José Garcia
José Garcia aus Berlin heißt José García, ist 55 Jahre alt. Er hat sich Tue, 03 Mar 2009 15:26:42 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 596 Filme bewertet und legendäre 452 Kommentare geschrieben. Filmkritiker Mehr
| Name | José García |
|---|---|
| Alter | 55 |
| Stadt | Berlin |
| Geschlecht | männlich |
| Schreibt sonst für | Textezumfilm |
| Über mich | Filmkritiker |
„5 Jahre Leben“ konzentriert sich insbesondere auf die Verhöre, die der (real existierende) Ermittler Gail Holford (Ben Miles) Murat Kurnaz (Sascha Alexander Geršak) unterzieht. Obwohl Verhörspezialist Holford alles, auch Folter und Isolationshaft, daransetzt, zerbricht Kurnaz nicht: Er beteuert immer wieder seine Unschuld und wird freigelassen, ohne dass er irgendein Geständnis abgegeben hätte…
„5 Jahre Leben“ konzentriert sich insbesondere auf die Verhöre, die der (real existierende) Ermittler Gail Holford (Ben Miles) Murat Kurnaz (Sascha Alexander Geršak) unterzieht. Obwohl Verhörspezialist Holford alles, auch Folter und Isolationshaft, daransetzt, zerbricht Kurnaz nicht: Er beteuert immer wieder seine Unschuld und wird freigelassen, ohne dass er irgendein Geständnis abgegeben hätte. Im Mittelpunkt des kammerspielartigen Films steht nicht nur ein Hinterfragen des „Systems Guantánamo“, sondern insbesondere auch das psychologische Duell zwischen Vernehmer und Verhörtem sowie die Frage, wie Murat Kurnaz ohne bleibende Schäden diese fünf Jahre Gefangenschaft überstehen konnte. Nachfolgend ein Interview mit Regisseur Stefan Schaller und Hauptdarsteller Sascha Alexander Geršak.
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Die Handlung von Chris Wedges „Epic – Verborgenes Königreich“ mutet nicht besonders originell an. Im Nebeneinander der unseren und einer winzig kleinen Welt erinnert er zu sehr an „Ein Fall für die Borger“ („The Borrowers“, 1997), an Luc Bessons „Arthur und die Minimoys“ oder auch an Hayao Miyazakis „Arrietty – Die wundersame Welt der Borger“. Ähnlich Miyazakis Film zeichnet sich „Epic – Verborgenes…
Die Handlung von Chris Wedges „Epic – Verborgenes Königreich“ mutet nicht besonders originell an. Im Nebeneinander der unseren und einer winzig kleinen Welt erinnert er zu sehr an „Ein Fall für die Borger“ („The Borrowers“, 1997), an Luc Bessons „Arthur und die Minimoys“ oder auch an Hayao Miyazakis „Arrietty – Die wundersame Welt der Borger“. Ähnlich Miyazakis Film zeichnet sich „Epic – Verborgenes Königreich“ durch einen enormen Detailreichtum in der Zeichnung aus, wobei die Menschen und die Leafmen trotz teilweise karikaturhafter Züge ausdruckstarken Augen besitzen. Obwohl der Rhythmus nach einer gelungenen Einführung der zwei Parallelwelten sowie ihres Ineinanderfließens nicht gleichmäßig bleibt, überzeugt die visuelle Umsetzung und insbesondere die Animation, die in ihrem actionreichen Realismus den epischen Gestus aus dem Filmtitel entwickelt. Die Kämpfe, aber auch Nods beeindruckende Flugkünste werden in wilde Kamerafahrten umgesetzt, die den 3D-Effekt voll auskosten.
Drehbuchautor und Regisseur Chris Wedge legt besonderen Wert auf die Charakterentwicklung. Sowohl MK als auch Nod durchlaufen einen Prozess der Veränderung, der nicht nur sie zusammenbringt, so dass der Film auch einen Schuss Romantik erhält. Die beiden müssen außerdem ihre jeweilige Beziehung zum Vater – bei Nod zur Vaterfigur Ronin – aufarbeiten. Hatte sich MK zu Beginn mit ihrem Vater überworfen, so war der eigensinnige Nod aus seiner Einheit ausgeschieden, weil er sich ihr und insbesondere Ronin nicht unterordnen wollte. Dadurch erhält „Epic – Verborgenes Königreich“ eine größere Tiefe als die früheren Animationsfilme des von Chris Wegde mitbegründeten Blue Sky Studios, etwa die inzwischen vier „Ice Age“-Filme – Wedge führte Regie beim ersten „Ice Age“ (2002) und wirkte als Ausführender Produzent bei den drei nachfolgenden Eiszeit-Abenteuern (2006 bis 2012). Darüber hinaus setzt „Epic – Verborgenes Königreich“ auch in Sachen rasanter und episch breiter Animation neue Maßstäbe. Trotz mangelnder Originalität in der Geschichte besticht der neue Animationsfilm aus dem Hause Blue Sky durch die Verknüpfung der mit naturalistisch wirkenden Landschaftsbildern harmonierenden Figuren mit einer tiefgründigen Geschichte über Freundschaft, Familie und Liebe.
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Zwar findet „Tilt“ nicht immer seinen Rhythmus. So braucht es etwas zu lange, bis die eigentliche Geschichte voranschreitet, und das Ende nimmt sich etwas zu unvermittelt aus. Dennoch gelingen Kameramann Rali Raltchev und Produktionsdesignerin Vanina Geleva – die beiden wurden für ihre Arbeit von der bulgarischen Filmakademie ausgezeichnet – aussagekräftige Bilder. Regisseur Chouchkov trifft offensichtlich…
Zwar findet „Tilt“ nicht immer seinen Rhythmus. So braucht es etwas zu lange, bis die eigentliche Geschichte voranschreitet, und das Ende nimmt sich etwas zu unvermittelt aus. Dennoch gelingen Kameramann Rali Raltchev und Produktionsdesignerin Vanina Geleva – die beiden wurden für ihre Arbeit von der bulgarischen Filmakademie ausgezeichnet – aussagekräftige Bilder. Regisseur Chouchkov trifft offensichtlich den Nerv einer Generation, was sich im Erfolg seines Filmes ausdrückt: Mit 140.000 Zuschauern wurde „TILT“ einer der erfolgreichsten Filme der letzten Jahre in Bulgarien. Nach der Welturaufführung auf dem Santa Barbara Film Festival in den Vereinigten Staaten gewann der Film außerdem mehrere Preise auf einer Reihe Filmfestivals auf der ganzen Welt. Chouchkovs Film wurde darüber hinaus offiziell als bulgarischer Vertreter für die 84. Oscarverleihung auf der Kategorie „Bester nicht-englischsprachiger Film“ vorgeschlagen. Trotz der tristen Wirklichkeit in der postkommunistischen Gesellschaft verliert das Liebespaar seine Zuversicht nicht. Gemäß dem Filmuntertitel „Das Spiel ist aus, wenn Du aufgibst“ entlässt die Geschichte um Liebe, Freundschaft und Verrat in Zeiten des politischen Umbruchs den Zuschauer letztlich nicht ohne Hoffnung.
