Fernschreiber - Fernschreibers Kommentare zu Filmen

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Fernschreiber
über Black Sheep

3.0Schwach

„Ich bin so satt, ich mag kein Blatt: mäh! Mäh“, sagt die Ziege in Tischlein deck dich. Und nicht nur die Ziege will keine Pflanzen mehr fressen, auch die Schafe bei „Black Sheep“ haben das Kraut im wahrsten Sinne satt. Schuld daran sind geldgeile Wissenschaftler, die Genexperimente durchführen und so Zombieschafe kreieren, die Bock auf Fleisch haben und bei Menschen bei einem Biss selbst zum Schaf machen. „Sei kein Schaf“, heißt es also für unsere Protagonisten, wenn sie überleben wollen.
Was nach einem gewissen Unterhaltungswert klingt, ist leider ziemlich doofer Trash. Und nur wenn man diesen Film nicht ernst nimmt, kann man wenigstens noch etwas sein Vergnügen daran finden. Ansonsten ist das aber Standartkost mit vielen Ausrutschern nach unten. Schon recht zu Beginn wird klar, wohin die Reise geht. Denn unser Protagonist hat eine Schafphobie und so eine Zom(äh)bieinvasion eignet sich natürlich bestens dazu, sie zu besiegen.
Die zweite wichtige Person ist eine Ökoaktivistin, die gleich zu Beginn mit ihrem Freund ein Genschaf klaut. (Sehr lächerliche Szene, er hoppelt wie Otto damals zu der ach so gefährlichen und geheimen Einrichtung hin und nimmt einfach so ein Probenglas weg, obwohl 20 Meter weiter sechs Wissenschaftler stehen.) Der Typ lässt das Glas fallen, wird gebissen und so zum ersten Mensch-Schaf-Mischwesen. Da seine Ökofreundin jetzt allein ist, freundet sie sich mit unserem Phobisten an und kommt auch mit ihm zusammen. Kurz vor ihrem ersten Schäferstündchen platzt der inzwischen mutierte, männliche Öko-Schaf-Zombie-Ding Dolly rein um mal ordentlich auf den Putz zu hauen.
Leider klingt das alles viel lustiger, als es wirklich war. Die ganze Handlung zieht sich gefühlt ewig hin und ist sehr vorhersehbar. Wir konnten teilweise wortgenau Sätze der Figuren voraussagen. Und das die Ökofreundin die ganze Zeit irgendwelches Zeug von Herz- und Hirnchakra redet, ist wirklich furchtbar nervig, wie ihre ganze Figur. Dazu kommen wirklich sehr schwache Leistungen der Schauspieler, viel Gras und Schafe, die teilweise unrealistischer aussehen als die Puppen der Sesamstraße. Muss also wirklich nicht sein, denn es gibt doch deutlich unterhaltsamere Trash-Humor-Horrorfilme.
Ach ja, wie nennt man Typen, die mit Schafen kämpfen? Mähdrescher!
P. S. Für mich die deutlich unterhaltsamere Auseinandersetzung mit dem Thema der spontan fleischlüsternen Tiere ist das Lied „Fleischfresser“ von Funny van Dannen, zu finden zum Beispiel hier: http://www.youtube.com/watch?v=UoHs871jqjY

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über Bryan Cranston

Wer ihn in einer seriner frühen Rollen sehen möchte, darf mit gutem Gewissen zur 6. Staffel von Akte X greifen. Dort spielt er eine geniale Rolle in der zweiten Folge mit dem Titel "Drive", womit sich ja lustigerweise der eine oder andere Kreis schließt.

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über Akte X - Der Film

7.0Sehenswert

Akte X, kaum eine Serie hat mir mehr Alpträume als Kind bereit und das allein durch das Intro. Die Musik von Mark Snow und die Bilder, furchtbar. Ich weiß auch nicht, wer mich das als Kind gucken ließ, ich weiß nur, ich habe die X-Akten geliebt. So konnte ich auch nicht Nein sagen, als kurz vor Weihnachten die komplette Serie für 55 Euro auf DVD angeboten wurde. Jetzt haben wir Februar und ich bin endlich beim ersten Kinofilm angekommen. Ich nutze die Gelegenheit für eine kurze Zäsur. Fünf Staffeln Akte X, nach vielen Jahren wiedergeschaut. Wie ist das so?
Gut ist´s! Allerdings hätte man es auch mal gut sein lassen können. Aber dazu später. Die Serie mischt einen roten Faden rund um diverse Regierungsverschwörungen und Außerirdische immer wieder mit den sogenannten „Monster oft he Week“-Folgen, also für sich stehende Episoden, in denen ein übersinnliches Phänomen behandelt wird, das meist am Ende in irgendeiner Form gelöst ist. Diese Folgen variieren sehr stark in der Qualität. Einige Folgen vergisst man noch, während man sie schaut, andere gehen dafür richtig unter die Haut. Und vereinzelt gibt es auch Ausflüge in den Comedy- beziehungsweise Parodiebereich.
Auch wenn die Einzelteile gut unterhalten, so will man doch wissen, wie es mit der Verschwörung weitergeht. Was will der Raucher, wer sind die Männer im Hintergrund, gibt es die Aliens wirklich, ist alles nur Fassade, was ist mit dem schwarzen Öl? Fragen, die mehr oder weniger beantwortet werden. Weniger vor allem deshalb, weil auch nach dem Kinofilm noch vier weitere Staffeln folgen. Gerade der rote Faden macht Akte X aus und spätestens in der Fünften wird dieser leider recht uninteressant und dünn. Für mich wäre nach Folge zwei dieser Staffel der perfekte Moment zum Aufhören gewesen. Doch es ging weiter und irgendwie verflachte sich mein Interesse. 18 Folgen später endet die Staffel und es scheint wieder endgültig zu sein. Doch es scheint nur so…
Und damit sind wir endlich bei „Akte X - Der Film“ angelangt. Die lange Vorrede sei mir verziehen, denn dieser Film ist eben nicht mehr, als eine Dreierfolge der Serie ohne richtiges Intro. Es scheint wieder ein Einzelfall zu sein, der sich recht schnell als weiteres Puzzlestück der Gesamtgeschichte rausstellt. Somit ist der Film wohl auch nur für Serienkenner richtig interessant. Wer nichts mit dem „well manicured man“ oder dem „cigarette smoking man“ anfangen kann, wird teilweise seine Probleme haben zu folgen.
Davon ab ist der Film aber durchaus gelungen. Alte Figuren der Serie treten auf und ab, Scully und Mulder harmonisieren wie immer miteinander und überhaupt haben die Macher ein gutes Tempo hinbekommen. Es ist von Anfang an spannend (obwohl der Beginn für meinen Geschmack doch zu explizit war) und auch die Storyentwicklung wirkt nicht doof oder unpassend. Allein die Anknüpfung zum Ende der letzten Staffel fehlte mir. Da hätte man mehr draus machen können und eigentlich auch müssen.
Am Ende des Films scheint man Antworten bekommen zu haben, die man schon gesucht hat. Jedoch will sich der fade Beigeschmack von Wiederholung und Ausdehnung einfach nicht einstellen. Warum fängt wieder alles von vorne an, was soll jetzt noch kommen? Ich werde es sehen, denn ich werde die Serie bis zum Ende schauen und dann auch den zweiten Kinofilm schauen. Jedoch werde ich von Folge zu Folge skeptischer. Und so war der Film zwar auch unterhaltsam, aber eben nicht so brillant, wie die Serie in den Anfängen war.
Es gibt im Englischen den Begriff „to jump a shark“ wenn eine Serie ihren Zenit überschritten hat. Akte X war schon am Strand, schwamm ins offene Meer zurück und sprang ein zweites Mal über den Hai. Ich hoffe sie können mich überraschen, jedoch wurde Der Weiße Hai auch von Fortsetzung zu Fortsetzung schlechter…Leider.

