ElMagico
ElMagico aus Hof ist 39 Jahre alt. Er hat sich Thu, 01 Apr 2010 16:43:29 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1517 Filme bewertet und legendäre 619 Kommentare geschrieben. Mag den emotionellen Aspekt an Filmen, nicht den technischen. Blu-Ray ist nicht Punk! Mein Bier trink ich bei Punk, Hardcore und 60s/70s Soul. Naja, soviel trink davon grad aber auch gar nicht. Lieber verschwende ich mein Restleben auf Konzerten oder verkrümel mich mit guten Büchern. Na obwohl, manchmal trink ich schon recht gern paar Bier. Mehr
| Alter | 39 |
|---|---|
| Stadt | Hof |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | Totoro |
| Meine Lieblingsschauspieler: | Morgan Freeman, Amanda Plummer, Johnny Depp, Toshiro Mifune, Takeshi Kitano, Winona Ryder |
| Meine Lieblingsregisseure: | Akira Kurosawa, Roman Polanski, Tim Burton, Stanley Kubrick, George A. Romero, David Lean, David Lynch |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | Does our ruin benefit the earth, aid the grass to grow and the sun to shine? Is this darkness in you, too? Have you passed through this night? |
| Über mich | Mag den emotionellen Aspekt an Filmen, nicht den technischen. Blu-Ray ist nicht Punk! Mein Bier trink ich bei Punk, Hardcore und 60s/70s Soul. Naja, soviel trink davon grad aber auch gar nicht. Lieber verschwende ich mein Restleben auf Konzerten oder verkrümel mich mit guten Büchern. Na obwohl, manchmal trink ich schon recht gern paar Bier. |
Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben
ElMagico 9.0 "Herausragend" Tue, 18 Jun 2013 19:01:52 -0000
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ready2fall Tue, 18 Jun 2013 22:16:27 -0000
Antwort löschenGanz toller Film und ganz tolles Lob an ihn. :)
Andy Dufresne Wed, 19 Jun 2013 01:06:16 -0000
Antwort löschen"Meine Herren!
Sie können doch nicht Krieg spielen im Kriegsministerium!"
Treffender Kommentar!
Ein Neustart für das Schaffen Kubricks, frei vom Druck und den Regeln Hollywoods. Es ist aber kein Befreiungsschlag, sondern Kubrick erquickt sich sichtlich daran, die dunklen Ecken auszuloten, die man ihm bisher verbot zu erkunden. Und das ist nicht halb so skandalträchtig wie es mancher gern hätte, dazu ist allein schon die Haltung des Films eine denkbar ungünstige. "Lolita" nimmt nichts…
Ein Neustart für das Schaffen Kubricks, frei vom Druck und den Regeln Hollywoods. Es ist aber kein Befreiungsschlag, sondern Kubrick erquickt sich sichtlich daran, die dunklen Ecken auszuloten, die man ihm bisher verbot zu erkunden. Und das ist nicht halb so skandalträchtig wie es mancher gern hätte, dazu ist allein schon die Haltung des Films eine denkbar ungünstige. "Lolita" nimmt nichts ernst. Weder die Figuren, noch die Liebe, ja noch nicht einma den Menschen an sich, seine Gefühle, sein Verlangen und seine Gedanken. Als lache er über uns, als erkläre er uns völlig von Sinnen. Und dies nicht weil hier etwas unmoralisches passiert, sondern vielmehr, weil der Mensch sich immer wieder zum Kasperle-Theater hinreissen lässt. Für mich ist deshalb "Lolita" auch vielmehr Farce und Komödie, als dass es denn ein Drama oder Kriminalfilm wäre. Diese Aspekte hat der Film, sind für mich aber ja doch nur Auswüchse dieses absurden Spiels der Hormone.
"Lolita" bleibt dabei, was sicherlich auch in der Natur der Geschicht liegt, ziemlich unterkühlt. Es gibt die Seite des Regisseurs und kann man diese nicht einnehmen, dann kann man sich eigentlich nur in eine filmtechnische Betrachtung flüchten, dem Genie des Stanley Kubricks huldigen. Denn so sehr "Lolita" in seiner Machart glänzt, so sehr kann er einen auch emotional egal sein. Findet man nicht seinen eigenen, ganz persönlichen Aspekt, der diesen Film zu einem wirklichen Erlebnis werden lässt, dann zieht er sich nämlich plötzlich ziemlich in die Länge, man beginnt an allerlei Dingen zu zweifeln und am Ende würde wohl nur Peter Sellers als Quilty übrig, der "Lolita" immer dann einen kleinen Ruck gibt, wenn man denkt gleich erstarre alles.
Auch wenn er allgemeinhin als Klassiker gilt, bin ich doch der Meinung, dass "Lolita" kein Film ist, den jeder unbedingt gesehen haben muss. Er scheint auch gar nicht für Jedermann gemacht zu sein, versprüht eher die Aura eines kleinen, intimen Films, der nur wenigen etwas sagen will. Auch mich reißt er nicht unbedingt zu Jubelstürmen hin. Ein etwas überlanger, zynischer Blick auf die Triebe und Liebe einer gelangweilten Wohlstandsgesellschaft, hervorragend inszeniert und voller Symboliken, die aber eben das Herz oft etwas sehr ausser Acht lassen. Eine messerscharfe Kritik, die sich in einem filmischen Schafspelz versteckt und sich dabei durchgängig ins Fäustchen lacht. Wirklich gut, aber aber mir fehlt ein bißchen was. Irgendwas.
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filmschauer Mon, 17 Jun 2013 17:11:25 -0000
Antwort löschenDas besagte 'Irgendwas' kann ich zwar ad hoc nicht näher definieren, darüber hinaus teile ich aber deine Einschätzung. Übrigens sehr nett, deine chronologische Kubrick-Werkschau. Kann gerne so geschmeidig weitergehen!
ElMagico Mon, 17 Jun 2013 18:46:28 -0000
Antwort löschenDanke! War schon am grübeln, da ich mich plötzlich bissl die Lust verließ. Aber Spartacus siedelte nach "Spartacus" um und ich machte danach ne kleine Pause. Denk das passt ;)
Ben Kenobi Mon, 17 Jun 2013 23:53:51 -0000
Antwort löschenWas filmschauer sagt. Text und Werkschau sehr sehr gut!
