Und so also kaufte ich eine Kinokarte. Eine Kinokarte kaufte ich und der Herr sah, dass es gut war. Und der Herr leitete mir den Weg. Hinauf leitete er mir den Weg auf den Balkon im großen Saal des Lichtspielhauses Lichtburg, denn er wusste, dass die Erhabenheit seiner Botschaft hier einfach mordsmäßig schick rüberkommt. Und so lud er mich, den Sünder, den Ungerechten, lud mich ein zu feiern mit ihm das Wunder, das sein Assi Malick so kunstfertig auf Zelluloid gebannt hatte. Und das Wunder, so wurde mir bald klar, war gar nicht so schwer zu verstehen: Gott ist Vater – er ist streng und strafend, unberechenbar und auf seinen Wegen, so sagt man, unergründlich. Und aber auch ist er Mutter – er ist die gnädige Schönheit, unvoreingenommen liebend und gütig. Und wenn der Vater mal auf Geschäftsreise ist, dann tanzen die Blagen (die Menschen) auf den Tischen, so sehr, dass der Respekt vor der Schöpfung verloren geht. Doch zum Glück ist Vater bald wieder daheim, und alle freuen sich über seine harte, nun dann doch irgendwie gerechte Hand: „Denn auch der, der die strafende Hand Gottes spürt, spürt doch die Hand Gottes“, so heißt es an einer Stelle. „Mutter, Vater, immerzu kämpft ihr in mir“, so oder so ähnlich drückt es dann auch der kleine Racker aus, der wohl – filmhandwerklich betrachtet - irgendwie der Protagonist der ganzen Sache ist. Und er soll es wohl auch sein, mit dem sich der zu missionierende Zuschauer zu identifizieren hat, anhand dessen Zweifel, ob all der Widersprüchlichkeit, das Wunder der Schöpfung noch geiler und bedeutsamer wirken soll. Malick selbst aber scheint dahingehend völlig im Reinen mit sich zu sein, versetzt er sich doch, stellvertretend für alle Christen (Jahwe, Krishna und Allah lassen wir mal außen vor), in das verwirrte Köpfchen des Heranwachsenden. Und dort bleibt er auch. Das Frage-Antwort-Spiel (Frage: „Wo bist Du?“ – Antwort: Bilderflut, klassische Musik, weiße amerikanische Mittelklasse in den Suburbs der 50er Jahre), gerät somit zweifelsohne künstlerisch, zweifelsohne jedoch auch ziemlich regressiv. Was Malick da auftischt ist nicht reaktionär, trotz der objekthaften Eindimensionalität der Frauenfiguren (außer der Mutter, die als Facette Gottes nicht einmal beim Geburtsvorgang Schweiß, Scheiße noch Blut produziert und deshalb kaum als Frau im personellen Sinne zu zählen ist), was Malick da fabriziert hat, ist: putzig. Es ist die Verarbeitung seines eigenen ehrlichen Kinderglaubens auf höchstem handwerklichem Niveau. Und so werde ich keinesfalls böse sein auf Malick oder Buddy Christ, die mir da den Weg zeigten hinauf auf den Balkon im Lichtspielhaus, dass sie mich nebenbei um 12,50,- erleichterten. Es sprach der Herr, und es war Kinderquatsch mit Michael, und es war visuell eine so dicke Hose, dass sie der Herr persönlich geschneidert haben muss, und es war definitiv mein letzter Malick-Film. Amen.
Christen und Urknall/Evolution? Ich glaube nicht, dass hier der HERR gepriesen wird, sondern vielmehr als Methapher herhalten muss! Ich finde es aber spannend wie sehr der Film spaltet - alleine das zeugt von einem großen Film.
Aber trotzdem sehr geil geschrieben!
David Sandström jedenfalls hätte "das Rätsel um EHEC" zwischen zweitem Frühstück und Mittach gelöst, auf den Luschen-Keim ne Pulle Bier aufgemacht und ein wenig von der spanischen Grippe geträumt.
Der hätte das schon längst wieder im verkaterten Kopf vergessen. "EHEC, was war das denn nochma? ...weiss ich nichts mehr von. Und nun muss ich wirklich arbeiten."
Also um hier nochmals an die Alien vs. Aliens-"Gretchenfrage" aus den News anzuknüpfen: "Ausbau der starken Frauenrolle"!? WTF!?
