Fernschreiber
Fernschreiber aus Rostock heißt André , ist 25 Jahre alt. Er hat sich Sat, 17 Jul 2010 11:07:12 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 539 Filme bewertet und legendäre 286 Kommentare geschrieben. Ich mache gerade meinen Master in Germanistik. Wobei, hier sollen ja eigentlich die Interessen hin. Da passt das Studium also nur sehr marginal. Ich höre gerne und viel Musik und habe auch kein Problem damit, laut mitsingend durch die Gegend zu laufen. Neben den Filmen schaue ich auch gerne Serien oder spiele mit Freunden DotA. Ansonsten rege ich mich gern und oft über Menschen auf, häufig am meisten über mich selbst. Außerdem podcaste ich unregelmäßig, auch über Filme, und schreibe für ein Onlineportal mit Kulturberichten aus der schönen Hansestadt Rostock. Mehr
| Name | André |
|---|---|
| Alter | 25 |
| Stadt | Rostock |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | wohl lieber eine Serienfigur, nämlich House. Den Zynismus und die Antihaltung gegen fast alles Soziale würde ich auch gerne mal so ausleben wir die Figur in der Serie. |
| Meine Lieblingsschauspieler: | Nicolas Cage, Hugh Laurie, |
| Meine Lieblingsregisseure: | Christopher Nolan, |
| Über mich | Ich mache gerade meinen Master in Germanistik. Wobei, hier sollen ja eigentlich die Interessen hin. Da passt das Studium also nur sehr marginal. Ich höre gerne und viel Musik und habe auch kein Problem damit, laut mitsingend durch die Gegend zu laufen. Neben den Filmen schaue ich auch gerne Serien oder spiele mit Freunden DotA. Ansonsten rege ich mich gern und oft über Menschen auf, häufig am meisten über mich selbst. Außerdem podcaste ich unregelmäßig, auch über Filme, und schreibe für ein Onlineportal mit Kulturberichten aus der schönen Hansestadt Rostock. |
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jollyroger Sat, 23 Feb 2013 10:41:10 -0000
Antwort löschenhttps://www.youtube.com/watch?v=xhrBDcQq2DM
:D
vivibifi Sun, 24 Feb 2013 01:07:32 -0000
Antwort löschen@Fernschreiber, habe deine oscarbewertungen mit spannung verfolgt, klasse wie du schreibst! ps. zu Eddie Redmayne: sehr zu empfehlen in "Wilde Unschuld" an der seite von Julianne Moore.
russell Sun, 24 Feb 2013 02:05:16 -0000
Antwort löschenyep - redmayne ist klasse! er ist ein meister der kleinen gesten und zarten mimik und kann schon allein mit dem ausdruck seiner augen mehr erzählen als viele andere mit gaaanz viel gesicht- verziehen.
verblüffend!
Fernschreiber Sun, 24 Feb 2013 12:30:00 -0000
Antwort löschenVielen Dank fürs Lob. Wilde Unschuld ist vorgemerkt. Merci!
russell Sun, 24 Feb 2013 13:05:03 -0000
Antwort löschen@fernschreiber: der film ist aber ziemlich harte kost, sei gewarnt.
jetzt ist´s für die wiederholung zu spät, sie ist grad gelaufen - aber guck Dir bei der nächsten auch mal "die säulen der erde" an: e. redmane als jack macht das ganze sehenswert.
und wenn Du ruhige filme magst: unbedingt "das gelbe segel"!
in "birdsong" ist er auch herausragend - wie eigentlich ja immer, wenn man sich darauf einläßt, genau hinzusehen.
(lach) als ich letztens mal wieder bei "lie to me" gelandet war, dachte ich "wow - hat DER (roth) n gelenkiges und ausdrucksstarkes gesicht! der macht ja sozusagen mit brüllen das, was redmayne mit (ebenso sozusagen) leiser stimme macht: seeeehr überzeugende + beredte mimik" (obwohl e.r. ja auch "laut" kann).
auf youtube gibt es inzwischen unzählige clips, in denen Du mal stöbern kannst (wenn Du dazu zeit + lust hast, heißt das).
dilan.or.5 Mon, 25 Feb 2013 23:02:19 -0000
Antwort löschenHahaha, so "intelligente" Menschen hatte ich hinter mir im Kino.
