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eXonic
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Ein schönes deutsches Beispiel: "Wenn die Gondeln Trauer tragen"

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eXonic
über Horror Infernal

8.5Ausgezeichnet

Ein herausragender Geschichtenerzähler war Dario Argento noch nie. Aufgrund zahlreicher Unwahrscheinlichkeiten und Logiklöcher ernteten seine vorigen Filme - insbesondere „Suspiria“, der erste Teil der Mütter-Trilogie - mitunter heftige Kritik. „Inferno“, Teil zwei, geht diesbezüglich aber noch einen Schritt weiter: Er ist noch abstrakter, noch surrealer und achtet dabei noch weniger auf eine geradlinige, nachvollziehbare Handlung. Und so hat es Argento wiederholt geschafft, ein düsteres Märchen des Todes in seiner eigenen Welt heraufzubeschwören, die der unseren zwar zum Verwechseln ähnlich sieht, jedoch gänzlich anderen Gesetzen folgt.

Deutlich wird dieser Umstand schon gleich zu Beginn, als die Gedichteschreiberin Rose in einem verlassenen Keller ihre Schlüssel versehentlich in eine Pfütze fallen lässt, die sich als ein Eingang zu einem überfluteten Raum entpuppt. Niemand würde wohl auf die Idee kommen, dem verlorenen Gegenstand hinterherzutauchen, doch genau dies beschließt Rose zu tun und beschert den Zuschauern damit die wohl schönste Szene des ganzen Films. In „Inferno“ geschehen immer wieder Dinge dieser besonderen Art; die Figuren scheinen einer Trance verfallen zu sein und sind ständig im Begriff, von den Portalen solcher Alptraumwelten angezogen zu werden, wo es nichts als Qualen und den Tod zu erleiden gibt. Das Böse regiert in Argentos Fantasie, es ist allgegenwärtig und beherrscht den Geist der Charaktere, wie die Szene im Central Park unverkennbar zeigt, doch in Form einer Person taucht es nur höchst selten auf. Dadurch entsteht zu keiner Sekunde ein Gefühl der Sicherheit, jederzeit könnten die Krallen der Mater Tenebrarum nach dem Leben der Figuren greifen, wenn sie durch die labyrinthartigen Gebäude irren und das macht „Inferno“ so wahnsinnig spannend. Mitverantwortlich sind dafür, wie auch schon in „Suspiria“, die beeindruckenden Bilder, die in satten Blau-, Rot- und Grüntönen erstrahlen, voller Mystik und Fremdartigkeit stecken, sodass es schwer fällt, sich trotz deren Schönheit, darin wohlfühlen zu können. Realisiert hat einige dieser Effekte im Übrigen der Vater der italienischen Horrorfilms, Mario Bava, der als großer Spezialist auf diesem Gebiet galt.

Dass die unheimliche Stimmung des Films permanent aufrechterhalten wird, liegt auch daran, dass Argento hier nie etwas zu erklären versucht und selbst seine Charaktere durchweg in Unwissenheit lässt und ihnen nur wenige Worte in den Mund legt oder das Kommunizieren durch Stummheit gleich ganz verwehrt. Gesprochen wird in „Inferno“ nur mit der Sprache des Surrealismus und der Fantasie. Den Rausch für die Sinne vollendet schließlich Keith Emerson mit einem Soundtrack, der gekonnt zwischen progressiven und klassischen Tönen wechselt und sich zum großen Finale von der allerbesten Seite zeigt. Seine Musik ist auf die düsteren Bilder schlichtweg perfekt abgestimmt und macht schon beinahe Goblin, die Haus- und Hof-Band Argentos, ernsthaft Konkurrenz.

Wie „Suspiria“ ist wahrscheinlich auch „Inferno“ ein Film, den man öfters gesehen haben muss, um ihn in seiner ganzen Pracht erleben und völlig darin eintauchen zu können. Die Detailvielfalt ist nämlich wie bei der großen Schwester enorm und auch andere Vergleiche lassen sich ziehen, allerdings drängt sich nie der Gedanken auf, dass es sich hierbei um eine bloße Kopie handeln könnte. Das Erfolgsrezept ist zwar das gleiche, aber Dario Argento ist einfach Alchimist genug, um daraus ein neues, schillerndes Alptraum-Märchen zu köcheln.

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Anoirja

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I know - hörte sich trotzdem seltsam an. :)


eXonic

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@ filmschauer:
Wenn du "Suspiria" mochtest, wird dir "Inferno" bestimmt auch gefallen.
Als ich "Suspiria" das erste Mal gesehen habe, wusste ich überhaupt noch nichts von italienischen Horrorfilmen und von Argento sowieso. Ich fing damals überhaupt erst an, so richtig Filme abseits des Mainstreams zu schauen und da war er wohl doch noch etwas zu viel für mich. Aber das hat sich ja mit den folgenden Sichtungen geändert. ;)

@ Anoirja:
Die beiden Filme direkt hintereinander anschauen klingt echt gut. Werde ich wohl unbedingt mal tun müssen, aber es wird wohl nichts daran ändern, dass ich "Suspiria" für den besten Horrorfilm überhaupt halte. ;)


eXonic
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Über Trinity geht einfach nichts. Kein Bösewicht, aber ein exzellenter Gegner war natürlich auch Doakes. Chase war meiner Meinung nach bislang der schwächste.

