"Project X" sichert sich nach 90 Minuten Ekstase den Titel bester Partyfilm aller Zeiten. Ganz locker. Sage ich jetzt einfach mal so. Die Tagline des Filmes lügt nicht, denn es ist tatsächlich die Filmparty, von der man eigentlich nie zu träumen gewagt hätte. Und während sich die Jungs am Morgen danach erholen, will man noch immer nicht glauben, dass das alles wirklich so passiert ist. Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen … Diese asoziale Party, bei der am Ende das ganze Viertel brennt und die sogar Thema bei Jimmy Kimmel ist, kann man glücklicherweise kaufen – und das gerade mal zum Preis eines Kinotickets.
"Let Me In" macht vieles richtig, auch, weil es nahezu unmöglich war, das Remake komplett gegen die Wand zu fahren. Über Sinn und Unsinn eines solchen Filmes ließe sich natürlich einmal mehr streiten. Fest steht aber, dass Reeves mit seiner Adaption für das amerikanische Publikum im Prinzip den richtigen Nerv trifft, auch wenn sein Film für Kenner und Liebhaber des Originals lediglich so etwas wie eine nette Dreingabe darstellt. Genuin ist an seinem Film nämlich so gut wie gar nichts. Dabei wäre durchaus Potential dafür dagewesen, die Coming-of-Age-Geschichte neu auszuformulieren. Dafür hätte es dann aber wohl auch eines anderen Regisseurs bedurft – Reeves ist dann eben doch einen Tacken zu gimmicky.
"Sleepless Night" punktet ohnehin nicht damit, /was/ er erzählt, sondern damit /wie/ er es erzählt. Da wackelt dann auch mal die Kamera in schlimmster Shaky-Cam-Manier, nur um uns etwas später wunderschöne Kamerafahrten zu zeigen, die uns zu einem Clubgast werden lassen (eine Gruppe deutscher Mädels ist ohnehin im Club). Man fühlt sich nicht selten an Carpenters "Assault on Precinct 13" und andere Filme erinnert, die ihren Plot in begrenzten Räumlichkeiten ansiedeln und damit enorm an der Spannungsschraube drehen. Mit einem Budget von gerade mal 2.5 Millionen Euro (zum Vergleich: "Keinohrhasen" hat zwei Millionen Euro mehr gekostet) ist Frédéric Jardin ein extrem spannender und frischer Actionthriller gelungen, an dem eigentlich nur Birol Ünel und das CGI-Blut stören. Bleibt nur zu hoffen, dass "Sleepless Night" nicht in den (Videotheken-)Regalen versauert, sondern das Publikum findet, das er verdient.
"The Guard" pendelt sich schließlich irgendwo in der Mitte ein. Sicher, er zeichnet sich durch eine ordentliche Portion schwarzen Humors aus und ist auch sonst nie politisch korrekt. Und dennoch wäre hier Potential für mehr gewesen – weniger auf verbaler als vielmehr auf der Handlungseben. Am Ende streift Boyle seine Uniform wieder voller Stolz über und weiß plötzlich für was und wen er kämpft. Und natürlich freundet sich der schwarze Preppy-Cop mit dem grundsoliden irischen Kollegen auch an. Gerade hier hätte The Guard gerne noch eine Spur asozialer sein können. Da bewies der zeitgleich auf der Berlinale gelaufene "The Devil's Double" (die sich natürlich nur von der Tonalität her vergleichen lassen) deutlich mehr Eier. Nichtsdestotrotz ist "The Guard" eine sympathische Variation des 'fish outta water'-Szenarios, die immer wieder auch ernste Töne anschlägt und neben einem tollen Cast auch Lust auf Irland macht. Trotzt aller kuriosen Gestalten, die sich da so rumzutreiben scheinen.
Am Ende fragt man sich eigentlich nur noch: Warum sah der Trailer zu "Trespass" eigentlich recht ordentlich aus, wenn das Endergebnis dann so lahm daherkommt? Ich weiß es bis heute noch nicht. Und ich werde es so schnell wohl auch nicht herausfinden, denn Schumachers Film vergisst man mindestens so schnell wieder, wie man ihn gesehen hat. Das war noch nicht einmal wirkliche Mittelmäßigkeit, viel eher mediokres Mittelmaß – selbst für Schumacher'sche Verhältnisse. Das sah auch das amerikanische Kinopublikum so, denn dort spielte er gerade mal 24 Millionen US-Dollar und damit nicht einmal sein Budget ein. Es wundert also nicht, warum Schumacher, der in den letzten Jahren immer ein Film pro Jahr drehte, noch kein Projekt für dieses Jahr hat.
Nach 100 Minuten ist dann auch alles vorbei und man fragt sich schließlich: really!? Das soll der Überfilm gewesen sein, für den Nicolas Winding Refn in Cannes prämiert wurde und der sich auf jeder Jahresbestenliste der US-Kritik befand? In einigen Jahren wird "Drive" wohl so ein Geheimtipp werden, der eigentlich gar keiner ist, den aber jeder Semi-Cineast jedem seiner Freunde empfiehlt, der mal was Cooles abseits des Mainstreams sehen will. Klappe zu, Affe tot.