Ein Film der durchaus beeindruckt und Größe versprüht, bei dem ich aber immer das Gefühl hatte, dass er gar nicht so gut ist, wie er sich anfühlt. Dieses pathetische Epos verschleiert mit seiner Bildgewalt einfach, dass es oft gar nicht viel zu sagen hat und das was es zu sagen hat, seltsam lustlos vermittelt. Denn dieser Kampf um die Freiheit, der Wille, dieses ganz tiefe Bedürfnis, es mochte nicht…
Ein Film der durchaus beeindruckt und Größe versprüht, bei dem ich aber immer das Gefühl hatte, dass er gar nicht so gut ist, wie er sich anfühlt. Dieses pathetische Epos verschleiert mit seiner Bildgewalt einfach, dass es oft gar nicht viel zu sagen hat und das was es zu sagen hat, seltsam lustlos vermittelt. Denn dieser Kampf um die Freiheit, der Wille, dieses ganz tiefe Bedürfnis, es mochte nicht gänzlich bei mir ankommen.
Prinzipiell merkt man "Spartacus" an, dass es den Machern von vornherein wichtig war, die Erwartungen des Publikums an solch einen Film zu befriedigen. Alle Standarts werden erfüllt und die perfekte handwerkliche Inszenierung täuscht einen etwas darüber hinweg, dass der Film kaum Eigenständigkeit besitzt. Ich mag solch dramatische Epen ja, kann mir da sogar die überlangen religiösen Schinken ansehen, aber damit solch ein Film etwas ganz besonderes ist, muss er für mich hier und da ein paar Schritte zur Seite machen, irgendwo auch einmal disharmonisch sein und das gelingt "Spartacus" leider nur ganz selten. Wirklich auffällig ist hier wohl die recht offen dargestellte Gewalt, die Spartacus von vergleichbaren Filmen abhebt und die wohl dem Einfluss Kubricks auf dieses Werk zu verdanken sind. Dessen eigene Handschrift sucht man hier nämlich vergebens, nur in wenigen Szenen meint man seine Bildsprache auszumachen (z.B. beim niederbrennen des römischen Lagers), ansonsten hält sich "Spartacus" streng an die traditionelle Bildsprache solcher Monumentalfilme.
Man sieht sich "Spartacus" wirklich gerne an, er weiß zu gefallen und man findet auch nichts offensichtlich falsches. Aber er reisst einen nicht mit, irgendwas fehlt. Der Film ist sichtlich ein Monument, aber es erschlägt einen nicht. So sehr ich rückblickend auch kritische Gedanken habe, so sehr sagt mir meine Erinnerung auch: "Spartacus" war ein schöner Film. Ein seltsamer Zwiespalt.
180 Minuten die aber defintiv sehenswert sind, für mich aber nicht in den cineastischen Olymp gehören. 180 Minuten die beeindrucken, denen aber der Mut fehlt.
Und was sich wirklich ins Hirn brannte: 180 Minuten Kirk Douglas' arg seltsame Frisur.
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Timo K. Thu, 13 Jun 2013 10:34:45 -0000
Antwort löschenIch finde den Film (als eher abgeneigter Monumentalliebhaber^^) deutlich besser. Der Score von Alex North hat sich mir eingebrannt, die lyrischen Farben, die Theatralik - und Kubrick ist vor allem dort zu suchen, wo er sich austoben darf, in den geometrisch strengen Massenszenen (seine geliebte Zentralperspektive kommt hier mehrmals zum Einsatz) und in der unterkühlten Architektur Roms. Dazu der obligatorische Sex und Gewalt-Subtext (vgl. KILLER'S KISS, CLOCKWORK), der sich auf mehreren Ebenen erstreckt. Eine für mich leidenschaftliche Gemeinschaftsarbeit, in der sich Kubrick trotzdem wiederfindet, obwohl er sich künstlerisch nicht vollständig verwirklichen konnte. In seinem Schaffenswerk vieleicht auch etwas unterschätzt und vergessen, ich weiß es nicht.
Dasprofil Thu, 13 Jun 2013 11:22:05 -0000
Antwort löschenKann ich alles so nachvollziehen, als ich den vor ca einem Jahr sah, war ich ziemlich angetrunken und fand den super. dass das jetzt genau so sein wird bezweifel ich eher.
ElMagico Thu, 13 Jun 2013 12:14:21 -0000
Antwort löschen@Timo: Hab vorhin schon gesehen, dass du den richtig magst und, für deine Verhältnisse, auch immens hoch bewertet hast. Ein wenig differieren wir da wohl auch darüber, was wir an Kubrick mögen. Für mich vermittelte er bis dahin auch eine Haltung durch seine Bilder und die fehlt mir hier völlig. Der sexuelle Aspekt blieb für mich z.B. recht diffus in seiner Bedeutung, wohl auch weil ich eben einfach nicht richtig into it war.
@Dasprofil: Ich war stocknüchtern :P
Nach seinem ziemlich schwachen Erstling "Fear and Desire", wendet sich Stanley Kubrick mit "Paths of Glory" wieder dem Thema Krieg zu. Und mit beiden Filmen vor Augen, hat es schon ein wenig den Anschein, also wolle es Kubrick noch einmal versuchen, sich selbst und der Welt beweisen, dass er die Fähigkeit besitzt einen solchen Film zu inszenieren, ohne sich allzu sehr an gängige…
Nach seinem ziemlich schwachen Erstling "Fear and Desire", wendet sich Stanley Kubrick mit "Paths of Glory" wieder dem Thema Krieg zu. Und mit beiden Filmen vor Augen, hat es schon ein wenig den Anschein, also wolle es Kubrick noch einmal versuchen, sich selbst und der Welt beweisen, dass er die Fähigkeit besitzt einen solchen Film zu inszenieren, ohne sich allzu sehr an gängige filmische Formelhaftigkeiten zu binden. Wo aber "Fear and Desire" unkontrolliert und vorallem unreflektiert in der Psyche des Soldaten wildert und dabei kläglich scheitert, da wirft "Paths of Glory" einfach den Blick auf ein kalte, aber funktionierende Maschine und lässt dieses Bild in seinen besten Momenten einfach für sich stehen.
