Darbon - Darbons Kommentare zu Filmen

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Darbon
über Der Plan

3.5Schwach

"Ach du lieber Gott" sagt Gott, "daran habe ich nicht gedacht" und löste sich prompt in ein Logikwölkchen auf. Dies schrieb Douglas Adams 25 Jahre nach Erscheinen einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick, die hier zu einer Fantasy-Romaze aufgeblasen wurde. Unglaubwürdige Figuren wollen das Mysterium der Welt ergründen und das traute Glück zu zweit ansteuern.

Ungereimtheiten in einem planlosen Kitschmärchen zu kaschieren, darauf versteht sich Autor und Macher George Nolfi leider nur mit viel Rennerei; erzählerisch ein Puffwölkchen. Es gibt viel Gelaber um den Freien Willen der Menschen zu Morden und Machtgier, auf dass ein gewisser Gott erscheint und - was für ein vorhersehbarer SPOILER - die beiden Helden dem Freien Willen überlässt.

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Darbon
über Jedes Kartenhaus zerbricht

9.0Herausragend

Vorwarnung zum scheußlichen DVD-Cover: Werbemagnet Welles hat drei lausige Kurzauftritte, es ist ein Film mit Inger Stevens und George Peppard.

Jetzt gibt es die endlich den Politthriller um Antimilitaristen gegen adelige Faschisten auf DVD. Neu hinzugefügt die Szene, in der ein angeblicher "Arzt" des unter Flaggen, Orden und Militaria schlafenden Jungen prophezeit, dass der kleine Paul mal Soldaten drillen wird, statt Zähne zu ziehen. Und in einer weiteren zuvor zensierten Szene suchen Inger Stevens und George Peppard in der gottlosen Stadt (Rom) in der Fontana di Trevi nach Münzen und finden fast nur Bierdeckel.

Der Politthriller um OAS und heimatvertriebene Adelige, die als heimattreue Faschisten die Demokratie mit eigener Armee zerstören wollen, ist hip, hat Sixites-Sex-Appeal und glänzt mit Witz und Charme. Perrette Pradier, die sanfte Constance aus den 1961er "Musketieren", befreit sich hier als sexhungrige Zofe Jeanne-Marie von ihrem braven Image und zieht kurz blank.

Inger Stevens, die sich mit ihren großen Augen angwidert an die Wand projektierte Filme von der Farm in Algerien anschauen muss, als seien sie die grenzenlose Heimat von Erika Steinbach, ist hier die vielleicht beste Hitchcock-Heldin aller Zeiten, weil sie nicht so anämisch ist wie die Damen Bergman, Saint*, Kelly und Hedren.

*Das phallische Schlafwagenabteil im Zug in "North by Nothwest" ist ein Pimmelchen gegen die grandios gespielte Fahrkartenkontrolle Inger Stevens' im Bikini!

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Darbon
über Bee Duffell

Ihr Tanz währt nur Sekunden, doch diese brennen sich ein ins Gedächtnis des Kinos. Als brennende Bücherfrau steht Bee Duffell eigentlich mehr als dass sie tanzt zur Musik von Bernard Herman in Truffauts "Fahrenheit 451". Bei genauer Betrachtung steht sie wohl. Und mit ihr brennt auf dem Umschlag einer Filmzeitschrift Anna Karina, ein Indexopfer der 60er als Diderots/Rivettes "Réligieuse".

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AnnaPe

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Schön fofografiert von Nicholas Roeg. Ist eigentlich bekannt, ob die Dame nach ihrem Bad in den Flammen je wieder einen Film gedreht hat?


Darbon
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Habe vor Jahren in München "The Lodger" mit Klavierbegleitung gesehen. Wer sich ein Ticket nach London leisten kann: Viel Spaß.

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Darbon
über Tobin Bell

Mutter des hässlichen Mehlwurms war Kleindarstellerin und Vati Bell kandidierte mal für's Bürgermeisteramt. Er selbst wird im Greisenalter erfolgreich als Verona Kik für Ekelhaftes: Tobin Bell.

"Tobin Bell", heute in großen Lettern auf DVD-Hüllen der Aphorismus für "Brechmittel", saugt auch am Busen Lee Strasbergs und Ellen Burstyns am sogenannten Actor's Studio. Nach ungenannter Komparserie in "Tootsie" (ein Kellner) und Lumets "The Verdict" (ein Mann im Gerichtssaal) wird er in "Mississippi Burning" immerhin genannt - an 69. Stelle.

