jp@movies - Kommentare

Alle Kommentare von jp@movies

  • Es droht wirklich manches unterzugehen, wie Jaime in seiner Rüstung und dem gaaaaanz langen Atem. Während man sich noch fast darüber aufregt, verpasst man wie Bronn seinen Kleinod-Satz raushaut, von wegen weder Drachen noch er selbst - Jaime - dürfte sich umbringen, sondern nur er - Bronn. Und das bei Drachen seine Solidarität endet. Dabei waren die noch nie so schön animiert und ins Licht gesetzt wie in dieser Folge. Wahnsinn.

    Was an den Zombie-Wanderausstellungsplänen nervt ist, dass Cersei bei der Präsentation schließlich nur mal kurz zu Ser Robert Strong guckt, mit den Schultern zuckt und "What's your problem?" fragen wird, ehe sie alle einsackt und in eine freie Zelle im Red Keep verfrachtet (zwischen Septa Unella und den Dornischen ist vielleicht noch was frei). Denn auf jeden Fall hat Cersei hier bereits einen Plan, zu dem womöglich auch eine vorgetäuschte Schwangerschaft gehört, um ja Jaime an sich zu binden, der kurzfristig Gefahr lief von seiner Liebe zu Tyrion überwältigt zu werden. Das Gespräch der beiden fand ich auch viel zu kurz, aber vielleicht fehlt das Aushandeln der Einzelheiten zugunsten von fermentierten Viagra-Krebsen nur deshalb, weil es konkrete Hinweise auf den anstehenden Vertrauensbruch oder gar Seitenwechsel von Tyrion beinhaltet hätte. Denn darum ging es doch, oder? Wie Tyrion über das Aschefeld wandelt, keinen Kompromissvorschlag mehr bei Dany unterbringt, die jetzt genauso durchgeknallt ist wie ihr Papa - denn das war keine Wahl mehr, wie sie die Unsullied hatten, oder was Missandei betont hat - die Lannisters und Tarlys waren am Arsch und nur die Angst vor dem Tod hat sie in den Knien weich werden lassen. Von "breaking the wheel" ist da nix mehr übrig, it's just more of the same, selbst wenn (noch?) keine Städte, Burgen und Schlösser brennen. Kommt noch, denn es stehen sich zwei verrückte Königinnen gegenüber. Das nimmt kein gutes Ende.

    Ich glaube auch Varys manipuliert in seinem Gespräch Tyrion ein bisschen in der Hinsicht, um genau dieses Treffen zu erreichen, auch wenn es auf der Plotebene uneben wird und vor sich hin holpert. Es ist wieder die Parallele zu Littlefinger, der ja auch wieder Oberwasser zu kriegen scheint, bei seiner Zwietracht-Saat. Beide hatten ein bisschen Rückschläge diese Staffel, aber ihr Match geht in die letzte Runde, und die besseren Karten hat der Glatzkopf. Im Podcast (Link am Ende) gehe ich genauer darauf ein.

    Apropos Glatze: Die sieben Samurai laufen ohne Bommelmütze in den Schneesturm? Ernsthaft jetzt? Selbst die Olympiaschwimmer von den Twins wären mit ihren Schwimmhäubchen besser geschützt, aber so friert man sich doch die Ohren ab! Ach Leute, wenn eure Mütter euch so sehen könnten ...

    Geschichte wiederholt sich, Aliser Thorne war doch auch schon mit Knochen im Red Keep gescheitert. Dass die Army of the Dead so laaangsam unterwegs ist, hat mich jetzt auf die Idee gebracht, dass die schon viel früher losgelaufen sind, nämlich als Aegon der Eroberer mit seinen Drachen auf Dragonstone gelandet ist. Das war quasi die Kuba-Krise von Westeros, unzulässige Stationierung von Massenvernichtungswaffen und so. Eigentlich wollen die nur die Targaryens los werden und gut is. Am Ende müsste wohl nur Jon Westeros verlassen, damit Friede einkehrt (Dany und weitere Bastard-Zwillinge natürlich auch).

    Zu viel Spinnerei? Oder zu wenig? Dann hört euch den Podcast an, da sind alle Pferde mit mir durchgegangen:
    http://fortsetzung.tv/2017/08/14/got-podcast-eastwatch/

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    • Tausend Dank für die Podcast-Option, das ist doch z.B. beim Rasenmähen gleich viel bequemer als umständlich den Laptop auf die Rüttelkiste zu tackern, um dann versehentlich in die Tomaten zu fahren und dort ein Blutbad anzurichten - das mag zwar zur Serie passen, in der Familie macht man sich allerdings eher unbeliebt.

