goodspeed
goodspeed aus Potsdam heißt Orlindo Frick. Er hat sich Mon, 27 Oct 2008 10:37:39 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1350 Filme bewertet und legendäre 246 Kommentare geschrieben. Er liebt, lebt, hört, fühlt und atmet Filme - und wenn es seine Zeit erlaubt, animiert er auch welche. Er schaut alle Genres, die es schaffen, unkonventionell zu bleiben oder Klischees mit Bedacht zu verwenden. Mehr
| Name | Orlindo Frick |
|---|---|
| Stadt | Potsdam |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | Barry Egan aus Punch-Drunk Love |
| Schreibt sonst für | ANIch / UFA / KultHt.de / OLOsBLOG |
| Meine Lieblingsschauspieler: | Völlig Autor- und Regisseur fixiert |
| Ich bin Fan von: | Henry Selick, Wes Anderson, Brad Bird, Peter Weir, Rian Johnson, Billy Wilder, Quentin Tarantino, Christoph Waltz |
| Meine Lieblingsregisseure: | Paul Thomas Anderson, Peter Weir, Jean-Pierre Jeunet, Stephen Frears, Danny Boyle, Coen Brothers, Marc Forster, Brad Bird, Andrew Stanton, Jim Jarmusch, |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | "Ging gang gooley gooley gooley gooley watcha ging gang goo, ging gang goo!" "Nichts Hohes erreicht ein Künstler, der nicht an sich selber zweifelt." Leonardo Da Vinci "Um einen wirklich unterhaltsamen Film zu drehen, den die Leute so schnell nicht vergessen werden, braucht man eine aussergewöhnliche gute Geschichte voller Emotionen und Humor sowie liebenswürdige, wahrhaftige Charaktere, die in einer glaubwürdigen Welt leben. Das Publikum will Dinge sehen, die es nie zuvor gesehen hat. Das Publikum will mit Fantasie überrascht werden. Aber es will immer auch etwas wiedererkennen und sich von einem Szenario persönlich angesprochen werden." John Lasseter |
| Über mich | Er liebt, lebt, hört, fühlt und atmet Filme - und wenn es seine Zeit erlaubt, animiert er auch welche. Er schaut alle Genres, die es schaffen, unkonventionell zu bleiben oder Klischees mit Bedacht zu verwenden. |
Rubber ist ein ekstatisches Erlebnis. Stimulierend, befreiend, vielleicht der schönste Mittelfinger, der je in Richtung Traumfabrik ausgestreckt wurde. Quentin Dupieux entsagt den Regeln, verformt und bricht sie. Warum? No Reason!
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Wir erinnern uns. Zach Braff, der in der Serie Scrubs den tollpatschigen und ewig träumenden J.D. spielte, überraschte 2004 mit einem Regiedebüt, das heute als Inbegriff der modernen Independent RomCom Formel gilt. Garden State. Ein verschrobenes, kleines Kleinod über die Melancholie und Orientierungslosigkeit einer ganzen Twentysomething-Generation. Josh Radnor – alias Ted Mosby aus der Sitcom…
Wir erinnern uns. Zach Braff, der in der Serie Scrubs den tollpatschigen und ewig träumenden J.D. spielte, überraschte 2004 mit einem Regiedebüt, das heute als Inbegriff der modernen Independent RomCom Formel gilt. Garden State. Ein verschrobenes, kleines Kleinod über die Melancholie und Orientierungslosigkeit einer ganzen Twentysomething-Generation. Josh Radnor – alias Ted Mosby aus der Sitcom How I Met Your Mother – und sein Liberal Arts mit Braff und Garden State zu vergleichen, bietet sich aus vielerlei Gründen an.
Es ist die gleiche Generation, der Liberal Arts auf den Zahn fühlt. Nach wie vor auf der Suche nach ihrer Identität, waren sie einst aufgebrochen aber nirgends angekommen, was sie wieder zum Ausgangspunkt zurückführt. Doch wo Garden State sich den daraus entstehenden Fragen widmete, nutzt Radnors Film diese Melancholie als Basis für seine Interpretation über das richtig und falsch von Beziehungen, die nicht dem Ideal entsprechen. Sowie die Frage, welche inneren Dämonen mit solch einer Beziehung zu besänftigt versucht wird.
