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filmschauer hat sich Sat, 06 Jun 2009 15:38:09 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 2668 Filme bewertet und legendäre 836 Kommentare geschrieben. ✹ Bevorzugte Genres: Western (speziell Italowestern), Science-Fiction-Filme aller Art, Film noirs, skandinavische Komödien ✹ Regelmäßiger Tatort-Kritiker ✹ Leidenschaftlicher Podcast-Hörer ✹ Bisherige Themenwochen: Alien (Nov '10), Miss Marple (Apr '11), Django (Mai '11), X-Men (Jun '11), Men in Black (Mai '12), Quentin Tarantino (Jan '13) ✹ Mini-Kommentare zu kürzlich gesehenen Filmen & Serien abseits der gewöhnlichen Kritiken finden sich bei den cineastischen Monatsabrechnungen (s. Listenfunktion). Schaut mal rein! ✹ Mehr
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| Über mich | ✹ Bevorzugte Genres: Western (speziell Italowestern), Science-Fiction-Filme aller Art, Film noirs, skandinavische Komödien ✹ Regelmäßiger Tatort-Kritiker ✹ Leidenschaftlicher Podcast-Hörer ✹ Bisherige Themenwochen: Alien (Nov '10), Miss Marple (Apr '11), Django (Mai '11), X-Men (Jun '11), Men in Black (Mai '12), Quentin Tarantino (Jan '13) ✹ Mini-Kommentare zu kürzlich gesehenen Filmen & Serien abseits der gewöhnlichen Kritiken finden sich bei den cineastischen Monatsabrechnungen (s. Listenfunktion). Schaut mal rein! ✹ |
Real Humans - Echte Menschen
filmschauer 8.0 "Ausgezeichnet" Tue, 14 May 2013 17:25:45 -0000
Selbstverständlich lohnt es sich nicht nur, lediglich immer den Blick Richtung US-amerikanisches Pay-TV zu lenken, wenn man hochklassigen Serienstoff entdecken will. Und doch ist es eine schöne Überraschung, wenn gerade aus Schweden eine Science-Fiction-Serie daherkommt, die so etwas wie ein feuchter Traum für den geneigten Genre-Fan darstellt und nebenher soeben beweist, dass bei Zukunftsvisionen…
Selbstverständlich lohnt es sich nicht nur, lediglich immer den Blick Richtung US-amerikanisches Pay-TV zu lenken, wenn man hochklassigen Serienstoff entdecken will. Und doch ist es eine schöne Überraschung, wenn gerade aus Schweden eine Science-Fiction-Serie daherkommt, die so etwas wie ein feuchter Traum für den geneigten Genre-Fan darstellt und nebenher soeben beweist, dass bei Zukunftsvisionen nicht immer die großen Effektorgien und Actionsequenzen im Mittelpunkt stehen müssen. "Real Humans" von Lars Lundström ist ungleich ruhiger in seiner äußeren Schale, jedoch nicht weniger faszinierend in seinem Inneren.
Die Prämisse, sich menschenähnliche Roboter in einer alternativen Gegenwart vorzustellen, ist auf den einen Seite naturgemäß günstiger für die Produktion dieser Serie, aber auch unmittelbar greifbar durch seine alltäglichen Probleme oder Chancen, die wir alle aus dem Hier und Jetzt wiedererkennen. Die sogenannten Hubots erweisen sich hier als Fluch und Segen zugleich, womit die unterschiedlichsten Themenfelder des menschlichen Lebens auf differenzierte Weise beleuchtet werden. Dies wird anhand mehrerer Erzählstränge erreicht, die die Macher mit Beginn von der ersten Folge langsam aufspannen und später schließlich mehr oder weniger kombinieren, seien es die Umstände oder Folgen in der Arbeitswelt, in einer Familie, bei einem Pflegebedürftigem oder sogar in der Liebe. Interessante Gedankenspiele tun sich da auf, die mal aufregend wirken, dann wieder einen erschaudern lässt. Thematische Schwarz-Weiß-Malerei wird man gewiss nicht auffinden, was das Ganze auch auf philosophischer Ebene ganz spannend macht.
