ElMagico
ElMagico aus Hof ist 39 Jahre alt. Er hat sich Thu, 01 Apr 2010 16:43:29 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1493 Filme bewertet und legendäre 590 Kommentare geschrieben. Mag den emotionellen Aspekt an Filmen, nicht den technischen. Blu-Ray ist nicht Punk! Mein Bier trink ich bei Punk, Hardcore und 60s/70s Soul. Naja, soviel trink davon grad aber auch gar nicht. Lieber verschwende ich mein Restleben auf Konzerten oder verkrümel mich mit guten Büchern. Na obwohl, manchmal trink ich schon recht gern paar Bier. Mehr
| Alter | 39 |
|---|---|
| Stadt | Hof |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | Totoro |
| Meine Lieblingsschauspieler: | Morgan Freeman, Amanda Plummer, Johnny Depp, Toshiro Mifune, Takeshi Kitano, Winona Ryder |
| Meine Lieblingsregisseure: | Akira Kurosawa, Roman Polanski, Tim Burton, Stanley Kubrick, George A. Romero, David Lean, David Lynch |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | Does our ruin benefit the earth, aid the grass to grow and the sun to shine? Is this darkness in you, too? Have you passed through this night? |
| Über mich | Mag den emotionellen Aspekt an Filmen, nicht den technischen. Blu-Ray ist nicht Punk! Mein Bier trink ich bei Punk, Hardcore und 60s/70s Soul. Naja, soviel trink davon grad aber auch gar nicht. Lieber verschwende ich mein Restleben auf Konzerten oder verkrümel mich mit guten Büchern. Na obwohl, manchmal trink ich schon recht gern paar Bier. |
Zombies were my first love and they will be my last....and then they will be my first love once again!
Mit einem Wisch könnte man dieser Werk als überkonstruiert abtun, es darauf reduzieren, dass es nur möglichst tiefe Emotionen erheischen will. Bis zu einem gewissen Punkt mag das auch stimmen, wollte ich zumindest das es so ist, denn das Gesehene war einfach so unendlich unangenehm. Diese gedankliche Flucht bröckelt aber, wenn man "Incendies" als Ganzes betrachtet, sich klar mach das dies…
Mit einem Wisch könnte man dieser Werk als überkonstruiert abtun, es darauf reduzieren, dass es nur möglichst tiefe Emotionen erheischen will. Bis zu einem gewissen Punkt mag das auch stimmen, wollte ich zumindest das es so ist, denn das Gesehene war einfach so unendlich unangenehm. Diese gedankliche Flucht bröckelt aber, wenn man "Incendies" als Ganzes betrachtet, sich klar mach das dies kein Einzelschicksal in den Wirren des Krieges ist, sondern dass sich Schicksal und Krieg hier untrennbar einander bedingen. Und mir ging dieses eine Sprichwort immer wieder durch den Kopf: Im Krieg und der Liebe ist alles erlaubt.
"Incendies" ist dabei aber sogar noch recht gnädig. Er dramatisiert nicht unnötig und gibt dem Zuschauer schon recht früh kleine Einblicke, so dass dieser vom Ende nicht zu sehr niedergeschmissen wird. Man weiß das wird nichts schönes kommen, auch wenn ich persönlich nicht vorhersah wie niederschmetternd sich dieses Ende dann tatsächlich gestalten würde. Und wie oben angedeutet: Ich versuchte mich erstmal in Zweifel zu flüchten. Nur eine erfundene Geschichte, ein Film, Phantasie...aber dieser Krieg, dieser blinde Hass, dieses Gemenge aus Gewalt und persönlichem Schicksal...in diesem Rahmen konnte ich diese Geschichte nie ins Reich der Erfindungen verbannen, unterbewusst weiß man, dass das Leben solche abscheulichen Geschichten schreibt.
Und von eben dieser Geschichte lebt "Incendies" auch. Er zeigt sich ansonsten sehr reduziert, bleibt auf eine seltsame Weise ziemlich objektiv. Kaum etwas wird zum guten oder schlechten verklärt, fast nüchtern verfolgt die Kamera die Wege der einzelnen Figuren. Selbst bei den Gewalteskalationen bleibt "Incendies" stiller Beobachter, er versucht noch nicht einmal diesen Bürgerkrieg zu erklären und tut damit, für mich, seinen größten Kunstgriff. Denn auch ich fragte mich immer wieder: Wer ist hier wer gerade? Warum passiert das? Aber man merkt auch schnell, dass dies eine Spirale der Gewalt ist, in der selbst die Beteiligten kaum noch wissen warum sie was tun. Ein abscheuliches Spiel aus Reaktionen auf Reaktionen, in der beide Seiten jegliche Werte zur Seite schieben und nur noch blinder Hass regiert. Und genau das ist der Boden aus dem solche Geschichten wachsen, die ein solch erschütterndes Schicksal ermöglichen, so abstrus es auf den ersten Blick erscheinen mag.
Und Nein, "Incendies" macht mir nicht den Eindruck irgendjemanden provozieren zu wollen. Dafür ist er doch zu liebevoll, zu herzlich. Der Film rühmt sich seiner Abscheulichkeiten nicht, er scheint sich eher um die Opfer zu kümmern. Vielleicht bedarf es solcher emotionalen Niederschläge um Heute noch gehört zu werden, wenn man sagen will: Krieg ist die sinnloseste Abscheulichkeit der Menschheit.
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VisitorQ Wed, 22 May 2013 08:57:59 -0000
Antwort löschenMein Film des Jahres aus dem Jahr 2011. Habe den damals einfach so im Kino gesehen und nichts außergewöhnliches erwartet und wurde GEPLÄTTET! So ein starkes Teil! Leider noch immer viel zu unbekannt.
ElMagico Wed, 22 May 2013 09:23:12 -0000
Antwort löschenToller Film, ja! Zum Glück reicht er einem die Hand, anstatt den Zuschauer den Abhang runterzuschubsen!