Die Pornozahl bleibt Leitmotiv, denn heute führt ihn übler Dreck wie "SAW VII", in dem er für etwa 20 Sekunden als Archivmaterial auf einem Bildschirm flackert, an erster Stelle - nachdem im Minutentakt unbekannte Bell-Epigonen einfallslos krepiert sind.

Der Name des, hier wiederhole ich mich gern, hässlichen Mehlwurms wird noch so manches DVD-Cover zieren, auch wenn der Wurm nur für Sekunden seinen halbblinden Natterblick zeigt oder kurz durchs Bild kriecht. That's Entertainment 2.0

Who the fuck is Ellen Burstyn, werden sich seine vielen Fans jetzt fragen. :-D

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Muchi

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Tobin Bell als Sentenz von Müll. Sehr hübsch und lyrischer als es ihm gebührt!


Darbon
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Wladimir Kaminer kennt sich in diesem Filmcheck mit Filmen zwar überhaupt nicht aus, aber nun werden ja einige Episödchen seiner Russendisko abgefilmt. Ansonsten bleibt er ein überschätzter und einfältiger Narziss von ausgesuchter Ekelhaftigkeit.

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Darbon
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Ist nicht eigentlich Erol Sander der "arabische Volbuthengst" der Herzen? Zumindest so ähnlich, als "menschlichen Araberhengst", beschreibt Barbara Wussow, die Trutsche aus der Pornoschmiede Lisa-Film, den deutschen Degeto-Schnuckl

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Darbon
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26 Filme aus der Liste. Das Schlimme ist, dass der Rest fast nirgendwo zu sehen ist. Danke an Mr. Spielberg, der die Devise "Kino gehört 14jährigen (Schwachmaten)" geprägt hat, bevor die Quotenlüge eingeführt wurde.

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Darbon
über Das unsichtbare Mädchen

9.0Herausragend

Püntklich zum treffenden Essay Malte Weldings zur Mutlosigkeit im deutschen Fernseh-Entwicklungsland zeigt der neue Film von Dominik Graf in der Arte-Premiere, dass TV-Filme sich nicht sogenannten zuschauerfreundlichen Regeln anbiedern müssen, wie es das Kommerzkino seit drei Dekaden kultiviert hat.

Das Thema Kinderprostitution wird hier im Gewand eines Heimatfilms gezeigt - ohne moralinsaure Andächtigkeit und die erwarteten Tugendwächter unter sauberen Ermittlern. Hier geht’s dreckig zu, im besonderen in der oberen Politebene um Innenminister und Ministerpräsident und nicht unterbelichtet. Graf kennt sich aus im Milieu und seine Könnerschaft nach Recherchen im russischen Mafiasumpf innerhalb Deutschlands brachte eines der besten Fernsehereignisse der letzten Jahre zustande: "Im Angesicht des Verbrechens". So liegt die Vermutung nahe, dass er auch in diesem Ressort Duzfreunden näherkam als ihm selbst wohl lieb ist. Die Dokumentaristin Ina Jung stand ihm und Friedrich Ani denn auch gut und unverzichtbar zur Seite.

Wenn sein Ermittler Niklas Tanner die Dörfer Tschechiens nahe der deutschen Grenze abfährt und überall die Kinder vor den Bordellen herumlungern, wirkt die dokumentarisch wirkende Aufnahme elektrisierend gruselig - in diesem Sonnenlicht. Und im deutschen Schwimmbad fast nebenan hüpft hysterisch eine Zehnjährige im Badeanzug herum, weil die anderen Kinder rutschen und sie Verstecken spielen will: "Ich will spielen!" Hinter ihr buhlt eine Micaela Schäfer oder Naddel Abd el Farrag als "Venus"-Messe-Botschafterin auf einem Plakat um Erniedrigung. Wenn später drei kleine Mädchen im tschechischen Puff seinen Film-Antihelden streicheln und Sexspielzeug hervorkramen, muss Ronald Zehrfeld als Tanner nur in den Ausschnitt eines kleinen Zwangsfreudenmädchens schielen. Ja, jener kompakt-schöne Zehrfeld, der gerade feuchter Traum unzähliger cinephiler "Barbara"-Kinogängerinnen sein dürfte, lugt nun auf ein Kinderdekolleté. Graf lässt sein exzellentes Ensemble über Spiegel spielen, er nutzt die visuelle Kraft des Films für das Fernsehen, die Kamera schneidet an Wände gemalte Worte dazwischen: "Sina, du bist immer bei uns". Denn vor Jahren verschwand ein kleines Mädchen, das, so vermutet Tanner, der durch Zufall auf den Fall stößt, noch lebt und jetzt 19 sein müsste. Doch Wilhelm Michel, der Chef der SoKo "Sina", will Tanners Ermittlungen sabotieren.

