franticfury
franticfury heißt Guido Anselmi, ist 20 Jahre alt. Er hat sich Fri, 22 Apr 2011 00:55:59 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 931 Filme bewertet und legendäre 231 Kommentare geschrieben. Mag "dreckige" amerikanische Filme, osteuropäische und skandinavische Schwermut, lebensbejahende, gerne auch melancholische, französische Filmkunst, inspirierendes italienisches Gefühlskino, asiatische Lebensweisheiten, den unvergleichlichen deutschen Expressionismus und sowieso alles, wo Kurosawa, Bergman oder Tarkovsky draufsteht. "The only condition of fighting for the right to create is faith in your own vocation, readiness to serve, and refusal to compromise" - Andrei Tarkovsky Mehr
| Name | Guido Anselmi |
|---|---|
| Alter | 20 |
| Stadt | |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | Guido Anselmi (Otto e mezzo) |
| Meine Lieblingsschauspieler: | Marcello Mastroianni, Alain Delon, Klaus Kinski, Toshiro Mifune, Tatsuya Nakadai, Julianne Moore, Claudia Cardinale, Audrey Hepburn, Chishû Ryû, Giulietta Masina, Al Pacino, Naomi Watts, Sean Penn, Bibi Andersson |
| Ich bin Fan von: | Alfred Hitchcock, Stanley Kubrick, Martin Scorsese, Clint Eastwood, Kevin Spacey, Jack Nicholson, Al Pacino, Robert De Niro, Sergio Leone, Billy Wilder, Paul Thomas Anderson, Akira Kurosawa, Terry Gilliam, Roman Polanski, Bryan Cranston, Chan-wook Park, Jack Lemmon, Christoph Waltz, Woody Allen, David Fincher, Toshirô Mifune, Ethan Coen, Joel Coen, Gary Oldman, David Lynch, Paul Newman, Federico Fellini, Marcello Mastroianni, Klaus Kinski, Takeshi Kitano, Lars von Trier, Julianne Moore, Jean-Pierre Melville, Naomi Watts, Kar Wai Wong, Terrence Malick, James Gandolfini, Tatsuya Nakadai, Masaki Kobayashi, Johnny Cash, Krzysztof Kieslowski, Béla Tarr, Philip Seymour Hoffman, David Cronenberg, Kyle MacLachlan, Andrei Tarkovsky, Alan Ball, Ingmar Bergman, Kenji Mizoguchi, Alain Delon, Daniel Day-Lewis, Joaquin Phoenix, Ki-duk Kim, Monica Bellucci, Jim Jarmusch, Bill Murray, Audrey Hepburn, Yasujiro Ozu, Luis Buñuel, Chishu Ryu, Robert Bresson, Monica Vitti, Michelangelo Antonioni, Charlie Kaufman, Sven Nykvist, Grace Kelly, Claudia Cardinale, Frances McDormand, Giulietta Masina, Steve Buscemi, Maria Schneider, Fritz Lang, Shinobu Hashimoto, Brad Pitt, Bibi Andersson, David Lean, Michael Haneke, Ang Lee, Liv Ullmann, Werner Herzog, Catherine Deneuve, François Truffaut, Anatoli Solonitsyn, Margarita Terekhova, Amy Adams, Brigitte Bardot, Jean-Louis Trintignant, Anna Karina, Alain Resnais, Emmanuelle Riva, Samuel Fuller, Max von Sydow, Vittorio De Sica, Henri-Georges Clouzot, Chris Marker, Mikio Naruse, Fjodor Dostojewski, Carl Theodor Dreyer, Orson Welles, Jean-Luc Godard, Abbas Kiarostami |
| Meine Lieblingsregisseure: | Akira Kurosawa, Andrei Tarkovsky, Federico Fellini, David Cronenberg, Ingmar Bergman, Belà Tarr, Fritz Lang, Michelangelo Antonioni, Woody Allen, Masaki Kobayashi, Kenji Mizoguchi, David Lynch, Luis Buñuel, Paul Thomas Anderson, Alfred Hitchcock, Yasujirô Ozu, Krzysztof Kieslowski, Jean-Pierre Melville, Michael Haneke, Lars von Trier, Mikio Naruse |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | "Let everything that's been planned come true. Let them believe. And let them have a laugh at their passions. Because what they call passion actually is not some emotional energy, but just the friction between their souls and the outside world. And most important, let them believe in themselves. Let them be helpless like children, because weakness is a great thing, and strength is nothing. When a man is just born, he is weak and flexible. When he dies, he is hard and insensitive. When a tree is growing, it's tender and pliant. But when it's dry and hard, it dies. Hardness and strength are death's companions. Pliancy and weakness are expressions of the freshness of being. Because what has hardened will never win." - Stalker |
| Über mich | Mag "dreckige" amerikanische Filme, osteuropäische und skandinavische Schwermut, lebensbejahende, gerne auch melancholische, französische Filmkunst, inspirierendes italienisches Gefühlskino, asiatische Lebensweisheiten, den unvergleichlichen deutschen Expressionismus und sowieso alles, wo Kurosawa, Bergman oder Tarkovsky draufsteht. "The only condition of fighting for the right to create is faith in your own vocation, readiness to serve, and refusal to compromise" - Andrei Tarkovsky |
Die Straße der Schande und 6 weitere ...
franticfury 8.5 "Ausgezeichnet" Wed, 15 May 2013 12:47:46 -0000
bedenklich? 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 16 Antworten
Jenny von T Tue, 14 May 2013 16:53:53 -0000
Antwort löschenYeah, das ist mein Lieblings-Kiarostami! :-) Schau dir, wenn du Interesse hast, auch mal die Filme von Nuri Bilge Ceylan an, insbesondere ONCE UPON A TIME IN ANATOLIA. Finde, die beiden Regisseure sind ein klein wenig verwandt miteinander.
franticfury Tue, 14 May 2013 16:56:52 -0000
Antwort löschenDanke für den Tipp, werde ich mir auf jeden Fall ansehen, "Once Upon a Time in Anatolia" wollte ich sowieso schon ewig sehen!
