infamia - infamias Kommentare zu Filmen

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infamia
über Küss den Frosch

4.5Uninteressant

Toll, dass man sich beim Zeichnen von Hand so viel Mühe gemacht hat, aber all die Anstrengungen verpuffen, wenn die Übersetzung der Songs der Devise folgt "Reim dich oder ich fress dich".
Bei Cassandra Steen überfällt mich Schüttelfrost und es rollen sich mir die Fußnägel hoch: Wer hat die eigentlich als Synchronsprecherin verpflichtet?! Haben sie Dieter Bohlen auf die anderen Casting-Teilnehmerinnen losgelassen? Diesem dünnen Stimmchen fehlt jegliches Volumen, das man von einem echten Südstaatenmädel erwartet. Und falls ich doch mal Urlaub von sauberer Aussprache brauchen sollte, dann fahre ich zwei Stationen mit der U-Bahn von Berlin Neuköln zur Blaschkoallee. *Schauder*

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infamia
über Moon

7.0Sehenswert

Der Film baut in der ersten halben Stunde (nicht zuletzt durch überdeutliche Anleihen aus "Solaris" und "2001") eine ungeheure Erwartungshaltung auf, die er dann leider nicht erfüllt.
Zur Halbzeit glaubt man, das Setup durchschaut zu haben, und wartet darauf, eines Besseren belehrt zu werden. Es liegt eine unglaubliche Spannung in den Bildern, atemlos ewartet man den Augenblick, an dem man nun komplett überrumpelt wird, der die eigene Theorie zum Gesehenen umstößt -- aber der kommt nicht. Stattdessen werden die Hintergründe solange bis ins allerletzte technische Detail erklärt, bis auch jeder Interpretationsspielraum genommen wurde.
Am Ende hat man einen Film gesehen, der toll inszeniert ist, über den man aber keine Minute nachdenken muss oder diskutieren kann.

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infamia
über Die nackte Wahrheit

4.5Uninteressant

Abgedroschen, vorhersehbar, wenig gute Schauspielerei, an keiner Stelle originell, die letzten 20min geradezu quälend. Gerade noch erträglich wegen des halbwegs gelungenen Anfangs.
"This is Spar^H^H^H^HBoring!!!"

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infamia
über Lauras Stern und der geheimnisvolle Drache Nian

4.5Uninteressant

Nachdem ich vom ersten Kinofilm mit Lauras Stern sehr positiv überrascht war, hat mich der Nachfolger enttäuscht.

Die Figuren rennen/fliegen/reiten kreuz und quer durch ein kunterbuntes, lupenreines, äußerst dünn bevölkertes China: Die Animations-Crew kommt komplett von dort, man sollte also nicht zu viel Realismus oder gar Gesellschaftskritik erwarten. Bei all der Hochglanz-Ferienwerbung bleibt die Handlung bestenfalls unklar, eher widersprüchlich; jedenfalls drang sie nicht so recht zu mir oder meiner 4-jährigen Tochter durch.

Im ersten Kinofilm wurde sehr viel Liebe in das Ausdrucksvermögen des Sterns investiert: Toll, was so ein Sternchen völlig ohne Gesicht und Stimme an Gefühlen zeigen konnte! -- Davon ist leider nichts geblieben. Der Stern ist lediglich Requisite, er belebt allerlei Gegenstände, dient als Reittier und hält irgendwie die Story zusammen.

Während der erste Film sehr gut von der Musik und den Bildern getragen wurde, reden/zanken/streiten die Figuren im zweiten Teil für meinen Geschmack zu viel. Überhaupt gibt es zu viele Hauptpersonen, die sich gegenseitig die Show stehlen, und von denen dann auch keine so recht als Identifikationsfigur taugt. Schade.

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infamia
über Das Wandelnde Schloss

4.0Uninteressant

Das Buch von Diana Wynn Jones ist eines der schönsten Kinderbücher, das ich kenne. Ich kann gar nicht erwarten, es später einmal meiner Tochter vorzulesen!

Leider hat sich Miyazaki offenbar zu sehr in K&K, Wiener Walzer und seine (Kriegs-)Maschinen verliebt: Er lebt den Krieg und die Schlachten (beides gibt es im Buch nicht) derart detailverliebt aus, dass die Charakterentwicklung auf der Strecke bleibt, man vom Ende und der Auflösung gar völlig überrumpelt wird. Okay, der Schluss des Buches kommt auch eher schnell und überraschend, aber man wird nicht zu schmerzhaft hochgezogenen Augenbrauen genötigt wie vom Film.

Überhaupt ist die Umsetzung des Buches nur schlecht gelungen: Witz, Charme und Ironie gehen völlig verloren. Howls Konflikt ist im Buch ein gänzlich anderer: Er kommt aus unserer Welt (na gut, aus Wales), hat sich durch sein Studium mythischer Texte in die Fabelwelt geschlichen und lebt seinen Wissensvorsprung gegenüber mittelalterlichen Hexen und Zauberern genüsslich aus.

Selbst die deutsche Synchronisation ist lieblos: Der Zaubergehilfe heißt im englischen Buch Marcus. Dass die Japaner das Wort nicht gut aussprechen können, mag ja sein. Aber warum darf Marcus in der deutschen Synchro nicht wieder Marcus heißen? Oder Howl einfach Howl? Bei Sophie hat's doch auch geklappt?