Elizabeth Olsen, die junge Schwester der berühmten Olsen Zwillinge, spielt wie bereits in Martha Marcy May Marlene als würde sie aus Jahrzehnten Schauspielerfahrung schöpfen. Sie, Richard Jenkins und Allison Janney verleihen dem Film Charakter und helfen ihm über so manchen Holperstein hinweg. Josh Radnors Leistung beschränkt sich auf die solide Regiearbeit, vor der Kamera mimt er das ihm seit HIMYM vertraute Stereotyp des alternden, aber nie erwachsen werdenden Manboys. Der ewig junge, coole, immer freundliche aber schüchterne Jedermann, von denen die Welt heute nur so wimmelt.
Das Herzstück des Films bildet eine simple Szene. In dieser hadert Jesse mit dem nicht unerheblichen Altersunterschied, fühlt sich dabei von sich selbst ertappt und beginnt zu rechnen. Er 35, sie 19. Er schreibt es sich auf. Geht mehrere Szenarios durch bis er eine findet, die ihm sein Gewissen beruhigt. 87 und 71. Jetzt fühlt er sich besser. So einfach diese Szene erscheint, so wird sie im Kontext der angehängten Szenen zur Prämisse des ganzen Films.
Radnor ist ein Liebhaber des Genres. Die romantische Komödie der 80er-Jahre, als sich Harry und Sally trafen hat es ihm ebenso angetan wie die modernen 500 Tage von Summer. Nur weiß er nicht, ob er nun dem Ideal oder der Realität entsprechen soll. Erst am Ende findet der Regisseur einen befriedigenden, aber wenig eleganten Weg, sich aus der Liebesmisere zu ziehen.
Liberal Arts ist ein Film, der sich bemüht. Amüsant, nachdenklich, schön. Über Liebe, Literatur, das Erwachsenwerden und Ewigjungbleiben. Josh Radnor gelang zweifelsfrei kein zweites Garden State, aber ein ansehnlicher Indiewood-Vertreter – nicht zu süß, nicht zu sauer – mit einem wunderbaren Schauspielensemble und kleinen, gut beobachteten Weisheiten, die das Leben so parat hält.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten
Vor einiger Zeit gab DreamWorks Animation bekannt, 350 von den 2200 Mitarbeitern entlassen zu wollen, weil der letzte Film Rise Of The Guardians (Hüter des Lichts) hinter den Erwartungen blieb und dem Studio 83 Millionen Dollar Verlust bescherte. Was das mit The Croods (Die Croods) zu tun hat, fragt ihr euch? DreamWorks-Chef Jeffrey Katzenberg gab unmissverständlich zu verstehen, dass der Erfolg…
Vor einiger Zeit gab DreamWorks Animation bekannt, 350 von den 2200 Mitarbeitern entlassen zu wollen, weil der letzte Film Rise Of The Guardians (Hüter des Lichts) hinter den Erwartungen blieb und dem Studio 83 Millionen Dollar Verlust bescherte. Was das mit The Croods (Die Croods) zu tun hat, fragt ihr euch? DreamWorks-Chef Jeffrey Katzenberg gab unmissverständlich zu verstehen, dass der Erfolg oder Misserfolg von The Croods - und dem im Herbst startenden Turbo – darüber mitentscheide, wie es mit dem Studio und seinen Mitarbeitern weitergehen werde. Das setzt den Film einem nicht unerheblichen Druck aus, der mit einem Budget von 145 Mio. Dollar ohnehin hohe Erwartungen zu erfüllen hat. Also lautet die große Frage: Besteht Hoffnung oder muss das Studio den Gürtel noch enger schnallen?
Sie besteht – unter Vorbehalt. Der Film gibt von Anfang an einen unmissverständlichen Ton an: The Croods will sich aus der Masse der Animationsfilme herausheben. Er entfesselt von der ersten Minute an eine ungemein brachiale, ungeschliffene aber trotzdem kindgerechte Dynamik, dem sich alle Aspekte unterordnen. Inszenierung, Musik und auch der gesamte Look des Film. Diese Mischung aus Roadmovie in klassischer Mad Max-Manier mit Höhlenmenschen und pulsierendem Drumline Score aus der Feder von Alan Silvestri (The Avengers, Van Helsing) macht eindeutig Spaß – zumindest anfangs.