In Aliens werden sorgfältig und systematisch jegliche gesellschaftspolitische Progressivität und Subversivität des Originals im Bulletstorm der schnellen Eingreiftruppe zersiebt. In Camerons All-American-Popcorn-Sequel degeneriert eine kluge und mutige Frau (die Ripley aus Alien), die den Mut hat, sich ihres Verstandes zu bedienen (man denke u.a. an die Szene, als sie Dallas und dem vom Parasiten befallenen Kane die Rückkehr ins Raumschiff verweigert), in eine toughe "Mommy", die Marines und Waffen geil findet und nichts schlimmeres kennt als die Feigheit vor dem Feinde (Burke). Dass Cameron den Charakter Ripley in eine Art Weltraum-Sarah-Palin verwandelt und damit auf die Irritationen reagiert, die das kurze feministische Intermezzo zuvor bei Regular-Joes zu Hause angerichtet hat, nennt man wohl Dialektik und war dem reagan-geschädigtem Zeitgeist geschuldet - ich erlaube mir dennoch, Aliens in der gleichen Weise zu verachten, wie ich Alien verehre.
Ich glaube, du nimmst das viel zu ernst.
Die Alienfilme sind in erster Linie sehr effektvolle Action/Monster/SciFi-Filme und keine gesellschaftspolitischen Studien.
Warum sollen Frauen nicht auch mal die Wumme auspacken?
Oder was würdest du in der Situation machen?XD
Nee nee, ich glaube da hast Du mich missverstanden: ich mag den ersten Teil deshalb so sehr (weshalb u.a. mein Urteil über den zweiten im Kontrast dazu auch so vernichtend ist), WEIL die Ripley des ersten Teils die figurgewordene Negation der Rollenzuschreibung "schwaches Geschlecht" darstellt ohne dabei zum militaristischen Mannsweib zu mutieren (siehe Vasquez in Aliens) ...während sie im zweiten Teil zurück auf den Boden der Tatsachen geholt wird, was in diesem Fall heißt: zurück in die Rollenkonstruktionen der 80er (= 50er pimped up) samt Lebensziel- und grund der Lesart "Selbstverwirklichung als Mutter". Gähn.
"Action/Monster/SciFi-Film" war das Original zwar auch, hatte aber eine zweite Bedeutungsebene, die vielleicht auch nur dem damaligen Zeitgeist geschuldet war (Frauenbewegung, Emazipationversuche aller unter irgendwessen Knute stehenden in allen Ecken der westlichen Welt - "Quiet Earth" z.B. hat ebenfalls diese zweite zeitgeistgemäße Sinnebene, in der Forderungen und Befürchtungen der damaligen Friedensbewegungen verarbeitet wurden). Denoch ist insofern der Verlust dieser subversiven und progressiven Bedeutungsebene im zweiten Teil nichts anderes kulturelle Regression und bis auf die Knochen reaktionär. Es ist halt "nur noch" Monster-Abknallen mit eingebauter Hymne auf Mutterschaft; Kacke halt. Dann lieber Predator.
In einem Interview gab Weaver mal an, keine Waffen zu mögen und das in diesem Film auch irgendwie darzustellen versucht zu haben.
Also ich habe eher den Eindruck, dass der Film ein vollkommen gleichberechtigtes Rollenbild zeigt, wenn man die Dreiecksbeziehung Hicks, Newt und Ripley betrachtet, die im Film fast schon eine kleine Familie darstellen.
Was meinst du mit Hymne auf die Mutterschaft?