Insgesamt eine enttäuschende Umsetzung eines sehr guten Buches und für mich der bisher schlechteste Ghibli-Film :(

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infamia
über The Fast and the Furious

1.0Ärgerlich

Dominic "Dom" Toretto (Vin Diesel, "Pitch Black") ist der ungeschlagene König der illegalen Straßenrennen. Sein teures Hobby finanziert er mit "vom Laster gefallenen" DVD-Playern, sprich: Autobahnpiraterie. Klar, daß Brian (Paul Walker, "The Skulls"), der neue in der Clique, ein Undercover -Agent des FBI ist. Doch statt den Bösewicht zu verhaften, findet er Gefallen an schnellen Autos und an Torettis Schwester Mia (Jordana Brewster)...

Sicher, ein Film, in dem aufgemotzte Kleinwagen die Hauptrollen spielen, kann einen Menschen mit Abitur nicht sonderlich lange fesseln. Doch daß es so schlimm werden würde...
Der Minimal-Story gelingt es nur mit größter Mühe, die (zugegebenermaßen recht ansehnlichen) Stunts miteinander zu verbinden. Die Dialoge beschränken sich auf das nötigste Gegrunze und Geschubse um zu erkennen, welches Nullhirn wen mag, oder auch nicht. Da kann ich mir auch Samstagnacht vor der Aral-Tankstelle die tiefergelegte Dorfjugend anschauen. Alle Schauspieler wirken, als würden sie ihre wenigen Textbrocken ständig von viel zu kleinen Zettelchen ablesen müssen -- sogar GZSZ kann das besser.
Jede einzelne Szene, ja jeden Satzfetzen hat man in einem anderen Film schon einmal besser gesehen. Noch dazu wurde die eh schon nervige MTV-Style-Kameraführung in der Post Production bis zum Anschlag auf "fast and furious" getrimmt, ein Garant für Kopfschmerzen und Übelkeit. Spätestens nach einer halben Stunde sehnt man sich förmlich nach einem lieblosen, aber routinierten 08/15-Bruckheimer wie "Nur noch 60 Sekunden".

Die einzige Eigenleistung sind die wohl umständlichsten und dämlichsten LKW-Überfälle der Filmgeschichte:
Drei schwarze japanische PKW (sogar die kennt man schon aus "Taxi Taxi") tänzeln verliebt um einen mit Vollgas rasenden (mindestens) Vierzigtonner. Mit einer Harpune wird ein Loch in die Frontscheibe des Lasters geschossen, an einem daran befestigten Stahlsein hangelt sich dann ein Böser Bube ins Cockpit und schlägt den Fahrer K.O. Die Jungs haben halt "Stickstoff im Blut und Benzin im Gehirn" -- Taucherkrankheit grüßt Hirnzellenmassaker. Aber dem Regisseur (Rob Cohen, "The Skulls") scheint's gefallen zu haben, denn er kostet das "furiose" Finale, den ultimativen Kampf "PKW gegen 18-Achser mit Schrotflinte", solange aus, bis sogar die hartgesottensten GTI-Fahrer vor Langeweile in ihren Kinosesseln herumrutschen.

Fazit: Für ein Musikvideo zu lang, für alles andere zu dämlich.

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infamia
über Sass - Die Meisterdiebe

8.5Ausgezeichnet

Die Brüder Franz (Ben Becker, "Comedian Harmonists") und Erich Sass (Jürgen Vogel, "Das Leben ist eine Baustelle") machen im Berlin der ausgehenden 20er Jahre die Tresore der großen Banken unsicher, denn sie sind innovativ: Erstmals in der Kriminalgeschichte benutzen sie einen Schneidbrenner, um einen Geldschrank zu öffnen. Kriminalsekratär Fabich (Henry Hübchen, "Sonnenallee") ist ratlos: Zwar fällt schnell auf, daß die kleine Autowerkstatt der Brüder Sass wohl kaum genug Geld für den neuen Mercedes abgeworfen haben kann, aber die Indizien reichen nicht aus. Mit der typischen Berliner Schnauze winden sich die Brüder aus jedem Verhör heraus. Nachdem sie einen Teil ihrer Beute im Arbeiterviertel Moabit verteilen, werden sie auf der Straße offen als Helden gefeiert. Und auch die Oberschicht findet Gefallen an den unkonventionellen Aufsteigern, die ihr neues Leben in vollen Zügen genießen. Schnell wird der berüchtigte Ringverein "Immertreu" auf die Meisterdiebe aufmerksam und möchte seine Vereinskasse durch Schutzgelderpressung aufbessern. Doch die Brüder bleiben hart -- was ihrem Vater (Otto Sander, "Das Boot") das Leben kostet...

"Sass" beruht auf wahren Begebenheiten, auch wenn die 14jährigen Raubzüge der Gebrüder, die ihnen viele Millionen Reichsmark einbrachten, für den Film stark gestrafft werden mußten. Die Rollen sind bis zum letzten Statisten exzellent besetzt; endlich mal ein deutscher Film, der nicht mit Til Schweiger oder Heike Makatsch nervt. Ben Becker gibt sehr überzeugend den intellektuellen Lebemann Franz, sein jüngerer Bruder, der eher handwerklich-naive Erich, wird vom kaum wiederzuerkennenden Jürgen Vogel gespielt. Otto Sander glänzt in seiner tragischen Nebenrolle ebenso wie Traugott Buhre als Polizeipräsident Zörgiebel.