Waren genervt, dass nur gesungen wurde und alles mit Untertiteln war.... Wie war lesen ist doof :p
Und Emotionen erst Recht, ist ja gleich alles Kitsch.
Und wen interessiert schon, dass der Autor der Vorlage Romantiker war
(also im literarischen Sinn)...
Netter Kommentar, hat mir gefallen. :)
Fast geschafft! Zwei Filme stelle ich euch noch vor und dann wird der Oscar auch schon verliehen. Wie beim letzten Mal angekündigt, steht noch meine ganz persönliche Gurke und auch mein Favorit aus. Ein Musical und ein Biopic, zwei sehr verschiedene Filme. Okay, genug Spannung aufgebaut. Heute stelle ich euch Abraham LAMEcoln vor, der in zwölf Kategorien nominiert ist.
8. Lincoln
(nominiert…
Fast geschafft! Zwei Filme stelle ich euch noch vor und dann wird der Oscar auch schon verliehen. Wie beim letzten Mal angekündigt, steht noch meine ganz persönliche Gurke und auch mein Favorit aus. Ein Musical und ein Biopic, zwei sehr verschiedene Filme. Okay, genug Spannung aufgebaut. Heute stelle ich euch Abraham LAMEcoln vor, der in zwölf Kategorien nominiert ist.
8. Lincoln
(nominiert für: Bester Film, Bester Hauptdarsteller (Daniel Day-Lewis), Bester Nebendarsteller (Tommy Lee Jones), Beste Nebendarstellerin (Sally Field), Beste Regie (Steven Spielberg), Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Schnitt, Bestes Szenenbild, Bestes Kostümdesign, Beste Filmmusik und Bester Ton)
Folgendes erzählte meine Kinobegleitung einen Tag nach der Sichtung von Lincoln unseren Freunden: „Auf einmal fragte ich mich, warum die Lüftung so laut ist. Dann ist mir aufgefallen, dass André mit geschlossenen Augen sehr laut atmet.“ Ja, Lincoln hat mich müde gemacht. Sehr müde. Und ja, ich bin eingeschlafen, aber bei drei Stunden ohne wirklichen Spannungsbogen ist das doch kein Verbrechen, oder?
Der Film erzählt die Geschichte von – jetzt werdet ihr wahrscheinlich richtig überrascht sein – Abraham Lincoln, dem 16. Präsidenten der USA. Damit ist es nach Abraham Lincoln Vampirjäger schon der zweite Streifen, der sich mit dem Mann mit dem markanten Bart beschäftigt. Wenn ihr mich fragt, braucht man keinen der beiden Filme sehen, wenn man aber gezwungen wird, einen auszuwählen, dann nehmt den Spielberg, da der Vampirjäger ein totaler Reinfall ist – zu ernst für ein Trashfest und zu trashig für einen guten Film.
Aber zurück zum Thema. Lincoln hat Parallelen zu einigen anderen Nominierten in der Kategorie Bester Film. Er ist wie Django, Zero Dark Thirty und Les Miserables insgesamt zu lang, er beruht wie Argo und Zero Dark Thirty auf wahren Begebenheiten und er nutzt wie Django sehr häufig das Wort Neger.
Steven Spielberg konzentriert sich in seiner Darstellung des Präsidenten auf die berühmte Abstimmung im Repräsentantenhaus zur Abschaffung der Sklaverei. Natürlich bekommen wir nebenbei noch ein bisschen was vom Krieg mit und von Lincolns Familie, aber all das ist letztendlich irrelevant. Wichtig ist das politische Geschehen rund um die große Abstimmung.
Problem war nämlich, dass 20 Stimmen fehlten, um eine Zweidrittelmehrheit zu erreichen. Doch unser Abe wäre nicht so ein toller Hecht geworden, hätte er nicht noch etwas aus dem – Kalauer – Hut zaubern können. Er und seine Berater überreden, locken und erpressen die schwankenden Abgeordneten und so passiert im Film, was jeden Kinozuschauer überrascht haben dürfte: Die Sklaverei wird abgeschafft.
