Hitmanski - Hitmanskis Kommentare zu Filmen

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It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über All the Boys Love Mandy Lane

7.5Sehenswert

Auch wenn das Setting bis hin zur Tagline auf den ersten Blick nicht viel mehr als eine weitere FRIDAY-Retro durch die HAUTE-TENSION-Brille verspricht, erweist sich das internationale Debüt von Jonathan Levine doch als ebenso verspieltes, wie auch tolles Experiment: Der Mittelfinger in Richtung bewährter Drei-Akt-Teilung unterläuft nicht nur die Erwartungshaltungen des genreaffinen Publikums, sondern beschert dem Film dank ausufernder Exposition auch seit langer Zeit wieder einmal echte Charakterköpfe, die nicht nur Symbole der amerikanischen Teen-Kultur und des Horrorkinos verkörpern, sondern hinter diesen Fassaden auch zerbrechliche Jugendliche.
Kleinere dramaturgische Durchhänger, das gelegentliche Stolpern auf dem schmalen Grat zwischen dem Bedienen von Klischees und dem ironischen Lächeln über eben diese - alles vergeben: Wenn sich der finale Twist als gewitzte 180-Grad-Drehung des bis dahin eher beiläufig-routiniert behandelten Slasher-Plots erweist, wird überdeutlich: Der Titel sollte recht behalten - ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE. Und garantiert nicht nur die.

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FlintPaper

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Fand den nicht ganz so gut, aber super geschrieben :D.


sikkmeidack

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like; so gut geschrieben, dass ich den auf die eigene watch-again-Liste setze.


It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über Spider-Man 3

8.0Ausgezeichnet

Superhelden-Sujets als Selbstfindungs- und Coming-of-Age-Trips zu inszenieren ist keine neue Idee, die Gewitzheit und Konsequenz mit welcher Sam Raimi beim Abschluss seiner SPIDER-MAN-Trilogie Psychologie und Pyrotechnik miteinander verbindet, findet sich im Blockbuster-Rahmen aber vergleichsweise selten wieder: Das mit drei Antagonisten aufwartende Script klingt ebenso ungewöhnlich wie auch (über-)ambitioniert, zieht aus jener Konstellation zugleich aber auch seinen größten Reiz: Die inneren Kämpfe des jungen Peter Parker gipfeln in den physischen Auseinandersetzungen als Spider-Man. Jeder Gegenspieler hat seinen Platz und Auftritt, letztlich aber bleibt SPIDER-MAN 3 auf seine Hauptfigur fokussiert - und anders als im ersten Teil, der mit diesem Spielraum noch nicht allzu viel anzufangen wusste, ist das hier auch gut so: Der Spinnenmann ist von allen Comic-Adaptionen der letzten Jahre sicherlich der menschlichste und sympathischste Charakter geworden. Es sei dem Regisseur deshalb ausdrücklich verziehen, dass er bei der Fülle an Motiven und Plotlines, die es gegen Ende zu zusammenzuführen gilt, bisweilen dazu neigt, den großen Pinsel dort anzusetzen, wo es noch einiger Schattierungen mehr bedurft hätte; in grummeligen Nolan-Pathos verfällt er jedoch nie. Ein schöner Film.

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_Garfield

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Toller Film. Und Maguire als arrogantes Arschloch im Jazz-Club einfach herrlich! :)


Slevin Kalebra

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Schöner Kommentar. Die Spidey Filme gehören auch für mich zu den Höhepunkten des Comic Booms der 00er Jahre. So sehr wie hier menschelt es in nicht sehr vielen Blockbustern.


It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über Edward mit den Scherenhänden

10.0Lieblingsfilm

[...] In seiner unsicheren Naivität und gepeinigt vom steten Gefühl, dass er den Kampf und die Anerkennung dieser ihm so fremd erscheinenden Welt niemals wirklich für sich entscheiden kann, ist Edward aber nicht nur biographischer Ausfluss, sondern auch eine wunderbare Personifikation jugendlicher Ängste und Sorgen im Allgemeinen. Dass sich jenes Verständnis für die Figur ausgezahlt hat, wird nicht nur darin deutlich, dass der Film offensichtlich den Nerv eines heranwachsenden Publikums getroffen zu haben scheint, sondern auch, dass es Burton mühelos gelingt, großes Mitgefühl und Sympathie für diese nahezu stummen Mensch-Maschine aufzubauen. So erscheint es letztlich nur folgerichtig, dass man zwar den argwöhnischen Blick des Regisseurs auf die amerikanische Mittelschicht teilt und sich an deren Entrüstung ob des Eindringlings ins heimelige Wertegefüge stößt, die zweifellos schönsten Momente beschert der Film einem aber in jenen Szenen, in denen er ganz intim vom Schicksal seines (Anti-)helden erzählt. Selten wurde Coming-of-Age so schön und traurig zugleich behandelt. [...]