Der Film zeichnet ein dichtes Bild von der Atmosphäre der 20er Jahre, die einige wenige als "Die Goldenen Zwanziger" erlebten, die meisten aber als graues, von Dreck, Hunger und Armut geprägtes Jahrzehnt. Über allem schwebt bereits die dunkle Bedrohung des Nationalsozialismus... Die Kameraführung ist brillant, genau in den richtigen Szenen kommt die Handkamera zum Einsatz. Selbst die frivolen Ausschweifungen der Reichen und Mächtigen in den Wintergärten und Bordellen werden in sehr ästhetisch-erotischen Bildern eingefangen. Lediglich der irgendwie tubalastige Soundtrack trägt manchmal zu dick auf (Swing und Co sind halt nicht jedermanns Sache) und das Ende gerät ein wenig zu vorhersehbar und kitschig. Und leider wirken manche CG-Spezialeffekte extrem billig :(

Fazit: "Sass - Die Meisterdiebe" ist ein handwerklich (außer CG) sehr gut gemachter Film mit einer unterhaltsamen Geschichte und noch besseren Darstellern. Schade, daß er wahrscheinlich am Mainstream vorbeigehen wird.

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infamia
über Passwort: Swordfish

7.5Sehenswert

Bösewicht Gabriel Shear (John Travolta) plant, was man als High-Tech-Krimineller heutzutage so plant: Er möchte sich einige Milliarden Dollar illegaler Regierungsgelder aneignen. Leider liegen die gut gesichert auf ihren Konten herum und werfen Zinsen ab. Shear schickt seine Gehilfin Ginger (Halle Berry, "Storm" in "X-Men"), um den Superhacker Stanley Jobson (Hugh Jackman , "Wolverine" in "X-Men", Mutanten-Klassentreffen?) anzuwerben. Der läßt sich von der Hoffnung verführen, mit dem Geld das Sorgerecht an seiner kleinen Tochter zu erkämpfen, doch der oberste IT-Fahnder der Regierung (Don Cheadle, "Traffic", "Mission to Mars") ist ihnen bereits auf der Spur. Die Gewaltspirale dreht sich immer weiter und steuert auf eine finale Katastrophe hin...

Regisseur Dominic Sena ("Nur noch 60 Sekunden", "Kalifornia") hat alles aufgefahren, was ein fetziger Actionfilm so braucht: Mächtige Explosionen in Zeitlupe dazu ratternde Maschinengewehre (denen die Munition nie ausgeht) kombiniert mit rasanten Verfolgungsjagden, Hubschraubern und hübschen Frauen mit nackten Brüsten. Daß die meisten dieser Show-Einlagen reiner Selbstzweck sind und kaum die dünne Story tragen können, stört nicht weiter: Sena läßt nie genug Zeit, darüber nachzudenken -- schon knallt's wieder irgendwo. John Travolta ist mal wieder ein Comeback gelungen (das dritte?): Er spielte die kühlen, berechnenden und in jeder Situation überlegenen Gangster schon immer am besten ("Pulp Fiction", "Broken Arrow", "Face Off"). Besonderer Hingucker ist garantiert Halle Berry: Sie trägt nie mehr als luftige Unterwäsche, oft sogar nicht mal die.

Fazit: Ein schneller, lauter Actionfilm, der mehr auch nicht sein möchte.

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infamia
über Animal - Das Tier im Manne

3.5Schwach

Marvin (Rob Schneider, "Rent a Man") ist Polizist. Naja, kein richtiger Polizist: Er ist für die Asservatenkammer zuständig und läßt sich dabei sogar von zehnjährigen Besuchern tyrannisieren. Sein alljährlicher Versuch, den Hindernisparcours zu bezwingen, um doch noch eine Polizeimarke zu bekommen, ist zur fest eingeplanten Attraktion für die schadenfrohen Kollegen geworden. Marvin ist einer der jämmerlichsten Verlierer der Kinogeschichte, auf den selbst alte Mütterchen genüßlich ihre Zwergpudel loslassen...
Nach einem schweren Verkehrsunfall wird Marvin von einem durchgeknallten Wissenschaftler (Michael Caton, eine müde "Doc Emmet Brown"-Kopie) aufgelesen und mit Tiergedärmen zusammengeflickt. Seitdem besitzt er übermenschliche Kräfte: Er kann Kokain im Enddarm eines Dealers erschnüffeln, zehn Meter hoch springen und sich selbst die Eier lecken. So wird er zum Helden seiner Polizei-Truppe -- sehr zum Ärger seines Chefs Sgt. Sisk (John C. McGinley, "Get Carter", "An jedem verdammten Sonntag", hat den Bösewicht auch schon weitaus überzeugender gemimt).

Obwohl "Animal" tatsächlich einen einzigen Gag über 90 Minuten streckt (und Adam Sandler als ausführenden Produzenten hat), ist er nicht ganz so schlecht, wie er sein könnte. Er bringt einen nicht übermäßig zum Lachen, treibt einen aber auch nicht angewidert aus dem Kino. Rob Schneider (hat auch das Drehbuch geschrieben) macht als verwirrtes Opfer seiner tierischen Instinkte keine allzu schlechte Figur, aber die Rolle hätte auch jeder andere Laien-Komiker hinbekommen.

