Dirk Lüneberg
Dirk Lüneberg aus Berlin heißt Dirk Lüneberg, ist 42 Jahre alt. Er hat sich Sun, 31 Dec 2006 23:00:00 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1415 Filme bewertet und legendäre 366 Kommentare geschrieben. Dirk Lüneberg ist Kritiker für Stadtmagazin [030], film.de, uncle sally*s, Mitteldeutsche Zeitung und wäre gerne Sailor in "Wild at Heart"! aus Spiel mir das Lied vom Tod. Mehr
| Name | Dirk Lüneberg |
|---|---|
| Alter | 42 |
| Stadt | Berlin |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | Sailor in "Wild at Heart"! |
| Schreibt sonst für | Stadtmagazin [030], film.de, uncle sally*s, Mitteldeutsche Zeitung |
Als Europudding bezeichnete man in den Neunzigern jene Filme, die von Machern aus mehreren europäischen Ländern gemeinsam produziert wurden, um aus den beteiligten Staaten und von der EU Fördergelder zu kassieren, die aber zumeist mühsam zusammengestückelt wirkten und entsprechend erfolglos blieben. Mit dem Beitritt der osteuropäischen Staaten zur EU scheinen diese Patchworkfilme nun ihre Wiederauferstehung…
Als Europudding bezeichnete man in den Neunzigern jene Filme, die von Machern aus mehreren europäischen Ländern gemeinsam produziert wurden, um aus den beteiligten Staaten und von der EU Fördergelder zu kassieren, die aber zumeist mühsam zusammengestückelt wirkten und entsprechend erfolglos blieben. Mit dem Beitritt der osteuropäischen Staaten zur EU scheinen diese Patchworkfilme nun ihre Wiederauferstehung zu feiern, wie diese österreichisch-britisch-lettische Koproduktion beweist. Man nehme zwei englische Feuerwehrmänner, ein französisches Paar, einen Amerikaner, ein deutsch-österreichisches Geschäftsmänner-Gespann und einen Japaner, die es während der längsten Nacht des Jahres ins lettische Riga verschlägt. Dazu gesellen sich noch ein paar einheimische Exzentriker und fertig ist der Europudding 2.0. Der hier unternommene Versuch, eine surreale Komödie zu drehen, in der Karusmäki-Humor auf österreichische Deppigkeit trifft, kann als grandios gescheitert bezeichnet werden. Denn lustig ist hier nichts, dafür vieles peinlich und jede der fünf Geschichte an dumpfer Dümmlichkeit schwer zu überbieten. Die prominenten Schauspieler wie Detlev Buck, Tobias Moretti oder sogar Birgit Minichmayr agieren als Knallchargen, das Ganze ist schludrig inszeniert und jämmerlich synchronisiert. Ein filmischer Totalreinfall – wer dafür ins Kino geht, muss schon verrückt sein.
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Neues Schuljahr, neue Dramen um blöde Zicken, dumme Typen und nervige Eltern. Und natürlich um Freundschaften, große und kleinere Lieben, geile Partys, verbotene Drogen und das erste Mal. Dies alles durchleben wir mit der 16-jährigen Lola, genannt Lol (Christa Theret), und ihrer Freundesclique. Und mit ihrer allein erziehenden Mutter Anne (Sophie Marceau), für die dieses Jahr nicht weniger turbulent…
Neues Schuljahr, neue Dramen um blöde Zicken, dumme Typen und nervige Eltern. Und natürlich um Freundschaften, große und kleinere Lieben, geile Partys, verbotene Drogen und das erste Mal. Dies alles durchleben wir mit der 16-jährigen Lola, genannt Lol (Christa Theret), und ihrer Freundesclique. Und mit ihrer allein erziehenden Mutter Anne (Sophie Marceau), für die dieses Jahr nicht weniger turbulent verlaufen wird.
