Jonny Krüger - Jonny Krügers Kommentare zu Filmen

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Der Blog. (Jonny Krüger)
über Sherlock Holmes

6.0Ganz gut

Zum x-ten Mal in der Filmgeschichte ist Sherlock Holmes nun auf Zelluloid gebannt. Dabei ist jedoch eben nicht die erfrischend witzige und intelligent verstrickte Geschichte herausgekommen, wie man sie sich von Arthur Conan Doyle gewünscht hätte. Tatsächlich ist Guy Ritchies “Sherlock Holmes” sehr banal. [...]

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Der Blog. (Jonny Krüger)
über Donnie Brasco

8.0Ausgezeichnet

Donnie Brasco heißt eigentlich Joseph Pistone heißt eigentlich Johnny Depp. Aber von Anfang an: Undercover-FBI-Agent Pistone gibt sich als Juwelier Brasco aus. Er soll die New Yorker Mafia infiltrieren. Über Lefty (Al Pacino) schafft er es schließlich in die “Familie”. Doch Brasco kämpft an zwei Fronten: Während er versucht in der Mafia-Familie Informationen zu sammeln, droht er mit seiner eigenen Frau und den drei Kindern zu scheitern. Immer tiefer rutscht Brasco, bis er selbst nicht mehr richtig zu wissen scheint, ob er noch gut oder böse ist.

[...] Das Hin-und-Her-Gerissensein des Protagonisten zwischen dem FBI einerseits, der Mafia und der Familie andererseits und natürlich zu Lefty, der Donnie zum Freund wurde, zeugt von guter Dramaturgie. Schließlich zeigt sich, dass das FBI, Arbeitgeber und Ernährer der Familie Pistone, ein kaltes, berechnendes Netzwerk ist. Pistones Vorgesetzte scheuen nicht, dass dieser im Zuge der Ermittlungen sterben könnte. So nehmen sich das formal gute FBI und die Mafia letztendlich nichts hinsichtlich ihren Strukturen und der Art, wie sie mit ihren Mitgliedern umgehen.

“Donnie Brasco” zeigt die Mafia von ihrer anderen Seite: Wo in “Der Pate” die Mafia-Elite und ihr Avandgardismus, die manchmal seifenopernähnlichen, privaten Konflikte die Geschichte schreiben, geht es hier um Gut und Böse und den vielen Facetten irgendwo dazwischen.

Das Ende schließlich ist einfach ernüchternd – oder eher ernüchternd einfach? Jedenfalls auf keinen Fall standardisiert, nicht pathetisch, schon gar nicht überzogen, aber auf jeden Fall ein dem Film würdiges Ende. [...]

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Der Blog. (Jonny Krüger)
über Begnadete Hände - Die Ben Carson Story

5.5Geht so

[...] Cuba Gooding Jr. in einer Charakterrolle - das haben wir lang nicht gesehen. Und er kann es durchaus, leider bietet das Drehbuch von Begnadete Hände nicht die Bühne, auf der er sich schauspielerisch entfalten kann. Denn gerade die Geschichte des Films ist sein größter Schwachpunkt.

Erzählerisch gibt es den klassischen Rahmen, der Carsons größte chirurgische Herausforderung ist. Innerhalb dessen spinnt sich die Geschichte chronologisch von der Grundschule bis zum Chefwerden der Pädiatrischen Neurochirurgie des John Hopkins Hospital, bis die Geschichte schließlich an die zwei Patienten anknüpft und daran zum Ende findet.

Der echte Ben Carson hat wohl einen schwierigen Weg hinter sich, jedoch schaffen es die Drehbuchautoren nicht sein Leben punktuell hinreichend in ein dramatisches Licht zu rücken. Die Geschichte entwickelt sich sehr linear und irgendwie hat man nie das Gefühl, das einen der Film mit etwas überraschen könnte. Da ist dieser Junge aus schwierigen Verhältnissen, der sich, nach klassisch amerikanischer Art, hoch arbeitet und es doch schafft. Aber es fehlen die Hürden, die ein autobiografisches Drama eben benötigt. Interessant wäre die Aufarbeitung des Rassenkonflikts, dem Ben als Afroamerikaner begegnet. Dieses Problem bleibt aber nur erwähnt und wird zu einem Nebendetail der Geschichte. [...]

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Der Blog. (Jonny Krüger)
über Der Solist

7.5Sehenswert

LA-Times-Kolumnist trifft begabten, aber geistig kranken Cellisten von der Straße. Sein Versuch dem Mann zu helfen scheint zunächst selbstlos, zumindest jedoch von einer gewissen avandgardistisch selbst gerührten Ader geweckt. Es zeigt sich jedoch, dass dem Kolumnisten mehr dahinter ist – es ist eine Vergeltung, eine Buße für einen zurückliegenden Verlust. Ob die Hilfe glückt, sollte der Leser im Kinosaal selber herausfinden.

Robert Downey Jr. gilt nicht gerade als Charakterdarsteller. Er spielt den gern gelesenen Schreiberling leider auch recht profillos. Es sieht mehr nach Robert Downey Jr. aus, als nach Steve Lopez, dem Kolumnisten. Jamie Foxx wiederum scheint überfordert mit der Rolle des geisteskranken Talents. Oder hält Foxx nur Maß? Man könnte darauf abstellen, dass die Wirklichkeit eben nicht die verclownten Geisteskranken formt, wie wir sie gern auf der Leinwand sehen. Vielleicht ist es ein Stück weit Schauspiel mit Maß – eben nicht mittelmäßig, aber auch nicht vermessen.

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Der Blog. (Jonny Krüger)
über Carriers

5.0Geht so

Dem Film scheint nicht ganz klar, wo er hingehen soll: Weder ist er besonders spannend, noch gruselig, es gibt keine überraschenden Wendungen, irgendwie spielt aber Familienbande eine Rolle. Diese bleibt jedoch nur oberflächlich, gar skizzenhaft. Das mag an der eher durchwachsenen schauspielereischen Leistung der Protagonistenbrüder liegen.

Das kühle, als einzige bis zum Ende klar denkende Mädchen, das offensichtlich nicht in den Bund gehört und wohl - das lässt der Film offen - zufällig dahinein gefunden hat, mag dann schon eher gefallen. Vielleicht auch nur deshalb, weil sie so hübsche drein schaut und sich so nett im Bikini duscht.

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