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infamia
über Helden aus der zweiten Reihe

7.0Sehenswert

Die großen Football-Stars streiken, weil die lumpigen drei Millionen Dollar im Jahr offenbar kaum für die Versicherung des neuen Ferraris ausreichen. Innerhalb einer Woche muß Trainer Jimmy McGinty (Gene Hackman, kunstvoll exhumiert) ein neues Team aufstellen, denn die Play-Offs stehen vor der Tür. Ganz nach dem Motto "Und wenn sie nicht gewinnen, soll es wenigstens Spaß machen, ihnen zuzusehen" heuert er eine Truppe Halb-Profis an: Den Quarterback Shane Falco (Keanu Reeves), einen durchgeknallten Psycho-Cop (Jan Favreau), einen Sträfling (Earl Wilkinson), einen Sumoringer (Ace Yonamine), den walisischen Fußballspieler Nigel Gruff (Rhys Ifans, hat als Spike in "Notting Hill" der Welt seine Unterhose mit Eingriff präsentiert -- und er tut es wieder), und für die Gags in der Umkleide darf natürlich eine Fummeltrine nicht fehlen (Orlando Jones, demnächst in "Evolution").

Obwohl die Handlung sehr vorhersagbar ist, die Schauspieler nicht sonderlich toll sind (Hackman ist deutlich unterfordert, Reeves ist noch immer genauso untalentiert) und die gezeigten Football-Spielzüge grausigen Unsinn darstellen, macht es Spaß, den Film anzuschauen. Die Großaufnahmen sind großartig (Tak Fujimoto, "The Sixth Sense"), der Soundtrack ebenso (Rolling Stones, Sting, Gloria Gaynor) -- und daß die ebenfalls streikenden Cheerleader durch die Belegschaft eines Strip-Lokals ersetzt wurden, hebt zwar nicht das Niveau, aber doch irgendwie, äh..., die Stimmung.

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infamia
über Crocodile Dundee in Los Angeles

1.5Ärgerlich

Was erwartet man vom dritten Aufguß der "Crocodile Dundee"-Reihe? Eigentlich nichts. Leider bekommt man nicht einmal das.
Diesmal verschlägt es Mick "Crocodile" Dundee (Paul Hogan, inzwischen etwa 60 Jahre alt) nach Los Angeles. Warum, ist uninteressant, wie der Rest des Filmes auch. Natürlich dreht sich in L.A. alles ums Film-Business: Jeder Taxifahrer ist ein verkannter Schauspieler, auf Parties erzählt Mick den erstaunten Gästen lustige Geschichten über seinen Freund Mel Gibson (und alle denken, er meint Mel Gibson), während einer Filmstudio-Tour erlegt er mit seinem Buschmesser animatronische Dschungeltiere und verirrt sich kurz in eine Gay-Cowboy-Bar. Als die dünne Story sich dann in Richtung Kriminalschmonzette entwickelt, entfaltet der Film die atemberaubende Dynamik einer schlechten "Matlock"-Folge. Ein paar der Gags wären vor einiger Zeit vielleicht noch ganz gut angekommen -- sagen wir, so um 1976 herum.

Wahrscheinlich hat es Regisseur Simon Wincer ("Free Willy") darauf angelegt, einen möglichst seichten, unanstößigen Familienfilm zu drehen -- Klar, daß der nur langweilig werden kann. Einzig positiv ist, daß es ganze 13 Jahre gedauert hat, bis die Welt mit diesem weiteren "Dundee"-Film beglückt wurde. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil: Bestimmt kommt 2014 ein neuer familienfreundlicher Kracher in die Kinos, "Crocodile Dundee rettet Weihnachten" oder "Crocodile Dundees Geburtstag bei den Teletubbies".

-- "Ah-Oh!"

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infamia
über Tomcats

0.0Hassfilm

Der Plot ist so alt, daß er im Drehbuchautoren-Altersheim bereits seit Jahrzehnten in die Klotür geritzt sein könnte: Eine Horde cooler Typen (sie nenen sich selbst "Tomcats") schließt anläßlich der Hochzeit eines der Rudelmitglieder eine Wette ab: Jeder zahlt jährlich 1000$ in einen Fond, den der letzte verbliebene Junggeselle ausgezahlt bekommt. Nach sieben Jahren sind nur noch zwei übrig: Michael Delaney (Jerry O'Connell, der fette kleine Junge aus "Stand By Me", "Scream 2", "Mission To Mars") und der widerliche, aber recht wohlhabende Kyle Brenner (Jake Busey, der Mann mit den furchterregendsten Schneidezähnen der Filmgeschichte). Beide haben sich vorgenommen, jede Frau auf der Welt zu vögeln (Klar, nur die gutaussehenden). -- Bis Michael in Vegas 51000$ Spielschulden macht, die er innerhalb eines Monats zurückzahlen muß. Also versucht er, Kyle zu verheiraten und den Wetteinsatz zu kassieren, denn der Topf ist auf satte 500000$ angewachsen (Technologie-Aktien?). Er erfährt, daß Kyle bisher nur einmal (ansatzweise) verliebt gewesen ist: In die rehäugige Natalie (Shannon Elizabeth, die Austauschschülerin aus "American Pie", "Scary Movie"). Die hat die Romanze freilich ganz anders in Erinnerung, willigt aber ein -- für die Hälfte des Geldes, versteht sich. Wer hätte es gedacht: Die beiden verlieben sich ineinander, bla blub sülz...

