honigsau - honigsaus Kommentare zu Filmen

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honigsau
über John Carter - Zwischen zwei Welten

6.0Ganz gut

Viel zu gewöhnlich, um noch etwas Besonderes zu sein... Schade, wenn man bedenkt, dass die Grundidee "John Carter" eigentlich ein "Original" ist. Aber man hat wirklich alles schon einmal gesehen.
Mit dem mittelmäßigen Humor wird viel zu sparsam umgegangen und sogar die Action ufert verhältnismäßig wenig aus (für Hollywood beinahe schon untypisch). Die "Luftschiffschlachten" sind eigentlich vollkommen überflüssig, trotzdem kann man dem Film alles in Allem ein halbwegs gutes Zeugnis ausstellen.

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honigsau
über Battle in Seattle

5.5Geht so

Eines vorweg: Das Wort "Gutmenschentum" ist eine herablassende Bemerkung über Menschen, die ihrer Sichtweise entsprechend "Gutes" für die Menschen tun wollen. Folglich kann man nur dann Menchen als "Gutmenschen" beschimpfen, wenn man sich damit arrangiert hat, ein böser Mensch zu sein - Gratulation!

Zur Filmkritik: Ich komme aus der Szene, die man in den Jahren 2000-2010 immer wieder als "Globalisierungsgegner" (oder harmloser "Globalisierungskritiker") bezeichnet hat. Demnach kann ich den filmischen Inhalte durchaus auf seinen Realismus hin prüfen, wennglich ich 1999 nicht in Seattle war.
Ich war insgesamt eher etwas enttäuscht von "Battle in Seattle", denn die Dramatik des Filmes kommt in keinster Weise an die realen Begebenheiten derer Menschen heran, die an anderer Stelle tatsächlich mit den Kriegen und Aufständen dieser Welt zu kämpfen haben. Trotzdem versucht der Film krampfhaft, eine solche Atmospähre zu erschaffen. Er versucht uns das Gefühl einer Demonstration so zu suggerieren, als wäre sie ein Kriegsdrama.
Und so hat mich bereits während dem Zuschauen des Filmes ein äußerst befremdliches Gefühl beschlichen, das ich von keiner Demonstration her kenne . Battle of Seattle versucht aus einer Demonstration ein "es-geht-um-Leben-und-Tod"-Film zu machen und verzerrt somit das Bild sämtlicher Aktivisten der echten Bewegung.
Die Akteure des Filmes heulen, verzweifeln und dogmatisieren jedes noch so halbwegs bekannte Klischee des vermeintlichen "Berufsdemonstranten" in einer höchst übertriebenen Weise. Dies soll den Zuschauer offenbar mitreißen und mitfiebern lassen, obwohl es - genauer betrachtet - für die amerikanischen Aktivisten um überhaupt gar nichts geht. Sie selbst sind nicht von Hunger, Folter und Elend betroffen, versuchen aber ein emotionales Szenario zu schaffen, als befänden sie sich in einer tatsächlichen Schlacht, in einem Bürgerkrieg, bzw. versuchen so auf den Zuschauer zu wirken, als wären sie wahrlich ein Teil einer Revolution.
In Wirklichkeit gibt es sie natürlich, die erschreckenden Momente, wenn die Polizei auf Demonstranten eindrischt, schwarz Vermummte Schaufensterscheiben einschlagen, Tränengas, Verletzte usw., doch in diesem Film wirkt alles so unendlich extrem. Die von der Polizei festgenommenen Demonstranten jammern in diesem Film größtenteils ohne besonderen Grund (nicht zu vergleichen mit festgenommenen Aufständischen in der arabischen Welt beispielsweise, für deren Erlebnisse die gezeigte Emotionalität des Filmes nachvollziehbar wäre).
Eine Demonstration im westlichen Teil der Welt ist immer etwas ernstes, aber meistens trotzdem viel viel lockerer und humorvoller als in diesem Film dargestellt. Selbst Straßenkämpfe und Ausschreitungen erlebt der einzelne Aktivist nicht nur als eine Form des Krieges, sondern (so viel Ehrlichkeit muss sein) vielmehr als eine Art von Spaß, Erlebnishunger, Adrenalin-Kick usw. Dieses Prinzip wird von keinem einzigen der Schauspieler über einen längeren Zeitraum hinweg dargestellt. Nein, im Film thrillert es an allen Ecken und Enden - eine Demonstration will "James-Bond-Film" sein... Wenn schon Hollywood, dann hätte man sich die dramatischste Szene (mit der Schwangeren) zumindest für den Schluss aufheben sollen, und den Film nicht so einschläfernd und ohne jedes Showdown beenden lassen.

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honigsau
Kommentare

Folgende Problematik:
Ich fand den Hype um die 3D-Technik irgendwie cool. Ich habe mir Avatar angesehen und gedacht, dass man mit dieser Technik durchaus früher oder später (?!?!) wirklich geniale visuelle Eindrücke schaffen kann. Der Film selber kam mir eher wie eine unnötige Adaption von "Der mit dem Wolf tanzt" vor.
Anschließend habe ich mir "Alice im Wunderland" in 3D angesehen und war selbstverständlich enttäuscht - die Technik hat mich nicht begeistert und die Story war zutiefst dämlich.
Also wollte ich der 3D-Geschichte anhand eines dritten Beispiels eine weitere Chance geben.
Also habe ich mir die Frage gestellt: "Wann kommt mal wieder ein guter Film in 3D raus?"...
Ich habe mir die Frage gestellt und habe mir die Frage gestellt und habe mir die Frage gestellt und stelle mir die Frage seither immernoch.

