franticfury

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franticfury heißt Guido Anselmi, ist 21 Jahre alt. Er hat sich auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1090 Filme bewertet und legendäre 292 Kommentare geschrieben. "The director's task is to recreate life, its movement, its contradictions, its dynamic and conflicts. It is his duty to reveal every iota of the truth he has seen, even if not everyone finds that truth acceptable. Of course an artist can lose his way, but even his mistakes are interesting provided they are sincere. For they represent the reality of his inner life, of the peregrinations and struggle into which the external world has thrown him." - Andrei Tarkovsky Mehr


Bittersweet Life
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franticfury 7.0 "Sehenswert"

M. Butterfly
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franticfury 8.0 "Ausgezeichnet"

Beruf: Reporter
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franticfury 10.0 "Lieblingsfilm"

Was ist ein "Lieblingsfilm"? Wir alle kennen die Problematik, die berühmte 10 mit Herz, die will man nicht so einfach rausrücken, denn schließlich ist sie etwas besonderes. Sie bedeutet, dass ein Film einem mehr bedeutet, als andere, dass dieser Film etwas in einem bewegt hat, eine andere Perspektive eröffnet hat, oder schlicht einfach genau zur richtigen Zeit die richtigen Inhalte geliefert hat. Genauso, wie man auch nicht jedem Menschen, den man gern hat, gleich sagt, man liebe ihn, genauso wenig, soll also gleich jeder Film, der einen auf eine Weise angesprochen hat, auf die Lieblingsfilmliste wandern. Diese Liste ist einigen wenigen ganz besonderen Filmen vorenthalten, so denkt zumindest der Großteil der Community. 10 Filme stehen momentan auf meiner, das ist in meinen Augen eine akzeptable Größe, doch wenn ich ehrlich bin, dann schummele ich ganz gerne, gehöre ich doch auch zu denen, die ihre Lieblingsfilmliste hin und wieder ändern, damit auch andere Filme mal die 10 mit Herz bekommen. Wenn ich also ehrlich bin, dann hatte ich in den 3 Jahren, die ich hier angemeldet bin, also wohl effektiv 40-50 "Lieblingsfilme". Also was genau ist dann ein Lieblingsfilm? Diese Frage zu beantworten ist schwer und genau deswegen lohnt es sich wohl die wenigen Konstanten zu betrachten, die sich finden lassen. Michelangelo Antonionis "Professione: Reporter" ist einer dieser Filme.