Dabei untermauert er aber auch zum erstenmal ganz deutlich sein visuelles Gespür, sein Händchen für einen Blickwinkel der zwar etwas Abstand gewährt, aber einem doch nichts erspart. Vorallem der Kern des Films, der Sturm auf die Anhöhe 19, ist nahezu perfekt inszeniert. Zur gleichen Zeit künstlerisch dramatisiert und von dokumentarischer Echtheit. Das wirkt gerade weil es keine der beiden Aspekte zu sehr in den Vordergrund rückt, weil es kein Schlachtfeld voller verzweifelter und leidender Soldaten ist und dennoch Emotionalität versprüht. Die Emotionalität des Normalen. Denn Kubrick macht aus dieser Szenerie nichts, dass es eigentlich nicht ist, er zeigt eigentlich ganz banal einen Angriff der eben nicht von Erfolg gekrönt ist. Einen Angriff der nicht durchdacht ist, der aber gewünscht ist und deshalb kleine Zahnräder in Gang bringt. Als der Plan nicht funktioniert, beginnen sich plötzlich auch die großen Räder zu drehen. Die Maschine ist in Gang und kaum noch aufzuhalten.
Ab hier geht es auch nicht mehr um den Krieg, sondern um das menschliche Wesen an sich. Denn das hier alles so aus den Rudern läuft halt vielerlei Gründe, die im ganz privaten beginnen (der Ruhm des Einzelnen), sich fortsetzen am festhalten an althergebrachten Ehrvorstellungen (der erste moderne Krieg, dessen Wesen von alternden Befehlshabern kaum mehr zu begreifen war) und der inhaltlichen und kognitiven Starre einer solch elitären Machtfabrik, wie es das Militär eben schon immer war und auch heute noch ist. "Paths of Glory" liefert zig fix Ideen und Sinneshaltungen, über die der Mensch vergessen kann Mensch zu sein. Durch die er seinen Blick auf das wahre Jetzt, auf den Moment und auf Echtheit verliert und in einer absurden, aber von vielen Seiten gestützen Welt lebt, die gesellschaftliche Unterschiede mit einer Grausamkeit durchsetzt, die im normalen Leben nur schwer möglich ist.
Hier wurde mir der Soldat teilweise zu sehr als willenloses, unschuldiges Schaf dargestellt, dass nur da ist zu folgen, um auf der Schlachtbank zu enden. Im Prinzip ja nicht das fälscheste, vorallem wohl zur damaligen Zeit, mir aber dennoch an einigen Stellen zu schwarzweiß gemalt. Den was für mich das ganz besondere an "Paths of Glory" ist, dass ist sein kühler und technischer Blick auf die Dinge die hier passieren. Die Wirkung des Films ist immer dann am größten, wenn er sich nicht bemüht eine zu erzielen, sondern nur betrachtet. Die Vorgänge hier sprechen ja auch für sich selbst.
Das sind aber nur kleine Kritikpunkte an einem sonst wirklich tollen Film.
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Aller guten Dinge sind drei. Dies gilt anscheinend auch für Stanley Kubrick, der mit seinem dritten Spielfilm das erstemal wirklich überzeugen kann. Zwar ist "The Killing" sicherlich kein Film für die Ewigkeit, es ist jedoch ein kompakter, spannenender und durchdachter Thriller, der nur wenige Schwächen innehat.
Dabei jongliert Kubrick recht gekonnt mit Elementen der alten Kriminalschule,…
Aller guten Dinge sind drei. Dies gilt anscheinend auch für Stanley Kubrick, der mit seinem dritten Spielfilm das erstemal wirklich überzeugen kann. Zwar ist "The Killing" sicherlich kein Film für die Ewigkeit, es ist jedoch ein kompakter, spannenender und durchdachter Thriller, der nur wenige Schwächen innehat.
Dabei jongliert Kubrick recht gekonnt mit Elementen der alten Kriminalschule, bringt aber auch heut noch recht modern wirkende Stilmittel mit ein. Denn diese filmische Sezierung eines Raubs erinnert einerseits an alte Polizeiserien, in denen einem aus dem Off alles pseudokokumentarisch erklärt wird, anderseits besitzt Kubrick den Mut, diesen Fall auseinanderzunehmen und die Puzzle Stücke völlig neu anzuordnen. Zeitliche Abfolge und erzählerischer Standpunkt werden immer wieder gewechselt, womit gerade gegen Ende hin enorm Spannung aufgebaut wird, da Kubrick ein paar mal kurz bevor es so richtig losgeht doch noch einmal die Perspektive wechselt.
"The Killing" ist mit einem Bein aber auch noch im Film Noir verwurzelt, denn so kalt und klinisch perfekt das Verbrechen dargestellt ist, so dramatisch zeigen sich teilweise die zwischenmenschlichen Beziehungen. Diese wirken aber um einiges zugänglicher und flüssiger als noch in "Killer's Kiss" und es war wohl ein kluger Zug Kubricks, sich hier ein funktionierende Buchvorlage vorzunehmen und sich auch bei der Erarbeitung der Dialoge Hilfe zu holen, anstatt auch "The Killing" in völliger Eigenregie zu verwirklichen.
Und was da durchaus als melodramischer Kriminalfilm beginnt, sich danach aber zum straffen und schnörkellosen Blick auf die Planung und Durchführung eines Verbrechens entwickelt, dass endet letztendich als bitterböser und schwarzer Spott auf diese eine Unart des Menschen: Dinge zu planen.
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Nach dem mehr als durchwachsenen Erstling "Fear and Desire", legte Stanley Kubrick 1955 den Kriminalfilm "Killer's Kiss" vor. Aber auch dieser ist weit davon entfernt ein Meisterwerk zu sein. Wo sein Spielfilmdebut sich viel zu weit aus dem Fenster lehnte und einer abgehobenen Künstlichkeit fröhnte, da verlässt sich "Killer's Kiss" zu sehr auf sein ordentliches…
Nach dem mehr als durchwachsenen Erstling "Fear and Desire", legte Stanley Kubrick 1955 den Kriminalfilm "Killer's Kiss" vor. Aber auch dieser ist weit davon entfernt ein Meisterwerk zu sein. Wo sein Spielfilmdebut sich viel zu weit aus dem Fenster lehnte und einer abgehobenen Künstlichkeit fröhnte, da verlässt sich "Killer's Kiss" zu sehr auf sein ordentliches Handwerk, vermag sonst aber nicht viel zu bieten.