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No Place on Earth - Kein Platz zum Leben
José Garcia 8.0 "Ausgezeichnet" Mon, 06 May 2013 21:16:10 -0000
Zwar gelingt Regisseurin Janet Tobias die Verknüpfung der zwei Handlungsstränge nicht immer. So forscht etwa Christopher Nicola weiter, nachdem dem Zuschauer längst die Zusammenhänge bekannt sind. Mit ihren nachgestellten Szenen vermittelt die Regisseurin jedoch das Gefühl der beklemmenden Enge und vor allem der Dunkelheit. Entscheidend dazu trägt die Arbeit der vier Kameramänner César Charlone,…
Zwar gelingt Regisseurin Janet Tobias die Verknüpfung der zwei Handlungsstränge nicht immer. So forscht etwa Christopher Nicola weiter, nachdem dem Zuschauer längst die Zusammenhänge bekannt sind. Mit ihren nachgestellten Szenen vermittelt die Regisseurin jedoch das Gefühl der beklemmenden Enge und vor allem der Dunkelheit. Entscheidend dazu trägt die Arbeit der vier Kameramänner César Charlone, Sean Kirby, Peter Simonite und Eduard Grau bei, der bereits in „Buried – Lebend begraben“ (2010) dieses klaustrophobische Gefühl erzeugt hatte. Das von ihnen eingefangene Spiel von Licht und Schatten sorgt für die Glaubwürdigkeit der Spielszenen. Die Kamera bleibt wegen der beengten Verhältnisse stets mitten in der Gruppe, sehr nah an den Menschen. Janet Tobias braucht keine Spannung künstlich zu erzeugen. Selbst die Entdeckung der Gruppe durch die Gestapo wird fast beiläufig erzählt. Spannung entsteht durch die Ahnung, dass jeder Gang aus der Höhle heraus, um im Dorf Essbares zu besorgen, oder gar um Holz zu hacken, lebensgefährlich ist. Als 67 Jahre später Christopher Nicola einige der Überlebenden in die Höhle führt, entfachen die schlicht aufgenommenen Bilder eine ungemein emotionale Kraft.
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Im Zusammenwirken mit dem Produktionsdesign von Tom Burton gelingt es Kameramann Ben Smithard, eine extrem anonyme Stadt voller Betonblöcke in betont kalten Farben einzufangen. Obwohl die Kriminalhandlung und die verstreuten Hinweise auf Annas mysteriösen Lebenswandel durchaus Spannung erzeugen, konzentriert sich „I, Ana“ eher auf die Charaktere. Nach dem Vorbild des „Film noir“ steht in Southcombes…
Im Zusammenwirken mit dem Produktionsdesign von Tom Burton gelingt es Kameramann Ben Smithard, eine extrem anonyme Stadt voller Betonblöcke in betont kalten Farben einzufangen. Obwohl die Kriminalhandlung und die verstreuten Hinweise auf Annas mysteriösen Lebenswandel durchaus Spannung erzeugen, konzentriert sich „I, Ana“ eher auf die Charaktere. Nach dem Vorbild des „Film noir“ steht in Southcombes Film nicht so sehr die Handlung als vielmehr die Psychologie der Figuren im Vordergrund, zumal die Ermittlungen der Polizisten zu einem verhältnismäßig frühen Zeitpunkt in eine eindeutige Richtung führen. Das Kunstmittel, nach und nach Annas Erinnerungsfetzen ins Bild zu setzen, die immer wieder in nicht chronologischer Abfolge aufleuchten, weist außerdem auf das Genre des Psychothrillers hin. Dazu konnte Barnaby Southcombe auf zwei hervorragende Charakterdarsteller setzen: Charlotte Ramplings Eleganz und ihre minimalistischen Gefühlsregungen, ihre Blicke und kleine Gesten ziehen sich durch den ganzen Film. Gabriel Byrne kann den Erwartungen an eine solche Rolle, die etwa an Humphrey Bogarts Detektiv in „Die Spur des Falken“ (John Huston, 1941) erinnern soll, jedoch in keinem Augenblick erfüllen. Sein erratischer Blick reicht kaum, um die Unentschiedenheit seiner Figur auszudrücken.
Trotz der hervorragenden Bilder und der exzellenten Bildkompositionen sowie der guten Schauspieler, die ihm zur Verfügung standen, die er aber offenkundig nicht richtig führen kann, gelingt Drehbuchautor und Regisseur Southcombe die Mischung aus Kriminalhandlung und Psychothriller kaum. Obwohl der Kriminalfall durch die frühzeitige Auflösung in den Hintergrund tritt, richtet sich die Dramaturgie teilweise nach den Regeln des Krimis. Mit „I, Anna“ möchte Barnaby Southcombe offenbar gleichzeitig einen Psychothriller, einen Krimi und darüber hinaus auch noch ein Melodram liefern. Southcombes Film krankt an der Unentschiedenheit, welche Richtung nun „I, Anna“ einschlagen soll. Dass kurz vor Filmschluss der Drehbuchautor und Regisseur einen ganz neuen Handlungsstrang aus dem Hut zaubert, der mit der restlichen Handlung kaum im Zusammenhang steht, kann diese Unentschiedenheit zwischen den Genres nur noch deutlicher hervortreten lassen.
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Als roter Faden, der sich durch „The International Criminal Court“ zieht, dient die Anklage gegen den kongolesischen General Thomas Lubanga Dyilo wegen der Rekrutierung von Kindersoldaten. Vetters und Gentiles Film begleitet den Fall bis zu Lubangas Verurteilung im März 2012 und zur Verkündung des Strafmaßes (14 Jahre Freiheitsstrafe) im Juli 2012. Da während der Dreharbeiten die Revolution in Libyen…
Als roter Faden, der sich durch „The International Criminal Court“ zieht, dient die Anklage gegen den kongolesischen General Thomas Lubanga Dyilo wegen der Rekrutierung von Kindersoldaten. Vetters und Gentiles Film begleitet den Fall bis zu Lubangas Verurteilung im März 2012 und zur Verkündung des Strafmaßes (14 Jahre Freiheitsstrafe) im Juli 2012. Da während der Dreharbeiten die Revolution in Libyen ausbrach, die von Gaddafi blutig niedergeschlagen wurde, reiste Luis Moreno Ocampo nach Libyen, wo er sich mit Rebellenführern traf, um die Möglichkeit zu prüfen, einen Haftbefehl gegen Gaddafi und dessen Sohn Saif zu erlassen. Das Filmteam begleitete den Chefankläger nach Libyen genauso wie nach New York, wo Moreno Ocampo im Jahre 2011 vor dem UN-Sicherheitsrat sprach. Auch der Werdegang des Chefanklägers wird angerissen, der in den achtziger Jahren als Assistent von Staatsanwalt Julio Cesar Strassera an den Prozessen gegen die Generäle der Militärjunta beteiligt war. Diese Vielzahl von Handlungssträngen, die zum Teil kaum angedeutet werden, erschwert manchmal den Zugang zum Dokumentarfilm. Dessen Stärke liegt allerdings in der unverstellten und auch schonungslosen Wiedergabe der im Gerichtssaal gezeigten Videoaufnahmen. Die schwer zu ertragenden Bilder der Gewalt an und von Kindern in Kongo oder auch die Straßenschlachten zwischen Rebellen und Regierungstruppen in Libyen, die immer wieder in den Dokumentarfilm hineingeschnitten werden, sprechen für sich, um dem Zuschauer die Arbeit am Internationalen Strafgerichtshof zu verdeutlichen.
Der Film von Marcus Vetter und Michele Gentile veranschaulicht aber auch die Bedeutung, die Luis Moreno Ocampo der PR-Arbeit für eine Institution, die erst vor kurzem ihre Arbeit aufgenommen hat, beimisst. Der schlagfertige Chefankläger wird nicht nur im Gespräch mit Journalisten gezeigt. Darüber hinaus widmet „The International Criminal Court“ einem Besuch von zwei bekannten Persönlichkeiten, die den Weltstrafgerichtshof unterstützen, viel Platz. Zum Prozess gegen Thomas Lubanga Dyilo reisten sowohl Benjamin Ferencz, der inzwischen 93-jährige Chefankläger bei den Nürnberger Prozessen, als auch der Hollywood-Star Angelina Jolie nach Den Haag. Dass sich Luis Moreno Ocampo trotz Angelina Jolie und Benjamin Ferencz und trotz seiner eigenen Beteuerung („Ich bin nicht die Hauptperson in Eurem Film“) im Zentrum von „The International Criminal Court“ zu behaupten weiß, stellt einen Glücksfall für die Dokumentarfilmer dar.