Ohnehin versteht es Eastwood nahezu perfekt, seinen Film nicht nur ein emotionales Biopic und klassisches Erzählkino sein zu lassen; vielmehr ist "J. Edgar" auch ein spannender Streifzug durch fünf Jahrzehnte US-amerikanische Geschichte. Die erste Weltwirtschaftskrise, die Gründung des FBI, die Weltkriege, die kommunistische Gefahr, die schwarze Bürgerbewegung, die Ermordung Kennedys – das alles spricht Clint Eastwood an, ohne dabei geschwätzig oder gar selbstzweckaft zu werden. Natürlich merkt man dem Film die eine oder andere Länge an, aber allein für DiCaprio und noch mehr für Armie Hammer sollte man sein Sitzfleisch trainieren. Nicht nur ihr Makeup ist Oscar-verdächtig, sondern vor allem Armie Hammers Performance, die für Gänsehaut sorgt. "J. Edgar" ist Eastwood-Kino, wie man es kennt und liebt. Sein Film ist keine Abrechnung mit J. Edgar Hoover, aber auch keine Verehrung. "J. Edgar", in kühle, manchmal gar triste Töne getaucht, ist ein nüchternes filmisches Denkmal für einen Mann, der in seiner ganz eigene Welt lebte. Eine Welt, in der wohl nur ganz wenige hätten Leben wollen.
Was von Finchers "The Girl with the Dragon Tattoo" letztlich in Erinnerung bleibt, ist die visuelle Kraft, eine großartige Credits-Sequenz und ein herrlich atmosphärischer Score von Trent Reznor und Atticus Ross (inklusive NIN-Anspielung im Film). Finchers Film ist nicht besser als Niels Arden Oplevs, aber auch nicht schlechter. Aus diesem Grund bin ich doch ein klein wenig enttäuscht.
Einmal will einem das Lachen dann aber doch im Halse stecken bleiben, denn die Lösung des Zombie-Konflikts mündet in dem wohl bösesten Gag der "New Kids"-Geschichte, der für einige dann doch die Grenze um einige Kilometer überschritten haben dürfte. Dabei ist er angesichts der Xenophobie-Schiene, die der Film fährt, nur konsequent – und ohnehin dürften ihn nur die Wenigsten wirklich realisieren. Andererseits zeigt das aber einmal mehr, dass auch "New Kids Nitro" wieder beide Lager bedient: Jene, die die New Kids als subversives, politisch-angehauchtes Sozialkino verstehen und jene, die sich einfach nur leichte, asige Unterhaltung wünschen. "New Kids Nitro" ist nicht besser als "New Kids Turbo", ihm aber absolut ebenbürtig.
"The Ides of March" macht lange Zeit vieles richtig, und man ist nicht nur ob des tollen Schauspielkinos angetan – bis das dunkle Geheimnis Morris' ans Licht kommt und Clooneys Film leider in gewöhnliche Bahnen abdriftet. Diese Richtung, die der Film dann einschlägt verschenkt zu viel von dem Potential, das er anfangs aufgebaut hat und kommt mit Wendungen um die Ecke, die weder spannend, noch überraschend sind. Den Anspruch, den Clooney für sich selbst erhebt, kann er leider nicht aufrecht erhalten. Das Politthrillerdrama, das nicht selten an ein Stück von Shakespeare erinnert (das ihm ja indirekt auch den Titel gegeben hat), bekommt nun eine Dramaturgie, die nur noch durchexerziert wird und nun nicht mehr an Shakespeare, sondern vielmehr an einen ZDF-Sonntagsfilm erinnert. Das ist angesichts dessen, was uns "The Ides of March" anfangs präsentiert natürlich umso bitterer. Dennoch bleibt ein hervorragend gespielter, politisch hochaktueller Film übrig, der bei den Oscars sicher nicht unbeachtet bleiben dürfte.
"Blood Into Wine" ist ein Film über Erde, Trauben und Menschen, die ihre Berufung in der Weinproduktion sehen. Dass einer von ihnen zufällig ein bekannter Rockstar ist (was man gar nicht glauben mag, wenn man ihn in diesem Setting sieht), gerät dabei zur Nebensache. Wer auch nur etwas für den Traubensaft übrig hat und an dessen Produktion interessiert ist, der hat mit "Blood Into Wine" eine interessante Doku gefunden, auch wenn sie nicht frei von Fehlern ist. Prost!