Schauspielerisch ist das trotz unbekannter Gesichter alles sehr glaubwürdig, womit nicht nur die menschlichen Rollen gemeint sind. Speziell die Umsetzung der Hubots ist genial einfach, aber sehr effektiv mit gewissem Make-Up-Einsatz oder entsprechender Schnittstelle am Körper. Dazu passt auch die visuelle Umsetzung, wo die Bilder manchmal eine klinische Reinheit vorgaukeln, als hätte da selbst ein Hubot die Hände im Spiel gehabt. Hochwertig und sehr angenehm anzusehen wirkt es auf jeden Fall. Umso erfreulicher, dass schon an weiteren Staffeln gewerkelt wird. Immerhin deutet das Finale weitere Geschichten rund um die Hubots schon an. Bis dahin gilt meine ganz menschliche Empfehlung für die insgesamt sehr gelungene Staffel 1.
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DonChris Tue, 14 May 2013 17:28:43 -0000
Antwort löschenIch nehme deinen Kommentar zum Anlass, doch mal in die Serie rein zu sehen.
filmschauer Tue, 14 May 2013 17:45:15 -0000
Antwort löschenDas hört man gern, bin sowieso gespannt auf noch mehr Meinungen dazu. Ich selbst bin da ohne große Erwartungen dran gegangen und musste mich etwas 'hineingrooven' nach der Exposition, doch am Ende gab es eine richtige Sogwirkung, die man sich bei Serien ja so gerne erhofft.
DonChris Tue, 14 May 2013 18:09:03 -0000
Antwort löschenHört sich gut an, ich muss zugeben, seit LOST vermisse ich diesen Sog ein wenig. Aber ich habe auch Breaking Bad noch nicht gesehen ... ich weiß, ich weiß, steht ganz oben auf meiner Liste ;)
moviee Tue, 14 May 2013 19:14:30 -0000
Antwort löschenSchön beschrieben! Bin auch schlichtweg begeistert von der Serie. Großartig waren auch die völlig verschiedenen Charaktere, die Figur des Lennart hat mir persönlich am besten gefallen. Freu' mich schon riesig auf Staffel 2. Die Schweden habens eben drauf :)
filmschauer Tue, 14 May 2013 20:26:18 -0000
Antwort löschen@DonChris: Bei "Breaking Bad" ist der Begriff Sogwirkung noch untertrieben. ;)
@moviee: Danke! Hab deine Punktwertung schon gesehen. Ja, Lennarts Lächeln vergisst man so schnell nicht. Aber auch einige andere Charaktere sind mir doch schnell ans Herz gewachsen, vielleicht gerade weil jeder seine Ecken und Kanten besitzt.
N. Hornblower Wed, 15 May 2013 10:35:02 -0000
Antwort löschenDann kann ich mich ja noch auf was freuen - bin gespannt, ob dass für meine Frau zu spooky ist!
filmschauer Wed, 15 May 2013 15:56:24 -0000
Antwort löschen@Hornblower: Kommt drauf an, wie unheimlich sie es findet, wenn der Partner manchmal an's Stromnetz muss...
Als richtig spooky empfand ich nur vereinzelte Szenen, die dann aber dann doch ihre (verstörende) Wirkung hinterlassen haben. Konkretes verrate ich lieber mal nicht.
N. Hornblower Thu, 16 May 2013 08:05:05 -0000
Antwort löschenKlingt so, als könnte Ihr das zu unheimlich sein - nach der ersten Folge werden wir es wissen.
(Danke für nicht spoilern!)