Denn die Hollywoodrealität holt den Film alsbald wieder ein, wenn die Charaktere ihr stereotypes Gesicht offenbaren. Die aufmüpfige Tochter, die ihr Nest verlassen möchte. Der überfürsorgliche Vater, der seine Familie beschützen will und seine Tochter (natürlich) noch immer als das kleine Mädchen von damals sieht. Der erfahrene Fremde, der… ihr versteht, was gemeint ist. Ein Stereotyp jagt das nächste, da hilft es nichts, dass die Rezeptur der Höhlenfamilie komplett von den Simpsons inspiriert wurde. Auch die Prämisse des Films ist beinahe so prähistorisch wie das Setting selbst. Irgendwie befremdlich, wenn ein Film, der Idealismus und Progression proklamiert sich so erschreckend konservativ gibt.
Das kann dem Film grundsätzlich nicht zum Vorwurf gemacht werden. Ausnahmslos alle US-Animationsfilme der großen Studios funktionieren auf diese althergebrachte Weise. Aber besonders von einem Regisseur wie Chris Sanders (Lilo & Stitch, Drachenzähmen leicht gemacht) hätte man erwartet, er würde veraltete Erzählmuster und antiquierte Hollywood-Schemata zumindest ansatzweise aufbrechen, so wie es ihm zusammen mit Dean DeBlois bei seinen früheren Filmen gelang. Stattdessen wird der Zuschauer emotional dermassen unterfordert, dass auch der zuckersüße Streichelzoo leider verpufft. Die Rede ist dabei nicht von einer intelligenten Story, sondern einer authentischen, glaubwürdigen Darstellung der Charaktere.
Zum Thema Streichelzoo: Insbesondere das Aussehen der Flora und Fauna der Croods-Welt ist ein großer Pluspunkt. Man kann den Machern unterstellen, etwas zu oft Avatar gesehen zu haben, was aber nichts daran ändert, dass alles sehr plastisch, flauschig und greifbar anmutet. Ob mit oder ohne 3D-Brille möchte man am liebsten die Hand danach ausstrecken. Generell merkt man dem Film sein Budget an. Fell, Wasser, Feuer, Staub, Pflanzen. Kaum etwas wurde nicht simuliert und auf Hochglanz gerendert. Dem steht jedoch die teils leblosen Hauptfiguren gegenüber, die wie wächserne Marionetten wirken, die zu lange in der Sonne standen. Es ist weniger ein Problem des Uncanny Valleys als eines Ungleichgewichts zwischen der hyperrealistischen Umgebung und den versimplifizierten Figuren.
The Croods bleibt am Ende ein netter „Simpsons meets Avatar“ Ripoff im Höhlenkleid. Aber nichts, worüber der Zuschauer oder die Filmwelt im einem halben Jahr noch reden würde. Dass nun gerade ein solch konzeptionell konservativer Film über die Zukunft der DreamWorks Animation Studios mitentscheiden soll, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Shoot 'Em Up mit Schweiger als die ultimative Kampfmöhre. Last Action Hero in der Hansestadt. Statt Tatort Tristesse gibts Comicfarben. Alteingesessene Tatortfans bekommen viel Angriffsfläche geboten und Schweiger Basher können wieder aus ihren Löchern gekrochen kommen. Aber rein objektiv betrachtet steckt zwischen der ganzen Formelhaftigkeit der Handlung, den ganzen Schweiger Stereotypen, Krimi Klischees und peinlichen Blockbuster Attitüden (Guilty Pleasure) Potential. Dieses vollkommene Loslösung von der üblichen, seriösen, deutschen Abendunterhaltung wird einzig durch Til Schweigers Omnipräsenz unterdrückt. Mit einer anderen Besetzung könnte man fast von einer Parodie auf die antiquierte, urdeutsche Tatortkultur sprechen.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten
Anonymous1987 Sun, 10 Mar 2013 23:37:58 -0000
Antwort löschenDu musst Dir von Mir mal ein paar Tatorte empfehlen lassen, denn was du da für einen Müll schreibst ist echt schlimm.
Es gibt soviele Facetten die diese deutsche Krimireihe hat, soviele unterschiedliche Ermittler und Konzepte und Stile.
goodspeed Sun, 10 Mar 2013 23:44:38 -0000
Antwort löschen"Es gibt soviele Facetten die diese deutsche Krimireihe hat, soviele unterschiedliche Ermittler und Konzepte und Stile." Ansichtssache, aber grundsätzlich wüsste ich nicht, wo mein Text dem widerspricht. Aber das trifft mittlerweile leider nur noch auf wenige Tatort Folgen zu, die Mehrheit wiederkäut schlicht die alte Krimi Formel und verliert sich im eigenen Konservatismus.