Absurda. Tue, 14 May 2013 17:02:25 -0000
Antwort löschenLiege ich richtig, wenn ich vermute, dass Kiarostasmis Filme "kleine" Filme sind?
franticfury Tue, 14 May 2013 17:31:12 -0000
Antwort löschenJa und nein. "Klein" sind auf jeden Fall die Geschichten, die er erzählt. Ich meine "Wo ist das Haus meines Freundes?" z.B. handelt nur von einem kleinen Jungen, der seinem Klassenkameraden ein Hausaufgabenheft zurückbringen möchte. Da ist allerdings so viel Menschlichkeit in jedem einzelnen seiner Filme, dass ich doch sagen muss: Für mich ist Kiarostami Kino wie es größer nicht sein könnte! :)
MrKatsumi Wed, 15 May 2013 08:18:35 -0000
Antwort löschenWie immer ein herzlicher und famoser Kommentar.
Das Thema Tod, oder im speziellen, der Freitod wird in der Gesellschaft leider immer so unreflektiert betrachtet und behandelt. Deshalb freue ich mich über jeden guten Film, der auf das Thema durchdringend eingehen möchte und den Menschen eine differenzierte Betrachtung mit diesem, zu Unrecht wie ich finde, gern totgeschwiegenen Thema ermöglichen kann.
Das *Wie* und das *Warum* möchte ich sterben (oder andere), oder wie und warum nicht, sollte zumindest einmal, auch in unseren jungen Leben, in die Persönlichkeitsbildung einfließen.
Damit meine ich nicht, dass man sich Argumente für einen Freitod suchen soll. Sondern, dass man sich Gedanken darüber machen sollte, warum man den Tod vielleicht auch positiv sehen kann. Wenn man sich bewusst wird, wie erfüllt das eigene Leben doch gewesen ist, beispielsweise. Und wie möchte ich einmal sterben, und wie auf garkeinen Fall?
Ja, mit Sicherheit, das ist ein düsteres Thema, mit dem wir unangenehme Gefühle verbinden. Aber nur aus einem Grund! Wir beschäftigen uns zu wenig mit den positiven Aspekten. Aspekte, die wir in unserer Kindhaftigkeit vielleicht (noch) nicht erkennen, aber mit Sicherheit erkennen werden.
franticfury Wed, 15 May 2013 12:47:14 -0000
Antwort löschenGenauso ist es, auch heute noch beschäftigen wir uns viel zu wenig mit Themen wie Suizid und Depression, obwohl sie in unserer immer schnellebigeren Welt zunehmend relevanter werden. Natürlich sind das auf den ersten Blick unangenehme Themen und wir neigen dazu sie zu verdrängen, besonders wenn man selbst mitten im Leben steht. Gerade im Film wird das viel zu oft verdrängt, da die meisten Menschen im Film ja eben die Zerstreuung suchen, um sich gerade nicht mit den vermeintlich unangenehmen Aspekten des Lebens auseinandersetzen zu müssen.
Du hast vollkommen Recht, wenn du sagst, dass es aber für die eigene Persönlichkeitsbildung wichtig ist, sich eben genau diesen Problemen zu stellen. Seine eigene Einstellung darüber zu überdenken und vielleicht auch ein wenig Verständnis für die Situation anderer aufzubringen. Wie ich geschrieben habe, man muss es nicht gutheißen, aber vielleicht zumindest akzeptieren. Nur wenn ich mich auch mit den Schattenseiten des Menschseins auseinandersetze, kann ich doch überhaupt erst in der eigenen Einstellung zum Leben gefestigt werden.
Absurda. Wed, 15 May 2013 15:13:41 -0000
Antwort löschen@franticfury:
Genau das hab ich mit dem Begriff "kleine Filme" gemeint. Filme, die von den kleinen Dingen des Lebens leben. Genau so was liebe ich, deswegen: Danke für die Rezension :-)
franticfury Wed, 15 May 2013 15:54:27 -0000
Antwort löschenGern geschehen :) Ich bin gespannt, was du von den Filmen Kiarostamis halten wirst!
Absurda. Wed, 15 May 2013 16:14:17 -0000
Antwort löschenWenn ich sie überhaupt in die Finger bekomme. Kennst du 'Die Liebesfälscher'? Der scheint ja nicht so gut anzukommen...
franticfury Wed, 15 May 2013 16:23:33 -0000
Antwort löschenJa, den kenne ich, der ist ganz okay, für Kiarostami-Verhältnisse allerdings relativ belanglos. Ein paar Filme bekommt man über amazon.co.uk und manche sind sogar auf youtube zu finden ("Wo ist das Haus meines Freundes?" z.B), aber es stimmt, die Verfügbarkeit ist bei Kiarostami ein wirkliches Problem.