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über Tideland

7.0Sehenswert

Tideland ist ein bisschen wie Autoscooterfahren auf dem Jahrmarkt früher. Entweder man gehört zu den coolen Typen, die in einer großen Clique unterwegs sind und andauernd geknallt werden und so voller Euphorie sind. Oder aber man hat keine Freunde und strenge Eltern, es regnet und darum ist man alleine auf der Autofläche und fährt rückwärts im Kreis und wartet darauf, dass noch irgendwas passiert.
Ich kann verstehen, warum man diesen Film abgöttisch liebt und ihn nicht mal für eine Dauerkarte auf der Bude eintauschen will, jedoch kann ich genauso nachvollziehen, warum man die DVD am liebsten mit voller Wucht wegscootern will. Mir ging es so, dass ich extrem zwischen beiden Extremen geschwankt habe.
Es war für mich extrem befremdlich, dass mir Terry Gilliam vor dem Filmstart erst einmal mitteilte, was es mit diesem Film auf sich hat. Dass ihn einige mögen werden und andere wiederum total bescheuert. Dann gab es auch noch eine Bedienungsanleitung mit auf den Weg: Die Geschichte ist aus der Sicht eines Kindes erlebt, also suche auch das Kind in dir um den Film richtig zu genießen. Ich meine, mir hat doch auch kein Rummelbudentyp gesagt: „Hier, dit is dat Lenkrad, wennde da nach links machst, dann lenkste links und bei rechts geht’s nach rechts, wa?“
Dementsprechend hatte ich auch zu Beginn eine Antihaltung. Dazu alles abgewrackt und komisch und, was für mich auch bis zum Schluss das größte Problem des Filmes war, ein unfassbar nerviges Gör. Vor allem zu Anfang war ich kurz davor auszuschalten, weil ich das piepsige Gequatsche mit ihren Fingerpüppchen und die arrogante Art nicht vertragen konnte. Alles war so anders.
Doch dann fiel mir wieder die Anleitung an und ich dachte: „Na gut, kann ja nicht schlimmer werden, lässt du dich mal auf die Welt ein.“ Und auf einmal wurde der Film besser und besser und hat einen immer mehr reingezogen. Für mich war das Auftreten von Dickens der Wendepunkt. Danach wurde es zwar noch abgedrehter, aber die Welt packte mich. Die Kamera hat wirklich tolle Bilder eingefangen und so eine sehr dichte Atmosphäre geschaffen.
Da passten dann auch die Figuren rein, die wirklich absolut schräg waren. Sie erzählen eine Geschichte, die man so glaube ich selten sieht. Es geht um Behinderung, Ausgrenzung, Gefühle und das große Abenteuer, alles in einer Welt, die durch Kinderaugen gezeigt wird. Klar, das ist teilweise sehr überzeichnet und ich hätte es vielleicht reizvoller gefunden, wenn man noch eine „klare“ Erwachsenenfigur als Gegenbild gehabt hätte, welche die „Realität“ geschildert hätte, doch vermutlich hätte das einen Teil der Faszination zerstört.
Man kann vieles über Tideland sagen, doch am besten ist es, selbst einzutauchen und zu schauen, ob es auf dem Jahrmarkt rundgeht oder doch nichts los ist. Für mich persönlich ist Tideland kein Driver wie Ryan Gosling, dafür ist er stellenweise zu langweilig und anstrengend. Aber vielleicht will der Film auch gar nicht der beste Pilot sein, sondern einfach anders. Er fährt da rückwärts, wo alle anderen vorwärts fahren. Und das erlebt man selten.
Ach ja, hier noch einige Adjektive, die mir beim Schauen des Films durch den Kopf gingen, ungeordnet und für zukünftige Rezensionen zur freien Verfügung: krank, lahm, nervig, furchtbar, spannend, romantisch, eklig, verrückt, abgedreht, anders, intensiv, abgefuckt, langweilig, schön, traurig, befremdlich, gruselig, lustig, schräg, mitreißend.

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über Die Beschissenheit der Dinge

8.0Ausgezeichnet

Wenn es einem Film gelingt, den schmalen Grat zwischen Tragik und Komik zu beschreiten, ohne dabei an einer Seite herunterzufallen, ja beide Elemente sogar so miteinander mischt, dass einem das Lachen mehrmals im Hals stecken bleibt, hat er schon fast gewonnen. „Die Beschissenheit der Dinge“ ist so ein Film, dem das gelingt.
Es waren allein der großartige Titel und das DVD-Cover, das den Zieleinlauf beim Nacktfahhradrennen zeigt, die mich in der Videothek auf den Film aufmerksam machten. Ich nahm ihn mit, ohne zu wissen, worum es geht. Dorfleben? Abenteuer? Nudistenradrennen? Hätte alles sein können und genau genommen steckt von allem auch etwas drin, aber eigentlich geht es vor allem um die Familie.
„Mit den Kindern muss man zart und freundlich verkehren. Das Familienleben ist das beste Band“, sagte einst Otto von Bismarck. Das genaue Gegenteil passiert in der Welt von Gunther, der in der tiefsten belgischen Provinz aufwächst. Der dreizehnjährige Junge lebt mit seinem Vater und dessen drei Brüdern bei der Großmutter. Und während diese für das Geld und das Essen sorgt, sind die Männer eigentlich nur damit beschäftigt, Alkohol zu trinken und sich weiter abzuwracken. Dabei zeigt Regisseur Felix Van Groeningen, für den dies der erste größere Film war, dass sich Gunther zwar nach Nähe und Zuneigung sehnt, dabei aber immer mehr wird wie Vater und Onkel.
Der Grundton des Films ist dabei ernst, allerdings auch alkoholtrunken. Es scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein, dass der Junge mit in die Kneipe geht und mittrinkt. Als sein Fahrrad kaputt geht, schlägt sein Vater vor, die fünf Kilometer bis zur Schule zu laufen und es ist auch nicht ungewöhnlich, dass sein Onkel, mit dem er in einem Zimmer schläft, im Nebenbett mit dem Mädchen schläft, in das Gunther verliebt ist. Beschissen trifft die Situation schon ziemlich genau.
Auch wenn der Film viel Tiefgang hat und einem diesen auch auf der Gegenwartsebene – Gunther ist erwachsen und hat auch ungewollt eine Frau geschwängert und versucht anders zu werden als sein Vater – ins Gesicht schlägt, kann man mit dem Film noch mehr Spaß haben, wenn man kein Problem mit stellenweise flachem, prolligem Humor hat. Denn wenn es nicht gerade ernst zur Sache geht, wird eigentlich immer gesoffen, mit allen Konsequenzen. Da gibt es dann eben auch Gesänge wie: „Ein Wunder ist geschehen, ein Wunder ist geschehen. Meine Muschi ist nass und kein Regen zu sehen“, über die man am besten einfach hinwegsieht, wenn man nicht drüber lachen kann.
Ohne zu viel zu verraten, gibt es gegen Ende des Films eine der vielleicht besten, aber auch krassesten Trinkspielszenen der Filmgeschichte zu sehen. Allein für diese Brettspielversion der Tour de France lohnt es sich, die DVD zu schauen. Aber auch sonst ist „Die Beschissenheit der Dinge“ eine sehr unterhaltsame Kombination von Suff und Sozialdrama.
P.S: Das Bonusmaterial beweist übrigens, dass nicht nur der Film stellenweise echt hart an der Grenze ist, sondern auch die Crew selbst. Diese dokumentiert dort nämlich, wie sie über zwei Wochen Scham- und andere Körperhaare der Männer gesammelt haben und daraus für Darsteller Koen De Graeve ohne sein Wissen einen Schnurbart gemacht haben, den er einen ganzen Tag lang trug.