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eXonic
über Eyes of Crystal

7.0Sehenswert

Viele Jahre war es still um den Giallo, der seine Hochzeit in den frühen 70ern hatte und nur Dario Argento bewahrte ihn mit Genrebeiträgen in den 80ern und 90ern vor dem völligen Aussterben. In den letzten 10 Jahren fand jedoch eine kleine Renaissance des Giallos statt, denn nun wagten sich auch andere, junge Leute daran, den italienischen Krimi wieder aufleben zu lassen. Für etwas Aufsehen sorgten zuletzt Hélène Cattet und Bruno Forzanidie mit ihrer Hommage „Amer“, aber auch Filmemacher wie Alex Infascelli oder eben Eros Puglielli mit „Occhi di cristallo“ hauchten dem Giallo – neben Argento – nach all den Jahren wieder richtiges Leben ein.

Die Gefahr bei einem solchen Vorhaben besteht natürlich immer wieder darin, einen Abklatsch bekannter Genregrößen zu fabrizieren, doch Puglielli versteht es, seinem Werk eine gewisse Eigenständigkeit zu verleihen und es nicht zum Giallo-Einerlei verkommen zu lassen. Gängige Motive und Klischees wie Puppensymbolik und Kindheitstraumata fanden auch bei „Occhi di cristallo“ einen Platz im Drehbuch, welches zudem typischerweise mit ausufernden Liebesbeziehungen und offensichtlichen falschen Fährten ausgestattet ist. Auf dem Blatt ist der Film also schwer von seinen Artgenossen zu unterscheiden, aber wie Puglielli diese Standardthemen in die Moderne transferiert und mit welcher Hingabe er dabei zu Werke geht, ist sein großer Pluspunkt. Er versucht erst gar nicht die schrille Optik der 70er oder die Soundtracks eines Morricone oder Nicolai zu imitieren, sondern erschafft seine ganz eigene Version eines Giallos der Gegenwart, ohne sich jedoch auf das TV-Look-Niveau jüngerer Argento-Filme zu begeben. Nein, „Occhi di cristallo“ ist gar in Ansätzen so schön fotografiert wie die alten Glanzstücke des Großmeisters und erschafft gemeinsam mit dem vielfältigen, gialloungewöhnlichen Soundtrack eine unangenehm düstere Atmosphäre und einiges an Spannung – selbst wenn der Handlungsverlauf ohne Überraschungen auskommt.

Mit „Occhi di cristallo“ erfindet Eros Puglielli den Giallo zwar nicht gerade neu, aber er erteilt ihm immerhin eine abwechslungsreiche Auffrischung. Es bleibt zu hoffen, dass noch mehr Filmschaffende dem Subgenre verfallen, denn es ist derzeit wirklich auf einem guten Weg, wieder eine gewisse Popularität zu erlangen und somit weiterhin gute Filme hervorzubringen.

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lieber_tee

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Toller Neo-Giallo, der Regisseur hat hat das Genre verstanden.


eXonic
über Eye of the Black Cat

6.5Ganz gut

Die Giallo-Fabrik des Sergio Martino lief in den frühen 70ern auf Hochtouren wie bei keinem anderen Regisseur. Schon der vierte Film dieser Art rollte innerhalb von nur drei Jahren mit „Il tuo vizio è una stanza chiusa e solo io ne ho la chiave“ – welch famoser Titel – von seinem Fließband. Wie gewohnt, ist die Ware auf Hochglanz poliert, ausgestattet mit den beliebtesten Darstellern des Italokinos und (unter anderem) mit einem klassischen Whodunit-Plot versehen. Bei all der Eile, möglichst viele dieser damals äußerst beliebten Genrevertreter in die Kinos zu bringen, vergaß Martino jedoch ein ganz entscheidendes Detail: die Liebe und absolute Hingabe zu seinem Schaffen. Allein der erste Teil seiner Giallo-Pentalogie „Lo Strano vizio della Signora Wardh“ erweckt nicht den Anschein, möglichst schnell heruntergekurbelt worden zu sein, was ihn mit Abstand zum Besten unter diesen fünf Filmen macht.

Technisch gesehen können sich die Nachfolger von Martinos Genreeinstieg, insbesondere der sehr elegante und düstere „Il tuo vizio“, gar mit Giallo-Meisterwerken wie Argentos „Profondo Rosso“ messen, inhaltlich und schauspielerisch sowieso. Welcher der beiden Regisseure allerdings mit Herz und Seele bei seiner Arbeit war und sich zwei Jahre anstatt nur wenige Monate auf seinen Film vorbereitete, lässt sich beim Betrachten ziemlich schnell erahnen.