Der Film verschweigt aber nicht die Probleme, denen der Internationale Strafgerichtshof begegnet. Er zitiert auch hier Luis Moreno Ocampo: „Die größten Länder der Welt liegen außerhalb meiner Zuständigkeit“. Dass Afrika (zu sehr) im Mittelpunkt seiner Arbeit steht, was dem Weltstrafgerichtshof häufig zum Vorwurf gemacht wird, erklärt sich aus dieser Tatsache. An einigen Stellen präsentiert sich „The International Criminal Court“ sogar als spannender Justizthriller, etwa wenn der Vorsitzende Richter Sir Adrian Fulford Ungenauigkeiten in der Beweisführung der Ankläger rügt. Mit einem betont sachlichen Erzählstil und einer zurückhaltenden Kameraführung gelingt es Vetter und Gentile, einen aussagekräftigen Einblick in die Arbeit des Internationalen Strafgerichtshofs zu gewähren.
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Regisseur Zilberman kann auf hervorragende Schauspieler setzen. Christopher Walken nimmt sich in der Darstellung der krankheitsbedingten Einschränkungen Peters zurück. Es geht ihm vor allem um die Weiterführung des Fugue-Quartetts. Die wohl nuancenreicheren Rollen fallen Philip Seymour Hoffman und Catherine Keener zu. Denn Robert weiß eigentlich, dass sich sein Traum, irgendwann einmal die erste…
Regisseur Zilberman kann auf hervorragende Schauspieler setzen. Christopher Walken nimmt sich in der Darstellung der krankheitsbedingten Einschränkungen Peters zurück. Es geht ihm vor allem um die Weiterführung des Fugue-Quartetts. Die wohl nuancenreicheren Rollen fallen Philip Seymour Hoffman und Catherine Keener zu. Denn Robert weiß eigentlich, dass sich sein Traum, irgendwann einmal die erste Geige zu spielen, nicht realisieren lässt. Philip Seymour Hoffman stellt den inneren Widerspruch zwischen dem künstlerischen Anspruch und der nicht ganz ausreichenden Begabung wunderbar dar. Dazu kommen die weiteren Probleme als Ehemann und Vater hinzu. Catherine Keeners Juliette trifft Peters Krankheit in besonderer Weise. Deshalb muss sie diesen Schmerz verarbeiten und gleichzeitig auch die Familie zusammenhalten. Der vom weitaus weniger bekannten Mark Ivanir dargestellte Daniel entwickelt sich vom kalten und strengen Künstler zu einem Menschen, der plötzlich seine Gefühle entdeckt. Alle vier Darsteller verkörpern ihre Charaktere ganz glaubwürdig. Besondere Erwähnung verdient darüber hinaus, dass sie auch noch die Instrumente zu der Musik des Brentano String Quartetts „spielen“ mussten, das eigentlich den Soundtrack einspielte. Beethovens Streichquartett Nr. 14 cis-Moll, op. 131 erweist sich als Leitmotiv, das sich nicht nur durch die ganze Filmhandlung zieht, sondern sie darüber hinaus wirklich musikalisch unterlegt.
„Saiten des Lebens“ behandelt im Grunde allgemein menschliche Fragen, etwa Freundschaft, Familie, Liebe – nicht nur zur Kunst. Denn Yaron Zilbermans Spielfilmdebüt ist weniger ein Film über die Musik als vielmehr über sensible-künstlerische Menschen aus Fleisch und Blut.
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Obwohl sich einige der Drehbuchwendungen recht konstruiert ausnehmen, dosiert Soderbergh die Spannung in einem Film geschickt, der von der Anklage gegen die Missstände in der psychiatrischen Praxis und die Machenschaften der Pharmaindustrie über den reinen Krimi bis zu einer Rachegeschichte mutiert. Steven Soderbergh inszeniert „Side Effects“ hyperrealistisch, viel naturalistischer als seine früheren…
Obwohl sich einige der Drehbuchwendungen recht konstruiert ausnehmen, dosiert Soderbergh die Spannung in einem Film geschickt, der von der Anklage gegen die Missstände in der psychiatrischen Praxis und die Machenschaften der Pharmaindustrie über den reinen Krimi bis zu einer Rachegeschichte mutiert. Steven Soderbergh inszeniert „Side Effects“ hyperrealistisch, viel naturalistischer als seine früheren Filme: Um Emilys psychischen Zustand zu visualisieren, gestaltet Produktionsdesigner Howard Cummings ihr Appartement besonders beengt. Den begrenzten Räumen entnimmt die wie üblich von Soderbergh selbst geführte Kamera ungewöhnliche Perspektiven mit bewussten Unschärfen. Die blau-grauen Farbtöne unterstreichen eine Trostlosigkeit, die mit den sonnendurchfluteten Bildern der Rückblenden aus den glücklichen Zeiten des Paares kontrastiert. Sehr realistisch wirkt trotz der erwähnten Drehbuchwendungen auch die ohne jeden Schmuck gedrehte Krimigeschichte, die allerdings in einer kurzen lesbischen Episode unangenehm aufstößt.
Durch den Perspektivenwechsel im Laufe der Handlung verschiebt sich auch die Zuordnung in Haupt- und Nebenfiguren. Die Schauspieler gestalten authentisch ihre Figuren, die verschiedene moralische Pathologien zeigen. So handelt der von Jude Law verkörperte Dr. Jonathan Banks keineswegs aus Sorge um seine Patientin oder lediglich aus Wahrheitsliebe. Sein eigentlicher Beweggrund ist die Erhaltung seines Sozialstatus. Jude Law gestaltet diesen zwischen allen Stühlen sitzenden Psychiater mit einer Spielfreude, die ihn an seine besten schauspielerischen Leistungen anknüpfen lässt. Die weitaus weniger bekannte Rooney Mara vekörpert ihrerseits die widersprüchlichen Gefühlszustände der Emily mit schlafwandlerischer Sicherheit, so dass ihre Wandlungsfähigkeit eine erstaunliche Höhe erreicht. Ihr glaubwürdiges Spiel hilft über manch einen arg gekünstelten Drehbuchumschwung hinweg. Die insbesondere von Jude Law und Rooney Mara verkörperten Figuren, aber auch die von Catherine Zeta-Jones als undurchsichtig gestaltete Dr. Siebert erhalten an diesem klassisch inszenierten Thriller die Spannung. Sie lassen die immer wieder den Zuschauer in die Irre führenden Wendungen authentisch wirken.