Feuer hier, Feuer da, das Thema lässt den Norden offenbar nicht los. Nachdem Neuling Falke zuletzt mit einem brennenden Fahrzeug zu tun hatte, muss nun auch der arrivierte Borowski einen eher unschönen Fall klären. Und wäre das nicht schon genug, gibt es diesmal als nette Beigabe eine Gast-Ermittlerin zu sehen - auch als weiteren Beleg, dass sich diese Episode nicht nur durch das winterliche Ambiente…
Feuer hier, Feuer da, das Thema lässt den Norden offenbar nicht los. Nachdem Neuling Falke zuletzt mit einem brennenden Fahrzeug zu tun hatte, muss nun auch der arrivierte Borowski einen eher unschönen Fall klären. Und wäre das nicht schon genug, gibt es diesmal als nette Beigabe eine Gast-Ermittlerin zu sehen - auch als weiteren Beleg, dass sich diese Episode nicht nur durch das winterliche Ambiente und durch die gelegentliche Fahrt über die deutsch-dänische Grenze als halb-skandinavisch in seinem Tonfall erweist. Kommissarin Einigsen (gespielt von der Schwedin Lisa Werlinder) kann nicht nur Brandt zumindest für diese 90 Minuten gehörig Konkurrenz machen, sondern sorgt in einer Borowski-intimen Angelegenheit für den Lacher des Tages. Davon ab geht es jedoch ziemlich konzentriert zur Sache, was die Aufklärung dieses Falls des brennenden Manns vor einem Schulgebäude betrifft. Die Geschichte mit ihrer gesellschaftspolitischen Verwurzelung bleibt allerdings an mehreren Stellen arg zufallsbasiert, damit diese den richtigen Dreh bekommt, was bei Lars Kraume als Regisseur hinter dieser Episode doch etwas überrascht, der ansonsten durch sehr sehenswerte Frankfurt-Tatort bisher aufgefallen war. Immerhin hält er das Konstrukt weitgehend zusammen, womit auch das brisante Finale den Spannungsbogen bewahrt. Und Borowski bleibt eben Borowski: Dem kauzigen Kommissar mit der stets wohlig-adretten Ummantelung schaut man unabhängig aller jungen Hüpfer einfach immer wieder gern beim wilden Rätselraten zu.
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Real Humans - Echte Menschen - Staffel 1 und 1 weitere ...
filmschauer 8.0 "Ausgezeichnet" Mon, 13 May 2013 08:29:59 -0000
Ein Mashup-Film der etwas anderen Sorte. Es ist nicht nur erstaunlich, dass umgeben von vielen austauschbaren Stoffen oder öden Fortsetzungen im US-Animationsfilm-Segment auf Big-Budget-Niveau auch Filme wie "Rango" produziert werden, welche eher unkonventionelle Themen zusammenbringen - sondern auch, dass es in diesem Fall sogar ganz gut geglückt ist. Dass Regisseur Gore Verbinski abermals…
Ein Mashup-Film der etwas anderen Sorte. Es ist nicht nur erstaunlich, dass umgeben von vielen austauschbaren Stoffen oder öden Fortsetzungen im US-Animationsfilm-Segment auf Big-Budget-Niveau auch Filme wie "Rango" produziert werden, welche eher unkonventionelle Themen zusammenbringen - sondern auch, dass es in diesem Fall sogar ganz gut geglückt ist. Dass Regisseur Gore Verbinski abermals mit Johnny Depp als die prägnante Person hinter diesem ungewöhnlichen Chamäleon zusammenarbeitet, ist da schon eine der wenigen Konstanten (welche ja schon bald mit "The Lone Ranger" eine abermalige Fortsetzungen erfahren wird). Der dreckige Hauch des (Italo-)Western, die deutlichen Bezüge in Richtung "Fear and Loathing in Las Vegas" sowie die charmante Idee, archetypische Figuren des Cowboy-Genres mit ganz bestimmten Tierarten präzise zu persiflieren, sind ein sehr ansprechender Mix, womit sich "Rango" anhand einiger wunderbarer Szenen schmücken lassen kann, seien sie von komödiantischer oder ernsthafterer Natur.
Allen Lobpreisungen zum Trotz leistet sich Verbinski in dieser sicherlich erkennbaren Heldengeschichte aber auch kleinere dramaturgische Hänger in der Mitte. Da vertragen sich Dramaturgie, Witz und überbordende Action nicht immer. Dies reißt er jedoch mit Wucht durch eine clevere philosophische Note gen Ende wieder heraus, was man so nicht unbedingt erwarten konnte und wo die nur selten idyllische Historie des wilden Westens durchaus prägnant wiedergegeben wird (mit einer einzigen Einstellung sozusagen). Wem das noch nicht reicht, kann sich an einer wunderbaren technischen Umsetzung aus der ILM-Schmiede ergötzen, dessen Detailreichtum schon von sich aus richtig Spaß macht. Obwohl meine gehobenen Erwartungen als Genre-Anhänger nun nicht gerade übertroffen wurden, muss man den Mut der Macher um Verbinski herum, ausgerechnet ein schräges Chamäleon samt Hawaii-Hemd sowie kleineren Persönlichkeitsproblemchen in Richtung einer staubigen Western-Stadt zu schicken (welche bekloppte Idee im Grunde) und dabei inhaltlich gewiss nicht nur den Fokus auf ein Kinder-Publikum gelegt zu haben, nochmal mit Nachdruck honorieren.