Kritik im Original 26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

der cineast

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LOL


Oceanic6

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Tolle Kritik zu einem genialen Ausnahmewerk.


It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
zum Artikel Tim Burton - Der verträumte Phantast

"Seine Werke sind allesamt von seinem ganz besonderen Stil geprägt, der es schafft, Horror, Humor, Romantik und Phantasie miteinander zu vereinen. Sein Markenzeichen ist vor allem die Wahl skurriler Charaktere, mal verschroben, mal sensibel, die jedem seiner Filme einen außergewöhnlichen Charme verleihen. In dem Träumer Johnny Depp hat Burton scheinbar einen Seelenverwandten gefunden."

Das ist dieser furchtbarste Standardsatz der 08/15-Burton-Rezeption überhaupt. Die Hauptfiguren sind bei Burton eben niemals einfach "skuril", es sind zumeist einfach Charaktere, die sich nicht in die sie umgebenden Lebenswirklichkeit einfügen können oder wollen. Aufgrund einer anderen Wahrnehmung zu gesellschaftlichen Außenseitern in einer normierten Welt degradiert- wahrscheinlich gerade deshalb muss man auch EDWARD als eine Art Essenzwerk seines Regisseurs sehen. Diese Figuren sind jedenfalls nicht "skuril", sie sind Ausdruck zutiefst menschlicher Gefühle und Sorgen.

Burtons Cast -auch das wird ja oft vergessen- macht angesichts seines auteur-Schaffens auch durchaus Sinn.

PS: Das Meisterwerk BATMAN RETURNS taucht gar nicht in der Liste auf; kleine-große Perlen wie sein Debüt PEE-WEE fehlen ebenso wie die charakteristischen Kurzfilme und BEETLEJUICE.

bedenklich? 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

Hitmanski

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PEE-WEE ist auch sehr schön. Vor allem widerspricht schon Burtons erster Langfilm dieser um sich greifenden "Immer gothic-düster"-These sehr stark. Vega hat dazu ein gutes Review geschrieben. :)

PS: Auf dem italienischen ebay gibt's den Film für 'nen 10er (Artikel-Nr: 270958726445)


Markbln

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Die Autorin hat ja auch nicht gesagt, dass die Charaktere nur "einfach skuril" sind (was man mit doppel-r schreibt).


It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über The Innkeepers

9.5Herausragend

[...] Vom körnigen VHS-Look des Vorgängers hat sich der Amerikaner verabschiedet, sein Gespür für atmosphärische Settings und das Talent eben jene in Szene zu setzen findet hier jedoch seinen bisherigen Höhepunkt: Seit Kubricks SHINING durfte man nicht mehr so elegant durch halbdunkle Gänge fliegen und sich in fast schon elegisch wirkenden Kameraschwenks verlieren und am Dekor satt sehen. Und obwohl der Film in seiner punktgenauen Darstellung von Räumlichkeiten fast schon mathematisch kalkuliert wirkt, gerät er doch nie zur Technik-Posse. Etwas, wofür sich Darsteller und Drehbuch gleichermaßen verantwortlich zeigen: Gerade weil die Figuren von Sara Paxton und Pat Healy keinen großartigen Plot-Ballast schultern müssen, weil sie im positiven Sinn einfach gezeichnete Charaktere sind, wirken sie vergleichsweise authentisch und ja: auch sympathisch. Ti West gelingt es, dem Mysteriösen etwas Alltägliches abzugewinnen: Spuk und Starbucks gehen Hand in Hand..[...]

Kritik im Original 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

filmschauer

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Eine schöne und neugierig machende Kritik. Nach dem überraschend guten Vorgänger von West freue mich auch schon drauf. Hoffentlich gibt's baldigst eine dt. Veröffentlichung.