Genau DAS meine ich. Eine (von der Alien-Mama und ihrer Teufelsbrut) bedrohte Kleinfamilie ist das, die da konstruiert wird. Samt Mutter-Rolle für Ripley - in deren engen Grenzen die Figur um 180° umgedeutet wird: gleich zu Beginn erfährt man, dass Ripley eine Tochter hatte, die aber schon tot ist - schließlich sind ja 57 Jahre des Kälteschlafs vergangen - und siehe da: Ripley wird zur traumatisierten Über-Mutter aufgebläht, auf dass sie im Finale eine Gegnerin mit paralellisierten Motiven der (aber doch gleichwohl die Antithese zur) Alien-Mama sei. Gute Mami (Aufopferung bis zur Selbstaufgabe für den kleinen blonden Engel) VS. schlechte Mami (Alien halt ... und dann noch alleinerziehend - das kann ja nix werden). Während Ripley im ersten Teil noch als einziges Crewmitglied überlebt, weil sie klug und rational handelt (und eigentlich nur das ausbaden muss, was ihr die irrationale Kosten-Nutzen-Einschätzungen ihres Arbeitgebers sowie ihres unfähigen Captains eingebrockt haben), wird sie in Aliens auf ihre Mutterinstinkte zurückgeworfen, heult und schreit, auf dass ihr das böse Alien nicht das neugewonnene Familienglück nehme. Während im ersten Teil, eine in Selbstbestimmung und Autonomie gereifte Person überlebt, ist es im zweiten Teil das Familienglück, das erfolgreich gegen die Schrecken fremder Mächte ("female monsters" Susan Faludi) verteidigt wurde (mit dem Holzhammer wird einem dies auch noch durch die Episode mit Newts biologischen Eltern und deren Ableben eingebimst).
Das Herz der westlichen Kultur, so zeigt uns Cameron, schlägt also in der Kleinfamilie: hier werden "unsere" Werte geboren, hier haben Mama, Papa, Kind ihre Plätze, und wenn Sie bedroht wird von Feminismus, Friedensaktivisten oder sonstigen Kulturmarxisten, dann wird halt gekämpft. Bis zum (in diesem Fall tatsächlich) letzten Mann, und niemand wird zurückgelassen. "This is so... ...BORING" (Scott Pilgrim).
Gott sei Dank sah Fincher das ähnlich und hat direkt zu Beginn des (dramatisch besseren) dritten Aliens den definitorischen Teil der Kleinfamilie abgemurkst. Danke David.
David Fincher hat einfach nur eine lahme, ideenlose und überflüssige Fortsetzung in schummrig braunen Bildern gedreht.
Dass die irgendwie dramaturgisch besser wäre ist ja wohl völliger Unsinn.
Mit der Hymne an die Mutterschaft übertreibst du m.M.n. völlig.
In Aliens wird Ripley als eine starke und intelligente Frau dargestellt, die in Extremsituationen den besser ausgebildeten Space Marines noch was vormacht.
Nix von wegen Heimchen am Herd.
Dass die Figur der Ripley komplett umgedeutet würde, ist ja wohl völlig an den Haaren herbeigezogen.
Andere Filmklassiker wie Das Ding aus einer anderen Welt(nicht der Carpenterfilm)zeigen einen völlig unmissverständlichen Sexismus.
"Papi, sieh doch: ein Troll!" - "In der Tat! Da kuck. Diese Trolle sind schon drollige Geschöpfe: sie brauchen weder Wasser noch Brot noch Luft noch Liebe. Sie ernähren sich ausschließlich von unserer Aufmerksamkeit. Deshalb tun und sagen sie manchmal Dinge, die uns unsinnig oder unreif oder einfach sehr sehr dumm erscheinen mögen. Sie meinen das aber gar nicht so." - "Oh, wirklich? Darf ich den Troll dann streicheln?" - "Lieber nicht. Ich glaube dieses Exemplar hier muss sich noch sehr seiner eigenen Männlichkeit versichern und könnte Dein Streicheln missverstehen. Häufig sind diese Exemplare selbst ein wenig homosexuell und wissen nur nicht, wie sie es sich eingestehen sollen..." - "Eeee-hecht? Boa. Ach so. Deshalb mag der lieber Ripley aus Aliens als Ripley aus Alien?" - "Ach nein, mein Kind. Der ist nur ein antiintellektualistischer Waschlappen, der sich offenbar nicht der großartigen Ironie bewusst ist, die sich einem hier lachend entgegenwirft, wenn man sich Kernbotschaft und Adressaten der Filmkritik einerseits sowie Art und Inhalt seiner Antwort andererseits mal kurz auf der Zunge zergehen lässt." - "Ach so...also eine Lusche?" - "Na ja. So was in der Art. Wir müssen jetzt aber los. Papi geht noch ein paar Psychologie-Studentinnen besuchen."
Potzblitz! Ich bin enttarnt! Willste auch noch was zum Film sagen, oder bist Du so sehr in mich verschossen, dass Du an gar nichts anderes mehr denken kannst? Träumst Du heut Nacht von mir, kleiner Troll?
