DonChris

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DonChris aus Dresden heißt Chris , ist 29 Jahre alt. Er hat sich auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 2462 Filme bewertet und legendäre 341 Kommentare geschrieben. Er ist Filmsammler, Kameramann, Grader, Motion Grapher, Cutter und einfach Filmfan durch und durch. Einen fest fixierten Filmgeschmack hat er nicht, eher ist er offen für jegliche Art von Film. Nicht das Buget bestimmt die Wirkung, sondern das was man daraus macht. Er bittet Freundschaftsanfragen durch einen kleinen Text ins GB oder per PN zu begleiten, da er von "blinden" Anfragen nichts hält. Dabei ist es ihm absolut nicht wichtig, dass sich der Filmgeschmack ähnelt, so lange die Diskussion ein gewisses Niveau hat, findet er kontroverse Standpunkte sogar sehr reizvoll. Des Weiteren findet er es wenig sinnvoll einen Film durch einen Einzeiler zu kommentieren, sowas macht man bitte auf Twitter oder facebook und es ist doch gerade interessant, wodurch denn die Meinung zum Film gereift ist. Zu guter Letzt findet er es höchst gewöhnungsbedürftig über sich in der dritten Person zu schreiben ;) Mehr


Inside Llewyn Davis
Inside Llewyn Davis und 5 weitere ...

DonChris 7.0 "Sehenswert"

Paulette
Paulette

DonChris 6.0 "Ganz gut"

Runaway Girl
Runaway Girl

DonChris 5.0 "Geht so"

NWR - Die Nicolas Winding Refn Doku
NWR - Die Nicolas Winding Refn Doku

DonChris vorgemerkt

Papillon
Papillon

DonChris 7.5 "Sehenswert"

Tatort: Der Hammer
Tatort: Der Hammer und 1 weitere ...

DonChris 5.5 "Geht so"

Muse - Live At Rome Olympic Stadium
Muse - Live At Rome Olympic Stadium

DonChris 10.0 "Herausragend"

Die Simpsons - Staffel 1
Die Simpsons - Staffel 1 und 38 weitere ...

DonChris 10.0 "Herausragend"

Der Liebhaber
Der Liebhaber und 2 weitere ...

DonChris 6.5 "Ganz gut"

Der groߟe Gatsby
Der groߟe Gatsby

DonChris 6.0 "Ganz gut"

Das war er nun also "Der groߟe Gatsby". Ich bin ehrlich, da hatte ich insgesamt mehr erwartet. Aus meiner Sicht wäre hier weniger mehr gewesen. Der Film krankt schon sehr an einer übertriebenen Effekteflut, die für solch einen Film eigentlich nicht notwendig gewesen wäre.

Doch das Übel begann für mich schon am Anfang, sofort ist man in einer Inszenierung, deren Bilder übertrieben künstlicher kaum sein konnten. Ich konnte förmlich noch sehen welche Teile des Bildes durch nicht existente Elemente ersetzt wurden, um dann eine Art Bildercollage zu Bilden. Das ganze wurde dermaßen übertrieben, dass ich daran nicht wirklich was positives finden kann. Wenn überhaupt, überzeugen die Bilder durch ihr gutes Grading, keine Farbe ist realistisch oder willkürlich, man hat die Farben klar definiert und lässt sie immer wieder in verschiedenen Materialien wiederkehren. In dem Fall liegt die Betonung ganz klar auf den Farben Gelb, Rot, Grün, der Schwarzanteil hingegen wurde abgeschwächt und einen Tick ins Blaue verschoben, handwerklich super, nur leider hat das in Verbindung mit den zusammengestellten Bildern die Steigerung des künstlichen Bildeindrucks zu Folge...Wenn man es positiv sehen will unterstützt dies zumindest den fabelhaften Charakter der Geschichte.