It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über 49th Parallel

5.0Geht so

Auf den ersten Blick nicht mehr als ein Roadmovie über eine Truppe gestrandeter Seeleute, offenbart sich die dritte Kollaboration von Emeric Pressburger (Screenplay) und Powell (Regie) (Schnitt: David Lean!) schon nach wenigen Minuten doch ziemlich unverhohlen als Propagandafilm im britischen Auftrag. Diese Konzeption lässt 49th PARALLEL heute bisweilen arg antiquiert und einseitig wirken, gleichwohl kommt man wohl nicht umhin, dem Film große Finesse und Konsequenz in der Umsetzung zu attestieren: Gerade weil er zwischen seiner Schwarz-Weiß-Frontenbildung Anflüge von Schattierungen (so darf beispielsweise ein deutscher Soldat sein Gewissen wiederfinden und die Seiten wechseln) zulässt, und Propaganda mit funktionierenden Unterhaltungsmechanismen verstrickt, ist seine intendierte Wirkung ungleich größer als jene ähnlicher Werke. „Goebbels considered himself an expert on propaganda, but I thought I'd show him a thing or two.“ sagte Pressburger nicht ohne Stolz über den Film. Und ja, da ist etwas dran.

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It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über Giallo

1.0Ärgerlich

Wahrhaft ärgerlich an diesem Offenbarungseid im Kubikquatschformat ist nicht etwa, dass Argento den Vergleich gegen seine früheren Werke (abermals) sang- und klanglos verliert, sondern, dass GIALLO auch für sich alleine betrachtet nur als überaus dümmlicher Hybrid aus alten und neuen Genre-Trends daherkommt. Augenscheinlich komplett dem Zynismus und der Misogynie verfallen, gibt sich der alte Mann auf dem Regiestuhl fortan damit zufrieden, junge Schönheiten in dunklen Gewölben ziemlich explizit foltern zu lassen - Rechtfertigungen für diese Exzesse finden dabei weder inhaltlich noch auf einer künstlerischen Ebene statt. Fast möchte man hinter all dem, durch den Verleih-Titel offensichtlich zur kompletten Abstinenz einer logischen Handlung ani- und legitimierten, Nonsens ein Konzept vermuten; möglicherweise ein Herausarbeiten der Subgenre-Essenzen – aber das wäre, insbesondere vor dem Hintergrund des qualitativ fürchterlichen restlichen Spätwerks, Schönrederei: Alleine die Tatsache, dass der Film jegliche formale Finesse vermissen lässt und ähnlich grobschlächtig daher kommt, wie sein Killer, scheint Anlass genug für den Rat zu sein: Dario, mach‘ endlich Schluss. Peinlich ist es schon jetzt.

16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über Hulk

7.0Sehenswert

[...] Gänzlich neu ist der Versuch, eine Figur aus dem Comic-Universum in das eigene Schaffen als auteur zu überführen, demnach nicht – inmitten des von mehr oder weniger konventioneller Panel-Nachstellerei bestimmten Genrefilms der 00er Jahre, darf man ein solches Unterfangen trotzdem mutig nennen. [...] Nicht das zerstörerische Potential des Hulk, sondern der schüchterne Bruce Banner ist es, der es dem Regisseur angetan hat. Mit einem schwelenden Vater-Sohn-Konflikt ausgestattet, von wachsenden Selbstzweifeln und einem gewissen Spannungsverhältnis zu seiner Umwelt geprägt, erweist sich der Forscher nicht nur als klassischer Lee-Charakter, sondern auch als sehr konsequente Form des Anti-Helden. Die Transformation von Mensch in Monster bringt hier nichts heroisches mit sich; anders als so viele andere Comicfiguren ist es dem Hulk nicht vergönnt, die Menschheit zu retten – sein Kampf bleibt vorwiegend einer gegen die eigenen Schatten. So hat auch die finale Auseinandersetzung mit dem Vater und Erschaffer letztlich nichts Befreiendes an sich: Banner findet weder Erfüllung, noch Liebe. Erst in der allerletzten Einstellung inmitten des Dschungels gibt es wenigsten einen winzigen Hoffnungsschimmer; einen Ausblick darauf, dass die unmenschlichen Kräfte des Hulk nicht nur destruktiv- sondern auch konstruktiv eingesetzt werden können. Davon abgesehen bleibt die die Titelfigur aber vor allem eines: Ein tragisches Phänomen.

Kritik im Original 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten

FlintPaper

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Ich finde bei Lee zumindest eins, zwei Regie-Momente doch gut (vieles auch actiontechnisch), ebenso die Idee mit den Paneln ist okay und schön retro. Man kann sich aber sicherlich darauf einigen, dass Lee eigentlich sowieso nicht der richtige Mann für so eine Art Film war/ist.


stuforcedyou

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Fand Ang Lees "Hulk" auch nicht übel.