"Ausbau der starken Frauenrolle"!? In Aliens werden sorgfältig und systematisch jegliche gesellschaftspolitische Progressivität und Subversivität des Originals im Bulletstorm der schnellen Eingreiftruppe zersiebt. In Camerons All-American-Popcorn-Sequel degeneriert eine kluge und mutige Frau, die den Mut hat, sich ihres Verstandes zu bedienen (man denke u.a. an die Szene, als sie Dallas und dem vom Parasiten befallenen Kane die Rückkehr ins Raumschiff verweigert), in eine toughe "Mommy", die Marines und Waffen geil findet und nichts schlimmeres kennt als die Feigheit vor dem Feinde. Dass Cameron den Charakter Ripley in eine Art Weltraum-Sarah-Palin verwandelt und damit auf die Irritationen reagiert, die das kurze feministische Intermezzo zuvor bei Regular-Joes zu Hause angerichtet hat, nennt man wohl Dialektik und war dem reagan-geschädigtem Zeitgeist geschuldet - ich erlaube mir dennoch, Aliens in der gleichen Weise zu verachten, wie ich Alien verehre.
Handwerklich definitiv sehr gekonnt (Dramaturgie etc.), (bild-)ästhetisch wohl Geschmackssache (schnörkellos-"cool" wie das Facebook-Design - von mir jedoch gibts dafür: Daumen hoch!), die insgesamt gute Musik von Trent Reznor trägt zwischendurch ein wenig zu dick auf, denn (Fazit):
trotz des ganzen (pseudo-) rebellisch-revolutionären Impetus (die dotcom-Generation räumt mal so richtig auf in der Geschäftswelt/ Generation-Gäähn ...äähh... -Gap), verbleibt die ganze Sache doch gänzlich unironisch innerhalb der (intellektuell) engen Grenzen des einzigen Systems, in dem Film und Vorlage funktionieren: The Social Network ist ein Hochglanz-Kapitalismus-Porno - mit durchaus vorhandenem Erregungspotential.
Bewertung "ärgerlich" trifft es genau: Gut gemeinte Indie-Schnulze. Auch irgendwie "real" und so... Aber leider kaum zu ertragen. Ertrinkt schmonzig im romantisierten Musiker-Klischee. Noch schlimmer als die pseudo-alternative Sangesschmacht: die Strandszene... Ärgerlich!
"(...) überzogen, ziemlich kitschig und unglaubwürdig."
Soweit kann ich Vorredner Tyler ja durchaus zustimmen. Nur ohne "trotzdem"...
Was hier als kokett oder gewagt, als Liebesfilm mit rauchigem Timbre – also möglichst unkonventionell – daherkommen will, ist doch wieder nur dieselbe supersüße und superpappige antiemanzipatorische Soße von (vor-)gestern. Fehlte eigentlich nur die „Pretty Woman“- oder die „Bridget Jones“ – Episode (na ja letztere war ja sogar vorhanden). Hätten sich nahtlos eingefügt.
Deine Kommentare
Eugen Verheugen
über The Tree of Life 2011/06/26 11:39:09
Und so also kaufte ich eine Kinokarte. Eine Kinokarte kaufte ich und der Herr sah, dass es gut war. Und der Herr leitete mir den Weg. Hinauf leitete er mir den Weg auf den Balkon im großen Saal des Lichtspielhauses Lichtburg, denn er wusste, dass die Erhabenheit seiner Botschaft hier einfach mordsmäßig schick rüberkommt. Und so lud er mich, den Sünder, den Ungerechten, lud mich ein zu feiern mit ihm das Wunder, das sein Assi Malick so kunstfertig auf Zelluloid gebannt hatte. Und das Wunder, so wurde mir bald klar, war gar nicht so schwer zu verstehen: Gott ist Vater – er ist streng und strafend, unberechenbar und auf seinen Wegen, so sagt man, unergründlich. Und aber auch ist er Mutter – er ist die gnädige Schönheit, unvoreingenommen liebend und gütig. Und wenn der Vater mal auf Geschäftsreise ist, dann tanzen die Blagen (die Menschen) auf den Tischen, so sehr, dass der Respekt vor der Schöpfung verloren geht. Doch zum Glück ist