Ulrich Noethen gibt als Michel eine der widerlichsten Figuren jüngerer TV-Geschichte ab, ohne zu chargieren. Bei ihm genügt der Schweiß auf der Oberlippe und ein Blinzeln von Machterhaltinstinkt unter den bekannten Schlupflidern, um seinen Michel zum Teufel zu wünschen.

Begnadet wie immer ist Silke Bodenbender, die zu den Talentiertesten ihrer Generation gehört und die dem Film einen Großteil seines Schauwerts gibt. Graf reicht ihr, der Wandelbaren, abonniert auf die Widersprüchlichen, die Palette für ein neues Bodenbender-Frauenbildnis als heruntergekommene Dorfnutte Inge-Maria Kolb, die seit dem Verschwinden ihrer Tochter Sina anschafft für einen Zuhälter, aber nur, weil sie ihn mag, wie sie elendig heulend gesteht, als Zehrfeld sie zusammengeschlagen vorfindet. In einer anderen Szene, einer früheren, hat Silke Bodenbender den aparten Zehrfeld abgeschleppt, ist jedoch so knülle, dass sie erledigt nölt: "Aber jetzt nicht noch ficken, oder?" Dass Bodenbender kaum wiederzuerkennen und dabei überzeugend ist, liegt gewiss nicht an der weißblonden Provinzmähne. Sie spielt eine Trauernde, die wirklicher ist als die Normalität in der Wirklichkeit. Als ihre Tochter verschwand, hat sie das Kind eine Woche später als tot gemeldet und einen Grabstein bestellt. Sie mochte die Qual der Hoffnung nicht. Am Ende des Films wird sie an einem Grab stehen und schreien. Ein Schrei, den wir selten im Fernsehen hören.

Neben den drei Vedettes Zehrfeld, Bodenbender und Noethen bleibt noch etwas Raum für Elmar Wepper, der still im Hintergrund beobachtet und erst am Ende zum Handeln aufläuft. Er zieht eine Konsequenz, die Grafs Komplizenschaft für dessen Rolle unverholen zwinkern lässt. Dass nebenher der wunderschönen Lisa Kreuzer als Weppers Ex und Dorfwirtin mit einem Foto aus den 70ern gehuldigt wird, untermauert Grafs Respekt vor seinen wunderbaren Film-Komplizen.

Nichts in diesen 105 Minuten starker und wuchtiger Filmunst ist vorhersehbar. Da reihen sich urplötzlich Schock an Überraschung. Und Personen, die hinter Glas reden, so dass der Zuschauer nichts versteht, kennen wir zwar aus Hitchcocks "Topas" und einigen Paranoia-Filmen der 70er wie Pakulas "Zeuge einer Verschwörung", wo doch im Fernsehen Erklärungwut vorherrscht und erwünscht scheint. Also ganz anders, als es Redakteure für ihre Zuschauer wünschen. Sollen Graf, Zehrfeld und Bodenbender, ja auch Noethen und Wepper (der gute: Elmar) doch wieder Preise einsacken, so höhnen sie, denn die Quote bei hoher Fernsehqualität bleibt mies und Redakteure dürfen weiter die alten Gleise abfahren lassen. Und doch weiß Graf nicht nur Vorschriften kunstvoll zu ignorieren, er gönnt es sich auch kurz, sein Publikum zu quälen. Denn Sekunden vor regulärem Sendeablauf von eineinhalb Stunden ist Ronald Zehrfeld bis zum Kinn in einem verlassenen Wald an der Grenze eingegraben. Vor ihm ein Keiler, der diesen hübschen Happen leicht knacken kann. Ronald Zehrfeld schließt die von Zuhältern matschig geschlagenen Augen. Abblende.

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Sigmund

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Ein ganz wunderbarer Kommentar!
Meine Vorfreude auf diesen Film ist maximal.