VisitorQ Wed, 22 May 2013 10:48:07 -0000
Antwort löschenAlso mich hat er zerstört. Aber vielleicht war ich an diesem Tag auch nur besonders anfällig. :D
ElMagico Wed, 22 May 2013 20:13:29 -0000
Antwort löschenAber er will nicht zerstören, dass ist mir wichtig gewesen. Das Unangenehme waren für mich, sich Gedanken zu machen über die Sachen die nicht gesagt und gezeigt wurden.
Irgendwie schafft Sion Sono bei mir, woran andere ziemlich regelmäßig scheitern. Abgrundtief ekelhaftes, abstossendes und moralisch fragwürdiges so zu verpacken, daß ich mich eigentlich kaum daran reibe, das es alles irgendwie halbwegs Sinn für mich macht und ich mich selbst immer wieder überwinden kann. Außerdem macht er mich, so andere Kommentatoren hier nicht lügen, zum Kinohipster und gleichzeitig…
Irgendwie schafft Sion Sono bei mir, woran andere ziemlich regelmäßig scheitern. Abgrundtief ekelhaftes, abstossendes und moralisch fragwürdiges so zu verpacken, daß ich mich eigentlich kaum daran reibe, das es alles irgendwie halbwegs Sinn für mich macht und ich mich selbst immer wieder überwinden kann. Außerdem macht er mich, so andere Kommentatoren hier nicht lügen, zum Kinohipster und gleichzeitig minderbemittelten Menschen....und das ist doch schonmal was, finde ich.
Überhaupt kommt es mir bei "Tsumetai Nettaigyo" etwas so vor, als wurde Sion Sono einfach von zuvielen zulange abgefeiert, so dass man jetzt endlich mal mit dem Hammer der Kritik auf ihn einschlagen muss. Profil gewinnt man eben nur dadurch, indem man einen angesehenen Regisseur niederreißt. Nun ja, ich kann dem ganzen nicht folgen, ich sah mehr und vorallem andere Dinge in diesem Film.
"Tsumetai Nettaigyo" ist nicht zimperlich, absurd deutlich ist die Bildsprache und wenn hier von Blut und Gewalt die Sprache ist, dann heisst das bei Sono eben genau das: Blut und Gewalt. Und sicherlich provoziert dies den Zuschauer in einem gewissem Maße, aber ich empfand es zu keinem Moment als sinnentleerten Selbstzweck. Es mag ein blödes Beispiel sein, aber provozierten die Monthy Pythons jemals nur einfach so? Selbst in ihren abstrusesten Witzen lag ein Sinn, eine Wahrheit. Und soviel anders ist die Herangehensweise eines Sonos nicht: Er zeigt ein völlig übersteuertes und schon unrealistisches Bild von Sex und Gewalt. Er karikiert die Täter so ins unermessliche, dass sie schon wieder unweigerlich den Verlierer ihres Seins nach außen kehren. Selbst die tatsächliche Macht der Täter ist meist nur eine vorübergehende Illusion. Auch das Frauenbild in "Tsumetai Nettaigyo" weitaus weniger negativ als es oft dargestellt wird. Der Mann wird als dominanter und bestimmender Teil der Familie dargestellt, Frau und Kinder haben zu gehorchen. Soweit richtig und leider gängiges Gesellschaftsmodell in Japan (und ja durchaus auch hier bei uns). Aber sie können diese Macht nur durch Gewalt und Demütigung durchsetzen, agieren außerdem zwar egoistischer, aber auch um einiges unüberlegter. Selbst die von Gewalt geprägte Dominanz brökelt wenn Frauen nur einmal Lächeln, geschweige denn mehr einsetzen und am Ende sind alle Männer hier mehr von ihren Frauen abhängig als es andersherum ist. Negativ ist hier das Männerbild.
Aber auch abseits von all diesen inhaltlichen Ebenen hat "Tsumetai Nettaigyo" für mich funktioniert. So sehr Sono auch in allem übertreibt, er schafft es immer mit einem Bein auf dem Boden zu bleiben. Egal wie absonderlich sich alles anfühlt, dieser Strudel in den der biedere Familienvater oberflächlich erscheint, dass alles hat seltsamerweise immernoch Hand und Fuss. Es ist eben eine fast schon comichafte Abhundlung dieser Geschichte. Es ist auch keine Spannung die aufkommt, es ist die Faszination des Morbiden die einen an den Bildschirm fesselt. Wie weit graben sich die einzelnen Personen noch in den Dreck? Wer befreit sich und wie? Und wer wird davon am Ende übrig bleiben. Für mich war "Tsumetai Nettaigyo" eine wirklich intensive, grenzwertige, aber auch unterhaltende Erfahrung.
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LynchFan1706 Tue, 21 May 2013 17:38:14 -0000
Antwort löschenIch wußte gar nicht, dass du so ein minderbemittelter Cine-Hipster bist?!
ElMagico Tue, 21 May 2013 17:39:59 -0000
Antwort löschenGell, dabei geh ich doch eh fast nie ins Kino....aber doof bin ich schon irgendwie...das muss ich zugeben :P
LynchFan1706 Tue, 21 May 2013 17:49:06 -0000
Antwort löschenVielleicht gibts auch DVD Hipster? Oder TV Hipster? Blu Ray Hipster? Oder gilt Hipster nur für das Wort Kino?
