inklusiver witziger Sidekicks in Hülle und Fülle, macht, gemessen an entsprechenden Maßstäben seine Sache aber mehr als ordentlich.

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Dachsman
über Legion

5.5Geht so

"Legion" ist ambitions- und inspirationslos runtergebkurbeltes Videothekenfutter, das so rein gar nichts für seine Figuren über hat und in etwa so gewissenhaft mit seinen religiösen Motiven umgeht, wie die "God of War"-Reihe mit der griechischen Mythologie.
Aber, gemessen daran, dass "Legion" nunmal eben ein B-Movie für die dritte Reihe links in der ortsansässigen Videothek ist, geht der Quatsch schon in Ordnung.

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FlintPaper

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Hab mich (mal wieder) so über Dennis Quaid amüsiert XD.


Dachsman

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Der Mann hat bei mir noch einen kleinen Stein im Brett, der hat in "Dragonheart" immerhin Freundschaft mit einem Drachen geschlossen! :D
Aber, stimmt schon, niemand glotzt so wunderbar treudoof an der Kamera vorbei. Egal, ob man ihm eben das Ende der Welt oder einfach nur eine wahnsinnig üble Verstopfung prophezeit hat.


Dachsman
über Dark Shadows

5.0Geht so

Tim Burtons neuster Film hieße auf Deutsch übersetzt „dunkle Schatten“. Das ist ein sehr verlockendes Angebot, wenn man einen Text über diesen Film schreiben möchte. Man könnte von dem „dunklen Schatten“ sprechen, der sich scheinbar über Burtons Karriere – in kreativer Hinsicht – gelegt hat. Man könnte das bekannte Sprichwort „Große Ereignisse werfen lange Schatten voraus“ auch umkehren und hätte einen schönen Einstieg. Oder man könnte einen selbstgefälligen Kommentar darüber schreiben, wie man den Text beginnen und den Titel dabei einflechten könnte. Und wenn man diese Selbstreferenz dann auch nochmal kommentiert, dann ist die postmoderne Metachose komplett.
Den ersten Absatz hinter mich gebracht und noch kein Wort über den Film verloren, welches man nicht schon wüsste. Wenn der geneigte Leser jetzt den Eindruck gewonnen hat, ich würde versuchen mich um die eigentliche Sache herumzuwinden, dann hat er nicht ganz Unrecht.
Es ist schwierig Burtons Seifenoper-Adaption angemessen einzuordnen. Ein guter Film ist ihm definitiv nicht gelungen. Vereinzelte Elemente mögen funktionieren und man kann nicht behaupten, Burton würde mit weniger Elan oder Kreativität an die Sache gehen, als früher. Das Setdesign, die Stimmung, Maske, Kostüme, Soundtrack und die Schauspielerauswahl sind gut.
Wo es wirklich hakt, ist das Drehbuch.
Zusammenhangslos und ohne klare Linie dümpelt die Geschichte vor sich hin, führt Charaktere ein, ohne ihnen wirklich Raum zum Entfalten zu geben und kommt dann irgendwann unmotiviert zu einem Showdown, bei dem man teilnahmslos zuschaut.
Das ist schade in zweierlei Hinsicht. Zum einen natürlich, wenn man bedenkt, was Burton früher geleistet hat und zum anderen, weil man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass mit ein bisschen mehr Mut aus „Dark Shadows“ zumindest ein besserer Film hätte werden können.
Johnny Depp als aus der Zeit, aber nicht auf den Kopf gefallener Vampir Barnabas ist großartig und meistert jede Szene grandios. Eva Green liefert als dezent wahnsinnige Femme Fatale eine ebenbürtige Darstellung ab und Jackie Earle Haley demonstriert als lakonischer Haushälter ein weiteres mal seine Vielseitigkeit. Der Rest des Cast – immerhin große Namen wie Helena Bonham Carter oder Michelle Pfeiffer – muss sich hingegen mit teils arg unterschriebenen Rollen rumplagen, negative Ausfälle gibt es aber auch hier nicht.
Es wäre zu melodramatisch den Niedergang Burtons herbei zu zitieren, aber man muss doch betrübt feststellen, dass der kreative Wahnsinn und das Außergewöhnlicher seiner vorigen Filme spätestens seit „Alice im Wunderland“ ein wenig ihn Berechenbarkeit und mittlerweile Gewohntes umgeschlagen ist. Einzelne Szenen in „Dark Shadows“ rufen das immer wieder schmerzlich ins Gedächtnis, genauso, wie wiederum andere Szenen doch wieder den Geist von „Sleepy Hollow“, „Edward mit den Scherenhänden“ oder „Big Fish“ durchscheinen lassen.
Sicherlich macht diese Ambivalenz das Warten auf „Frankenweenie“ nochmal spannender, aber schade ist es schon. Den bis vor ein paar Jahren noch, hätte ich den Film als sichere Bank bezeichnet. Mittlerweile kann man sich bei dem Namen „Tim Burton“ leider nicht mehr so sicher sein.