Es ist egal, welchen Wahrheitsgehalt eine Geschichte hat, so lange sie sich gut verkaufen lässt und das 'Opfer' immer wieder nachlegt (freiwillig oder unfreiwillig). Dabei bleibt sich Morris auch selbst treu, ist er doch immer auch an verschiedenen POVs interessiert, die sich nicht immer zu einem kohärenten Ganzen zusammensetzen lassen. Dass er seinen talking heads dabei das entlocken kann, was er ihnen entlockt, ist beeindruckend und professionell zugleich. "Tabloid" ist ein wahres Wechselbad der Gefühle: Einmal fühlt man Mitleid, dann wieder Verachtung und wieder ein anderes Mal will man sie einfach alle nur dazu bringen, dass sie ihren Mund halten und die Geschichte endlich ruhen lassen. Dass nach der Geschichte aber oft vor der Geschichte ist, zeigt Tabloid schließlich, wenn er dem Ganzen noch eines draufsetzt und einen kurzen Exkurs über geklonte Hunde macht, die McKinney bis heute Partnerersatz sind. Und dann noch dieser südkoreanische Arzt, der die undurchsichtigste aller Interviewpartner ist – mit "Tabloid" beweist Errol Morris einmal mehr, warum er solch eine Institution im Genre ist.
"Accident" ist eine ausgewogene Mischung aus hervorragendem Thriller und tiefgründiger Charakterstudie und nach wenigen Höhepunkten des Hong-Kong-Thrillers der letzten Jahre ein dringend nötiger und zugleich erfrischender Beweis für die Leistungsfähigkeit des Filmstandorts. Hollywood darf sich hier ein Beispiel nehmen, denn "Accident" beweist, dass die guten, neuen Ideen noch lange nicht erschöpft sind. "Accident" ist in seiner nahezu perfekten Ausführung sicherlich kein Unfall, sondern ein seltener Glücksfall.
Dabei ist "Possession" aber nicht immer ein Vergnügen, denn gerade durch seinen Surrealismus, das enorm physische Spiel der Darsteller, das daher hin und wieder etwas redundant wirkt, ist es nicht immer einfach, dem Geschehen zu folgen. Man will sich nicht wirklich in die Beziehungsprobleme eines Ehepaares einmischen, das eigentlich alles hat, was es will. Doch erst später, wenn es sich zu einem größeren Ganzen entwickelt, ist man wieder voller Spannung dabei. Dann, wenn die ganze Welt plötzlich aus den Fugen zu geraten droht und endgültig alles gescheitert ist zwischen den beiden Liebenden, die einfach nicht zusammen sein können. Letztlich regiert der Nihilismus. Die einzige Konstante während alledem, das man buchstäblich als Krieg bezeichnen kann, bleibt der Ort, Berlin. Dass Zulawskis vermeintlicher Skandalfilm als solcher wahrgenommen wurde, liegt sicherlich auch daran, dass die Mauer nach Erscheinung noch acht Jahre bestehen sollte. Aber auch heute ist "Possession" noch ein ziemlich verstörendes Werk, das auch hinsichtlich seiner politischen Allegorien nicht an Aktualität verloren hat. Denn das Böse, das Zulawskis selbst erlebt hat, ist allgegenwärtig.
Am Remake, das man als durchaus gelungen bezeichnen darf, stören eigentlich nur die typisch Hollywood'schen Blockbusterelemente. Natürlich muss es ein Happy End geben (und das nicht nur für die Protagonisten) und natürlich muss so ein Film im Jahr 2011 in 3D daherkommen. Zu Letzterem kann man dann auch nur sagen, dass es selten zuvor so wenig Verwendung fand und die Technik im Falle von "Fright Night" eigentlich fast schon kontraproduktiv ist. Da ein Großteil des Films in der Dunkelheit respektive Dämmerung spielt, muss man des Öfteren erraten, was da gerade eigentlich vor sich geht – denn eines weiß mittlerweile jeder: Helligkeit und 3D sind zwei Dinge, die nicht miteinander vereinbar sind. Sei's drum. Der Cast hält das ganze Ding schließlich am laufen, denn Colin Farrell gibt nicht nur einen tollen Obervampir ab, sondern harmoniert mit dem restlichen Cast perfekt. Anton Yelchin beweist einmal mehr, dass er ein ganz Großer werden kann und bekommt mit Imogen Poots (was ein Name!) eine sehr attraktive und vor allem dauerwellenfreie Dame an die Seite gestellt. Auch McLovin alias Christopher Mintz-Plasse gefällt in der Rolle des … Nerds, der der Versuchung nicht widerstehen kann. Am Schluss ist dann wieder alles wie im Original: Charley hat die Nachbarschaft gerettet und darf endlich mit seiner Freundin schlafen.
Es steht außer Frage, dass von Trier hier wieder ein äußerst interessantes Mammutprojekt auf die Beine gestellt hat, über das man noch lange reden wird und das sich auf sämtlichen Jahresbestenlisten finden wird. Die Klasse eines "Antichrist" erreicht "Melancholia" dann aber nicht wirklich, denn dafür schafft von Trier nicht wirklich etwas Neues, sondern ruht sich auf seinen alten Errungenschaften aus, die er einfach etwas weiterspinnt. Wenn der Film tatsächlich wegen etwas in Erinnerung bleiben und gelobt werden sollte, dann für Dunst und Sutherlands Leistungen, die wirklich großartig sind. Der Rest ist handwerklich perfektes, aber leider auch typisch prätentiös-schweres Autorenkino, das sich der breiten Masse verschließt, Kritikern aber nur zu gerne in die Hände spielt. "Melancholia" lohnt schließlich aber allein deshalb schon, weil man von Triers kreativen Output nur zu gerne verfolgt. Auch wenn der nicht immer nach Meisterwerk schreit.