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Wenn die knackige Laufzeit von deutlich unter 90 Minuten schon als hervorstechendstes Argument zugunsten eines Films wie bei "Bad Sitter" herhalten muss, sollte meine grobe Einschätzung tendenziell durchschimmern. Regisseur David Gordon Green, dessen Komödien-Versuche bis jetzt nie den Weg auf meine persönliche Mattscheibe gefunden haben, versucht deutlich, den modischen Weg der etwas…
Wenn die knackige Laufzeit von deutlich unter 90 Minuten schon als hervorstechendstes Argument zugunsten eines Films wie bei "Bad Sitter" herhalten muss, sollte meine grobe Einschätzung tendenziell durchschimmern. Regisseur David Gordon Green, dessen Komödien-Versuche bis jetzt nie den Weg auf meine persönliche Mattscheibe gefunden haben, versucht deutlich, den modischen Weg der etwas raueren US-Comedy-Vertreter mitzugehen. Dieser Richtung bin ich zwar nicht gänzlich abgetan, doch wenn schon so etwas produziert wird, dann bitteschön nicht so verlogen böse und dermaßen klischeebeladen wie in diesem Fall, sei es auf den Protagonisten samt seiner fadenscheinigen Motivation oder auf die nervige Baukasten-Charakterisierung der drei beteiligten Kinder bezogen. Das stößt auch deshalb stark auf, da die ganze Geschichte einer intensiveren Babysitter-Abendsitzung konstruierter nicht hätte gestaltet werden können und jede neue Szene mit einer anderen weiteren absurden Aktion eingeleitet wird. Dies trifft sicherlich auch auf andere (bzw. bessere) Komödien zu, doch in "Bad Sitter" fehlt die benötigte Gag-Dichte sowie das konsequente Ausnützen der jeweiligen Situationskomik, um das unoriginelle Drehbuch genügend zu übertünchen. Allerdings steht da noch ein Jonah Hill an vorderster Front dagegen (übrigens symptomatischerweise noch vor seiner erstaunlichen Diätphase), dem ich doch immer ganz gern zusehe, sodass der Streifen zumindest nicht komplett vor die Wand gefahren wird. Man verpasst allerdings wahrlich nichts, wenn man dieses maue Kapitel seiner Filmografie auslässt.
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DonChris Tue, 07 May 2013 17:46:28 -0000
Antwort löschenSehe ich ganz genauso, es gibt schlimmere Verbrechen, aber am Ende ist der Film vor allem ein - nichts besonderes.
Ein bemerkenswertes Stückchen Film, den ich bisher sträflich ignoriert habe. Denn eigentlich sieht "Mit eisernen Fäusten" in seiner äußeren Erscheinung wie ein typischer Western der 60er Jahre aus, der nach einem locker-musikalischen Vorspann die obligatorische Fehde zwischen Indianern und einem einsamen Cowboy im gefühlten Nirgendwo auszuspielen versucht. Doch schon beim Namen des Regisseurs…
Ein bemerkenswertes Stückchen Film, den ich bisher sträflich ignoriert habe. Denn eigentlich sieht "Mit eisernen Fäusten" in seiner äußeren Erscheinung wie ein typischer Western der 60er Jahre aus, der nach einem locker-musikalischen Vorspann die obligatorische Fehde zwischen Indianern und einem einsamen Cowboy im gefühlten Nirgendwo auszuspielen versucht. Doch schon beim Namen des Regisseurs hätte man hellhörig werden sollen. Sydney Pollack steht nicht umsonst für die anspruchsvollere Kinokost und so verläuft der Film mal so gar nicht nach den erwartbaren Bahnen. Der Grund liegt nicht nur ausschließlich in jenem Cowboy (Musterrolle für einen wie Burt Lancaster), sondern speziell in der Figur des schwarzen Sklaven (gespielt von Ossie Davis), der mal ganz keck jedem erdenklichen Stereotyp Lügen straft. Die resultierende 'Fernbeziehung' zwischen Lancaster (auf der Lauer) und Davis (stets inmitten des Geschehens) ist der große Reizpunkt von Pollacks Western, welcher im Finale einen sehr ungewöhnlichen Höhepunkt findet. Womöglich erscheint die Geschichte etwas zu schlicht für einen richtig großen Film, wobei etwaige Nebenplots wie die mit der eigentlich immer sehenswerten Shelley Winters schon sehr pointierte Randnoten fabrizieren kann. Die zwischen den unterschiedlichen Gefühlslagen durchschimmernde Portion an gesellschaftskritischer Relevanz - speziell im Hinblick der Entstehungszeit - macht "Mit eisernen Fäusten" aber insgesamt zu einer lohnenswerten Variante des Westerns. Nicht nur, weil man hinterher weiß, dass manchmal auch ein intensives Schlammbad gewisse Probleme beheben kann...