Dabei mag es für den ein oder anderen auf den ersten Blick vielleicht seltsam erscheinen, warum ich mich gerade zu Antonionis Filmen so hingezogen fühle, sind sie auf den ersten Blick doch alles andere als das, was man allgemein als "Lieblingsfilm" bezeichnet. Seine Filme erzählen von zerrütteten Verhältnissen, unterkühlten Beziehungen und der Unfähigkeit des Menschen zur Liebe in einer Welt, die sich stets selbst überholt. Und trotzdem, trotz aller Kälte, die es in Antonionis Filmen zu Hauf gibt, wenn sie eins nie waren, dann nihilistisch. Irgendwo war er ja immer da, der Ausweg im Menschen selbst. Man denke nur an die großartige Schlussszenen in "L'Avventura" und "La Notte" oder die leidenschaftliche Liebesszene in "Zabriskie Point", irgendwo wohnte in Antonioni ja doch ein kleiner Optimist, der sich in seinen Filmen zwar selten zeigte, wenn dann aber umso heftiger. "Professione: Reporter" ist da allerdings ganz anders. Hier fahren wir mit Jack Nicholson mit Vollgas in den Nihilismus, wir folgen einem Charakter, der schon zu Beginn des Filmes jede Hoffnung verloren hat. Dieser John Locke ist ein Todgeweihter und Antonioni macht daraus von Anfang an keinen Hehl. Ein Mensch, in dem sich schon seit ganz langer Zeit eine Idee festgesetzt hat, die er nicht mehr loswerden kann, egal wie sehr er es auch probiert. Die Idee, dass das Leben keinen Sinn hat und damit auch nichts, das man tut. Er versucht diesen Gedanken so gut es geht zu unterdrücken, ist ständig auf Achse, begibt sich für Interviews in Gefahr, reist an die entlegendsten Orte dieser Welt. Und dennoch, was andere als aufregend und spannend bezeichnen würden, das langweilt ihn mittlerweile nur noch. Die Beziehung zu seiner Frau ist hinüber und wird eigentlich nur noch aufrechterhalten, weil keiner die Energie aufbringt sie zu beenden. Seine Arbeit bringt ihm keine Erfüllung und mit jedem Tag wächst in ihm die Gleichgültigkeit. Als eines Tages sein Begleiter in der Wüste stirbt, nutzt er die Gelegenheit, dessen Identität anzunehmen und begibt sich auf eine gefährliche Reise quer durch Europa. Er nimmt sich dessen zwielichtiger Geschäfte an, immer in der Gefahr aufzufliegen, er geht eine stürmische Romanze mit einer jungen Frau ein, die ihn auf seiner Reise begleitet und dennoch, die Leere mag nicht verschwinden. Nicht wenn er mit offenem Verdeck über die Landstraße heizt, nicht, wenn er eine stürmische Liebesnacht mit seiner Begleiterin verbringt, nicht einmal, wenn er dem Tod ins Auge blickt. Es bleibt alles gleichgültig, weil die Welt gleichgültig bleibt.

Ist das also ein Lieblingsfilm? Ein Film, der aus jeder einzelnen Pore Hoffnungslosigkeit atmet und der uns einen Charakter präsentiert, dem alles egal ist und der obendrein im Verlaufe des Films nicht mal eine Wandlung durchmacht? Wahrscheinlich würden die wenigsten einen solchen Film wirklich als Lieblingsfilm bezeichnen. Warum ist "Professione: Reporter" aber tatsächlich einer dieser Filme, die ich innig liebe und den ich mir jeden Tag ansehen könnte? Wenn ich ehrlich bin, weiß ich es selbst nicht, doch ich weiß, wenn ein Film mich auch nach der x-ten Sichtung auf eine Art bewegen kann und etwas tief in mir trifft, von dem ich noch nicht mal genau sagen kann, was es denn überhaupt ist, dann muss er irgendetwas richtig machen. "Professione: Reporter" von Michelangelo Antonioni ist genau einer dieser besonderen Ausnahmefilme, wie man sie nur ganz ganz selten findet. Vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass ein Film mehr über den Rezipienten als über den Filmemacher aussagt und vielleicht ist es in meinem Fall genau so. Vielleicht bin ich besonders empfänglich für diese Art Charaktere und dieses pessimistische Weltbild, vielleicht verehre ich ja deshalb die französischen Existenzialisten so sehr. Ich weiß es nicht, doch ich weiß, dass ich diesen Film liebe. Weil er zu mir spricht, weil er etwas in mir berührt. "Professione: Reporter" wird auf ewig einer dieser wunderbaren Filme sein, die ich eben genau deshalb liebe, weil sie mir etwas geben, von dem ich nicht mal genau weiß, was es ist. Und das ist in meinen Augen genau die Aufgabe von Kunst!

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franticfury

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@Dude: Danke und ja, das wurde ja auch wirklich Zeit ;)
@dannydiaz: Danke, mir geht's da lustigerweise genauso. Ich liebe den Titel auch und muss auch immer an den Song denken :)
@Sigmund: Danke für dieses tolle Lob, freut mich sehr, dass er dir als Antonionifan so gut gefällt. :)


Dasprofil

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Komisch, den Kommentar habe ich ja ganz übersehen, aber er war wie immer großartig zu lesen. Viel besser als mein Kommentar zu dem Film!