Ziemlich ansträngend empfand ich die Anfangsphase des Films, da sie sehr hektisch geschnitten wurde. Hinzu kommt, dass die hohe Schnittfrequenz auch noch begleitet wird von einer unkreativen Wiederholung aus immer wieder den selben Kamerafahrten, Zoomfahrten und Einstellungen. Sogar das Timing war immer wieder gleich, einzig die Kulisse änderte sich hier und da. Aus Hollywood erwarte ich da mehr...
Das ganze beruhigt sich erst mit dem herbeiersehnten Treffen von Gatsby und Daisy, was also auch auf ein Stilmittel hindeuten würde - Frei nach dem Motto, die Welt ist für Gatsby unruhig, so lange Daisy nicht da ist. Allerdings, nervig war es so oder so, Stilmittel hin oder her ;).

Die Geschichte wird zwar getragen von der guten Darstellerleistung und eben dem fabelhaften Charakter, weswegen ich es nicht als verlorene Zeit ansehe, mir den Film mal angesehen zu haben, doch am Ende konnte mich selbst die Geschichte um eine fabelhafte Romanze nicht wirklich packen.

Ich gebe dem Film immerhin noch 6 Punkte, hatte aber deutlich mehr erwartet.

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craax

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_vanilla "...gehörte in den Zwanzigern einfach dazu..." da würd ich ganz dringend einfach mal ein paar Geschichtsbücher zu Rate ziehen

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um die verzweifelt schlagenden Saltos der Lebenslust nach der Implosion des Ersten Weltkriegs und mitten im aufsteigenden Grauen des nächsten durch den Faschismus diese fixe Idee zu fixieren, vor allem: zu differenzieren.
Denn was vor allem schiefläuft bei Gatsby: ist das Existieren in einem Wahn, konfrontiert mit einer ganz anderen Wirklichkeit, die schlichtweg ignoriert wird. Und schlimmer als ignoriert wird: ignoriert werden WILL,- heute wie damals, entschlossen und entschieden. Wer sich für Gatsby entscheidet, entschließt sich dazu, sein Leben hinter einer rosarot getünchten,- getauchten,- triefenden Brille blind zu verbringen, und alles, was er noch sieht, ist rosa Triefen.
Und das: ist : was die Welt auf den Hund bringt (im Grunde der erwähnte Wille dazu).
mit nichts Passenderem könnte ich den Satz zusammenbringen: "die Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft" - gewollte, erwünschte, entbehrte und ersehnte Illusion - zumeist weil sie verzweifelt glaubt, daß mit dieser Illusion zugleich alles "Schöne" aus dieser Welt verschwindet.

Was mit Gatsby auis der Welt verschwände, wäre nicht das Schöne - sondern das "Schöne", damit das Schöne endlich wieder Platz findet.
Nicht das Häßliche verdrängt das Schöne (denn das Häßliche mag niemand) - das Schöne, das kostet, wird deswegen zur Seite geschoben, weil das "Schöne" schreit: "mich gibt's umsonst!! wer hat noch nicht? wer will NOCHMAL?! ganz billig - umsonst - - !! wer will MIIICH?? "

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"In dem Fall liegt die Betonung ganz klar auf den Farben Gelb, Rot, Grün, der Schwarzanteil hingegen wurde abgeschwächt und einen Tick ins Blaue verschoben" danke Chris, für das Argument


The Freewheelin Fonda

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Schöner Kommentar! Meine Kritikpunkte liegen zwar woanders aber kam bei mir auch auf eine 6 hinaus ;)


Montags in der Sonne - Los Lunes al sol
Montags in der Sonne - Los Lunes al sol

DonChris 7.5 "Sehenswert"

Ich mag ja den spanischen Film, weil sie selbst unspektakuläre Geschichten auf einem Niveau produzieren, welchem wir in Deutschland oft nur hinterherhinken. Un dabei ist das Geld nun mal kein Argument, denn teurer als die bei uns produzierten Fernsehfilmen sind die auch nicht. Sie schauspielern einfach um Längen besser und das Handwerk macht auch oft einen besseren Eindruck. Naja, lassen wir das, ich will nicht auch noch zum ohnehin schlechten Ruf des deutschen Films beitragen. Auch wenn es in den Meisten Fällen ja stimmt ;).