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Ein Privatdetektiv, der unter der Vorwand einer Untreueobservierung in einen Wirtschaftsskandal hineingezogen wird, erinnert insbesondere an den von Jack Nicholson gespielten Jake Gittes in Roman Polanskis „Chinatown“ (1974), der als gelungene Neuauflage des „Film noir“ gilt. Dieses Genre amerikanischer Kriminalfilme der vierziger und fünfziger Jahre, die in einem Umfeld politischer beziehungsweise…
Ein Privatdetektiv, der unter der Vorwand einer Untreueobservierung in einen Wirtschaftsskandal hineingezogen wird, erinnert insbesondere an den von Jack Nicholson gespielten Jake Gittes in Roman Polanskis „Chinatown“ (1974), der als gelungene Neuauflage des „Film noir“ gilt. Dieses Genre amerikanischer Kriminalfilme der vierziger und fünfziger Jahre, die in einem Umfeld politischer beziehungsweise finanzieller Korruption spielen, ist das offensichtliche Vorbild für Regisseur Allen Hughes in „Broken City“. Die Cinemascope-Bilder von Kameramann Ben Seresin atmen zwar den Geist dieses klassischen Genres etwa in der Wiedergabe der dämmrigen Skyline New Yorks. Dies bleibt jedoch die Ausnahme in „Broken City“. Denn die „gebrochene“ Stadt als Schauplatz moralischer Desorientierung, wie der Filmtitel suggeriert, steht kaum in Hughes’ Film im Vordergrund, wie es sich für einen echten „Film noir“ gehört.
Nicht auf die Atmosphäre, sondern auf die Handlung konzentriert sich „Broken City“. Das Drehbuch von Brian Tucker beginnt solide: Die Figuren werden von den überaus prominenten Schauspielern mit den nötigen Ambivalenzen ausgestattet. Die ersten Drehbuchwendungen im Stile eines „Chinatown“ gelingen darüber hinaus in der Inszenierung von Allen Hughes. Problematisch wird es ab der Filmmitte, als sich Cathleens Observierung als Finte erweist. Das Drehbuch zaubert immer wieder neue, fragwürdige Wendungen aus dem Hut – vom Logikfehler der entscheidenden Auflösung ganz zu schweigen. Als nicht minder unglaubwürdig erweist sich etwa auch, dass ebenfalls der von Jeffrey Wright verkörperte Polizeichef Fairbanks etwas zu verbergen hat. Darüber hinaus ist die Handlung mit Nebensträngen überfrachtet, so etwa die Nebenhandlung mit Taggarts Freundin Natalie, die lediglich eine Funktion im Drehbuch übernimmt, und sich dann irgendwann einmal aus dem Film verabschiedet.
Demgegenüber machen die Schauspieler das Beste aus dem teilweise verworrenen Drehbuch. Russell Crowe gestaltet den Bürgermeister New Yorks als undurchsichtigen Politiker mit einer Mischung aus Charme und Bedrohlichkeit, der seine Macht auszuspielen und mit einem Trumpf im Ärmel seine eigenen Interessen durchzusetzen weiß. Mark Wahlberg muss gleich mehrere Wandlungen in „Broken City“ durchmachen. Denn Billy Taggart trägt an einer ihn belastenden Vergangenheit, die es auch zu läutern gilt, weswegen er sich immer wieder den Verlockungen des Alkohols erwehren muss. „Schuld will beglichen werden“, heißt es zwar in „Broken City“. Dass die politische Verschwörung, der er zunächst einmal aufgesessen ist, zu seiner Läuterung führt, wirkt jedoch aufgesetzt. Das ist insofern Schade, als Drehbuchautor Brian Tucker und Regisseur Allen Hughes zunächst einmal mit den gut eingeführten Figuren und Konflikten das Zuschauerinteresse geweckt hatten. Dieses verschwindet allerdings zusehends im Laufe einer sich überstürzenden und willkürlich anmutenden Handlung.
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„Das Leben ist nichts für Feiglinge“ zeichnet sich durch eine Leichtigkeit aus, die das Thema keineswegs banalisiert. Zu dieser Schwerelosigkeit trägt vor allem das von Gernot Gricksch auf der Grundlage seines gleichnamigen Romans verfasste, vor witzigen Dialogen sprühendes Drehbuch bei, aber auch die sensible Kameraführung von Ngo The Chau. Denn sie kontrastiert die kalten bläulichen Farben der…
„Das Leben ist nichts für Feiglinge“ zeichnet sich durch eine Leichtigkeit aus, die das Thema keineswegs banalisiert. Zu dieser Schwerelosigkeit trägt vor allem das von Gernot Gricksch auf der Grundlage seines gleichnamigen Romans verfasste, vor witzigen Dialogen sprühendes Drehbuch bei, aber auch die sensible Kameraführung von Ngo The Chau. Denn sie kontrastiert die kalten bläulichen Farben der Trauer mit hellen und warmen, Lebensfreude suggerierenden Farbtönen. Regisseur André Erkau umschifft dadurch die Gefahr, in Sentimentalitäten abzudriften. Die immer wieder eingestreuten witzigen Momente bis hin zu einem gewissen Slapstick halten sich die Waage mit den ernsten, nachdenklichen Augenblicken, so dass „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ die ganze Klaviatur menschlicher Gefühle dekliniert. Die witzigen Szenen, in denen die wunderbare Freundschaft zwischen Gerlinde und Paula zum Ausdruck kommt, kontrastiert das Drehbuch mit den dramatischen Momenten der Annäherung zwischen Vater Markus und Tochter Kim, die zur gemeinsamen Trauerarbeit hinführen. Obwohl die Heavy-Metal-Musik manchmal etwas aufdringlich wirkt, drückt sie Kims inneren Zustand aus, ähnlich wie die eigentliche Filmmusik von Steffen Kahles und Christoph Blaser, mit der sie sich abwechselt, die Gemütsverfassung der anderen Figuren ausdrückt.
Die Figuren stehen im Mittelpunkt von „Das Leben ist nichts für Feiglinge“. Deshalb kommt den Darstellern eine zentrale Bedeutung zu. Wotan Wilke Möhring gestaltet Markus mit der Energie, die er für die Rückkehr in den Alltag und in die Arbeit braucht, die aber immer wieder von den trauernden, von den nachdenklichen Augenblicken unterbrochen wird. Eine Kraft, die Markus aber auch braucht, um seine Tochter zurückzugewinnen, um die Rest-Familie zusammenzuhalten. Christine Schorn verkörpert Gerlinde mit einem trotzigen Zynismus und einem knochentrockenen Humor, hinter denen sie ihre Verletzlichkeit versteckt. Das Drehbuch schöpft aus dem Zusammenstoß mit Paulas überschäumender Lebensfreude das größte komische Potential. Die junge Schauspielerin Rosalie Thomass spielt diese Paula mit größter Unbekümmertheit und Natürlichkeit. Vielschichtiger legt ihre Figur die noch jüngere Helen Woigk an, die in „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ ihre erste Hauptrolle in einem Kinofilm spielt. Äußerlich gibt sich durch ihr Erscheinungsbild als Rebellin aus, was die nach dem Tod der Mutter eingetretene Leere kaschieren soll. Ihre widersprüchlichen Gefühle werden noch komplizierter, nachdem sie sich in Alex verliebt hat. Dass sie aber auch irgendwann einmal erkennt, dass nur mit Hilfe ihrer Familie einen Neuanfang wagen kann, fügt Kim eine weitere Seite hinzu. Helen Woigk gestaltet diese Gefühle glaubwürdig und mit offensichtlichem Spaß am Schauspielern. Dank der hervorragenden Schauspieler stellt sich André Erkaus „Das Leben ist nichts für Feiglinge“ als ein Film heraus, der dem bekannten Sujet der Trauerarbeit neue Betrachtungsweisen abgewinnt.
