eXonic
eXonic aus Hildesheim heißt Martin , ist 22 Jahre alt. Er hat sich 2009/04/23 22:33:11 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1012 Filme bewertet und legendäre 312 Kommentare geschrieben. Mehr
Eye of the Black Cat
eXonic 6.5 "Ganz gut" 2012/02/01 18:55:37
15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 8 Antworten
Anoirja 2012/02/01 19:11:37
Antwort löschenOkay, finde den trotzdem besser als die anderen mir bekannten Filme Martinos. :)
eXonic 2012/02/01 19:47:07
Antwort löschen1. Strange Vice
.
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.
2. Morte sospetta
3. Torso
4. Your Vice
5. Scorpion
6. All the Colors
Ich weiß nicht, halte Martino einfach ein wenig für überschätzt und kann nicht so viel wie die meisten anderen Giallo-Fans mit seinen Filmen anfangen. :( Trotzdem konnte ich aber den hier nach der Zweitsichtung um ganze 2 Punkte aufwerten. :)
filmschauer 2012/02/01 19:59:58
Antwort löschenWieder mal sehr reflektiert beschrieben. Ich selbst kann hier zum Thema Martino leider noch sehr wenig beitragen, da bisher nur "Der Killer von Wien" gesehen, den ich nach einmaliger Sichtung auch 'nur' gut fand.
eXonic 2012/02/01 20:12:38
Antwort löschenLass dich von meinen Martino-Bewertungen aber nicht irritieren. ;) Wie bereits gesagt, fast jeder Giallo-Schauer ist enorm begeistert von seinen Filmen. Kannst also trotz deinem "gut" für den Killer durchaus einen Blick auf seine anderen Filme wagen.
filmschauer 2012/02/01 20:22:40
Antwort löschenGiallo hin oder her: Zumindest sein Italowestern "Mannaja" wird ganz sicher noch geschaut. :)
Skywalker_ 2012/02/01 23:03:40
Antwort löschenAlso ich mag Martino ja wirklich gerne.
Mrs. Wardth und sein Western Mannaja gehören m.m.n zu den Highlights der jeweiligen Genre Produktionen.
Den Film hier will ich schon lange sehen. Allein wegen Edwige und dem genialen Titel. Leider ist es auch hier wieder echt schwer an eine DVD ranzukommen.
Wie macht ihr das nur???;)
eXonic 2012/02/01 23:06:42
Antwort löschenTjaaa... ähm. :D
Mannaja will ich mir auch auf jeden Fall noch anschauen.
Frauen bis zum Wahnsinn gequält
eXonic 6.5 "Ganz gut" 2012/01/26 16:19:56
Der Wahnsinn: Eine notgeile Ordensschwester traktiert eine lesbische Vampirdame auf der Streckbank mit einem in Weihwasser getränkten Kruzifix – vaginal! Gerade noch rechtzeitig schreitet Graf Dracula ein, der seine Holde vor der christlichen Vergewaltigung retten kann und der Schwester kurzerhand das Holzkreuz… Oh, da hat der reißerische deutsche Titel wahrscheinlich meine Fantasie etwas…
Der Wahnsinn: Eine notgeile Ordensschwester traktiert eine lesbische Vampirdame auf der Streckbank mit einem in Weihwasser getränkten Kruzifix – vaginal! Gerade noch rechtzeitig schreitet Graf Dracula ein, der seine Holde vor der christlichen Vergewaltigung retten kann und der Schwester kurzerhand das Holzkreuz… Oh, da hat der reißerische deutsche Titel wahrscheinlich meine Fantasie etwas zu sehr angeregt. So etwas in dieser Art habe ich mir nämlich darunter vorgestellt, als ich zum ersten Mal davon gehört habe.
„Frauen bis zum Wahnsinn gequält“ ist jedoch ganz und gar anders als obige Fantasiegeschichte: Zwar passt der Titel durchaus, denn Qualen erleiden muss in Luciano Ercolis Film sehr wohl eine (!) Frau, allerdings sind diese vielmehr psychisch als physisch. Wo keine Gewalt, da auch kein Mörder, was für einen Giallo schon recht ungewöhnlich ist und trotzdem geht es auch hier um die Suche nach einer bestimmten Identität. Einstige Vertrauenspersonen sind bald als solche nicht mehr erkennbar, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn Ercoli hüllt ihre Machenschaften mehr und mehr in der Finsternis des Schattens. Licht ins Dunkle bringt er in diesem Psychodrama natürlich erst zum Schluss, wenn auch etwas unspektakulär, aber nicht unbedingt vorhersehbar.