Wir befinden uns also in Spanien, genau gesagt in der Hafenstadt Vigo. Dort befindet sich die einst so florierende Schiffsindustrie auf einem brüchigen und absteigendem Ast. In Folge dessen kommt es zum sozialen Fall vieler ehemaliger Mitarbeiter und deren Familien, genau diese Problematik rückt der Film in den Mittelpunkt.

Ein Leben lang geht man einer Arbeit nach, Freundeskreis, die Familie, das ganze Leben eben kreist um die Arbeit, doch eines Tages steht man vor dem Aus. Und was nun? Perspektivlosigkeit macht sich breit. Genau betrachtet wird diese Situation an Hand von 5 Freunden, denen genau dies geschieht. Jeder geht dabei anders mit dieser schwierigen und deprimierenden Situation um und alle versuchen irgendwie wieder Herr der Lage zu werden und sich selbst und seinen Stolz auf dieser Reise nicht zu verlieren.

Natürlich ist die Thematik in Anlehnung an die reale Krise der Schiffsindustrie in Spanien entstanden. Mit viel Herzblut wird der kahle, trostlose Alltag erzählt, dieser ist für den Betrachter allgegenwärtig. Der Film überzeugt vor allem durch seine gute Besetzung. Gerade die innerliche Kämpfe (sich immer wieder nach Rückschlägen neu zu motivieren zum Beispiel) wird wunderbar in die Persönlichkeitsentwicklung unserer Hauptcharaktere eingebunden. Dazu bietet der Film eine Kulisse und Dialoge, die die Atmosphäre abermals unterstützen.

Ein unaufgeregter, aber sehr überzeugender Film.

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Rum Diary
Rum Diary

DonChris 6.5 "Ganz gut"

Hunter S. Thompson war so etwas wie Amerikas krassester Journalismus des 20. Jahrhundert. Einer der eine Reportage über die Hell’s Angels machte und ständig gegen das Establishment und deren falschen Machenschaften schrieb. Dazu war er quasi ein Rebell, der sein Ding durchzog, von Hierarchien nichts hielt, trank, kiffte und dazu sonstwas für psychodelische Drogen nahm. „Rum Diary“ war eine Art Schilderung seiner Erlebnisse auf Puerto Rico, wo er zu Anfang seiner Karriere arbeitete.
Paul Kemp, gespielt von Johnny Depp, ist dabei ein erfolgloser Journalist und Alkoholiker, der bei einer Lokalzeitung anheuert. Er kommt dabei in einen heruntergekommenen Laden, in dem sich eine Schnapsdrossel an die andere reiht. Qualitativer Journalismus wird hier kleingeschrieben. Richard Jenkins spielt hierbei einen Klischee getränkten Chefredakteur, der auf der einen Seite sein Personal nicht mehr im Griff hat und auf der anderen Seite den Anzeigenkunden schön das Klopapier vorm benutzen bügelt.

In diesem Milieu lernt Kemp den ebenfalls trinkfreudigen Kollegen Sala kennen, bei dem er dann auch unterkommt (muss). Die beiden freunden sich jedenfalls recht schnell an. Irgendwann macht Kemp dann Bekanntschaft mit Schönling, Schnösel und Unternehmer Sanderson, der mittels allerlei krummer Geschäfte zu seinem Reichtum kam und auch schon das nächste krumme Immobiliending plant. Leider wird dieser Part gewohnt schwach und einfarbig verkörpert durch Aaron Eckhart. Mit Amber Heard als schöne junge Gespielin unseres reichen Unternehmers, hat der Film dann auch noch etwas fürs Auge, einen anderen Sinn sehe ich leider nicht in ihrer Rolle. Jedenfalls möchte Sanderson unseren ausgebrannten Kemp gern ins Boot holen, damit er PR-technisch sein Immobilien-Coup unterstützt, worauf dieser sich zwar (offiziell) einlässt, allerdings mehr mit dem Gedanken Informationen zu sammeln.

Insgesamt ist „Rum Diary“ ganz okay - mehr aber eben leider nicht, da neben der (meist) ordentlichen Darstellerleistung und der sympathisch abgeranzten Kulisse viele Charaktere und Handlungsabläufe irgendwie unausgereift wirken. Über lange strecken wirkt der Film wie ein ruderloses Boot, dass mal nach hier und mal nach dort drivtet, ohne wirklich anzukommen. Man wartet förmlich darauf, dass sich einem der Rote Faden des Films erschließt, nur eben leider vergeblich.