Es ist wahrlich kein schönes Bild des Nachkriegs-Serbiens, das Mladen Djordjevic mit "Leben und Tod einer Pornobande" zeichnet. Er, Jahrgang 1978, kennt sich aus, hat er doch einige Dokumentarfilme zum Krieg gedreht, die das Grauen noch deutlicher zeigen als sein fiktiver Film, der auf einigen wahren Begebenheiten beruht (denn die Pornobande und den Scharfschützen gab es wirklich). "Leben und Tod einer Pornobande" ist in seinem Nihilismus und seiner Subversion ein äußerst hartes, aber auch aufklärerisches Stück Polit-Kino, das nicht nur für Djordjevic eine Katharsis darstellen dürfte. Man ruft es sich immer wieder aufs Neue ins Gewissen: Dieser Krieg ist noch gar nicht so lange her und fand mitten in Europa statt. Eine Tatsache, die den Film nicht leichter zu ertragen macht, im Gegenteil, aber dennoch dabei hilft, zu verstehen, um was es Djordjevic eigentlich geht. "Und Thanatos gewinnt immer gegen Eros …" Am Ende schillert dann doch so etwas wie Hoffnung durch. Doch dafür bedarf es nicht nur neuer Künstler, sondern auch einer neuen Generation.
Somit ist "Wickie auf großer Fahrt" nur mittelprächtige Unterhaltung, die zwar mit optischen Schauwerten punkten kann, darüber hinaus aber nicht viel zu bieten hat. Leider wird viel Potenzial verschenkt, mit einem besseren Drehbuch wäre da deutlich mehr dringewesen. Die Zielgruppe wird sich von der seichten Handlung aber wenig stören lassen und wem der erste Wickie gefallen hat, wird sich auch vom zweiten gut unterhalten fühlen. Denn besser als sein Vorgänger ist "Wickie auf großer Fahrt" allemal.
Am Ende scheint es so, als würde nur "Bigger Stronger Faster*" fair spielen. Es ist beeindruckend, was für einen Film Bell auf die Beine gestellt hat (auch wenn es offensichtlich genügend Doku-Profis im Hintergrund gab). Damit beweist er, der selbst einige zeit lang auf Steroiden war, dass Talent und harte Arbeit eben doch für den Erfolg maßgeblich sind. Sein Film ist dabei ein Musterbeispiel für einen modernen Dokumentarfilm – und gehört zu dem besten, was ich in diesem Jahr gesehen habe.
Kaum hat sich die Lage wieder beruhigt, wird es erneut knallen. Dieses Mal aber nicht etwa auf den tatsächlichen Straßen Londons samt all seiner Vororte, sondern auf der Leinwand. Der Verleiher hat wohl mehr als nur einmal tief durchgeatmet, dass auf Englands Straßen wieder Ruhe eingekehrt ist, denn ein Starttermin, der mit Gewaltausschreitungen zusammenfällt, ist nicht gerade die feine englische Art – auch wenn die Briten schwarzem Humor ja nicht abgeneigt sind. Diese Kritik wird wohl nicht die einzige sein, die die Krawalle in London anführt und Parallelen zum Film zieht. Wäre in London in den letzten Monaten nie etwas vorgefallen, dann wäre "Attack the Block" auch keinesfalls ein schlechterer Film als er es jetzt, nach den Krawallen, ist. In Großbritannien hatte der Film seinen Kinostart ohnehin schon längst hinter sich. Doch wenn sich aktuelle Ereignisse mit Filmstarts überschneiden, dass übt das immer einen gewissen Reiz auf den Film selbst und dessen Rezeption aus. Er ist plötzlich seiner Zeit voraus, eine Art Prophet. 'Life imitating art' quasi. Oder doch 'art imitating life'? Davon aber einmal ganz abgesehen, ist Attack the Block das ziemlich gelungenes Spielfilmdebüt von Joe Cornish, das auch als Anti-These zu Daniel Barbers "Harry Brown".
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Equilibrium, X-RATED, DAS M... (GrammatonCleric)
über Project X 2012/05/01 16:36:35
"Project X" sichert sich nach 90 Minuten Ekstase den Titel bester Partyfilm aller Zeiten. Ganz locker. Sage ich jetzt einfach mal so. Die Tagline des Filmes lügt nicht, denn es ist tatsächlich die Filmparty, von der man eigentlich nie zu träumen gewagt hätte. Und während sich die Jungs am Morgen danach erholen, will man noch immer nicht glauben, dass das alles wirklich so passiert ist. Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen … Diese asoziale Party, bei der am Ende das ganze Viertel brennt und die sogar Thema bei Jimmy Kimmel ist, kann man glücklicherweise kaufen – und das gerade mal zum Preis eines Kinotickets.