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über die Serie The West Wing - Im Zentrum der Macht

The West Wing ist auf den ersten Blick eine Serie über das Weiße Haus und die amerikanische Politik. Wie so oft im Leben zeigt sich auch hier, dass man nicht nach dem ersten Blick urteilen sollte. Denn hinter The West Wing versteckt sich eine sehr clevere und vor allem liebenswürdige Ansammlung von Figuren und Geschichten. Es geht um die Menschen und wie sie miteinander können und natürlich auch nicht können.
Bei der ersten Folge dachte ich noch: „Oh weh, das ist ja überhaupt nicht gut gealtert. Und warum wird da nur geredet.“ Aber spätestens nach drei, vier weiteren Folgen war ich Feuer und Flamme. Alle Figuren sind bezaubernd und haben tolle Momente. Ich könnte nicht sagen, wen ich am liebsten habe. Mal ist es C.J., mal ist es Leo und mal ist es natürlich auch der Präsident, fantastisch gespielt von Martin Sheen.
Ich bin inzwischen bei Staffel drei angekommen, habe also noch fünf Staffeln vor mir. Aber allein die beiden dreiteiligen Staffelfinale, die ich bisher miterleben durfte, sind ganz außergewöhnlich. So eine Gänsehaut hatte ich das letzte Mal bei den Sopranos in der sechsten Staffel. Daher würde ich allen empfehlen, die Serien mit starken Figuren mögen und bei denen Dialoge wichtiger sind als extreme Action, mal die erste Staffel The West Wing anzuschauen. Wer bisher Bedenken hatte, weil es die Serie lange Zeit nur auf Englisch gab, kann jetzt beruhigt zuschlagen. Die erste Staffel gibt es mit einer gelungenen deutschen Synchronisation schon für unter 20 Euro. Das ist wirklich nicht viel für sechs prall gefüllte DVDs.
Wer jetzt noch unsicher ist, ob er mal einen Abstecher in das Weiße Haus wagt, sollte unbedingt den Kommentar von Sonse hier etwas weiter unten lesen, mit dem sie sicher einen der besten Kommentare zu einer Serie hier auf Moviepilot verfasst hat. Unbedingt lesen und unbedingt schauen.

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Sonse

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Hui, danke für das Lob! Ich hoffe ich habe dich nicht zu sehr gespoilert. Wie weit bist du mittlerweile mit der Serie?
"The West Wing" ist übrigens wirklich super für Re-Watches geeignet. Ich ziehe immer mal wieder eine Episode raus und schaue sie mir nochmals an. Das geht nicht mit vielen Serien, darum hat sich die Investition in die Box wirklich gelohnt. :)


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über Half Nelson

4.0Uninteressant

Ryan Gosling gehört für mich ganz persönlich zu den momentan besten Schauspielern in Hollywood. Ob nun als knallharter Fluchtwagenfahrer in „Drive“, als befremdlich Verliebter in „Lars und die Frauen“ oder als Womanizer in „Crazy, Stupid, Love“ – er kann scheinbar alles spielen. Jedoch ist es ja leider so, dass ein toller Schauspieler noch nicht automatisch einen guten Film macht. Trotzdem habe ich recht viel erwartet, bevor ich mir „Half Nelson“ anschaute, immerhin war Gosling für die Rolle als drogensüchtiger Lehrer sogar für den Oscar nominiert.
Auch der Text hier ließ die Erwartung ansteigen: „Doch die unvermeidbare Konfrontation mit ihrer knallharten Umgebung schickt die zart keimende Freundschaft schnell auf eine emotionale Achterbahn.“ Tja, leider gab es für mich keine Loopings und auch keine Aufregungsschreie – leider kommt „Half Nelson“ für mich nie über eine schlecht gemachte Buckelpiste hinweg.
Ein cracksüchtiger Lehrer wird von seiner Schülerin total stoned auf der Mädchentoilette der Schule entdeckt. Warum und wieso er ausgerechnet da high werden musste, wird nicht klar, aber muss ja vielleicht auch nicht sein. Jedenfalls verrät Drey ihren Lehrer nicht und irgendwie freunden sich die beiden darüber hinaus an. Nebenbei ist noch Frank wichtig, der Dans Dealer ist und über ihren Bruder, der im Gefängnis sitzt, auch mit Drey bekannt ist.
Schon, wenn ich jetzt beim Schreiben darüber nachdenke, fällt mir auf, wie uninspiriert ich das alles fand. Ich war wirklich angeödet, denn für mich kam die Handlung überhaupt nicht aus dem Quark. Dan macht das, Frey macht das, sie treffen sich, eine Szene in der Schule, Dan kriegt dies nicht auf die Reihe, Dan kriegt jenes nicht auf die Reihe und irgendwann ist der Film zu Ende, ohne mir was erzählt zu haben. Klar gibt es einige interessante Momente und die Grundanlage des Films mag gar nicht schlecht sein, nur wie das Ganze umgesetzt wurde hat mir überhaupt nicht gefallen.
Alles ist schwer und ruhig, ohne wirklich nahe zu gehen. Ich konnte zu den Figuren überhaupt keine Bindung aufbauen, was jedoch nicht an den Schauspielern lag. Denn die haben einen wirklich guten Job gemacht. Allen voran Ryan Gosling, der auch hier wieder überzeugend eine ganz andere Seite von sich gezeigt hat. Nur passiert in dem ganzen Film eben gar nichts, was mich an die Figuren bindet, alles bleibt flach und seicht.
Doch wie schon gesagt ist nicht alles schlecht und es gibt sicher Leute, die Film total toll finden. Super eingesetzt ist zum Beispiel die Musik von Broken Social Scene. Nur leider hat sie durch ihre Getragenheit noch dazu beigetragen, dass ich mich irgendwie gelangweilt gefühlt habe, was ich der Band jedoch nicht vorwerfen will.
Vielleicht war ich einfach nicht in der Stimmung aber „Half Nelson“ hat mich leider kalt gelassen. Aber so habe ich wenigstens eine weitere toll gespielte Rolle von Ryan Gosling gesehen. Und das ist doch wenigstens etwas.

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sweetForgiveness

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Ganz deiner Meinung!


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Kommentare

Mensch, man muss doch auch nicht immer alles schlimm und scheiße finden oder? Jeder hat seine Favoriten, trotzdem ist es doch keine Fehlentscheidung, nur weil man anders entschieden hätte. Zumal es doch eh nicht wirklich was aussagt. Ich versteh das ganze Rumgeheule nicht...

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Weltenkind

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Natürlich ist es eine Fehlentscheidung, wenn man es nicht gut findet. Nonsense Aussage von dir.