Dennoch - „Rum Diary“ ist eine nette Hommage an Hunter S. Thompson und bietet hier und da die Gelegenheit den Film trotz seiner Mängel sympathisch zu finden, was ja nun auch nicht jeder schafft.

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Sven - Friedrich Wiese

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@Jacker: Die Frage ist mehr als berechtigt. Na ja, viele ältere Schauspieler schätzen ihr Spielalter wesentlich jünger ein. Tom Cruise ist auch so ein Fall. Aber so eklatant wie in diesem Fall habe ich das auch noch nicht erlebt.
@DonChris: Schöner Kommi!


DonChris

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Der Hintergrund wohl wirklich die persönliche Verbundenheit der beiden, so dass es für Depp dann wohl ein inneres Bedürfnis war den Charakter zu spielen. Doch für Anfang geht Depp in dem Film nie durch ;)


Jeff, der noch zuhause lebt
Jeff, der noch zuhause lebt

DonChris 7.5 "Sehenswert"

Jeff ist 30, kifft, träumt in den Tag hinein und lebt noch zu Hause bei Mutter`n - Also nicht gerade der lebende amerikanische Traum ;). Dazu ist er davon überzeugt, eine Bestimmung zu haben welche ihm sein Schicksal durch ein Zeichen offenbaren wird. Angetrieben von seinem Lieblingsfilm "Signs", lässt er sich von diesem Gedanken auch in keinster Weise abbringen.

Sein Bruder Pat sieht im Lebensstil und dem aus seiner Sicht durchgedrehten Geschwafel seines Bruders nichts anderes als das verwirrte Gerede eines Kiffers - Dabei ist er selbst recht nah dran an der Rolle des Blindgängers, denn obwohl seine Frau mit dem Holzhammer auf Probleme hinweist, scheint er sie nicht zu erkennen. Dazu noch eine Mutter die das Wort "Midlife Crisis" nicht nur aus Filmen kennt - Und herzlich willkommen im Film!

Kurzum, es werden ganz im Stile eines Indi-Streifes und mit artiger Anlehnung an das Film-Noir-Genre, mächtig verkorkste, gescheiterte Charaktere gezeichnet. Der Stil der dabei angewandt wird ist unruhig und nahezu wackelig, da die Duplass Brothers in dem Film sehr auf kantige Zoom-Sprünge zu stehen scheinen. Mich hat das nicht sonderlich gestört, aber wie sagt man so schön: "Ein mal ist Zufall. Zwei mal ist gewollt. Und drei mal ist übertrieben". Ich kann schon verstehen, dass viele diese Kameraarbeit mit der Zeit nervig und ungewohnt fanden.

Im Mittelteil des Films läuft Jeff seinem Schicksal nach, Pat`s Leben dreht sich um, und die Mutter erfährt so eine Art Hoffnung auf den zweiten Frühling. Ich mag allerdings, dass der Film eben diese Themen eher unterschwellig vermittelt.
Am Ende kommt dann - wie soll es auch anders sein - etwas Schwung die Handlungsabläufe. Ich will nicht zu viel verraten, da der ein oder andere den Film noch nicht gesehen haben wird, aber ich finde das Ende tatsächlich nett, auch wenn es ganz brutal am Rande der "Alles wendet sich zum Guten"-Ideologie, die ja in amerikanischen Filmen so beliebt ist, kratzt.
Insgesamt ist diese Tragikkomödie durchaus sehenswert, da die Geschichte und deren Umsetzung erfrischend unkonventionell ist und die Darsteller allesamt überzeugen.

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How I Met Your Mother - Staffel 9
How I Met Your Mother - Staffel 9

DonChris 4.0 "Uninteressant"

Deception - Tödliche Versuchung
Deception - Tödliche Versuchung

DonChris 4.5 "Uninteressant"

Dillinger und Capone
Dillinger und Capone und 1 weitere ...