ElMagico Tue, 21 May 2013 18:14:38 -0000
Antwort löschenEigentlich ist es wie gemacht für Blu-Rays!!! :)
Der nächste von religiösen Motiven geprägte Horror-Triller und eigentlich müsste ich "Bless the child" lieben, denn der Film bedient sich bei allerlei Streifen, welche ich zu meinen Favoriten zähle. Leider schaffte man es aber zu keinen Zeitpunkt aus diesen Teilen ein stimmiges Ganzes zu kreiren, nichts mag so richtig zueinanderpassen und um dieses Manko halbwegs zu umgehen benutzte man…
Der nächste von religiösen Motiven geprägte Horror-Triller und eigentlich müsste ich "Bless the child" lieben, denn der Film bedient sich bei allerlei Streifen, welche ich zu meinen Favoriten zähle. Leider schaffte man es aber zu keinen Zeitpunkt aus diesen Teilen ein stimmiges Ganzes zu kreiren, nichts mag so richtig zueinanderpassen und um dieses Manko halbwegs zu umgehen benutzte man tonnenweise Schmalz, Kitsch und religiöse Symboliken als Kitt.
Dabei offenbart sich "Bless the child" schon in den ersten Minuten. Wo andere Filme einen noch in Normalität einlullen und eine Basis für die kommenden Ereignisse schaffen wollen, da fällt dieser Film direkt mit der Tür ins Haus. Die Drama-Schraube wird gleichmal bis zum Anschlag aufgedreht, das Böse und das Gute werden überdeutlich definiert und man erwartet schon hier jeden Moment einen Heiligenschein über Kim Basinger zu erblicken. Dieses Stilmittel, alles mit dem Dampfhammer zu erklären, so dass es auch wirklich jeder versteht, ist dann wohl auch das ärgerlichste an diesem Film. Als würde Regisseur Chuck Russel sein Publikum für völlig verblödet halten, schiebt er immer wieder in den Vordergrund, was man als Zuschauer lieber zwischen den Zeilen lesen würde. Das wirkt unangenehm aufdringlich und wo andere Filme einen bei der Hand nehmen und sanft führten, da versucht "Bless the child" einen ständig in die von ihm vorgesehene Richtung zu drängen.
Aber schon in der Mitte des Films kann der Kitt kaum noch die einzelnen Teile beieinander halten, inhaltlich zerfällt alles und "Bless the child" erscheint nicht im geringsten durchdacht, sondern vielmehr als hätten die Macher immer wieder panisch nach dem nächsten Puzzleteil gesucht, welches halbwegs passen könnte. Und dann stimmt irgendwann gar nichts mehr. War die "Normalität" schon unzureichend dargestellt, wendet man sich dann auch noch dem Übernatürlichen (ich nenn es mal so) zu und verliert dadurch jegliche Bodenhaftung. Man rettet sich dann irgendwie noch ins Ziel, dieses ist dann aber schon von reinem, fast unerträglichem religiösem Pathos geprägt. Ein Erlösungsgedanke wie aus einer Kinderbibel.
Handwerklich annehmbar heruntergedreht und schauspielerisch auch ohne große Mankos, mag ich bei "Bless the child" nicht allzu sehr die positiven Elemente suchen. Denn letztenendes ist es nur eine unnötige Ansammlung aus Versatzstücken und Klischees vorheriger Filme, bei der man weder vorher ordentlich aussortiert hat, noch das Können besaß die Teile anständig aneinanderzufügen.
Und es ist schon bezeichnend, dass das unglaubwürdigste an diesem Film etwas recht banales ist. Denn halte ich es in meinem tiefsten inneren noch für möglich das es so gute Menschen gibt, Detectives die Priester werden wollten, es irgendwo tatsächlich so komische Goth-Verschnitte gibt, die sektenmäßig die Weltherrschaft erlangen wollen, ja, sogar dass es solche Dämonen, Teufel und Engel (oder waren das doch Libellen?) vielleicht ja wirklich gibt...eines kann ich definitiv niemals nie glauben: Das sich eine Krankenschwester eine Haushaltshilfe leisten kann!
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Ich hab ja eine ausgeprägte Schwäche für solch ein Mystery-Religions-Grusel-Geschwurbel und auch "Fallen" empfand ich schon immer als grundsoliden Genrebeitrag. Zwar kann der Film nicht gänzlich einlösen, was seine Fassade verspricht, aber unterhält einen 2 Stunden lang recht angenehm, vermeidet allzu alberne Plot-Twists und hat einfach einen Haufen hochkarätiger Schauspieler an Bord,…
Ich hab ja eine ausgeprägte Schwäche für solch ein Mystery-Religions-Grusel-Geschwurbel und auch "Fallen" empfand ich schon immer als grundsoliden Genrebeitrag. Zwar kann der Film nicht gänzlich einlösen, was seine Fassade verspricht, aber unterhält einen 2 Stunden lang recht angenehm, vermeidet allzu alberne Plot-Twists und hat einfach einen Haufen hochkarätiger Schauspieler an Bord, die "Fallen" eben zu etwas mehr Glanz verhelfen, als er das eigentlich verdient.
Dabei ist der Kern der Geschichte ein sehr vielversprechender. (Spoiler) Ein Dämon der sich durch Berührungen zwischen Menschen unter diesen hin- und herbewegen kann, eröffnet eigentlich eine vielzahl an Möglichkeiten dies filmisch umzusetzen. Grundlegend tut dies Regisseur Hoblit auch ganz gut, konzentriert sich dabei aber sehr auf die actionlastigen Optionen diese Prinzips. Es wird einem auch meist offen gezeigt in wem der Dämon gerade steckt, so dass aus diesen Situationen auch konsequenterweise auch immer eine Aktion entsteht. Das ist gut gemacht und spannend umgesetzt, ein bisschen verschenkt der Film hier aber sein Potential. Wie unheimlich wäre es gewesen, würde sich der Dämon nicht ständig zu erkennen geben. Das Resultat wäre sicherlich etwas komplizierter und schwerer zu durchschauen, der Spannungsfaktor aber um einiges höher.
Doch auch so kann die Geschichte durchaus überzeugen, wenn auch dieses Katz und Maus Spiel mit der Zeit etwas ermüdet. Irgendwann beginnt einen dieses immergleiche Vor und Zurück zwischen dem Dämon und Hobbes etwas zu langweilen, weil dem ganzen eben inhaltlich nicht mehr viel hinzugefügt wird und man eigentlich nur noch auf die Auflösung wartet. Da wären 20 Minuten weniger Laufzeit sicherlich zu verschmerzen gewesen.