Dabei versucht Martino viel, seinem Werk diese Tatsache nicht anmerken zu lassen: Wie bereits angedeutet, erzählt er nicht nur die übliche Standard-Krimigeschichte mit Rasiermessermorden und (leeren) J&B-Flaschen, sondern mischt dieser einen gehörigen Anteil Ehedrama bei, dem im Verlauf des Films einen immer höheren Stellenwert beigemessen wird. Trotzdem kann sich der Film nie völlig darauf konzentrieren, denn Martino verfällt auch in „Il tuo vizio“ seinen altbekannten Gewohnheiten. Morde müssen die Handlung vorantreiben und natürlich steht all das wieder unter dem Motto „It’s clothes that ruin the world“, was beim Mitwirken von Edwige Fenech und Anita Strindberg allerdings überhaupt kein Kritikpunkt sein kann. Schauwerte bietet ebenso die exzellente Kameraarbeit des Giancarlo Ferrando, von Edgar Allan Poe angehauchte Szenenbilder im Gothic-Style und die halbverfallene Villa, wo sich ein Großteil des Geschehens abspielt. (Gut möglich, dass sich Stephen King beziehungsweise Stanley Kubrick von diesem unheimlichen Haus, aber auch von einer ganz bestimmten anderen Szene für „Shining“ inspirieren ließen.)

Die Oberfläche glänzt bei Martino wiedermal in ihrer vollsten Pracht, handwerklich sind seine Fähigkeiten einfach enorm, jedoch merkt man ihm die Begeisterung für seinen Stoff – falls überhaupt vorhanden – nie so richtig an. Genauso lässt sich in seinen Filmen permanent eine persönliche Note vermissen und das ist wohl auch der Grund, warum sie sich allesamt so verdammt gleich anfühlen und mit Ausnahme von „Lo Strano vizio della Signora Wardh“ nie den Eindruck erwecken, etwas wirklich Besonderes gesehen zu haben.

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Skywalker_

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Also ich mag Martino ja wirklich gerne.
Mrs. Wardth und sein Western Mannaja gehören m.m.n zu den Highlights der jeweiligen Genre Produktionen.
Den Film hier will ich schon lange sehen. Allein wegen Edwige und dem genialen Titel. Leider ist es auch hier wieder echt schwer an eine DVD ranzukommen.
Wie macht ihr das nur???;)


eXonic

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Tjaaa... ähm. :D
Mannaja will ich mir auch auf jeden Fall noch anschauen.


eXonic
über Frauen bis zum Wahnsinn gequält

6.5Ganz gut

Der Wahnsinn: Eine notgeile Ordensschwester traktiert eine lesbische Vampirdame auf der Streckbank mit einem in Weihwasser getränkten Kruzifix – vaginal! Gerade noch rechtzeitig schreitet Graf Dracula ein, der seine Holde vor der christlichen Vergewaltigung retten kann und der Schwester kurzerhand das Holzkreuz… Oh, da hat der reißerische deutsche Titel wahrscheinlich meine Fantasie etwas zu sehr angeregt. So etwas in dieser Art habe ich mir nämlich darunter vorgestellt, als ich zum ersten Mal davon gehört habe.

„Frauen bis zum Wahnsinn gequält“ ist jedoch ganz und gar anders als obige Fantasiegeschichte: Zwar passt der Titel durchaus, denn Qualen erleiden muss in Luciano Ercolis Film sehr wohl eine (!) Frau, allerdings sind diese vielmehr psychisch als physisch. Wo keine Gewalt, da auch kein Mörder, was für einen Giallo schon recht ungewöhnlich ist und trotzdem geht es auch hier um die Suche nach einer bestimmten Identität. Einstige Vertrauenspersonen sind bald als solche nicht mehr erkennbar, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn Ercoli hüllt ihre Machenschaften mehr und mehr in der Finsternis des Schattens. Licht ins Dunkle bringt er in diesem Psychodrama natürlich erst zum Schluss, wenn auch etwas unspektakulär, aber nicht unbedingt vorhersehbar.

Gialli der eher unkonventionellen Machart zählen oft zu den besten Genrevertretern, nur bedeutet dies für „Le Foto proibite di una signora per bene“ Fluch und Segen zugleich: Erfrischend wirkt dieser Grenzgänger zweifelsfrei, jedoch opfert er hierfür vor allem die Spannung und die sollte bei solch einem Rätsel-Spielchen sicherlich nicht fehlen. Vorbildlich entfernt sich Ercoli nie weit weg vom eigentlichen Geschehen, verzichtet auf unnötige Sex- und Mordintermezzi oder falsche Fährten, doch der ein oder andere Nervenkitzler hätte garantiert nicht geschadet. So aber hat der Film mit der einen oder anderen Länge zu kämpfen, in dem höchstens die extravaganten Kleider, schrill-futuristischen Telefone oder ständig wechselnden Frisuren für denkwürdige Szenen verantwortlich sind.