MrKatsumi Wed, 15 May 2013 17:33:58 -0000
Antwort löschenEin bisschen OT: Ich würde mir niemals, außer vielleicht Kurzfilme die man auf DVD niemals erhalten kann, irgendwas auf Youtube (oder Streams mit schlechterer Quali als DVD) anschauen. Dann muss ich halt 5 Jahre auf eine DVD VÖ. warten aber irgendwie empfinde ich respektlos dem Medium gegenüber minderwertige Qualität zu schauen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Verfügbarkeit so einiger Filme verbessern wird :)
franticfury Wed, 15 May 2013 17:56:42 -0000
Antwort löschenDa hast du schon Recht, ich streame auch so gut wie nichts, sondern hole mir in den meisten Fällen die DVDs aus dem Ausland. Aber so lange auf eine Veröffentlichung eines Filmes warten, der mich so brennend interessiert, das kann ich dann eben auch nicht :)
Absurda. Thu, 16 May 2013 11:01:39 -0000
Antwort löschenIch bin eigentlich auch so ein Filme-im-Internet-Meider, aber manchmal bleibt mir halt keine andere Wahl. So Offenbarungen wie 'The Killer' kann man einfach nicht hinauszögern!!
David "Noodles" Aaronson Fri, 17 May 2013 03:56:52 -0000
Antwort löschenein feiner Text
ist auch direkt vorgemerkt
franticfury Sat, 18 May 2013 18:43:16 -0000
Antwort löschenImmer gerne, freue mich über jeden, der Kiarostami entdecken möchte :)
Eigentlich habe ich es mir ja so ein wenig zur Gewohnheit gemacht, erst ein paar Tage zu warten, bevor ich über einen Film schreibe. Einfach weil es zumeist besser ist, zuerst noch ein wenig über den Film zu reflektieren, ihn von einer objektiveren, weniger unmittelbaren, Perspektive aus zu betrachten. Im Falle von "Close-Up" breche ich diese Regel jetzt einfach mal, da ich das Gefühl…
Eigentlich habe ich es mir ja so ein wenig zur Gewohnheit gemacht, erst ein paar Tage zu warten, bevor ich über einen Film schreibe. Einfach weil es zumeist besser ist, zuerst noch ein wenig über den Film zu reflektieren, ihn von einer objektiveren, weniger unmittelbaren, Perspektive aus zu betrachten. Im Falle von "Close-Up" breche ich diese Regel jetzt einfach mal, da ich das Gefühl habe, all die aufgestauten Emotionen, die sich in den 90 Minuten angesammelt habe, auf diese Weise entladen zu müssen.
"Close-Up" ist ein großer Film, der so viel zu sagen hat, obwohl er doch eigentlich so wenig erzählt. Ein Mann gibt sich als bekannter Filmemacher aus, um in das Leben einer iranischen Familie einzudringen. Er gewinnt ihr Vertrauen, erklärt ihnen, er wolle in ihrem Haus einen Film drehen und sogar einige Familienmitglieder als Schauspieler einsetzen. Doch die Familie wird zunehmend skeptisch, glaubt nicht mehr so Recht daran, dass es sich bei dem Eindringling wirklich um den international anerkannten Filmemacher handelt. Und so geschieht, was geschehen musste, der Schwindler wird festgenommen, vor Gericht gestellt und muss sich dort allerlei schwere Vorwürfe anhören.
Das alles sind keine Spoiler, erfahren wir doch schon gleich zu Beginn, dass Sabzian seine Fassade offensichtlich nicht aufrechterhalten konnte. Was darauf folgt ist nicht nur die Erforschung der Frage, die alle zu beschäftigen scheint, die Frage nach dem "Warum?", sondern vor allem eine großartige Liebeserklärung an das Kino und die Kraft der bewegten Bilder.
Kiarostami beweist dabei ein so feines Händchen für seine Charaktere. Ihm gelingt es, uns zutiefst menschliche und tiefe Einblicke zu gewähren. Niemals wertend, niemals sentimental, niemals manipulativ. Eine Eigenschaft des Iraners, die damals auch Akira Kurosawa zutiefst beeindruckte, der nachdem er Kiarostamis Film "Wo ist das Haus meines Freundes?" gesehen hatte, diesen sogar nach Japan einlud, aber das sei nur am Rande erwähnt.
Ja, nach gerade mal drei Filmen, die ich nun von Kiarostami gesehen habe, lege ich mich fest: Der Mann ist ein Genie! Es gibt wenig Regisseure, die eine so starke und unverwechselbare Stimme besitzen, wie Abbas Kiarostami. Er erzählt die kleinen Geschichten, er stellt Menschen in den Mittelpunkt, die im Film gerne mal übersehen werden. Die Menschen, die tagtäglich innerhalb der Gesellschaft um Anerkennung kämpfen. Die geschundenen Seelen, die Menschen, die einen größeren Teil unserer Gesellschaft ausmachen, als wir auf den ersten Blick für möglich halten.
Denn auch Sabzian ist ein solcher Mensch. Sich als Mohsen Makhmalbaf auszugeben lässt ihn sich einmal wie ein respektiertes Mitglied der Gesellschaft fühlen.