Das Ende ist dann aber doch ziemlich gut gelungen, auch wenn es so richtig nur einmal funktioniert. Kein Film über den man noch lange rätselt, keiner der dem Genre irgendwas Neues geben könnte. Aber ein Film dem man einfach ganz gerne sieht solange er läuft, auch wenn er danach schnell vergessen ist. Ein B-Movie im absoluten A-Gewand, der immens durch die Charakterköpfe Washington, Sutherland und vorallem Goodman gewinnt und mir persönlich dadurch imponierte, dass er seinen Plot visuell sehr altmodisch und traditionell umsetzte und dabei fast auf jeglichen optischen Schnickschnack verzichtete.
Und genauso wie hier die Rolling Stones, müsste viel öfters Musik in Filmen eingesetzt werden. Nicht nur eine schöne Melodie oder markttechnischer Schachzug, sonder mit Köpfchen und Hintersinn ausgewählt.
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ElMagico 6.0 "Ganz gut" Mon, 20 May 2013 11:54:15 -0000
Gar nicht so schlecht. Aber nie richtig gut. Irgendwie verliert sich "In the Light of the Moon" ein bißchen im Nirvana zwischen TV-Optik, Horror, Biopic und Psychothriller. Alles ist da, aber eben nichts im zufriedenstellenden Maße. Erfreulich ist aber, dass "In the Light of the Moon" immer recht Bodenständig bleibt, sich nicht auf darauf beschränkt irgendwelche Ekelhaftigkeiten…
Gar nicht so schlecht. Aber nie richtig gut. Irgendwie verliert sich "In the Light of the Moon" ein bißchen im Nirvana zwischen TV-Optik, Horror, Biopic und Psychothriller. Alles ist da, aber eben nichts im zufriedenstellenden Maße. Erfreulich ist aber, dass "In the Light of the Moon" immer recht Bodenständig bleibt, sich nicht auf darauf beschränkt irgendwelche Ekelhaftigkeiten und Schauwerte aneinanderzureihen, sondern sich bemüht die psychologische Seite hinter Ed Geins Taten zu beleuchten.
Dies funktioniert jedoch nur bedingt. Dem Film scheint an allen Ecken und Enden das nötige Quäntchen Entschlossenheit, Hintergrundwissen und oftmals auch Können zu fehlen. Völlig ambivalent pendelt "In the Light of the Moon" zwischen wirklich recht guten Ansätzen und dem bedienen gängiger Serien-Killer-Klischees hin und her. Da fehlt einfach etwas, vorallem hätte man sich wohl entsprechend Zeit nehmen sollen. Vieles wird in kurzen Rückblenden erzählt und Geins Leben wirkt dadurch wie das eines Bilderbuch-Serienkillers. Hier wird oft hastig kaputt gemacht, was der Film ansonsten recht gemächlich und ansehnlich aufbaut.
Denn prinzipiell hat "In the Light of the Moon" ein recht unaufgeregte, morbide Atmosphäre in die man gerne mehr eintauchen würde. In seinen besten Momenten wandelt der Film gekonnt auf der dünnen Linie zwischen ernsthafter Charakterstudie und Horrorfilm, verliert aber durch das wiederholte verwenden von völligen Allgemeinplätzen immer wieder an Intensivität. Das diesem Film aber selbst in den schlechteren Phasen immernoch ein gewisser Grad an Qualität erhalten bleibt, liegt in hohem Maße am Schauspiel von Steve Railsback als Ed Gein. Er verkörpert all die Facetten dieses Menschens wirklich gut und schafft es für Momente sogar, so etwas wie Sympathie für die Figur zu erheischen. Er stellt diese Figur dar, wie man sich eigentlich den ganzen Film wünschen würde: Völlig undurchdringlich und so vielschichtig in all seiner Einfachheit, dass man nie weiß, woran man bei ihm ist.
Insgesamt um einiges ambitionierter und im Endeffekt auch besser als die unzähligen Direct-to-Video-Produktionen die sich an all den bekannten Serienmördern aufarbeiten, aber meist doch nur ein Vehikel dafür sind, mit recht vielen Gewaltszenen und viel Blut ein gewisses Klientel zu bedienen. Dies tut "In the Light of the Moon" zu keinem Moment. Sehr spärlich, dafür umso wirkunsvoller setzt er die Abartigkeiten diesen Mannes visuell ein, schlachtet selbst seine Taten kaum für Schauwerte aus. "In the Light of the Moon" will Licht ins Dunkel der Psyche Ed Geins bringen. Das er daran scheitert und es oft nur bei guten Ansätzen bleibt ist schade, ein interessanter Genrebeitrag ist dieser Film dennoch.
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Kein einfacher Film und so ziemlich genau das Gegenteil von Berieselung. Denn lässt bei "Tinker Tailor Soldier Spy" mal für 5 Minuten die Konzentration nach, kann es leicht passieren das man völlig raus ist, das Kartenhaus zusammenbricht und einen unter sich begräbt. Obwohl der Film so elegant, so ruhig und still ist, liefert er eine Flut an Informationen, Gesichtern, Namen und Augenblicken…
Kein einfacher Film und so ziemlich genau das Gegenteil von Berieselung. Denn lässt bei "Tinker Tailor Soldier Spy" mal für 5 Minuten die Konzentration nach, kann es leicht passieren das man völlig raus ist, das Kartenhaus zusammenbricht und einen unter sich begräbt. Obwohl der Film so elegant, so ruhig und still ist, liefert er eine Flut an Informationen, Gesichtern, Namen und Augenblicken die einfach so wichtig sind. Ein Film bei dem das Popcornrascheln nur stören würde, bei dem die Toilette mit dem Abschalten des Films gleich käme. Ein Film den man sich erarbeiten muss, den man irgendwo auch durchhalten muss und den man auch immer nur mit halber Kraft genießen kann. Und ein Film, der einem am Ende seltsam unzufrieden zufrieden macht.