Batzman Mon, 11 Mar 2013 11:12:07 -0000
Antwort löschenMein Problem war nicht der Ansatz sondern das es stinklangweilig war und wirklich wie Rudis-Resterampe-Drehbuch wirkte. Im Grunde gab es keine Ermittlung sondern nur relativ dramaturgielos zusammengebaute Szenen, die man in ihrer Reihenfolge auch problemlos hätte vertauschen können - weil sie eh nicht auf irgendwas hingearbeitet haben... Da ist leider jede Reißbrettfolge einer US-Serie besser geskriptet.
Anonymous1987 Mon, 11 Mar 2013 20:15:33 -0000
Antwort löschenbei dir gehört die ganze serie modernisiert @ goodspeed, was absoluter müll ist denn es gibt einfach zu viele gute tatort folgen die jedes jahr produziert werden. klar gibtes viele die sich nicht an was neues rantrauen, aber daraus ne billigen b action film zu machen hat der tatort nicht verdient
Es gibt so viele Ansätze, diesen Film schön zu reden, aufs Podest zu stellen. Wahrlich. Aber so euphorisch mein Verstand bereits anfing mit Schachtelsätzen um sich zu werfen, mein Körper verschloss sich ganz und gar. Dieses streng formatierte, frigide Vakuum über Charaktere, in einem Leben danach, von symbolträchtigen Bildern umrahmt zu einem frei interpretierbaren Kontext (Scientology ja, nein, ich mag Toast?) verschmolzen. Nein, bei aller Liebe, nein. So einfach mache ich es Paul Thomas Anderson nicht. Und das schmerzt besonders. Schade um die in Mark und Bein gehenden schauspielerischen Leistungen. The Master wird auf meinem Anderson-Schrein keinen Platz finden. Nur eine Trauerkerze... klein und fahl.
7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
Sonse Thu, 21 Feb 2013 15:59:04 -0000
Antwort löschen"Nein, bei aller Liebe, nein" war auch mein Fazit. Volle Zustimmung. Leider.
Die Tribute von Panem - The Hunger Games und 12 weitere ...
goodspeed 8.0 "Ausgezeichnet" Mon, 11 Feb 2013 12:56:56 -0000
Arnie ist zurück. Alt, wampig, aber noch ziemlich streitlustig. Dass die Story mehr Logik- als Einschusslöcher besitzt dürfte weniger ins Gewicht fallen als die Tatsache, dass der Film keinen Rhythmus finden. Stets bevor der alte Schwarzenegger-Funke zünden will, würgt sich der Film auch schon wieder ab. Diese halbgare Mischung aus Roadmovie, Western und Die Hard on the Border stolpert ständig über die eigenen Füße, obwohl Regisseur Kim Jee-woon eigentlich in seinem Element wäre, aber woran es auch immer scheiterte, aus seinem "The Good, The Bad and the Weird in the West" wurde stattdessen "The Meh, the Meh and Arnie". Dass einige der schönsten Kills der Schere zum Opfer fielen, fördert den Gesamteindruck leider auch nicht unbedingt.
Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Lange ließ er auf sich warten, Quentin Tarantinos Spaghetti-Traum. In Anbetracht dessen, schmeckt seine Django-Pasta nun überraschend weichgekocht. An Napoli fehlt es nicht, aber an der gewissen Würze. Fast möchte man glauben, der Regisseur wäre nicht nur äusserlich weich geworden. So romantisch und für seine Verhältnisse versöhnlich wie er sich dieses Mal gibt, sah man den Cineasten noch nie.
…Lange ließ er auf sich warten, Quentin Tarantinos Spaghetti-Traum. In Anbetracht dessen, schmeckt seine Django-Pasta nun überraschend weichgekocht. An Napoli fehlt es nicht, aber an der gewissen Würze. Fast möchte man glauben, der Regisseur wäre nicht nur äusserlich weich geworden. So romantisch und für seine Verhältnisse versöhnlich wie er sich dieses Mal gibt, sah man den Cineasten noch nie.
Franco Neros Auftritt ehrt den Film, trotzdem erweist sich Django Unchained als erklärte Spaghettiwestern Hommage als bei weitem nicht so treffsicher wie sein Protagonist. Als souveräne aber schlichte Zusammenstellung lieb gewonnener Tarantino-Stilmittel hat Django dagegen mehr Glück. True Grit als Reinterpretation eines Klassikers und Abgesang an den alten American Western wusste in dieser Hinsicht weniger gekünstelt mehr zu überzeugen als Tarantinos Version des Mannes mit dem stummen "D".