Vater bald wieder daheim, und alle freuen sich über seine harte, nun dann doch irgendwie gerechte Hand: „Denn auch der, der die strafende Hand Gottes spürt, spürt doch die Hand Gottes“, so heißt es an einer Stelle. „Mutter, Vater, immerzu kämpft ihr in mir“, so oder so ähnlich drückt es dann auch der kleine Racker aus, der wohl – filmhandwerklich betrachtet - irgendwie der Protagonist der ganzen Sache ist. Und er soll es wohl auch sein, mit dem sich der zu missionierende Zuschauer zu identifizieren hat, anhand dessen Zweifel, ob all der Widersprüchlichkeit, das Wunder der Schöpfung noch geiler und bedeutsamer wirken soll. Malick selbst aber scheint dahingehend völlig im Reinen mit sich zu sein, versetzt er sich doch, stellvertretend für alle Christen (Jahwe, Krishna und Allah lassen wir mal außen vor), in das verwirrte Köpfchen des Heranwachsenden. Und dort bleibt er auch. Das Frage-Antwort-Spiel (Frage: „Wo bist Du?“ – Antwort: Bilderflut, klassische Musik, weiße amerikanische Mittelklasse in den Suburbs der 50er Jahre), gerät somit zweifelsohne künstlerisch, zweifelsohne jedoch auch ziemlich regressiv. Was Malick da auftischt ist nicht reaktionär, trotz der objekthaften Eindimensionalität der Frauenfiguren (außer der Mutter, die als Facette Gottes nicht einmal beim Geburtsvorgang Schweiß, Scheiße noch Blut produziert und deshalb kaum als Frau im personellen Sinne zu zählen ist), was Malick da fabriziert hat, ist: putzig. Es ist die Verarbeitung seines eigenen ehrlichen Kinderglaubens auf höchstem handwerklichem Niveau. Und so werde ich keinesfalls böse sein auf Malick oder Buddy Christ, die mir da den Weg zeigten hinauf auf den Balkon im Lichtspielhaus, dass sie mich nebenbei um 12,50,- erleichterten. Es sprach der Herr, und es war Kinderquatsch mit Michael, und es war visuell eine so dicke Hose, dass sie der Herr persönlich geschneidert haben muss, und es war definitiv mein letzter Malick-Film. Amen.
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THE_JUDGE 2011/06/26 11:54:48
Antwort löschenIch werd das Gefühl nicht los, dass der Film euch echt schwer mitgenommen hat ;). Ich hab den auch mal lieber direkt wieder ent-vorgemerkt.
BigDi 2011/06/26 12:03:59
Antwort löschenSowas von nicht deiner Meinung, aber sehr amüsant zu lesen. ;)
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Sigrun 2011/06/26 12:13:20
Antwort löschenSchließe mich meinen Vorredner in allem an und spendiere ein zusätzliches: HERR-lich :D
Aerox96 2011/06/28 15:23:15
Antwort löschenChristen und Urknall/Evolution? Ich glaube nicht, dass hier der HERR gepriesen wird, sondern vielmehr als Methapher herhalten muss! Ich finde es aber spannend wie sehr der Film spaltet - alleine das zeugt von einem großen Film.
Aber trotzdem sehr geil geschrieben!
Eugen Verheugen
über die Serie ReGenesis 2011/06/10 09:41:47
David Sandström jedenfalls hätte "das Rätsel um EHEC" zwischen zweitem Frühstück und Mittach gelöst, auf den Luschen-Keim ne Pulle Bier aufgemacht und ein wenig von der spanischen Grippe geträumt.
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Jaliju 2011/06/10 14:23:04
Antwort löschenDer hätte das schon längst wieder im verkaterten Kopf vergessen. "EHEC, was war das denn nochma? ...weiss ich nichts mehr von. Und nun muss ich wirklich arbeiten."
Eugen Verheugen
über Aliens - Die Rückkehr 2011/06/01 11:08:31
Also um hier nochmals an die Alien vs. Aliens-"Gretchenfrage" aus den News anzuknüpfen: "Ausbau der starken Frauenrolle"!? WTF!?