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Dachsman
über Cheyenne - This Must Be the Place

6.0Ganz gut

Gewollt schwerfällig (was als künstlerische Entscheidung vollkommen legitim ist) erzähltes und gewollt skurriles (was leider keine künstlerische Entscheidung war) Roadmovie über einen depressiven Altrocker, der sich in den USA auf die Suche nach einem Naziverbrecher macht.
Wenn man Paolo Sorrentinos vierten Langfilm unbedingt kategorisieren muss, dann ist "eine Mischung aus David Lynch und Wes Anderson" wohl eine treffende Beschreibung, die man aufs Plakat drucken könnte. Auf der Odysse durch die Vereinigten Staaten geizt man nicht mit absurden Situationen, skurrilen Figuren und trockenem Humor. Das der Funke dann aber doch nie wirklich überspringen will, liegt an der fragmentarischen Erzählweise, die nie ein homogenes Ganzes entstehen lässt und einen mehrmals genervt die Frage aufwerfen lässt, wohin das bitte führen soll. Vorallem gegen Ende verliert der Film vollkommen jeden Sinn für Tempo oder Kohärenz.
Was den Film trotz seiner Längen und Behäbigkeit teilweise sehenswert macht, ist ein wunderbarer Soundtrack, eine Riege aus gut aufgelegten Darstellern und ein angenehm melancholischer Grundton.

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Dachsman
über Ich bin Sam

5.0Geht so

So herablassend das klingen mag, ich verstehe schon, wieso der Film bei einem Teil des Publikums Anklang findet. Er berührt, ja. Allerdings, und da zähle ich mich zu der anderen Hälfte des Publikums, auf eine erschreckend manipulative Art und Weise. Kindliche Kulleraugen, ulkige Ticks und Macken, niesende Hündchen, ein paar schmissige popkulturelle Zitate und am Ende die große Zusammenführung. Das ist so moralinsauer und gleichzeitig so klebrig-kitschig, dass man mehr als einmal Gefahr läuft, den Saal als Diabetiker zu verlassen.
Den schlimmsten Vorwurf, den man dem Film aber machen kann, ach was, muss, ist der, dass er wieder das Bild vom "süßen Behinderten" bedient. Er lacht zu keiner Zeit mit ihnen, sondern stets über sie. Gerade die Truppe Nebenfiguren verkommen zur reinen Freakshow, zu wandelnden One-Liner, die er nie als Menschen (mit ihren Problemen) ernst nimmt, sondern sie behandelt wie Nebenfiguren in einem Zeichentrickfilm (wir haben Grummel-Schlumpf, Schlaubi-Schlumpf, Muttersöhnchen-Schlumpf, und Happy-Schlumpf).
In dem tumben Schwarz/Weiß-Weltbild, welches der Film entwirft, ist es dann natürlich auch die Kraft der Liebe und wahren Gefühle, die nur Sam den in viel zu komplizierten Mustern denkenden anderen beibringen kann.
Verlogen in seinem Anliegen, aber immerhin kompetent gemacht, einigermaßen zügig über die Bühne gebracht und recht ansehlich gespielt.