Doch was ist das schon, ein respektiertes Mitglied der Gesellschaft? Kiarostami zeigt uns in "Close-Up", dass auch Sabzian Würde besitzt, dass wir uns nicht so schnell erheben sollten, über andere zu richten, befinden wir uns schließlich nicht in deren Situation. Doch dabei ist "Close-Up" nicht nur ein wunderschöner Appell an mehr Nachsicht und Menschlichkeit, sondern vor allem auch ein beeindruckendes Zeugnis der größe des Kinos. Die letzten 10 Minuten sind dann an Brillanz nicht mehr zu übertreffen, gelingt es Kiarostami in der Dekonstruktion des Mediums am Ende die wahre Kraft des Kinos überhaupt erst zu entfesseln.
Der große Charlie Chaplin sagte einst, das Leben sei eine Tragödie in der Nahaufnahme, aber eine Komödie in der weiten Einstellung. Kiarostami hat das verstanden, es kommt eben einfach nur auf die richtige Betrachtung an. Es liegt an uns, ob wir genauer hinsehen wollen, oder nicht. Ein großer Film, ein Lieblingsfilm!
bedenklich? 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir doch nicht 10 Antworten
MrKatsumi Fri, 10 May 2013 14:47:19 -0000
Antwort löschenWunderbar. Man merkt dein Herz ist federführend..
Hat mich sehr neugierig gemacht, danke!
DerDude_ Fri, 10 May 2013 14:53:50 -0000
Antwort löschenHat dich sogar deine Lieblingsfilmliste überarbeiten lassen. Der muss wirklich groß sein. Natürlich vorgemerkt :)
franticfury Fri, 10 May 2013 15:06:44 -0000
Antwort löschen@MrKatsumi: Danke, wirklich ein ganz besonderer Film, ich wusste gar nicht, was ich über ihn schreiben sollte, da es wirklich schwerfällt ihn zu beschreiben, man muss ihn gesehen haben! Wie gesagt, kann ihn nur empfehlen, Kiarostami könnte sich wirklich zu einem meiner absoluten Lieblingsregisseure entwickeln.
@Dude: Das ist er wirklich, du wirst ihn lieben! Meine Lieblingsfilmliste wollte ich sowieso schon lange überarbeiten, ein wenig kürzen, damit die 10 + <3 Wertungen sich besser von den anderen 10ern abheben. Was natürlich leider auch heißt schweren Herzens anderen das Herz wieder wegzunehmen...
Tyler__Durden Fri, 10 May 2013 16:18:44 -0000
Antwort löschenIst doch immer schön wenn Kiarostami hier auf MP liebe erfährt. Toller Film dessen Motorradfahrt am Ende mir wohl ewig im Gedächtnis bleiben wird.
franticfury Fri, 10 May 2013 17:48:12 -0000
Antwort löschenKiarostami ist toll, wie gesagt, ein potenzieller neuer Lieblingsregisseur. Und diese Motorradszene ist die reinste Kinomagie, so schön!
Ohne Wiederkehr Fri, 10 May 2013 21:09:51 -0000
Antwort löschenInteressanter Kommentar ich glaube der Film könnte mir auch gefallen.
franticfury Fri, 10 May 2013 21:14:00 -0000
Antwort löschenDas wird er, da bin ich mir sicher! Ich glaube jeder, der das Kino liebt, wird "Close-Up" lieben!
Ohne Wiederkehr Fri, 10 May 2013 21:26:14 -0000
Antwort löschenIst der denn halbwegs preiswert zu bekommen?
franticfury Fri, 10 May 2013 22:04:35 -0000
Antwort löschenJa, einer der wenigen Kiarostamifilme an die man noch relativ einfach einigermaßen günstig kommt: http://www.amazon.co.uk/Close-Up-DVD-Hossain-Sabzian/dp/B000OY9WKQ/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1368223459&sr=1-1&keywords=close-up
Da ich gerade im Begriff bin, Gus Van Sant mal ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen, gilt mein erster Kommentar einem seiner bekanntesten und schwierigsten Filme: "Elephant".
Sicherlich ein kontroverser Film, dementsprechend kontrovers kann also auch nur ein Kommentar zu "Elephant" ausfallen. Schließlich nimmt sich Gus van Sant hier einem ganz heiklen Thema an, versucht…
Da ich gerade im Begriff bin, Gus Van Sant mal ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen, gilt mein erster Kommentar einem seiner bekanntesten und schwierigsten Filme: "Elephant".
Sicherlich ein kontroverser Film, dementsprechend kontrovers kann also auch nur ein Kommentar zu "Elephant" ausfallen. Schließlich nimmt sich Gus van Sant hier einem ganz heiklen Thema an, versucht er doch, gerade mal 4 Jahre nach dem schrecklichen Amoklauf an der Columbine High School, die Ereignisse und Hintergründe vor der abscheulichen Tat zu rekonstruieren. Zu einer Zeit, als die Wunden, die der 20. April 1999 in der amerikanischen Gesellschaft hinterlassen hatte, noch lange nicht verheilt waren und bis heute - angesichts von immer neuen Schreckensmeldungen - wohl noch immer nicht sind. Hierbei sei allerdings erwähnt, dass Van Sant nur lose Bezug auf die reale Tragödie nimmt; die Schule in Van Sants Film trägt keinen Namen, sie könnte überall in den Staaten, ja, überall auf der Welt sein. Dabei bebildert Van Sant die letzten Stunden vor der grauenhaften Tat in ruhigen, unterkühlten und endlos lang erscheinenden Bildern. Ja, Van Sant macht keinen Hehl daraus, er will dem Zuschauer mit "Elephant" wehtun, ihn dazu zwingen genauer hinzusehen. Der erklärte Tarr-Fan führt uns in endlos langen Plansequenzen durch die Schule, vorbei an leeren Gesichtern, durch leere Gänge und Treppenhäuser. So viele Menschen und doch fühlen wir uns alleine.