Gialli der eher unkonventionellen Machart zählen oft zu den besten Genrevertretern, nur bedeutet dies für „Le Foto proibite di una signora per bene“ Fluch und Segen zugleich: Erfrischend wirkt dieser Grenzgänger zweifelsfrei, jedoch opfert er hierfür vor allem die Spannung und die sollte bei solch einem Rätsel-Spielchen sicherlich nicht fehlen. Vorbildlich entfernt sich Ercoli nie weit weg vom eigentlichen Geschehen, verzichtet auf unnötige Sex- und Mordintermezzi oder falsche Fährten, doch der ein oder andere Nervenkitzler hätte garantiert nicht geschadet. So aber hat der Film mit der einen oder anderen Länge zu kämpfen, in dem höchstens die extravaganten Kleider, schrill-futuristischen Telefone oder ständig wechselnden Frisuren für denkwürdige Szenen verantwortlich sind.
Die Darsteller können sich dagegen kaum bis gar nicht in die Erinnerungen des Zuschauers spielen: Nives Navarro überzeugt noch als rothaariges Luder, Dagmar Lassander verkörpert ihre Hauptrolle allerdings zu übertrieben und unecht und auch die männlichen Akteure können aufgrund ihrer eindimensionalen Rollen keine Akzente setzten – wobei das durchaus zum Film passt. Viel eher im Kopf bleibt ein weiterer typischer Morricone-Soundtrack, der den Verfall in den Wahnsinn perfekt begleitet. Am spektakulärsten bleibt letzten Endes dennoch der deutsche Titel; nicht, dass der Rest schlecht wäre, „Le Foto proibite di una signora per bene“ ist sehr wohl ein solider und schön subtiler Giallo, der aus seinen Genreausbrüchen nur viel mehr hätte machen müssen.
26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten
eXonic 2012/01/26 19:04:09
Antwort löschenDie Szene werde ich so in meinen bald erscheinenden Film "Frauen bis zum Wahnsinn gequält: Jetzt erst recht" übernehmen. ;)
horro 2012/01/26 20:38:14
Antwort löschenDas wär dann wieder mal ein echter Grund ins Kino zu gehen ... erscheint der weltweit?
eXonic 2012/01/27 11:26:30
Antwort löschenKlar, natürlich auch in der Schweiz. Und vielleicht auch schon bald in Cannes. ;)
Strip for the Killer - Die Nacht der blanken Messer
eXonic 5.0 "Geht so" 2012/01/17 13:50:51
Nun ist der Gipfel endgültig erreicht. Sergio Martino hatte bereits mit seinem Tittenhagel „Torso“ neue Nuditäten-Maßstäbe im Giallo gesetzt und auch Filme wie „Schön, nackt und liebestoll“ oder „Ihre Brüste wackelten im Todestakt“ servierten ebenso reichhaltigen und buntgemischten Melonensalat. Titel wie diese spielen im Prallball ganz oben in der Liga mit, aber für die Meisterschaft…
Nun ist der Gipfel endgültig erreicht. Sergio Martino hatte bereits mit seinem Tittenhagel „Torso“ neue Nuditäten-Maßstäbe im Giallo gesetzt und auch Filme wie „Schön, nackt und liebestoll“ oder „Ihre Brüste wackelten im Todestakt“ servierten ebenso reichhaltigen und buntgemischten Melonensalat. Titel wie diese spielen im Prallball ganz oben in der Liga mit, aber für die Meisterschaft reicht es trotzdem lange nicht, denn die sichert sich haushoch überlegen „Strip for the Killer“.