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In „Mademoiselle Populaire“ besticht zunächst einmal die bis ins kleinste Detail authentisch wirkende Ausstattung der Endfünfzigerjahre – von den Petticoat-unterfütterten Kleidern und den Maßanzügen über die Schmetterlingsbrillen und die Krawattennadeln bis hin zu dem urfranzösischen Auto Dauphine und dem permanenten Rauchen der Zigaretten, die aus metallenen Etuis herausgenommen werden. Mit der…
In „Mademoiselle Populaire“ besticht zunächst einmal die bis ins kleinste Detail authentisch wirkende Ausstattung der Endfünfzigerjahre – von den Petticoat-unterfütterten Kleidern und den Maßanzügen über die Schmetterlingsbrillen und die Krawattennadeln bis hin zu dem urfranzösischen Auto Dauphine und dem permanenten Rauchen der Zigaretten, die aus metallenen Etuis herausgenommen werden. Mit der Ästhetik geht aber auch die Anmutung dieser Liebeskomödie einher, die an klassische Doris Day-Filme erinnert. Anders als die Geschlechterkampf-Filme der vierziger Jahre, deren Inbegriff Spencer Tracy und Katharine Hepburn waren (von „Die Frau, von der man spricht“, 1942 bis „Ehekrieg“, 1949), stellten die Komödien mit Doris Day – insbesondere an der Seite von Rock Hudson, so in „Bettgeflüster“, 1959 oder „Ein Pyjama für zwei“, 1961 – dank ihres kindhaften Gesichts die verschlungenen Wege zum Liebesglück in den Mittelpunkt. Sie stehen mit den heute klischeehaft wirkenden Geschlechterrollen Regisseur Régis Roinsard und seinen Mit-Drehbuchautoren Daniel Presley und Romain Compingt offensichtlich Pate. Die Inszenierung treibt mit dem Tippen die Handlung voran. Obwohl sich etwa die Idee des Schnellschreib-Wettbewerbs trotz der anfänglichen schönen Montage mit der Wiederholung abnutzt, bleiben einige inszenatorische Einfälle in Erinnerung, so etwa die Fingernägel in den jeweiligen Farben zum Erlernen des Zehn-Finger-Schreibens. In „Mademoiselle Populaire“ wird das Tippen auf der Schreibmaschine ja zu einer eine ganze Epoche prägende Handlung – sinnigerweise steht am Ende die Erfindung der Kugelkopf-Schreibmaschine.
Wie bei allen Liebeskomödien ist „Mademoiselle Populaire“ über die Ausstattung hinaus insbesondere ein Schauspieler-Film. Romain Duris spielt den in Liebesdingen desillusionierten, einsamen Chef, der sich in eine Aufgabe hineinsteigert und dabei seine Gefühle fast vergisst, mit sichtbarer Freude. Déborah François, die in „C’est la vie – So sind wir, so ist das Leben“ noch einen Teenager verkörpert hatte, stellt die junge Frau, die ihren Kopf durchsetzen kann, überzeugend dar. Die witzigen Dialoge und eine wohldosierte Situationskomik lassen ihnen genug Raum, um ihre Figuren zu entfalten. Die vermeintlich harmlose Liebeskomödie entwickelt durchaus ernstere Töne, die sie bereichern.
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Obwohl Darren Gilfords Produktionsdesign etwa der Technik, insbesondere aber auch des Hauses hoch über den Wolken sowie die Weltraumbilder, die Claudio Miranda mit seiner hochauflösenden Kamera von der Erdlandschaften und vom zerstören Mond einfängt, einfach atemberaubend sind, beschleicht den Zuschauer der Eindruck, dass „Oblivion“ aus dem Fundus der Science-Fiction- und besonders der postapokalyptischen…
Obwohl Darren Gilfords Produktionsdesign etwa der Technik, insbesondere aber auch des Hauses hoch über den Wolken sowie die Weltraumbilder, die Claudio Miranda mit seiner hochauflösenden Kamera von der Erdlandschaften und vom zerstören Mond einfängt, einfach atemberaubend sind, beschleicht den Zuschauer der Eindruck, dass „Oblivion“ aus dem Fundus der Science-Fiction- und besonders der postapokalyptischen Filme ununterbrochen zitiert. Abgesehen von an „Krieg der Sterne“ erinnernden Verfolgungsjagden gemahnen etwa die Schiffswracks im inzwischen trockenen Meer sowie die Reste von New York – ganz kurz ist sogar die Spitze der Freiheitsstatue zu sehen – an den ersten postapokalyptischen Film schlechthin „Planet der Affen“ (Franklin J. Schaffner, 1968). Das auf einer Graphic-Novel von Joseph Kosinski basierende Drehbuch von Karl Gajdusek und Michael deBruyn schlägt nach Julias Auftauchen eine völlig unerwartete Richtung ein, womit sich mit dem Fortschreiten der Handlung auch die Erinnerungen, die „Oblivion“ beim Zuschauer hervorruft, auch ändern: Einiges lässt an den kleinen, aber hervorragenden Spielfilm von Duncan Jones „Moon“ (2009) denken. Aber auch „Matrix“ (Andy und Lana Wachowski, 1999) lässt grüßen, der vor mehr als einem Jahrzehnt die Frage nach der Realität dessen, was wir Wirklichkeit nennen, in ein modernes Gewand kleidete.
Zwar können sowohl die Inszenierung und die Actionszenen als auch durch die unerwartete Wendung geprägte Dramaturgie von „Oblivion“ überzeugen. Joseph Kosinskis Film bleibt aber in der Frage, die sein eigentliches Sujet ausmacht, hinter den postapokalyptischen Visionen einiger Filme aus den letzten Jahren augenfällig zurück. So stellte in den amerikanischen Filmen „The Book of Eli“ (siehe Filmarchiv) und „The Road“ (siehe Filmarchiv) ein postapokalyptisches Szenarium, bei dem eine Katastrophe globalen Ausmaßes so gut wie alles menschliche Leben auf der Erde vernichtet hatte, die Frage nach der erstrebenswerten Zukunft in den Vordergrund. Denn zu dem Kern dieses Filmgenres gehört mehr oder weniger ausdrücklich die Fragestellung, ob es sich lohnt, eine neue menschliche Zivilisation überhaupt aufzubauen beziehungsweise die untergegangene wiederherzustellen. Mit der Suche nach den tragfähigen Grundlagen für eine solche Zivilisation gehen ethisch-politische Konnotationen einher, die bei „Oblivion“ ähnlich oberflächlich ausfallen wie beim deutschen Spielfilm „Hell“ (siehe Filmarchiv). Das eindrucksvolle Produktionsdesign, die wunderbare Kameraarbeit und die technisch perfekte Action in Joseph Kosinskis Film können die inhaltliche Flachheit nicht kaschieren.
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Regisseur Gabriele Muccino konnte auf ein herausragendes Schauspieler-Ensemble zurückgreifen. Das Drehbuch von Robbie Fox lässt jedoch diesen Schauspielern kaum Spielraum. So bleiben sowohl Barb als auch Denise und Patti schablonenhafte Figuren, die lediglich die ihnen zugestandene Funktion erfüllen. Ähnlich Dennis Quaid, der als steinreicher, Ferrari fahrender Sponsor für einige komödiantische…
Regisseur Gabriele Muccino konnte auf ein herausragendes Schauspieler-Ensemble zurückgreifen. Das Drehbuch von Robbie Fox lässt jedoch diesen Schauspielern kaum Spielraum. So bleiben sowohl Barb als auch Denise und Patti schablonenhafte Figuren, die lediglich die ihnen zugestandene Funktion erfüllen. Ähnlich Dennis Quaid, der als steinreicher, Ferrari fahrender Sponsor für einige komödiantische Momente sorgt, mit seiner übertriebenen Eifersucht allerdings den Bogen überspannt. Das Drehbuch ist nicht nur allzu vorhersehbar, sondern auch noch schludrig, denn einige Konflikte lösen sich einfach von selbst. Was passiert beispielsweise mit dem von George „zweckentfremdeten“ (oder einfach veruntreuten) Spendengeld? Dennoch schaffen es Regisseur Gabriele Muccino und Gerard Butler, dass der Zuschauer dem sympathischen Fußballtrainer wünscht, dass er endlich erwachsen wird und Verantwortung trägt.
