Mal wieder typisch ... wenn man sich auf nen Film nicht einlassen kann/will, dann wird man die Botschaft (oder den Sinn) nie kapieren ... und daraus folgen dann die üblichen Abwertungen "schwachsinn" oder "langweilig" *kopfschüttel*.
Nun ist der Film von 1995 - da konnte man die Eröffnungssequenz noch für total verrückt halten ... aber heutzutage mit den immer zahlreicheren Studien zu den Auswirkungen des Klimawandels sollte man doch so fair sein, dem Autor der Story für seine 'mögliche' Zukunftsversion Anerkennung zu zollen!
Vielleicht werden die ganzen Ignoranten aus dieser Community-Kritik in 30-50 Jahren rumsitzen, in der Nase popeln, und sich verzweifelt fragen, wie es bloß soweit kommen konnte - und wie zum Teufel man jetzt weiterleben könne. Falls sie ihre Ignoranz bis dahin überwunden haben sollten, könnten sie sich an diesen Film erinnern und daraus lernen!
Scherz beiseite ;-) ...
"Waterworld" ist - in meinen Augen - ein meist verkanntes Kleinod der Science Fiction-Zunft ... das hat wohl damit zu tun, dass die Zeit/Handlung noch zu sehr an unserem normalen Lebensalltag entlang läuft ... der im "Schubladendenken" verhaftete Mensch katalogisiert jede Einzelheit und zerreißt sich's Maul darüber, ohne das Gesamtbild auf sich wirken zu lassen! -> Das ist wie der Schnösel im Supermarkt, der ausnahmsweise mal selber einkaufen muss: er erblickt eine Konservendosenpyramide, die der/die Filialleiter(in) mit viel Hingabe dekoriert hat, und stellt fest, dass eine der Dosen ziemlich weit unten etwas schräg steht. Das geht gegen sein Empfinden - eine Dose hat gefälligst gerade zu stehen -, und so kippt er lieber den ganzen Dosenstapel um, bloß damit die Dose wieder gerade steht! <-
Zu den einzelnen Inhalten:
Die Sets sind der Wahnsinn! Ich habe den Film sicher schon zehnmal oder mehr gesehen ... und entdecke immer noch Kleinigkeiten in der Ausstattung, die ich noch nicht bemerkt hatte.
Der Drei-Rumpf-Katamaran ist segeltechnisch sehr gut ausgestattet, und die mechanischen - klar, Energieknappheit - Automatismen wären sicher heutzutage mit einigem Aufwand schon realisierbar ... und dann das Innere *staun*!
Stichwort: Papierknappheit ... die ein Mitkritiker vor längerem so kurzatmig abgehandelt hat (bestimmt ein Raucher *fg*) ... Natürlich ist Papier in einer "Wasser"-Welt nicht (so einfach) herzustellen, doch der Film sagt nur aus, dass die normalen Wasserweltbewohner Papier nicht mehr kennen, oder nur aus Erzählungen - nur wenige Reste sind erhalten und deshalb begehrte Tauschobjekte. Die "Smoker" jedoch bewohnen einen (teils ungebauten) Tanker, und der hat so viel Ladevolumen, dass man genug Vorräte (und Zigarettenpackungen) unterbringen könnte, um ne 1000-Personen-Crew durchzufüttern und zu bequalmen ;-).
Und nur mal so nebenbei: ein "Smoker", der Nichtraucher ist ... Wahnsinns-Bild!!! *gröhl*
Apropos Tanker: vielleicht solltet Ihr Euch mal die Mühe machen, ein wenig zu googlen und etwas über den "heiligen Sankt Joe" (O-Ton Dennis Hopper als "Deakon", Anm.d.Red.) herausfinden! Genialer Einfall des Autoren und Sozialkritik "at its best" ... wie hieß noch der Tanker?!?
Zu den Figuren (wo einige Mitkritiker nur sülzen konnten):
Die "Smoker" sind ein raubeiniger und gewalttätiger Verein - und wenn man schon täglich mit der Raffinade von Rohöl zu tun hat und sonst auch schmutzige Geschäfte macht, dann sieht man halt so aus ... wir sind hier schließlich nicht beim Kaffekränzchen ;-).