Verwurzelt im Film Noir, wirkt diese Geschichte um Liebe, Eifersucht und Mord seltsam saft- und kraftlos, erscheint einem wie eine dramatische Blaupause, welcher aber jegliche Seele fehlt. Noch dazu fühlt sich die Story unnötig gestreckt an, werden Einstellungen ausgekostet, von denen man nie das Gefühl hat, dass sie auch nur im geringsten wichtig für den Film sind. Kubrick lebt in diesen Momenten sein Gespür für Bilder, Einstellungen und Gesichter aus, scheint aber für sich noch keinen funktionierenden Filter gefunden zu haben, der hier die Spreu vom Weizen trennt. Paradebeispiel wäre hier wohl die Exkursion in die Vergangenheit Goria's: Schön gemacht und eigentlich in sich völlig stimmig, im Gesamtkontext des Films aber völlig überflüssig. Dies scheint aber Kubricks Methode zu sein um die Figuren in "Killer's Kiss" zu erklären: Anstatt sie menschlich wirken zu lassen, ihrem agieren Seele zu verleihen, wirft er dem Zuschauer immer wieder lose Fragmente aus deren Vergangenheit oder der Familie vor um aufzuzeigen, wie diese Charaktere doch eigentlich sind.
Man schleppt sich mehr oder weniger unterhalten bis zum unvermeidlichen Finale und dieses kann dann auch um einiges mehr überzeugen, als es der lange Weg dorthin konnte. Es passiert eben nun etwas. Das Tempo wird deutlich angezogen und auch wenn viele Handlungen eher durch den dramatischen Effekt als durch Vernunft zu erklären sind, so bekommt "Killer's Kiss" hier doch endlich so etwas wie einen roten Faden, ein Abfolge von Aktion und Reaktion. So richtig Spannung mag auch hier nicht aufkommen, aber es bei weitem nicht mehr so träge, wie es die erste Hälfte des Films ist.
Insgesamt aber noch viel zu unausgegoren, als dass man "Killer's Kiss" wirklich empfehlen könnte.
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Stanley Kubricks erster Spielfilm, vorher drehte er nur einige Dokumentarfilme, ist im Grunde nur aus Filmhistorischer Sicht interessant und nun ja, für Menschen wie mich, die einen gewissen Sammeltrieb hegen. Nach der Sichtung von "Fear and Desire" ist einem jedoch schon ziemlich klar, warum Kubrick diesen Film gerne unter den Teppich kehrte. Die großen Ziele und Vorstellungen, die Kubrick…
Stanley Kubricks erster Spielfilm, vorher drehte er nur einige Dokumentarfilme, ist im Grunde nur aus Filmhistorischer Sicht interessant und nun ja, für Menschen wie mich, die einen gewissen Sammeltrieb hegen. Nach der Sichtung von "Fear and Desire" ist einem jedoch schon ziemlich klar, warum Kubrick diesen Film gerne unter den Teppich kehrte. Die großen Ziele und Vorstellungen, die Kubrick mit der Idee dieses Films verband, schreien einem geradezu ins Gesicht, stehen aber völlig konträr zum hölzernen Ergebnis.
Die Schrecken des Krieges will "Fear and Desire" aufzeigen, dabei vorallem die psychischen Probleme des Einzelnen, der in einer solchen Situation ja meist weit entfernt ist von all den gewohnten und stabilisierenden Einflüssen. Der Soldat, der sich in der Fremde auf das besinnen muss, was er tief in sich trägt, da eben das Netzt fehlt, welches ihn auffangen könnte. So weit, so gut. Kubrick entwirft ein fiktives Kriegsgeschehen (wobei die Feinde doch schon irgendwie deutsch anmuten) und will schon in der ersten 5 Minuten sovieles deutlich machen, während man als Zuschauer noch nicht einmal halbwegs in den Film gefunden hat. So richtig mag das auch während der gesamten Spielzeit nicht gelingen. Diese Hast und Dringlichkeit in der Inszenierung Kubricks lässt einen durchgehend hinter etwas herrennen, was man doch nie erreichen kann. Freut man sich anfangs noch, dass er jeglichen heroischen Pathos außen vor lässt, so merkt man doch schnell, dass dieser nur durch ein merkwürdig hausbackene Kriegspsychologie ersetzt wurde. Und die haut einem Kubrick heftig um die Ohren. Die Soldaten geben allerlei tiefgründiges und philosophisches von sich, leiden unentwegt und sind immer dem Wahnsinn nahe, wenn sie nicht gerade das Leben zynisch belächeln. Mit der Zeit wird dies einfach viel zu viel, gerade weil auch die Handlungen der Soldaten immer mehr aus dem Ruder laufen und für den Zuschauer unerklärlich sind. Nach der Hälfte läuft "Fear and Desire" dann auch wirklich Gefahr auseinanderzufallen und wird immer wieder durch krude Künstlichkeiten gekittet. Das Gesamtbild erscheint dadurch oftmals erschreckend amateurhaft, völlig überzogen und unglaubwürdig.
Zwar gibt es einige recht schöne Stilmittel, wie z.B. die Großaufnahmen der Soldaten, diese werden jedoch so häufig eingesetzt, dass man auch davon irgendwann genug hat. Da sich auch kein irgendwie spektakuläres Ende ankündigt, verliert man auf der Zielgerade dann so ziemlich das letzte Interesse an "Fear and Desire" und hakt den Film nach überstandenen 60 Minuten einfach ab.
Stanley Kubrick. Ein großer Name. Fear and Desire. Ein schlechter Film.