Die Bilder von Harris Savides - Gott habe ihn selig - sind wie immer grandios erdacht und umgesetzt. Sowieso ist die Kameraarbeit absolut virtuos und für jeden, der einmal in die Verlegenheit gekommen ist, selbst Filme zu machen, durchaus beeindruckend. Doch leider ist die größte Stärke des Films zugleich seine größte Schwäche: Van Sant will uns die Kälte am eigenen Leib spüren lassen, er ist nicht daran interessiert, Empathie für die Opfer oder gar für die Täter aufkommen zu lassen. Die Charaktere in "Elephant" sind genauso austauschbar wie die Schule selbst. Das kann man, wie gesagt, nicht unbedingt Van Sant zum Vorwurf gereichen, passt es doch ins Konzept. Was man Van Sant allerdings sehr wohl zum Vorwurf machen kann ist, dass er sich dann in der zweiten Hälfte, wenn der Fokus langsam auf die Täter gelegt wird zu nichtssagenden Erklärungsversuchen hinreißen lässt. Auf die viel angesprochene "Hitlerdoku" will ich hier gar nicht näher eingehen, doch Van Sant liefert eine ganze Reihe solch halbherziger Erklärungshäppchen. Die vermeintlich homosexuelle Orientierung der Täter zum Beispiel. Das erscheint wie ein schlecht durchdachter Annäherungsversuch an den Zuschauer, im Versuch das Geschehen vielleicht doch ein wenig greifbarer zu machen und ist vor allem deshalb ärgerlich, weil schrecklich inkonsequent, hatte es doch bis dahin den Anschein, als ob sich Van Sant bewusst solch einfacher Erklärungen zu verschließen versuchte.
Hier hätte Van Sant sich vielleicht ein Beispiel an einer anderen Größe des europäischen Kinos nehmen sollen: Das hat Michael Haneke mit "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls", wohlgemerkt bereits 1994, deutlich besser gemacht. Denn Haneke verweigert sich konsequent jedem Erklärungsversuch, was die eigentliche Tat nur noch intensiver und grausamer erscheinen lässt und den Fokus weg von den Tätern auf den Zuschauer legt. So bleibt "Elephant" zwar ein interessanter und streckenweise auch mutiger Film, der dann aber gerade gegen Ende hin fast ein wenig Angst vor der eigenen Courage hat. Nach dem starken "Gerry" leider so etwas wie die erste Enttäuschung in Van Sants Werk.
bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten
Jenny von T Wed, 08 May 2013 13:09:23 -0000
Antwort löschenDanke! Das ist der Kommentar, den eigentlich ich schreiben wollte... ^^
Und weil es mal raus muss: Tarr >>>>> van Sant
:-p
franticfury Wed, 08 May 2013 13:15:35 -0000
Antwort löschenDanke, ich betrachte es als Ehre, das von dir zu hören :)
Und ja, Tarr > Alle anderen zeitgenössischen Regisseure!
DerDude_ Wed, 08 May 2013 13:24:53 -0000
Antwort löschenWunderbar, ganz wunderbar :)
Im Van Sants Werken solltest du PARANOID PARK meiden. Der ist ähnlich wie dieser, nur noch zielloser und harmloser. Dafür ist GERRY umso besser.
franticfury Wed, 08 May 2013 13:27:06 -0000
Antwort löschenDanke :) Ja, "Gerry" hat mir sehr gut gefallen und wahrscheinlich kommt zu dem demnächst auch mal ein Kommentar, aber dieser Kommentar hier brannte mir erstmal auf der Seele :)
jp@movies Wed, 08 May 2013 14:24:18 -0000
Antwort löschenAlso ich liebe beide Filme ^^
Hier der Meister selbst zum "Warum?" ab Minute 2:35 - http://www.youtube.com/watch?v=Hgmh6Ge0tTE
zu Savides this: http://www.youtube.com/watch?v=HZ7aAuGukps
oh, und als Bonus noch Haneke zu den famosen Fragmenten: http://www.youtube.com/watch?v=HZ7aAuGukps
(SPOILER xxxxxxx Ich liebe den Hinweis darauf, dass die Familie, wie man sieht, nicht mal Spaß am Zerstören ihrer Wohnung hat.)