Vielleicht erklären sich so auch die doch sehr arg unterschiedlichen Bewertungen ob dieses Films. Da gibt es wirklich nur Entweder Oder und zum mal nebenbeigucken oder für den gemütlichen Filmabend mit Freunden taugt "Tinker Tailor Soldier Spy" so gut wie nicht. Er will den Zuschauer ganz oder gar nicht, bekommt er ihn nur halb, wird er sicherlich zum zählflüssigem Langweiler, voll von gestelzten Menschen und muss einem wie ein 2stündiger Leerlauf vorkommen. Lässt man sich aber komplett darauf ein, dann webt einen dieser Film langsam ein, zieht die Fäden immer enger und lässt einen alles um einen herum vergessen. Das ist genauso spannend, wie es auch kompliziert ist. Das ist fesselnd, wie es anspruchsvoll ist. Und in dem ganzen schwebt auch eine sehr zarte und bittere Melancholie mit, welche man nie deuten kann, sie aber immer spürt.
Ein bisschen erinnerte mich "Tinker Tailor Soldier Spy" an die Momente, in denen man irgendein wichtiges Schriftstück sucht und seine gesammelten Unterlagen vor sich auf dem Boden ausbreitet. Eine eigentlich ernsthafte und unangenehme Arbeit, aber zwischendrin findet man doch immer wieder Dokumente die einen zurückdenken lassen an vergangene Momente und vergessene Gefühlte. Oft schleicht sich da auch mal ein Bild oder ein Brief ein und man hält einen Augenblick inne, erinnert sich und sucht weiter...oftmals mit einem flauen Gefühl im Magen.
Wie erwähnt ist der Film ein sehr gläsernes Konstrukt, das leicht zerstört werden kann, oft nicht sonderlich stabil ist und bei dem man viele Ecken und Enden auf Anhieb nicht erkennt. Das dieses Gebilde überhaupt funktionieren kann, ist sicherlich auch Verdienst dessen, was wir hier gerne einen überragenden Cast nennen. Und das ist er einfach. Jeder der Beteiligten Schauspieler macht seine Aufgabe hier ausgezeichnet, vorallem weil es scheint als würde sich jeder der Wertigkeit seiner Rolle bewusst sein. Alle transportieren diese Ruhe und Stille, die doch eigentlich gar keine ist. Aber nicht die Schauspielkunst der Akteure nahm mich an die Hand und führte mich in diesen Film ein, sondern etwas viel profaneres: Der Film ist voll von Gesichtern die einfach gern sehe. Die ich gern beobachte. Die ich gern auf ein stücklang begleite.
Tomas Alfredson schafft es nach "Låt den rätte komma in" ein sehr eigene und stimmige Atmosphäre zu erzeugen und sein Werk gleichzeitig drückend und doch nachdenklich zu gestalten. Ohne viel Trara ermöglicht er einen Blick einen fremden Mikrokosmos, macht ihn verständlich, hält den Zuschauer aber auf sicherer Distanz.
Und am Ende hat man doch mehr von diesen Menschen übernommen als denkt. Denn die letzten Züge des Finales erscheinen einem kaum mehr wie ein filmischer Plot, sondern wie unumgängliche Konsequenzen in dieser Welt. Ein Rätsel das gelöst ist, dessen Lösung aber niemanden glücklich macht...auch den Zuschauer nicht.
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Hfonda15 Tue, 14 May 2013 21:47:39 -0000
Antwort löschenToller Kommentar von dir! Hat mich damals echt geärgert als ich den im Kino verpasst habe! Werd den mir unbedingt irgendwann auf DVD holen!
ElMagico Wed, 15 May 2013 07:50:27 -0000
Antwort löschenVielen Dank euch! Und Hfonda, sei nicht allzu traurig, kann mir den Film nur schlecht im Kino vorstellen. Der braucht extreme Ruhe!
Filmischer Eskapismus pur.
So mittelmäßig "The Hobbit: An unexpected Journey" auch tatsächlich sein mag, so sehr ich zugeben muss, dass sich der Film 1 oder 2 Punkte einfach durch die Existenz der "Lord of the Rings"-Trilogie verdient hat, muss ich sagen: Irgendwie merkt man es nicht. Die Sensoren schlagen nicht bei jedem kleinerem Manko aus, man begegnet dem Film wohlwollend,…
Filmischer Eskapismus pur.
So mittelmäßig "The Hobbit: An unexpected Journey" auch tatsächlich sein mag, so sehr ich zugeben muss, dass sich der Film 1 oder 2 Punkte einfach durch die Existenz der "Lord of the Rings"-Trilogie verdient hat, muss ich sagen: Irgendwie merkt man es nicht. Die Sensoren schlagen nicht bei jedem kleinerem Manko aus, man begegnet dem Film wohlwollend, wie einem alten Freund. Ich gönne dem Film diese Milde aber nicht zu, weil ich dem Franchise die Stange halten will, sondern honoriere hier auch, was Peter Jackson geschafft hat, indem er dieser Welt Leben einhauchte. Man ist für 3 Stunden weg, nicht mehr in dieser Welt, erinnert sich an Landschaften, trifft alte Bekannte, wir mitgenommen auf Spaziergänge in neue Regionen und hört Geschichten die man bisher nicht kannte. Vielmehr will ich manchmal doch gar nicht von einem Unterhaltungsfilm, als dass er mich eine Zeitlang vom Alltag entführt und mir ein gutes Gefühl gibt. Auch das ist doch Kino. Und "The Hobbit: An unexpected Journey" nimmt einen mit auf diese Reise und ich war so gern dabei, die ersten Töne des typischen Scores fühlten sich an wie Balsam.