Decameron
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franticfury vorgemerkt

Downton Abbey - Staffel 1
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franticfury 8.5 "Ausgezeichnet"

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franticfury 8.5 "Ausgezeichnet"

Oh Boy
Oh Boy

franticfury 8.0 "Ausgezeichnet"

12 Years a Slave
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franticfury 6.5 "Ganz gut"

Roger Deakins

franticfury

Schon witzig, wie sich alle darüber aufregen, dass Leonardo DiCaprio, der bisher gerade mal 5 mal nominiert war, jedes Jahr "übergangen" wird, während einer der besten Kameraleute im Geschäft bislang ganze 11 mal (!) leer ausgegangen ist. Roger Deakins hätte wirklich mal Grund sich zu beschweren. Gut, dieses Jahr war mit Emmanuel Lubezki ein ebenso talentierter Kollege nominiert, aber trotzdem hätte der Mann wirklich mal einen Oscar verdient. Ein äußerst sympathischer Mann, dessen großartige Arbeit leider viel zu wenig Anerkennung erhält.

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Le Samourai

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*aidskrank vergessen. Das ist er natürlich auch noch.


Iamthesword

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Nee, frei nach Kate Winslet muss auch irgendwo ein nazi auftauchen. Vielleicht ein schwuler, aidskranker Nazi, dessen Vorfahren Sklaven waren...


True Detective
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franticfury 9.5 "Herausragend" "Mein Favorit"

Kleingeld
Kleingeld

franticfury 7.0 "Sehenswert"

Pier Paolo Pasolini

franticfury

Wer einen Pasolinifilm guckt, der weiß meist ganz genau worauf er sich einlässt, wir reden immerhin von dem Filmemacher, der Mitte der 70er mit "Salo" einen Film gedreht hat, der selbst heute noch für den Inbegriff einer cineastischen Grenzerfahrung steht. Pasolini steht für Kompromisslosigkeit, wie es sie so im Kino wohl tatsächlich kein zweites Mal gegeben hat. Zumindest tut man sich wirklich schwer sein Werk mit irgendeinem anderen zu vergleichen, denn mir fällt auf die Schnelle tatsächlich kein Filmemacher ein, der seine Themen auf derart rohe und unverbrauchte Weise zur Schau zu stellen wusste, wie Pasolini.
Er wirkt beinahe wie ein Fremdkörper inmitten seiner deutlich berühmteren Kollegen, neben den traumhaften Bildern eines Federico Fellini oder den unterkühlten Beziehungsstudien eines Michelangelo Antonioni. Er war irgendwo immer das ungeliebte Kind, dessen Filme nirgends so ganz hineinpassen wollten. Pasolinis Filme waren auf den ersten Blick hemdsärmeliger, einfacher. Sie erzählten Geschichten vom täglichen Kleinkrieg der Menschen im postmodernen Italien, von den Außenseitern, Geschmähten und von der Gesellschaft Missachteten. Er stellte die Menschen in den Vordergrund, die es in den Großstädten des Landes zu Millionen gab, die aber niemand beachten wollte. Er riss die Fassade des Bürgertums nieder und offenbarte seine hässliche Fratze. In den gerade mal 15 Jahren seines filmischen Schaffens, drehte der Italiener eine beeindruckende Anzahl an Filmen, die zwar in ihrer Darstellung variierten, aber doch immer wieder dieselben Themen behandelten. Ob "Accatone", der vom unbarmherzigen Leben in der Vorstadt Roms erzählte, über "Edipo Re", in dem er der Ödipusgeschichte seinen eigenen Stempel aufdrückte, bis hin zu seinem vielleicht besten Film "Teorema", in dem er seine Kritik am Bürgertum auf die Spitze trieb; wenn man ihm eines nicht vorwerfen konnte, dann er würde sich beim Publikum anbiedern.