Von der ersten Sekunde an steht der weibliche Körper im Mittelpunkt des Geschehens und zwar so sehr, dass dem einfach alles untergeordnet werden muss. Am meisten betroffen ist davon erwartungsgemäß die Handlung, die im Grunde genommen aus den immer gleichen Abfolgen besteht: Zuerst wird etwas gemetzgert, gefolgt von belanglosen, flüchtigen Polizeiformalitäten und zum Abschluss des Kreislaufs spielt Sex eine wesentliche, zeitintensive Rolle. Strippen müssen demnach auch die Herren, was in Form von Franco Diogene (ein Mann, der so aussieht: O) den Spaß am Fleischbeschau gehörig trübt. Für viel Laune sorgt der runde Kerl aber dennoch: Nachdem das von ihm zu verlegende Rohr schon vor dem Einbau den Geist aufgegeben und ihn seine Kundin verlassen hat, tapst er in seiner Zweimannzelt-Unterhose heulend durch sein Heim, ausgerüstet mit Gummipuppe und Messer. Ein Anblick für die Götter.
Ein viel leckerer Augenschmaus ist dagegen Giallo-Queen Edwige Fenech, die einzig Bekannte unter all den Nackedeis. Ungewöhnlich kurz trägt sie diesmal ihr Haar, was jedoch nichts an ihrer Ansehnlichkeit ändert – im Gegenteil, der blanke Busen wirkt nur noch größer. Sie ist es auch, der man unter all den Charakteren wenigstens ein Fünkchen Sympathie entgegenbringen kann; der Rest des Casts ist nämlich ein einziger Nervverein, wenn er sich nicht gerade auszieht oder dem Killer in Motorradkluft samt Helm (obwohl stets im Auto unterwegs) zum Opfer fällt. Die Motivation, die hinter all den Brustamputationen und Kastrationen steckt, übertrifft in ihrer grenzenlosen Blödheit beinahe jeden anderen Giallo und lässt selbst Hardcore-Fans dieser Filme sauer aufstoßen, die eigentlich gegen Nonsens-Angriffe dieser Art längst abgestumpft sein müssten. Immerhin wurde so die Sinnlosigkeit konsequent durchgezogen und der Trash-Flair nochmals ordentlich unterstrichen - wobei der unglaubliche Schlussgag ebenso mithilft -, was schließlich den Hauptgrund neben der bezaubernden Edwige darstellt, sich diesen exorbitant schlechten, aber sehr unterhaltsamen Bockmist überhaupt anzusehen.
17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 9 Antworten
filmschauer 2012/01/17 14:01:27
Antwort löschenInteressant. Obwohl deine Worte noch drakonischer sind als meine, finden wir uns am Ende doch in der Mitte der Bewertungsskala wieder. Einen gewissen Unterhaltungsfaktor kann man diesem Werk eben einfach nicht absprechen. ;)
eXonic 2012/01/17 14:04:57
Antwort löschenWenn ich versuchen würde, den Film objektiv zu bewerten, dann könnten ich auch nicht mehr als 2 Punkte vergeben. Der etwas trashige Charme und meine Liebe zu Edwige haben es dann aber nochmal herausgerissen. Darauf hätte ich vielleicht noch etwas mehr eingehen müssen.
filmschauer 2012/01/17 14:13:03
Antwort löschenNee, das hab ich schon zwischen deinen Zeilen herauslesen können. Und Objektivität bei einer Filmkritik gibt es doch sowieso nicht. :)
eXonic 2012/01/17 14:16:25
Antwort löschenDann ist ja gut. :) Hab mir auch recht schwer mit der Bewertung getan (die Punktevergabe mag ich eh immer weniger) und so habe ich dann eben die goldene Mitte gewählt, frei aus dem Bauch heraus.
Anoirja 2012/01/17 23:07:10
Antwort löschenMich würde ja mal deine Kritik zu Martinos "Your Vice is a Locked Room..." interessieren, die deine exorbitant schlechte Bewertung begründet - für mich nicht nachvollziehbar. ;)
eXonic 2012/01/17 23:21:32
Antwort löschenOha. ^^ Dafür müsste ich den Film erstmal wieder sehen, aber vielleicht mache ich das demnächst mal. Ich weiß noch, dass er einer meiner allerersten Gialli war und ich davon noch so gut wie nichts wusste. Auch die gute Edwige hatte ich vorher nur in "Signora Wardh" gesehen, was heißen soll, dass ich noch nicht in sie verliebt war. Bis heute hat sich in diesen beiden Punkte sehr viel verändert, weshlab ich ziemlich sicher bin, dass ich den Film nun viel mehr zu schätzen wüsste. Allerdings bin ich wiederrum nicht der größte Martino-Fan. "Signora Wardh" ist zwar einer meiner Lieblingsgialli, "Morte sospetta..." hat mir sehr gut gefallen und "Torso" war auch nett, aber sonst fand ich seine Werke bisher nicht so überragend. Mal sehen, was bei der Zweitsichtung herauskommt. Bin gespannt.