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      • Solche Geschichten liebe ich, dieses Heimkehren zu Kulturgütern, die Teil von uns geworden sind, für die wir unsere eigenen Verehrungsrituale entwickelt haben. Das erste Mal bewusst bin ich mit einem Album in so eine Möbiusschleife geraten, “perfect symmetry” von Fates Warning ( https://www.youtube.com/watch?v=sUSB8-o_3ko ), das ich wochenlang jeden Tag gegen 19.00 Uhr auf dem Rücken liegend mit Kopfhörern gehört, nein, nicht einfach nur gehört, sondern mal schlicht genossen, mal bis in die verknoteten Schlagzeug-Micro-Fills seziert habe. Filme, mit denen ich das am ehesten so erlebt habe waren BRAZIL und KÖNIG DER FISCHER - aber doch nie in s/w und mit so einer Regelmäßigkeit. Dabei ist das wie mit Kopfhörern hören für die Augen, man achtet mehr auf die Komposition (einer der Gründe, warum viele Kameraleute noch lange auf s/w Sucher wert gelegt haben, obwohl es längst welche in Farbe gab) der Bilder, und da gehört der grossartige Michael Chapman bestimmt dazu, auch wenn das noch einer seiner ersten Filme als federführender Kameramann war, sowie seine erste Zusammenarbeit mit Scorsese. Schade, dass ich den Kommentar erst heute entdeckt habe, denn ziemlich genau vor einem Jahr habe ich ihn interviewen dürfen, und diese Anekdote wäre ein wunderbarer Einstieg in den Gesprächsteil gewesen. Danke jedenfalls für’s mit uns geteilt haben!

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        • Was ich im Podcast völlig zu erwähnen vergessen habe ist die Parallele zwischen Jon und Dany, das "don't judge the daughter by the sins of her father", was ja genau seine Argumentation in der ersten Folge war - auch Tyrion bringt das als Thema noch einmal zur Sprache. Dennoch scheinen alle dazu verdammt zu sein die gleichen Fehler zu wiederholen. Wie als Stark in den Süden zu reisen.

          Hatte Cersei nicht in der letzten(?) Staffel erzählt, wie sie sich vorstellt, wie das Gesicht ihrer Tochter im Sarg langsam zerfällt, bis Jaime sie unterbricht? Das ist ihr persönlicher Albtraum, den sie jetzt von Ellaria ausleben lässt. Grausam. Interessant auch das "Nein" von Jaime, das von Cersei mit einem gefährlichen Kuss beiseite gewischt wird - da hat der Bruder nochmal Schwein gehabt, dass da keine Giftreste an den Lippen geblieben sind ...

          In Sachen unheimlicher Seriensynchronizität hat es mir die Szene mit Ellaria und ihrer Tochter angetan, was mich sehr an eine mindestens ähnlich eindrückliche Szene aus THE HANDMAID'S TALE erinnert hat, und gedreht worden sind beide besagten Szenen in etwa zur gleichen Zeit ... bei sowas krieg ich Gänsehaut.

          Famose Folge einer bislang starken Staffel, die so viel "Spaß" macht, wie lange nicht mehr. Weitere Gedanken wieder im Podcast: https://fortsetzung.tv/2017/07/31/game-of-throne-the-queens-justice/

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          • Perfekte Gelegenheit für ein paar Ständchen - alles Gute, Mr. S.:
            Commando - https://www.youtube.com/watch?v=8FFQ_g8OoQM
            T2 - https://www.youtube.com/watch?v=Z6_awUgbUJs
            Conan - https://www.youtube.com/watch?v=OBGOQ7SsJrw

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            • Ein Wichtelkommentarklassiker ^^

              Die Ironie daran ist, dass ich an dieses erste Wichteljahr zurückdenke und feststellen muss, dass es hier danach nie wieder so schön war ... oder beinahe. Manchmal schon, und dann ertappt man sich doch wieder dabei, wie man auf die Namen in seiner Freundesliste klickt, von denen man viel zu lange nichts mehr gehört hat, und in deren Gästebüchern sich die "Wo bist du?", ""Geht es dir gut?" und "Melde dich!" Grußbotschaften stapeln. Das ist mein "guilty pleasure", der sich wie ein Film immer wieder abspielt ... wobei "Vergnügen" ist es keins, nur dass ich mit dieser Sehnsucht nicht allein bin, dass ich nicht der einzige bin, der hier auf einen Zug wartend am Bahnsteig sitzt, wo nur noch die Fernzüge durchrauschen und man gelegentlich jemanden auf dem anderen Bahnsteigseite wiederzuerkennen glaubt, dem man dann zuwinkt. Uns Unabgeholten bleibt eben nur das Warten.

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              • Man mag von Oliver Stone halten, was man mag, damals hatte er echt einen Lauf. Mir ist noch im Gedächtnis geblieben, dass er ein Interview mit sich in seine in der Zukunft (von 2007) spielenden Mini-Serie WILD PALMS eingebaut hatte, in dem sich seine Theorie zu JFK als Wahrheit herausgestellt hat. Das fand ich damals schon witzig, und tue es heute noch, finde leider grad nicht den entsprechenden Ausschnitt.