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FilmFan92 Fri, 07 Jun 2013 19:25:31 -0000
Antwort löschenSollte man sich den angucken, auch wenn man kein Sammler ist? :)
ElMagico Fri, 07 Jun 2013 19:39:58 -0000
Antwort löschenFür mich wäre dann nur der einzige Sinn, dass du halt mal alles von Kubrick gesehen hast. Ansonsten gibt es ein Meer an viel besseren Filmen...der Name Kubrick ist das einzige was diesen Film interessant macht ;)
Andy Dufresne Fri, 07 Jun 2013 22:39:58 -0000
Antwort löschenDen hab ich neulich auch gekauft, auch eher aus "Komplettierungsgründen" :D
Schiebe ihn jetzt wohl noch ein Stückchen in die Zukunft :D
FilmFan92 Fri, 07 Jun 2013 23:26:20 -0000
Antwort löschenDann schreibe ich den erstmal ganz ganz unten auf meine Liste :)
Danke für's informieren, wüsste ohne den Kommentar gar nicht, dass der Film existiert ^^
ElMagico Sat, 08 Jun 2013 07:31:18 -0000
Antwort löschenHatte den Film selbst nicht auf dem Radar. Der Name Kubrick ist aber schön groß auf dem Cover, so dass ich beim stöbern letztens auf ihne stieß ;)
Lilyhammer
ElMagico 6.0 "Ganz gut" Fri, 07 Jun 2013 15:38:46 -0000
Als ich zuerst davon las, da weckte "Lilyhammer" fast ein bisschen Euphorie in mir. Der nordische Humor nimmt sich der Mafia-Thematik an: Ein New Yorker Mafiosi, welcher als Kronzeuge gegen Kollegen aussagte, wünscht sich im idyllischen Lillehammer niederzulassen, da er die Olympischen Spiele damals so schön fand. Das muss gut werden, ein Heidenspaß muss das sein!
"Lilyhammer"…
Als ich zuerst davon las, da weckte "Lilyhammer" fast ein bisschen Euphorie in mir. Der nordische Humor nimmt sich der Mafia-Thematik an: Ein New Yorker Mafiosi, welcher als Kronzeuge gegen Kollegen aussagte, wünscht sich im idyllischen Lillehammer niederzulassen, da er die Olympischen Spiele damals so schön fand. Das muss gut werden, ein Heidenspaß muss das sein!
"Lilyhammer" ist aber nur nett, putzig und manchmal recht amüsant, kommt nie so richtig in fahrt und verarbeitet seine Möglichkeiten nur sehr zurückhaltend, ja fast etwas ängstlich. Das funktioniert bei den ersten beiden Folgen sogar noch sehr gut, auch weil man auf etwas wartet. Etwas, das einen mitreisst, mehr teilhaben lässt und auch, dass mal ein wenig auf den Putz gehauen wird. So richtig derbe und auch politisch unkorrekt, wie man es von unseren nordischen Nachbarn eben gewohnt ist.
All das kommt nicht. Leider. Ab der dritten Folge merkt man, dass jede Folge gleich aufgebaut ist und die Serienübergreifenden Handlungsbögen relativ unspektakulär sind. Probleme treten auf und Giovanni löst die diese, gewollt oder nicht, mit den ihm bekannten Mafiamethoden. Leider soll er eben aber auch ein ganz Lieber sein und darf deshalb nie über die Stränge schlagen, alles bleibt irgendwie erschreckend harmlos und langweilt manchmal sogar etwas. Es fehlt "Lilyhammer" nicht an guten Ansätzen, alles was ich mir erhoffte ist im Anfangsstadium vorhanden, es fehlt aber völlig der Mut diese auch konsequent umzusetzen.
Die letzten Folgen habe ich dann auch kaum mehr mit voller Aufmerksamkeit angeguckt. Das ewig gleiche Gebaren des Steven Van Zandt als alternder Mafiosi, die immergleichen Witze und der nur in Nuancen veränderte Aufbau der verschiedenen Folgen ließ mich doch sehr ernüchtert und etwas enttäuscht zurück. Schade.
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Da ist es wieder. Dieses hauchdünne Etwas, dass einem ständig durch die Finger gleitet, wenn man es in Worte fassen will. Ein Film der Worte ist "Bin-jip" jedoch eh nicht. Es ist der pure Zauber des Fühlens. Ein zarter Kuss in der Dunkelheit, dessen Lippen unbekannt bleiben. Kann man sich öffnen, lässt "Bin-jip" für kurze Zeit fliegen, andererseits lässt er einen schnell zu Boden…
Da ist es wieder. Dieses hauchdünne Etwas, dass einem ständig durch die Finger gleitet, wenn man es in Worte fassen will. Ein Film der Worte ist "Bin-jip" jedoch eh nicht. Es ist der pure Zauber des Fühlens. Ein zarter Kuss in der Dunkelheit, dessen Lippen unbekannt bleiben. Kann man sich öffnen, lässt "Bin-jip" für kurze Zeit fliegen, andererseits lässt er einen schnell zu Boden stürzen, will man seine Fassade auf Fakten, Wahrheiten und eine gültige Realität überprüfen.
Denn auf seine stille Art ist "Bin-jip" doch auch irgendwie experimentell. Hangelt er sich in der ersten Hälfte noch langsam an einem Handlungsstrang entlang, so lässt er diesen in der Mitte fallen und nimmt ihn nur noch sporadisch auf. Und ab dort ist durchaus auch der Zuschauer gefordert, ab der Mitte lädt "Bin-jip" ein sich diese Geschichte selbst so auszumalen wie man sie mag. Wie ein Malbuch dessen Bilder zwar vorgegeben sind, die Wahl der Farben aber unsere. Ich persönlich hab mich am meisten für die Geister-Variante begeistern können...was aber nichts mit der Wahrheit zu tun hat. Ich mochte den Gedanken einfach so sehr.
Langsam und still. Fast ohne Worte. Eigentlich sind es nur die schlechten Menschen ab und an die sprechen. Das Liebespaar schweigt. Und es stört nicht. Es ist auch nicht langweilig. Das ist einfach nur sehr sehr schön.
Wirklich sehr schön.