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Dachsman
über Die Rotkäppchen-Verschwörung

6.0Ganz gut

"Die Independent-Produktion..." reicht als Satzanfang meist schon, um jedem kulturellen Erzeugnis einen gehörigen Sympathieschub zu verpassen. "Independent", das riecht nach Exotik, Wildheit, Abenteuer und dem Brechen mit Konventionen. Grundsätzlich falsch mag das auch nicht sein. Losgelöst von Richtlinien, die die Arbeit bei großen Labels und Studios mit sich bringen, ist der Weg frei zum Experimentieren, zum Anderssein (wobei das, in geringerem Maß sicher auch bei den großen möglich ist). "Independent" kann das bedeuten, muss es aber nicht zwangsläufig. Das sollte man sich bei aller Verklärung solcher Produktionen vor Augen halten.
Auftritt "Die Rotkäppchen-Verschwörung".
Auch diesen Film umweht, wenn man die Marketingenstimmen beachtet, der Hauch des rebellischen. Ein Film über das berühmte Märchen, angereichert mit (pop)kulturellen Zitaten, welcher die bekannte Handlung mit einem vollkommen anderen Genre mixt. Gewagt!
Naja, eigentlich nicht. Das Herumjonglieren mit Popkultur und klassicher Folklore konkret hat das "Shrek"-Franchise lange vorher schon durchgenudelt. Das kindgerechte Aufbereiten von Genrefilmen wurde von Pixar, über Dreamworks und die Aardman Produktionen ebenfalls vorgemacht.
Und die Idee, die Rotkäppchen-Geschichte als Kriminalgeschichte zu betrachten hat mittlerweile auch einen Bart.
Nichts desto trotz ist "Die Rotkäppchen-Verschwörung" ein vergnüglicher Kinderfilm geworden, der das Rad zwar nie neu erfindet, aber zumindest souverän damit umgehen kann. Beginnt man im klassischen Märchenfilm, mit Disney-Einschlag, rutscht die Handlung mit jeder weiteren Episode, bzw. jeder weiteren Version der Geschichte (womit wir Rashomon jetzt auch im Zutatentopf hätten), immer weiter ins absurde ab, bis man sich dann irgendwann im James Bond/Austin Powers-Finale wiederfindet.
Das ist, wie gesagt, nichts herausragendes, oder gar "neues" und der Indie-Herkunft sollte man lediglich insofern seinen Respektzollen, dass die Macher den Film weitgehend allein gestemmt haben, aber ein grundsolider Film ist diese Rotkäppchen-Variante durchaus geworden. Wie sagt man so schön: Für die Kleinen.

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Dachsman
über Adam Yauch

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=LVr4UP9ntLs

Mom, your just jealous, it's the Beastie Boys...

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Dachsman
Kommentare

Ich meine mich zu erinnern, dass ich den damals beim Schauen sogar erstaunlich gelungen fand und war demnach immer ein wenig verwundert, angesichts des Shitstorms, dem sich der Film in den Folgejahren immer ausgesetzt sah.
Ist allerdings wirklich lange her, dass ich ihn gesehen habe, wäre vielleicht eine gute Gelegenheit mein Urteil von damals nochmal zu überprüfen.

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Dachsman
über Super 8

4.0Uninteressant

Wie alles, was ich bisher von J.J.Abrams, gesehen habe vor allem eins: Bemüht.
Ja, J.J. hat die ganzen Spielberg-Filme geguckt, aber das qualifiziert ihn offensichtlich nicht, auch einen entsprechenden Film zu machen.
Es wäre zum Beispiel ganz schön gewesen, wenn die Figuren nicht platt wie Flundern wären. Gerade die Kinder, die das ganze ja tragen sollen, kommen über verstorbene/verantwortungslose Eltern als einziges Indentitätskriterium kaum hinaus, schlimmer ist es nur bei den Nebenfiguren, bei denen "Kotzt ab und an mal" als Charakterisierung reichen musste.
Ansonsten werden alle Eckpfeiler abgegrast, die Produzent Spielberg einmal ordentlich Bauchpinsel dürften. Amerikanischer Kleinstadtmief, familiäre Konflikte, Kinder, böses Militär, missverstandenes Alien. Tempo und emotionale Bindung bleiben dabei allerdings auf der Strecke.
Anstatt neuer, kreativer, phantasievoller und vor allem eigener Ideen bekommt man einen Film, der sich die ganze Zeit über anfühlt wie ein schales und verwässertes Nachahmen von guten Ideen, die andere Leute vor 30 Jahren schon hatten.