In Aliens werden sorgfältig und systematisch jegliche gesellschaftspolitische Progressivität und Subversivität des Originals im Bulletstorm der schnellen Eingreiftruppe zersiebt. In Camerons All-American-Popcorn-Sequel degeneriert eine kluge und mutige Frau (die Ripley aus Alien), die den Mut hat, sich ihres Verstandes zu bedienen (man denke u.a. an die Szene, als sie Dallas und dem vom Parasiten befallenen Kane die Rückkehr ins Raumschiff verweigert), in eine toughe "Mommy", die Marines und Waffen geil findet und nichts schlimmeres kennt als die Feigheit vor dem Feinde (Burke). Dass Cameron den Charakter Ripley in eine Art Weltraum-Sarah-Palin verwandelt und damit auf die Irritationen reagiert, die das kurze feministische Intermezzo zuvor bei Regular-Joes zu Hause angerichtet hat, nennt man wohl Dialektik und war dem reagan-geschädigtem Zeitgeist geschuldet - ich erlaube mir dennoch, Aliens in der gleichen Weise zu verachten, wie ich Alien verehre.
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 8 Antworten
morlock 2011/09/01 13:32:17
Antwort löschenIch glaube, du nimmst das viel zu ernst.
Die Alienfilme sind in erster Linie sehr effektvolle Action/Monster/SciFi-Filme und keine gesellschaftspolitischen Studien.
Warum sollen Frauen nicht auch mal die Wumme auspacken?
Oder was würdest du in der Situation machen?XD
Eugen Verheugen 2011/09/01 14:19:01
Antwort löschenNee nee, ich glaube da hast Du mich missverstanden: ich mag den ersten Teil deshalb so sehr (weshalb u.a. mein Urteil über den zweiten im Kontrast dazu auch so vernichtend ist), WEIL die Ripley des ersten Teils die figurgewordene Negation der Rollenzuschreibung "schwaches Geschlecht" darstellt ohne dabei zum militaristischen Mannsweib zu mutieren (siehe Vasquez in Aliens) ...während sie im zweiten Teil zurück auf den Boden der Tatsachen geholt wird, was in diesem Fall heißt: zurück in die Rollenkonstruktionen der 80er (= 50er pimped up) samt Lebensziel- und grund der Lesart "Selbstverwirklichung als Mutter". Gähn.
"Action/Monster/SciFi-Film" war das Original zwar auch, hatte aber eine zweite Bedeutungsebene, die vielleicht auch nur dem damaligen Zeitgeist geschuldet war (Frauenbewegung, Emazipationversuche aller unter irgendwessen Knute stehenden in allen Ecken der westlichen Welt - "Quiet Earth" z.B. hat ebenfalls diese zweite zeitgeistgemäße Sinnebene, in der Forderungen und Befürchtungen der damaligen Friedensbewegungen verarbeitet wurden). Denoch ist insofern der Verlust dieser subversiven und progressiven Bedeutungsebene im zweiten Teil nichts anderes kulturelle Regression und bis auf die Knochen reaktionär. Es ist halt "nur noch" Monster-Abknallen mit eingebauter Hymne auf Mutterschaft; Kacke halt. Dann lieber Predator.
morlock 2011/09/01 19:24:01
Antwort löschenIn einem Interview gab Weaver mal an, keine Waffen zu mögen und das in diesem Film auch irgendwie darzustellen versucht zu haben.
Also ich habe eher den Eindruck, dass der Film ein vollkommen gleichberechtigtes Rollenbild zeigt, wenn man die Dreiecksbeziehung Hicks, Newt und Ripley betrachtet, die im Film fast schon eine kleine Familie darstellen.
Was meinst du mit Hymne auf die Mutterschaft?
Eugen Verheugen 2011/09/02 10:29:11
Antwort löschenGenau DAS meine ich. Eine (von der Alien-Mama und ihrer Teufelsbrut) bedrohte Kleinfamilie ist das, die da konstruiert wird. Samt Mutter-Rolle für Ripley - in deren engen Grenzen die Figur um 180° umgedeutet wird: gleich zu Beginn erfährt man, dass Ripley eine Tochter hatte, die aber schon tot ist - schließlich sind ja 57 Jahre des Kälteschlafs vergangen - und siehe da: Ripley wird zur traumatisierten Über-Mutter aufgebläht, auf dass sie im Finale eine Gegnerin mit paralellisierten Motiven der (aber doch gleichwohl die Antithese zur) Alien-Mama sei. Gute Mami (Aufopferung bis zur Selbstaufgabe für den kleinen blonden Engel) VS. schlechte Mami (Alien halt ... und dann noch alleinerziehend - das kann ja nix werden). Während Ripley im ersten Teil noch als einziges Crewmitglied überlebt, weil sie klug und rational handelt (und eigentlich nur das ausbaden muss, was ihr die irrationale Kosten-Nutzen-Einschätzungen ihres Arbeitgebers sowie ihres unfähigen Captains eingebrockt haben), wird sie in Aliens auf ihre Mutterinstinkte zurückgeworfen, heult und schreit, auf dass ihr das böse Alien nicht das neugewonnene Familienglück nehme. Während im ersten Teil, eine in Selbstbestimmung und Autonomie gereifte Person überlebt, ist es im zweiten Teil das Familienglück, das erfolgreich gegen die Schrecken fremder Mächte ("female monsters" Susan Faludi) verteidigt wurde (mit dem Holzhammer wird einem dies auch noch durch die Episode mit Newts biologischen Eltern und deren Ableben eingebimst).