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Am bekanntesten für sein Werke, welche sich zwischen den Polen Pervers, Gewalttägig, Yakuza und Manga bewegen, ist Takashi Miike ein Mann, den man kaum auf ein gewisses Genre festlegen kann. Selbst die Qualität seiner Filme ist dabei höchst unterschiedlich, teilweise inszeniert er beeindruckende Werke, oft aber auch kaum erträglichen Nonsens. "Chūgoku no chōjin" fällt ihn seinem Schaffen…
Am bekanntesten für sein Werke, welche sich zwischen den Polen Pervers, Gewalttägig, Yakuza und Manga bewegen, ist Takashi Miike ein Mann, den man kaum auf ein gewisses Genre festlegen kann. Selbst die Qualität seiner Filme ist dabei höchst unterschiedlich, teilweise inszeniert er beeindruckende Werke, oft aber auch kaum erträglichen Nonsens. "Chūgoku no chōjin" fällt ihn seinem Schaffen aber eine ganz besondere Rolle zu, denn eine solche innere Gelassenheit, ja stellenweise fast schon Apathie, trauen diesem Miike wohl die wenigsten zu.
Dabei lässt "Chūgoku no chōjin" aber nicht alle Stilmerkmale Miikes vermissen. Gerade in den ersten 40 Minuten schimmert doch immer wieder sein sehr überdrehter und oft auch kindischer Humor durch. Selbst die Figuren wirken lange wie völlig überzeichnete Klischees und mag zu diesem Zeitpunkt kaum vermuten, welchen Verlauf dieser Film noch nehmen wird. Denn was als verrückter Roadtrip beginnt, bei dem ein junger Geschäftsmann, ein Yakzu und deren Führer ein Dorf in den Bergen Chinas suchen, um dort Geschäfte mit den Einheimischen zu tätigen, nimmt eine jähe Wendung als sie eben jene Siedlung erreichen. Als ob "Chūgoku no chōjin" das Tempo des Lebens dieses Bergdorfs aufnimmt, welches seit Jahrhunderten kaum Veränderungen durchgemacht hat und das nur einmel den Atem anhielt als ein Mann vom Himmel kam. Genau dieser überlieferte auch die Geschichte der Vogelmenschen. Menschen die fliegen können. Während der Reiseführer alles tut um die Reise fortsetzen zu können, verlieren sich der Yakuza und der Geschäftsmann immer mehr in dieser Welt, den Geschichten um die fliegenden Menschen und das junge Mädchen, dass das Fliegen lehrt. "Chūgoku no chōjin" ist da schon längst ein unheimlich ruhiges und langsam fließendes modernes Märchen. Der Film birgt ein gewisse Weisheit in sich, wirkt gleichzeitig aber irgendwie sehr süß. Er versprüht einfach ein sehr schönes Gefühl, man fühlt sich wohl, dabei vergisst "Chūgoku no chōjin" aber nicht leisen Witz zu versprühen und gegen Ende hin seinen Storyfaden wieder aufzunehmen und weiterzuspinnen. Dazwischen hält der Film tatsächlich teilweise völlig inne. Scheint über die Situation, die Menschen und den Sinn zu meditieren. Er schafft das aber ohne zu langweilen. Toll!.
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Mit "The Dark Half" stand George A. Romero auf der Schwelle sich für größere Aufgaben in Hollywoods oberer Etage zu empfehlen. Auch wenn der Film ein solides Stück Horror wurde, den entscheidenden Schritt konnte Romero damit nicht tun. Im Gegenteil: Danach kam erst einmal lange nichts von ihm und dann der unsägliche "Bruiser".
Wenn man aber ehrlich ist, dann findet man…
Mit "The Dark Half" stand George A. Romero auf der Schwelle sich für größere Aufgaben in Hollywoods oberer Etage zu empfehlen. Auch wenn der Film ein solides Stück Horror wurde, den entscheidenden Schritt konnte Romero damit nicht tun. Im Gegenteil: Danach kam erst einmal lange nichts von ihm und dann der unsägliche "Bruiser".
Wenn man aber ehrlich ist, dann findet man aber auch nichts in "The Dark Half", dass irgendjemand dazu verleiten könnte, dem Regisseur ein großes Budget in die Hand zu geben. Alles lieb und nett und eben in den Grenzen des Genres gehalten, versprüht diese moderne Version der "Dr. Jeckyll und Mr. Hyde"-Thematik immer ein bisschen die Aura der Unwichtigkeit. Das ist phasenweise spannend, immer ordentlich inszeniert, aber eben nie etwas besonderes. Nie schlecht oder dilettantisch, nie richtig gut oder gar herausragend. So plätschert der Film in der Mitte auch etwas vor sich hin, da die einzelnen Morde den Film nicht unbedingt voranbringen und auch nicht so blutrünstig sind, dass man sie unbedingt sehen müsste. 20-30 Minuten ist "The Dark Half" einfach zu lang, denn seine eigentlich nette Story mag diese fast schon epischen 2 Stunden einfach nicht füllen. So wirklich interessant wird es dann erst wieder in den letzten 20 Minuten und sogar ein wenige Gore gibt es im Finale zu begutachten.
Ordentliche Durchschnittsware von einem der Altmeister des Horrorfilms. Man hätte ihm einfach die Möglichkeiten, die er bei "The Dark Half" hatte, auch für manch seiner anderen Filme gewünscht. Andererseits hätten diesen das aber sicher auch irgendwo geschadet....
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Da bin ich wohl einfach zuwenig japanophil. Ich verstehe die Geschichte, ich kann durchaus verfolgen was da passiert, aber ich kann nur durch das Fenster von außen beobachten was drinnen passiert. Jeglicher emotionale und kulturelle Zugang hierzu fehlt mir im Grunde, ich kann das auf mich wirken lassen, die eine oder andere Botschaft auflesen, aber ansonsten behandelt mich der Film wie einen Fremden…
Da bin ich wohl einfach zuwenig japanophil. Ich verstehe die Geschichte, ich kann durchaus verfolgen was da passiert, aber ich kann nur durch das Fenster von außen beobachten was drinnen passiert. Jeglicher emotionale und kulturelle Zugang hierzu fehlt mir im Grunde, ich kann das auf mich wirken lassen, die eine oder andere Botschaft auflesen, aber ansonsten behandelt mich der Film wie einen Fremden.