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über Titanic 3D

10.0Herausragend

[...] Dabei war TITANIC bis zum Release von AVATAR nicht nur der erfolgreichste und teuerste Film des kanadischen Regisseurs, sondern stellt nach einer Reihe von -sicher stets ansprechend budgetierten und mit Blick auf das Mainstream-Publikum inszenierten- Genrefilmen auch eine gewisse Zäsur in dessen Oeuvre dar: Noch nie zuvor war Cameron so nahe an seinen Figuren dran, noch nie ergänzten sich bei ihm formal-technische Aspekte des Mediums so herausragend mit der emotionalen Komponente seiner Geschichte. Denn obgleich TITANIC geschickt verbriefte Historie mit Sittenbild und Gigantomanie-Kritik verschmilzt, letztlich erzählt er vor allem von den ganz großen Gefühlen und Schicksalen, von der endlosen Liebe allen Widrigkeiten zum Trotz. Man kann die ausladende Opulenz der Settings kitschig nennen, man kann sich über das noch immer diskutable Verhältnis des Regisseurs zu seinen Frauenrollen echauffieren, sich all dem Bombast zu entziehen fällt dennoch schwer: Seit Douglas Sirk war es nicht mehr so schön, mit den Figuren auf der Leinwand zu fühlen und zu leiden. Nur Zyniker finden so etwas verklärend und naiv.[...]

Kritik im Original 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

Hitmanski

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:P


arues

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"...noch nie ergänzten sich bei ihm formal-technische Aspekte des Mediums so herausragend mit der emotionalen Komponente seiner Geschichte." - Das musst du mir erklären. Bitte an Hand von Beispielen. Und dann begründe mir bitte, warum Titanic diesbezüglich, im Vergleich zu seinen anderen Werken, so heraus sticht. Vielen Dank, ich bin gespannt!


It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über Pfahl in meinem Fleisch

8.5Ausgezeichnet

Bin ja kein ausgewiesener Freund von Promotion-Aktionen, aber angesichts der einstelligen Anzahl an Bewertungen für einen wunderbaren Film, möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die OOP-Masters-of-Cinema-DVD (die einzige im Moment überhaupt großräumiger gehandelte Veröffentlichung) von FUNERAL PARADE OF ROSES nach langer Zeit mal wieder für erschwingliche Preise zwischen 14-25€ bei einigen Onlineshops vorrätig ist.

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It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über Das Hochzeitsbankett

8.0Ausgezeichnet

Mit seinem zweiten Langfilm überhaupt gelang es Ang Lee nicht nur, Fuß im internationalen Filmmarkt zu fassen, sondern gleichzeitig auch einen ersten Ausblick auf ein bis dato stets beeindruckendes Ouevre abzuliefern: Die Stärke des Regisseurs, seine Werke als sehr konkrete Beobachtungen ebenso funktionieren zu lassen, wie als nahezu universelle Parabeln, findet sich hier bereits ebenso wieder, wie dessen Vorliebe für Sujets, in deren Mittelpunkt das Leben und Lieben im Kontext eines Aufeinandertreffens von Tradition und Moderne steht.
Für einen Stoff wie WEDDING BANQUET, in dem es letztlich weitaus weniger um die Akzeptanz schwuler Liebe, als vielmehr um ein Vermischung von Culture Clash und Generationskonflikt geht, bedarf es vielleicht tatsächlich den Blick eines Manns mit dem biographischen Werdegang des in die USA ausgewanderten Taiwaners Lee, um nicht zur lebensfremden Versuchsanordnung zu gerinnen. Denn trotz seiner Vielfalt an Problem(stellung)en erweist sich die spontane Heimsuchung der aufsteigenden großstädtischen Mittelschicht durch die traditionsverhafteten eigenen Eltern nebst daraus resultierender Scheinehe als erstaunlich beschwingt und ebenso lebensnah wie -bejahend, obgleich auch nie dem Kitsch erliegend: Mehr als ein rein heimliches Einvernehmen gönnt Lee seinen Figuren und dem Zuschauer am Schluss nämlich nicht. Meisterwerk!

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It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über Machete

3.0Schwach

Robert Rodríguez, der Zeit seines Lebens nichts anderes machte, als große und kleine Kinder mit oftmals ziemlich gleichen und noch öfter auch ziemlich schlechten Filmen zu beglücken, kehrt nun also wieder dahin zurück, wo alles begonnen hat: Once upon a time in Mexico. 