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Nein. Weil dann könnte man nie richtige Entscheidungen treffen, weil es immer jemanden gibt, der es anders sieht.


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Kommentare

Sagt mal hab ich die Kurzfilme verpasst oder kommen die noch oder haben sie die spontan rausgeschnitten?

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neongelbgruen

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Kommen noch. Rausschneiden geht ja schwer bei 'ner Live-Übertragung ;)


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über Extrem laut und unglaublich nah

7.0Sehenswert

Mit „Extrem laut und unglaublich nah“ erlebt man wieder einmal ein typisches Problem: Ein vorhandenes Werk soll in einem anderen Medium umgesetzt werden. Was an sich ja keine schlechte Idee ist, führt im Ergebnis leider allzu oft zu schlechten Spielen, die auf Filmen beruhen oder eben schlechten Filmen, die auf Büchern beruhen. Auch „Extrem laut“ ist als Buch ungefähr 10000-mal besser als in seiner Umsetzung. Bevor ich jedoch den Film trotzdem etwas verteidige, möchte ich kurz erzählen, wie ich überhaupt auf den Titel aufmerksam wurde.
Im August 2010 las ich drüben bei den 5 Filmfreunden, dass „Extrem laut und unglaublich nah“ von Jonathan Safran Foer verfilmt werden soll. Ich hatte vorher noch nie was von dem Buch oder Autor gehört. Aber der Blogautor hat so von dem Buch geschwärmt, dass ich dachte: „Ach so ein Buch, kann man ja immer mal gebrauchen und macht sich hübsch im Regel“ und es mir kurze Zeit später kaufte. Ich fing an zu lesen und war innerhalb kürzester Zeit hin und weg. Die Geschichte war so voller Witz und gleichzeitig auch so traurig, dass ich es kaum fassen konnte. Ich saß in der Uni, als ich die Stelle mit dem Anrufbeantworter las, und konnte die Tränen kaum zurückhalten. Was für ein geniales Buch, wie toll.
Ich war auch vom Foer-Fieber angesteckt und war extrem gespannt, wie und ob überhaupt so ein Stoff umgesetzt werden kann. Dann der erste Trailer: Thomas Horn wurde als Hauptdarsteller gefunden und was ich gesehen hatte, gefiel mir. Der Junge passte, alles wirkte liebevoll, es passte einfach. Daher bin ich auch direkt am Starttag ins Kino gegangen, um zu schauen, ob da nicht vielleicht einer meiner Filme des Jahres angelaufen ist.
Um die Antwort vorwegzunehmen: Nein, „Extrem laut und unglaublich nah“ ist kein Film des Jahres. Ich war schon etwas enttäuscht und trotzdem ist er auch kein Totalreinfall. Denn Stephen Daldry erzählt immer noch eine faszinierende Geschichte, die ans Herz geht und tolle Momente hat. Für mich war vor allem Thomas Horn wirklich eine positive Überraschung. Zwar war er stellenweise anstrengend, aber genau das macht Oskar Schell doch aus. Er ist ein Autist und zudem noch altklug, besserwisserisch und hochintelligent. All das transportiert Horn für mich in die Figur hinein und ich hatte von Anfang an das Gefühl, wirklich Oskar Schell zu begleiten.
Die Suche nach der Lösung für das letzte Rätsel seines Vaters geht an Herz. Er begegnet vielen unterschiedlichen Menschen auf seiner Reise, sie alle haben ganz eigene Geschichten und Schicksale zu erzählen. Leider ist hier schon ein erstes Problem der Verfilmung. Die Nebenfiguren kommen sehr kurz. Allen voran Max von Sydow als Untermieter bereichert den Film ungemein, doch auch er ist nach gefühlten 10 Minuten wieder verschwunden. Im Buch dagegen ist der Untermieter eine Hauptfigur, die eine äußerst bewegende Hintergrundgeschichte hat.
Für mich das größte Problem der Umsetzung ist, dass der Humor viel zu kurz kommt. Es wird teilweise sehr dick aufgetragen. Das liegt vor allem am ganzen Geschehen rund um den 11. September. Klar ist das World Trade Center ein sehr wichtiger Teil der Handlung, im Film wirkt es jedoch leider wie patriotischer Selbstzweckt. Es ist einfach zu viel und zu explizit gezeigt. Wie so oft wäre hier weniger mehr gewesen, denn so ein heftiges Ereignis, dass selbst so sehr schockiert hat damals, kann nicht als filmisches Mittel funktionieren. Ich glaube keine filmische Umsetzung des Stoffes kann jemals so viele Emotionen auslösen wie das Ereignis selbst.
Klar, hatte ich am Ende auch einen Kloß im Hals und um mich herum weinten auch einige Leute, aber nicht wegen des Ereignisses (was der Film meiner Meinung nach jedoch suggerieren will), sondern wegen der traurigen Familiengeschichte, die zum Ende wenigstens etwas hoffnungsvoll abschließt. Besonders das Gespräch zwischen Oscar und seiner Mutter ist wirklich herzergreifend und auch Sandra Bullock macht dabei einfach eine gute Figur. (Tom Hanks dagegen wirkt sehr komisch, man hat stellenweise das Gefühl, dass der Vater geistig behindert ist – etwas, das im Buch ganz anders wirkt.)
Alles in allem ist „Extrem laut und unglaublich nah“ auch als Film immer noch eine schöne Abenteuer/Familiengeschichte, die teilweise ans Herz geht. Aber leider nur teilweise. Ich habe vor dem Film wirklich Angst vor der anfangs schon erwähnten Anrufbeantworter-Szene gehabt. Ich wollte nicht im Kinosessel laut losheulen. Irgendwann kam die Szene und sie hat mich relativ kalt gelassen – wie einige Teile des Films.
Wer also auf schöne Filme steht und kein Problem mit traurigen, ja fast schnulzigen Elementen hat, kann sich den Film also ruhigen Gewissens anschauen. Jedoch sollte man dann das Buch lesen, um zu sehen, wie toll das alles wirklich ist. Wenn man das Buch schon kennt, würde ich vielleicht sogar eher vom Film abraten. Es ist nicht so, dass dadurch das magische Gefühl des Buches kaputtgemacht wird, aber es verliert schon etwas seinen Glanz. Man kann vielleicht sagen, dass „Schon recht laut und einigermaßen nah“ der bessere Titel für den Film gewesen wäre.

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Nur noch mal zu meinem Verständnis: Die Buchstaben der Lösung sind nicht geordnet, sondern müssen für den Lösungssatz am Ende noch sortiert werden oder? Weil bisher habe ich 3 Vokale, die ja nicht unbedingt so gut zusammenpassen.

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SchnabelPower

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Ich empfehle, sich jeden Tag das Bild genau anzusehen. Dort sind die Stellen markiert, an denen die Buchstaben eingefügt werden müssen.