Die Darsteller können sich dagegen kaum bis gar nicht in die Erinnerungen des Zuschauers spielen: Nives Navarro überzeugt noch als rothaariges Luder, Dagmar Lassander verkörpert ihre Hauptrolle allerdings zu übertrieben und unecht und auch die männlichen Akteure können aufgrund ihrer eindimensionalen Rollen keine Akzente setzten – wobei das durchaus zum Film passt. Viel eher im Kopf bleibt ein weiterer typischer Morricone-Soundtrack, der den Verfall in den Wahnsinn perfekt begleitet. Am spektakulärsten bleibt letzten Endes dennoch der deutsche Titel; nicht, dass der Rest schlecht wäre, „Le Foto proibite di una signora per bene“ ist sehr wohl ein solider und schön subtiler Giallo, der aus seinen Genreausbrüchen nur viel mehr hätte machen müssen.

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horro

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Das wär dann wieder mal ein echter Grund ins Kino zu gehen ... erscheint der weltweit?


eXonic

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Klar, natürlich auch in der Schweiz. Und vielleicht auch schon bald in Cannes. ;)


eXonic
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Kann ja wohl nicht wahr sein. Mit der 8. Staffel muss einfach der Schlusspunkt gesetzt werden. Zeit ist noch genug, um mit den nächsten beiden Staffeln auf ein würdiges Ende der Serie hinzuarbeiten. War bei dem Erfolg der Serie aber fast klar, dass sie bis zum Geht-nicht-mehr ausgeschlachtet wird.

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eXonic

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Am liebsten wäre es mir auch gewesen, wenn sie es mit der letzten Staffel zu Ende geführt hätten oder wie du sagst, nach der 7. Von der erwarte ich jetzt einiges, weil schon gute Vorarbeit geleistet wurde, aber was soll dann danach in der 8. kommen? Hoffe, dass es sich nicht zu sehr abnutzt und dann den Abschluss innerhalb der Serie findet.


Imagination

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Ich bin auch mal gespannt, wie das jetzt weiterverarbeiten, weil gerade darauf die Serie eigentlich seit Staffel 1 drauf hinsteuert. Zwar hatte ich mir das unter anderen emotionalen Bedingungen vorgestellt... und wie's weitergeht, liegt wohl daran, was sie jetzt in Staffel 7 machen. Gibt genügend Möglichkeiten.


eXonic
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Anfangs konnte ich ihn wirklich nur schwer ertragen, aber Staffel für Staffel hat er sich von den Abstiegsplätzen bis ganz nach oben durchgekämpft und ist schließlich einer meiner Lieblingscharaktere geworden. Vor allem die Zeit mit Juliet war wunderbar.

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eXonic
über Strip for the Killer - Die Nacht der blanken Messer

5.0Geht so

Nun ist der Gipfel endgültig erreicht. Sergio Martino hatte bereits mit seinem Tittenhagel „Torso“ neue Nuditäten-Maßstäbe im Giallo gesetzt und auch Filme wie „Schön, nackt und liebestoll“ oder „Ihre Brüste wackelten im Todestakt“ servierten ebenso reichhaltigen und buntgemischten Melonensalat. Titel wie diese spielen im Prallball ganz oben in der Liga mit, aber für die Meisterschaft reicht es trotzdem lange nicht, denn die sichert sich haushoch überlegen „Strip for the Killer“.

Von der ersten Sekunde an steht der weibliche Körper im Mittelpunkt des Geschehens und zwar so sehr, dass dem einfach alles untergeordnet werden muss. Am meisten betroffen ist davon erwartungsgemäß die Handlung, die im Grunde genommen aus den immer gleichen Abfolgen besteht: Zuerst wird etwas gemetzgert, gefolgt von belanglosen, flüchtigen Polizeiformalitäten und zum Abschluss des Kreislaufs spielt Sex eine wesentliche, zeitintensive Rolle. Strippen müssen demnach auch die Herren, was in Form von Franco Diogene (ein Mann, der so aussieht: O) den Spaß am Fleischbeschau gehörig trübt. Für viel Laune sorgt der runde Kerl aber dennoch: Nachdem das von ihm zu verlegende Rohr schon vor dem Einbau den Geist aufgegeben und ihn seine Kundin verlassen hat, tapst er in seiner Zweimannzelt-Unterhose heulend durch sein Heim, ausgerüstet mit Gummipuppe und Messer. Ein Anblick für die Götter.