Als Lol gleich nach Ferienende erfahren muss, dass ihr Freund Arthur (Félix Moati) sie im Sommerurlaub betrogen hat, ist sie am Boden zerstört und schickt ihn in die Wüste. Trost und Unterstützung erfährt sie dabei von Mael (Jérémy Kapone), den sie auch recht süß findet. Nur leider ist der ausgerechnet Arthurs bester Freund und Schulband-Kollege. Lols Mutter versucht währenddessen, die Beziehung zu ihrem Ex-Mann wieder zu beleben und zugleich einen temperamentvoll um sie werbenden Polizisten abzuwehren, was sich beides als nicht ganz unproblematisch erweist. Das Gefühlschaos bestimmt das Leben von Mutter und Tochter gleichermaßen und lässt zwischen den beiden auch schon mal die Fetzen fliegen.
Die völlig unverkrampft aufspielende Newcomerin Christa Theret ist eine echte Entdeckung und Sophie Marceau als ihre Mutter immer noch ein Knüller – als Frau ebenso wie als Schauspielerin. Regisseurin Lisa Azuelos erzählt diesen romantischen Teenie-Reigen temporeich und lässig zugleich, wobei die ungekünstelten Dialoge wirken wie dem Leben von den Lippen abgelesen. Was „La Boum“ für die 1980er Jahre war, das könnte diese französische Teenie-Dramödie für das aktuelle Jahrzehnt werden. Tolle Kinounterhaltung für alle, die selbst noch jung sind oder die mal wieder einen nostalgischen Abstecher inklusive Deja vu-Effekt in den Erinnerungspool der eigenen Jugend unternehmen wollen.
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Kaum ist mit „Transformers – Die Rache“ die eine Kinderspielzeug-Verfilmung raus aus den Kinos, steht die zweite schon in den Startlöchern. Diesmal hat sich „Die Mumie“-Macher Stephen Sommers - seines Zeichens Garant für sommerlich-unbekümmertes Popcorn-Kino - der G.I. Joe-Actionfiguren angenommen. Diese bilden eine geheime, mit modernsten Technologien arbeitende Eliteeinheit der US-Armee, die es…
Kaum ist mit „Transformers – Die Rache“ die eine Kinderspielzeug-Verfilmung raus aus den Kinos, steht die zweite schon in den Startlöchern. Diesmal hat sich „Die Mumie“-Macher Stephen Sommers - seines Zeichens Garant für sommerlich-unbekümmertes Popcorn-Kino - der G.I. Joe-Actionfiguren angenommen. Diese bilden eine geheime, mit modernsten Technologien arbeitende Eliteeinheit der US-Armee, die es mit den Bösewichten dieser Welt aufnimmt. In diesem Fall mit Destro (Christopher Eccleston), dem skrupellosen Chef eines Waffenherstellers mit Weltherrschaftsambitionen. Um ihn genau davon abzuhalten treten gegen ihn und seine finsteren Schergen in der Verkörperung der Baroness (komplett brünett: Sienna Miller) und des Martial Arts-Fighters Storm Shadow (Byung-hun Lee) die vom raubeinigen Hawk (Dennis Quaid) angeführten Joes an. Unter ihnen die beiden Neulinge Duke (Channing Tatum) und Ripcord (Marlon Wayans), der Ninjakämpfer Snake Eyes (Ray Park) und die rothaarige Superweib-Intelligenzbestie Scarlett (Rachel Nichols).
Regisseur Sommers sorgt in erster Linie dafür, dass einem hier dauernd irgendetwas um die Ohren fliegt oder geballert, gekämpft und gerannt wird. Ist dies grade nicht der Fall, kippt sein Effektspektakel sofort ins unfreiwillig Komische oder peinlich Pathetische. Zwar kann man dieser überproduzierten, im Schnellfeuermodus erzählten Sandkastenspielfantasie bei kompletter Abschaltung sämtlicher Hirnfunktionen einen gewissen Spaßfaktor nicht absprechen, gelingt dies jedoch nicht, bleibt nicht vielmehr als teuer produzierter und nonstop scheppernder Quatsch mit Edel-Trash-Soße.