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über Daybreakers

4.0Uninteressant

„Originell, unheimlich und actiongeladen“ und „Man nehme Matrix und 28 Days later und raus kommt Daybreakers!“ wirbt die DVD für sich. Und entweder die Frau aus meiner Bibliothek hat mir den falschen Film in die Packung getan, oder aber die Werber haben dreist gelogen. Ich tippe auf Letzteres.
Daybreakers wirkt anfangs gar nicht mal so uninteressant. Es wird eine düstere Zukunftsvision gezeichnet, in der die Menschen von den Vampiren geschlagen wurden und nun im Untergrund leben. Blöd nur, dass das lebenswichtige Blut knapp wird. Also versucht man einen künstlichen Blutersatz zu erschaffen, stolpert über einige moralische Fragen und fertig ist das Dilemma.
Denn Hauptforscher Edward Dalton trifft eine Gruppe Menschen, die Heilung versprechen. Der übercoole Chefmensch Elvis will ihm dabei helfen, wieder menschlich zu werden. Natürlich kommt die Regierung dazwischen, Brüderkonflikte, Vater-Tochterprobleme und sogar etwas Liebe. Ist das nicht originell?
Egal ob man die recht vorhersagbare Story nun gut findet oder nicht, ist die ganze Machart für mich irgendwie blutleer. Die Darsteller spielen recht zurückhaltend, die Kulissen und die Musik bleiben nur wenig im Gedächtnis und actiongeladen ist der Daybreakers nun absolut nicht. Es gibt zwar immer mal wieder Actionszenen, die sind dann aber entweder lächerlich übertrieben (Autoverfolgungsjagd) oder sehr übertrieben (Finale). Auf jeden Fall wirkte auf mich alles irgendwie billig und nicht konsequent zu Ende gedacht.
Ich hab mich dabei erwischt, wie mich der Film immer weniger interessierte. Es plätscherte alles so vor sich hin, dann passierte Mal wieder was und huch, auf die Webseite könnte ich ja nebenbei mal gehen, oho ein neuer Konflikt, eine überraschende Wendung. Aus. Hab ich viel verpasst?
Mag sein, dass ich einfach nicht in der richtigen Stimmung war, oder dass es oberflächlich ist, dass mich die Kontaktlinsen und der ganze restliche sterile Look total genervt haben, aber bei mir blieb gar nichts von dem Film haften. Selbst die eigentlich gute Besetzung ging mir irgendwann tierisch auf die Nerven. Auch hier also mal wieder viel versprochen und für mich kaum was gehalten.

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über The Spirit

3.5Schwach

Frank Miller legt mal wieder einen eindrucksvollen Beweis vor. Ein Beweis nämlich, dass eine einzigartige Optik und hübsche Frauen noch lange keinen guten Film machen.
The Spirit sieht von der ersten Minute grafisch unglaublich gut aus. Wär den Style von Sin City oder 300 mochte, wird hier anfänglich sicher den ein oder anderen visuellen Orgasmus bekommen. Es war wohl wirklich noch kein Film so nah an einem Comic, wie dieser hier. Jedoch stellt sich dies auch schnell als Problem heraus. Denn über 2 Stunden und als Film funktioniert so ein Comic nun mal einfach nicht. Und das hier ist einfach mal zu viel des Guten. Denn nach ungefähr 20 Minuten ist man einfach satt. Es gibt zwar immer mal wieder schöne Effekte oder grafische Spielereien, jedoch trägt die Optik nicht den ganzen Film. Und spätestens, wenn man nicht mehr geblendet ist und die Geschichte hinter der Fassade betrachtet, zeigt The Spirit seine größte Schwäche: Es ist einfach ein ganz schwacher Film.
Frank Miller sagt in einem Bonusfeature der DVD (die übrigens ganz gute Extras bietet), dass er von seinem „Mentor“ Will Eisner gelernt habe, dass ein Comic ohne Handlung verloren ist. Nun stellt sich mir als Zuschauer die Frage, warum er diese Aussage nicht auf den Spielfilm übertragen hat. Denn die Story des Streifens ist uninspiriert, langweilig und nicht spannend. Zu Beginn wird eine bedrohliche Atmosphäre aufgebaut, durch den Look und das Voiceover des Haupthelden, dass nicht wenig an Rorschach von den Watchmen erinnert. Nur merkt man schnell, dass das, was er sagt, nicht über BlaBlaBla hinauskommt. Pseudobedeutungsschwer wirkte das auf mich, wie gewollt und nicht gekonnt.
Anders als andere Comic/Superhelden/Noir-Verwurstungen setzt The Spirit voll auf Humor. Das zerstört aber die anfangs noch kurz aufgebaute Stimmung. Denn sind nicht vereinzelt schlaue Witze, sondern purer Holzhammer. Slapstick, der zumindest bei mir, nie funktioniert hat. Am besten bringt es der Spirit selbst auf den Punkt, wenn er seinen Erzfeind fragt: „Kommt da noch eine Pointe? Ich langweile mich hier zu Tode!“ Genau so fühlte ich mich die ganze Zeit über.
Auch schauspielerisch ist das alles eher dürftig. Gabriel Macht erinnert als Superheld verdammt an den unsäglich schlechten Matthew Broderick als Inspector Gadget. Samuel L. Jackson übertreibt maßlos und die Frauen sind auch nur dazu da, um gut auszusehen. Und das gelingt meist nicht mal wirklich. Einzig Scarlett Johansson wertet den Film etwas auf und liefert eine wenigstens halbwegs glaubwürdige Figur ab.
Wenn The Spirit nicht den Millerschen Farbanstrich hätte, würde es sich um einen ganz furchtbaren Schrott handeln, der höchstens für Trashfilmabende gereicht hätte. So bleibt er im Kern immer noch ein Schrottfilm mit großen Namen, der aber wenigstens außergewöhnlich aussieht. Jedoch ist so auch die Enttäuschung größer, denn nach Millers anderen Werken habe ich hier wirklich was Großes erwartet ...

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über Rosso - Die Farbe des Todes