Ein viel leckerer Augenschmaus ist dagegen Giallo-Queen Edwige Fenech, die einzig Bekannte unter all den Nackedeis. Ungewöhnlich kurz trägt sie diesmal ihr Haar, was jedoch nichts an ihrer Ansehnlichkeit ändert – im Gegenteil, der blanke Busen wirkt nur noch größer. Sie ist es auch, der man unter all den Charakteren wenigstens ein Fünkchen Sympathie entgegenbringen kann; der Rest des Casts ist nämlich ein einziger Nervverein, wenn er sich nicht gerade auszieht oder dem Killer in Motorradkluft samt Helm (obwohl stets im Auto unterwegs) zum Opfer fällt. Die Motivation, die hinter all den Brustamputationen und Kastrationen steckt, übertrifft in ihrer grenzenlosen Blödheit beinahe jeden anderen Giallo und lässt selbst Hardcore-Fans dieser Filme sauer aufstoßen, die eigentlich gegen Nonsens-Angriffe dieser Art längst abgestumpft sein müssten. Immerhin wurde so die Sinnlosigkeit konsequent durchgezogen und der Trash-Flair nochmals ordentlich unterstrichen - wobei der unglaubliche Schlussgag ebenso mithilft -, was schließlich den Hauptgrund neben der bezaubernden Edwige darstellt, sich diesen exorbitant schlechten, aber sehr unterhaltsamen Bockmist überhaupt anzusehen.

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Le Samourai

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Your Vice ist doch supergut!!! Für mich einer der besten Giallos. Noch mal schauen, exonic! :) Allein schon wegen Edwige <3


eXonic

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Ok, hiermit verspreche ich, dass ich den Film nächste Woche schauen und einen Kommentar dazu schreiben werde. Wundern würde es mich wirklich nicht, wenn ich ihn jetzt viel besser finden würde, was natürlich nicht an euren Lobhuldigungen liegt. ;>


eXonic
über Spasmo

4.0Uninteressant

„It’s all absurd, meaningless.“

Die Aufgabe eines jeden Giallos besteht letztendlich immer darin, sein Publikum an der Nase herumzuführen und so ist es kaum verwunderlich, dass auch „Spasmo“ diesem Prinzip folgt, selbst wenn Umberto Lenzis Film nicht einmal die klassische Murder Mystery erzählt. Was er aber hier mit dem eigentlich so simplen Plot anstellt, ist im wahrsten Sinne des Wortes unbeschreiblich. Vor allem zu Beginn kennt die Geschichte vor noch so abstrusen Wendungen kein Halten mehr und ein Logikloch nach dem anderen tut sich ob der tiefen Verwirrung, unter der auch Lenzi gelitten haben muss, im irgendwann kaum mehr nachvollziehbaren Handlungsverlauf auf. An der Komplexität liegt das allerdings weniger, sondern schlicht am Gepfusche im Drehbuch. Neben Spannungsarmut, Höhepunktlosigkeit und Atmosphäremangel quält es zu allem Überfluss mit sinnentleerten Porno-Dialogen, die wohl die Schaufensterpuppen geschrieben haben müssen, die andauernd irgendwo in den Szenerien herumliegen und natürlich etwas zu bedeuten haben. Deren Auftritte zählen übrigens zu den besten in „Spasmo“ - wahrscheinlich weil sie einfach nichts sagen -, denn zusammen mit der Musik des unermüdlichen Ennio Morricone gelingen Lenzi immerhin einzelne unheimliche Momente. Suzy Kendall, die weibliche Hauptdarstellerin, hätte man getrost auch durch eine solche Puppe ersetzen können, gemerkt hätte es keiner. Wenn sie nicht gerade erschrocken wird und Augen, Mund und Nasenlöcher bis zum Anschlag aufreißt (was unheimlich doof aussieht), sind Lidschläge beinahe die einzigen Bewegungen, die sich in ihrem Gesicht erkennen lassen. Sofern es dem Zuschauer gelang, seine eigenen Lider bis zum Schluss geöffnet zu halten, kann er wenigstens noch einen kurzen Blick auf den dauercoolen Ivan Rassimov und ein halbwegs gelungenes Ende werfen, aber selbst das entschädigt für den beschwerlichen Weg bis dorthin nicht.

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eXonic

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Ein wenig schon. Allerdings ist das noch längst nicht alles, was die Auflösung zu bieten hat.


lieber_tee

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Ja irrsinnig-konstruiert-wirrer Psycho-Fuck. Gefiel mir :)


eXonic
über Der Schwarze Leib der Tarantel

7.0Sehenswert

Giallo strikes again. Einfach unglaublich, wie die Italiener in den Frühsiebziger einen Genrefilm nach dem anderen vom Fließband schmissen, heruntergekurbelt nach dem fast immer gleichen Schema, und nichtsdestotrotz stets von Neuem Spaß machend. „La Tarantola dal ventre nero“ ist hierfür ein Paradebeispiel: Paolo Cavaras verwertet für seinen Film nämlich nahezu jegliche Elemente, die den Giallo definieren. Junge, barbusige Mädels (zu denen mit Barbara Bach, Barbara Bouchet und Claudine Auger gleich drei Bond-Girls zählen) sind dem Tode geweiht, für deren Schicksal, wie so üblich, ein unbekannter Irrer verantwortlich ist. Ausgestattet ist der meuchelnde Anonymus mit einer überdimensionalen Akupunkturnadel, die er zur atonalen und unheilverkündenden Morricone-Musik seinen Opfern zum Paralysierungs-Zweck in das Genick rammt, damit diese wehrlos und zugleich mit vollster Aufmerksamkeit ihre Fahrt gen Jenseits erleben.

