E. Knörer — Als Freund hinzufügen
E. Knörer aus Berlin heißt Ekkehard Knörer, ist 39 Jahre alt. Er hat sich 2008/11/21 12:56:11 auf moviepilot angemeldet und hat schon 102 Filme bewertet und legendäre 101 Kommentare geschrieben. Habe Englisch, Deutsch, Philosophie und Kulturwissenschaften studiert. Promotion zu "Witz und Ingenium in Rhetorik und Poetik des 17. und 18. Jahrhunderts", danach Postdoktorand am Graduiertenkolleg "Figur des Dritten" in Konstanz; ist Kulturwissenschaftler, Film- und DVD-Kritiker. Mehr
| Name | Ekkehard Knörer |
|---|---|
| Alter | 39 |
| Stadt | Berlin |
| Geschlecht | männlich |
| Schreibt sonst für | taz, perlentaucher, cargo-film |
| Über mich | Habe Englisch, Deutsch, Philosophie und Kulturwissenschaften studiert. Promotion zu "Witz und Ingenium in Rhetorik und Poetik des 17. und 18. Jahrhunderts", danach Postdoktorand am Graduiertenkolleg "Figur des Dritten" in Konstanz; ist Kulturwissenschaftler, Film- und DVD-Kritiker. |
Howl
E. Knörer 3.0 "Schwach" 2010/02/18 12:59:59
. Quellenfetischismus, Geschichtsdummheit. In jeder Sekunde des Vorspanns der TV-Serie Mad Men steckt mehr Intelligenz und Stilgefühl als in diesen Sequenzen. [...] Wo Mad Men zum überzeugenden Zeitbild wird durch wunderbar tarierte Unterdeutlichkeit, da schreit Howl heraus, was eh keinen interessiert. Wär’s nicht so traurig, müsste man lachen, dass der ganze dumme Literatur-muss-erlebt-sein-Quatsch, auf dem der Film reitet, justament dieser Tage in Feuilletons Urstände feiert.
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She, A Chinese
E. Knörer 7.5 "Sehenswert" 2010/02/04 13:19:07
Vergewaltigung, Triadengangsterei, Scheinehe, dann sogar noch Begegnung mit einem Proto-Islamisten. Ein wenig wird hier auch ein Themenkatalog abgehakt. Dass der Film daran nicht schweren Schaden nimmt, liegt aber genau daran, dass es ihm auf das … — Mehr
Vergewaltigung, Triadengangsterei, Scheinehe, dann sogar noch Begegnung mit einem Proto-Islamisten. Ein wenig wird hier auch ein Themenkatalog abgehakt. Dass der Film daran nicht schweren Schaden nimmt, liegt aber genau daran, dass es ihm auf das Gleiten der Figur viel eher ankommt als auf die Milieus, in die sie gerät, durch die sie fließt. [...]
Über einzelne Dinge hat "She, a Chinese" - generisch ist schon der Titel - nichts Besonderes zu erzählen. Nur so aber gelingt dieses Experiment: Gerade in der Sprunghaftigkeit seines Erzählens, in der psychologischen Neutralisierung der Hauptfigur und im Generischen, das ihr widerfährt, gewinnt der Film seine Richtigkeit.
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Up in the Air
E. Knörer 5.0 "Geht so" 2010/02/04 13:13:01
Allerdings ist Jason Reitman, das hat man schon bei "Juno" gesehen, ein konservativer Regisseur, wenngleich ganz flott stets auf der Höhe der Zeit. [...] Zwei törichte Geschichten erzählt dann, von hier aus, der Romanvorlage Walter Ki… — Mehr
Allerdings ist Jason Reitman, das hat man schon bei "Juno" gesehen, ein konservativer Regisseur, wenngleich ganz flott stets auf der Höhe der Zeit. [...] Zwei törichte Geschichten erzählt dann, von hier aus, der Romanvorlage Walter Kirns hinzugefügt, "Up in the Air". Töricht sind sie, weil sie den Blick auf jede tatsächliche Analyse verstellen und bei sehr simplen Weisheiten - allerdings punktgenau - landen. Die lauten, zum einen: Wahres Glück ist erstens nie sonderlich groß und findet sich zweitens dann einzig im Schoß der Familie. [...] Wirklich spannend ist "Up in the Air", ein in eigentlich jeder Hinsicht mediokrer Film, nur als Symptom. Soll heißen: Die Leute lieben ganz offensichtlich haargenau das Mediokre daran. [...] Er verkörpert eines nämlich in Vollendung: einen jede Konsequenz scheuenden Kuschelkonservatismus; rasch in die Knie gehende Gesellschaftskritik. Er tut zeitdiagnostisch, verkriecht sich in Wahrheit aber einfach unter der Decke. Analyse muss kalt sein, aber der Weg von "Up in the Air" geht nach innen, dahin, wo es so angenehm nestwarm mieft.