2.5Ärgerlich

Endlich wieder ausgenüchtert vom gestrigen Ereignis, kann ich euch nun endlich die Highlights berichten. Dieser doch etwas komische Einstieg hängt mit einem Geschenk zusammen, dass ich am Wochenende bekommen habe, nämlich ein Glas mit kreativen Textanfängen. Diese werde ich nun nach und nach, immer mal wieder einstreuen, mal unauffällig, mal doch recht außergewöhnlich, so wie hier. Denn ich war gestern nicht betrunken und auch „Rosso - Die Farbe des Todes“ ist alles andere als ein Highlight.
Ich glaube ich habe vorher noch sie so stark bemerkt, wie lang zwei Stunden sein können. Der ganze Film zog sich wie Kaugummi und kam nicht zu einem Ende. Dabei passierte insgesamt nur sehr wenig. Eine Mentalistin spürt, dass jemand im Publikum schon mehrfach gemordet hat. Und wie sollte es anders sein, sie ist die Nächste, die dran glauben muss. Der Mord wird von einem Typen beobachtet, der, wie es ja üblich ist, anfängt zu recherchieren, um hinter das große Geheimnis zu kommen. Dabei wird er von einer komischen Reporterin unterstützt. Immer wenn die beiden einen Schritt näher an die Lösung kommen, stirbt irgendwer, bis sich zum Schluss alles auflöst.
Der Anfang ist tatsächlich noch etwas mitreißend, da der Zuschauer die Erlebnisse aus den Augen des Killers sieht. Man bekommt nur winzige Details zu sehen. Mal ein Schuh, mal geschminkte Augen, jedoch wird nie das Geheimnis komplett gelüftet, wer denn nun der Killer mit den Lederhandschuhen ist. Jedoch schafft es der Streifen so einschläfernd und uninspiriert zu sein, dass es mich irgendwann auch nicht mehr interessiert hat. Denn zwischen den Morden passiert so viel, was aber gleichzeitig so unwichtig ist, dass man das eigentliche Ziel schnell aus den Augen verliert, diese sind mir übrigens mehrmals während des Filmes zugefallen.
Irgendwann kommt noch ein Haus ins Spiel und seltsame Musik und es scheint etwas mysteriös zu sein, aber vielleicht täusche ich mich da jetzt auch und es war letztendlich nur irgendwas. Die Beziehung zwischen Typ und Reporterin steht mal kurzzeitig im Mittelpunkt, dann auch wieder nicht. Dass immer wieder humorige Einlagen eingebaut wurden, sollte vielleicht auflockern, stört aber nur noch mehr. Denn der Film ist und bleibt trocken, auch wenn sie in einem winzigen Clownsauto fahren oder Armdrücken spielen. Warum das alles und was das mit den Morden zu tun hat – keine Ahnung.
Die Musik gefällt mir eigentlich ganz gut, auch wenn ich die ganze Zeit überlegt habe, woher ich die Melodie kenne. Und es ist mir bis heute nicht eingefallen. Doch wenn man immer wieder das Gleiche hört, fängt es auch irgendwann an zu nerven. Dazu sind mir die Gewaltszenen zu übertrieben inszeniert und ziehen den Film teilweise fast schon ins Lächerliche. Und das die Farbe Rot nun so eine besondere Bedeutung hat, ist mir auch nicht aufgefallen.
Wenigstens am Ende wurde ich noch mal etwas von der Auflösung überrascht, wenn auch zum Showdown selbst wieder zu sagen ist, dass das einfach zu übertrieben ist. Wenn man schon staubtrockenen Thriller mit abgedrehten Humor mischt, muss man schon ein Händchen dafür hab, was mir hier absolut nicht aufgefallen ist. Vielmehr wird Szene um Szene aneinander gesetzt, ohne eine gute Geschichte zu erzählen oder zu unterhalten.
So bleibt Rosso unterm Strich ein Film, den man in der Werbung treffend mit dem Slogan: „Die längsten zwei Stunden der Welt“ offerieren könnte, ohne zu übertreiben.

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Fernschreiber
über Children of Men

6.0Ganz gut

Ich muss zugeben, dass ich, als ich das Cover von Children of Men gesehen habe, dachte: Ach naja, das geht wieder in die Richtung Clive Owen als Supertyp, der sich von hinten ranschleicht und Menschen tötet. Das beweist mal wieder, dass der erste Eindruck auch ganz gewaltig täuschen kann.
Alfonso Cuarón setzt bei Children of Men vor allem auf eine bedrückende Endzeitstimmung, die er in eine unverbrauchte Geschichte packt. Die Menschheit ist unfruchtbar geworden. 18 Jahre lang kein Nachwuchs und dann stirbt auch noch der jüngste Mensch der Erde. Dazu regiert in England das Chaos. Anschläge, eine übermächtige Armee und Ausgrenzung von Einwanderern stehen auf der Tagesordnung. Irgendwo dazwischen versucht sich Theo Faron (Clive Owen) durchzuschlagen. Aber er ist nicht der Typ, der im Mittelpunkt stehen will, doch trotzdem gerät er in einen Konflikt zwischen Regierung und der Rebellengruppe Fishes. Sein Leben ändert sich schlagartig, als er erfährt, warum die 18jährige Kee so wichtig ist…
Es ist schon besonders, dass unser Held nicht zum Haudrauf wird, sondern weiterhin lieber den Kopf einzieht. Er versucht so gut es geht, eine Waffe in die Hand zu nehmen und tötet auch fast keine Menschen in dem Film – dafür haben es allemöglichen Gestalten auf ihn abgesehen. Jeder jagt ihn und Kee und er versucht einfach nur zu überleben und das rettende Schiff zu erreichen.
Das alles ist spannend und gut inszeniert, jedoch fehlt das gewisse Etwas. Zwar ist das alles handwerklich schick und auch nicht wirklich langweilig, aber eben auch nicht wirklich besonders. Klar die Geschichte ist super und auch die Darsteller, allen voran Clive Owen, können überzeugen, aber irgendwie kickt es dann halt nicht komplett. Ich kann nicht mal genau sagen, warum ich den Film insgesamt nur etwas besser als mittelmäßig fand. Fakt ist jedoch, dass ich mich zwar ganz okay, aber nicht super unterhalten gefühlt habe.
Zwar stimmt einem das Setting nachdenklich, aber eben nicht in seiner ganzen Konsequenz. Da hätte man vielleicht noch mehr packen, überraschen, entsetzen können.
Klar liegt der Fokus nicht auf Action, aber möglicherweise hätte die eine oder andere spannende, schnelle Sequenz dem Werk doch ganz gut getan. Oder noch markantere Charaktere – Theo und Kee sind ja wirklich toll, aber das Böse ist irgendwie zu schwammig, gesichtslos.
Man möge mich hier nicht falsch verstehen, Children of Men ist ein wirklich gelungener Film und jeder der auf Thriller mit Endzeitsetting steht, sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren. Ich jedoch wurde nicht komplett überzeugt und glaube, dass ich den Streifen schnell vergessen werde. Denn bis auf die Thematik und einen starken Hauptdarsteller ist da nicht wirklich viel, was es lohnt, als herausragend im Gedächtnis behalten zu werden.

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Fernschreiber
über Die Reise zum Mond

7.0Sehenswert

Ich habe am Wochenende zu meinem Geburtstag das Buch “1001 Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist“ geschenkt bekommen. Für einen Filmfan wie mich das ideale Geschenk, um sich neue Ideen für Filme zu holen. Beim Ersten durchzählen kam ich auf etwa 70 Filme, die ich schon gesehen habe – bleiben ja nur noch etwa 930 übrig. Daher wollte ich keine Zeit verlieren und schaute mir mit „Die Reise zum Mond“ direkt den ersten vorgestellten Film an.
Für die Bewertung hier ist es natürlich schwierig, einen knapp zehnminütigen Schwarz-Weiß-Stummfilm aus dem Jahr 1902 mit Filmen wie Avatar zu vergleichen, aber ich versuche es natürlich trotzdem. Ich will ja auch hier auf 1001 bewertete Filme kommen.
„Die Reise zum Mond“ gilt als erster Science-Fiction-Film aller Zeiten. Den inzwischen nun schon über 100 Jahre alten Streifen kann man sich in verschiedenen Fassungen auch legal im Netz anschauen. Für fast alle wurde dem ursprünglichen Stummfilm ein Erzähler verpasst, was jedoch nicht irgendwie nachteilig ist. Der Sprecher der englischen Fassung hat einen sehr schwer zu verstehenden französischen Akzent, weshalb ich auf die deutsche Fassung in der Version von Arte zurückgegriffen habe, die es zum Beispiel bei Youtube zu finden gibt.
In den wenigen Minuten passiert überraschend viel. Mehrere Wissenschaftler beraten über einen Flug zum Mond. Die Idee wird angenommen, der Zuschauer sieht, wie das Raumschiff gebaut wird, welches mehr wie eine übergroße Pistolenkugel aussieht. Die Forscher werden auf den Mond geschossen, besser gesagt direkt ins Auge des Mondgesichts, wo sie sich umgucken und erstmal schlafen legen, um später gegen das Mondvolk der Seleniten zu kämpfen. Wieder zurück auf der Erde werden sie gefeiert und der Film ist aus.
Das alles ist nett anzusehen und schaffte es, ein Grinsen in mein Gesicht zu zaubern. Denn obwohl die Aufnahmen schon über 100 Jahre alt sind, funktionieren sie noch immer. Klar sieht man genau, wo und wie getrickst wurde, das verleiht dem Ganzen aber einen nostalgischen Charme. Hinzu kommt die typische Stummfilmmusik, die hier sehr schmissig ist und zum Mitwippen einlädt.
Auf jeden Fall interessant zu sehen, wie das Genre seinen Anfang nahm und auch, wie sich die Menschen früher den Mond vorgestellt haben (beziehungsweise welch unterhaltsamen Ideen sie hatten.) Damit ist ein weiterer Film im Buch abgearbeitet, das ging doch recht einfach. Wenn ich aber an zum Teil vierhundertminütige Stummfilme denke, dann wird mir schon ein wenig Bange. Aber noch habe ich ja eine große Auswahl vor mir.

