Unglaublich, wie viele Zuschauer auf diesen Film hereinfallen! Ein immens verklemmtes Moralstück, was ob des Themas schlechte Voraussetzungen sind. Des Films Moral: alle, die im Pornogeschäft sind, sind verdammt, abzustürzen! Aus politisch korrekten Gründen darf der afroamerikanische Mitläufer (Don Cheadle) den Absprung schaffen. Angeblich drehen die Protagonisten Hardcore. In einer möchtegern-gewagten Szene lässt PT Anderson seine Kamera den Sucher der Porno-Kamera filmen. Und die rammelnden Darsteller sind von der Hüfte aufwärts zu sehen. Hardcore? Wohl eher Blümchensex. Da folgt der Regisseur vorbeugend dem Diktat der Sittenwächter.
Obwohl das beeindruckende Ensemble engagiert spielt (und eine splitterfaserige Heather Graham punkten sollte), bleibt dieser Film ein Ärgernis. Ein anderer, anarchischerer Filmer hätte eine komische Zeitstudie mit Biss und Tiefgang daraus machen können. So bleibt nur ein plakatives Machwerk mit verkrampft-katholischen Werten.
Wahrscheinlich wird dieser Film vom deutschen Publikum zu Unrecht ignoriert werden. Die beste Satire seit WAG THE DOG. Basierend auf der BBC-Sitcom THE THICK OF IT erzählt IN THE LOOP im Doku-Stil von THE OFFICE die Irrungen und Verwicklungen der britischen Delegation in Washington, wie sie einen Kriegseinsatz eigentlich verhindern wollen und letztlich doch zum Jasager der USA werden. Offensichtlich inspiriert von Blairs Kriegszug in den Irak, führt IN THE LOOP die Machenschaften, (In-)Kompetenzen und Ränkespiele hinter den Kulissen der Weltpolitik vor. Bissig, wichtig und urkomisch!
Ein herrlich verspult verhinderter Liebesfilm, den man sonst eher aus Skandinavien erwarten könnte. Während man in diesem Lande oft platt Seelenstriptease abfilmt, um zwischengeschlechtliche Beziehungen zu sezieren, schafft es dieser Film liebevoll, komisch und wundersam wahrhaftig den Umstand ergründen, dass Männer anders sind - Frauen aber auch.
Warum diesen Film verreißen, wenn man gar nichts mit den Spice Girls anfangen kann? Die Mädelsgruppe der 90er versuchen sich, deren "A Hard Day's Night" zu filmen. Und genauso, wie sie die Emanzipation vorangebracht haben mit "Girl Power"-Gehabe (eher mäßig überzeugend aber versuchen kann frau es ja mal) ist auch dieser Plastikabklatsch bedingt gelungen. Natürlich könnte dieser Film lustiger sein, bissiger, sinnreicher - aber man kann dem Werk ja kaum vorwerfen, das es ist, was es ist: ein Spice-Girls-Film. Darum in seiner Welt bewertet ok, aber eben auch nicht besser - oder schlechter.
Jimini Glick ist einer von Martin Shorts TV-Rollen, ein wenig wie Ali G von Sasha Baron Cohen. Als Glick interviewte Short viele Filmstars und kitzelte so Charme, Humor - oder dessen Abwesenheit heraus. Für sich ein lustiges Konzept. Aber wie bei vielen Kinoadaptionen einer Impronummer scheitert die Umsetzung als (teils) vorgeschriebene Geschichte. Glick macht das Toronto Filmfestival unsicher und wird in einen Mord verwickelt. Short tritt auch als David Lynch auf ( macht die Hälfte der 1,5 Punkte aus). Bedauerlicherweise ist dieser Film mindestens so unkomisch wie CLIFFORD, eine sehr vergeudete Gelegenheit.