Was „Kiss the Coach“ sehenswert macht, sind freilich nicht die ohnehin durchschnittlich komödiantischen Momente, sondern die Sehnsucht nach Familie, die sich durch den ganzen Film zieht. Wenn etwa der neunjährige Lewis beobachtet, wie Denise vor einem Fußballspiel seinen Vater küsst, dann reagiert der Junge mit einem bockigen „Ich hasse Dich“. Obwohl sich George Dryer zwischenzeitlich nicht immer den sirenenhaften Verlockungen der Damenwelt von McLean, Virginia erwehren kann, erkennt er rechtzeitig, wem eigentlich seine Liebe gilt. Die wenigen dramatischen Momente in der Komödie gehören denn auch Jessica Biel, die in ihrer Stacie das Hin- und Hergerissensein zwischen den zwei Männern darstellen soll.
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Basierend auf Bernhard Schlinks gleichnamigem Buch erzählt „Das Wochenende“ ein Stück aus der trotz nicht gerade spärlicher Literatur, Dokudramen und Spielfilme keineswegs aufgearbeiteten RAF-Zeit. Was ist aus den damaligen Weggefährten geworden? Jens scheint jedenfalls weiterhin von seinen einstigen Vorstellungen überzeugt zu sein und heute wie damals den Kapitalismus als den größten Feind anzusehen…
Basierend auf Bernhard Schlinks gleichnamigem Buch erzählt „Das Wochenende“ ein Stück aus der trotz nicht gerade spärlicher Literatur, Dokudramen und Spielfilme keineswegs aufgearbeiteten RAF-Zeit. Was ist aus den damaligen Weggefährten geworden? Jens scheint jedenfalls weiterhin von seinen einstigen Vorstellungen überzeugt zu sein und heute wie damals den Kapitalismus als den größten Feind anzusehen. Das Private vermischt sich mit dem Politischen, insbesondere als Jens’ Sohn Gregor (Robert Gwisdek) überraschend auftaucht. Für Jens stellt sich außerdem die Frage, wer ihn damals verraten hat. Im Zusammenwirken mit dem Produktionsdesign von Knut Loewe schaffen die hervorragenden Bilder von Kameramann Benedict Neuenfels eine ganz besondere Atmosphäre in dem Haus, in dem die Protagonisten dieses beinah kammerspielartig wirkenden Filmes die meiste Zeit an dem titelgebenden Wochenende verbringen, und das die Empfindungen der Protagonisten gleichsam widerspiegelt. Im Mittelpunkt des bestens besetzten Filmes steht nicht nur die persönliche Entwicklung der Protagonisten und die Fortdauer von vergangenen Verletzungen in der Gegenwart, sondern auch die Frage nach Schuld, nach Verrat und Freundschaft.
Interview mit Regisseurin Nina Grosse und Darstellerin Barbara Auer
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Die bis in die Details sorgfältige Arbeit von Produktionsdesigner Keith Cunningham zeigt sich nicht nur in der Glitzerwelt von Las Vegas, sondern bereits in den zu Beginn der achtziger Jahre angesiedelten Anfangssequenzen mit dem VHS-Gerät, dem alten Fernseher, aber auch mit dem heute eher altertümlich wirkenden Zauberkasten. Wer sich aber bei „Der unglaubliche Burt Wonderstone“ auf aufsehenerregende…
Die bis in die Details sorgfältige Arbeit von Produktionsdesigner Keith Cunningham zeigt sich nicht nur in der Glitzerwelt von Las Vegas, sondern bereits in den zu Beginn der achtziger Jahre angesiedelten Anfangssequenzen mit dem VHS-Gerät, dem alten Fernseher, aber auch mit dem heute eher altertümlich wirkenden Zauberkasten. Wer sich aber bei „Der unglaubliche Burt Wonderstone“ auf aufsehenerregende Zauberstücke gefreut hat, wird eher enttäuscht. Denn der Handlung gemäß stiehlt Steve Gray den beiden „zauberhaften Freunden“ die Show. Grays Aktionen nehmen sich zwar spektakulär aus, haben allerdings mehr mit Körperbeherrschung als mit Illusion zu tun, ob er sich mit Feuer die Aufschrift „herzlichen Glückwunsch“ in den Unterarm eingraviert oder auf heißen Kohlen schläft – um nicht weitere, haarsträubende „Kunststücke“ zu nennen. Immerhin bleibt der letzte Zaubertrick von Burt und Anton wirklich eindrucksvoll. Aber selbst hier schlägt dann der Witz in einen schenkelklopfenden Klamauk um, der zusammen mit einem gewissen Hang des Filmes zum Fäkalhumor die teilweise gute Situationskomik wieder entwertet.
Vermutlich liegt das Problem von Scardinos Film daran, dass sich der Regisseur gar nicht entscheiden kann, was für ein Film „Der unglaubliche Burt Wonderstone“ sein soll. Die von James Gandolfini verkörperte Figur des Casinomoguls Doug Munny liefert zwar einen Ansatz auf Kritik an der Glitzerwelt von Las Vegas mit ihren Megashows. Aber außer Klischees und dem „Running Gag“, dass er das Alter seines Sohnes immer wieder vergisst, bleibt wenig von diesem Charakter übrig. Jedenfalls lässt Regisseur Don Scardino die Chance einer Satire auf die Zaubererwelt und auf den Starkult ungenutzt. Der Kurzauftritt von David Copperfield hilft in dieser Hinsicht auch nicht weiter. Ebenfalls eine kurze Rolle hat in diesem Hollywoodfilm der deutsche Komödienspezialist Michael „Bully“ Herbig, der in zwei Szenen eigentlich den gleichen Dialog zu bewältigen hat.
Spielen Steve Carell und Jim Carrey eigentlich für sie gewohnte Rollen, so erstaunt es, den für Gangsterfilme mit einem Hang zum schwarzen Humor wie „Reservoir Dogs“, „Fargo“ oder „The Big Lebowski“ bekannten Steve Buscemi in einem rein komödiantischen Part zu sehen – obwohl ihm das Drehbuch nicht besonders viel Spielraum zugesteht. Unter den schauspielerischen Leistungen ragt Alan Arkin heraus, der seiner eher klischeebeladenen Rolle eine große Leinwandpräsenz verleiht, und insbesondere auch Olivia Wilde, die sich als einzige Frau unter den Protagonisten mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein aus ihrer anfänglichen Assistentin-Position herausarbeitet.
„Der unglaubliche Burt Wonderstone“ erweist sich letztendlich als die Geschichte einer Läuterung. Zwar wirkt der Film in dieser Hinsicht nicht besonders originell. Die Wandlung des egozentrischen Burt dank Janes Zuwendung und der Nachhilfe in Sachen Ehrlichkeit und Liebe zum eigenen Beruf seitens des Zauberer-Altmeisters Rance Holloway macht jedoch Scardinos Film trotz seiner Schwächen aufmunternd.