Doch auch für den japanischen Raum muss "Jigoku" ein sehr pessimistischer und radikaler Film sein. Hier ist alles Sünde und jeder von dieser mehr als nur behaftet. Eigentlich gibt es gar keine Möglichkeit frei von Lastern zu leben, da sie sich im kleinsten Detail verstecken und somit hat man auch keine Chance diesen 8 Höllen zu entkommen. Der Weg dahin ist ein extrem theatralischer und überzogener, selbst für einen asiatischen Film. Der junge Shiro stolpert von einem Unglück ins andere und jeder einzelne Mensch um ihn herum hat zumindest ein dunkles Geheimnis. Spätestens wenn Shiro sein kranke Mutter besucht, kann man "Jigoku" nur noch schwerlich einorden. Völlig überbordende Farce? Oder ist das doch nur kulturell bedingt? Dieses Böse in allen Ecken und Kanten wirkt jedenfalls völlig überzogen und abstrus. Sind da die traditionellen japanischen Gesänge sogar noch hilfreich, bekommt der Film wenn er jazzige Töne anschläg ein vollends skurriles Feeling.
"Jigoku" hat aber eben auch was. Absonderlich schön anzuschauen und von dieser undefinierbaren Atmosphäre, die oft nur Filme zustande bringen, deren Kern man einfach nicht versteht. Man ist gewöhnt, dass man halbwegs weiß, was der Film mit einem anstellen will, wo er mich als Zuschauer hinbringen will. Nicht so jedoch bei "Jigoku": Hier ist man völlig unwissend und dem Film einfach ausgeliefert. Und irgendwann erübrigt es sich da dann auch ob man das nun gut, schlecht, schön, verständlich oder sinnvoll findet...man macht aus oder ergibt sich den Bildern. Denn die erschlagen einen die letzten 40 Minuten lange. Grausam, verwirrend, laut und von der Art, dass man irgendwo genervt ist von diesem ständigen Geschrei und diesen Geräuschen. Genervt, aber in einem positiven Sinne....schliessliche ist es die Hölle die hier dargestellt wird.
Wie sagt man so schön: Eine Erfahrung. Visuell wirklich top, gerade was das letzte Drittel angeht, inhaltlich aber sehr befremdlich und zuweilen anstrengend. Durch die Thematik und zutiefst negativen Grundton von "Jigoku" kam mir immer wieder folgender Songtext von Curtis Mayfield in den Sinn:
"Sisters, niggers, whities, jews, crackers! Don't worry! If there's hell below, we're all gotta go!
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Ein etwas anderer Beitrag zum Zombie-Genre von Wes Craven und ich muss sagen, dass er mich bei der erneuten Sichtung weitesgehend überzeugen konnte. Basierend auf dem Zombiebild des Voodoo-Kults inszeniert er mit "The Serpent and the Rainbow" ein fiebrigen, etwas hektischen, aber sehr spannenden Film zwischen den Eckpfeilern Mystik, Religion und Horror. Ab und an lässt er visuell aber…
Ein etwas anderer Beitrag zum Zombie-Genre von Wes Craven und ich muss sagen, dass er mich bei der erneuten Sichtung weitesgehend überzeugen konnte. Basierend auf dem Zombiebild des Voodoo-Kults inszeniert er mit "The Serpent and the Rainbow" ein fiebrigen, etwas hektischen, aber sehr spannenden Film zwischen den Eckpfeilern Mystik, Religion und Horror. Ab und an lässt er visuell aber durchaus das Bild des modernen Zombiefilms durcksickern, verlässt aber dabei nie den Pfad seiner klassisch angehauchten Story.
Der große Pluspunkt an diesem Film ist, dass er die Atmosphäre, ja sogar etwas des mystischen Inhalts und dem Lebensgefühl des Voodoo vermitteln kann. So fernab von unserer Vorstellung dies alles liegen mag, Craven kreiert keine Freakshow, sondern geht prinzpiell sehr ernsthaft an sein Thema heran. Kontinuierlich zieht er Hauptfigur Dennis den Boden unter den Füssen weg, lässt für ihn die Grenzen zwischen Realität, Halluzination und Traum verschwimmen und wendet diesen Trick auch gleichzeitig auf den Zuschauer an. So ist es ihm auch möglich immer wieder ins Phantastische abzudriften, ohne dass man "The Serpent and the Rainbow" jemals Albernheit vorwerfen könnte. Es scheint alles so tief verwurzelt zu sein, so fremd und ich konnte mich richtiggehend davon entführen lassen. Die Story hat einen schönen Spannungsbogen, so gut wie keine Durchhänger und obendrein ein paar wirklich schöne bzw. erschreckende Traum-/Wahnsequenzen. Selbst der Hintergrund des Bürgerkriegs auf Haiti wurde recht einnehmlich in die Geschichte eingebaut.
Ein etwas anderer, aber sehr empfehlenswerter Film von Wes Craven, der durchaus auch Menschen gefallen könnte, die sonst nichts mit Horror und Zombies anfangen können.
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VisitorQ Sat, 01 Jun 2013 16:43:20 -0000
Antwort löschenhabe ich hier rumliegen. werde ich mir auch bald reinballern, freue mich schon sehr.
JackoXL Sat, 01 Jun 2013 18:51:22 -0000
Antwort löschenDie erste Stunde ist super, dann nur billiger Hokus-Pokus, der die gesamte Stimmung zerstört. Ich würde den gerne total mögen, aber das letzte Drittel hat den gekillt.
ElMagico Sat, 01 Jun 2013 18:55:25 -0000
Antwort löschenAber ich fand das ok, weil das ja alles Trip ist...hätte er das als Realität verkaufen wollen, dann wäre mein Urteil wohl auch böser ausgefallen...