"Tomcats" versucht mit brutaler Gewalt, die Neanderthal-(Un-)Komik aller seiner Vorgänger zu übertreffen. Die Zielgruppe der pubertierenden 13jährigen mag sich dabei amüsieren, aber jeder "Gag" wird dreimal unterstrichen, damit man ihn ja nicht verpaßt. Zwanzigminütige Szenen, die absolut nichts mit der, äh..., Handlung zu schaffen haben, wurden nur eingebaut, damit Michael von einer Großmutter-Domina verprügelt werden kann. Komisch war auch das nicht. Ein anderes Beispiel: Kyle erkrankt an Hodenkrebs. Doch irgendwie hat er sein linkes Ei liebgewonnen und bittet Michael, es aus dem Labor zu retten. Das Ding erweist sich als ziemlich glibberig und springt wie ein Tennisball quer durch das Krankenhaus, bis es in der Kantine landet und mit einer Praline verwechselt wird. Okay, auch Monty-Python-Filme leben von solchen Einlagen. Aber die sind dann auch wenigstens lustig.

Wer jetzt noch immer glaubt, er müsse diesen Film sehen, dem sei gesagt: Nein, willst Du nicht! Die Schauspieler sind grottenschlecht; wahrscheinlich hat jemand aus Mitleid all die Versager aufgesammelt, die beim Baywatch-Casting durchgefallen sind. Die mißglückten Parodien auf Kassenschlager wie "Mission: Impossible 2", "Scream", "Pretty Woman" usw. gab es alle schon einmal besser, einige grenzen fast an Leichenschändung. Noch nie war ein Film so frauenverhassend, daß einem _jeder_ Lacher im Halse stecken bleibt. Und obwohl die Jungs ständig von schönen Frauen umgeben sind, bleibt ausgerechnet Shannon Elizabeth zu jeder Zeit vollständig bekleidet.
Regisseur und Drehbuchautor Gregory Poirier kommt für alle Zeiten auf meine Schwarze Liste. Möge er von Außerirdischen entführt und aufs grausamste seziert werden.

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infamia
über Wes Craven präsentiert Dracula

3.0Schwach

High-Tech-Bankräuber dringen ins Allerheiligste des Londoner Antiqitätenhändlers Abraham van Helsing (Christopher Plummer) ein. Dort finden sie aber statt der erhofften Schätze nur einen verstaubten, alten Metallkasten. Mit Wes Craven (lediglich ausführender Produzent) hat dieser Film wirklich nicht viel zu tun: Denn mit der Horrorfilm-Grundbildung der Scream-Protagonisten hätten die Diebe den kruzifixgespickten Silbersarg sicher nicht mit einem Designer-Tresor verwechselt. So kommt aber niemand auf die Idee, daß sie den mindestens vierzehnten Dacula-Aufguß der Filmgeschichte mit sich herumschleppen...
Kamerad Obervampir (Gerald Butler) beißt sich frei und hinterläßt eine enttäuschend unspektakuläre Spur nach New Orleans, wo er ein Rendezvous mit van Helsings Tochter Mary (Justine Waddell) plant. So richtig böse und fies benimmt sich Dracula dabei nicht: Keine schreienden Jungfern, kein Geschmadder, dafür jede Menge Freestyle-Kung-Fu -- "Matrix" läßt grüßen. Mit seinem schwarzen Umhang und der XXL-Nebelmaschine im Hintern erinnert er auch eher an David Copperfield (mich beschleicht da eine dunkle Ahnung...). Von einem Film, der Wes Cravens Namen trägt, erwartet man da mehr. Nachdem nach knapp einer Stunde Draculas Interesse an Mary geklärt ist, geht auch das letzte "Bißchen" Spannung verloren.
Normalerweise beginnt ein klassischer Vampirfilm damit, daß er einige Regeln aufstellt, an die sich die Beißer zu halten haben, damit die tapferen Vampirjäger auch eine Chance bekommen, sie zu erledigen. Aber Regie-Debütant Patrick Lussier (für den Schnitt bei Scream verantwortlich) wirft da einiges durcheinander: Bis zum Schluß bleibt unklar, ob Kruzifixe, Knoblauch oder Sonnenlicht überhaupt einen Einfluß haben. Und seit wann fürchten sich Vampire vor Silberkugeln? So pelzig sahen die Blutsauger dann doch nicht aus. Auch der originelle Versuch, die Entstehung des Vampirismus zu klären, überzeugt nicht wirklich.
Zwei Stunden Langeweile.