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Ein weites Herz - Schicksalsjahre einer deutschen Familie
José Garcia 2.0 "Ärgerlich" Tue, 02 Apr 2013 14:50:59 -0000
Der Fernsehfilm „Ein weites Herz“ verfilmt das Leben der Isa Vermehren von ihrer Zeit als Kabarettistin bis zum Eintritt in den Sacré-Coeur-Orden. Der Untertitel „Schicksalsjahre einer deutschen Familie“ spielt darauf an, dass nicht nur Isa Vermehrens persönliche, sondern auch die Geschichte ihrer Familie in der NS-Zeit mitberücksichtigt wird. Regisseur Thomas Berger lässt den Film mit einer Examensfeier…
Der Fernsehfilm „Ein weites Herz“ verfilmt das Leben der Isa Vermehren von ihrer Zeit als Kabarettistin bis zum Eintritt in den Sacré-Coeur-Orden. Der Untertitel „Schicksalsjahre einer deutschen Familie“ spielt darauf an, dass nicht nur Isa Vermehrens persönliche, sondern auch die Geschichte ihrer Familie in der NS-Zeit mitberücksichtigt wird. Regisseur Thomas Berger lässt den Film mit einer Examensfeier beginnen: Isa (Nadja Uhl) provoziert mit einem satirischen Lied auf die Nazis, so dass ihr trotz bestandener Prüfung der Studienabschluss verweigert wird. Deshalb muss sie ihren Plan, Lehrerin zu werden, aufgeben. Gegen den Willen ihrer Mutter Petra (Iris Berben) setzt sie durch, im politischen Kabarett aufzutreten. Als Sängerin mit Akkordeon feiert sie Bühnenerfolge. Sie verliebt sich in den Pianisten Laurenz (Hinnerk Schönemann). Durch ihren Bruder Erich (Max von Thun) lernt Isa die faszinierende Gräfin Elisabeth von Plettenberg (Peri Baumeister) kennen, die einem katholischen Kreis vorsteht.
Auf die gravierenden historischen Fehler, die allein in diesen ersten Sequenzen enthalten sind, ist beispielsweise Gräfin Gabriele Plettenberg eingegangen. Dem Zuschauer dürfte über den unbekümmerten, ja fahrlässigen Umgang mit historischen Fakten hinaus nicht entgegen, dass er sich im Film „Ein weites Herz“ zeitlich kaum orientieren kann: In welchem Jahr soll Isa bei der eingangs erwähnten Examensfeier den Nazis negativ aufgefallen sein? Wann soll sie erstmals im Kabarett aufgetreten sein? Wie alt war sie damals? Wie viel Zeit verstreicht, bis nun offenbar plötzlich der Krieg ausbricht? Dies fällt umso mehr auf, als das ZDF bei solchen historischen Rekonstruktionen peinlich auf die Nachprüfbarkeit der Zeitdaten achtet, so zuletzt im Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“. In „Ein weites Herz“ ist nichts nachprüfbar. Nur ein Beispiel: Die Familie Vermehren hat zu keiner Zeit zusammen in Berlin gelebt. Als die 15-jährige (!) Isa zu ihrer Mutter nach Berlin zog und mit (!) deren Einverständnis im Kabarett auftrat, lebten die Eltern bereits getrennt. Jede Dramatisierung eines Lebens führt zwar zu einer gewissen Zuspitzung, weil es Drehbuchautoren dramaturgisch verdichten müssen. Zu einer solchen Verdichtung könnte noch Isas Alter gezählt werden, als sie ihre Karriere als Kabarettistin und Sängerin begann. Oder geschah dies lediglich deshalb, weil die Produktion die Rolle nicht durch zwei verschiedene Schauspielerinnen besetzen wollte, und Nadja Uhl als 15-Jährige kaum glaubwürdig gewirkt hätte?
Beim Film „Ein weites Herz“ wundert es jedoch, dass unter „Drehbuch“ neben den Autorinnen Annette Hess mit Franziska Gerstenberg und dem Regisseur Thomas Berger noch der Zusatz „nach dem Buch von Matthias Wegner“ angegeben wird. Denn das Bild, das der ZDF-Film von Isa Vermehren zeigt, hat mit dem, was aus Matthias Wegners gleichnamigem Buch hervorgeht, kaum etwas zu tun. Zur zentralen Frage von Isas Konversion zum Katholizismus versucht der Film, Ereignisse festzustellen, die dazu geführt haben könnten: „Als Isa erfährt, dass ihr Vater Kurt (Friedrich von Thun) ihre Mutter Petra betrügt, ist sie erschüttert. Auch das Schicksal von Laurenz, der von den Nazis verschleppt wurde, verunsichert sie. Isa nähert sich auf der Suche nach einem neuen Halt im Leben dem Katholizismus an“, führt der Pressetext dazu aus. Dies steht in krassem Gegensatz zu Isa Vermehrens eigenen Angaben, die Wegner in seinem Buch zitiert: „Immer wieder suchen die Menschen, die sich für mich interessieren, nach den dramatischen Ereignissen, die mich weg von den weltlichen Verführungen in die Arme Gottes getrieben haben: eine unglückselige Liebe, eine durchschlagende Enttäuschung in meiner Karriere als Kabarettistin oder Sängerin. Es gibt diese Brucherfahrungen nicht in meinem Leben.“
Regisseur Thomas Berger sah sich offenkundig außer Stande, Isas inneren Reifeprozess, der sie zur Konversion und später zum Ordenseintritt führte, in Bilder umzusetzen. Die entscheidende Rolle, die Elisabeth von Plettenberg dabei spielte, deutet er sogar als eine lesbische Beziehung um – wieder im Widerspruch zu dem, was Matthias Wegner schreibt: „Isa Vermehren hat oft darauf verwiesen, welche Bedeutung die Begegnung mit Elisabeth Plettenberg für sie hatte, wobei sie weniger deren einnehmendes Wesen meinte als sie spirituelle Leuchtkraft, die verführerische Selbst- und Glaubensgewissheit, die von dieser ausgegangen seien.“ Überhaupt die von Peri Baumeister dargestellte Elisabeth von Plettenberg: Wegners Buch zeichnet sie als eine fest im Glauben stehende junge Frau, die andere zum Glauben führte. Im Film wird dies zwar behauptet, in keinem Augenblick aber verständlich gemacht. Wodurch sich ihr katholischer Glaube ausgedrückt haben soll, bleibt völlig im Dunkeln. Bezeichnend in diesem Zusammenhang ist ihre (Nicht-)Reaktion auf Petra Vermehrens Hasstiraden, nachdem diese vom Konversionsentschluss ihrer Tochter erfahren hat. Dass die „echte“ Elisabeth von Plettenberg auf diese Rede von der „reaktionären Kirche“, in der „Dogmen, Dogmen, Dogmen“ herrschten, keine Antwort gewusst haben soll, ist jedem Leser von Matthias Wegners Buch schlicht unvorstellbar. Der ZDF-Film „Ein weites Herz“ erweist als eine vertane Chance, ein stimmiges filmisches Bild einer der faszinierendsten Frauen des 20. Jahrhunderts zu zeichnen.