Kreativ ist also anders, doch wegen ihrer Gewieftheit verliert die Tarantel deswegen kaum an Unterhaltungswert. Die nicht ganz unkomplizierte Geschichte fordert zum Mitdenken auf, wirft mit roten Heringen um sich, die es zu durchschauen gilt und besitzt mit Giancarlo Giannini (ebenfalls ein Bond-Veteran) einen Hauptdarsteller, der es versteht den jobmüden Inspektor gekonnt zu verkörpern. Nur am Ende, wenn dann die Auflösung präsentiert wird, strauchelt der Achtbeiner leider doch noch ein wenig, was nicht unbedingt an der Vorhersehbarkeit liegt, sondern vielmehr an der extrem unspektakulären und einfallslosen Abwicklung. Der Inspektor winkt ab, ich auch, aber ein sehenswerter Giallo war’s trotzdem.

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filmschauer

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Richtige Herangehensweise, eXonic. ;)
Danke für Text und Liste(n), bin da ja auch am (langsamen) Abarbeiten.


eXonic

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Gerne. Habs ja versprochen. ;)


eXonic
über Thirsty for Love, Sex and Murder

3.0Schwach

Die abendländische Kopierkunst kann heute auf eine lange Tradition zurückblicken: „Turkish Star Wars“, „Turkish E.T.“ oder „Turkish Exorcist“ zählen zu den Glanzstücken des dreisten Ideenklaus, doch diese Trash-Granaten hätte es vielleicht nie gegeben, wenn nicht „Thirsty for Love, Sex and Murder“ aka „Turkish Killer von Wien“ schon zuvor den Plagiatsstein ins Rollen gebracht hätte. Bevor sich nämlich an aktuellen Hollywood-Blockbustern vergriffen wurde, musste erstmal ein italienischer Giallo herhalten und das war kein anderer als Sergio Martinos „Lo Strano vizio della Signora Wardh“.

Zunächst scheint Szene für Szene aus dem Original übernommen worden zu sein, doch mit der Zeit entwickelt sich daraus zunehmend eine eigene Geschichte, die in ein völlig anderes Ende mündet als Martinos Vorlage. Theoretisch sollte dieser Hauch von Eigenständigkeit ein Lob wert sein, welches allerdings beim Anblick der daraus folgenden Resultate im Halse stecken bleibt: Sobald sich „Thirsty for Love, Sex and Murder” auf Abwege des ursprünglichen Plots begibt, lässt sich nämlich erkennen, weshalb hier lieber ein Großteil kopiert wurde, statt sich gänzlich selbst etwas einfallen zu lassen – schlichtes Unvermögen.

Schlechtigkeit ist bei türkischen Produktionen dieser Art natürlich ein fester Bestandteil und der einzige Anlass, sie sich heute noch anzusehen, vorausgesetzt wenn auch hin und wieder über miserable Schauspielleistungen, schlechte Effekte und dergleichen gelacht werden kann. Unfreiwillig komisch geht es selbstverständlich auch hier zu, wenn der Mörder auf einer weiten Wiese plötzlich von der Seite ins Bild springt und seine Gejagte dadurch überraschen kann oder am Ende vier Typen, von denen niemand weiß woher sie kommen, ein Magazin nach dem anderen auf unseren Helden abfeuern, der sich mit akrobatischen Einlagen aus der Bredouille befreien kann. Viel mehr solcher Szenen lassen sich im weiteren Verlauf leider nicht finden und deswegen bietet „Thirsty for Love, Sex and Murder” auch keinerlei Mehrwert gegenüber dem Original. Im Gegenteil: Die besten Szenen (wie zum Beispiel jene im Park) aus „Lo Strano vizio della Signora Wardh“ werden in Windeseile abgehandelt, eher unwichtige Details dagegen berücksichtigt und deswegen erscheint der Film mit seinen 58 Minuten wie ein Schnelldurchlauf des Giallo-Klassikers. Geradezu unterirdisch ist außerdem die Musik, die gerne mal aus mehreren miteinander vermischten Stücken besteht, schon nach wenigen Minuten durch andauernde Wiederholungen zu nerven beginnt und einfach kurz aussetzt, sobald eine Person zu reden beginnt.

„Thirsty for Love, Sex and Murder” ist seinem Vorbild in allen Belangen hoffnungslos unterlegen, was aber auch von vornherein klar war. Der einzige Grund, solche Filme zur Abwechslung trotzdem ihren Ursprüngen vorzuziehen, liegt darin, dass sie obgleich ihrer Erbärmlichkeit oftmals wegen ihres Dilettantismuses und massiven Trash-Gehalts zu unterhalten wissen, wozu diese türkische Kopie aber nicht in der Lage ist.