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Es war schon etwas Skepsis dabei, als die Sichtung von "Die Frau in Schwarz" anstand. Einerseits bin ich bisher kein großer Freund des Schauspielers Daniel Radcliffe gewesen, andererseits hörte sich die Prämisse auf den ersten Blick nicht unbedingt super-originell an. Das erste prominentere Zeugnis von der Wiederauferstehung des Hammer-Studios im 21. Jahrhundert ist folglich kein grenzüberschreitender…
Es war schon etwas Skepsis dabei, als die Sichtung von "Die Frau in Schwarz" anstand. Einerseits bin ich bisher kein großer Freund des Schauspielers Daniel Radcliffe gewesen, andererseits hörte sich die Prämisse auf den ersten Blick nicht unbedingt super-originell an. Das erste prominentere Zeugnis von der Wiederauferstehung des Hammer-Studios im 21. Jahrhundert ist folglich kein grenzüberschreitender Film mit allzu größer Fallhöhe, was Genre und Machart betrifft. Aber obwohl die beiden erstgenannten Problemaspekte nach dem Film nicht komplett revidiert wurden: anders als so einige Vertreter, die ihren hohen Erwartungen nicht entsprechen mögen, schafft es Regisseur James Watkins aus der gegebenen Materie einen ziemlich gut funktionierenden Grusler zu erzeugen. Dabei gelingt es auf rein handwerklicher Ebene sogar, charakteristische Retro-Elemente mit den heutigen Sehgewohnheiten zu verknüpfen. Neblige Moorlandschaften, abweisende Dorfbewohner, eine im Raum stehende Geistergeschichte und nicht zuletzt eine respekteinflößende Villa - als Freund des wohligen Haunted-House-Horrors sind dabei dann nicht wenige Momente dabei, die sprichwörtlich für Gänsehaut sorgen können, während man sich an anderen Stellen schon fast in so manche Kameraeinstellung oder in die generelle Ausstattung verlieben möchte. Speziell die düstere Atmosphäre in und um die einsame Villa herum ist ausgesprochen eindrucksvoll. Darin funktioniert auch ein Radcliffe als leidensfähiger Protagonist, der sich immer weiter in das Geheimnis dieser Geschichte wagt. Kein Geheimnis sollte allerdings bleiben, dass "Die Frau in Schwarz" formal astreines, bisweilen sehr intensives Gruselkino bietet, wie man es in den letzten Jahren fast schon zu selten erleben durfte.
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Bestimmte Kinomomente bleiben einem manchmal im Gedächtnis - egal, wie gut oder schlecht der jeweilige Film nun war. Die Szene relativ zu Beginn von George Sluizers "Spurlos", wenn ein Kiefer Sutherland mit immer mehr Verzweiflung nach seiner Freundin (Sandra Bullock) auf einem Tankstellenrastplatz sucht, ist so eine. Wie qualvoll eine solche Ungewissheit mit seinen Konsequenzen für die…
Bestimmte Kinomomente bleiben einem manchmal im Gedächtnis - egal, wie gut oder schlecht der jeweilige Film nun war. Die Szene relativ zu Beginn von George Sluizers "Spurlos", wenn ein Kiefer Sutherland mit immer mehr Verzweiflung nach seiner Freundin (Sandra Bullock) auf einem Tankstellenrastplatz sucht, ist so eine. Wie qualvoll eine solche Ungewissheit mit seinen Konsequenzen für die Folgezeit haben kann, zeigt Sutherlands Figur mit recht drastischen Ausprägungen. Jene Schlüsselszene ist es auch, die dem Film ein gutes Fundament gibt, um daraus eine packende Geschichte zu spinnen. Dass dies in der ersten Hälfte weniger der Fall ist, kann man verzeihen ob der schwierigen Umstände, die für Sutherland alias Jeff und seiner später neu gefundenen Liebe Rita eine gewisse Gratwanderung darstellen. Auf der anderen Seite haben wir es selbstverständlich mit einem obligatorischen Antagonisten zu tun. Jeff Bridges mimt diese höchst ambivalente Figur jedoch relativ imposant, wodurch die Spannungskurve auf Skala immer weiter nach oben klettert.