Darbon
über Airport '77 - Verschollen im Bermuda-Dreieck

1.5Ärgerlich

Mogelpackung der Stars-im-Vorspann-Katastrophen-Reihe: James Stewart und George Kennedy bangen laut DVD-Info an Bord einer Boeing um ihr Leben! Kennedy wandert für vier Sekunden auf einem Militärgelände durchs Bild und etwas deplaziert betet ebanda der legendäre Jim als Opi, weil Verwandte unter den Passagieren sind.

Zur hanebüchenen "Airport"-Blaupause: Kunstdiebe sorgen für die behäbige Landung einer Boeing etwa acht Meter unter der Wasseroberfläche. Einer der Eingeschlossenen taucht nebst Gummiboot nach oben und wartet auf Rettung durch die Navy. Derweil sitzen unten all die anderen in Schwimmwesten und müssen sich langweilen oder urplötzlich unangenehme Sätze wie "Sie lassen uns im Stich!" absondern. Weshalb sie nicht ebenfalls nach oben tauchen? Die Navy will ja noch ihr stolzes Gerät auffahren.

Unter den Wartenden muss Lee Grant als dem Klischee angediente und behauptet hysterische Zicke gegen einen Rettungsversuch wettern und dann, wen wundert's noch, beim Ruckeln der Maschine, als diese aus dem Wasser gehoben wird, unbemerkt absaufen.

Schade um die Vergeudung von fünf bis sechs großen und teuren Namen, deren Gagen einziger Kostenpunkt eines fade vor sich hinplätschernden Unglücksfilm sind, dessen Höhepunkt darin besteht, dass außerhalb des Kamerablickfelds einige Eimer Wasser über einer von einem klatschnassen Teppich überzogenen Treppe ausgeschüttet werden.

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Muchi

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Bin dem Schwindel auch aufgesessen. Aber Stil hat die miese Gurke zwischendurch dann doch: Sobald das Bild von Joseph Cotten auf Olivia De Havilland in ihrer Schwimmweste schneidet, wird umgeschaltet auf Weichzeichner. Über solche Effekte vergisst du glatt die saublöden Dialoganordnungen.


Darbon
über Sand Sharks

3.0Schwach

Versandet im Fahrwasser des famosen "Piranha 3D", kann Trash-Fans aber einigen Spaß bereiten, wenn etwa im Höhepunt des Films 30 Komparsen als hunderte Partygäste den zwanzig Meter breiten Strand verlassen sollen, dann aber immer wieder im Zickzack einen Radius von fünfzehn Metern abstolpern.

Corin Nemec ist sehenswert komisch als smarter Duracell-Hase und liefert eine irre Performance, die den Peter-Strauss-Look-alike für einen Scientologenkongress empfiehlt. Seine drögen Mitspieler, so u.a. Hulk Hogans Reality-TV-erprobte Tochter Brooke als Mutation aus Frauke Ludowig und einer Jahrmarkt-Ringerin, haben bei so viel Energie das Nachsehen. Dass jede der drei Liebsten von Nemec als Haihappen endet und er über die komischen Splattereffekte an seinen rasch dahinscheidenden Verflossenen nicht verzweifelt, ist immerhin unkonventionell genug für ein billiges Trashvergnügen.

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Tyler_D

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Also wie der coole Antiheld Jimmy Green (Corin Nemec) der süßen Polizistin Brenda (Vanessa Lee Evigan) ihre Gedärme in den Rumpf zurückstopft und ihr dann einen zärtlichen Kuß gibt, gehört zu den romantischsten Momenten jüngerer Filmgeschichte. Also auch mal was für die Mädels und für's Herz.


Darbon
über Retreat

2.5Ärgerlich

Auf die Wirkung eines bösen Schock-Finales hin werden seit einigen Jahren Horror-Plot-Psychodramen als Kammerspiele inszeniert. Hier kreist das Filmdebüt um einen Psychopathen, der ein dröges Paar ohne Zukunft bedroht. Dass der Eindringling lügt, ist zu schnell klar und somit der einzige "McGuffin" im allzu vorhersehbaren Film verspielt.

Welche Intention hat "Retreat" neben der Behauptung fadenscheiniger Konflikte, um holprig auf sein vorhersehbares Schockfinale hinauszustolpern? Dass Menschen sich selten Gutes antun und das Militär böse ist? Mit vernagelten Fenstern, hysterischem Gekreisch und der Aneinanderreihung von Fehlverhalten der Bedrängten allein lässt sich keine keine Bedrohung herstellen. Jamie Bell und Cillian Murphy liefern trotz undankbarer Texte gute Leistungen. Sie verdienen Anerkennung, doch retten können sie den Film, der beider Partnerin Thandie Newton keine Chance lässt zu einer Figur jenseits von Hysterie, nicht.