Viel mehr Inhalt ist es nicht und ich musste ganz oft an The West Wing denken, eine amerikanische Serie, die im Weißen Haus spielt. Dort gab es auch eine Folge, in der eine Abstimmung stattfinden sollte und der Stab des Präsidenten alles tut, um die erforderliche Mehrheit zu bekommen. Nur passiert das in der Serie in 40 Minuten und nicht in fast zwei Stunden und 40 Minuten.
Aber warum braucht Steven Spielberg so lange? Das hat verschiedene Gründe. Zum einen muss er oft genug die wehende amerikanische Flagge unterbringen. Dann gibt es sehr, sehr viele bedeutungsschwangere Kameraeinstellungen. Von unten gefilmt, mit Gegenlicht, das halbe Gesicht im Schatten haben wir die Ikone Abe Lincoln – viel zu übertrieben meiner Meinung nach.
Überhaupt wirkt Daniel Day-Lewis mindestens komisch als Präsident. Einerseits war ich schon von der Ähnlichkeit und seinem Spiel beeindruckt, anderseits gab es aber auch unzählige Szenen, in denen Lincoln wie eine Mischung aus geistig behindert und Horatio Caine aus CSI wirkte – also nicht gerade überzeugend. Dazu kamen immer wieder irgendwelche nervigen Anekdoten, in denen nebenbei sehr überzeugend öde in der Gegend rumgestanden wurde.
Der Rest des Casts macht seine Sache gut, allen voran Tommy Lee Jones, der völlig zurecht mal wieder die Chance auf einen Goldjungen hat. Dagegen ist Joseph Gordon-Levitt, den ich ja sonst sehr gerne mag, hier als Lincolns Sohn absolut verschwendet, da es Spielberg nicht schafft, der Familiengeschichte genügend Bedeutung zuzumessen.
Insgesamt ist Lincoln ein sehr anstrengender Film. Alles müffelt nach einem Hoch auf Amerika und dem unbedingten Wunsch, der Accademy zu gefallen. Auch die Musik ist relativ lahm und dient vor allem dazu, die Großartigkeit des Films gebührend zu betonen. Gerade in den ersten 90 Minuten passiert nix, danach wird es wenigsten ein bisschen spannend, denn die finalen Überredungsversuche und die darauffolgende Abstimmung sind durchaus unterhaltsam und gut gefilmt. Die Ausstattung und die Kulissen sind gut, da kann man dem Film nichts vorwerfen, aber unterhaltend ist das nicht. Und wenn ich was lernen will, kann ich auch das Buch lesen, auf dem der Streifen beruht. Daher gibt es von mir nur 4 von 10 Punkte.
Oscarchancen? Tja, bei zwölf Nominierungen stehen die Chancen schon sehr gut, dass Spielberg einige neue Goldjungs für seine Vitrine (oder sein Klo) bekommt. Okay, im letzten Jahr war GePferdTen auch sechsmal nominiert und konnte keinen Preis abgreifen. Aber allein die Auszeichnung von Day-Lewis ist schon fast sicher (wobei ich nicht finde, dass er die beste Vorstellung der fünf Nominierten abgeliefert hat – aber dazu an anderer Stelle.) Ich hoffe, dass sich die Accademy nicht zu sehr von der Pro-Amerika-Haltung beeinflussen lässt und drücke anderen Streifen mehr die Daumen für Bester Film. Ansonsten gibt es bestimmt einige der kleineren Awards, sodass Lincoln, ich schätze jetzt einfach mal, Montagmorgen mit mindestens vier Preisen nach Hause geht.
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gertgebert Fri, 22 Feb 2013 19:46:38 -0000
Antwort löschen...obwohl der Kommentar fast so lange wie der Film ist.....dennoch ist er kurzweiliger!