Warum "Spurlos" dennoch keine große Lobhudelei verdient hat (ganz abgesehen davon, dass ich erst nach der Sichtung vom Remake-Status erfahren habe), ist relativ klar zu benennen: Ritas Figur. Nicht nur, weil Darstellerin Nancy Travis nur wenig glänzen kann, sondern vor allem durch ihre weitere Verwicklung in diesem Plot mit all seinen absurden Unwahrscheinlichkeiten und etwas ärgerlichen Logikungereimtheiten, nur um die Geschichte in absehbare Bahnen lenken zu können. Speziell das Ende stößt einem dann doch unangenehm auf. Schade, denn eigentlich hat "Spurlos" interessante Ideen gehabt, was die differenzierte Psychologie-Komponente betrifft. Was letztendlich bleibt, ist lediglich ganz solides Genrefutter - und eben diese Erinnerung an eine schmerzlich vermisste Sandra Bullock.
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Unruhige Zeiten am sonntäglichen Abend. Wir haben erst April, aber nun schon die dritte Premiere eines neuen Tatort-Ermittlergespanns. Nach den mindestens diskutablen Auftritten von Striesow, Schweiger & Co. war allerdings das Debüt eines gewissen Wotan Wilke Möhring und seiner Kollegin Petra Schmidt-Schaller im Vorfeld etwas in den Hintergrund gerückt. Mein Eindruck jedoch, dass gerade bei…
Unruhige Zeiten am sonntäglichen Abend. Wir haben erst April, aber nun schon die dritte Premiere eines neuen Tatort-Ermittlergespanns. Nach den mindestens diskutablen Auftritten von Striesow, Schweiger & Co. war allerdings das Debüt eines gewissen Wotan Wilke Möhring und seiner Kollegin Petra Schmidt-Schaller im Vorfeld etwas in den Hintergrund gerückt. Mein Eindruck jedoch, dass gerade bei diesen beiden relativ wenig schief gehen könnte, wurde nach der ersten Folge nicht getäuscht. "Feuerteufel" von Özgür Yildirim erweist sich als eine gelungene Einführungsepisode, die eine gute Balance zwischen dem seltsamen Todesfall im Zuge eines Autobrands samt, nun ja, annehmbarer Auflösung, den innerstädtischen Problemen Hamburgs sowie einem ersten Einblick in das Leben der Kommissare findet. Dass Schmidt-Schaller noch ein wenig zurückstecken muss, ist sicherlich der Geschichte geschuldet, bietet allerdings noch viel Potential für die Zukunft. Möhrings Falke ist wie erwartet nicht unbedingt pflegeleicht für seine Mitmenschen, bleibt in der Figurenzeichnung jedoch mit seinen Ecken und Kanten plausibler als vergleichbare Tatort-Kollegen aus anderen Städten. Erhöhter Milchkonsum und weitere Laster gepaart mit einem funktionierendem Maß an Street Credibility, warum nicht? Diese unangepasste, aber auch deshalb nicht unsympathische Ermittlerrolle passt absolut zu Möhring, genauso wie der Film Yildirims Handschrift trägt, die bekanntlich auch härtere Milieu-Szenen aus seiner Heimatstadt gerne mal beinhaltet. Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Geschichten, wo auch immer sie dann spielen werden.