Er war eben ein Rebell, jemand, der Missstände nicht akzeptieren, sondern sie zur Schau stellen wollte. Das brachte ihm kritischen Erfolg auf der einen und abgrundtiefe Verachtung auf der anderen Seite, denn so viele Menschen, die sich von ihm verstanden, ja, man muss schon beinahe geliebt fühlten, so viele fühlten sich gleichermaßen auf den Schlips getreten. Was erlaubte sich dieser Mensch so über andere zu urteilen und die ehrenwerten Vorstellungen des Bürgertums so durch den Dreck zu ziehen? Es ist wohl wenig verwunderlich, dass Pasolinis Filme auch deshalb erst viele Jahre nach seinem Tod Einzug in die intellektuellen Wohnzimmer des Landes fanden. Denn seine Filme waren alles andere als plumpe Attacken auf einen Lebensstil, mit dem er nichts anzufangen wusste. Es war viel mehr der verzweifelte Schrei nach mehr Empathie innerhalb unserer Gesellschaft, der Versuch Menschen die Augen zu öffnen, die nur mit sich selbst beschäftigt waren. Der Versuch jeden einzelnen von uns mehr in die Verantwortung für Andere zu ziehen. Wer in Pasolinis Filme einen Hass auf das Bürgertum erkennen mag, der hat wohl entweder nicht richtig hingeschaut, oder wollte nicht richtig hinsehen. Denn die Wahrheit in Pasolinis Filmen liegt deutlich tiefer. Wir sind alle für unseren nächsten verantwortlich, nur wenn sich ein jeder auch mal an die eigene Nase fasst, anstatt immer nur mit sich selbst beschäftigt zu sein, nur dann kann sich auch wirklich etwas ändern. Ansonsten wird es immer so weiter gehen, neue Kriege werden angezettelt, neue Untaten verübt. Wohl auch deshalb stellte Pasolini in seinen Filmen immer wieder den Bezug zur Vergangenheit her. Ob "Porcile" oder "Edipo Re". Pasolini zeigt uns in seinen Filmen, wie wenig sich doch geändert hat. Sicher, wir wohnen nicht mehr in Lehmhütten, sondern in massiven Häusern aus Stein und Beton, wir tragen nicht mehr Laken, sondern schicke Anzüge, wir fahren nicht mehr in Kutschen, sondern in Autos und doch hat sich an unserer Natur so gut wie nichts geändert. Manche nennen das pessimistisch, ich nenne es ehrlich. Man muss ein Problem erkennen, bevor man es ändern kann und Pasolini hat das getan.

Ja, die Figur Pasolini ist so kontrovers und vielschichtig, dass ich auch nicht mal so ganz weiß, was ich von ihm halten soll. Ich schätze so gut wie alle seine Filme, "Teorema" finde ich sogar großartig, doch "Salo" hat mich richtiggehend wütend zurückgelassen. Natürlich verabscheue ich den Faschismus, doch hätte ich mir eine etwas tiefgründigere Auseinandersetzung mit dem Thema Faschismus gewünscht, eine Darstellung, die über bloße Gewaltdarstellung hinausgeht. Aber wer weiß, vielleicht hat Pasolini auch nur mit diesem Film genau einen wunden Punkt bei mir getroffen. Ich glaube zumindest, dass ein Filmemacher, der mich sowohl so begeistern, wie auch abstoßen kann, irgendetwas richtig machen muss.
Pier Paolo Pasolini wird deshalb wohl auch nie mein Lieblingsregisseur werden, dafür sind seine Filme tatsächlich zu unangenehm, aber es gibt wenige Regisseure, denen ich so großen Respekt entgegenbringe wie ihm. Seine Filme sind für mich so etwas wie die Definition von Zeitlosigkeit in der Kunst. Man kann auch in 50 Jahren noch irgendeinen Pasolini aus dem Regal ziehen und er wird noch genauso aktuell sein, wie zu seiner Entstehungszeit, da bin ich mir sicher!