Anoirja 2012/01/18 00:05:21
Antwort löschenAch, ich bin ja auch gar nicht so vertraut mit den Filmen Martinos - aber gerade "Your Vice..." fand ich ungewöhnlich bzw. ungewöhnlich gut. :)
Le Samourai 2012/01/19 16:29:56
Antwort löschenYour Vice ist doch supergut!!! Für mich einer der besten Giallos. Noch mal schauen, exonic! :) Allein schon wegen Edwige <3
eXonic 2012/01/19 16:45:27
Antwort löschenOk, hiermit verspreche ich, dass ich den Film nächste Woche schauen und einen Kommentar dazu schreiben werde. Wundern würde es mich wirklich nicht, wenn ich ihn jetzt viel besser finden würde, was natürlich nicht an euren Lobhuldigungen liegt. ;>
Spasmo
eXonic 4.0 "Uninteressant" 2012/01/14 11:47:26
„It’s all absurd, meaningless.“
Die Aufgabe eines jeden Giallos besteht letztendlich immer darin, sein Publikum an der Nase herumzuführen und so ist es kaum verwunderlich, dass auch „Spasmo“ diesem Prinzip folgt, selbst wenn Umberto Lenzis Film nicht einmal die klassische Murder Mystery erzählt. Was er aber hier mit dem eigentlich so simplen Plot anstellt, ist im wahrsten Sinne…
„It’s all absurd, meaningless.“
Die Aufgabe eines jeden Giallos besteht letztendlich immer darin, sein Publikum an der Nase herumzuführen und so ist es kaum verwunderlich, dass auch „Spasmo“ diesem Prinzip folgt, selbst wenn Umberto Lenzis Film nicht einmal die klassische Murder Mystery erzählt. Was er aber hier mit dem eigentlich so simplen Plot anstellt, ist im wahrsten Sinne des Wortes unbeschreiblich. Vor allem zu Beginn kennt die Geschichte vor noch so abstrusen Wendungen kein Halten mehr und ein Logikloch nach dem anderen tut sich ob der tiefen Verwirrung, unter der auch Lenzi gelitten haben muss, im irgendwann kaum mehr nachvollziehbaren Handlungsverlauf auf. An der Komplexität liegt das allerdings weniger, sondern schlicht am Gepfusche im Drehbuch. Neben Spannungsarmut, Höhepunktlosigkeit und Atmosphäremangel quält es zu allem Überfluss mit sinnentleerten Porno-Dialogen, die wohl die Schaufensterpuppen geschrieben haben müssen, die andauernd irgendwo in den Szenerien herumliegen und natürlich etwas zu bedeuten haben. Deren Auftritte zählen übrigens zu den besten in „Spasmo“ - wahrscheinlich weil sie einfach nichts sagen -, denn zusammen mit der Musik des unermüdlichen Ennio Morricone gelingen Lenzi immerhin einzelne unheimliche Momente. Suzy Kendall, die weibliche Hauptdarstellerin, hätte man getrost auch durch eine solche Puppe ersetzen können, gemerkt hätte es keiner. Wenn sie nicht gerade erschrocken wird und Augen, Mund und Nasenlöcher bis zum Anschlag aufreißt (was unheimlich doof aussieht), sind Lidschläge beinahe die einzigen Bewegungen, die sich in ihrem Gesicht erkennen lassen. Sofern es dem Zuschauer gelang, seine eigenen Lider bis zum Schluss geöffnet zu halten, kann er wenigstens noch einen kurzen Blick auf den dauercoolen Ivan Rassimov und ein halbwegs gelungenes Ende werfen, aber selbst das entschädigt für den beschwerlichen Weg bis dorthin nicht.