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Fernschreiber

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:-)


filmschauer

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Das Buch ist gut (297 davon gesehen), nur sollte man die entsprechenden Texte immer schön nach der Filmsichtung durchlesen.


Fernschreiber
über All the Boys Love Mandy Lane

6.5Ganz gut

„All the Boys Love Mandy Lane” – Me too.
Beim Stöbern nach interessanten Horrorfilmen stieß ich durch Zufall auf diesen hier. Ohne wirklich zu wissen, worum es geht, griff ich zu – das Cover sieht ja auch ganz vielversprechend aus. Und nicht nur das Cover war sehenswert, sondern auch der Inhalt der DVD ist wirklich ganz ordentlich. Ein schöner kleiner Horror/Thriller/Teeniefilm, der zwar nicht irgendwie besonders ist oder Innovationspreise gewinnt, dafür aber 90 Minuten gute Unterhaltung bietet.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht das namensgebende Mädchen Mandy Lane. Aus irgendeinem Grund will jeder aus ihrer Klasse mit ihr schlafen. Okay, sie ist verdammt heiß und wirkt geheimnisvoll, aber so viel hübscher als die anderen Mädchen ist sie nun auch nicht. Aber so verkauft es uns der Film nun mal. Jedenfalls wird sie eingeladen, mit ein paar Menschen aus ihrer Klasse ein Wochenende auf einer Ranch zu verbringen – das erste und nicht das letzte Horrorfilmklischee, was erfüllt wird. Der Film lässt sich viel Zeit, bis wirklich was splatteriges passiert und zeigt auch nicht mehr als unbedingt nötig ist. Mehr im Mittelpunkt stehen die Personen, die zwar auch recht zweidimensionale Teenies sind, aber irgendwie doch ganz ansprechend sind – vor allem die Mädchen, was der Film auch recht ausufernd in Szene setzt.
Irgendwann wird dann einer nach dem anderen abgemurkst und am Ende entfaltet sich ein total überraschender Twist *Ironie aus*. Die aufgesetzte Auflösung passt leider so überhaupt nicht in den Film und hätte es auch nicht gebraucht. Ich bin zwar eigentlich Fan davon, wenn Enden wirklich abschließen, aber hier hätte etwas mehr Offenheit ganz gut getan.
Insgesamt versprüht der Film aber sehr viel Charme. Es ist nicht zu hektisch, die Dialoge nicht zu flach, es wird nicht versucht irgendwie total witzig zu sein und auch die zurückhaltende Darstellung von Gewalt ist wirklich angenehm. Abgerundet wird das positive Gesamtbild von einem tollen Soundtrack.
Natürlich macht der Streifen nicht alles richtig. Es ist alles sehr klischeehaft und oft denkt man: „Och komm, das muss doch jetzt, das kann doch nicht“ und es passiert dann doch. Dazu sind die Figur im Großen und Ganzen eben doch nur die klassischen Teenager, die Bock auf Sex und Drogen haben. Das ist ja okay, hat man aber irgendwie schon oft gesehen.
„All the Boys Love Mandy Lane“ ist also ein kleiner, feiner Geheimtipp. Wem eine stimmige Atmosphäre und eine spannende Stimmung mehr bedeuten, als eine tief greifende Geschichte und viele Schockmomente, der wird hier auf seine Kosten kommen. Alle anderen können sich immer noch von der äußerst hübschen Amber Heard ablenken lassen.

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Fernschreiber
über The Green Hornet

2.0Ärgerlich

Ich hatte mich am Anfang des Jahres sehr auf „The Green Hornet“ gefreut: Ein ansprechender, cooler Trailer, ein sympathischer Cast, Christoph Waltz als Bösewicht und Michel Gondry im Regiestuhl. Doch dann habe ich den Film gesehen und war froh, dass ich nicht gleich zum Start ins Kino gerannt bin, wo ich mit irgendwelchen obskuren Preisaufschlägen auf ungefähr 10 Euro gekommen wäre. Denn „The Green Hornet“ ist jetzt schon für mich eine der großen Enttäuschungen des Jahres.
Es fängt schon einmal damit an, dass mich die ganze Geschichte überhaupt nicht gepackt hat. Wir sehen nen Typen, der feiert, seinen strengen Vater, der ist auf einmal tot. Durch obskure Zufälle lernt der Sohn das Genie Kato kennen, beide freunden sich an und fangen an, die Verbrecherszene aufzumischen, dabei geben sie sich selbst aber auch irgendwie als Gesetzlose aus. Und weil der Sohn die Zeitung vom Vater geerbt hat, kann man gut forcieren, dass die Grüne Hornisse (warum ausgerechnet dieser Name genommen wurde, wurde mir nicht wirklich klar) bekannt wird. Dabei kommt nie einer auf die Idee, dass vielleicht Brit Reid selbst hinter der Maske, die eh kaum was verdeckt, steckt.
Die Figuren funktionieren überhaupt nicht. Seth Rogen spielt einen total trotteligen Typen. Seine Charakter nervt den ganzen Film über ungemein. Flache, sexfixierte Witze, die nie wirklich lustig sind, total überdreht und so doof, dass man ihm die ernsten Momente nie abnimmt. Er ist befreundet mit Technikas Kato. Der kann irgendwie alles, kämpfen, Zeug bauen und ist eigentlich der wahre Supertyp, steht aber nur im Schatten. Er kann sogar irgendwie die Zeit um ihn rum verlangsamen und sich Waffen wie in einem Videospiel anzeigen lassen – sieht anfangs cool aus, passt aber irgendwie gar nicht in den Rest des Filmes. Die angebliche Freundschaft zwischen den beiden ist außerdem kaum glaubwürdig, die Streitigkeiten aber noch weniger.
Dann ist da noch Cameron Diaz die nur hübsch aussieht aber sonst überhaupt keine Funktion im Film hat. Innerhalb von wenigen Sekunden hat man sie dann auch immer schon wieder vergessen – ein Wunder, dass sie nicht am Ende irgendwie gekidnappt wird.
Und dann hätten wir noch Christoph Waltz, mit einem furchtbaren Akzent, zumindest in der deutschen Version. In der ersten Szene mit James Franco wirkt alles noch sehr witzig und stimmig, aber ab dann ist er nur noch ein lächerlicher Abklatsch eines Schurken. Auch irgendwie leicht beschränkt, sicherlich unterstützt durch den lächerlichen Akzent und einfach nur uninspiriert – so langsam könnte er dann gerne auch mal wieder eine andere Rolle spielen, als immer nur den leicht psychisch angeknacksten Bösewicht.
Bis auf wenige Momente bleibt von dem Film überhaupt nichts im Gedächtnis kleben. Mehrere kleine Storyunstimmigkeiten treffen auf langweilige Action, flache, unlustige Dialoge und das alles in irgendwie viel zu lang. Allein ein Kampf zwischen Reid und Kato geht gefühlte 5 Minuten, ohne dass es dem Ganzen auch nur irgendwie helfen würde. Eigentlich schade, denn ich glaube man hätte viel mehr aus dem Stoff machen können.