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Dachsman
über Attack the Block

7.0Sehenswert

"When Isreal was in Egypt's Land..."
Sozialkritik an den Zuständen der englischen Suburbs (man kennt den Drill, der zuletzte in zahlreichen Filmen zu dem Thema, wenn auch nicht zu Unrecht, heruntergerattert wurde) mit B-Movie-Flair. Ebenso plakativ (der Hauptcharakter heißt Moses) wie treffend.
Die wirklich herausragenden Momente und Elemente verpasst der Film (auch wenn das Design der Aliens doch ein wenig hervorsticht, simpel aber effektiv), aber spannend, flott inszeniert und temporeich ist "Attack the Block" trotzdem. Getragen wird das ganze von einem schmissigen und gleichzeitig atmosphärischen Soundtrack. Auch auf der Darstellerseite gibt es nichts groß zu bemängeln, die größtenteils sehr jungen Darsteller machen ihre Sache gut und schaffen es ihren Figuren genug Leben einzuhauchen, dass sie mehr sind, als bloßes Kanonenfutter und man gewinnt den anfangs unsympathischen Charaktern tatsächlich etwas ab, je näher man sie kennen lernt, auch wenn man die Stereotypen doch deutlich durchschimmern sieht. Der eher geringe Bodycount sorgt dafür, dass bis zum Ende mitgefiebert werden kann, wer es schafft.
Kein Film für die Ewigkeit, (leider) auch kein sonderlich unkonventioneller Film, aber ein unterhaltsames, kleines B-Movie.

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Dachsman
über Marvel's The Avengers

9.0Herausragend

Phrasenkommentar:
Zwei Stunden lang im Kino wieder Kind sein dürfen, toll!
Sicher nicht der Gipfel der rhetorischen Finesse und mittlerweile sowieso zur Hohlphrase verkommen, aber in diesem Fall würde ich mir wünschen, der Spruch wäre auf meinem kreativen Nährboden/Dunghaufen erwachsen.
Tatsächlich umschreibt er meine Empfindungen von gestern Abend recht gut. So schön und schnörkellos können Blockbuster sein. Witzig, temporeich, hervorragend besetzt, phantastisch geschrieben, mit Action am Fließband, dass man im Kinosessel verzückt hin- und herrutscht und Figuren, mit denen ich mitfiebere.
Wie viele Phrasen waren das jetzt? Egal.
Es ist irgendwie grundsätzlich einfacher über Sachen zu schreiben, die einem nicht gefallen haben, das merke ich immer wieder. Deswegen vermag man als Quintessenz dieses Kommentars mitnehmen, dass ich nach zwei Zeilen in das belanglose Aufzählen von Superlativen und abgegriffenen Floskeln verfallen bin. Alles, was man über den Film sagen könnte wurde hier schon gesagt und wird noch gesagt werden. Ich wüsste nicht, was ich dem hinzufügen sollte.
"The Avengers" ist genau so großartig geworden, wie erhofft und reißt mich zu der Aussage hin, dass das einer der besten Blockbuster war, die ich in den letzten zehn Jahren im Kino gesehen habe.
Und damit beenden wir dieses amazon.de-Kundenrezension-Pamphlet auch so, wie wir es angefangen haben.

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Dachsman
über Pina

6.5Ganz gut

Ja, sicher sehr souverän gefilmt und das Tanztheater von Bauschs Ensemble zeugt ebenfalls von großem Können und Virtuosität, aber dennoch habe ich nach dem Film nicht das Gefühl, wirklich viel davon mitgekriegt zu haben. Das Wenders nie den Anspruch hatte eine konventionelle Doku zu drehen, davon wusste ich schon vorher. Doch als Erfahrungskino über die Kraft des Tanzes bleibt der Zusammenschnitt der einzelnen Szenen zu fragmentarisch. Ein wirklicher Einblick in die Arbeit oder gar ein Bild von der Person Pina Bausch kommt nicht zu Stande. Die sehr kurzen Aussagen ihrer Mitarbeiter bleiben als Behauptungen im Raum stehen.
Vielleicht war es wirklich das Ziel eine Hommage, eher für Kundige zu schaffen. Vergleichbar mit einer Traueranzeige in der Zeitung, die einen Satz zitiert, der sich nur Personen, die den Verstorbenen kannten, erschließt. Nicht verwerflich und sicher ungleich intimer und persönlicher, aber eben auch eher exklusiv.