Dennis Hopper als "Deakon" ist auch richtig gut gelungen. Dennis hat in jeder seiner Rollen manch überkandidelte Momente - und die leichte Übertreibung macht ihn noch glaubwürdiger ... wäre er ein trockener, reservierter Befehlshaber, würden ihm die ganzen verrückten Gestalten doch nur auf der Nase herumtanzen!
Der Mariner (Kostner) ist ein stiller, nachdenklicher Typ, der wohl auch deshalb mit der Trader-eigenen Einsamkeit gut zurecht kommt ... viel besser als z.B. der Kerl, den sie Mitte des Films zufällig treffen! Kostner hätte diesen Typ nicht viel anders spielen können, ohne dass die Charakteristik der Figur eingebrochen wäre.
Mein Fazit: Sehr guter Film mit Tiefgang ... wenn man sich der Story hingeben mag!
ps: Falls jemand die kleinen Fehlerchen bekrittelt, die in diesem Film bestimmt auch enthalten sind, dem sei gesagt: sollten tatsächlich mal alle Filme 100%ig fehlerfrei erdacht, designt, ausgestattet und produziert sein ... dann wäre auf einen Schlag die ganze Filmfehler-Community arbeitslos ... und müsste sich'n neues Hobby suchen! ... die armen!!
Also ich weiß nicht, was ihr habt, Leute!?
Denjenigen, denen der Film zu "dunkel" ist, sei gesagt, daß in jedem modernen System langer ("Über-")Lebenszeit bei Energieknappheit die "unwichtigen" Systeme wie z.B. Licht als erstes runter gefahren werden ... oder wäre es euch lieber, wenn euch Luft und Wasser ausgehen - Hauptsache, ihr könnt noch jedes Stäubchen auf den Konsolen und Schottrahmen erkennen, nein?! ... wir sind hier nicht bei "Star Trek"!
(Bestimmt sind viele von euch "Licht"-Freaks auch bitter enttäuscht über den "Tod" der 100-Watt-Glühbirne?! ... kleiner Schääärz!)
un zu einigen Ungereimtheiten, die hier in den Kommentaren aufkamen: Bowers "Missionziel" ist tatsächlich die Brücke - bis er die Route Richtung Reaktor wechselt, was auch Not tut ... [wie sagte mein alter Ton-Ing. mal zu mir auf der Bühne: "Engines work better with power on!" ... womit er zwar nen Netzschalter in meinem Keyboard-Rack meinte, aber die Analogie lässt sich wohl nachvollziehen ;-)] ...
Das Technische Design finde ausgesprochen gelungen - geht es hier doch um einen wahrscheinlich in aller Not und Eile zusammengeschusterten Lebenskonserven-Frachter, und nicht um ein Kreuzfahrt-Raumschiff ala "Flosken Paradise" (aus "Das Fünfte Element", Anm.d.Red.) ... und da ist gutes offenes Stahlblech viel geeigneter als diese penibelst mit Panelen versehenen und zugekleisterten Schickeria-Wände und Decken - hinter denen etwaige Kabelbrände oder Lecks schlecht zu lokalisieren und noch schlechter zu bekämpfen wären ... besonders von einer Drei-Mann-Crew!
Das Storyende kommt überraschend und ist soweit ganz ordentlich dargestellt. Wobei ich ein paar Mitkommentatoren zustimmen muß: nach diesem Ende noch eine Trilogie hinzubekommen ist schon eine Herausforderung - da wird man wohl mal wieder das "Prequel" bemühen müssen - ich bin gespannt!!
Ich möchte mich im Fazit meinem Mitkommentator "Grayson" anschließen: vielleicht das voraus-analysieren mal zurückstellen und sich einfach überraschen lassen!
ps: An die von euch, die das Design/die Athmo so niedergemacht haben - setzt euch mal hin und zeichnet was total neues ... würde ich gern sehen! Wie heißt es so schön: "Besser gut geklaut, als schlecht neu erfunden!"
Deine Kommentare
dertroll
über Waterworld 2009/11/22 19:07:15
Mal wieder typisch ... wenn man sich auf nen Film nicht einlassen kann/will, dann wird man die Botschaft (oder den Sinn) nie kapieren ... und daraus folgen dann die üblichen Abwertungen "schwachsinn" oder "langweilig" *kopfschüttel*.