Die behauptete Prämisse bricht unter der Vorhersehbarkeit und der Unglaubwürdigkeit der Umsetzung zusammen.

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Darbon

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Danke Willy50. Nach kurz frostiger Begriffstutzigkeit in der imdb fündig geworden, womit sich Sir David heute so die Meriten - also mehr oder weniger - verdient. :-D


patcharisma

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Fands auch schlecht, Darbon... ;-(


Darbon
Kommentare

Du hast Recht, was Europa betrifft.
Vor Jahren zeigte das ZDF Marco Ferreris "Die letzte Frau". Zwei Drittel des Films ist Gérard Depardieu splitternackt und in zwei Szenen zeigt er stolz seine Erektion; selbiger Depardieu, der in "1900" seinen Penis der linken Hand von Stefania Casinia überließ, weil sie mit der rechten den von Robert De Niro bearbeitete. Das waren die freien 70er in Europa. Aber auch sein Sohn Guillaume war nicht prüde, als er sein bestes Stück in Mademoiselle Golubewa (in Leos Carax' "Pola X") flutschen ließ und Kieran O'Brien, der Serien-Sohn von Robbie "Fitz" Coltrane sich bei Michael Winterbottom in "9 Songs" eine Fellatio durch Margo Stilley gönnte.

Das sind Schauspieler, bei denen die europäischen Regisseure für Filme wie "Romance" nicht auf Rocco Siffredi zurückgreifen müssen, um im Kunstkino das zu zeigen, was als Natürlichkeit im Kino wieder etablierter sein sollte. Beim Einfluss des in vielerlei Hinsicht dürftigen US-Kinos auf Europa und den Markt kann's noch dauern.

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Darbon
über Zettl

1.0Ärgerlich

Wer Sehnsucht nach "Kir Royal" hat, der meide "Zettl" und erfreue sich an Senta Berger, Dietls Mona, in "Unter Verdacht" daheim auf DVD. Die entlarvt böse, geistreich und mit Witz den Amigo-Filz, genau mit jenen Zutaten, die diesem Film hier fehlen.

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Darbon
über 24 Stunden in seiner Gewalt

0.5Schmerzhaft

Auf laute Ballereien versteht sich Cimino, seit er für "Heaven's Gate" eine Büffelherde durch Maschinengewehrfeuer rasen ließ. In seinem letzten Film vor einer platten Buddy-Schnulze lässt Cimino erneut Maschinengewehre rattern und dabei einige der durchweg faden Figuren durchlöchern.

David Morse ist als einzigem der Akteure anzusehen, dass er versucht, der Unfähigkeit Ciminos zu entfliehen: den gewalttätigen Trottel nimmt ihm keiner ab. Wenn Morse im Flußbett steht, verloren mit Revolver im Fadenkreuz, wird ihm nicht in den Arm geschossen. Cimino will es fett und Morse wird zum Nudelsieb, unter pathetischem Orchestermüll seines Hausmusikers David Mansfield.

Mickey Rourke verweigert auf der Höhe seines Star-Ruhms jegliches Schauspiel und posiert als Armani-Anzug-Träger; hier sein einziges Ausdrucksmittel neben dem Schürzen der Lippen, als er diese noch hatte.

Zwischen Schulterpolster und Löwenmähne verbirgt Tom Cruises Ex Mimi Rogers unentwegt ihr Gesicht, meist unter Zuhilfenahme ihrer Hände, so dass nur Augen und Stirn bleiben. War beim Playboy von ihr etwas mehr zu sehen, gibt sie bei Cimino nicht mehr als ein verlogenes Stirnrunzeln. Damit konnte sie ihren Ex noch für Scientolgy begeistern, doch selbst auf der kleinen TV-Leinwand, für den der Film eher geeignet ist als fürs Kino, ist sie das reine Grauen.