Heute geht es mit meiner kleinen Oscarbetrachtung auf die Zielgerade. Nach bereits sechs besprochenen Filmen folgen noch die drei großen Ls: Liebe, Les Miserables und Lincoln. Und ich verrate mal schon so viel, dass unter ihnen mein ganz persönlicher Lieblingsfilm in diesem Jahr ist. Und auch der für mich schwächste Nominierte sowie die größte Überraschung. Krass oder? Mit der Überraschung geht…
Heute geht es mit meiner kleinen Oscarbetrachtung auf die Zielgerade. Nach bereits sechs besprochenen Filmen folgen noch die drei großen Ls: Liebe, Les Miserables und Lincoln. Und ich verrate mal schon so viel, dass unter ihnen mein ganz persönlicher Lieblingsfilm in diesem Jahr ist. Und auch der für mich schwächste Nominierte sowie die größte Überraschung. Krass oder? Mit der Überraschung geht es auch direkt los.
7. Liebe
(nominiert für: Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Emmanuelle Riva), Beste Regie (Michael Haneke), Bestes Originaldrehbuch und Bester fremdsprachiger Film)
Noch nie saß ich nach einem Kinobesuch so sprachlos und mitgenommen im Sessel, wie bei Michael Hanekes Liebe. Dieser Film ist ein absoluter Garant für Bedrücktheit und Depressionen. Und gerade deshalb ist er so fantastisch, weil er es schafft, ganz ohne große Effekte und viel Tamtam den Zuschauer zu berühren, ja bis ins Mark zu erschüttern.
Doch worum geht es eigentlich? Schon die erste Szene ist ein Tritt in die Magengrube: Die Feuerwehr öffnet gewaltsam ein Haus und findet eine Frauenleiche, die friedlich eingeschlafen, jedoch schon deutlich verwest auf einem Bett liegt. Schnitt. Und dann lernen wir das alte Ehepaar kennen, das wir für den Rest des Abends in ihrer kleinen französischen Wohnung begleiten dürfen (oder müssen.)
Georges und Anne, beide um die 80, genießen ihren Lebensabend. Mal ne Flasche Wein trinken, das Konzert besuchen und lesen, ganz entspannt, so wie man es sich für die letzten Jahre seines Lebens wünscht. Doch dann passiert es. Anne hat einen Anfall und der Arzt stellt eine verengte Halsschlagader fest. Die Operation im Krankenhaus misslingt, die Dame ist für den Rest ihres Lebens halbseitig gelähmt und ist auf einen Rollstuhl und die Hilfe ihres Mannes angewiesen.
Der kümmert sich rührend um seine Ehefrau, die anfangs noch kämpferisch ist, doch ihr Zustand verschlechtert sich immer weiter. Schon, wenn ich jetzt wieder daran denke, wird mir ganz schwer ums Herz. Am Ende ist Anne kaum noch anzusprechen und auch Georges ist sichtlich verzweifelt, bis irgendwann der Tod eintritt – keine Überraschung, denn die Gewissheit bekommt der Zuschauer bereits am Anfang, dennoch unglaublich hart.
Liebe ist wohl in zweierlei Hinsicht eine Überraschung. Zum einen ist es bemerkenswert, dass die deutsch/österreichisch/französische Koproduktion neben der Nominierung als Bester fremdsprachiger Film auch für den Hauptoscar nominiert wurde. Auch der österreichische Regisseur Michael Haneke wurde mit einer Nominierung bedacht und ist damit einer der wenigen Ausländer, die eine Nominierung als bester Filmemacher bekommen haben.
Zum anderen ist Liebe aber vor allem eine ganz persönliche Überraschung. Ich konnte mit Hanekes letztem Film Das weiße Band nur wenig anfangen und konnte auch die Lobeshymnen nicht wirklich verstehen. Darum war ich mir eigentlich fast sicher, dass mir ein Drama über zwei alte Menschen überhaupt nicht gefallen kann. Und von gefallen kann auch nicht wirklich die Rede sein, denn ich möchte Liebe nur ungern noch einmal schauen. Aber nicht weil er schlecht war, sondern weil er so gut war, dass es wehtat.