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infamia
über Men of Honor

4.0Uninteressant

Carl Brashear (Cuba Gooding Jr.), Sohn eines farbigen (ist das P.C.?) Landarbeiters aus Kentucky, möchte aus seinem Leben etwas besseres machen -- Er meldet sich zur Navy (ob das wirklich besser ist?). Leider bietet die Navy der 50er Jahre Farbigen nicht wirklich spannende Karrieremöglichkeiten: Schiffskoch oder Offiziers-Dienstbursche. Doch Carl möchte unbedingt Tiefseetaucher werden. Warum? "Weil sie gesagt haben, ich könnte es niemals werden!" Nach unzähligen rassistischen Spießrutenläufen darf er an einem Ausbildungslager teilnehmen. Dort gerät er an Master Diver Billy "Ich bin Gott!" Sunday (Robert De Niro). Verbittert darüber, daß seine eigen Karriere bergab verläuft (Teufel Alkohol...), und nicht weniger konservativ eingestellt, gibt er Carl keine Chance, den Kurs zu bestehen. Carl ist aber so versessen darauf, auf dem Meeresgrund spazieren zu gehen, daß er übermenschliche Anstrengungen vollbringt.
Es ist schwer, solch einen Film nicht zu mögen, zumal er auf Tatsachen beruht. Schwer, aber nicht unmöglich. Für ein Tiefseedrama ist das Drehbuch leider viel zu flach und strotzt von heroischen Hurra!-Szenen: So riskiert Carl seine mühsam aufgebaute Karriere bei einem "Ätsch, ich kann länger die Luft anhalten als Du, alter Sack"-Duell mit seinem Ausbilder, um seinem Freund, dem sotternden Rettungsschwimmer Snowhill (Michael Rapaport), eine zweite Chance zu verschaffen. Ratet mal, wer gewinnt? Und auf wundersam unglaubwürdige Weise werden der immer weiter abstürzende Sunday und Brashear dann doch noch Freunde, um gemeinsam gegen die Militär-Bürokratie zu kämpfen und den Film unnötig auf über zwei Stunden zu strecken.
Der Regisseur (George Tillman Jr.) ist so bedacht darauf, Carl Brashear ein cineastisches Denkmal zu setzen, daß er den Zuschauer im militärischen Schmalz geradezu ertränkt: "Der Tiefseetaucher wünscht sich nichts mehr, als auf dem Meeresgrund vom Wasserdruck zerquetscht zu werden und als Held zu sterben blabla..." Der brachial-pompöse Soundtrack kennzeichnet dabei unverfehlbar Stellen besonderen Heldenmutes, an denen man eigentlich punktgenau aufspringen, applaudieren oder heulen sollte -- man bekommt fast ein schlechtes Gewissen, wenn man es nicht tut.

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infamia
über Miss Undercover

0.0Hassfilm

Manchmal sind diese Überraschungspremieren wirklich hassenswert: Der Film ist nur unter Alkoholeinfluß zu ertragen und die Kinobar hat vor zwanzig Minuten dichtgemacht. Man will nach Hause ins Bett, aber irgendwem (meist dem Fahrer) gefällt der Film und so bleibt man sitzen, statt ins Bett zu gehen.

"Miss Undercover" ist solch ein richtig mieser Film: Sandra Bullock spielt eine Vollblut-FBI-Agentin Gracie Hart. Wer jetzt an Scully denkt, liegt falsch. Bullock kaut mit offenem Mund, schmatzt, kratzt sich am Hintern, prügelt sich und beim Lachen schafft sie es irgendwie, gleichzeitig zu schnarchen... Im Film wird sie recht passend mit "Dennis Rodman im Abendkleid" verglichen. Als ein Terrorist die Wahl zur Miss United States bedroht, soll das (unglaublich) häßliche Entlein als "Miss New Jersey" undercover ermitteln. Der Schönheitspabst Victor Melling (Michael Caine) hat zwei Tage, aus Gracie eine Dame zu machen. Der Film schwankt zwischen Action-Movie, Komödie und Drama, bedient jedes nur denkbare Schönheitsköniginnen-Cliché und bleibt dabei auf allerniedrigstem TV-SitCom-Niveau stecken. Die Bullock mag ja willig sein, aber der Plot ist verdammt schwach. Selbst stets willkommene Slapstick-Einlagen (Gracie stelzt zum ersten Mal in ihrem Leben mit Pfennigabsätzen umher) sind beim besten Willen nicht komisch -- auch (und gerade) bei der vierten Wiederholung nicht. Es gibt einem schon zu denken, daß der überzeugendste Darsteller tatsächlich William Shatner ist (er spielt den abgewrackten, trampeligen Moderator der Show, Stan Fields).
Fazit: 110 Minuten Langeweile, bäh.

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infamia
über Galaxy Quest - Planlos durchs Weltall

8.0Ausgezeichnet

"Galaxy Quest" ist so eine richtig schön schrottige 70er-Jahre-Low-Budget-Weltraum-Endlos-Serie, die nur ein Gesetz kennt: In jeder Folge muß der Typ ohne Namen, den keiner kennt, sterben (um zu zeigen, daß die Situation wirklich gefährlich ist). Einige Jahre nachdem die Serie endgültig abgesetzt wurde, treten die Schauspieler nur noch vereinzelt bei langweiligen Fan-Treffen auf, sagen ihren Lieblingsspruch auf und geben pickeligen Teenagern lustlos Autogramme.
Doch diesmal taucht eine Handvoll doof, aber heiter grinsender, kleiner Außerirdischer auf: Die naiven "Thermianer" haben die Sendungen empfangen und für "historische Dokumente" gehalten. Um im Kampf gegen ihren Erzfeind, den fiesen Sarris (so eine Art klingonische Krokodil-Heuschrecke), zu bestehen, haben sie das ruhmreiche Raumschiff "Protector" nachgebaut und ihre gesamte Kultur nach der Fernsehserie ausgerichtet. Nun fehlt ihnen nur noch die passende Crew.
Die Schauspieler sind schnell überredet, sie wittern seit langem wieder einen Job. Besonders Jason Nesmith alias "Commander Peter Quincy Taggart" (=Tim Allen, "Hör mal, wer da hämmert", "Santa Claus") findet schnell Gefallen daran, wieder rote und blaue Todesstrahlen zu verschießen, statt immer nur Baumärkte einzuweihen. Auch die vollbusige, blonde Gwen DeMarco (=Sigourney Weaver) geht voll in ihrer Rolle auf: Sie darf die Meldungen des Computers wiederholen. Nur Alexander Dane (=Alan Rickman), der einen häßlichen Halb-Außerirdischen mimt, hat seinen Part gründlich satt, schließlich hat er mal Shakespeare gespielt!
Schon bei den ersten Auseinandersetzungen mir Sarris stellt sich heraus, daß auch dessen Todesstrahlen echt sind und das eigene Schiff tatsächlichen Schaden nehmen kann. Vor allem will der Bösewicht jetzt in den Besitz des geheimnisvollen "Omega 13" gelangen, einem Gerät, von dem niemand so richtig weiß, was es tut. In der Fernsehserie hat es die Crew auf einem verlassenen Planeten gefunden. Doch bevor es ausprobiert werden konnte, wurde die Serie abgesetzt. --Daher brechen hier auch die historischen Dokumente der Thermianer ab; bauen konnten sie es immerhin...
"Galaxy Quest" ist zum Brüllen komisch, vor allem wegen der wunderbaren Seitenhiebe auf amerikanische SciFi-Fernsehserien, allen voran natürlich "Star Trek": Der Film weidet sich köstlich an all dem technischen Unsinn, den blinkenden, klobigen Armaturen, den stereotypen Charakteren und der platten Handlung.