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über Let Me In 2012/04/29 14:16:32
"Let Me In" macht vieles richtig, auch, weil es nahezu unmöglich war, das Remake komplett gegen die Wand zu fahren. Über Sinn und Unsinn eines solchen Filmes ließe sich natürlich einmal mehr streiten. Fest steht aber, dass Reeves mit seiner Adaption für das amerikanische Publikum im Prinzip den richtigen Nerv trifft, auch wenn sein Film für Kenner und Liebhaber des Originals lediglich so etwas wie eine nette Dreingabe darstellt. Genuin ist an seinem Film nämlich so gut wie gar nichts. Dabei wäre durchaus Potential dafür dagewesen, die Coming-of-Age-Geschichte neu auszuformulieren. Dafür hätte es dann aber wohl auch eines anderen Regisseurs bedurft – Reeves ist dann eben doch einen Tacken zu gimmicky.
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über Sleepless Night - Nacht der Vergeltung 2012/04/06 16:26:14
"Sleepless Night" punktet ohnehin nicht damit, /was/ er erzählt, sondern damit /wie/ er es erzählt. Da wackelt dann auch mal die Kamera in schlimmster Shaky-Cam-Manier, nur um uns etwas später wunderschöne Kamerafahrten zu zeigen, die uns zu einem Clubgast werden lassen (eine Gruppe deutscher Mädels ist ohnehin im Club). Man fühlt sich nicht selten an Carpenters "Assault on Precinct 13" und andere Filme erinnert, die ihren Plot in begrenzten Räumlichkeiten ansiedeln und damit enorm an der Spannungsschraube drehen. Mit einem Budget von gerade mal 2.5 Millionen Euro (zum Vergleich: "Keinohrhasen" hat zwei Millionen Euro mehr gekostet) ist Frédéric Jardin ein extrem spannender und frischer Actionthriller gelungen, an dem eigentlich nur Birol Ünel und das CGI-Blut stören. Bleibt nur zu hoffen, dass "Sleepless Night" nicht in den (Videotheken-)Regalen versauert, sondern das Publikum findet, das er verdient.
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über The Guard 2012/03/31 16:37:44
"The Guard" pendelt sich schließlich irgendwo in der Mitte ein. Sicher, er zeichnet sich durch eine ordentliche Portion schwarzen Humors aus und ist auch sonst nie politisch korrekt. Und dennoch wäre hier Potential für mehr gewesen – weniger auf verbaler als vielmehr auf der Handlungseben. Am Ende streift Boyle seine Uniform wieder voller Stolz über und weiß plötzlich für was und wen er kämpft. Und natürlich freundet sich der schwarze Preppy-Cop mit dem grundsoliden irischen Kollegen auch an. Gerade hier hätte The Guard gerne noch eine Spur asozialer sein können. Da bewies der zeitgleich auf der Berlinale gelaufene "The Devil's Double" (die sich natürlich nur von der Tonalität her vergleichen lassen) deutlich mehr Eier. Nichtsdestotrotz ist "The Guard" eine sympathische Variation des 'fish outta water'-Szenarios, die immer wieder auch ernste Töne anschlägt und neben einem tollen Cast auch Lust auf Irland macht. Trotzt aller kuriosen Gestalten, die sich da so rumzutreiben scheinen.
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Equilibrium, X-RATED, DAS M... (GrammatonCleric)
über Trespass 2012/03/04 16:20:28
Am Ende fragt man sich eigentlich nur noch: Warum sah der Trailer zu "Trespass" eigentlich recht ordentlich aus, wenn das Endergebnis dann so lahm daherkommt? Ich weiß es bis heute noch nicht. Und ich werde es so schnell wohl auch nicht herausfinden, denn Schumachers Film vergisst man mindestens so schnell wieder, wie man ihn gesehen hat. Das war noch nicht einmal wirkliche Mittelmäßigkeit, viel eher mediokres Mittelmaß – selbst für Schumacher'sche Verhältnisse. Das sah auch das amerikanische Kinopublikum so, denn dort spielte er gerade mal 24 Millionen US-Dollar und damit nicht einmal sein Budget ein. Es wundert also nicht, warum Schumacher, der in den letzten Jahren immer ein Film pro Jahr drehte, noch kein Projekt für dieses Jahr hat.
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über Drive 2012/01/25 21:12:34
Nach 100 Minuten ist dann auch alles vorbei und man fragt sich schließlich: really!? Das soll der Überfilm gewesen sein, für den Nicolas Winding Refn in Cannes prämiert wurde und der sich auf jeder Jahresbestenliste der US-Kritik befand? In einigen Jahren wird "Drive" wohl so ein Geheimtipp werden, der eigentlich gar keiner ist, den aber jeder Semi-Cineast jedem seiner Freunde empfiehlt, der mal was Cooles abseits des Mainstreams sehen will. Klappe zu, Affe tot.