Es schwirren einen viele verschiedene Gedanken durch den Kopf, die alle irgendwie darauf hinauslaufen, dass man nicht alt werden möchte und wenn doch, dann nur, wenn man einen Partner hat, auf den man sich verlassen kann. Die Frage nach Sterbehilfe kommt auf, nach Pflegepersonal und wie weit Liebe gehen kann. All das passiert ganz ruhig und behutsam, aber gleichzeitig auch schonungslos. Haneke verzichtet auf große Kamerafahrten und fängt den Alltag der beiden Protagonisten lieber in festen Kameraperspektiven ein.
Apropos Protagonisten: Wow, wie großartig kann man sein. Absolut zurecht ist Emmanuelle Riva für den Oscar als Beste Hauptdarstellerin nominiert. Was die Frau abliefert, ist echt enorm. Von der ruhigen, bestimmten, netten alten Dame, über die kämpfende und trotzdem liebende Ehefrau, bis hin zum Stadium des nahen Endes zeigt sie eine so unglaubliche Darstellung, dass man fast denken könnte, man sitzt in einer Dokumentation. Doch auch Jean-Louis Trintignant hätte mindestens eine Nominierung verdient, denn auch sein Spiel als leicht trotziger alter Greis, der immer mehr auftaut und am Ende selbst komplett am Ende ist, ist wirklich brillant.
Liebe ist ein toller Film aber auch ein absoluter Runterzieher. Trotzdem bin ich wirklich froh, dass ich ihn gesehen habe und ich kann eigentlich auch nur Sichtung raten. Ab nächster Woche gibt es die DVD, da ist man dann auch auf kein Kino angewiesen und kann selbst entscheiden, wann man in der richtigen Stimmung ist. Von mir bekommt der Film, genau wie zuvor Django, 9 von 10 Punkte und wenn ich entscheiden müsste, welcher denn nun besser wäre, würde ich mich wohl für die Liebe entscheiden.
Oscarchancen? Man soll zwar den Tag nicht vor dem Abend loben, aber wenn Liebe nicht den Oscar für Bester fremdsprachiger Film bekommt, läuft irgendwas verkehrt in Hollywood. Vielleicht sind die Konkurrenten auch gut, bestimmt sogar, aber nur Liebe ist nun mal auch als Bester Film (überhaupt!) nominiert. Der Goldjunge wird es wohl nicht, aber wenn Argo tatsächlich Bester Film werden kann, darf sich Michael Haneke zumindest minimale Hoffnung auf den Regieoscar machen. Wie die Chancen für Emmanuelle Riva, die übrigens älteste je nominierte Schauspielerin, aussehen, kann ich ganz schwer sagen, denn die Frauenhauptrolle gehört für mich zu den spannendsten Entscheidungen des Abends. Ich gönne ihr den Preis vom Herzen und beim Bafta konnte sie bereits triumphieren, doch gerade mit Jessica Chastain und Jennifer Lawrence hat sie zwei harte Konkurrentinnen, die beide für ihre Leistung jeweils mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurden.
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Nun dauert es nur noch eine Woche bis die Goldjungen verliehen werden und ich fühle mich schon bestens gewappnet für die lange Preisverleihungsnacht (mit meinem Buddy Steven Gätjen.) Allerdings muss ich vorher noch die vier letzten Reviews schreiben. Heute stelle ich euch nach Argo einen weiteren politischen Thriller vor.
6. Zero Dark Thirty
(nominiert für: Bester Film, Beste Hauptdarstellerin…
Nun dauert es nur noch eine Woche bis die Goldjungen verliehen werden und ich fühle mich schon bestens gewappnet für die lange Preisverleihungsnacht (mit meinem Buddy Steven Gätjen.) Allerdings muss ich vorher noch die vier letzten Reviews schreiben. Heute stelle ich euch nach Argo einen weiteren politischen Thriller vor.