Aber natürlich ist auch mir aufgefallen, dass sich manche Dinge in Mittelerde verändert haben. Zuweilen war es mir schon etwas zu albern, manche der Figuren fühlten sich etwas unecht an und ein wirkliche dunkle Bedrohung konnte der Film nie wirklich vermitteln. Gestehe ich den Zwergen noch einiges an Schabernack und Liedgut zu, so war ich mir bei den Trollen schon nicht mehr sicher, bei den Goblins war es mir dann aber fast schon zuviel des Guten. Azog hingegen taugt nicht wirklich als Gegner für einen 3-Stündigen Film, bleibt blaß und vorallem eins: Immer fühlbar ein CGI-Figur. Würde man "The Hobbit: An unexpected Journey" aus seinem Kontext herausreissen und alleine betrachten, er würde einem wirklich ziemlich leer und wohl auch etwas langatmig erscheinen. Ich selbst konnte aber eben die "Lord of the Rings"-Filme ausblenden.
Es ist der Beginn einer Reise, tatsächlich ein etwas holpriger, aber wer weiß wohin die weiteren Teile inszenatorisch hingehen werden. Ich jedoch findes es allein schon sehr bemerkenswert und großartig, dass es eine Filmreihe schafft ein Welt zu kreiren, in der man sich fast heimisch fühlt, die einem wirklich das Gefühl einer existierenden Parallelwelt gibt. Ich war gerne wieder dort, ich hab es total genoßen und schieb hier gerne jegliche Objektivität beiseite...falls es sowas überhaupt gibt.
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Haschbeutel Mon, 13 May 2013 08:34:34 -0000
Antwort löschenDa hast du eher Zugang gefunden, denn dank dem vielen CGI war ich eben NIE in Mittelerde, was ich bei den Vorgängern fast immer war. :( Dennoch schöner Kommentar! Achja, bei "Azog hingegen [...] bleibt blaß" musste ich kurz schmunzeln. :D
ElMagico Mon, 13 May 2013 08:35:43 -0000
Antwort löschen:) So hatte ich das gar nicht gemeint, aber ja, es passt ;)
Timo K. Mon, 13 May 2013 09:01:01 -0000
Antwort löschenSo wäre ich auch gern noch einmal versunken... :)
ElMagico Mon, 13 May 2013 09:38:31 -0000
Antwort löschenVielleicht wird das ja mit den nächsten Filmen noch...ich wünsche es dir jedenfalls sehr!
"The Crazies" steht zwar etwas im Schatten der Zombiewerk von George A. Romero, erinnert stilistisch aber doch schon frappierend an diese. Und wer hier einen eher Action-Film im Sinne des Remakes erwartet, der wird eventuell bitter enttäuscht. Denn Romeros Stil war schon immer ein sehr zurückhaltender, eher biederer. Zwar gibt es auch in diesem Original genug Kämpfe, Schiessereien und…
"The Crazies" steht zwar etwas im Schatten der Zombiewerk von George A. Romero, erinnert stilistisch aber doch schon frappierend an diese. Und wer hier einen eher Action-Film im Sinne des Remakes erwartet, der wird eventuell bitter enttäuscht. Denn Romeros Stil war schon immer ein sehr zurückhaltender, eher biederer. Zwar gibt es auch in diesem Original genug Kämpfe, Schiessereien und sogar überraschend viel Blut, insgesamt bleibt der Film aber sehr nüchtern, oft fast etwas dokumentarisch. Romero kümmert die Dramatik wenig, auch die Emotionalität seiner Charaktere leuchtet er nur ansatzweise aus. Ihn interessiert das Geschehen und welche Auswirkungen es hat, es scheint als faszinieren ihn die Abläufe der Dinge, ob das nun Maschinen, Vorschriften des Militärs oder das Verhalten des Menschens in Notsituationen ist. Dabei ist ihm weniger wichtig was in der einzelnen Person passiert, sein Augenmerkt liegt darauf wie sich diese entscheiden und welche Konsequenzen daraus folgen. Dazu fertigt er für alle elementaren Figuren dieses Films einen imaginären Käfig an und studiert ihr Verhalten, dokumentiert wie sie wie Labormäuse versuchen das Ziel zu finden, nicht ohne ihnen immer wieder den Weg zu versperren. Denn allen hier ist gemein, ob Flüchtling, Wissenschaftler oder Soldat, dass sie sich ständig den von oben dirigierten Bedingungen anpassen müssen und deshalb oft über weite Umwege zu ihrem Ziel gelangen müssen. Das ist dann im speziellen sicherlich auch eine direkte Militär-Kritik, doch bleibt diese am Ende doch sehr vage und undefiniert. Romero spielt hier ganz offensichtlich ein Spiel, baut zwei Bedrohungen auf, lässt aber im Dunkeln wie bedrohlisch und realistisch diese nun wirklich sind. Er spielt stattdessen mit den Menschen, was macht Gruppe A, wenn Gruppe B dies tut...und was machen dann diese, wenn sich Gruppe A z.B. aggressiv verhält. Den ganzen Film über gibt es dieses Hin und Her, teilweise fesselnd und interessant, gegen Ende hin aber auch fast etwas ermüdend.
Daneben ist "The Crazies" sicherlich kein Film der das Herz des visuell veranlagten Cineasten höher schagen lässt. Romero wählt ein wirklich völlig biedere und trockene Inszenierung und die wenigen gefühlvollen Momente des Films scheitern etwas an den laienhaften Darstellern. Diese bleiben jedoch eh immer minimales Beiwerk, würden in diesem Film wohl auch stören, da solche Handlungsstränge ja doch meist nach einer Auflösung schreien. Denn die liefert Romero hier in keinem Aspekt des Films wirklich. Er beschreibt hingebungsvoll, wagt aber keinen Ausblick auf ein mögliches Ende. Auch bewertet er kaum und lässt so für vielerlei Interpretationen Platz, wie z.B. die Vietnamparallelen, die der Kampf der Flüchtlinge offensichtlich hat. Diese Dinge bleiben aber immer nur dezent angedeutet, Romero hütet sich davor Kritik mit dem Holzhammer zu üben.
