Eugen Verheugen - Eugen Verheugens Kommentare zu Filmen

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Eugen Verheugen
über The Tree of Life

3.5Schwach

Und so also kaufte ich eine Kinokarte. Eine Kinokarte kaufte ich und der Herr sah, dass es gut war. Und der Herr leitete mir den Weg. Hinauf leitete er mir den Weg auf den Balkon im großen Saal des Lichtspielhauses Lichtburg, denn er wusste, dass die Erhabenheit seiner Botschaft hier einfach mordsmäßig schick rüberkommt. Und so lud er mich, den Sünder, den Ungerechten, lud mich ein zu feiern mit ihm das Wunder, das sein Assi Malick so kunstfertig auf Zelluloid gebannt hatte. Und das Wunder, so wurde mir bald klar, war gar nicht so schwer zu verstehen: Gott ist Vater – er ist streng und strafend, unberechenbar und auf seinen Wegen, so sagt man, unergründlich. Und aber auch ist er Mutter – er ist die gnädige Schönheit, unvoreingenommen liebend und gütig. Und wenn der Vater mal auf Geschäftsreise ist, dann tanzen die Blagen (die Menschen) auf den Tischen, so sehr, dass der Respekt vor der Schöpfung verloren geht. Doch zum Glück ist Vater bald wieder daheim, und alle freuen sich über seine harte, nun dann doch irgendwie gerechte Hand: „Denn auch der, der die strafende Hand Gottes spürt, spürt doch die Hand Gottes“, so heißt es an einer Stelle. „Mutter, Vater, immerzu kämpft ihr in mir“, so oder so ähnlich drückt es dann auch der kleine Racker aus, der wohl – filmhandwerklich betrachtet - irgendwie der Protagonist der ganzen Sache ist. Und er soll es wohl auch sein, mit dem sich der zu missionierende Zuschauer zu identifizieren hat, anhand dessen Zweifel, ob all der Widersprüchlichkeit, das Wunder der Schöpfung noch geiler und bedeutsamer wirken soll. Malick selbst aber scheint dahingehend völlig im Reinen mit sich zu sein, versetzt er sich doch, stellvertretend für alle Christen (Jahwe, Krishna und Allah lassen wir mal außen vor), in das verwirrte Köpfchen des Heranwachsenden. Und dort bleibt er auch. Das Frage-Antwort-Spiel (Frage: „Wo bist Du?“ – Antwort: Bilderflut, klassische Musik, weiße amerikanische Mittelklasse in den Suburbs der 50er Jahre), gerät somit zweifelsohne künstlerisch, zweifelsohne jedoch auch ziemlich regressiv. Was Malick da auftischt ist nicht reaktionär, trotz der objekthaften Eindimensionalität der Frauenfiguren (außer der Mutter, die als Facette Gottes nicht einmal beim Geburtsvorgang Schweiß, Scheiße noch Blut produziert und deshalb kaum als Frau im personellen Sinne zu zählen ist), was Malick da fabriziert hat, ist: putzig. Es ist die Verarbeitung seines eigenen ehrlichen Kinderglaubens auf höchstem handwerklichem Niveau. Und so werde ich keinesfalls böse sein auf Malick oder Buddy Christ, die mir da den Weg zeigten hinauf auf den Balkon im Lichtspielhaus, dass sie mich nebenbei um 12,50,- erleichterten. Es sprach der Herr, und es war Kinderquatsch mit Michael, und es war visuell eine so dicke Hose, dass sie der Herr persönlich geschneidert haben muss, und es war definitiv mein letzter Malick-Film. Amen.

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Sigrun

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Schließe mich meinen Vorredner in allem an und spendiere ein zusätzliches: HERR-lich :D


Aerox96

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Christen und Urknall/Evolution? Ich glaube nicht, dass hier der HERR gepriesen wird, sondern vielmehr als Methapher herhalten muss! Ich finde es aber spannend wie sehr der Film spaltet - alleine das zeugt von einem großen Film.
Aber trotzdem sehr geil geschrieben!


Eugen Verheugen
über die Serie ReGenesis

David Sandström jedenfalls hätte "das Rätsel um EHEC" zwischen zweitem Frühstück und Mittach gelöst, auf den Luschen-Keim ne Pulle Bier aufgemacht und ein wenig von der spanischen Grippe geträumt.

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Jaliju

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Der hätte das schon längst wieder im verkaterten Kopf vergessen. "EHEC, was war das denn nochma? ...weiss ich nichts mehr von. Und nun muss ich wirklich arbeiten."