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Anoirja

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Bald gibt's auch eine deutsche Hommage an das Giallo-Genre: http://www.masks-themovie.de/ ;)


eXonic

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Boah, cool! Der Trailer gefällt. Erinnert mich ein bisschen an "Suspiria".


eXonic
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Ich will endlich meine Sneak-Entjungferung hinter mich bringen und bis zum Ende des Jahres jeden Giallo gesehen haben, den es gibt. Könnte aber etwas schwierig werden...

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eXonic

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Das kommt dann be mir übernächstes Jahr dran. :D Im nächsten widme ich mich erstmal den Poliziescos.


Skywalker_

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Die fehlen mir auch noch, verdammt ich spüre das wird kein billiges jahr


eXonic
über Two Evil Eyes

5.0Geht so

Nachdem die erste Zusammenarbeit zwischen Dario Argento und George A. Romero im Jahre 1978 mit „Dawn of the Dead“ schon Großartiges hervorbrachte, sollten sich die inzwischen im Horrorbereich etablierten Italiener zu Ehren Edgar Allan Poes an einem weiteren Gemeinschaftsprojekt versuchen. Jeweils eine Kurzgeschichte des Schriftstellers transferierten die beiden Regisseure in die Gegenwart, jedoch mit himmelweiten Unterschieden. Den Anfang macht Romero mit seiner Adaption von „The Facts in the Case of Mr. Valdemar”, die trotz ihrer fünfzigminütigen Spielzeit ungemein lange braucht, bis sie erstmal in Fahrt kommt und der Spuk beginnt. Doch selbst dann bleibt das Gruseligste lediglich die Frisur Adrienne Barbeaus, woran auch Romeros unpassende Flucht zu seinen vertrauten Zombies nichts ändert. Zumindest darf Tom Savini in diesen Szenen noch unter Beweis stellen, dass er ein Meister der Effekte ist.

Die Lust auf Argentos Verfilmung von „The Black Cat“ ist nach diesem Einstand vorerst verflogen. Lange hält dieser Zustand allerdings nicht an, denn schon ziemlich bald kreuzt Harvey Keitel mit einer sehr ansprechenden Leistung auf - vielleicht die beste, die je ein Schauspieler unter Argento hervorgebracht hat. Dass die zweite Episode so viel besser ist als die erste, liegt aber nicht nur an Keitel, sondern auch an der mit viel mehr Hingabe erzählten und vor Details strotzenden Geschichte. So ist die Hauptfigur nach Roderick Usher benannt, ein Fotograf für Tatorte, was ihn zu einem Opfer führt, das mit dem „Pendel des Todes“ ermordet wurde. Neben der Funktion auf ein weiteres Poe-Werk zu verweisen, nutzt Argento dieses Pendel zugleich für eine seiner spektakulären Kamerafahrten und begeistert in dieser Hinsicht erneut, wenn er seine Zuschauer in die Rolle der titelgebenden Katze schlüpfen lässt, die das Haus Ushers auskundschaftet.

Romero hat schließlich deutlich das Nachsehen, wenn es um den Vergleich der beiden einzelnen Episoden geht, doch auch Argentos Beitrag ist letztendlich nicht mit seinen früheren Filmen zu vergleichen. So bleibt „Two Evil Eyes“ eine insgesamt durchschnittliche Hommage mit reichlich Gore, besser wird der Film dadurch aber nevermore.

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horro

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Du beschreibst in etwa, was ich befürchtet hatte. Werde mir den Film sicher bei Gelegenheit trotzdem anschauen ... es eilt aber auch nicht.


eXonic
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Der Film ist zwar schon über 40 Jahre alt und das Poster "erscheint" erst am 2. Januar, aber ich poste es trotzdem, weil es so unfassbar schön ist:
http://malleusdelic.files.wordpress.com/2011/12/malleus4argento.jpg?w=450&h=630

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Le Samourai

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Seeeehr geil!! Na klar ist es das wert! :)
175 Stück, hand-gesiebdruckt! Ich hab das mal gemacht, ganz schön aufwendiges Verfahren, vor allem ACHTfarbig! Eigentlich sind 40 Pfund sogar günstig... :)


eXonic

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Wenn ich nur wüsste wie die anderen Poster aussehen werden! Argento hat ja mMn schon noch ein paar bessere Filme gemacht und die Poster zu denen würde ich mir dann eher an die Wand hängen wollen, wenn die auch so schön aussehen.
Ich werde nochmal überlegen müssen... ^^


eXonic
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Ein frohes Weihnachtsfest euch allen mit vielen, tollen Filmen. :)

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eXonic
über Giallo

2.5Ärgerlich

Eins muss man Dario Argento ja lassen. Statt einfach zu sterben oder müde zu werden und seine Karriere an den Nagel zu hängen, wie das die meisten anderen Pioniere des italienischen Kinos der 70er und 80er getan haben, macht er beständig seit 40 Jahren Filme. Zwar ist es fraglich ob für seine Fans und seinen eigenen Ruf es nicht besser gewesen wäre, wenn einer dieser beiden Fälle eingetreten wäre, denn auch „Giallo“ zählt zum Miesesten, was der Mann jemals fabriziert hat.