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N. Hornblower Mon, 29 Apr 2013 08:56:08 -0000
Antwort löschenHat mir gefallen, wie Yildirim dem ganzen Tatort "Street Credibility" verliehen hat.
filmschauer Mon, 29 Apr 2013 09:29:29 -0000
Antwort löschenWird in dem Kontext spannend zu sehen sein, ob dies auch bei den nächsten Tatort-Folgen der Fall sein wird, wenn mal kein Yildirim hinter der Kamera steht. Aber Möhrings gelegentliche Wutanfälle gegen alles und jeden kennt man ja schon aus anderen Filmen mit ihm und ließe sich sicherlich geschickt in weiteren Krimi-Geschichten integrieren lassen. ;)
Homeland - Staffel 1 und 1 weitere ...
filmschauer 8.0 "Ausgezeichnet" Sat, 27 Apr 2013 19:35:43 -0000
Gästebuch
Mr Vincent Vega Mon, 07 Feb 2011 18:43:47 -0000
Danke für den Hörtipp. Guter Mann, der Kothenschulte.
Filmkenner77 Thu, 03 Feb 2011 07:52:53 -0000
Die Hitchcock-Filme werde ich in der Tat nach und nach abarbeiten. Die Frühwerke vor 1936 kenne ich aber auch nicht. Lediglich "Die 39 Stufen" von 1935.
the traveler Mon, 24 Jan 2011 15:27:43 -0000
Vielen Dank, kann ich nur zurückgeben :)
Guter Geschmack ;)
Hitmanski Fri, 14 Jan 2011 13:27:13 -0000
Stimmt, ich erinnere mich. Echt? Bei mir war es genau umgekehrt; ich habe ihn damals (laut FSK ein paar Jährchen zu früh) gesehen, als er frisch auf VHS erschienen ist, und wahr hellauf begeistert. Auch wenn sich mein Filmgeschmack seitdem gravierend verändert hat, sehe ich immernoch die Stärken darin, würde aber mittlerweile auch diverse Kritikpunkte anerkennen, die gegen ihn hervorgebracht werden.
Ja, Lieblingsfilme sind bei mir mittlerweile auch ein Feld, das sich im ständigen Wandel befindet; CLOCKWORK würde ich heute auch eher eine 10 ohne Herzchen geben - aber dann müsste ich den dazugehörigen Kommentar umschreiben, und dazu fehlt mir im Moment Zeit und Lust^
Hitmanski Fri, 14 Jan 2011 13:01:19 -0000
Ihr habt ja alle ein gutes Gedächtnis :D
Ja, der stand da für geraume Zeit; allerdings konnte ich die 10er Wertung nach der Sichtung letzte Woche nicht mehr vor mir selbst verteidigen. Dass ist alles immer noch nett, gemessen an den Ansprüchen von Popcornkino immer noch weit überdurchschnittlich; aber der Funke ist nicht mehr so ganz übergesprungen. Deshalb musste wohl oder übel auch das Herzchen neben ihm dran glauben.
Xebeche Sat, 08 Jan 2011 17:49:25 -0000
Danke für die Annahme.
So weit ich weiß, hat Jarmusch auch ein neues Projekt in Arbeit. Aber ich denke, so 1-2 Jahre werden wir noch warten müssen:(
Xebeche Sat, 08 Jan 2011 00:58:10 -0000
Guter, ausgewogener Filmgeschmack und einen weiteren Jarmusch-Fan hätte ich gern auf meiner virtuellen Freundesliste. :)
BigDi Fri, 31 Dec 2010 12:02:51 -0000
Bei den tollen Kommentaren schicke ich dir mal eine Anfrage. ;)
Movieboehmy Tue, 21 Dec 2010 04:13:00 -0000
Hallo Filmschauer - vielen Dank für die Aufnahme in deinen Movie-Pilot-Freundeskreis. Find es super, wieviele Filme du schon bewertet hast. Da kann man sich gut orientieren, und sich Filme aussuchen, die man noch nicht gesehen hat. - wünsch dir schöne Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr. -LG Jürgen
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Immerhin: Doppeldeutige Titel wie dieser hier sind bei mir stets willkommen, auch wenn der Wiener Tatort sich einem mittlerweile bekannten Whodunit-Konzepts bedient. Diesmal ist es Krassnitzers Eisner, dessen zeitweilige Amnesie - selbstverständlich verursacht am Ort des Tatort-Geschehens - die Grundlage für das weitere Ermitteln bzw. Stochern im Kärntner Dorfnebel bildet. Ebenso ist dies ein willkommener…