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über J. Edgar 2012/01/17 22:21:19
Ohnehin versteht es Eastwood nahezu perfekt, seinen Film nicht nur ein emotionales Biopic und klassisches Erzählkino sein zu lassen; vielmehr ist "J. Edgar" auch ein spannender Streifzug durch fünf Jahrzehnte US-amerikanische Geschichte. Die erste Weltwirtschaftskrise, die Gründung des FBI, die Weltkriege, die kommunistische Gefahr, die schwarze Bürgerbewegung, die Ermordung Kennedys – das alles spricht Clint Eastwood an, ohne dabei geschwätzig oder gar selbstzweckaft zu werden. Natürlich merkt man dem Film die eine oder andere Länge an, aber allein für DiCaprio und noch mehr für Armie Hammer sollte man sein Sitzfleisch trainieren. Nicht nur ihr Makeup ist Oscar-verdächtig, sondern vor allem Armie Hammers Performance, die für Gänsehaut sorgt. "J. Edgar" ist Eastwood-Kino, wie man es kennt und liebt. Sein Film ist keine Abrechnung mit J. Edgar Hoover, aber auch keine Verehrung. "J. Edgar", in kühle, manchmal gar triste Töne getaucht, ist ein nüchternes filmisches Denkmal für einen Mann, der in seiner ganz eigene Welt lebte. Eine Welt, in der wohl nur ganz wenige hätten Leben wollen.
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Equilibrium, X-RATED, DAS M... (GrammatonCleric)
über Verblendung 2012/01/13 21:23:29
Was von Finchers "The Girl with the Dragon Tattoo" letztlich in Erinnerung bleibt, ist die visuelle Kraft, eine großartige Credits-Sequenz und ein herrlich atmosphärischer Score von Trent Reznor und Atticus Ross (inklusive NIN-Anspielung im Film). Finchers Film ist nicht besser als Niels Arden Oplevs, aber auch nicht schlechter. Aus diesem Grund bin ich doch ein klein wenig enttäuscht.
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Equilibrium, X-RATED, DAS M... (GrammatonCleric)
über New Kids Nitro 2012/01/06 13:59:03
Einmal will einem das Lachen dann aber doch im Halse stecken bleiben, denn die Lösung des Zombie-Konflikts mündet in dem wohl bösesten Gag der "New Kids"-Geschichte, der für einige dann doch die Grenze um einige Kilometer überschritten haben dürfte. Dabei ist er angesichts der Xenophobie-Schiene, die der Film fährt, nur konsequent – und ohnehin dürften ihn nur die Wenigsten wirklich realisieren. Andererseits zeigt das aber einmal mehr, dass auch "New Kids Nitro" wieder beide Lager bedient: Jene, die die New Kids als subversives, politisch-angehauchtes Sozialkino verstehen und jene, die sich einfach nur leichte, asige Unterhaltung wünschen. "New Kids Nitro" ist nicht besser als "New Kids Turbo", ihm aber absolut ebenbürtig.
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über The Ides of March - Tage des Verrats 2011/12/20 15:01:01
"The Ides of March" macht lange Zeit vieles richtig, und man ist nicht nur ob des tollen Schauspielkinos angetan – bis das dunkle Geheimnis Morris' ans Licht kommt und Clooneys Film leider in gewöhnliche Bahnen abdriftet. Diese Richtung, die der Film dann einschlägt verschenkt zu viel von dem Potential, das er anfangs aufgebaut hat und kommt mit Wendungen um die Ecke, die weder spannend, noch überraschend sind. Den Anspruch, den Clooney für sich selbst erhebt, kann er leider nicht aufrecht erhalten. Das Politthrillerdrama, das nicht selten an ein Stück von Shakespeare erinnert (das ihm ja indirekt auch den Titel gegeben hat), bekommt nun eine Dramaturgie, die nur noch durchexerziert wird und nun nicht mehr an Shakespeare, sondern vielmehr an einen ZDF-Sonntagsfilm erinnert. Das ist angesichts dessen, was uns "The Ides of March" anfangs präsentiert natürlich umso bitterer. Dennoch bleibt ein hervorragend gespielter, politisch hochaktueller Film übrig, der bei den Oscars sicher nicht unbeachtet bleiben dürfte.
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über Maynard James Keenan - Blood into Wine 2011/11/29 14:11:56
"Blood Into Wine" ist ein Film über Erde, Trauben und Menschen, die ihre Berufung in der Weinproduktion sehen. Dass einer von ihnen zufällig ein bekannter Rockstar ist (was man gar nicht glauben mag, wenn man ihn in diesem Setting sieht), gerät dabei zur Nebensache. Wer auch nur etwas für den Traubensaft übrig hat und an dessen Produktion interessiert ist, der hat mit "Blood Into Wine" eine interessante Doku gefunden, auch wenn sie nicht frei von Fehlern ist. Prost!