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So sehr sich „Ein freudiges Ereignis“ von den Hochglanzdarstellungen der werdenden Mutterschaft in Hollywoodfilmen entfernt, neu ist diese ambivalent-realistische Darstellung im europäischen Kino keineswegs. Vor einem Jahrzehnt warnte in Alessandro D’Alatris „Casomai – Trauen wir uns?!“ bei einer Hochzeit ein schalkhafter Priester die Brautleute vor der Ernüchterung nach einer ersten Zeit des Hochgefühls…
So sehr sich „Ein freudiges Ereignis“ von den Hochglanzdarstellungen der werdenden Mutterschaft in Hollywoodfilmen entfernt, neu ist diese ambivalent-realistische Darstellung im europäischen Kino keineswegs. Vor einem Jahrzehnt warnte in Alessandro D’Alatris „Casomai – Trauen wir uns?!“ bei einer Hochzeit ein schalkhafter Priester die Brautleute vor der Ernüchterung nach einer ersten Zeit des Hochgefühls. Er entwarf ein Szenario, das dem von „Ein freudiges Ereignis“ aufs Haar gleicht. Im Jahre 2008 thematisierte die in Berlin geborene franko-iranische Regisseurin Emily Atef in „Das Fremde in mir“ gar die „postpartale Depression“, die sich in zwiespältigen Gefühlen der Mutter dem Kind gegenüber äußert, was zu einer Entfremdung der Eltern führt. Regisseur Rémi Bezançon setzt insbesondere auf den Kontrast zwischen dem anfänglichen Hochgefühl und der späteren Ernüchterung, den Kameramann Antoine Monod in gegensätzliche Bilder umsetzt. Herrschen zu Beginn helle Farben und schnelle Kamerabewegungen vor, so setzt Monod in der zweiten Filmhälfte durchgängig bläulich-mattere Töne und statischere Einstellungen ein. Der Regisseur findet ebenfalls eine gute Balance zwischen der Ernsthaftigkeit seines Sujets und einer Situationskomik, die allerdings auch einmal in Klamauk umkippt. Dazu tragen einerseits die überzeichneten Nebenfiguren vom Krankenhauspersonal über den fast als eine Art Sekte auftretenden „Still-Club“ bis zu Barbaras Schwiegermutter bei, vor allem jedoch die geschliffenen Dialoge, die Bezançon zusammen mit Drehbuchautorin Vanessa Portal bietet. Authentisch wirkt „Ein freudiges Ereignis“ trotz mancher Zuspitzung insbesondere durch die Figurenzeichnung, der ihr Ursprung in einem teils autobiografischen Roman anzumerken ist. Louise Bourgoin stellt Barbara mit all ihren Widersprüchen auf dem Weg von der ausgelassenen, lebenshungrigen jungen Frau zur fürsorglichen Mutter glaubwürdig dar. Auch Pio Marmaï weiß als verunsicherter Vater zu überzeugen, der eigentlich Verantwortung übernehmen will, aber von der Situation völlig überfordert ist.
„Ein freudiges Ereignis“ stellt zwar die Freuden des Mutter- und Elternseins in den Vordergrund, verdrängt aber nicht die damit verbundenen Schwierigkeiten. Rémi Bezançons Film warnt vor der allzu romantischen Sicht, ein Kind lediglich als Erfüllung eines persönlichen Wunsches anzusehen. Mit viel Situationskomik, ohne jedoch den Ernst der Situation aus den Augen zu verlieren, weil der Regisseur die Sorgen und Ängste seiner Figuren nicht lächerlich macht, verdeutlicht „Ein freudiges Ereignis“ die Umstellung, die das kleine Wesen für das eigene Leben und für die Beziehung bedeutet. Ohne ein Patentrezept anzubieten, zeigt Bezançons Film, wie Barbaras Liebe für ihr Kind die Schwierigkeiten meistert, sodass am Ende die kleinen, aber vielen Glücksmomente überwiegen.
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Mit verwackelten, entsättigten Bildern verdeutlicht Regisseur Thomas Vinterberg, wie einem unschuldigen Mann der Boden unter den Füßen weggezogen wird, was sich in Großaufnahmen in Lucas’ Gesicht widerspiegelt. Eindringlich erzählt „Die Jagd“, wie eine durchaus gebotene Wachsamkeit in eine Vorverurteilung umschlägt, wenn etwa seitens eines Psychologen Suggestivfragen gestellt dadurch und eine Kindergartenleiterin…
Mit verwackelten, entsättigten Bildern verdeutlicht Regisseur Thomas Vinterberg, wie einem unschuldigen Mann der Boden unter den Füßen weggezogen wird, was sich in Großaufnahmen in Lucas’ Gesicht widerspiegelt. Eindringlich erzählt „Die Jagd“, wie eine durchaus gebotene Wachsamkeit in eine Vorverurteilung umschlägt, wenn etwa seitens eines Psychologen Suggestivfragen gestellt dadurch und eine Kindergartenleiterin vorschnell Schlüsse zieht, und wie schnell dadurch eine Existenz zerstört werden kann. Mads Mikkelsen, der für diese Rolle auf dem Filmfestival Cannes 2012 den Darstellerpreis gewann, zeigt auf seinem Gesicht alle Empfindungen von Erstauen über Ratlosigkeit bis hin zur Enttäuschung. Die erst siebenjährige Annika Wedderkopp gestaltet aber nicht weniger nuancenreich, wie Klara zwischen Kränkung und Liebe zur Wahrheit hin- und herschwankt, ohne ganz ermessen zu können, was sie mit ihrer Aussage bewirkt hat.
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Die Regisseure Joachim Rønning und Espen Sandbergs setzen auf eine fast dokumentarische Inszenierung, in die auch nachgestellte „dokumentarische“ Schwarz-Weiß-Aufnahmen eingestreut werden, die allerdings mit den wunderschönen Bildern von Kameramann Geir Hartly Andreassen verbunden werden. So beeindrucken insbesondere vor allem die nächtlichen Luftaufnahmen, aber ebenfalls Unterwasseraufnahmen mit…
Die Regisseure Joachim Rønning und Espen Sandbergs setzen auf eine fast dokumentarische Inszenierung, in die auch nachgestellte „dokumentarische“ Schwarz-Weiß-Aufnahmen eingestreut werden, die allerdings mit den wunderschönen Bildern von Kameramann Geir Hartly Andreassen verbunden werden. So beeindrucken insbesondere vor allem die nächtlichen Luftaufnahmen, aber ebenfalls Unterwasseraufnahmen mit einem Wal sowie mit schön bunten Fischen. Das Drehbuch hält alles parat, was sich der Zuschauer unter einer solch abenteuerlichen Segeltörn vorstellt: Ein Sturm zieht auf, eine riesige Welle türmt sich auf, irgendwann einmal greifen Haie das Floß an... Diese Hochglanzästhetik, von der sich die braungebrannten Gesichter der Expeditionsteilnehmer anstecken lassen, lässt jedoch ein wirkliches Gefühl für die mitten auf dem Ozean lauernden Gefahren kaum erahnen.
Bei der Bekanntheit der Kon-Tiki-Expedition wundert es kaum, dass Drehbuchautor Petter Skavlan insbesondere auf Authentizität achtet. Die Regisseure Joachim Rønning und Espen Sandberg setzen vor allem auf eine imposante Bebilderung dieser Expedition, bei der die Figurenzeichnung freilich auf der Strecke bleibt. Abgesehen davon, dass die fünf Begleiter Thor Heyerdahls ein wenig holzschnittartig gezeichnet werden, und die durch das lange Zusammenleben auf kleinstem Raum entstandene Gruppendynamik blass bleibt, kommt der Film seinem Protagonisten kaum auf die Spur. Pål Sverre Hagens Thor Heyerdahl ist ein strahlender Held, der sich von keinem Rückschlag weder bei den Vorbereitungen noch bei der Durchführung seiner Expedition verunsichern lässt. Auf die Schattenseiten Thor Heyerdahls kam dessen Enkel Olav Heyerdahl unlängst in einem Interview zu sprechen: „Großvater machte sich einfach auf und davon, um seine Sachen zu machen. Für meine Großmutter war das sehr schwer. Die beiden trennten sich nach der Expedition, weil mein Großvater extrem egozentrisch war.“
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Gästebuch
Sigmund Tue, 06 Sep 2011 14:49:11 -0000
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Zwar verschweigt „Vierzehn“ nicht die Schwierigkeiten, denen Steffi, Laura, Lisa und Fabienne während ihrer Schwangerschaft und vor allem nach der Geburt ihres Kindes begegnen. Regisseurin Cornelia Grünberg legt jedoch besonderen Wert auf die schönen Augenblicke im Leben mit dem Baby. Wichtig war es der Regisseurin zu verdeutlichen, dass eine solche Ausnahmesituation insbesondere mit der Hilfe der…