DonChris 4.0 "Uninteressant"

La Grande Bellezza - Die große Schönheit
La Grande Bellezza - Die große Schönheit

DonChris vorgemerkt

Das Hausmädchen
Das Hausmädchen

DonChris vorgemerkt

Matrix
Matrix

DonChris 10.0 "Lieblingsfilm"

Ich weiß gar nicht wie oft ich in meinem Leben schon im Kino war, als Filmfan kommen da schon einige male zusammen – ich denke die meisten unter euch können das nachvollziehen ;). Doch wenn ich bis hier her zurückblicke und mir überlege welcher Film es war, der mich im Kino am meisten gefesselt hat, dann wohl MATRIX.
Das Gesehene hatte mich damals so beeindruckt, dass ich noch während des gesamten Abspanns gebannt auf die Leinwand sah und auch noch über den Tag hinaus ganz geflasht war.
Bevor ich in den Film ging wusste ich zum Glück nichts über MATRIX und das ist aufgerundet ;), ich ging also vollkommen unbefleckt ins Kino. Sicherlich spielte auch eine Rolle, dass MATRIX einer der ersten WIRKLICHEN Filme war, die ich mir im Kino ansah, doch MATRIX war schon ein Kaliber, dass in der Gesamtheit einfach mehr ist, als nur ein gewöhnlicher Film.

Schon die Optik, bei der alles einen grünen Stich bekommt, ganz so wie die ersten Computermonitore, die gewaltigen Actionszenen, die in der Form so vorher noch nie mit der Kamera eingefangen wurden und an denen bis heute kein anderer Actionfilm vorbeikommt, und eben die besonders andersartige Idee zur Matrix – eine vergleichbare Geschichte kannte ich zumindest bis dato nicht.

Doch der Kult um MATRIX geht für mich tiefer, denn noch heute verbinde ich mit diesem Film so verdammt viel positives und je mehr ich mich mit ihm befasse, desto mehr fällt die Detailverliebtheit der Wachowski-Brüder ins Auge. MATRIX nun mal nicht nur ein schnöder Action- oder Science Fiction-Streifen mit Kampf-Choreografie, er ist obendrein durchsetzt mit Verweisen auf andere Filmwerke, auf Werke der Literatur, auf die griechische Mythologie und er ist obendrein von der handwerklichen Umsetzung und Erzählstruktur einfach super durchdacht.

Schon die Namen sind bedeutungsschwanger ausgewählt, so ist Mortheus in der griechischen Antike der Gott der Träume, Neo die griechische Vorsilbe zu "Neu"und Trinity ist von der Bedeutung wohl der Dreifaltigkeit zuzuordnen. Nun ja, das Namens-Spielchen zieht sich durch den ganzen Film, quasi jeder Name wurde bewusst gewählt - Natürlich auch der Titel selbst. Der Begriff MATRIX stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Gebärmutter. Er ist aber ebenso in der Mathematik (Matritzen), sowie in der Informatik (Computersimulation) zu finden und alles macht im Zusammenhang mit dem Film irgendwie Sinn.

Zusätzlich enthält der Film einige Szenen, wie die Computer-Monitor Botschaft „follow the white rabbit“ oder die Szene mit der Wahl der Pillen, die Anspielungen auf andere Werke sind (in dem Fall auf Alice im Wunderland). Eine weitere nette Anspielung ist die Zimmernummer von Neo (101) und der Name "Agent Smith", denn in Georges Orwells „1984“ heißt einer der Hauptcharaktere Winston Smith, dieser wird in Zimmer 101 wieder bekehrt, damit er sich dem System zukünftig fügt, nachdem er sich davon losgesagt hatte.

Doch neben solchen versteckten Details, wissen die Wachowski-Brothers einfach auch genau was sie machen. Sie konfrontieren uns zuallererst mit einer Welt die uns zunächst vertraut vorkommt, kurz drauf bestücken sie diese Welt aber mit Dingen, die uns fremd sind und dadurch irritieren - Ein Unbekannter kommuniziert mit Neo und kann Geschehnisse voraussagen die wenige Sekunden später eintreten, dies wirkt unserem Weltbild entgegen. Etwas vertrautes verwirrt uns also plötzlich und genau dies verbindet uns in diesem Moment mit Neo. Ebenso wie der Antrieb zur Suche nach Antworten, nach Orientierung. Nachdem uns die Wachowski-Brothers unser bekanntes Weltbild genommen haben, kreieren sie ihr eigenes, die MATRIX. Sozusagen Desillusion und Neuprogrammierung.