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Dachsman
über The Dark Knight

9.0Herausragend

Der australische Journalist und Spieleentwickler Ben Croshaw hat einmal sehr treffend festgestellt: "[...] Batman is always the least interesting aspect of anything he's in." (Zu finden in dieser sehr treffenden Kolumne, unter den vielen sehr empfehlenswerten Texten und Videos auf escapistmagazine.com: http://www.escapistmagazine.com/articles/view/columns/extra-punctuation/9212-The-Sandbox-Killed-Batman )
Das ist ein treffender Kommentar, der auch sehr gut auf andere Superhelden ausgeweitet werden kann. Die Antagonisten in einem entsprechenden Film sind immer nicht nur die interessanteren Charaktere, sondern auch die kreativeren, während Batman stets den Status Quo aufrecht halten möchte. In unserer Welt wäre Bruce Wayne wahrscheinlich FDP-Wähler und würde den SPIEGEL lesen.
Dementsprechend ist es Nolan sehr zu Gute zu halten, dass er sich für seinen Film zwei starke und interessante Antagonisten gesucht hat, die von entsprechenden Schauspielern verkörpert werden. Die Fledermaus hält sich, seinem Gestus entsprechend, zurück und taucht nur auf, wenn es notwendig ist. Am Ende sprechen alle nur über Heathe Ledger und seinen Joker.
Ja, nur weil er halt gestorben ist, so eine Rampensau.
Die Bösewichte sind das Herzstück des Filmes, sie kontrollieren ihn und lassen alle anderen Figuren zu Spielbällen werden und schaffen es selbst Nolans Grunzebatman endlich interessante Züge abzuverlangen.

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David "Noodles" Aaronson

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Nein, Bruce Wayne wäre der Besitzer des SPIEGELs!

Der Joker ist hier schon Herz des Films, wobei sich Nolan spürbar Mühe gibt die Titelfigur im Mittelpunkt zu stellen (bei "Batman Begins" aber besser in Szene gesetzt).


Dachsman
über The Ides of March - Tage des Verrats

6.0Ganz gut

Die Iden des März, vor denen sollte sich Caesar fürchten, warnte ihn ein Orakel. Der Diktator schlug die Warnung in den Wind und sein Ende war besiegelt, wurde er doch an jenen Tagen vom römischen Senat verraten und ermordet. Die Bezeichnung von den „Iden des März“ haben sich im Laufe der Zeit als Metapher für drohendes Unheil etabliert. Das weiß jeder, der schonmal ein „Asterix“-Heft in den Händen hielt.
George Clooney, seines Zeichens Schauspieler und politischer Strahlemann Hollywoods, hat sich eben diese „Iden des März“ als Titel für seinen neuen Film ausgesucht. Einen Politthriller um das schmutzige Wahlkampfgeschäft. Unterstützt von einem bemerkenswerten Ensemble. Gestandene Schauspieler, wie Philip Seymour Hoffman, Paul Giamatti, Marisa Tomei und Clooney selbst, in den Nebenrollen und die Jugendliche Wunderwaffe Ryan Gosling in der Hauptrolle. Sie sind das Herzstück des Films, sie tragen die doch recht zähe Handlung und machen ihn sehenswert.
Inhaltlich muss man, bei aller Achtung vor den Ambitionen, dann doch sagen, dass man sich selten über den politischen Niveau der „Star Wars“-Prequels bewegt. Wenn am Ende eine zentrale Figur der Handlung seinen Triumphzug antritt und dabei über Leichen geht, spätestens, wenn jene Figur, begleitet von Alexandre Desplat pathetischen und überdramatischen Score, sein Equipment angelegt bekommt, fühlt man sich an die Geburt einer Figur wie Darth Vader erinnert.
Clooney zeichnet die Konflikte mit grobem Pinselstrich. Sicher verwehrt er sich der vollständigen Einteilung in gut und böse und macht einfach aus allen Figuren Opportunisten und Halsabschneider. Leicht durchschaubar und gut zu verstehen, dass muss es am Ende doch sein. Sind doch eh alle korrupt, haben alle Dreck am Stecken. So einfach ist das Politgeschäft dann doch nicht.