Eugen Verheugen
über Aliens - Die Rückkehr

2.0Ärgerlich

Also um hier nochmals an die Alien vs. Aliens-"Gretchenfrage" aus den News anzuknüpfen: "Ausbau der starken Frauenrolle"!? WTF!?
In Aliens werden sorgfältig und systematisch jegliche gesellschaftspolitische Progressivität und Subversivität des Originals im Bulletstorm der schnellen Eingreiftruppe zersiebt. In Camerons All-American-Popcorn-Sequel degeneriert eine kluge und mutige Frau (die Ripley aus Alien), die den Mut hat, sich ihres Verstandes zu bedienen (man denke u.a. an die Szene, als sie Dallas und dem vom Parasiten befallenen Kane die Rückkehr ins Raumschiff verweigert), in eine toughe "Mommy", die Marines und Waffen geil findet und nichts schlimmeres kennt als die Feigheit vor dem Feinde (Burke). Dass Cameron den Charakter Ripley in eine Art Weltraum-Sarah-Palin verwandelt und damit auf die Irritationen reagiert, die das kurze feministische Intermezzo zuvor bei Regular-Joes zu Hause angerichtet hat, nennt man wohl Dialektik und war dem reagan-geschädigtem Zeitgeist geschuldet - ich erlaube mir dennoch, Aliens in der gleichen Weise zu verachten, wie ich Alien verehre.

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Eugen Verheugen

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Ja! Ja! Oh ja! Gibs mir! Gib mir Deine geilen Argumente! Fester! Ja! Bitte press alles aus der hohlen Schale! Noch was! Bitte! Ja! Ja! Aaaah...


Eugen Verheugen

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Potzblitz! Ich bin enttarnt! Willste auch noch was zum Film sagen, oder bist Du so sehr in mich verschossen, dass Du an gar nichts anderes mehr denken kannst? Träumst Du heut Nacht von mir, kleiner Troll?


Eugen Verheugen
Kommentare

"Ausbau der starken Frauenrolle"!? In Aliens werden sorgfältig und systematisch jegliche gesellschaftspolitische Progressivität und Subversivität des Originals im Bulletstorm der schnellen Eingreiftruppe zersiebt. In Camerons All-American-Popcorn-Sequel degeneriert eine kluge und mutige Frau, die den Mut hat, sich ihres Verstandes zu bedienen (man denke u.a. an die Szene, als sie Dallas und dem vom Parasiten befallenen Kane die Rückkehr ins Raumschiff verweigert), in eine toughe "Mommy", die Marines und Waffen geil findet und nichts schlimmeres kennt als die Feigheit vor dem Feinde. Dass Cameron den Charakter Ripley in eine Art Weltraum-Sarah-Palin verwandelt und damit auf die Irritationen reagiert, die das kurze feministische Intermezzo zuvor bei Regular-Joes zu Hause angerichtet hat, nennt man wohl Dialektik und war dem reagan-geschädigtem Zeitgeist geschuldet - ich erlaube mir dennoch, Aliens in der gleichen Weise zu verachten, wie ich Alien verehre.

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Eugen Verheugen
über The Social Network

6.5Ganz gut

Handwerklich definitiv sehr gekonnt (Dramaturgie etc.), (bild-)ästhetisch wohl Geschmackssache (schnörkellos-"cool" wie das Facebook-Design - von mir jedoch gibts dafür: Daumen hoch!), die insgesamt gute Musik von Trent Reznor trägt zwischendurch ein wenig zu dick auf, denn (Fazit):
trotz des ganzen (pseudo-) rebellisch-revolutionären Impetus (die dotcom-Generation räumt mal so richtig auf in der Geschäftswelt/ Generation-Gäähn ...äähh... -Gap), verbleibt die ganze Sache doch gänzlich unironisch innerhalb der (intellektuell) engen Grenzen des einzigen Systems, in dem Film und Vorlage funktionieren: The Social Network ist ein Hochglanz-Kapitalismus-Porno - mit durchaus vorhandenem Erregungspotential.

P.S. Ja, ich kenne Fight Club.

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Eugen Verheugen
über Air Force One

0.0Hassfilm

Grenzfaschistischer Propagandamüll.

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Breadfan

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korrekt........Mr.Ford in gewohnt "kleiner-Junge-steckt-in- Männerkörper,-kann-aber-trotzdem-auf-die-Fresse-knüppeln"-Manier.
(America... fuck yeah...**)


Eugen Verheugen
über Breaking the Waves

8.5Ausgezeichnet

Grandios bescheuerte Neuauflage des Jesus-Märchens.

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Eugen Verheugen
über Once

2.5Ärgerlich

Bewertung "ärgerlich" trifft es genau: Gut gemeinte Indie-Schnulze. Auch irgendwie "real" und so... Aber leider kaum zu ertragen. Ertrinkt schmonzig im romantisierten Musiker-Klischee. Noch schlimmer als die pseudo-alternative Sangesschmacht: die Strandszene... Ärgerlich!

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Eugen Verheugen
über Tatsächlich ... Liebe

0.0Hassfilm

"(...) überzogen, ziemlich kitschig und unglaubwürdig."
Soweit kann ich Vorredner Tyler ja durchaus zustimmen. Nur ohne "trotzdem"...

Was hier als kokett oder gewagt, als Liebesfilm mit rauchigem Timbre – also möglichst unkonventionell – daherkommen will, ist doch wieder nur dieselbe supersüße und superpappige antiemanzipatorische Soße von (vor-)gestern. Fehlte eigentlich nur die „Pretty Woman“- oder die „Bridget Jones“ – Episode (na ja letztere war ja sogar vorhanden). Hätten sich nahtlos eingefügt.

Warum eigentlich findet jeder diesen Film gut?

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