Nun ist der Film von 1995 - da konnte man die Eröffnungssequenz noch für total verrückt halten ... aber heutzutage mit den immer zahlreicheren Studien zu den Auswirkungen des Klimawandels sollte man doch so fair sein, dem Autor der Story für seine 'mögliche' Zukunftsversion Anerkennung zu zollen!
Vielleicht werden die ganzen Ignoranten aus dieser Community-Kritik in 30-50 Jahren rumsitzen, in der Nase popeln, und sich verzweifelt fragen, wie es bloß soweit kommen konnte - und wie zum Teufel man jetzt weiterleben könne. Falls sie ihre Ignoranz bis dahin überwunden haben sollten, könnten sie sich an diesen Film erinnern und daraus lernen!
Scherz beiseite ;-) ...
"Waterworld" ist - in meinen Augen - ein meist verkanntes Kleinod der Science Fiction-Zunft ... das hat wohl damit zu tun, dass die Zeit/Handlung noch zu sehr an unserem normalen Lebensalltag entlang läuft ... der im "Schubladendenken" verhaftete Mensch katalogisiert jede Einzelheit und zerreißt sich's Maul darüber, ohne das Gesamtbild auf sich wirken zu lassen! -> Das ist wie der Schnösel im Supermarkt, der ausnahmsweise mal selber einkaufen muss: er erblickt eine Konservendosenpyramide, die der/die Filialleiter(in) mit viel Hingabe dekoriert hat, und stellt fest, dass eine der Dosen ziemlich weit unten etwas schräg steht. Das geht gegen sein Empfinden - eine Dose hat gefälligst gerade zu stehen -, und so kippt er lieber den ganzen Dosenstapel um, bloß damit die Dose wieder gerade steht! <-
Zu den einzelnen Inhalten:
Die Sets sind der Wahnsinn! Ich habe den Film sicher schon zehnmal oder mehr gesehen ... und entdecke immer noch Kleinigkeiten in der Ausstattung, die ich noch nicht bemerkt hatte.
Der Drei-Rumpf-Katamaran ist segeltechnisch sehr gut ausgestattet, und die mechanischen - klar, Energieknappheit - Automatismen wären sicher heutzutage mit einigem Aufwand schon realisierbar ... und dann das Innere *staun*!
Stichwort: Papierknappheit ... die ein Mitkritiker vor längerem so kurzatmig abgehandelt hat (bestimmt ein Raucher *fg*) ... Natürlich ist Papier in einer "Wasser"-Welt nicht (so einfach) herzustellen, doch der Film sagt nur aus, dass die normalen Wasserweltbewohner Papier nicht mehr kennen, oder nur aus Erzählungen - nur wenige Reste sind erhalten und deshalb begehrte Tauschobjekte. Die "Smoker" jedoch bewohnen einen (teils ungebauten) Tanker, und der hat so viel Ladevolumen, dass man genug Vorräte (und Zigarettenpackungen) unterbringen könnte, um ne 1000-Personen-Crew durchzufüttern und zu bequalmen ;-).
Und nur mal so nebenbei: ein "Smoker", der Nichtraucher ist ... Wahnsinns-Bild!!! *gröhl*
Apropos Tanker: vielleicht solltet Ihr Euch mal die Mühe machen, ein wenig zu googlen und etwas über den "heiligen Sankt Joe" (O-Ton Dennis Hopper als "Deakon", Anm.d.Red.) herausfinden! Genialer Einfall des Autoren und Sozialkritik "at its best" ... wie hieß noch der Tanker?!?
Zu den Figuren (wo einige Mitkritiker nur sülzen konnten):
Die "Smoker" sind ein raubeiniger und gewalttätiger Verein - und wenn man schon täglich mit der Raffinade von Rohöl zu tun hat und sonst auch schmutzige Geschäfte macht, dann sieht man halt so aus ... wir sind hier schließlich nicht beim Kaffekränzchen ;-).