Ich glaube man kann über MATRIX ganze Bücher verfassen, am Ende will ich ja nur sagen: MATRIX ist zu Recht Kult ;).

bedenklich? 24 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 19 Antworten

mikkean

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Tolle Würdigung. Ich glaub, ich gönne mir mal bald mal einen Marathon. Beim ersten Mal war es wirklich abgefahren und ziemlich genial.


craax

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dem Film würdig :)


Absentia
Absentia und 1 weitere ...

DonChris 6.5 "Ganz gut"

Gästebuch

kobbi88

Tach Chris,

Ich wünsche dir frohe Ostern :)
Viel Spaß beim Eier-Suchen

Grüßle :D

craax

danke lieber Chris wieder einmal für das wahrhafte Ausruhen und Erholung auf deiner Seite

unaufgeregt, substanziell, argumentativ - schön

Uli Kunkel

Vor "Seelen" braucht man mich wohl kaum zu schützen, da ich tunlichst einen großen respektvollen Bogen um alles mache, über dem der Name Stephenie Meyer prangt.
Von der ersten "Twilight"-Verfilmung mal abgesehen, zu der ein analytischer und launiger Audio-Kommentar den erforderlichen Mehrwert lieferte. Selbiges galt ebenso für "Expendables 2", "Hunger Games" oder "Transformers 2". In kompetenter Auseinandersetzung kann man auch schrottigen Machwerken lehrreiches, einsichtsvolles und unterhaltsames abgewinnen.
Danke aber für die Warnung. So viel wie ich, von Bobs einzig positiver Stimme mal abgesehen, über "Seelen" bislang hörte, dürfte selbst der intelligenteste und witzigste Begleitkommentar das Ding wohl kaum mehr ansehbar gestalten können. =)

TFX

Sind so Filme, die schon ewig auf meiner Liste stehen, genau wie American Gangster :D
Lust auf anspruchsvolle Filme habe ich eigentlich immer.

Uli Kunkel

Danke für's "gefällt mir", mein Freund.
Erlaube mir eine kleine Nachreichung zu tätigen (ich sollte so früh am Morgen wirklich keine Texte verfassen, und seien sie auch noch so kurz).
>>>
"Warm Bodies" ist ein flott inszeniertes, clever durchdachtes und sehr unterhaltsames Lehrstück über die transformative Kraft der Liebe.

beast667

Wird gerne angenommen. ;-)

Drax

Aufgrund deiner tollen Kommentare und nicht zu verachtenden 89%, lass ich mal ne Anfrage da :)

Roach

Ist mir schon aufgefallen, deinen Kommentar dazu habe ich gestern auch noch gelesen! :)

Die 9 ist eher vorläufig - ich glaube, da ist noch Luft nach oben für weitere Sichtungen! ;)

War schon sehr gespannt, weil Mann und Pacino sich immerhin für meinen Lieblings-Thriller verantwortlich zeichnen, und Russell Crowe kann eh nie schaden. Der Film war dann aber noch packender, als ich erwartet hatte. ^^

Zimtmond

Hey,
danke sehr. Über deine Kritiken bin ich auch schon öfters gestoßen und somit auch auf deinem Profil. Aber irgendwie hab ich es immer vergessen mal ne kleine Anfrage dazulassen ;)
Man liest sich auf dem Dashboard.
Grüße, Zimtmond

BlackLevel

Beim lesen einiger Kommentare zu Zodiac, bin ich über dein Profil gestolpert.
Neben deinem Profilbild - Der Dude !!, sind es deinen Kommentare die sich auf dem ersten Blick sehr gut lesen. Würde mich über eine Annahme meiner Anfrage freuen.

Gruß


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