Ein interessanter, über weite Stecken richtig guter Film, der aber gegen Ende hin dann doch merklich etwas an Brisanz verliert. Ein bisschen zu oft wiederholen sich die Geschehnisse, ein bisschen zu konstruiert wirkt das Ende. Dadurch das Romero aber eben vieles offen lässt, viel beschreibt aber nicht erklärt, erlangt der Film eine gewisse Dauerhaftigkeit. Er beschäftigt, regt zu Diskussionen an. Und wenn es die ist, ob das nun ziemlicher Humbug und völlig übertrieben ist oder eben doch so, oder so ähnlich möglich ist.
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Dante_Hicks Thu, 16 May 2013 19:52:46 -0000
Antwort löschenFinde, der funktioniert wunderbar als Prequel zu den "Dead"-Filmen. Immer wenn ich mal wieder Lust auf Romeros Untoten-Saga verspüre, schaue ich mir zur Einstimmung erst mal CRAZIES an. :)
ElMagico Fri, 17 May 2013 06:26:54 -0000
Antwort löschenHmmm...da haste eigentlich recht...den Ansatz hab ich gar nicht bemerkt :)
Takuma Tsurugi kehrt zurück und entgegen meiner Erwartung hat er sich nicht im geringsten zum Positiven gewandelt. Weiterhin ist er das Ekel das nur ans eigene Wohl denkt und für Geld weder Feind noch Freund kennt. Also so ungefähr die selbe Ausgangsbasis wie im ersten Teil und potzblitz, die Geschichte nimmt auch den selben Verlauf. Wobei die Story an sich rückt in "Satsujin ken 2" nach…
Takuma Tsurugi kehrt zurück und entgegen meiner Erwartung hat er sich nicht im geringsten zum Positiven gewandelt. Weiterhin ist er das Ekel das nur ans eigene Wohl denkt und für Geld weder Feind noch Freund kennt. Also so ungefähr die selbe Ausgangsbasis wie im ersten Teil und potzblitz, die Geschichte nimmt auch den selben Verlauf. Wobei die Story an sich rückt in "Satsujin ken 2" nach ca. 10 Minuten seltsam weit in den Hintergrund und ist keinster Weise mehr Mittelpunkt des Films. Denn eigentlich wird nach der anfänglichen Einführung in die Geschichte nur noch gekämpft. Wo auch immer unser ablehnenswürdiger Held Tsurugi auch hinkommt, Massen an Gegnern warten dort schon auf ihn. Und da wird dann auch mal sinnlos in die Berge gefahren, hauptsächlich wohl um sich einfach mal in einer anderen Umgebung zu prügeln. Danach geht es in die Sauna und man rate mal was dort passiert!
Das mutet dann auch dementsprechend Skurril an und hat mit einem Film, der eine Geschichte transportiert kaum noch etwas zu tun. "Satsujin ken 2" hat nur eine Spielzeit von knapp 80 Minuten, bestimmt 5 davon sind gleich aus dem ersten Teil übernommen worden, weitere 5 sind fast dokumentarische Bilder aus 2 Kampfschulen und weitere 15 Minuten gehen für die Handlung drauf...bleibt also knapp 1 Stunde. In dieser Stunde wird gekämpft, gekämpft und gekämpft. Das Blut spritzt, Tsurugi haut seinen Gegner die Augen aus den Kopf, prügelt sich mit Frauen und lässt diesmal sogar andere kampftechnisch zum Zuge kommen. Das entbehrt jeglichem Sinn, ist aber toll anzuschauen, auch wenn sich mit der Zeit schon etwas Langeweile einstellt.
Dafür ist man dann ja auch recht schnell beim Endkampf angekommen und das ist sogar ein richtig guter! Also wirklich wirklich gut! Natürlich kämpft Tsurugi letztendlich wieder für das Gute, aber nicht weil er plötzlich herzensgut wie die Schlümpfe wäre, sondern weil die Ehre ihm dies und das verbietet und man mit Geld doch nicht alles kaufen kann und so Sachen halt.
Hach, ein sinnloser Spaß!
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Japans Antwort auf Bruce Lee...und was für eine Antwort das ist. Zwar besitzt Sonny Chiba zu keinem Zeitpunkt die Ausstrahlungskraft seines großen Vorbilds und wirkt ab und zu fast schon unbeholfen in seinem Bemühen Bruce Lee zu ähneln, aber grundsätzlich beschreitet "Gekitotsu! Satsujin Ken" eh ganz andere Wege als es Lee mit seinen Filmen tat. Denn auch wenn Mimik und Gestik offensichtlich…
Japans Antwort auf Bruce Lee...und was für eine Antwort das ist. Zwar besitzt Sonny Chiba zu keinem Zeitpunkt die Ausstrahlungskraft seines großen Vorbilds und wirkt ab und zu fast schon unbeholfen in seinem Bemühen Bruce Lee zu ähneln, aber grundsätzlich beschreitet "Gekitotsu! Satsujin Ken" eh ganz andere Wege als es Lee mit seinen Filmen tat. Denn auch wenn Mimik und Gestik offensichtlich an diesen angelehnt sind, so ist die Figur des Tsuguri in einem Bruce Lee Film undenkbar, zumindest auf der Heldenseite. Dieser Tsuguri ist ein Arschloch, man kann es gar nicht anders sagen. Zwar begeht er die wirklich abartigen Dinge nie selbst, aber er nimmt sie das eine oder andere mal billigend in Kauf. Er ist ein Anti-Held reinsten Wassers und selbst gegen Ende des Films ist man sich noch nicht sicher, ob er nicht vielleicht doch auf eigene Rechnung agiert. Das hat schon ein bewundernswerte Konsequenz in sich, da der Moment ausbleibt, in dem Tsuguri zum geläuterten Held wird. He is bad to the bone.