Die Drehbücher seiner früheren, aber dennoch meist gelungenen Werke überzeugten noch nie mit Logik, gut ausgearbeiteten Charakteren oder wohldurchdachten Dialogen, aber das von „Giallo“ kann einfach nicht mehr ernst genommen sein. Oder doch? „La Terza madre“ oder „Il Cartaio“ hat der einstige Künstler des Todes nämlich auch schon ziemlich humorlos gegen die Wand gefahren, weshalb es schwer fällt, hier an eine Parodie an das Subgenre des Giallos zu glauben. Dabei strotzt der Film nur so von guten Voraussetzungen dafür: Adrian Brody ist als dauernuschelnder und-qualmender Einzelgänger-Inspektor eine wandelnde Karikatur der Ermittler der alten Genreklassiker und spielt außerdem gleich noch den Sex-Maniac-Killer (keine Angst, kein Spoiler), der wie sein Verfolger sämtliche Klischees aufweist, die einer solchen Rolle schon immer unterlegen waren. Sein einziger Lebensinhalt ist es, hübsche Frauen ihrer Schönheit zu berauben und die Entstellten zu fotografieren, um später ein paar nette Bildchen zur Überwindung der sexuellen Einsamkeit parat zu haben. Diese krankhaften Neigungen sind argentotypisch natürlich wieder auf ein schlimmes Kindheitstrauma zurückzuführen – der Inspektor hat übrigens auch eins, wirklich ganz schlimm -, denn der unter Gelbsucht Leidende wurde wegen seine Hautfarbe tagein tagaus gehänselt. Daher lautet der Titel des Films auch „Giallo“ (= gelb), der in das gleichnamige Subgenre nur schwer einzuordnen ist und falsche Erwartungen heraufbeschwört – ein Eigentor.

Die Eigenzitate aus „Opera“, „Profondo Rosso“ und „Suspiria“ sind zwar noch ganz ansehnlich, aber lassen immer wieder daran denken wie viel besser jene Highlights aus Agrentos Schaffen sind als dieser einfallslose (Brain-)Torture-Porn im TV-Look. Sicherlich sind seine Möglichkeiten heute weitaus mehr beschränkt als in den 70ern, was bestimmt auch ein Grund für die mangelnde Qualität seiner neueren Filme ist und darum ist es für Argento vielleicht doch mal Zeit, etwas ganz anderes zu machen – „Darcula 3D“ beispielsweise. Einen Stoff dieser Art hat er jedenfalls noch nie behandelt, was Hoffnung weckt, dass sein Hinterhertrauern nach seinen glorreichen Zeiten endlich vorbei ist.

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filmschauer

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@Le Samourai: Jepp, zumindest "Tenebre" ist schon auf meiner engeren Liste. Wird bestimmt bald mal geschaut.


eXonic

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@ filmschauer: Neben den beiden Filmen, die Le Samourai schon vorgeschlagen hat, empfehle ich noch unbedingt "Opera". Das ist vielleicht sogar mein drittliebster Argento. Was danach kam, war teilweise auch noch brauchbar, aber da sind dann die wenigen Rosinen schon in einem großen Haufen Scheiße versteckt. Das Suchen kann also unangenehm werden.

@ Anoirja: In der Tat, der Anfang war echt noch ok. Aber Szenen, in denen Brody als Inspektor von seiner Kindheit erzählt, ziehen das Ganze leider wieder enorm runter. Darum konnte ich einfach nicht mehr Punkte geben.


eXonic
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Das ist eine ganz enge Kiste.
Mit der Pistole auf der Brust würde ich mich wohl für Locke entscheiden und Sawyer, Hurley und Ben auf die Plätze dahinter verweisen. Ganz oben mit dabei sind außerdem noch Desmond und Sayid.
Kate mochte ich nie und Jack war erst zum Ende hin wieder sympathisch.

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Anoirja

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Zwar kein absoluter Fave, aber für mich ist auch Juliet noch die annehmbarste Frau dort gewesen.


blubbel

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Da stimme ich voll zu. Juliet fand ich auch viel interessanter als Kate, z.b.


eXonic
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Das sieht auch ohne die billigen, unbearbeiteten Effekte noch richtig schäbig aus. Vielleicht ist das Ding aber deswegen so dermaßen unfreiwillig komisch, dass man doch noch seinen Spaß damit haben kann. Bei dem Insekt musste ich schonmal gut lachen.

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eXonic
über Dracula 3D

Man darf gespannt sein, ob sich Dario Argento weiter unterbieten kann:

http://www.youtube.com/watch?v=pvke7U75GHI&feature=player_embedded

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eXonic

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Egal, Hauptsache 3D.


Anoirja

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Jetzt aber wirklich mal: Count me out!