Ein herrlicher Blödsinn! Albern, piefig, brachial - eigentlich wollte die Band Trio, Helden der Neuen Deutschen Welle (Da da da) eine böse Politsatire machen. Vorbilder sollten sein: "Dr Seltsam", "Catch 22" und weitere Meisterstücke. Die 3 Musiker distanzierten sich schnell von diesem Werk, auch Regisseur Dominik Graf verschweigt seine Mitwirkung gern. Egal: der dreifache Doppelgängerschwank über Bananenrepublikdiktatoren, die sich mit ihrem Staatsschatz absetzen und dafür Doubles bei einem Anschlag umbringen lassen wollen, zündet dennoch. Hilfreich ist dabei die komplette Nachsynchronisierung, bei der Sprechergenius Arne Elsholtz (Bill Murray, Tom Hanks) den Dialog des Gitarristen Kralle übernimmt und so zum Glänzen bringt. In weiteren Rollen chargieren noch Peer Augustinski, Sunyi Melles und Ralf Wolter. Alles in Allem ein Film der Kategorie "Gurken, die man innig liebt".
Auf der Berlinale ging der Film ein wenig unter. Drehbuch Nick Hornby, Regie Lone Scherfig. Beide kreieren eine stimmige Prä-Rock'n'Roll-Gesellschaft der 60er Jahre Englands. Ein wenig bleibt die Story im Spießermief stecken, doch beherzt und charmant spielende Darsteller vervollständigen den Film zu einem humorvoll-nachdenklichen Sittenstück.
Was soll's? Uwe Boll hat doch zunächst aufgehört, miese Komödien wie "Das erste Semester" zu drehen. Das zeugt von Lernfähigkeit! Wenn das Methadon dazu Computerspieladaptionen sind - hey, sie scheinen sich gut zu rechnen! Ohne Förderung mindestens einen Film im Jahr zu produzieren, der sein Geld wieder einspielt, das muss erstmal ein besserer Regisseur (deutsch oder von sonstwo) nachmachen.
Man fragt sich, warum Herr Doktor Boll sich nicht mal bessere Autoren engagiert. Die Settings sind ja teils nicht uncool oder uninteressant, die Besetzung oft überraschend kredibel (Ben Kingsley, Michael Madsen, Ray Liotta, Claire Forlani, etc.), weswegen es einfach schade ist, dass die Filme so hingerotzt werden.
Also, Uwe: Mehr Ehrgeiz bei der Autorenwahl! Spricht ja nix dagegen, dass man Deine Zweitverwertungsfabrik nicht nur soviel filmischen Giftmüll ausspucken muss.
Von mir: Boll auf Bewährung.
PS: Tatsächlich sind die wenigen Filme, die ich sah, alle grumpf (aber leider kein ambitionierter, sondern nur renditeorientierter Trash) - aber mit Potential für mehr.
Schlimmer kann Herr Spielberg nimmer (nein, auch 1941 und LOST WORLD nicht). Ein Film, in dem ein sprechender Teddy die beste Rolle ist - das sagt schon viel. Dann der peinlich grob angeklebte dritte Akt ("3000 Jahre vergingen"). Dazu noch die lachhafte "Zukunfts"-Technologie: Wie kann es bitte vom Kind-Bot nur 2 Modelle weltweit geben: Mädchen und Jungen. Rein Marketing-Technisch ein Genickschuss. Außerdem kann er sich sozial nicht integrieren (Essen funzt nicht usw.). Die Höhe: der Robotter kann nur auf EIN Elternteil fixiert werden. Das verspricht ja eine harmonische Familie...
Die Frage: "Wie grausam ist es, Maschinen Gefühle einzuprogrammieren" wird nur oberflächlich behandelt - und dann mit einem derart verlogenen Ende hinweggefegt, dass man dem Regisseur Zynismus vorwerfen könnte, wenn es nicht der Kuschelbär Steven wäre.
So hätte Kubrick das nicht gemacht.
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Envy You
über Boogie Nights 2010/10/26 12:46:13
Unglaublich, wie viele Zuschauer auf diesen Film hereinfallen! Ein immens verklemmtes Moralstück, was ob des Themas schlechte Voraussetzungen sind. Des Films Moral: alle, die im Pornogeschäft sind, sind verdammt, abzustürzen! Aus politisch korrekten Gründen darf der afroamerikanische Mitläufer (Don Cheadle) den Absprung schaffen. Angeblich drehen die Protagonisten Hardcore. In einer möchtegern-gewagten Szene lässt PT Anderson seine Kamera den Sucher der Porno-Kamera filmen. Und die rammelnden Darsteller sind von der Hüfte aufwärts zu sehen. Hardcore? Wohl eher Blümchensex. Da folgt der Regisseur vorbeugend dem Diktat der Sittenwächter.