Die größte Leistung gelingt Tarantino damit, Jerry Goldsmith, Ennio Morricone und Luis Bacalov unter einem Filmdach zu vereinen - auf eine Weise. wie es nur Tarantino darf ohne dafür geteert und gefedert zu werden.
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Little Miss Sunshine für abgefuckte Romantiker oder ein ent-hipsterisiertes (500) Days of Summer mit einer schönen "Der Weg ist das Ziel, aber vergiss das Ziel dabei nicht"-Botschaft.
------
Man liest nicht selten, Silver Linings Playbook wäre "so ganz anders als 0815-RomComs". Da bin ich anderer Meinung. Die alte Hollywoodformel kommt auch hier zum Zuge, nur wurde…
Little Miss Sunshine für abgefuckte Romantiker oder ein ent-hipsterisiertes (500) Days of Summer mit einer schönen "Der Weg ist das Ziel, aber vergiss das Ziel dabei nicht"-Botschaft.
------
Man liest nicht selten, Silver Linings Playbook wäre "so ganz anders als 0815-RomComs". Da bin ich anderer Meinung. Die alte Hollywoodformel kommt auch hier zum Zuge, nur wurde sie durch die anfangs eigenwilligen Charaktere und die Inszenierung besser kaschiert (und einiger Indiemarotten, die aber mehr aufgesetzt als nativ wirken). Die Charaktere sind in ihrer Färbung einzigartig, aber gleichzeitig ohne Probleme in ihre Stereotypen zerteilbar. Die Figuren und ihre Beziehungen zueinander erlauben einem sich sofort darin wieder zu erkennen. Im Grunde ist dies das Geheimnis jedes guten Films - manchmal auch der erfolgreichen.
Pat und Tiffany sind bloß die Spitze des Komplexberges, interessant wird es bei der Familie oder den zahlreichen Nebencharakteren. Aber gut, David O. Russell für seine Schreibe zu loben ist, als würde man John Williams für seine Melodien oder Michael Bay für sein Actionfeuerwerk rühmen. Kalter Kaffee.
Die große Kunst von Russell besteht darin, den Film nicht in den Morast einsinken zu lassen in dem die meisten Vertreter dieses "Genres" (eigentlich beider Subgenres, RomCom und Indiedrama) stecken. Russell schleift nicht alles rund und tunkt es am Ende noch in Zuckerglasur, trotzdem würde ich fast behaupten, SLP ist sein bislang konventionellste Werk. Süffisanteste. Trotz mancher Eigenheiten fühlt sich der Zuschauer am Ende überraschend gut. Es bleibt zwar die Erkenntnis, dass der Film sich kaum von 1000 anderen unterscheidet. Aber es stört nicht, weil - richtig erkannt - die Charaktere das Salz in der Suppe darstellen.
Was mir an Silver Lining Playbook ausserdem sehr zusagte war seine offene und leidenschaftliche Art sich für Toleranz und gegen Vorurteile auszusprechen. Der Film sagt dem Spießertum den Kampf an und das punktet bei mir auch in der millionsten Ausführung.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten
Meine Damen und Herren, vom Regisseur von Avenue Q (KREISCH!) und einer der Autorinnen von 30 Rock kommt die Wiedererweckung der ältesten Formel Hollywoods. Und...Sie...Lebt! Der Film verpasst seinem Publikum salopp einen Toner (a musical boner, auf deutsch: Mänder) und legt es danach knallhart flach.
Glee trifft auf Bridesmaids, School of Rock und sämtliche Retorten-Musikfilme dieser Welt. Der filmgewordene Beweis, dass aus den miesesten Filmklischees und der miesesten Songauswahl ein großartiger Film und Soundtrack gemacht werden kann, wenn der Mix stimmt. Der Zuschauer bekommt es vom Film A-capella gerecht mit dem Mund besorgt und geht danach glücklich nach Hause.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Rubber war ein ekstatisches Erlebnis. Stimulierend, befreiend, vielleicht der schönste Mittelfinger, der je in Richtung Traumfabrik ausgestreckt wurde. Quentin Dupieux entsagte den Regeln, verformte und brach sie. Wrong setzt daran an. Keine Regeln mehr sondern absolute - lasst es uns zusammen sagen - Willkür! Surrealism all over the world. Man wohnt dem Meister bei der Schöpfung seiner eigenen Welt mit ihren eigenen Regeln. Aber trotz allem fehlt es dem Film an Entschlusskraft. Wrong. An Mut. Wrong. Der Film stellt keine Fragen sondern plätschert vor sich hin. Wrong. Skurril, verschlagen, pointiert. Ja. Nein. Vielleicht. Wrong. Wrong. Wrong. Wo war ich?
Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
[...] Esoterische Selbstfindung trifft auf dystopische Gesellschaftskritik. The Fountain auf Blade Runner. Miloš Forman auf David Fincher auf Mike Nichols. Historiendrama, Thriller, Komödie, Gay-Movie, Film Noir, Science Fiction, Endzeitfilm. Jeder Handlungsstrang hat sein eigenes Thema, seinen eigenen Look, bedient seine eigenen Genres. Das hilft bei der Orientierung aber fordert die Konzentration des Zuschauers. Eine Rahmenhandlung existiert nicht, ein roter Faden bildet sich erst nach und nach im Kopf des Zuschauers. Am Ende bleibt das Gefühl, etwas besonderem beigewohnt zu haben, aber auch eine gewisse unerfüllte Leere. [...] Ein einzigartiger Film, ein einzigartiges Ereignis, eine einzigartige Erfahrung. aber kein Film, der die Welt im Sturm erobern wird.
Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Zwei Judges, ein Megatower voller mieser Typen und zu oberst die diabolische Oberschlam*e. Die Hard auf LSD, The Raid in Neonfarben. Slys Judge Dredd mit Eiern und ohne Milchbart. Der Film ist geradlinig, auf ein äusserstes Minimum reduziert und hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf. Er knallt rein, als ob Dredd höchst persönlich seine Lawgiver-Knarre einem in den Allerwertesten schiebt - und abdrückt.
[...] Keiner knurrt "I am the law!" so zähneknirschend wie Karl Urban. Urban ist Dredd und Dredd bleibt Dredd. Von Charakterentwicklung kein Spur. Warum auch, Dredd glaubt an das was er tut und das ist richtig so. Nicht weil es richtig ist, sondern weil er Dredd ist. Das haben die Filmemacher verstanden und das macht den Film zum Erlebnis.
Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Gästebuch
lieber_tee Wed, 11 Jan 2012 02:57:10 -0000
Hallo Olo,
habe gerade gesehen das du hier auf MP auch schreibst. Da ich treuer Leser deines Blogs bin würde ich mich freuen dich auf meinem Dashboard auch zu lesen.
Oliver
slangbanger! Thu, 29 Sep 2011 21:26:33 -0000
Hallo Orlindo? Darf ich ne Anfrage schicken? [weil] Schöne Rezensionen, guter Geschmack!
lelee Fri, 22 Oct 2010 21:51:15 -0000
gugus ;)! jetzt bin ich wegen dir hier angemeldet, hoffe du bist jetzt zufrieden ;)! *grüsse nach potsdam schick*
QueenOfEverything Thu, 14 Oct 2010 14:26:28 -0000
Merci für die Anfrage, ist sehr gerne angenommen. Filme atmen ist übrigens ein wirklich sympathisches Hobby. :)
xsalwayswin Sat, 09 Oct 2010 19:09:16 -0000
Haha, da hab ich mich gerade noch über die 81% gefreut und ein paar Filmbewertungen weiter sind es nur noch 38% ;) Ich könnte das stundenlang machen, aber jetzt geh ich doch mal wieder zum richten Filmschauen über.
Logge Dich jetzt ein, um einen Gästebucheintrag zu schreiben.
Lieblingsfilme
Freunde von goodspeed
Meine Clubs
Lieblingskinos
- Central-Kino
- CinemaxX Potsdamer Platz
- Eiszeit-Kino
- Hackesche Höfe Kino
- Kant
- Thalia Arthouse-Kino Babelsberg
- UCI KINOWELT Potsdam
Orlindo Frick ist Kritiker für ANIch / UFA / KultHt.de / OLOsBLOG.
Orlindo Frick schreibt als Kritiker für ANIch / UFA / KultHt.de / OLOsBLOG.




















[...] So plakativ der Filmtitel erscheint, so gekonnt trifft er den Nagel auf den Kopf. Der Film erzählt die älteste Geschichte der Welt, den unentwegten Kampf zwischen Gut und Böse, und schöpft dabei mit großer Kelle aus sämtlichen Bereichen des Fantasy und Kinderfilmgenres. An vorderster Zitatefront findet man Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft, Ein Fall für die Borger, Arrietty (beides…