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infamia
über Erkan und Stefan

0.0Hassfilm

Erkan (Erkan Maria Moosleitner) und Stefan (Stefan Lust) sind zwei hirnamputierte, sprachgeschädigte Volldeppen, die durch Zufall einen Auftrag als Bodygards annehmen: Sie müssen die schöne Nina (Alexandra Neldel) beschützen, die aus Versehen ein brisantes Tonband bei sich hat, auf dem die letzten Minuten des fröhlich in der Wanne planschenden Uwe Barschel festgehalten sind. Nina auf den Fersen sind alle möglichen Geheimdienste, aber das ist auch nicht so wichtig. Die absolut sinnlose Story dient nur als dürre Kulisse für das zu Recht unbekannte Comedy-Duo "Erkan und Stefan" (zwei oder drei müde Auftritte in der "Bullyparade"). Die beiden belegen sich pausenlos mit unsagbar dämlicher Babysprache in einer Art Gastarbeiterdeutsch - einer erschreckend einfallslosen Kopie der "Mundstuhl"-Charaktere "Dragan und Alder", nur eben auf bayerisch. "Eh, krass, Alter, mußte fett checken hier: Voll geiler 16-geteilt-durch-neun-Fernseher...", das kann man keine anderthalb Stunden überleben. Bäh! Wer "A Night at the Roxbury" im Juli letzten Jahres noch gequält (und auch nur unter massiven Alkoholeinfluß) überstanden hat, wird in "Erkan und Stefan" seinen Meister finden (oder einer Alkoholvergiftung erliegen). Das Ding ist mit einigem Abstand das mieseste, äh.... --Mir fehlen einfach die Worte, das Grauen zu beschreiben.

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infamia
über Der Chill Faktor

2.0Ärgerlich

Auf einer winzigen Südpazifik-Insel soll die fiese Chemiewaffe mit dem Namen "Elvis" getestet werden. Doch unter dem Zeitdruck geht etwas schief und 18 Menschen bekommen ein unappetitliches Ganzkörper-Peeling. In einem Bunker überleben nur der Wissenschaftler Dr. Richard Long (David Paymer) und der verantwortliche Ofiizier Capt. Andrew Brynner (Peter Firth). Nach der Katastrophe wird Capt. Brynner zum Sündenbock gemacht und wandert für zehn Jahre hinter Gitter. Er nutzt diese Zeit, um Rachepläne zu schmieden: Kaum entlassen, stürmt er mit einer Handvoll Söldner Longs Labor. Der kann schwerverletzt mit "Elvis" entkommen und vertraut ihn dem Schnell-Imbiß-Koch Tim Mason (Skeet Ulrich, der Bösewicht aus"Scream") an. Der blaue Glibber muß immer schön gekühlt werden, denn bei 50 Fahrenheit gäbe es einen Knall und Millionen Menschen wären bald darauf tot.
Mason schnappt sich den Eiswagenfahrer Arlo (Cuba Gooding Jr., "Jerry Maguire", "Besser geht's nicht", "Outbreak") und dessen klapprigen Lkw.
Die weitere Handlung beschränkt sich darauf, daß die beiden vor Brynner weglaufen und im heißen Montana ständig neues Eis besorgen müssen. -- Und das wird schon beim zweiten Tankstopp langweilig. Die wenigen Action-Einlagen sind so mitreißend wie eine Doppelfolge "Walker - Texas Ranger": man drängt ein Motorrad von der Straße und rutscht mit einem Boot einen Hang hinab. Auf Komik und Wortwitz wird vollkommen verzichtet! Es gibt nur einen (auf Dauer nervigen) Running Gag: "He, gebt uns Elvis wieder!" - "Elvis? Ist der nicht schon tot?" Haha. Was hat Oscar-Preisträger Cuba Gooding Jr. nach seinen peinlcih-schmalzigen Auftritten in den Flops "Instinkt" und "Hinter dem Horizont" ausgerechnet noch zu diesem Film getrieben? Wahrscheinlich Geld. Laßt Euch nicht vom gut gemachten Trailer verführen: Es gibt nicht mehr, als dort bereits zu sehen ist! Der Rest ist Langeweile.