franticfury Wed, 08 May 2013 16:03:47 -0000
Antwort löschenDanke für die Links, der letzte ist aber nochmal der "Elephant in real time"-Link :) Ich muss sagen, dass mein Verständnis für die Liebhaber (wenn man bei einem solchen Thema überhaupt von "Lieblingsfilm" reden kann) bei "Elephant" doch noch am größten ist. Seine Machart ist ja auch klasse, die Idee sich dabei nur auf die letzten Stunden vor der Tat zu beschränken und nicht auf das, was dazu hingeführt hat, halte ich auch für äußerst mutig. Über die Kameraarbeit müssen wir uns sowieso nicht unterhalten, Harris Savides Tod letztes Jahr hat mich damals ziemlich gerissen, da ich ihn wirklich für einen der besten DOPs überhaupt gehalten habe. Aber da gibt es dann eben wieder so viele Stellen, die mich gestört haben, in denen ich das Gefühl hatte, Van Sant holt den viel zitierten Holzhammer zu oft hervor. Und dann ist es eben gegen Ende die Konsequenz, die ich vermisse. Es erscheint mir fast so, als hätte Van Sant den Mut verloren sein Konzept eben KEINE Erklärungsversuche zu liefern, bis zum Ende duchzuziehen. Wie gesagt, ich verstehe, wenn jemand anderer Meinung ist, ich sage auch nicht, dass ich Recht habe, sondern nur, wie ich den Film empfunden habe. Es ist eben ein kontroverser Film, aber solch kontroverse Filme sind mir viel lieber als der 08/15-Einheitsbrei, der niemanden wehtut :)
jp@movies Wed, 08 May 2013 16:25:27 -0000
Antwort löschenUps - hier der "missing link": http://www.youtube.com/watch?v=30ixr9UD0_s
Wunderbar kommentiert, ich mag den Film sehr, er reißt mich halt jedes Mal auf's Neue mit (darum wohl unter meinen Lieblingsfilmen), und Savides hat letztes Jahr auf dem Camerimage-Festival in Polen den Preis für bestes Regie/Kamera Duo zusammen mit van Sant bekommen, und starb kurz davor. Es gab dort eine sehr bewegende, improvisierte Veranstaltung zu seinen Ehren, mit Ausschnitten und Gesprächen mit Kollegen, die verschiedene Anekdoten erzählten. Nicht perfekt, aber ehrlich und würdevoll. Er war ein ganz Großer. Unter anderem lief dort auch dieser Interview-Versuch: http://www.youtube.com/watch?v=qopPGdT1Ph0
MrKatsumi Wed, 08 May 2013 17:33:59 -0000
Antwort löschenWie immer schön geschrieben. Habe ihn noch nicht gesehen, aber immerhin den "kleinen" Bruder, den ich jedoch richtig stark fand. "Klass" behandelt dasselbe Thema, liefert im Plot das "warum" gleich mit aber erzählt wird es liebevoll und mit der nötigen Ruhe. ;)
franticfury Wed, 08 May 2013 18:43:29 -0000
Antwort löschen@jp: Das "Interview" mit Savides ist einfach nur großartig, er war wirklich nicht nur ein großartiger Kameramann, sondern ganz offensichtlich auch ein toller Mensch und liebevoller Vater. Wie gesagt, es ist so verdammt schade um ihn :(
@MrKatsumi: Danke :) Von "Klass" habe ich auch schon viel Gutes gehört, definitiv ein interessanter Film, den ich mir mal demnächst anschauen sollte. Ich bin mal gespannt, wie der erzählt ist.
Das 1. Evangelium - Matthäus und 1 weitere ...
franticfury 8.0 "Ausgezeichnet" Mon, 06 May 2013 21:00:29 -0000
Judo Saga - Die Legende vom großen Judo und 1 weitere ...
franticfury 7.0 "Sehenswert" Thu, 02 May 2013 23:09:00 -0000
Ende der zwanziger Jahre kommt die junge Lehrerin Hisako Oishi in eine kleine japanische Küstenstadt. Sie soll dort für ein Jahr eine Klasse Erstklässler übernehmen. Doch schon bei ihrer Ankunft wird sie unfreundlich, nahezu feindselig empfangen. Ihr moderner Kleidungsstil stößt den Dorfbewohnern sauer auf, genauso wie die Tatsache, dass sie jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule fährt. Als sie zum…
Ende der zwanziger Jahre kommt die junge Lehrerin Hisako Oishi in eine kleine japanische Küstenstadt. Sie soll dort für ein Jahr eine Klasse Erstklässler übernehmen. Doch schon bei ihrer Ankunft wird sie unfreundlich, nahezu feindselig empfangen. Ihr moderner Kleidungsstil stößt den Dorfbewohnern sauer auf, genauso wie die Tatsache, dass sie jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule fährt. Als sie zum ersten Mal ihrer Klasse gegenübersteht, blickt sie in vierundzwanzig helle, aufgeweckte Kinderaugen. Kinderaugen, in denen sich die ganze Lebensfreude widerspiegelt, voller Leben, voller Erwartung. Was Hisako zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Manche werden nicht mal zwanzig Jahre später schon nicht mehr am Leben sein.
Hier beginnt Kinoshitas Geschichte, eine Geschichte, die direkt aus dem Leben gegriffen ist. Geschnitzt aus dem Holz einer Generation, die in der turbulentesten Zeit der japanischen Geschichte, ja, wahrscheinlich der Weltgeschichte, das Licht der Welt erblickte.
Kinoshita erzählt vom Erwachsenwerden, dem Verlust der Unschuld, von den Freuden und Leiden des Lebens. Von Liebe und von Missgunst. Von Schicksalsschlägen und kleinen Triumphen. Nie wertend, nie zu sentimental, nie zu distanziert, nie zu unmittelbar.