Obwohl das beeindruckende Ensemble engagiert spielt (und eine splitterfaserige Heather Graham punkten sollte), bleibt dieser Film ein Ärgernis. Ein anderer, anarchischerer Filmer hätte eine komische Zeitstudie mit Biss und Tiefgang daraus machen können. So bleibt nur ein plakatives Machwerk mit verkrampft-katholischen Werten.
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Envy You
über Kabinett außer Kontrolle 2010/03/17 15:02:51
Wahrscheinlich wird dieser Film vom deutschen Publikum zu Unrecht ignoriert werden. Die beste Satire seit WAG THE DOG. Basierend auf der BBC-Sitcom THE THICK OF IT erzählt IN THE LOOP im Doku-Stil von THE OFFICE die Irrungen und Verwicklungen der britischen Delegation in Washington, wie sie einen Kriegseinsatz eigentlich verhindern wollen und letztlich doch zum Jasager der USA werden. Offensichtlich inspiriert von Blairs Kriegszug in den Irak, führt IN THE LOOP die Machenschaften, (In-)Kompetenzen und Ränkespiele hinter den Kulissen der Weltpolitik vor. Bissig, wichtig und urkomisch!
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Envy You
über Ganz nah bei Dir 2009/11/20 09:36:02
Ein herrlich verspult verhinderter Liebesfilm, den man sonst eher aus Skandinavien erwarten könnte. Während man in diesem Lande oft platt Seelenstriptease abfilmt, um zwischengeschlechtliche Beziehungen zu sezieren, schafft es dieser Film liebevoll, komisch und wundersam wahrhaftig den Umstand ergründen, dass Männer anders sind - Frauen aber auch.
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Envy You
über Spice World - Der Film 2009/08/04 18:12:42
Warum diesen Film verreißen, wenn man gar nichts mit den Spice Girls anfangen kann? Die Mädelsgruppe der 90er versuchen sich, deren "A Hard Day's Night" zu filmen. Und genauso, wie sie die Emanzipation vorangebracht haben mit "Girl Power"-Gehabe (eher mäßig überzeugend aber versuchen kann frau es ja mal) ist auch dieser Plastikabklatsch bedingt gelungen. Natürlich könnte dieser Film lustiger sein, bissiger, sinnreicher - aber man kann dem Werk ja kaum vorwerfen, das es ist, was es ist: ein Spice-Girls-Film. Darum in seiner Welt bewertet ok, aber eben auch nicht besser - oder schlechter.
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Envy You
über Clifford - Das kleine Scheusal 2009/07/21 12:37:04
Furchtbar, unkomisch. Bestimmt ein Grund, warum der wunderbare Charles Grodin keine File mehr drehen will.
Schlimm. Ganz schlimm.
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Envy You
über Jiminy Glick in Gagawood 2009/07/21 12:34:19
Jimini Glick ist einer von Martin Shorts TV-Rollen, ein wenig wie Ali G von Sasha Baron Cohen. Als Glick interviewte Short viele Filmstars und kitzelte so Charme, Humor - oder dessen Abwesenheit heraus. Für sich ein lustiges Konzept. Aber wie bei vielen Kinoadaptionen einer Impronummer scheitert die Umsetzung als (teils) vorgeschriebene Geschichte. Glick macht das Toronto Filmfestival unsicher und wird in einen Mord verwickelt. Short tritt auch als David Lynch auf ( macht die Hälfte der 1,5 Punkte aus). Bedauerlicherweise ist dieser Film mindestens so unkomisch wie CLIFFORD, eine sehr vergeudete Gelegenheit.