Das Konzept des kumpeligen sich-selbst-auf-die-Schulter-klopfens, vermengt mit der Huldigung jener Helden, die die eigene filmische Sozialisation prägten, hat durchaus schon das eine oder andere veritable Ergebnis hervorgebracht; hier gerät es hingegen zur völligen Farce: Es wäre leicht und richtig, den Film schon aufgrund seiner Konzeption an einer wie auch immer gearteten Definition von "Trash" scheitern zu lassen, ihm eben jene unkalkulierte Komik abzusprechen, die er hofieren möchte. Spannender ist jedoch die Tatsache, dass er die Nähe zu seinen Vorbildern kurioserweise in jenen Punkten erreicht, in denen er sich nicht darum bemüht. Ähnlich der C-Produktionen vergangener Tage ist Rodríguez' Messermann-Mist in erster Linie eben kein kurzweiliges Vergnügen sondern ein langweiliger Stinker, der seine eineinhalb Ideen auf Spielfilmlänge auswalzt und sein Pulver bereits nach den ersten Minuten verschossen hat. 

Was sich schon beim Grindhouse-Projekt ankündigte, findet hier nun also seine Bestätigung: Anders als Buddy Tarantino fehlt es Robert Rodríguez an der Finesse, aus altbekannten Motiven und Versatzstücken etwas eigenständiges zu erschaffen. MACHETE ist jedwede ironische Distanz völlig fremd, er spielt nicht mit dem Genre, er bedient es, seine Halbstarken-Späßchen sind nichts weiter als blanker Zynismus. 

Im Hinblick auf das Schaffen des Regisseurs ist er damit letztlich auch nicht mehr als ein fades Eigenzitat, der Beweis für enervierendes auf-der-Stelle-treten.

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schlumpz

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denke die objektive qualitaet des films korreliert stark mit der subjektiven bereitschaft, sich mit freunden ein paar pils zum film zu genehmigen. nich der wahnsinn aber unterhaltsam..


Joeyjoejoe17

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Meisterwerk..


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über Sucker Punch

1.0Ärgerlich

Pathetisches Geplapper von wahrer Stärke und dem selbstlosen Kampf, viel nackte Haut und sogar das Schlüssel-Umdrehen in SlowMotion - schau an, das kann doch nur dem Ingenium von Sack Snyder entsprungen sein. Nach Eulen-Armeen, Spartaner-Heeren und zwei völlig planloses Adaptionen gibt der Amerikaner nun also den Popkultur-Rezipienten: Nazi-Zombies, Straps-Mädels, ganz viel Geballer, noch mehr Wiederholungen, dafür ganz wenig Handlung. Wenn SUCKER PUNCH ein auf Zelluloid gebanntes Videospiel sein sollte, dann ist es ein erbärmliches; wenn SUCKER PUNCH tatsächlich eine ironische Auseinandersetzung mit eben solchen sein möchte, dann sollte dem Zack dringend mal einer stecken, dass übermäßiges Bedienen von Klischees aus Nonsens noch lange keine Satire macht. 
"What was that?" fragt da irgendwann einmal jemand. Auf jeden Fall schwer verdaulich und schwer debil. 

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Skywalker_

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Ich finde den Film aufgrund seiner Doofheit immer noch cool.
SO


der cineast

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Ich finde mich aufgrund meiner Doofheit auch immer noch cool! SOSO


It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über Salon Kitty

7.0Sehenswert

Schon Jahre vor seinen Ausflug Richtung Pomp und Porno in CALIGOLA zeigt sich Tinto Brass sichtlich fasziniert vom engen Zusammenspiel von Sex und (staatlicher) Macht. Stets auf dem schmalen Grat zwischen guten und schlechten Geschmack, zwischen Schund und Kunst wandelnd, liefert SALON KITTY dabei ein bis zur Groteske überzeichnetes Bild der mittleren NS-Führungsriege, irgendwo zwischen Paranoia, Egomanie und ideologischer Verbl(en/ö)detheit ab, in dessen Größenwahn man sich durchaus verlieren kann. Ein ebenso sehenswerter, wie auch verstörender Fiebertraum, dessen Musicalnummern an CABARET erinnern, der mit seinen Perversionen im Nazisploitation herum fischt, und in seinem Hang zur großen und skurrilen Geste an Kubricks CLOCKWORK erinnert. Toll!

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Hitmanski

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Zählt auch so. :) Dankeschön!


Dachsman

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Klar, im Grunde sind die Zahlen vollkommen nichtssagend und wumpe. Ich mag sie auch nicht, aber, sie sind nunmal in die Seite integriert, weswegen ich doch immer wieder vergleiche und nachhake.XD
@Pat: Habe ich auch manchmal, bei mir hilft dann neuladen der Seite.