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ReubenCogburn

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Ein Asterix-Heft, Shakespeare-Heft oder ein Thornton Wilder-Heft ^^
Wird so unterschrieben ... ich hab an Rambo gedacht, wie er sich sein Stirnband umbindet und die Stiefel schnürt, aber Darth Vader ist auch gut :)


Dachsman
über Titanic

5.0Geht so

Vor dem Hintergrund einer der größten Tragodien der Seefahrt strickt Cameron sein Melodram um Julia (Kate Winslet) und Romeo (Leonardo DiCaprio) und bringt es, passend zum 100. Jubiläum der Katastrophe, wieder in die Kinos - man muss kein Zyniker sein um einen faden Beigeschmack zu verspüren.
Es der Zwispalt zwischen fast schon manischem Authentizitätszwang und der auf reine Unterhaltung ausgelegten Geschichte und Inszenierung, der verwirrt zurück lässt.
In seinen besten Momenten erzählt Cameron (mit seinen Nebenfiguren) eine beeindruckend und zu gleich bedrückende Geschichte um Hybris, Perfektionsstreben und das Zerbrechen eben daran. In seinen schlechtesten Momenten lässt Cameron all das, ironischerweise auch seine eigenen Mühen, zurück treten, um eine Liebesgeschichte zwischen zwei, eigentlich gar nicht so interessanten, Personen zu erzählen.
Es sind die gern zitierten "Geister, die ich rief...", die "Titanic" heimsuchen und ausbremsen. Die Verklärung der Tragödie, die er selbst dokumentiert und doch immer wieder abgelenkt wird.
Kein schlechter Film. Ein sehr guter sogar. Aber keiner, den man so genießen kann, wie es ihm wahrscheinlich gebühren würde.

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Dachsman
Kommentare

Ich hatte die Tage eine ähnliche Diskussion, allerdings ging es dabei um die Frage E-Books oder Bücher. Parallelen sehe ich trotzdem, gerade wenn man mit Kratzern und Macken als Argument für Film argumentiert. Das ist im Grunde ein rein idealistisches Argument, welches zwar subjektive Gültigkeit haben kann, aber nicht ausschlaggebend für solch eine Debatte haben kann. Natürlich, irgendwie fühlt es sich zwar besser an, aber das dürfte zu einem großen Teil an nostalgischer Verklärung liegen (die an sich nichtmal was schlechtes ist). Vor allem dürfte das eine generationsspezifische Gewöhnungssache sein. Wenn der Wechsel irgendwann komplett ist und eine ganze Generation mit den digitalen Kopie aufgewachsen ist, wird kein Hahn mehr nach Kratzern auf der Filmrolle krähen - ebenso, wie die neue Jugend keinen Vorteil mehr in auf Papier gedruckten Bücher sehen wird, sondern eher die Vorteile eines E-Readers.
Das dem Wechsel viele alte Filmrollen zum Opfer fallen ist natürlich bedauerlich. Wieso aber Kinos nicht ihre Rollen für den symbolischen einen Euro an Filmarchive abgeben...
Was man bei aller Nostalgie und der sicher nicht falschen Aussage "The Medium is the Message" nicht vergessen sollte: Am Ende sind das, worüber wir hier reden, nur Speichermedien. Das was auf ihnen festgehalten ist, der eigentliche kulturelle Wert bleibt weitgehend unangetastet.
Es ist ja nicht so, dass digitale Kopien nicht auch Vorteile brächten, der geringere Preis wurde ja schon erwähnt, aber auch die erhöhte und leichtere Verfügbarkeit würde ich beim digitalen Vertrieb nicht unerwähnt lassen.

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Dachsman

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Das stimmt natürlich, die Lesegeräte werden aufwendiger und müssen ebenfalls mit der Zeit gehen.
Aber, wenn ich die Debatte richtig verstehe, dann geht es doch gerade darum, das was auf den Medien ist auf andere, neuere, zeitgemäßere Medien zu übertragen, um eben die weitere Verfügbarkeit zu garantieren.
Du sagst ja selbst "gut gelagerte druckerzeugnisse" halten sich lange, aber Bücher, Filme, Musik werden ja nicht geschaffen, um gelagert zu werden.
Und deswegen ist es, denke ich, sehr wichtig einen guten Kompromiss aus Archiv und Rezeption zu schaffen. Den Text von der Kassette also schnell digitalisieren, die Diskette aber trotzdem aufheben. Ebenso die E-Books der ersten Generation möglichst flächendeckend und konstant auch in neue Medien übertragen (so extrem rasant ist der Fortschritt dann auch wieder nicht).

Das sich die Rezeption eines Filmes auch mit dem Medium ändert (kleines Kino vs. Multiplex) stimmt sicher, ist aber wahrscheinlich eine andere Baustelle.