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Im neuen Film von Jim Jarmusch geht es um die Überwindung. Um die Überwindung von Grenzen und Mauern im ganz praktischen Sinne, wie aber auch um die von Klassen- und Rassenschranken. Und darum geht es hier nicht zuletzt auch um Solidarität. Um Solidarität, die daraus resultiert, dass man seine Vorbehalte überwindet und sich zusammentut, um einen gemeinsamen Gegner zu bekämpfen. Wer jetzt jedoch…
Im neuen Film von Jim Jarmusch geht es um die Überwindung. Um die Überwindung von Grenzen und Mauern im ganz praktischen Sinne, wie aber auch um die von Klassen- und Rassenschranken. Und darum geht es hier nicht zuletzt auch um Solidarität. Um Solidarität, die daraus resultiert, dass man seine Vorbehalte überwindet und sich zusammentut, um einen gemeinsamen Gegner zu bekämpfen. Wer jetzt jedoch einen Action geladenen Kampf Gut gegen Böse erwartet, wird enttäuscht. Denn Jarmusch wandelt hier auf den Spuren des japanischen Samurai-Films, sprich: Kontemplation ist alles, hektisches Geballere nichts.
Jarmusch’ Samurai trägt keinen Namen und wird gespielt von dem nahezu unbekannten Isaach de Bankolé, der trotz schauspielerischem Minimalismus über eine erstaunliche Präsenz verfügt. Diesen gut gekleideten Mann begleiten wir auf einer Reise durch diverse spanische Städte, wo er verschiedene Menschen trifft, mit denen er Streichholzschachteln austauscht. Sie alle scheinen Teil einer Verschwörung zu sein, doch über deren Gründe und ihr Ziel erfahren wir nichts. Wir sind im Kino zum Anschauen der wunderschönen Bilder von Wong Kar-Weis Stammkameramann Christopher Doyle bestimmt und dürfen darüber sinnieren, wo Jim Jarmusch uns mit seiner Geschichte wohl hinführen wird.
Zwar droht dem Film zwischendurch ein wenig das Verlieren in sich selbst, was sich im Rückblick jedoch als Täuschung des Moments erweist. Eines muss man für den vollen Genuss aber unbedingt mitbringen: Die Bereitschaft zum Abschalten des Alltags, zum Zurücklehnen im Kinosessel, um sich ganz von diesem stimmungsvollen Meisterwerk cineastischer Meditation überrumpeln und forttragen zu lassen. Dann wird man zwischen den Bildern so einiges entdecken: Unzählige Anspielungen zum Beispiel an den Western und den frühen Wenders, an das asiatische Kino oder den europäischen Arthouse-Film. Denn Jim Jarmusch präsentiert hier eine hochaktuelle und hintergründige Reflexion über den Kampf zwischen Kunst und Kommerz. Zugleich spricht der amerikanische Regisseur eine Einladung aus zum bedingungslosen Abtauchen in eine aus der Zeit gefallene Welt der Zeichen, Bilder und Rätsel. Da sollte auch die Überwindung für einen Kinobesuch nicht allzu groß sein.
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Dirk Lüneberg ist Kritiker für Stadtmagazin [030], film.de, uncle sally*s, Mitteldeutsche Zeitung.
Dirk Lüneberg schreibt als Kritiker für Stadtmagazin [030], film.de, uncle sally*s, Mitteldeutsche Zeitung.





Im Kino jenseits von Fatansy Filmfesten oder ähnlichen Fan-Veranstaltungen hat dieses Mittelalter-Epos eigentlich nicht viel verloren, als reine DVD-Veröffentlichung hätte das Ganze mehr Sinn gemacht. Wir tauchen hier ab in die Mitte des 14. Jahrhundert, in dem in ganz Europa die Bevölkerung durch eine Pestepedemie merklich verringert wurde. Die für viele rätselhafte Seuche treibt viele Menschen in den Aberglauben und lässt die katholische Kirche merklich an Zuspruch und Einfluss verlieren. Dies gilt es zu verhindern und so möchte die Kirche gerne ein Exempel statuieren und ihre Deutungshoheit über die Pest als Strafe Gottes wiederherstellen.