It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über Ilsa, She Wolf of the SS

1.0Ärgerlich

Wahlweise als Emanzipationsphantasie zurecht gejazzter oder als Flaggschiff eines gesamten Subgenres verkulteter Oberquatsch, dessen Spiel mit der KZ-Tapete ebenso geschmacklos wie abgeschmackt daher kommt; der fernab der plumpen Provokation aber eigentlich keine Daseinsberechtigung für sich verzeichnen kann: Uninspiriert inszenierte sowie planlos aneinander gereihte Folterspielchen und nackte Haut sind auf Dauer einfach langweilig anzusehen - da hält dann auch der groteske Akzent aller Darsteller nicht mehr vom Wegdösen ab. "Wunderrrrbarrr" ist jedenfalls etwas anderes...

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lieber_tee

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gib ihm noch ein bisschen Zeit...nicht so ungeduldig.;)


Anoirja

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Du = Hellseher? :o


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über Black Cat

8.5Ausgezeichnet

„I cannot sleep peacefully at night“ -

Zwei Frauen, geschändet und getötet von umherziehenden Samurai, dazu verdammt, von nun an als blutlüsternde Katzen-Mensch-Kreatur Rache an ihren Peinigern zu nehmen.

Was auf den ersten Blick wie eine Vermischung der Vorgänger des amerikanischen Rape&Revenge-Kinos mit den traditionellen japanischen Mythen um Geisterkatzen anmutet, offenbart sich als weitere Variation von Kaneto Shindōs bevorzugtem Thema. Ähnlich wie schon in GENBAKU NO KO („Children of Hiroshima“) und dem vier Jahre vor YABU NO NAKA NO KURONEKO erschienenen ONIBABA, in welchem sich der Regisseur bereits ähnliche Motive zu Eigen machte, und dadurch einen der eindrücklichsten (Anti-)Kriegsfilme überhaupt schuf, ist auch die Geschichte von den mordenden Katzenfrauen weitaus mehr Metapher für das, was Krieg aus Menschen machen kann, als reine Gruselmär: Die Frauen einerseits als Synonym einer schwachen Zivilbevölkerung, unterdrückt von einer an Bedeutung gewinnenden Kriegerklasse, und gebeutelt vom Verlust ihrer Männer und Söhne. Auf der anderen Seite aber auch ein Symbol der Auflehnung und des Widerstands gegen die herrschenden Umstände.

Shindōs Film ist letztlich unverkennbar einer, der seine Wurzeln in der alten und neueren Geschichte und den Traditionen des Landes Japans hat; sein Tenor ist letztlich aber ein universeller: Krieg verändert die Menschen; er zerstört sie, und so sind auch alle Figuren auf ihre Art und Weise ein Produkt von ihm - die selbstgerechten und brandschatzenden Soldatenbanden ebenso wie die Frauen fernab der Front, aus deren Leid gleichfalls Vernichtung erwächst. Am Ende jenes lyrisch-ruhigen, nicht selten auch nahezu surrealen (großartig: die Szenen in der Waldhütte) Bilderrauschs, der sich eher dem assoziativen Darstellen der Schwellen zwischen Gefühlen der Verzweiflung, Wut und Entfremdung, aber auch der Liebe, denn einer klaren Charakterisierung verschrieben hat, steht sodann auch die Erkenntnis, dass man seinem Schicksal nicht entkommen kann. Ein Genregrenzen überwindendes, nachdrückliches Erlebnis.

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Le Samourai

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Hitmanski entdeckt das asiatische Kino!? Das gefällt mir! :)


Filmsuechtiger

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Hab dir auf Filmtiefen.de schon geantwortet. :-)


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über Aliens - Die Rückkehr

8.0Ausgezeichnet

"These people are here to protect you. They're soldiers." - "It won't make any difference." -