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Das Kabinett des Dr. Parnassus
E. Knörer 4.5 "Uninteressant" 2010/01/07 18:03:17
Ein großer Aufwand zergeht in dieser Konstruktion in nichts, ohne Witz. Mit vielen Worten hat "Das Kabinett des Dr. Parnassus" wenig zu sagen. Heterogen ist das Material, das Gilliam zusammenbringt, aber die Heterogenität hat keine Methode, sondern ist nur Ausweis eines fehlenden Bands, das die auseinanderfallenden Einzelteile zu einem sinnvollen Ganzen vereinte.
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Gamer
E. Knörer 6.5 "Ganz gut" 2010/01/07 17:52:19
"Gamer" tut videospielkritisch. Niemand nimmt dem Film und seinen Machern, dem Regie- und Autorenteam Mark Neveldine und Brian Taylor das ab; was keine Kritik sein soll, denn das Manöver ist für jeden durchschaubar. [...] Die Lust, die… — Mehr
"Gamer" tut videospielkritisch. Niemand nimmt dem Film und seinen Machern, dem Regie- und Autorenteam Mark Neveldine und Brian Taylor das ab; was keine Kritik sein soll, denn das Manöver ist für jeden durchschaubar. [...] Die Lust, die sie am Metzeln haben, spritzt blutrot aus jedem ihrer hochbeschleunigten Bilder. Ebenso wie der Spaß, den sie am Spritzen haben, an der Hochbeschleunigung, am Druck des schnellen Drehs, an der jeden Übergang, jede Pause wegpustenden Montage, dem unverbundenen Ineinander von Bildtypen, der umstandslosen Wiederverwendung von Genreversatzstücken. Das Kino ist ihnen ein optisch-akustisches Maschinengewehr.
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Das Vaterspiel
E. Knörer 7.0 "Sehenswert" 2009/12/10 11:43:59
Überhaupt ist es gerade dieser Eindruck des zeitweiligen Kontrollverlusts, der den versammelten Trivialitäten das Haarsträubende nimmt. Beziehungsweise wird das Haarsträubende als genuin interessantes Verstörungsmoment so erst produktiv. Zuer… — Mehr
Überhaupt ist es gerade dieser Eindruck des zeitweiligen Kontrollverlusts, der den versammelten Trivialitäten das Haarsträubende nimmt. Beziehungsweise wird das Haarsträubende als genuin interessantes Verstörungsmoment so erst produktiv. Zuerst und zuletzt macht den Film aber eins zu einer wirklich aufregenden Sache: die Musik der Komponistin Olga Neuwirth und die Art, wie Glawogger sie offensiv einsetzt. [...] Sie ist nicht der einzige, aber doch der wichtigste Grund dafür, dass dieser Film, der fast ausschließlich aus Klischees zusammengebaut scheint, unberechenbar bleibt.
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Whatever Works - Liebe sich wer kann
E. Knörer 3.5 "Schwach" 2009/12/03 16:45:22
Und so wird man insgesamt auf den Quatschcharakter des Ganzen allzu aufmerksam: Südstaatler werden zu sexueller Freiheit bekehrt, nicht weil irgendeine Plausibilität, sondern nur, weil der Autor auf seiner Jagd nach Pointen es will. Dass man per… — Mehr
Und so wird man insgesamt auf den Quatschcharakter des Ganzen allzu aufmerksam: Südstaatler werden zu sexueller Freiheit bekehrt, nicht weil irgendeine Plausibilität, sondern nur, weil der Autor auf seiner Jagd nach Pointen es will. Dass man per Direktansprache genötigt wird, dem dank Larry David wirklich wenig ausstehlichen Boris Yellnikof sich nahe zu fühlen, bringt die Sympathieökonomie der Geschichte vollends durcheinander. Und so bleibt, was von einem Allenfilm eben im schlechteren Fall bleibt: eine Kulisse, die sich als Wirklichkeitsdarstellung verkennt; der xte Aufguss einer Pseudointellektuellentragikomödie; mithin: ein mauer Verhau, in den diesmal der begnadete Nicht-Schauspieler Larry David ganz besonders nicht passt.