15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten
eXonic 2012/01/14 11:52:22
Antwort löschenNoch ein Beispiel für den wirren Handlungsverlauf (Dauer 5-10 Minuten):
Mann findet zusammen mit Frau A (seiner Freundin) Frau B bewusstlos am Strand. Als Frau B zu sich kommt, macht sie sich aus dem Staub und lässt eine Thermoskanne (?) zurück. Diese trägt einen Namen, den gleichen wie eine Yacht, an dem Mann und Frau A wenige Zeit später an einem Steg zufälligerweise vorbeilaufen. Auf der Yacht steigt eine Party, auf der sich auch Frau B befindet und natürlich gesellen sich Mann und Frau A hinzu. Der Bootsbesitzer ist spitz auf Frau B, scheinbar auch ihr Freund, aber das hindert Mann trotzdem nicht, Frau A auf der Party allein zurückzulassen und sich mit Frau B vom Acker zu machen, um im nahegelegenen Hotel zu bumsen (bzw. es zu versuchen). Frau A ist von diesem Zeitpunkt an absolut egal und bis auf eine kurze Szene nicht mehr im Film zu sehen.
horro 2012/01/14 16:20:43
Antwort löschenDu bist fies, hab mir den gerade bestellt ... aber danke dafür, dass du mir bereits einen Eindruck vermittelst, auf was ich mich da einlassen werden :)
eXonic 2012/01/14 16:29:05
Antwort löschenOhwe. :D Dann bin ich ja mal gespannt, wie du den finden wirst. Ich bitte um einen Kommentar nach der Sichtung! ;)
Noch ein tolles Zitat: " I have a razor in my room, big, sharp and sexy."
horro 2012/01/14 16:41:13
Antwort löschenDas Zitat macht doch Freude ... ein Kommentar kommt gewiss :)
eXonic 2012/01/14 17:38:25
Antwort löschenEin wenig schon. Allerdings ist das noch längst nicht alles, was die Auflösung zu bieten hat.
Der Schwarze Leib der Tarantel
eXonic 7.0 "Sehenswert" 2012/01/13 12:44:37
Giallo strikes again. Einfach unglaublich, wie die Italiener in den Frühsiebziger einen Genrefilm nach dem anderen vom Fließband schmissen, heruntergekurbelt nach dem fast immer gleichen Schema, und nichtsdestotrotz stets von Neuem Spaß machend. „La Tarantola dal ventre nero“ ist hierfür ein Paradebeispiel: Paolo Cavaras verwertet für seinen Film nämlich nahezu jegliche Elemente, die den…
Giallo strikes again. Einfach unglaublich, wie die Italiener in den Frühsiebziger einen Genrefilm nach dem anderen vom Fließband schmissen, heruntergekurbelt nach dem fast immer gleichen Schema, und nichtsdestotrotz stets von Neuem Spaß machend. „La Tarantola dal ventre nero“ ist hierfür ein Paradebeispiel: Paolo Cavaras verwertet für seinen Film nämlich nahezu jegliche Elemente, die den Giallo definieren. Junge, barbusige Mädels (zu denen mit Barbara Bach, Barbara Bouchet und Claudine Auger gleich drei Bond-Girls zählen) sind dem Tode geweiht, für deren Schicksal, wie so üblich, ein unbekannter Irrer verantwortlich ist. Ausgestattet ist der meuchelnde Anonymus mit einer überdimensionalen Akupunkturnadel, die er zur atonalen und unheilverkündenden Morricone-Musik seinen Opfern zum Paralysierungs-Zweck in das Genick rammt, damit diese wehrlos und zugleich mit vollster Aufmerksamkeit ihre Fahrt gen Jenseits erleben.
Kreativ ist also anders, doch wegen ihrer Gewieftheit verliert die Tarantel deswegen kaum an Unterhaltungswert. Die nicht ganz unkomplizierte Geschichte fordert zum Mitdenken auf, wirft mit roten Heringen um sich, die es zu durchschauen gilt und besitzt mit Giancarlo Giannini (ebenfalls ein Bond-Veteran) einen Hauptdarsteller, der es versteht den jobmüden Inspektor gekonnt zu verkörpern. Nur am Ende, wenn dann die Auflösung präsentiert wird, strauchelt der Achtbeiner leider doch noch ein wenig, was nicht unbedingt an der Vorhersehbarkeit liegt, sondern vielmehr an der extrem unspektakulären und einfallslosen Abwicklung. Der Inspektor winkt ab, ich auch, aber ein sehenswerter Giallo war’s trotzdem.