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Equilibrium, X-RATED, DAS M... (GrammatonCleric)
über Tabloid 2011/11/28 15:44:53
Es ist egal, welchen Wahrheitsgehalt eine Geschichte hat, so lange sie sich gut verkaufen lässt und das 'Opfer' immer wieder nachlegt (freiwillig oder unfreiwillig). Dabei bleibt sich Morris auch selbst treu, ist er doch immer auch an verschiedenen POVs interessiert, die sich nicht immer zu einem kohärenten Ganzen zusammensetzen lassen. Dass er seinen talking heads dabei das entlocken kann, was er ihnen entlockt, ist beeindruckend und professionell zugleich. "Tabloid" ist ein wahres Wechselbad der Gefühle: Einmal fühlt man Mitleid, dann wieder Verachtung und wieder ein anderes Mal will man sie einfach alle nur dazu bringen, dass sie ihren Mund halten und die Geschichte endlich ruhen lassen. Dass nach der Geschichte aber oft vor der Geschichte ist, zeigt Tabloid schließlich, wenn er dem Ganzen noch eines draufsetzt und einen kurzen Exkurs über geklonte Hunde macht, die McKinney bis heute Partnerersatz sind. Und dann noch dieser südkoreanische Arzt, der die undurchsichtigste aller Interviewpartner ist – mit "Tabloid" beweist Errol Morris einmal mehr, warum er solch eine Institution im Genre ist.
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Equilibrium, X-RATED, DAS M... (GrammatonCleric)
über Accident 2011/10/29 14:22:54
"Accident" ist eine ausgewogene Mischung aus hervorragendem Thriller und tiefgründiger Charakterstudie und nach wenigen Höhepunkten des Hong-Kong-Thrillers der letzten Jahre ein dringend nötiger und zugleich erfrischender Beweis für die Leistungsfähigkeit des Filmstandorts. Hollywood darf sich hier ein Beispiel nehmen, denn "Accident" beweist, dass die guten, neuen Ideen noch lange nicht erschöpft sind. "Accident" ist in seiner nahezu perfekten Ausführung sicherlich kein Unfall, sondern ein seltener Glücksfall.
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Equilibrium, X-RATED, DAS M... (GrammatonCleric)
über Possession 2011/10/23 15:09:56
Dabei ist "Possession" aber nicht immer ein Vergnügen, denn gerade durch seinen Surrealismus, das enorm physische Spiel der Darsteller, das daher hin und wieder etwas redundant wirkt, ist es nicht immer einfach, dem Geschehen zu folgen. Man will sich nicht wirklich in die Beziehungsprobleme eines Ehepaares einmischen, das eigentlich alles hat, was es will. Doch erst später, wenn es sich zu einem größeren Ganzen entwickelt, ist man wieder voller Spannung dabei. Dann, wenn die ganze Welt plötzlich aus den Fugen zu geraten droht und endgültig alles gescheitert ist zwischen den beiden Liebenden, die einfach nicht zusammen sein können. Letztlich regiert der Nihilismus. Die einzige Konstante während alledem, das man buchstäblich als Krieg bezeichnen kann, bleibt der Ort, Berlin. Dass Zulawskis vermeintlicher Skandalfilm als solcher wahrgenommen wurde, liegt sicherlich auch daran, dass die Mauer nach Erscheinung noch acht Jahre bestehen sollte. Aber auch heute ist "Possession" noch ein ziemlich verstörendes Werk, das auch hinsichtlich seiner politischen Allegorien nicht an Aktualität verloren hat. Denn das Böse, das Zulawskis selbst erlebt hat, ist allgegenwärtig.
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über Fright Night 2011/10/05 18:15:00
Am Remake, das man als durchaus gelungen bezeichnen darf, stören eigentlich nur die typisch Hollywood'schen Blockbusterelemente. Natürlich muss es ein Happy End geben (und das nicht nur für die Protagonisten) und natürlich muss so ein Film im Jahr 2011 in 3D daherkommen. Zu Letzterem kann man dann auch nur sagen, dass es selten zuvor so wenig Verwendung fand und die Technik im Falle von "Fright Night" eigentlich fast schon kontraproduktiv ist. Da ein Großteil des Films in der Dunkelheit respektive Dämmerung spielt, muss man des Öfteren erraten, was da gerade eigentlich vor sich geht – denn eines weiß mittlerweile jeder: Helligkeit und 3D sind zwei Dinge, die nicht miteinander vereinbar sind. Sei's drum. Der Cast hält das ganze Ding schließlich am laufen, denn Colin Farrell gibt nicht nur einen tollen Obervampir ab, sondern harmoniert mit dem restlichen Cast perfekt. Anton Yelchin beweist einmal mehr, dass er ein ganz Großer werden kann und bekommt mit Imogen Poots (was ein Name!) eine sehr attraktive und vor allem dauerwellenfreie Dame an die Seite gestellt. Auch McLovin alias Christopher Mintz-Plasse gefällt in der Rolle des … Nerds, der der Versuchung nicht widerstehen kann. Am Schluss ist dann wieder alles wie im Original: Charley hat die Nachbarschaft gerettet und darf endlich mit seiner Freundin schlafen.
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Equilibrium, X-RATED, DAS M... (GrammatonCleric)
über Melancholia 2011/10/03 13:18:53
Es steht außer Frage, dass von Trier hier wieder ein äußerst interessantes Mammutprojekt auf die Beine gestellt hat, über das man noch lange reden wird und das sich auf sämtlichen Jahresbestenlisten finden wird. Die Klasse eines "Antichrist" erreicht "Melancholia" dann aber nicht wirklich, denn dafür schafft von Trier nicht wirklich etwas Neues, sondern ruht sich auf seinen alten Errungenschaften aus, die er einfach etwas weiterspinnt. Wenn der Film tatsächlich wegen etwas in Erinnerung bleiben und gelobt werden sollte, dann für Dunst und Sutherlands Leistungen, die wirklich großartig sind. Der Rest ist handwerklich perfektes, aber leider auch typisch prätentiös-schweres Autorenkino, das sich der breiten Masse verschließt, Kritikern aber nur zu gerne in die Hände spielt. "Melancholia" lohnt schließlich aber allein deshalb schon, weil man von Triers kreativen Output nur zu gerne verfolgt. Auch wenn der nicht immer nach Meisterwerk schreit.