"Nijûshi no hitomi" zeigt uns auf bewegende Weise, wie der Krieg Träume zerstört und eigentlich hoffnungsvolle Zukunften auslöscht. Doch dabei ist ist Kinoshita vordergründig gar kein Kriegsfilm gelungen, sondern vor allem ein faszinierendes und sehr feinfühliges Porträt einer gesamten Generation, zumindest glaube ich das, beurteilen kann ich das natürlich schlecht. Doch hat man zumindest das Gefühl den Zeitgeist praktisch greifen zu können und zwar den der Vor - und der Nachkriegsgenerationen. Denn wahrscheinlich gibt es kein anderes Land der Welt, die in der Kunst (und hierbei vor allem im Film) eine schonungslosere und ehrlichere Aufarbeitung des Krieges und der eigenen Schuld betrieben haben, wie die Japaner. Und zwar bereits unmittelbar nach Kriegsende. So ist "Nijûshi no hitomi" vor allem Aufruf es dieses Mal besser zu machen, ein Aufschrei des Pazifismus. Bin ich etwa schon Kommunist, nur wenn ich es nicht gutheiße junge Männer in den Krieg zu schicken, damit sie ihren Tod zu finden? Wer kann sich das Recht hinausnehmen über andere zu richten und ihnen zu sagen, was zu denken richtig und falsch ist?
Mit diesen Fragen sieht sich auch Hisako konfrontiert und aus der jungen, ambitionierten Frau, die die Welt verbessern wollte, ist eine desillusionierte und vorsichtige Hausfrau geworden, deren einziger Wunsch einfach nur noch ist, die eigenen Kinder zu beschützen - doch sogar das misslingt.
Ja, allerhand Tragik ist in "Nijûshi no hitomi" wirklich geboten, doch geht Kinoshita glücklicherweise nicht im Elend auf. Das Leben geht weiter, neue Kinder wachsen heran, man lernt aus den Fehlern, oder sollte es zumindest. So ist "Nijûshi no hitomi" am Ende doch ein optimistischer Film, der uns klar vor Augen führt, wie viel Leid angerichtet wurde, der nicht beschönigt, der aber klar nach vorne sieht. Gerade die letzte halbe Stunde ist eindrucksvolles Zeugnis dieses grenzenloses Optimismus - bei aller Tragik und Melancholie. Denn über allem steht der Mensch. Und was ist der Mensch? Seine Kinder. Sie sind die Generation, die die Zukunft in der Hand hat und wer die Unschuld der Jugend zerstört macht sich selbst im allerhöchsten Maße schuldig! Ein beeindruckender Film, ein wichtiger Film!
Auch deshalb wundere ich mich nicht wenig über die läppischen 5 Bewertungen, ja nicht einmal ein Bild hat dieser Film hier in der mp-Datenbank. Es ist mir nahezu unbegreiflich, wie dieses Meisterwerk des japanischen Kinos denn so mit Missachtung gestraft werden konnte. Dabei ist Keisuke Kinoshitas "Nijûshi no hitomi" wohl einer der herzzerreißendsten, ehrlichsten, schönsten, tragischten und bewegendsten Filme, die Japans Filmlandschaft je hervorgebracht hat - und das mag was heißen! Vormerken aber schnell :)
bedenklich? 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten
Memduman Tue, 30 Apr 2013 21:56:50 -0000
Antwort löschenWo kriegt man den denn her? Klingt überragend gut...
franticfury Tue, 30 Apr 2013 22:00:49 -0000
Antwort löschenIch hab die Scheibe der Master-of-Cinema Series, kann ich nur empfehlen, wie alles, das Eureka herausgibt: http://www.amazon.co.uk/Twenty-four-Eyes-Masters-Cinema-DVD/dp/B000CS351Q/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1367359104&sr=8-1&keywords=Twenty+Four+Eyes
Stefan Ishii Tue, 30 Apr 2013 22:44:25 -0000
Antwort löschenGenau diese DVD liegt seit Montag in meinem Regal... Hoffentlich komme ich schon bald dazu, diesen Film von Kinoshita zu sehen. Da ja bei der Berlinale im Februar 2013 eine Retrospektive zu ihm lief, hab ich auch schon einige seiner Filme sehen: Mit unterschiedlichem Erfolg bei mir. Bin sehr gespannt...
Stefan Ishii Tue, 14 May 2013 12:25:51 -0000
Antwort löschenSoeben gesehen. Endlich! Wirklich sehr berührend...
"Vierundzwanzig Augen" dürfte Kinoshitas wichtigster Film sein. In gewisser Hinsicht auch sein typischster - auch wenn er viele verschiedene Genrefilme gemacht hat. Trotzdem werde ich ihn nicht zu meinen Lieblingsregisseuren zählen.
Zur Thematik "schonungslose und ehrliche Aufarbeitung des Krieges in Japan": Ich bin jedesmal erstaunt in Filmen wie diesem hier eine solche Wahrnehmung der Thematik zu sehen. Vielleicht gab es tatsächlich in Teilen der japanischen Filmwelt diese Haltung; gesellschaftlich war dies aber wohl nicht immer die Norm. Trotzdem war der Film wohl auch ein kommerzieller Erfolg gewesen. Warum er jedoch der internationalen Öffentlichkeit vorenthalten blieb, ist mir allerdings schleierhaft.
franticfury Tue, 14 May 2013 13:13:12 -0000
Antwort löschen8,5, sehr schöne Wertung :) Von Kinoshita habe ich zugegebenermaßen zu wenig gesehen, als das ich genau sagen könnte, wie denn ein typischer Kinoshita aussieht, wenn allerdings alle so sind wie dieser, könnte das schon was werden mit uns :) Ich bin wie gesagt immer wieder erstaunt, wie die Kriegsaufarbeitung in Japan von statten ging in der bildenden Kunst, dass in der japanischen Gesellschaft nicht zwingend alle so eine offene Aufbereitung sehen wollten, kann ich mir aber genauso gut vorstellen. Ein toller Film ist "Vierundzwanzig Augen" aber auf jeden Fall, schade, dass in der mp Datenbank so wenig Filme von Kinoshita zu finden sind, nicht mal "The Ballad of Narayama" ist verzeichnet...