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Dasprofil

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Die 120 Tage von Sodom


franticfury

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Oh, ich weiß nicht, ob ich mit dem anfangen würde. Der hat mich damals so abgeschreckt, dass ich lange keine Lust auf Pasolini hatte. Ich würde vielleicht mit "Accatone" oder "Teorema" anfangen. Wahrscheinlich würde ich "Salo" heute sogar besser bewerten, wenn ich ihn mir erst ein bisschen später angesehen hätte. Aber dafür müsste ich den ja nochmal gucken und ich weiß ja nicht, ob ich das möchte ;)


House of Cards - Ein Kartenhaus
House of Cards - Ein Kartenhaus und 1 weitere ...

franticfury 9.0 "Herausragend"

Die Vergessenen
Die Vergessenen und 1 weitere ...

franticfury 8.5 "Ausgezeichnet"

Die letzte Nacht des Boris Gruschenko
Die letzte Nacht des Boris Gruschenko

franticfury 8.0 "Ausgezeichnet"

"To love is to suffer. To avoid suffering one must not love. But then one suffers from not loving. Therefore, to love is to suffer; not to love is to suffer; to suffer is to suffer. To be happy is to love. To be happy, then, is to suffer, but suffering makes one unhappy. Therefore, to be unhappy, one must love or love to suffer or suffer from too much happiness."

Weiter geht's mit meiner kleinen Woody Allen-Reihe, dieses Mal mit einer kleinen Perle aus der Zeit vor "Annie Hall".
Auf den ersten Blick mag "Love and Death" so etwas wie ein Ausnahmewerk in Allens Schaffen darstellen, denn selten hat Woody Allen seinen Hang zum Slapstick so zur Schau gestellt wie hier. Seine Geschichte über den tolpatschigen, neurotischen Boris Gruschenko, der sich mitten in die Wirren der napoleonischen Kriege in Russland verirrt, ist dabei eine herrlich pechschwarze Komödie mit einer unglaublichen Gagdichte, dabei aber eben auch nicht ohne den gewohnten Tiefgang.

Woody Allen parodiert hier auf herrlich verspielte und liebevolle Art und Weise Tolstois Klassiker "Krieg und Frieden", nimmt Napoleon aufs Korn, wirft mit Querverweisen um sich, dass es sich gewaschen hat (wem ist die "Schreie und Flüstern"-Referenz in der Mitte des Films aufgefallen?) und vermischt das Ganze zu einem wahnsinnig unterhaltsamen Potpourri, das mit gerade mal 85 Minuten leider viel zu kurz geraten ist.
Der Humor in "Love and Death" bewegt sich dabei immer irgendwo zwischen dem gewohnt intelligenten, subtilen Woody Allen Humor und völlig sinnbefreitem Schwachsinn, der mich aber nicht minder amüsiert hat.

Ja, "Love and Death" nimmt sich einfach zu keiner Sekunde ernst, man wird das Gefühl nicht los, dass Woody hier einfach mal einen Film machen wollte, in dem er so richtig die Sau rauslassen und all seinen Vorbildern Tribut zollen konnte (toll auch die Szene, in der Woody Allen mal eben alle berühmten Dostojewski-Romane in einen Dialog packt). Und genau das muss man an diesem Film wohl einfach lieben. Er mag vielleicht nicht dieselbe Tiefe besitzen wie seine späteren Werke, ist dabei aber sicher einer seiner unterhaltsamsten und zaubert mir einfach immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht. Ein Film, der uns vielleicht einfach sagen möchte, dass wir das Leben manchmal nicht zu ernst sehen sollten.

"After all, you know, there are worse things in life than death. I mean, if you've ever spent an evening with an insurance salesman, you know exactly what I mean."