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Envy You
über Drei gegen drei 2009/07/15 11:06:30
Ein herrlicher Blödsinn! Albern, piefig, brachial - eigentlich wollte die Band Trio, Helden der Neuen Deutschen Welle (Da da da) eine böse Politsatire machen. Vorbilder sollten sein: "Dr Seltsam", "Catch 22" und weitere Meisterstücke. Die 3 Musiker distanzierten sich schnell von diesem Werk, auch Regisseur Dominik Graf verschweigt seine Mitwirkung gern. Egal: der dreifache Doppelgängerschwank über Bananenrepublikdiktatoren, die sich mit ihrem Staatsschatz absetzen und dafür Doubles bei einem Anschlag umbringen lassen wollen, zündet dennoch. Hilfreich ist dabei die komplette Nachsynchronisierung, bei der Sprechergenius Arne Elsholtz (Bill Murray, Tom Hanks) den Dialog des Gitarristen Kralle übernimmt und so zum Glänzen bringt. In weiteren Rollen chargieren noch Peer Augustinski, Sunyi Melles und Ralf Wolter. Alles in Allem ein Film der Kategorie "Gurken, die man innig liebt".
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Envy You
über An Education 2009/07/15 10:06:29
Auf der Berlinale ging der Film ein wenig unter. Drehbuch Nick Hornby, Regie Lone Scherfig. Beide kreieren eine stimmige Prä-Rock'n'Roll-Gesellschaft der 60er Jahre Englands. Ein wenig bleibt die Story im Spießermief stecken, doch beherzt und charmant spielende Darsteller vervollständigen den Film zu einem humorvoll-nachdenklichen Sittenstück.
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Envy You
Kommentare 2008/04/10 16:19:24
Was soll's? Uwe Boll hat doch zunächst aufgehört, miese Komödien wie "Das erste Semester" zu drehen. Das zeugt von Lernfähigkeit! Wenn das Methadon dazu Computerspieladaptionen sind - hey, sie scheinen sich gut zu rechnen! Ohne Förderung mindestens einen Film im Jahr zu produzieren, der sein Geld wieder einspielt, das muss erstmal ein besserer Regisseur (deutsch oder von sonstwo) nachmachen.
Man fragt sich, warum Herr Doktor Boll sich nicht mal bessere Autoren engagiert. Die Settings sind ja teils nicht uncool oder uninteressant, die Besetzung oft überraschend kredibel (Ben Kingsley, Michael Madsen, Ray Liotta, Claire Forlani, etc.), weswegen es einfach schade ist, dass die Filme so hingerotzt werden.
Also, Uwe: Mehr Ehrgeiz bei der Autorenwahl! Spricht ja nix dagegen, dass man Deine Zweitverwertungsfabrik nicht nur soviel filmischen Giftmüll ausspucken muss.
Von mir: Boll auf Bewährung.
PS: Tatsächlich sind die wenigen Filme, die ich sah, alle grumpf (aber leider kein ambitionierter, sondern nur renditeorientierter Trash) - aber mit Potential für mehr.
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Envy You
über A.I. Künstliche Intelligenz 2008/03/14 13:01:52
Schlimmer kann Herr Spielberg nimmer (nein, auch 1941 und LOST WORLD nicht). Ein Film, in dem ein sprechender Teddy die beste Rolle ist - das sagt schon viel. Dann der peinlich grob angeklebte dritte Akt ("3000 Jahre vergingen"). Dazu noch die lachhafte "Zukunfts"-Technologie: Wie kann es bitte vom Kind-Bot nur 2 Modelle weltweit geben: Mädchen und Jungen. Rein Marketing-Technisch ein Genickschuss. Außerdem kann er sich sozial nicht integrieren (Essen funzt nicht usw.). Die Höhe: der Robotter kann nur auf EIN Elternteil fixiert werden. Das verspricht ja eine harmonische Familie...
Die Frage: "Wie grausam ist es, Maschinen Gefühle einzuprogrammieren" wird nur oberflächlich behandelt - und dann mit einem derart verlogenen Ende hinweggefegt, dass man dem Regisseur Zynismus vorwerfen könnte, wenn es nicht der Kuschelbär Steven wäre.
So hätte Kubrick das nicht gemacht.
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