Leute, ich will den ganzen Scheiß nicht sehen! Eine beinahe schon "nachweislich" beschissene Fortsetzung von Fluch der Karibik, irgendwelche kindischen Thron und Thor-Filme, den 80.000sten Kinder-3D-Animationsfilm usw. Das haut doch keinen mehr vom Hocker...
Nun, ich gebe (bisher) nicht der 3D Technik die Schuld am 3D-Versagen, sondern den abgrundtief schlechten Kinoprogramm der letzten zwei Jahre...

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honigsau
über Inception

7.5Sehenswert

Warum muss es sich bei der traumeigenen Security eigentlich ausgerechnet um Agenten in teuren Designeranzügen handeln und nicht um ein achtköpfiges Fabelwesen? Warum wird auf die "Eigenartigkeit des Traumes" verwiesen, wenn alle dargestellten Träume eher an einen James-Bond-Film erinnern, als an eine surreale Traumwelt? Warum wird der Film mit einer übertriebenen Portion Aciton ausgestattet, anstatt der prinzipiell interessanten Story etwas mehr Mystik zu verleihen?
Der Film hat mich wirklich gut unterhalten, aber letztlich empfinde ich den Film eben doch als zu schwach, bedenkt man das schier unerschöpfliche Potential an Fantasie, dass man für diesen Film hätte aufbringen können?
Tatsächlich schließe ich mich der Kritik von Daxtro an: Der Abschnitt bezüglich der Erklärung zum Thema "Traumgestaltung" kann man als besten Part bezeichnen, alles was darauf folgt (also der eigentliche Auftrag des Teams) ist etwas einfallsarm, wenngleich der Film dadurch zum Glück nicht langweilig wird.

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honigsau
über The Crazies

7.5Sehenswert

Spannung und Vorhersehbarkeit halten sich in diesem düsteren Filmchen in etwa die Waage. Da ich das Genre generell am allerliebsten mag, kann es sein, dass meine Filmbewertung letztendlich etwas zu unkritisch ausfällt. Aber für eine knisternde Atmosphäre ist eben gesorgt, auch wenn der Ideenreichtum der Produzenten eher dünn ausfällt, angesichts der Vielzahl an ähnlichen Filmen.
Und weil praktisch alles schon mal dagewesen war und dieser Film kein neues Konzept vermittelt, sondern lediglich die Flucht vor dem Bösen suggeriert (ähnlich wie bei 28 days later), kann er nicht wirklich mit den besten Streifen des Genres mithalten.

Allerdings empfinde ich den Zustand der Verwandlung (von Mensch zu Zombie, um es mal etwas plakativ zu formulieren) als unglaublich gut gelungen; denn in dieser Hinsicht wirkten andere Filme bisher zu unentschlossen oder zu plötzlich. Die bedrohliche Wesensänderung der Infizierten ist zwar unaufhaltsam, aber scheint (vgl. Deputy) beinahe schon nachvollziehbar zu sein, sie geht schleichend von der gesunden Psyche in den Wahnsinn über und lässt zumindest im Anfangsstadium der Erkrankung Spielraum für Beruhigung und Einflussnahme durch andere Menschen zu. Diese Verwandlung macht mir sogar etwas mehr Spaß als die 15-Sekunden-Mutation bei 28 days later...
Im Verlauf des Filmes nimmt das Vorgehen des Militärs eine konsequente Haltung ein, was einen gravierenden Filmfehler noch mal rückgängig macht - das Einteilen der Dorfbewohner in "gesund" und "infiziert" nur anhand der Körpertemperatur wäre immerhin eine medizinische Katastrophe, wenn man von einer Inkubationszeit von 3 Tagen ausgeht - die Gleichung "wer kein Fieber hat, ist auch nicht krank" wird aber selbstverständlich in der Realität auch schon an Flughäfen praktiziert...

Ein kleines Fazit:
An Spannung mangelt es dem Film nicht, doch hat er nicht die Klasse, um einen der Spitzenplätze der "Zombie-Rubrik" einzunehmen. Manche Ideen sind einfach anderen Filmen zu stark entnommen (The Carriers / The Happening etc.)
Anzumerken wäre noch, dass ich diesen Film nicht aus der Sicht des Remakes betrachtet habe. Das Original kenne ich nicht.

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honigsau
über 3. Halbzeit

7.5Sehenswert

Dieser Film unterscheidet sich von "Football Factory" und "Green Streets Hooligans" darin, dass er nicht unweigerlich von seinem Schlachtgetümmel lebt und der Zuschauer zwischen der eigentlichen Story nicht unwillkürlich von einem Kampf zum anderen fiebert. Stattdessen nimmt man die seichte, teils recht humorvolle und gleichzeitig dramatische Story interessiert und manchmal amüsiert zur Kenntnis. Der Film entwickelt eine eigene Art von Seriösität, indem er nicht nur die Coolness der zähneknirschenden Hooligans ins Rampenlicht ihrer Sichtweise auf die Szene stellt, sondern auch deren Absurdität belächelt. Die Ticks der Hooligans sind demnach nicht nur brutal, sondern manchmal auch von Infantilität und Lächerlichkeit geprägt. So empfinden sich die Hools bewusst als enorm cool, während Außenstehende bswp. über deren Kleidungsstil schmunzeln müssen (..."sehen aus wie Feuermelder".)
Und obendrein, die gezeigten Auseinandersetzungen sind wesentlich realistischer als bei anderen Filmen dieser Art - wer dies bezweifelt, hat wahrscheinlich noch nie eine reale Auseinandersetzungen miterleben müssen.

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