Die Metalevel des Vorgängers zum rachsüchtigen Bitch-Fight heruntergebrochen, den Suspense den Explosionen geopfert: James Cameron war von jeher ein Mann fürs Gro(ß/b)e, und es ist nicht schwer, seinem ALIENS das Streben nach den klassischen Fortsetzungs-Attributen „höher-schneller-weiter“ vorzuwerfen. Und doch: Es würde dem Film, der weitaus eher an der Spiegelung, denn Fortführung von Ridley Scott düsterem Survival-Schocker interessiert ist, nicht gerecht werden: Aus Weavers zögerlichem Ripley-Charakter, der einst erst im Angesichts der Gefahr über sich hinauswuchs, ist mittlerweile eine schlagfertige Amazone geworden, die lose miteinander verbundende Raumfahrer-Crew durch eine streng hierarchische geführte Truppe aus markigen Muskelmännern und -frauen ersetzt. Auch vom „unheimlichen Wesen aus einer fremden Welt“ ist dabei nicht viel übrig geblieben: Zwar vermeidet der Film geschickt den Erklärwahn anderer Prequels und Fortsetzungen (diese Lücke zu füllen, dürfte nun Ridley Scott mit seinem PROMETHEUS selbst überlassen sein), mit seiner Darstellung von in Hundertschaften vorkommenden, insektenähnlichen Aliens raubt Cameron dem Ungeheuer aber genau jene faszinierende Aura der Unbesiegbarkeit, aus der ALIEN einst sein Kapital schlug.
Überhaupt: Abgesehen von der eher an den Konventionen des Genres ausgerichteten Problematik um Ripleys Vergangenheitsbewältigung, ihrer Rolle als Ersatzmutter sowie den daraus entstehenden Mutter-Mutter-Zwist gegen Ende lässt ALIENS sich sowieso recht wenig Zeit für Gedankenspiele: Die Figuren sind hier keine Metaphern mehr, sie sind ein Mittel zum Zweck geworden.

All das klingt negativ, und doch zahlt sich Camerons Mut zur Emanzipation vom Vorgänger auf ganze Linie aus: Sich ganz auf jenes Talent verlassend, das ihn einst zu einer der großen Hoffnungen des Actionkinos machte, inszeniert der Regisseur auf kleinem Raum eine Vielzahl von denkwürdigen Spannungsmomenten, bis der Film im letzten Drittel dann endgültig alle Register zieht und zur Materialschlacht innovativer Einfälle mutiert (groß: der finale Kampf). ALIEN war Jahre zuvor ein Horrorfilm mit einigen Actionsequenzen, ALIENS nun einen Actionfilm mit einigen Horrormotiven - und: letztendlich eine würdige Fortsetzung.

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FlintPaper

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Ich find den zweiten AVP besser als den ersten. Jawohl!


FlintPaper

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Hatte ja keine schlechte Raubkopie XD.


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über Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt

9.0Herausragend

"I admire its purity. A survivor... unclouded by conscience, remorse, or delusions of morality." - 

Dunkle Gänge, menschenleere Räume, unwirtliche Planeten. Auf den ersten Blick nicht viel mehr als ein formal herausragend inszenierter Abzählreim, erweist sich ALIEN bei näherer Betrachtung als ebenso galliger wie komplexer Gegenentwurf zum gerade in seiner Hochphase befindlichen Sternenkrieg aus dem Hause Lucas: Die unendlichen Weiten des Alls sind beengten und dreckigen Planeten und Raumkreuzern gewichen, die selbstlosen Helden durch eine Truppe von mehr oder weniger egozentrischen Raumpiloten ersetzt. Die von Carpenter-Wegbegleiter Dan O‘Bannon entwickelte und von Scott eingefangene Zukunftsvision ist eine düstere; eine in der ein skrupelloser Kapitalismus expandieren konnte, in der die Entscheidungsgewalt an Maschinen und Roboter delegiert wurde, und der Konsequenz einer perfekt angepassten und jeglichen moralischen Gedankengängen entkoppelten Tötungsmaschine tatsächlich eine perverse Art der Bewunderung entgegengebracht wird. Nirgends deutlicher als in der Brutstätte der Aliens wird dies deutlich: Auf den toten Überresten einer organischen Welt erwächst eine neue Stufe der Nicht-Zivilisation. 

Jene archaische, mit Phallus-Verkörperungen überzogene außerirdische Lebensform ist es, die ab dem Moment ihres Erscheinens dominiert, und den sowieso nur losen menschlichen Verbund in seine Einzelteile aufspaltet, bis sie schlussendlich in der direkten Konfrontation mit einer sich im Handlungsverlauf zunehmend emanzipierenden Frau gestellt und überwunden wird. Mit Sigourney Weaver ist das symbolträchtige „final girl“ damit zwar auch im Weltall angelangt; der Tenor des Films selbst bleibt nichtsdestotrotz ein resignierter, pessimistischer.

Mehr noch als im drei Jahre später folgenden BLADE RUNNER, der seine philosophischen Gedankengänge offen zur Schau stellte, lässt Scott seinen ALIEN aber auch (bei aller Problematik der Bezeichnung hinsichtlich der Vermischung verschiedener Mechanismen und Motive) als reinen Genrefilm funktionieren, der mit viel Suspense, faszinierend-morbiden Bildern aus der Feder von Giger und Goldsmiths Musik nicht nur das Publikum seinerzeit beeindruckte sondern das Horrorkino bis heute bereichert. 