Das Herz der westlichen Kultur, so zeigt uns Cameron, schlägt also in der Kleinfamilie: hier werden "unsere" Werte geboren, hier haben Mama, Papa, Kind ihre Plätze, und wenn Sie bedroht wird von Feminismus, Friedensaktivisten oder sonstigen Kulturmarxisten, dann wird halt gekämpft. Bis zum (in diesem Fall tatsächlich) letzten Mann, und niemand wird zurückgelassen. "This is so... ...BORING" (Scott Pilgrim).
Gott sei Dank sah Fincher das ähnlich und hat direkt zu Beginn des (dramatisch besseren) dritten Aliens den definitorischen Teil der Kleinfamilie abgemurkst. Danke David.
morlock 2011/09/03 13:24:24
Antwort löschenDavid Fincher hat einfach nur eine lahme, ideenlose und überflüssige Fortsetzung in schummrig braunen Bildern gedreht.
Dass die irgendwie dramaturgisch besser wäre ist ja wohl völliger Unsinn.
Mit der Hymne an die Mutterschaft übertreibst du m.M.n. völlig.
In Aliens wird Ripley als eine starke und intelligente Frau dargestellt, die in Extremsituationen den besser ausgebildeten Space Marines noch was vormacht.
Nix von wegen Heimchen am Herd.
Dass die Figur der Ripley komplett umgedeutet würde, ist ja wohl völlig an den Haaren herbeigezogen.
Andere Filmklassiker wie Das Ding aus einer anderen Welt(nicht der Carpenterfilm)zeigen einen völlig unmissverständlichen Sexismus.
Eugen Verheugen 2012/02/01 17:34:17
Antwort löschen"Papi, sieh doch: ein Troll!" - "In der Tat! Da kuck. Diese Trolle sind schon drollige Geschöpfe: sie brauchen weder Wasser noch Brot noch Luft noch Liebe. Sie ernähren sich ausschließlich von unserer Aufmerksamkeit. Deshalb tun und sagen sie manchmal Dinge, die uns unsinnig oder unreif oder einfach sehr sehr dumm erscheinen mögen. Sie meinen das aber gar nicht so." - "Oh, wirklich? Darf ich den Troll dann streicheln?" - "Lieber nicht. Ich glaube dieses Exemplar hier muss sich noch sehr seiner eigenen Männlichkeit versichern und könnte Dein Streicheln missverstehen. Häufig sind diese Exemplare selbst ein wenig homosexuell und wissen nur nicht, wie sie es sich eingestehen sollen..." - "Eeee-hecht? Boa. Ach so. Deshalb mag der lieber Ripley aus Aliens als Ripley aus Alien?" - "Ach nein, mein Kind. Der ist nur ein antiintellektualistischer Waschlappen, der sich offenbar nicht der großartigen Ironie bewusst ist, die sich einem hier lachend entgegenwirft, wenn man sich Kernbotschaft und Adressaten der Filmkritik einerseits sowie Art und Inhalt seiner Antwort andererseits mal kurz auf der Zunge zergehen lässt." - "Ach so...also eine Lusche?" - "Na ja. So was in der Art. Wir müssen jetzt aber los. Papi geht noch ein paar Psychologie-Studentinnen besuchen."
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Eugen Verheugen 2012/02/01 18:30:47
Antwort löschenJa! Ja! Oh ja! Gibs mir! Gib mir Deine geilen Argumente! Fester! Ja! Bitte press alles aus der hohlen Schale! Noch was! Bitte! Ja! Ja! Aaaah...