15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 18 Antworten
crab1973 2012/01/13 12:58:37
Antwort löschenaaahh... was macht ihr mit mir? Komme seit Tagen aus den vormerken gar nicht mehr raus. :)
eXonic 2012/01/13 13:01:12
Antwort löschenHör du nur auf, bist selbst nicht besser mit deinen Trashperlen. ;D
crab1973 2012/01/13 13:06:15
Antwort löschenStelle fest, dass ich in Sachen Giallo so einiges nachholen muss...
Le Samourai 2012/01/13 13:09:16
Antwort löschenJep, einer meiner Favs!
@ crab: Hier, meine Giallo-Liste. Kannste fleißig vormerken :)
http://mubi.com/lists/giallo-fantastico
eXonic 2012/01/13 13:18:14
Antwort löschenSo ne Liste wollte ich mir auch schon mal machen, aber da wurden dann ein paar Titel nicht gefunden. :( Also hab ich es sein lassen.
Meine schicke Word-Liste zählt aber bisher aber 68 Gialli. :)
crab1973 2012/01/13 13:28:41
Antwort löschenUnglaublich wieviele Messermorde aus Italien gekommen sind. Während die Amerikaner ja eher auf Gartengeräte schwören. :)
lieber_tee 2012/01/13 14:08:59
Antwort löschen@ Le Samourai
tolle Liste
@ crab
... und was sagt uns das über die Italiener und Amerikaner ?
Hm, Hypothese: Erst genannte mögen es subtiler, die anderen etwas grober...;)
crab1973 2012/01/13 14:43:37
Antwort löschen@lieber_tee: Sagen wir mal stilvoller... Subtilität ist auch nicht gerade eine Stärke der italienischen Filmemacher. ;)
eXonic 2012/01/13 14:57:03
Antwort löschenSo, jetzt hab ich es doch nochmal mit so einer tollen Liste, wie sie Le Samourai hat, versucht. Da: http://mubi.com/lists/gelb
Leider ist sie nicht ganz vollständig und es sollen auch nicht alle Filme Empfehlungen sein. ;)
crab1973 2012/01/13 14:59:43
Antwort löschen"Die nymphomane Killerin" mit Edwige Fenech? Muss ich sehen!
filmschauer 2012/01/13 18:52:31
Antwort löschenRichtige Herangehensweise, eXonic. ;)
Danke für Text und Liste(n), bin da ja auch am (langsamen) Abarbeiten.
Gästebuch
JohnnyKee 2012/02/05 12:43:28
:D
Welche meinste denn genau? Die Horrorfilm-Wertungen oder nur die letzten zwei?^^
Le Samourai 2012/01/19 19:02:20
Absolut, das Suspiria Poster ist auch Pflicht. Das gibt ne Argento-Wand. Eigentlich könnte ich Eintritt nehmen wenn die hängen :D
Sag mal Bescheid, sobald es das Profondo Rosso gibt... :)
Le Samourai 2012/01/19 16:30:27
Orgasmus. Wird um jeden Preis bestellt und bekommt nen Ehrenplatz im Wohnzimmer. Wie perfekt ist denn dieses Design?!?!?
Le Samourai 2012/01/15 01:37:32
Da mach ich doch direkt mal mit! :)
UNFASSBAR geil. Wahnsinn. Zum Glück hab ich das erste noch nicht bestellt, denn Profondo Rosso ist nicht nur der bessere Film, sondern auch das hübschere Plakat. Wird DEFINITIV gekauft und bekommt nen Ehrenplatz. Koste es, was es wolle... :)
Hendrik 2011/12/26 20:33:49
Bevor es dafür endgültig zu spät ist schicke ich dir hiermit noch ein paar Weihnachtsgrüße!
JohnnyKee 2011/12/24 15:39:01
Fröhliche Weihnachten Exonic^^ Und lass dich gut beschenken! ;) Gruß Johnny :D
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Die Giallo-Fabrik des Sergio Martino lief in den frühen 70ern auf Hochtouren wie bei keinem anderen Regisseur. Schon der vierte Film dieser Art rollte innerhalb von nur drei Jahren mit „Il tuo vizio è una stanza chiusa e solo io ne ho la chiave“ – welch famoser Titel – von seinem Fließband. Wie gewohnt, ist die Ware auf Hochglanz poliert, ausgestattet mit den beliebtesten Darstellern…