Über die Filmkinder (u.a. Shawnee Smith aus SAW II-VI) rasch den Schleier des Vergessens, wie auch über die Verirrung der spröden Lindsay Crouse in ihrem idiotischen Part als Verfolgerin. Aus ihrem Munde bei einem Schuss ins Knie und die Frage eines Ballermanns, ob sie verletzt sei, hören zu müssen: "Nein, nur in meiner Ehre", beschreibt trefflich das Desaster einiger Beteiligter. Und wer die Gurke Anthony Hopkins' wegen sehen will: Der bietet die übliche Nummer. Dass er, wenn er 'nen Bösewicht aus dem Haus zerrt, nicht auch durchsiebt wird, ist ein weiteres Rätsel an diesem stinkenden Fisch, der in den Zeitungen von heute immer wieder - in neues Papier gewickelt - als TV-Tip angepriesen wird. Dieser Film stinkt noch immer.

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Darbon
über Abel Gance

„Und wenn Sie nicht sehen, worin das Genie von Abel Gance besteht, dann haben Sie und ich nicht dieselbe Vorstellung vom Kino, wobei meine selbstverständlich die richtige ist.“ - François Truffaut

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Muchi

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Klaue mir den Spruch mal kurz. Danke.


Darbon
Kommentare

Ab vor den Spiegel und losgelegt: “Antoine Doinel, Antoine Doinel, Antoine Doinel…“, wahlweise auch „Christine Darbon, Christine Darbon, Christine Darbon…“
Bon Anniversaire!

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Muchi

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Wer heute google genutzt hat, kam ja nicht herum um den Besten aller Besten. Nach meinen 10 Antoines und 10 Christines (das war heute wie Weihnachtsliedersingen zu Weihnachten oder Böllern zu SIlvester), hab ich von meiner Gauloise den Filter abgemacht und sie so geraucht. Er war und bleibt der beste Regisseur überhaupt [siehe unten].


Muchi

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Auf Googles Doodle kam heute kein Mensch weltweit um Truffaut herum. Habe voller Freud zehn Antoines und zehn Christines in den Spiegel gerufen. Das war Kino, wie sein sollte. Er bleibt der Beste.


Darbon
über Daylight

2.5Ärgerlich

Meriten als Reanimation des 70er-Katastrophenfilms erringt das in Roms Vorort Cinecittà entstande Homevideo nicht. Trash-Ikone Stallone, laut Ex-Frau Nielsen "ein Sitzriese mit Schrumpfhoden", wurde zurecht für die Goldene Himbeere nominiert, der Ton aus dem Piscina zu Unrecht für den A-Award. Selbst das Film-Lied "Whenever there is Love" errang keine Himbeere. Von Liebe ist eh nix zu erspüren im Werk Rob Cohens, dem Spezialisten für Rammstein-Videos und Jahrmarktsnummern mit dem Hau-den-Lukas-Zwerg ("The Fast and the Furious", "Triple X")

In "Flammendes Inferno" gab es die durch einen tiefen Fall verlorene Liebe zwischen Fred Astaire und Jennifer Jones. Klasse zeigen in den Vorbildern neben den großen Stars ihrer Epochen (Lancaster, Bisset, Newman, Bujold, Gardner und McQueen in Klischee-Rollen)Helen Hayes an Bord von "Airport", Shelley Winters auf der "Poseidon". Die Liste wäre endlos, hätte sie nicht 1974 ein Ende gefunden. Genre-Wiederbelebung in den 80ern scheitertet. Ein Jahr vor "Daylight" gibt es den gelungenen "Twister" mit Helen Hunt. Der Tornado hatte aber keine Eier gelegt, jene Fortsetzungsbiester, bei denen aus kleinen Furzen Hurrikans entstehen könnten. Für Rob Cohen: Ran an den Speck! Und wenn schon nicht mit Nicky Kim Coppola, wie das Studio es wollte, dann mit dem Ex von der Nielsen.

Burdas TV Spielfilm macht "Daylight" zum Tip des Tages; Arte hat mit "L.A. Confidential" das Nachsehen. D'accord, denn die imdb nennt Claire Bloom aus Chaplins "Limelight" als einzig legendären Schauspielstar. Und die ist derzeit im Fernsehen seltener zu sehen als ihr Namensvetter Orlando. Ja, das Fernsehen gehört seit Mitte der 80er-Epoche wie zuvor das Kino (Steven Spielberg) den 14jährigen und den Dummen (Symbiose beider Gruppen: Helmut Thoma).