Eugen Verheugen 2012/02/01 19:46:16
Antwort löschenPotzblitz! Ich bin enttarnt! Willste auch noch was zum Film sagen, oder bist Du so sehr in mich verschossen, dass Du an gar nichts anderes mehr denken kannst? Träumst Du heut Nacht von mir, kleiner Troll?
Eugen Verheugen
Kommentare 2011/06/01 08:38:55
"Ausbau der starken Frauenrolle"!? In Aliens werden sorgfältig und systematisch jegliche gesellschaftspolitische Progressivität und Subversivität des Originals im Bulletstorm der schnellen Eingreiftruppe zersiebt. In Camerons All-American-Popcorn-Sequel degeneriert eine kluge und mutige Frau, die den Mut hat, sich ihres Verstandes zu bedienen (man denke u.a. an die Szene, als sie Dallas und dem vom Parasiten befallenen Kane die Rückkehr ins Raumschiff verweigert), in eine toughe "Mommy", die Marines und Waffen geil findet und nichts schlimmeres kennt als die Feigheit vor dem Feinde. Dass Cameron den Charakter Ripley in eine Art Weltraum-Sarah-Palin verwandelt und damit auf die Irritationen reagiert, die das kurze feministische Intermezzo zuvor bei Regular-Joes zu Hause angerichtet hat, nennt man wohl Dialektik und war dem reagan-geschädigtem Zeitgeist geschuldet - ich erlaube mir dennoch, Aliens in der gleichen Weise zu verachten, wie ich Alien verehre.
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Eugen Verheugen
über The Social Network 2011/04/22 10:58:44
Handwerklich definitiv sehr gekonnt (Dramaturgie etc.), (bild-)ästhetisch wohl Geschmackssache (schnörkellos-"cool" wie das Facebook-Design - von mir jedoch gibts dafür: Daumen hoch!), die insgesamt gute Musik von Trent Reznor trägt zwischendurch ein wenig zu dick auf, denn (Fazit):
trotz des ganzen (pseudo-) rebellisch-revolutionären Impetus (die dotcom-Generation räumt mal so richtig auf in der Geschäftswelt/ Generation-Gäähn ...äähh... -Gap), verbleibt die ganze Sache doch gänzlich unironisch innerhalb der (intellektuell) engen Grenzen des einzigen Systems, in dem Film und Vorlage funktionieren: The Social Network ist ein Hochglanz-Kapitalismus-Porno - mit durchaus vorhandenem Erregungspotential.
P.S. Ja, ich kenne Fight Club.
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Eugen Verheugen
über Air Force One 2010/04/22 18:25:28
Grenzfaschistischer Propagandamüll.
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Breadfan 2010/05/19 19:10:53
Antwort löschenkorrekt........Mr.Ford in gewohnt "kleiner-Junge-steckt-in- Männerkörper,-kann-aber-trotzdem-auf-die-Fresse-knüppeln"-Manier.
(America... fuck yeah...**)
Eugen Verheugen
über Breaking the Waves 2010/03/21 10:28:31
Grandios bescheuerte Neuauflage des Jesus-Märchens.
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Eugen Verheugen
über Once 2010/02/13 16:32:19
Bewertung "ärgerlich" trifft es genau: Gut gemeinte Indie-Schnulze. Auch irgendwie "real" und so... Aber leider kaum zu ertragen. Ertrinkt schmonzig im romantisierten Musiker-Klischee. Noch schlimmer als die pseudo-alternative Sangesschmacht: die Strandszene... Ärgerlich!
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Eugen Verheugen
über Tatsächlich ... Liebe 2010/01/08 00:20:11
"(...) überzogen, ziemlich kitschig und unglaubwürdig."
Soweit kann ich Vorredner Tyler ja durchaus zustimmen. Nur ohne "trotzdem"...
Was hier als kokett oder gewagt, als Liebesfilm mit rauchigem Timbre – also möglichst unkonventionell – daherkommen will, ist doch wieder nur dieselbe supersüße und superpappige antiemanzipatorische Soße von (vor-)gestern. Fehlte eigentlich nur die „Pretty Woman“- oder die „Bridget Jones“ – Episode (na ja letztere war ja sogar vorhanden). Hätten sich nahtlos eingefügt.
Warum eigentlich findet jeder diesen Film gut?
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