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infamia
über High Speed Money - Die Nick Leeson Story

3.5Schwach

Ewan McGregor (Trainspotting, Episode I, ...) spielt den Börsenmakler Nick Leeson, der 1995 mit gewagten Spekulationen die altehrwürdige britische Barings-Bank in die Pleite treibt. Die Story enthält dann auch nichts, was nicht schon in der Zeitung stand, bis auf die Behauptung, Leeson hätte eigentlich nur die Bilanz ausgleichen wollen und sich nicht perönlich bereichert. Na klar, achthundert Millionen Pfund verschleudert und nicht einmal ein Sportwagen oder eine Yacht sind dabei herausgesprungen. Wer's glaubt...
Der Film ist so spannend wie die "n-tv Telebörse": Man lernt einen Haufen über Aktien, Anleihen, den Yen-Kurs zum Dollar und das schwere Erdbeben in Kobe --Die anwesenden Wirtschafts-Ingenieure haben sich prächtig amüsiert und noch im Foyer die Anlagestrategien diskutiert.
Im direkten Vergleich zu "Peanuts - Die Bank zahlt alles" (die grottenschlechte Sat1-Produktion über den Bauskandal des Dr. Jürgen Schneider) ist der Film sogar sehenswert, gegen "Wall Street" (mindestens genau so viele Zahlenspielereien, aber nicht so authentisch) hat er aber mangels Handlung nicht den Hauch einer Chance.
Erstaunlich ist nur, wie gut sich Ewan McGregor als Buchhalter verkauft, der Mann kann einfach alles spielen!

Das war's von der Börse in Shanghai, ich gebe zurück zu Friedhelm Busch.

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infamia
über Ravenous - Friß oder stirb

8.5Ausgezeichnet

Amerika im Jahre 1848. Mal wieder ein Kreig mit den Mexikanern. Geböller und Gekreisch wie bei "Fackeln im Sturm". Cpt. John Boyd hat die Hosen voll und stellt sich einfach tot. Die Mexikaner schleppen ihn zusammen mit den anderen Leichen in ihr Lager. Da liegt er nun, ganz unten im Geschmadder, das Hirn seines Vorgesetzten läuft ihm die Wange herunter. Später kriecht er aus dem Haufen, schnappt sich ein Gewehr und stürmt den Kommandostand der Mexikaner, die gerade Mittag essen sind.
Boyd wird befördert, aber trotzdem in die Sierra Nevada versetzt. Außer herrlich bergiger Landschaft ("Der mit dem Wolf tanzt" im Schnee, jedoch in der Hohen Tatra gedreht) gibt es hier nur ein verrottetes Fort, das seit den spanischen Conquestadoren ("1492") keinen neuen Anstrich mehr bekommen hat: Ein klappriger Hühnerstall, der von einer Handvoll Soldaten (Alkoholiker, Junkies, Fettsäcke, zwei Indianer usw.) "verteidigt" wird.
Eines Tages gabeln sie den halb verhungerten, halb erfrorenen (und somit statistisch schon ganz toten) Colqhoun auf ( = Robert Carlyle = Psycho-Begbie aus "Trainspotting" = Gaz aus "Ganz oder gar nicht"). Der erzählt ihnen von seinem Siedler-Treck, der über die Sierra Nevada nach Californien wollte ("Unsere kleine Farm"). Bei Wintereinbruch sucht die Gruppe Schutz in einer Höhle. Bald darauf gehen ihnen die Vorräte aus, Ochsen, Pferde, Kutsche und Lederstiefel sind schnell verputzt. Als der erste an Hunger stirbt, gibt es endlich wieder Eintopf. Das hält eine Weile vor, aber nicht allzu lange, und *schwups* rutscht der nächste Siedler an eine Stelle in der Nahrungskette, die er nicht erwartet hätte. Colqhoun flieht, um nicht auch gefressen zu werden.
Die Indianer erinnert das an den alten Fluch Veendigo (den gab's in "Ghostbusters 2" schon einmal). Der Menschenfresser nimmt dabei die Stärke seines Opfers in sich auf, - Tuberkulose verheilt, Kurzsichtigkeit verschwindet, und die Potenz erst.... Ein Rettungstrupp macht sich zur Höhle auf, und beim Nachzählen der Knochen in der "Vorratskammer" wird klar, daß Colqhoun der letzte Überlebende ist. Die meisten werden an Ort und Stelle gefrühstückt. Boyle entkommt mit einem gewagten von-Klippe-auf-Baumwipfel-Sprung (ja, genau wie in "Rambo") und landet neben einem toten Kameraden in einer Grube. Seinen offenen Wadenbein-Bruch renkt er laut knirschend ein und schient ihn notdürftig mit Tannenzweigen. In den nächsten Tagen wird auch er so unfreiwillig zum Menschenfresser. Er schleppt sich zurück ins Fort, doch da ist bereits Wachablösung (die Mahlzeiten müssen schließlich ersetzt werden). Sein neuer Vorgesetzter ist Colqhoun, der sich als Offizier ausgibt... So ein Pech! Ab jetzt geht Boyle nur noch mit einem Fleischermesser bewaffnet aufs Klo und schläft auch ganz schlecht. In der folgenden Kino-Stunde werden dann nur noch Menschen gemeuchelt, gekocht, gefressen.
Insgesamt ein netter Film: Schöne Landschaften, viele blutige Gedärme. Nur das ewige Banjo-Gezupfe (sollte wohl die Filmmusik werden) killt an den meisten Stellen jede Spannung. Mahlzeit!

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