Nun zur Liebe: Ein Polizist im Tunnel macht seine Liebste am Polizei-Monitor an. Er hat ihre Armbanduhr im Bettlaken gefunden und wedelt damit, als sei sie sein Schwengel. Als der Prahlhans durch einen Rumms im Tunnel eingeschlossen ist, weiß die Angebetete zum Tunnel-Klettermaxe Stallone nur eines zu sagen "Ich will [von diesem Mistkerl*] meine Armanduhr zurück". Und die findet nun immerfort Erwähnung und Bebilderung, bis zum lächerlichen Ende.

Zwischen dem Verlangen nach der Armbanduhr und Erhalt derselben vergeht humorfreie und spannungsarme Zeit. Hysterisch kreischen die Leute im Tunnel, zielgruppengerecht vor allem mit jungen Asozialen in orangen Knastkitteln besetzt. Die haben trotz Überlänge keinen Raum, um über sich oder die erzählerische Einfalt hinauszuwachsen.

Nicht zum Lachen, doch zum Fremdschämen komisch sind die idiotischen Tode einiger der üblichen Katastrophenfilm-Opfer. Einer bleibt suizidal liegen, weil das Rückgrat zerstört ist oder weil Stallone sich, verlogene Traurigkeit heuchelnd, über ihn beugt; eine andere entschwebt aus Kummer und Gram um den verloren geglaubten Kindersatz, einen Hund, der dann doch das Frauchen (ja, das war's für Claire Bloom) überlebt. Für Tierfreunde: Amy Brenneman, sonst passabel, muss Ratten als "Scheiße auf Beinen" beschimpfen und folgt dann doch den possierlichen Tieren aus dem Tunnel.

*neudeutsch seit Spielbergs Eleven und Thomas Managern für "den Mann, den ich liebe"

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David "Noodles" Aaronson

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Spielbergs Eleven??
Na Egal. Toller Comment. Fein so etwas tief in der Nacht zu lesen.

Mit Stallone sollte man nachsichtig sein...


Muchi

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Eleven ist hier der Plural eines alten Synonyms für Schüler.
Und ja: Mit Stallone sollte man nachsichtig sein. :-D


Darbon
über Blutiger Freitag

1.0Ärgerlich

Olsen schuf für das Deutschkino in Komplizerei mit der Pornoschmiede Lisa-Film, heute die Degeto-Macher für MDR und ARD, Werke wie "Ein Kaktus ist kein Lutschbonbon", "Ekstase - Prozeß gegen die Satansmädchen", "Unsere Tante ist das Letzte", "Rasthaus der grausamen Puppen" und "Die türkischen Gurken", alle fast irgendwie mit Heinz Erhardt aus dem Olsen-Werk "Das kann doch unsren Willi nicht erschüttern". Hier nun kommt das chef-d'œuvre auf DVD: "Raimund Harmstorf in seiner härtesten Rolle".

Harmstorf, zuletzt bei Lisa-Film in "Klinik unter Palmen", bleibt Kult, auch wenn wir weder im "Seewolf" noch in "Blutiger Freitag" seine Stimme hören werden. So bubenhaft die Kehle, so untenrum kerlig die Stehle. Olsen sah den Harmstorfschen Riemen ("Siegfried und das sagenhafte Liebesleben der Niblungen") und packte den Prachtkerl samt XXL-Anhängsel in sein Tortureporn "Blutiger Freitag".

Olsens Kameramann liebkost den Hammer von Harmstorf, in einer engen schwarzen Lederhos stramm verpackt, mehr als genug: im Close-up oder wenn er mit seinem Lunch-Paket vor Daniela Giordano rumwuchtet. Es möge fast ein Spoiler sein, wenn der Harmstorf die Daniela nach dem Beischlaf totschlagen könnt. Wenn der Verleih "hart" spoilert, gibt's politische Einfalt. Was als Trash in Ordnung ginge, verdirbt an gesteltzten Dialogen und geheuchelter Sozialkritik. Olsen lädt Passanten ein, über die Todessatrafe zu palavern: Umfrage à la Schulmädchenreport mit einem euphemistischen Toch vom niedlichen "Jena-Trio" - Verbrecher waren ja immer nur drei und nie das Volk. Da wird's dann eklig, so 25 Jahre nach "Die Mörder sind unter uns".

Dass Olsen für den Epilog seiner filmischen Pest Bonaparte zitiert, fügt sich passend ins Œuvre eines Preisträgers der "Goldenen Leinwand".

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Tyler_D

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Also für Harmstorfs Paket gibt es von mir drei Extra-Erotik-Punkte. Harrharr :-D


Darbon
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OSS 117

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