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Equilibrium, X-RATED, DAS M... (GrammatonCleric)
über Leben und Tod einer Pornobande 2011/09/29 14:51:32
Es ist wahrlich kein schönes Bild des Nachkriegs-Serbiens, das Mladen Djordjevic mit "Leben und Tod einer Pornobande" zeichnet. Er, Jahrgang 1978, kennt sich aus, hat er doch einige Dokumentarfilme zum Krieg gedreht, die das Grauen noch deutlicher zeigen als sein fiktiver Film, der auf einigen wahren Begebenheiten beruht (denn die Pornobande und den Scharfschützen gab es wirklich). "Leben und Tod einer Pornobande" ist in seinem Nihilismus und seiner Subversion ein äußerst hartes, aber auch aufklärerisches Stück Polit-Kino, das nicht nur für Djordjevic eine Katharsis darstellen dürfte. Man ruft es sich immer wieder aufs Neue ins Gewissen: Dieser Krieg ist noch gar nicht so lange her und fand mitten in Europa statt. Eine Tatsache, die den Film nicht leichter zu ertragen macht, im Gegenteil, aber dennoch dabei hilft, zu verstehen, um was es Djordjevic eigentlich geht. "Und Thanatos gewinnt immer gegen Eros …" Am Ende schillert dann doch so etwas wie Hoffnung durch. Doch dafür bedarf es nicht nur neuer Künstler, sondern auch einer neuen Generation.
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Equilibrium, X-RATED, DAS M... (GrammatonCleric)
über Wickie auf großer Fahrt 2011/09/27 14:33:31
Somit ist "Wickie auf großer Fahrt" nur mittelprächtige Unterhaltung, die zwar mit optischen Schauwerten punkten kann, darüber hinaus aber nicht viel zu bieten hat. Leider wird viel Potenzial verschenkt, mit einem besseren Drehbuch wäre da deutlich mehr dringewesen. Die Zielgruppe wird sich von der seichten Handlung aber wenig stören lassen und wem der erste Wickie gefallen hat, wird sich auch vom zweiten gut unterhalten fühlen. Denn besser als sein Vorgänger ist "Wickie auf großer Fahrt" allemal.
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Equilibrium, X-RATED, DAS M... (GrammatonCleric)
über Bigger, Stronger, Faster 2011/09/20 19:17:23
Am Ende scheint es so, als würde nur "Bigger Stronger Faster*" fair spielen. Es ist beeindruckend, was für einen Film Bell auf die Beine gestellt hat (auch wenn es offensichtlich genügend Doku-Profis im Hintergrund gab). Damit beweist er, der selbst einige zeit lang auf Steroiden war, dass Talent und harte Arbeit eben doch für den Erfolg maßgeblich sind. Sein Film ist dabei ein Musterbeispiel für einen modernen Dokumentarfilm – und gehört zu dem besten, was ich in diesem Jahr gesehen habe.
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Equilibrium, X-RATED, DAS M... (GrammatonCleric)
über Attack the Block 2011/09/19 12:09:24
Kaum hat sich die Lage wieder beruhigt, wird es erneut knallen. Dieses Mal aber nicht etwa auf den tatsächlichen Straßen Londons samt all seiner Vororte, sondern auf der Leinwand. Der Verleiher hat wohl mehr als nur einmal tief durchgeatmet, dass auf Englands Straßen wieder Ruhe eingekehrt ist, denn ein Starttermin, der mit Gewaltausschreitungen zusammenfällt, ist nicht gerade die feine englische Art – auch wenn die Briten schwarzem Humor ja nicht abgeneigt sind. Diese Kritik wird wohl nicht die einzige sein, die die Krawalle in London anführt und Parallelen zum Film zieht. Wäre in London in den letzten Monaten nie etwas vorgefallen, dann wäre "Attack the Block" auch keinesfalls ein schlechterer Film als er es jetzt, nach den Krawallen, ist. In Großbritannien hatte der Film seinen Kinostart ohnehin schon längst hinter sich. Doch wenn sich aktuelle Ereignisse mit Filmstarts überschneiden, dass übt das immer einen gewissen Reiz auf den Film selbst und dessen Rezeption aus. Er ist plötzlich seiner Zeit voraus, eine Art Prophet. 'Life imitating art' quasi. Oder doch 'art imitating life'? Davon aber einmal ganz abgesehen, ist Attack the Block das ziemlich gelungenes Spielfilmdebüt von Joe Cornish, das auch als Anti-These zu Daniel Barbers "Harry Brown".
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