Stefan Ishii Tue, 14 May 2013 16:40:21 -0000
Antwort löschenNaja, tatsächlich unterscheiden sich Kinoshitas Filme schon sehr. Aber inhaltlich finden sich viele Themen, die sich wie ein roter Faden durch seine Filmographie ziehen (arbeitende Frauen, Leid durch Krieg, Sympathie für's einfache Volk).
Mit "Vierundzwanzig Augen" am ehesten vergleichbar von seinen Filmen, die ich gesehen habe, wäre vielleicht "Farewell to Dream". Inhaltlich interessant, aber sehr fragwürdig, ist Kinoshitas Propagandafilm "Jubilation Street" von 1944.
Ehrlich gesagt bin ich der Meinung, dass Kinoshita zwar eine eindeutige Haltung gegen den Krieg im Allgemeinen hatte, aber mit der eigentlichen Schuld des japanischen Landes so seine Probleme hatte. Natürlich läßt sich in "24 Augen" aufgrund einer gewissen Auslassung so manches in den Film hineininterpretieren (da spielen unsere Ansichten nunmal in diese Richtung), aber tatsächlich kritisch mit der eigenen Schuld geht er in seinen Filmen niemals ins Gericht.
Wild at Heart - Die Geschichte von Sailor und Lula und 1 weitere ...
franticfury 8.0 "Ausgezeichnet" Tue, 30 Apr 2013 12:11:55 -0000
Gästebuch
Ohne Wiederkehr Sat, 18 May 2013 22:32:18 -0000
was STALKER angeht, mal sehen, wie das mit dem Lernen unter eien Hut zu bringen ist.
Ohne Wiederkehr Sat, 18 May 2013 22:31:44 -0000
Ich auch, ich glaub 9 Punkte sind dem so gut wie sicher. Das einzige, was den Film noch versauen könnte sind die nglischen UNtertitel da der Film mit Sicherheit noch viel schwieriger zu verstehen ist, als SOLARIS. Aber ich bin ziemlich optimistisch
Ohne Wiederkehr Fri, 17 May 2013 11:32:58 -0000
So, ich hab mir jetzt ganz fest vorgenommen nächste Woche STALKER zu gucken.
jeffcostello Mon, 13 May 2013 22:20:31 -0000
Hey,
bin über eine deiner Listen auf dein Profil gelangt, und bei 91 %, absoluten Top Lieblingsfilmen und wunderbaren Texten, lasse ich mal ne Anfrage zurück. :)
Grüße,
Jeff.
DerDude_ Fri, 10 May 2013 15:13:12 -0000
Gibt kaum bessere Bilder als Profilbild.
In der Tat : Marcello <3
Pyro 91 Wed, 08 May 2013 17:06:08 -0000
Der Filmtitel ist die reinste Frechheit! Musste gestern dauernd gegenprüfen, ob ich ihn richtig geschrieben habe. xD
Mein Kommentar beschreibt so ungefähr den Inhalt des Films, aber an sich ist der eigentlich recht leicht zu konsumieren. Ist natürlich alles hochsubjektiv, aber wenn man an fragmentarischen Erzählweisen und an der Erforschung des Mediums an sich Interesse hat, dann wird man sich hier daheim fühlen.
Wie, wo, wann drehst du denn Filme, wenn ich fragen darf? Machst eine Ausbildung oder ist es mehr ein Hobby? :)
Pyro 91 Wed, 08 May 2013 15:04:55 -0000
Da du ja auch immer an ungewöhnlichen Filmen interessiert bist und selbst Filmschaffender bist, könnte dich "Symbiopsychotaxiplasm" wirklich sehr interessieren. Falls du mal die Gelegenheit dazu hast, dann sieh ihn dir an. :)
hollygolightly1 Tue, 07 May 2013 19:36:16 -0000
Oh nice, muss ich mir merken. Danke für den Tipp!
Und schöne Wertung für den Kurzfilm von Godard :)
Pyro 91 Sun, 05 May 2013 21:12:59 -0000
Danke für den Tipp, nach Kurosawa werde ich mir sicher noch mehr aus Japan ansehen. Fühl mich da irgendwie daheim. ;)
hollygolightly1 Sun, 05 May 2013 19:20:13 -0000
Dann sage ich einfach mal danke, auch wenn ich sie ja eigentlich nur auswähle :)
Und wie ich sehe, hast du den Kurosawa-Film gesehen. Hoffentlich komme ich irgendwann auch noch an den dran...
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Ja, so langsam bin ich immer mehr davon überzeugt: Abbas Kiarostami könnte sich tatsächlich zu meinem zeitgenössischen Lieblingsregisseur entwickeln. Der Iraner trifft mit seinen einfachen und doch so poetischen Parabeln über das Menschsein einfach einen Nerv ganz tief in mir drin. Denn was andere als langweilig und zäh betrachten mögen, das ist für mich in diesem Fall die ganz große Kinokunst…