Die Musik und ein paar okaye Tanzszenen retten diesen Film, auf den ich mich eigentlich sehr gefreut hatte, wenigstens etwas. Die Northern Soul Szene ist aber nur Schauplatz für "Soulboy", man erfährt nichts weiter über sie und letztenendes wird sie auch völlig oberflächlich dargestellt. Nimmt man dem ganzen die tollen Songs, dann fühlte sich das von der Herangehensweise und dramaturgischen…
Die Musik und ein paar okaye Tanzszenen retten diesen Film, auf den ich mich eigentlich sehr gefreut hatte, wenigstens etwas. Die Northern Soul Szene ist aber nur Schauplatz für "Soulboy", man erfährt nichts weiter über sie und letztenendes wird sie auch völlig oberflächlich dargestellt. Nimmt man dem ganzen die tollen Songs, dann fühlte sich das von der Herangehensweise und dramaturgischen Konzeption sehr nach den Kinder- und Jungendfilmen an, die Nachmittags oft auf Nikelodeon oder dem Kinderkanal laufen. Ohne es gesehen zu haben, glaube ich, dass auch sowas wie "Die wilden Kerle" nach einem ähnlichen Schema abläuft. Ein Außenseiter, gute Crew, böse Crew, Romeo-und-Julia-Dilemma, finden der wahren Liebe. Ganz simpel und einfach und "Soulboy" schafft es da auch nicht irgendeine Tiefe oder variierende Nuance in der Story zu finden. Da es leider auch versäumt wird etwas von der damaligen Atmosphäre darzustellen, dem ganzen Film das fehlt, was ihn eigentlich ausmachen sollte, nämlich der Soul, die Seele und das Herz, bleibt es leider ein völlig uninteressanter Streifen....mit verdammt guter Musik.
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Nach langer Zeit mal wieder aus dem Regal gekramt und hier dann überrascht festgestellt, dass dies der Erstling von Jaume Balagueró ist, welcher später mit (REC) ja recht erfolgreich war. Die Klasse erreicht "Los sin nombre" aber nie so ganz. Licht und Schatten wechseln sich hier beständig ab und am Ende sind es doch etwas zuviele Klischees die hier verarbeitet wurden.
Dummerweise…
Nach langer Zeit mal wieder aus dem Regal gekramt und hier dann überrascht festgestellt, dass dies der Erstling von Jaume Balagueró ist, welcher später mit (REC) ja recht erfolgreich war. Die Klasse erreicht "Los sin nombre" aber nie so ganz. Licht und Schatten wechseln sich hier beständig ab und am Ende sind es doch etwas zuviele Klischees die hier verarbeitet wurden.
Dummerweise ist es das erste Viertel, durch welches man sich echt hindurchkämpfen muss. All diese tragischen Schicksale sind ja schön und gut, aber irgendwann verliert man die Lust der Mutter bzw. den ehemaligen Polizisten dabei zuzusehen, wie sie ganz arg niedergeschmettern sind. Ich muss auch sagen, dass ich Szenen, in denen irgendwelche Menschen deren Kinder/Frauen tot/verschwunden sind, sich minutenlang alte Familienvideos angucken, einfach nicht mehr ertrage. Kann man sich nicht was anderes einfallen lassen um Verlust zu symbolisieren? Ich mag das nicht mehr sehen! Nach einiger Zeit nehmen dann aber glücklicherweise die Horror und Mystik-Elemente überhand, wodurch "Los sin nombre" sicherlich nicht zum Knaller wird, aber er löst sich damit aus seiner leidenden Lethargie. Die ganze Geschichte schreit zwar nach Konstrukt und überhaupt ist die ganze Story auf einem sehr wackeligen Fundament errichtet, aber folt man dem Film einfach von Szene zu Szene und hinterfrägt das ganze nicht zu sehr, dann wird "Los sin nombre" zum recht unterhaltsamen Verschwörungs-Horror-Thriller, bietet ein paar nette Bilder, einen Bilderbuchpsychopathen, viele Horrorklischees und ein tatsächlich sehr konsequentes Ende.
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Gästebuch
ready2fall Fri, 07 Dec 2012 22:56:30 -0000
Ich hab in letzter Zeit so viele Kommentare von dir gelesen, gerade eben den zu Network <3 da muss ich dir einfach eine Anfrage zuschicken, sgeht nicht anders. :O
Dein Profiltext gefällt mir auch, sehr sympatisch. :)
JackoXL Thu, 29 Nov 2012 22:01:44 -0000
Genau, man muss ja auch seine lieben Mitmenschen vor Zeitverschwendung warnen. Außerdem finde ich Filme zerreißen immer einfacher und manchmal sogar schöner, als immer nur die tollen Dinge hervorzuheben, das kann doch jeder. ;)
JackoXL Thu, 29 Nov 2012 21:53:01 -0000
Ha, das hat eine gewisse Komik. :)
Ja, ich schreibe zu jedem gesehenen Film etwas. Viele würde ich auch nie wieder sehen, daher immer sofort, sonst gibt es keine zweite Chance. Auch Dreck oder Halbgares muss als solches bestätigt werden. ;)
JackoXL Thu, 29 Nov 2012 21:39:47 -0000
Mag deine Kommentare und will die in Zukunft nicht suchen müssen. Daher frage ich die hochachtungsvoll an. :)
Memduman Sun, 21 Oct 2012 22:27:07 -0000
Hahaha xD An letzteres hatte ich auch schon gedacht... Kannst du mir denn sagen was die ideale Größe dafür ist? Z.b. habe ich n Exemplar aus einer Rapid Eye Movie Collection, dann später gemerkt dass es den Film auch mit Original-Cover gibt, bloß in teurer. Und das Geld will ich ungern ausgeben, nur damit das Cover original ist... Werde mich aber auch in Videotheken und alternativ Ebay umschauen; vielen Dank für die Tipps! :)
mariega Thu, 18 Oct 2012 15:06:03 -0000
Naja, dann warte mal ab mit dem Bizarresein, man weiß nie was noch kommt ;)! Und du... du bist auch eher freundlicher als seltsam :)!
mariega Sat, 13 Oct 2012 20:43:31 -0000
"Bizarre, moi j'ai dit bizarre? Comme c'est bizarre!" "Seltsam, ich habe seltsam gesagt? Wie seltsam!" Louis Jouvet zu Michel Simon in "Drôle de drame" von Marcel Carné ;)
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Der kleinste große Film Kubricks, der seine Bewunderer aber in zwei Lager zu teilen scheint. Vielleicht weil er hier vielmehr als vorher (und auch danach) die Empore des unbeteiligten Beobachters verlässt und sich mitten in seine Geschichte stürzt. "Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb" ist eine wilde Ansammlung von kleinen Nahkämpfen, die Lust auf kurze,…