Dennis Hopper als "Deakon" ist auch richtig gut gelungen. Dennis hat in jeder seiner Rollen manch überkandidelte Momente - und die leichte Übertreibung macht ihn noch glaubwürdiger ... wäre er ein trockener, reservierter Befehlshaber, würden ihm die ganzen verrückten Gestalten doch nur auf der Nase herumtanzen!
Der Mariner (Kostner) ist ein stiller, nachdenklicher Typ, der wohl auch deshalb mit der Trader-eigenen Einsamkeit gut zurecht kommt ... viel besser als z.B. der Kerl, den sie Mitte des Films zufällig treffen! Kostner hätte diesen Typ nicht viel anders spielen können, ohne dass die Charakteristik der Figur eingebrochen wäre.
Mein Fazit: Sehr guter Film mit Tiefgang ... wenn man sich der Story hingeben mag!
ps: Falls jemand die kleinen Fehlerchen bekrittelt, die in diesem Film bestimmt auch enthalten sind, dem sei gesagt: sollten tatsächlich mal alle Filme 100%ig fehlerfrei erdacht, designt, ausgestattet und produziert sein ... dann wäre auf einen Schlag die ganze Filmfehler-Community arbeitslos ... und müsste sich'n neues Hobby suchen! ... die armen!!
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
KlaresGedenken 2009/12/17 20:51:56
Antwort löschen*zustimm*
Oceanic6 2010/10/03 23:54:36
Antwort löschenstimme dir voll und ganz zu, und vor allem den letzten Satz finde ich super ;)
dertroll
über Pandorum 2009/11/17 02:30:24
Also ich weiß nicht, was ihr habt, Leute!?
Denjenigen, denen der Film zu "dunkel" ist, sei gesagt, daß in jedem modernen System langer ("Über-")Lebenszeit bei Energieknappheit die "unwichtigen" Systeme wie z.B. Licht als erstes runter gefahren werden ... oder wäre es euch lieber, wenn euch Luft und Wasser ausgehen - Hauptsache, ihr könnt noch jedes Stäubchen auf den Konsolen und Schottrahmen erkennen, nein?! ... wir sind hier nicht bei "Star Trek"!
(Bestimmt sind viele von euch "Licht"-Freaks auch bitter enttäuscht über den "Tod" der 100-Watt-Glühbirne?! ... kleiner Schääärz!)
un zu einigen Ungereimtheiten, die hier in den Kommentaren aufkamen: Bowers "Missionziel" ist tatsächlich die Brücke - bis er die Route Richtung Reaktor wechselt, was auch Not tut ... [wie sagte mein alter Ton-Ing. mal zu mir auf der Bühne: "Engines work better with power on!" ... womit er zwar nen Netzschalter in meinem Keyboard-Rack meinte, aber die Analogie lässt sich wohl nachvollziehen ;-)] ...
Das Technische Design finde ausgesprochen gelungen - geht es hier doch um einen wahrscheinlich in aller Not und Eile zusammengeschusterten Lebenskonserven-Frachter, und nicht um ein Kreuzfahrt-Raumschiff ala "Flosken Paradise" (aus "Das Fünfte Element", Anm.d.Red.) ... und da ist gutes offenes Stahlblech viel geeigneter als diese penibelst mit Panelen versehenen und zugekleisterten Schickeria-Wände und Decken - hinter denen etwaige Kabelbrände oder Lecks schlecht zu lokalisieren und noch schlechter zu bekämpfen wären ... besonders von einer Drei-Mann-Crew!
Das Storyende kommt überraschend und ist soweit ganz ordentlich dargestellt. Wobei ich ein paar Mitkommentatoren zustimmen muß: nach diesem Ende noch eine Trilogie hinzubekommen ist schon eine Herausforderung - da wird man wohl mal wieder das "Prequel" bemühen müssen - ich bin gespannt!!
Ich möchte mich im Fazit meinem Mitkommentator "Grayson" anschließen: vielleicht das voraus-analysieren mal zurückstellen und sich einfach überraschen lassen!
ps: An die von euch, die das Design/die Athmo so niedergemacht haben - setzt euch mal hin und zeichnet was total neues ... würde ich gern sehen! Wie heißt es so schön: "Besser gut geklaut, als schlecht neu erfunden!"
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
BlueSquirrel 2010/09/07 19:06:21
Antwort löschenOh mein Gott!