6. Zero Dark Thirty
(nominiert für: Bester Film, Beste Hauptdarstellerin (Jessica Chastain), Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt und Bester Tonschnitt)
Am 2. Mai 2011, 30 Minuten nach Mitternacht stürmt in ein amerikanisches Sondereinsatzkommando ein Haus in Pakistan. Ein hochrangiges al-Qaida-Mitglied lebt dort. Und jemand hält sich dort versteckt. Es fallen Schüsse. Die Spannung ist kaum auszuhalten. Doch bevor es soweit ist, müssen die Zuschauer von Zero Dark Thirty erst einmal ungefähr 100 Minuten aushalten.
Die amerikanische Regisseurin Kathryn Bigelow hat ein Faible für Militärgeschichten und das stellt sie auch in ihrem neusten Streich wieder unter Beweis. Erzählt wird die Geschichte der CIA-Agentin Maya, die fast Jahre damit verbringt, Osama Bin Laden zu suchen.
Auf dieser Mission begleitet sie das Publikum. In Geheimgefängnisse, in Folterkeller, in verschiedene arabische Länder und in die Büros des CIAs darf hineingeschnuppert werden. Mit einigen intensiven Foltersequenzen beginnt der Film, was auch für einige Kontroversen gesorgt hat. Leider wirkt es auch ein wenig so, als ob es die Macherin darauf angelegt hat, ins Gespräch zu kommen. Denn danach zieht der Film ein wenig die Handbremse an.
Es wird viel geredet und gedacht, analysiert und beobachtet, bis man schließlich glaubt, Bin Laden gefunden zu haben. Gerade dieser Mittelteil war mir deutlich zu lang und ich musste mich wirklich bemühen, am Ball zu bleiben. Doch dann folgt der bereits geschilderte Sturm auf das Haus, der sehr intensiv und stark inszeniert ist.
Dreh- und Angelpunkt der ganzen Geschichte ist Jessica Chastain, die eine wirkliche Glanzleistung als besessene CIA-Agentin abliefert. Ob Trauer, Unsicherheit oder Entschlossenheit, sie verkörpert jede Stimmung sehr überzeugend und schafft es, den Film über die volle (Über)Länge zu tragen. Sie bekommt als Unterstützung viele bekannte Gesichter an die Seite gestellt, so zum Beispiel Mark Strong oder Joel Edgerton. Mein heimliches Highlight war aber der Auftritt von Ex-Mafiaboss James Gandolfini.
Zero Dark Thirty ist ein packendes Erlebnis. Ich kam mir nicht wie in einem Film vor, sondern eher wie in einer Dokumentation. Kathryn Bigelow hat es einfach drauf, glaubwürdige militärische Geschichten zu erzählen, was sie auch mit ihrem letzten Film The Hurt Locker bewies, der 2010 mit sechs Goldjungen ausgezeichnet wurde. Allerdings fand ich auch da schon die Jubelchöre etwas übertrieben.
Genauso ging es mir eben auch hier wieder. Der Film ist auf keinen Fall schlecht und stellenweise sogar richtig gut, aber am Ende dachte ich so: „Joa, war nett, aber wollte ich das grad wirklich sehen, hat mir das irgendwas gebracht?“ Und darauf muss ich irgendwie mit Nein antworten. Ich brauchte keine detailreiche Aufarbeitung der Osama-Story. So war ich auch nie komplett drin und vergebe im Endeffekt immer noch gute 7 von 10 Punkte. Kein Pflichtfilm, aber auch kein Totalreinfall.
Oscarchancen? Vor dem Kinobesuch und vor einigen Wochen hätte ich vielleicht noch gesagt, dass Zero Dark Thirty gut im Rennen liegt. Die Kritiker lieben den Film (95 von 100 Punkte bei Metacritic) und nach dem Erfolg mit The Hurt Locker ist Kathryn Bigelow einiges zuzutrauen. Doch schon die ausgebliebene Nominierung für Regie macht ein wenig stutzige und überhaupt gab es wohl zu viele schlechte Schlagzeilen rund um den Film. Gerade die Folterszenen kamen gar nicht gut an. Drum glaube ich nicht, dass es für Bester Film reicht – Argo ist auch einfach der bessere Politthriller – und auch Drehbuch glaube ich nicht. Die Kategorie Beste Hauptdarstellerin gehört für mich auf jeden Fall zu den spannendsten des Abends, Jessica Chastain darf sich aber durchaus ein paar Chancen ausrechnen. Technisch war der Film zwar sehr hochwertig, ich glaube aber, dass andere Produktionen die besseren (Ton)Schnitte hatten.