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franticfury

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Danke, kann ich absolut verstehen, ist ja auch ein Film zum immer wieder sehen und perfekt um die eigene Stimmung zu heben. Definitiv auch eines meiner Lieblings Feelgood-Movies ;)


Andy Dufresne

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Geht immer und immer wieder, ja ;)


Saw
Saw

franticfury 4.0 "Uninteressant"

Gästebuch

haturast

Nachdem ich vor wenigen Wochen "Professione: reporter" endlich einmal wieder gesehen und ihn daraufhin auf 9 aufgewertet habe, musste ich immerzu an den Film denken, ohne so Recht zu wissen, warum eigentlich. Ich weiß bisher absolut nicht, was mich daran so fasziniert, werde aber heute, wenn ich ihn heute noch einmal sehen werde, versuchen das für mich mal herauszufinden.

Ich selbst pflege jedenfalls immer zehn 10er-Filme zu haben [so wie du - wenn ich das richtig "beobachtet" habe immer zehn Lieblingsfilme hast] und aktuell wäre dort noch ein Platz bei mir frei, dem ich am ehesten Antonioni geben wollen würde. Auch wenn es mir immer paradox erschien ausgerechnet den unter seinen Filmen so sehr zu mögen, scheinen doch Werke wie "L'avventura" und "L'eclisse" objektiv betrachtet deutlich beliebter zu sein.

haturast

Gerade endlich mal wieder "Close-Up" und dann einmal mehr dein Profilbild gesehen, danach dann auf deine Worte zu dem Film gestoßen und wollte einfach mal loswerden, dass deine Kommentare das, was in Filmen steckt [bezieht sich allgemein auf deine Kommentare] unglaublich gut zum Ausdruck bringen und einen das Gesehene noch einmal ganz neu betrachten lassen.

Und auch wenn du dich gegen "Close-Up" entschieden hast, liest sich deine neue Lieblingsfilmliste echt gut. Schade, dass man nicht all' deine Bewertungen ansehen kann - würde mich mal interessieren.

DerDude_

Werde hoffentlich bald Zeit für Antonionis DIE NACHT und DIE MIT DER LIEBE SPIELEN haben. Kenne bis jetzt nur BERUF : REPORTER welcher ein absoluter Lieblingsfilm ist, LIEBE 1962 welchen ich als schwierig aber als großartig empfand und bei Gelegenheit noch einmal sehen muss und DIE ROTE WÜSTE der auch großartig war.

haturast

Klar, Ecken und Kanten machen vieles reizvoll. Vielen der Regisseure, die ich wirklich gerne mag, könnte man auch wohl so manches negatives nachtragen, aber ich finde, dass gerade das den Reiz ausmacht. Gerade bei Regisseuren wie Pasolini sollte man zudem ja die einzelnen Filme durchaus auch eigenständig betrachten und eben einfach erkennen, dass es Filme gibt, die man mag und welche, auf die das nicht zutrifft.

Ich selbst fand die drei Filme Pasolinis die ich bisher kenne allerdings allesamt gut, auch wenn das sicherlich daran liegt, dass ich Skandalfilme wie "Sodom" eben auch einfach noch nicht gesehen habe. Von den drei gesehenen dürfte aber auch "Mamma Roma" der sein, den ich am meisten mochte.

haturast

Absolut zurecht in jedem Fall.
Interessant ist, dass du Pasolini als Profilbild nehmen wolltest, konnte man doch deinem Kommentar erst entnehmen, dass Pasolini nie dein bzw. einer deiner Lieblingsregisseure werden wird.

haturast

Das Profilbild!
Unglaublich guter Film :)

DerDude_

Ebenso die Lieblingsfilmliste erneuert ? Find ich gut !

DerDude_

Dazu noch LA GRANDE BELLEZZA sowie beide NYMPHOMANIAC Filme auf 10 hochgestuft. Musste einfach sein !

DerDude_

An meinem Profil wurden soeben ein paar Änderungen durchgenommen. Vielleicht entdeckst du sie alle, glaube es wird dich freuen ;)

DerDude_

Gigantisches Meisterwerk. Hat bei mir Potenzial zur 10 mit Herz. Wird dieses Jahr beim deutschen Filmpreis hoffentlich ordentlich abräumen.


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