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filmschauer

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Schön herausgearbeitet. Mal sehen, wie viel davon in "Prometheus" stecken wird.


Dachsman

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Schöner Text, wobei ich ihn nicht als unbedingt radikalen Gegenentwurf zu "Star Wars" sehen wollen würde. Wenn man mal von den paar geleckten Sets des Imperiums absieht, dann ist auch das "Star Wars"-Universum ein eher sprödes, dreckiges. Allerdings sicher nicht so krass, wie "Alien" und "Aliens".


It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben

8.5Ausgezeichnet

Inmitten eines Szenarios der vollkommenen Vereinnahmung der Realität durch das Mystische angesiedelt, schafft es das thailändische Regiewunderkind Weerasethakul ohne große Worte, einzig durch herausragend fotografierte Bilder und eines ebenso klug wie dezent eingesetzten Soundteppichs, viel über Kultur und Glaube seines Heimatlandes zu berichten, auf der anderen Seite aber auch eine berührende Geschichte über die großen Themen Leben, Tod und Einsamkeit zu erzählen. Wäre das Urteil, manche Filme könne man nicht gänzlich beschreiben, sondern müsse sie erfahren, nicht mittlerweile zur belanglosen Rezeptionsfloskel verkommen, für deren Einsatz man sich wenn schon nicht schämen, so wenigstens entschuldigen möchte (was hiermit geschehen ist): Das cinephile Bekenntnis BOONMEE wäre ein passender Kandidat für die Untermauerung dieser These.

17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Billmaik

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Selten erscheint mir jene Floskel so angebracht wie hier, so abgedroschen sie im Regelfall auch klingen mag. Eine Entschuldigung ist demgemäß zwar achtbar, de facto allerdings absolut überflüssig :)


It's just a film, Reihe Sie... (Hitmanski)
über Ziemlich beste Freunde

4.0Uninteressant

[...] Die Versuche, sich dem Thema „Behinderung“ auf beschwingte Weise zu nähern, sind mannigfaltig, von RAIN MAN bis hin zu WO IST FRED?, und letztlich kann man auch ZIEMLICH BESTE FREUNDE in diese Reihe eingliedern, ohne ihn jedoch besonders positiv oder negativ hervorheben zu müssen. In seinen besseren Momenten lässt sich jenes Treiben tatsächlich unangestrengt verfolgen, in seinen schlechteren springt einem die Formelhaftigkeit des Drehbuchs ungalant ins Gesicht, letztlich aber, und das ist mehr als nur enttäuschend, hat der Film zu seinem Thema überhaupt nichts Essentielles zu erzählen: Das erprobte Spiel auf der Klaviatur der Gegensätze (Arm gegen Reich; Ghetto-Sozialisation gegen Großbürgertum) wird hier in ein anderes Umfeld verlegt, mehr als einige Lacher und wenige Möchtegern-Zynismen, die ihren Weg auf Zelluloid wohl hauptsächlich deshalb gefunden haben, um dem geneigten Bildungsbürger ab und an ein „Gewagt!“ zu entlocken, haben Nakache und Tolendano nicht zu bieten. Was bleibt, ist der fade Nachgeschmack, dass sich die beiden an ihrem Thema mehr als nur verhoben haben. [...]

Kritik im Original 34 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 19 Antworten

wallone77

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Diese Kritik ist wirklich ärgerlich. Wer den Film nicht witzig oder unterhaltsam findet, dem ist nichts vorzuwerfen, außer dass er entweder keinen oder eben einen anderen Humor hat. Die Kritik aber an der simplen Grundkonstellation (arm/reich, Bildungsbürger/Banlieue) festzumachen, ist einfach Schwachsinn. Natürlich ist weder das Ausschlachten von Gegensätzen noch ein mit Berührungsängsten aufgeladenes Thema als Komödienzutat neu. Darum geht es aber auch nicht. Es geht wie immer um das was man draus macht. So richtig Feuilleton-doof wird´s dann, wenn es heißt, die Macher hätten sich „am Thema verhoben“. Man fragt sich, welches Thema wird hier unterstellt, an dem man sich verheben konnte. Eine Komödie muss einem Thema schließlich nicht irgendwie ‚gerecht werden‘, sondern nur – ja wirklich nur – unterhalten.


Le Samourai

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Wahre Worte, Hitmanski.