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Fernschreiber Sat, 16 Feb 2013 16:44:48 -0000
Antwort löschenJap. Ich habe sozusagen eine Kino-Flatrate (ein Kumpel, der da arbeitet und Leute mit reinnehmen kann). Und mit Liebe hatte ich Glück, dass der letzte Woche noch mal in soner Sondervorstellung für alte Leute kam (wo ich und mein Kumpel tatsächlich den Altersdurchschnitt weit runtergezogen haben)
jollyroger Sat, 16 Feb 2013 19:01:25 -0000
Antwort löschenSteven Gätjen....alleine schon bei Erwähnung des Namens krieg ich richtig schlechte Laune.
Fernschreiber Sat, 16 Feb 2013 19:40:01 -0000
Antwort löschenAch wieso? Ist doch großartig, man muss es nur mit Humor nehmen :-)
Gästebuch
Hfonda15 Thu, 21 Mar 2013 18:43:23 -0000
Ja das kann ich verstehen und hab dafür natürlich auch Verständnis, denn im Endeffekt ist es auch besser wenn man keinen Bock hat einfach gar nichts zu schreiben als irgendwas unmotiviertes hinzuklatschen ;)
Hfonda15 Thu, 21 Mar 2013 18:43:21 -0000
Ja das kann ich verstehen und hab dafür natürlich auch Verständnis, denn im Endeffekt ist es auch besser wenn man keinen Bock hat einfach gar nichts zu schreiben als irgendwas unmotiviertes hinzuklatschen ;)
Hfonda15 Tue, 19 Mar 2013 21:30:54 -0000
Mir gefallen deine Kommentare echt sehr gut, würde mich da über ne Bestätigung freuen und auch über neue Filmkommentare nachdem die Oscars nun schon ein paar Wochen her sind :)
Atheisst Mon, 30 Jul 2012 19:43:30 -0000
Haha, weiss ich doch, jetzt errinnere ich mich wieder... Aber unvergessliche auftritte die der mann uns geschenkt hat, nicht wahr?^^
Atheisst Sat, 28 Jul 2012 23:15:09 -0000
Hey alter, wärst du so nett mich an den namen des helden aus deinem avatar zu errinnern?
sweetForgiveness Wed, 29 Feb 2012 12:55:10 -0000
Ja und das du Nolan als Lieblinsgregisseur hast macht dich auch nicht gerade unebliebt :D
DerDude_ Sun, 03 Jul 2011 14:30:27 -0000
How´d get burned ?
How´d get burned ???????????????!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
How d get burned //// HOW´D GET BUUUUUUUUUUUUUUURRRRRND
SamRamJam Mon, 09 May 2011 16:48:27 -0000
Da wahren rechtschriebfeler drin? Ich mercck sowas doch nie :)
SamRamJam Mon, 09 May 2011 16:24:08 -0000
Jetzt wegen dem Beitrag im Forum?
Zumindenst konnte ich deine Aussage eins zu eins unterschreiben und sehe die Sache genauso :)
Also dann, auf die Freundschaft und munteren Kommentaraustausch.
Im Übrigen habe ich gerade einen Kommentar zu XY verfasst (das war jetzt Ironie^^)
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Bevor ich den letzten Nominierten in der Kategorie Bester Film vorstelle, eine kurze Anekdote vom gestrigen Kinobesuch (Les Misérables, zum zweiten Mal.) Neben mir saßen zwei Damen, wahrscheinlich Mutter und Tochter, die sehr freundlich waren und sich entschuldigten, dass sie an uns vorbeimussten, um an ihre Plätze zu kommen. Kurz vor Filmbeginn (also deutlich nach der angegebenen Startzeit) kamen…