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Eigenbrötler

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Das möchte ich so unterschreiben!


Fernschreiber
über Splice - Das Genexperiment

2.5Ärgerlich

Was passiert, wenn komische Wissenschaftler mit Genen rumspielen, sieht man an Splice. Nicht nur, dass ein komisches Menschmutationsmischwesen dabei entsteht, sondern auch ein für mich überhaupt nicht funktionierender Film.
Die Wissenschaftler Clive und Elsa sind nicht nur privat ein Paar. Sie forschen gemeinsam an Genen und Mutationen. So ganz klar wird das nicht, dafür ist alles Wissenschaftliche zu komplex und schnell erklärt. Eines Tages kreuzen sie menschliche DNA mit der von verschiedenen Tieren und herauskommt ein…Geschöpf. Dieses hat menschliche Züge, aber eben auch tierische Eigenschaften. Die Forscher trainieren und pflegen Dren, so heißt das Ding und ziehen sie wie Eltern auf. Dass alles natürlich heimlich, denn keiner darf etwas erfahren. Als das Labor nicht mehr sicher ist, verfrachten sie die Kreatur auf eine verlassene Farm. Und da passieren dann merkwürdige Dinge.
Bevor gleich meine ganze Kritik kommt, muss ich doch zwei, drei positive Sachen anmerken. Es gab tatsächlich 5 Minuten, in denen ich dachte, der Film könnte mich jetzt kriegen. Ich war angetan, so würde ich es mal nennen. Aber dann passierte wieder so viel Quatsch und es ging weiter bergab. Das Design von Dren ist aber schon recht gut, weil auch ziemlich verstörend. Und ich glaube den Schauspielern kann man ebenfalls keine großen Vorwürfe machen, auch wenn sie den Film nicht überdurchschnittlich bereichern.
Eher einen Vorwurf kann man der Geschichte machen, denn die war für mich total lächerlich. Okay, es ist Fantasy, aber was da teilweise aufgetischt wurde, ist selbst in dem Genre schwer zu verdauen. Unzählige Problemkreise werden angeschnitten, unter anderem die Macht der Wissenschaft, böse Konzerne, wann ist ein Mensch ein Mensch, die Frage nach dem Wert von Leben und so weiter. Aber all das ist mehr Schein als Sein, denn neben ein bisschen moralischem Zeigefinger hilft es dem Film auch nicht weiter.
Denn im Zentrum steht die familiäre Beziehung zwischen Dren, Clive und Elsa. Und diese ist einfach für mich nicht nachvollziehbar. Zuerst handelt es sich bei dem Ding nun mal ob eine Kreatur und nicht um ein Kind. Zwar sind Ähnlichkeiten da und es werden auch Erklärungsansätze herangezogen, die die Zuneigung erklären sollen, aber für mich plausibel war davon keiner. Überhaupt die ganzen Verstrickungen und auch die Stellung zwischen den Figuren, das hat einfach nicht funktioniert. Mal war er böse und sie gut, mal war sie streng und er lieb und wieder umgedreht und so weiter. Dieses ganze Hin und Her nervte mich ungemein. Erst will Clive das Vieh töten und auf einmal, zack, ist er der liebe Familienvater. Für Elsa wird ein Trauma aus der Kindheit aufgetischt – oh, wie kreativ.
Trotz all der Wendungen ist der Film im Großen und Ganzen sehr vorhersehbar. Man konnte immer wieder sagen: Ach, jetzt passiert das und das. Und fünf Minuten später war es dann soweit. Leider gab es auch das andere Extrem, dass man die Geschehnisse absolut nicht nachvollziehen konnte, sodass es schon Momente gab, in denen man nur ein „What the Fuck“ auf den Lippen hatte. Diese beiden Extreme gemischt ergeben leider kein gutes Mittelmaß, sondern einen teils langweiligen und teils unglaubwürdigen Mix aus Horror, Thriller und Slapstickeinlagen.
Mag sein, dass ich mit Splice zu hart ins Gericht gehe, aber ich hatte einfach kein Spaß beim Schauen. Es gab zwar einige nette Ideen und interessante Ansätze, aber insgesamt ist dieses Genexperiment für mich gescheitert.

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Fernschreiber
über Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!

3.5Schwach

Irgendwie sah „Gregs Tagebuch“ im Trailer noch recht charmant aus. Ein richtig solider Kinderfilm, ich mochte die zwischenzeitliche Zeichenoptik, die Figuren sahen nett aus und noch dazu heißt der Regisseur Thor Freudenthal – das muss doch der Hammer werden. Oder zumindest okay.
Oder auch nicht. Denn was ich hier bekommen habe, war ein halbwegs netter, ausgelutschter und total oberflächlicher Kinderfilm. Greg will der tollste der Schule werden (warum noch gleich ist das so wichtig?) und versucht dies mit allen Mitteln zu erreichen. Dabei geht alles schief (wie überraschend) und auf einmal finden ihn alle doof, sogar sein vormals bester Freund. Dazu kommt noch ein großer Bruder, der ihn wo er kann, terrorisiert (ich habe zwei kleine Geschwister – meist war ich nicht so) und einen kleinen Bruder, der scheinbar noch halb im Fruchtwasser schwimmt. Aber am Ende ist sowieso alles gut, weil die Freundschaft die Beliebtheit besiegt. Gähn.
Die Figuren funktionieren und die jungen Schauspieler machen ihre Sache wirklich gut, sodass man gelegentlich schon denkt, es ist okay. Aber im Großen und Ganzen ist das einfach nur sehr oberflächliche, stereotypische Kacke. Vielleicht können Kinder dabei Spaß haben, ich tat mich dabei sehr schwer. Es war auch nie überraschend zu sehen was passiert, weil alles sehr vorhersehbar war. Leider wurde auch der Zeichenstil nur relativ wenig eingesetzt, um den Film eine besondere Note zu verleihen. Ich kann nicht sagen, wie die Umsetzung des Buches ist, aber ich könnte mir vorstellen, dass alles im Buch besser funktioniert – es heißt nun mal „Gregs Tagebuch“ und nicht „Gregs Film.“
Und was soll das mit dem Käse, der ja doch recht zentral in dem Film thematisiert wird? Gibt es keinen Regen? Oder einen Hausmeister, der Unrat wegmacht? Und warum spielt Chloe Moretz ein zurückhaltendes Mädchen ohne richtige Freunde? Ein Zugeständnis, dass eben doch nicht das Aussehen alles ist? Oder war einfach keine andere Rolle mehr frei und brauchte sie aber als Zugpferd?
Fragen, die ich nicht beantworten kann, muss man ja auch nicht. Es gibt ja noch Teil zwei und drei weitere Bücher, die verwurstet werden können. Vielleicht wird Greg zum Jigsaw des Kinder- und Jugendkinos. Wer weiß das schon?

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