Ansonsten ist "Gekitotsu! Satsujin Ken" ein kunterbunter Knallbonbon der Abstrusitäten und Gewalt. Ein völlig überdrehter Mix aus Thriller und Karate, der manchmal so überbordend ist, dass man fast etwas den Überblick verliert. Wer da gerade mit wem und warum unter einer Decke steckt war mir auf Anhieb oft nicht so klar und insgesamt ist rückblickend die Story natürlich sowieso sehr krude. Aber bevor es ein ruhige Minute gibt, warum nicht noch schnell irgendeinen Gegner in den Film pressen? Oftmals etwas verwirrend, dafür aber eben zu keinem Moment langweilig.
Kampftechnisch erscheint Sonny Chiba nicht so auf den Punkt und knackig wie ein Bruce Lee, sein Stil ist eher roh und dreckig und um einiges weniger ästhetisch. Dafür werden hier auch definitv keine Gefangenen gemacht. Wo bei anderen Filmen das Kanonenfutter meist verletzt von dannen zieht, da gibt es hier für diese meist nur ein Ende: Den Tod. Der Härtegrad der Kämpfe hält sich insgesamt aber durchaus die Waage mit dem der Bruce Lee Filme, nur wird hier bei der Darstellung der Auswirkung dieser Gewalt weitaus mehr ins Detail gegangen. Da spritzt das Blut reichlich und hin und wieder hat Sonny Chiba auch mal ein Organ in der Hand. Und ich gebs zu: Das ist bescheuert....aber auch irgendwie geil!
Für Genre-Fans eigentlich ein Muss, man sollte aber schon eine gewisse Exploitation-Affinität mitbringen. Denn dafür, dass man eigentlich im Fahrtwasser des Bruce Lee ein paar Dollar mit diesem Film machen wollte, schlug man mit "Gekitotsu! Satsujin Ken" ganz schön gehörig über die Stränge.
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Mr. Pink Sat, 11 May 2013 15:27:41 -0000
Antwort löschenKlingt nach echt krassem Scheiß. ;) Muss ich mir, vor allem als großer "True Romance"-Fan wohl auch endlich mal ansehen.
ElMagico Sat, 11 May 2013 16:37:20 -0000
Antwort löschenSolltest du dann schon wirklich allein wegen "True Romance"...aber auch sonst kann man hiermit seinen Spass haben!
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Dasprofil Sun, 19 May 2013 20:54:09 -0000
Seh ich auch so. Ich finde es kommt garnicht darauf an, wie hoch die Übereinstimmung ist, sondernv ielmehr darauf, dass man den Filmgeschmack des anderen interessant findet, seine Kommentare gerne ließt und man auf Filme neugierig gemacht wird, die man vorher garnicht wirklich beachtet hat. Wer weiß, vielleicht stoße ich ja durch einen deiner Kommentare auf einen neuen Lieblingsfilm.
Dasprofil Sun, 19 May 2013 20:04:59 -0000
Die Gemeinsamkeit von 37% ist zwar nicht besonders hoch, aber mir geffällt dein Filmgeschmack. Leute, die sowohl etwas mit dem europäische Autorenfilm, alsauch mit dem amerikanischen Unterhaltungskino etwas anfangen können sind mir sehr sympathisch.
Demine Wed, 24 Apr 2013 16:53:36 -0000
Aber sind sie damit nicht irgendwie auch ein Abbild unserer Welt?
Ach, ich werd schon wieder philosophisch. Lassen wir das :D
Demine Wed, 24 Apr 2013 15:48:14 -0000
Ja absolut, man muss eben beides beachten.
Wenn ich einen Film wie "Into the Wild" 10 Punkte + Herz gebe, dann auch nicht, weil er technisch über allem erhaben ist, sondern schlichtweg deshalb, weil ich mich damit identifizieren kann bzw. er mich bewegt, als so ziemlich jeder andere Film.
Natürlich zählt aber trotzdem ein Stück weit die Technik, keine Frage. Ist halt wie bei so vielen Dingen im Leben - das Gesamtpaket sollte stimmen.
Wichtig ist in meinen Augen nur, dass man sich seine eigene Meinung bildet und nicht jeder hier abgegebenen Bewertung blind folgt, weil die anderen einen Film ja "so gut" oder "so schlecht" fanden.
Demine Wed, 24 Apr 2013 13:43:47 -0000
Ich erschrecke jedes Mal wenn mir ein Kumpel (studiert Filmwissenschaft) die ganze Filmographie eines Schauspielers oder Regisseurs aus dem Kopf aufsagen kann - dann wird mir bewusst, wie wenig ich doch eigentlich über Filme weiß.
Aber dafür gibt's ja Moviepilot :)
Demine Tue, 23 Apr 2013 16:51:12 -0000
Menschen mit gutem Filmgeschmack sind gute Freunde - demnach gerne angenommen :)
mariega Mon, 22 Apr 2013 16:23:17 -0000
Für dich und für Lynchi: Mein Kommentar über "Die Köchin und der Präsident" :D!!!
MarieCuivre Sat, 20 Apr 2013 20:38:00 -0000
Vielleicht muss ich mich einfach mehr an deine Moviepilot-Film-Empfehlungen halten. Aber ich bin doch so eigensinnig!
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Wie eine halbe Ewigkeit fühlte es sich an, als ich mir diesen Film heut wieder einmal anguckte. Eine der ersten DVDs die ich mir kaufte und ein bisschen kam es mir vor, als wäre das ein anderer Mensch gewesen damals.
Ich konnte mich eigentlich auch nur vage daran erinnern, dass mich die Wucht von "Amores perros" beeindruckte und der Film von einer eigenartigen realistischen Künstlichkeit…