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Tulpan
E. Knörer 7.0 "Sehenswert" 2009/12/03 16:39:40
Eigentümlich ist die Art und Weise, in der Regisseur Sergej Dvortsevoy nicht nur seine Figuren, sondern auch uns, die wir ihnen zusehen, in die Steppe versetzt. "Tulpan" ist Dvortsevoys Spielfilmdebüt, zuvor aber hat er, ein geduldiger… — Mehr
Eigentümlich ist die Art und Weise, in der Regisseur Sergej Dvortsevoy nicht nur seine Figuren, sondern auch uns, die wir ihnen zusehen, in die Steppe versetzt. "Tulpan" ist Dvortsevoys Spielfilmdebüt, zuvor aber hat er, ein geduldiger Mann, Dokumentarfilme in der Steppe gedreht. [...] Das eigentlich Aufregende an "Tulpan" aber ist, weil man das als Filmästhetik der Steppe niemals erwarten würde, die Kameraarbeit. Großartigerweise erweckt diese Kamera, die sehr genau zu wissen scheint, was sie tut, niemals den Eindruck einer bloßen herumwackelnden Dokumentarfilmsimulation. Mit großer Präzision schneidet sie unruhige Stücke aus dieser Welt in der Steppe.
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Ganz nah bei Dir
E. Knörer 3.5 "Schwach" 2009/11/12 12:47:49
"Ganz nah bei dir" könnte man getrost ignorieren, wäre er nicht Teil eines Syndroms. Von deutschen Filmen nämlich, die nichts wissen wollen über irgendeine Realität. Die aus dem Drehbuchchemiebaukasten zusammengerührt sind und dann… — Mehr
"Ganz nah bei dir" könnte man getrost ignorieren, wäre er nicht Teil eines Syndroms. Von deutschen Filmen nämlich, die nichts wissen wollen über irgendeine Realität. Die aus dem Drehbuchchemiebaukasten zusammengerührt sind und dann, notdürftig zu einer halbwegs funktionierenden Geschichte ausgehärtet, an einem beliebigen Ort abgeworfen werden. Man vermisst den leisesten Impuls, der darauf zielte, sich mit irgendetwas an gesellschaftlicher Wirklichkeit im Ernst zu befassen.
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Envy You 2009/11/20 09:44:07
Mir scheint, E. Knörer saß im falschen Film... Muss jedes Kinowerk die Zuschauer bierernst mit der Nase in die Konflikte stoßen, um "gesellschaftlich wirklich" zu sein? Den Drehbuchchemiebaukasten möchte ich sehen, mit dem die Zutaten nach Formel zusammengemixt werden können, um einen so eigensinnigen und in sich stimmigen Film zu mischen oder legieren. Mit einem Lakmuspapier und einem Thermometer kann man kaum Stimmung oder Herzenswärme messen.
Ich könnte mir den Kritiker fast vorstellen, angesäuert sitzend in einem kühl gestalteten Apartment, mit nur einer Schildkröte als Gesellschaft...
Polakkenkarl 2010/02/19 14:45:13
Zu dem finde ich es für einen "Kritiker" ziemlich abgedroschen und flach, "deutsche Filme" durch die Bank weg als schlecht und von der Stange zu bezeichnen...ich glaub mal nicht dass E.Knörer erstens alle deutschen Filme schon kennt und man diese zweitens alle über einen Kamm scheren und als oberflächlich bezeichnen kann!
Die Fast Vergessene Welt
E. Knörer 7.0 "Sehenswert" 2009/10/15 12:02:54
Wenn der verschluckte Held vom Dinosaurier ausgeschissen wird und damit dessen Verstopfung kuriert und so des Dinosauriers ewiger Dankbarkeit sicher ist: dann muss es eine Will-Ferrell-Komödie sein. Da gehen die Komik und die Liebe durch den Darm. Die heitere Verwirrung, mit der man als Betrachter durch den unbedingt liebenswerten "Die fast vergessene Welt" taumelt, ist eine Genre-Verwirrung.
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Gästebuch
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Ekkehard Knörer ist Kritiker für taz, perlentaucher, cargo-film.
Ekkehard Knörer schreibt als Kritiker für taz, perlentaucher, cargo-film.











Der Film ist eine Zumutung, was noch kein Werturteil ist. Aber er ist mächtig stolz darauf, eine Zumutung zu sein, darauf, seine Figuren und seine Zuschauer so richtig tief in die Scheiße tunken zu können. Und dieser Stolz ist zum Kotzen. Dieser Stolz, und mehr noch die Tatsache, dass er dem Film aus jeder Pore entströmt, machen diese Geschichte zweier Brüder, denen "das Leben" (in Wahrheit natürlich das Drehbuch) nichts erspart, zum Miserabilismusporno erster Kajüte.
Link zu vollständiger Kritik (externer Link)