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                • Vor anderthalb Jahren noch im Podcast drüber gesprochen ... wer's nachhören möchte, Kapitel 18 wär's: http://autorenrennen.de/003-annette-hess/ Insofern frage ich mich schon, wer hier wen für was gewonnen hat :)

                  • So sehr mir im ersten Moment gefiel, wie Dany Varys in dem Wortgefecht röstete, so frage ich mich jetzt, ob das nicht die nächsten Anzeichen der Targaryen-Paranoia sind. Irgendwann vertraut sie niemandem mehr und setzt die Welt in Flammen (oder "nur" King's Landing). Dazu passt leider auch der Rat von Olenna, den sie womöglich ebenfalls in den falschen Hals bekommt. Wir erinnern uns: im ersten Feuer, das sie entfachte kamen ihre Drachen zur Welt, im zweiten brannten in Vaes Dothrak schon die Kahls, und im obligatorisch ausstehenden dritten Feuer ... man mag es sich nicht ausdenken, aber ich tippe wie eben erwähnt auf King's Landing. Denn Dany und Cersei sind sich ähnlicher, je mehr sie einerseits von Macht korrumpiert werden, so wie sie sich von Feinden und Verrätern umgeben wähnen. Ist das der versteckte Inhalt ihrer (Serien)Version aus dem House of the Undying? Das zerstörte, ausgebrannte Red Keep, in dem der Schnee fällt?

                    Wieder eine tolle Folge, wobei mich die Seeschlacht abgesehen von dem Funkenregen nicht so bewegt hat, wie alle anderen Szenen. Schön auch, dass sich der Konflikt im Norden nicht zwischen Sansa und Jon entfacht, sondern dass die Familie hier zu einem Nebeneinander zweier gleichberechtigter Interpretationen gefunden hat. Das ist doch mal erfreulich, denn die Wölfe rücken damit näher zusammen, selbst wenn die physische Distanz wieder zunimmt. Nächste Woche treffen dann ja wohl Bran und Arya dort ein ...

                    Mehr Gedanken zu der Folge gibt's im ausführlichen Podcast: http://fortsetzung.tv/2017/07/24/game-of-thrones-podcast-ep-7-2-stormborne/

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                    • Nun ja, der Film hat mich abgesehen von seiner netten Prämisse und dem schönen Carpenter-Gedächtnis-Soundtrack nicht sonderlich beeindruckt - glaubte ich jedenfalls, bis ich auf der Heimfahrt im Zug kurz vor Poznań einen nackten Mann auf dem Dach stehen sah, der unserem Wagon (mir?) nachsah ...

                      (aus dem Keller mit zwei alternativen Fluchtwegen gesendet - sendet Hilfe)

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                      • Öhm .... DAS würde ich mir sofort angucken!
                        "Crocodile Dundee" trifft "Mann beißt Hund" - klingt wie ein Pitch für Tele 5 :)

                        Erinnert mich ein bisschen an das grandiose "Das Fest des Huhnes":
                        https://www.youtube.com/watch?v=ZCb49OOCGqA

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                        • Fand die Folge erstaunlich gut, weil sie sich Zeit nimmt, wie lange nicht mehr, und den Figuren Zeit einräumt. Gerade beim Hound war das Ergebnis einfach nur fantastisch. Wenn es so weiter geht, wird die Staffel ganz famos. Der sprichwörtliche Griff ins Klo sein ihnen daher gerne verziehen (Ha! Hier liegt tatsächlich mal ein “dynamischer Schnitt” vor, denn ehe es in die schnell geschnittene Montagesequenz übergeht, steigert sie sich langsam hinein - darum eben dynamisch. Sehr gut aufgepasst. Scheiße war die Sequenz trotzdem :) Und die Sets? Diese Einstellung vom dunklen Eisnebel mit dem Nightking und den wandelnden Toten darin? Atmosphäre pur.

                          PS: “Beschwört” hat mich verstört, weil das Ende wohl eigentlich beschworen sein wollte.

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                          • Wunderbares Porträt, und der Satz "In Der einzige Zeuge kitzelt Regisseur Peter Weir eine ungeahnte Sehnsucht aus diesem minimalistischen Angebot." ist mal wieder eine zum Einrahmen schöne, weil treffende Minatur :)

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                            • Auf das Ann Dowd den Emmy für "Outstanding Guest Actress" in THE LEFTOVERS (der einzigen Nominierung, Buch, Regie, Kamera, Schnitt - nüscht, vom fantastischen Ensemble ganz zu schweigen) bekommt und ihr Elektrostäbchen aus THE HANDMAID'S TALE dabei hat - alles weitere sei eurer Phantasie überlassen. Aber Hauptsache THIS IS US, ne?

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                              • Darum liebe ich Moviepilot: Ohne engagierte Kommentare von filmverrückten Usern wäre ich wohl nie über diesen Film von Akira Kurosawa gestolpert, der mal nicht DIE SIEBEN SAMURAI, RASHOMON oder RAN heißt, sondern eine der breit klaffenden Lücken in der umfangreichen Filmografie dieses Ausnahmeregisseurs darstellt, die viel zu selten geschlossen werden.

                                Ich mag jetzt auch gar nicht den Inhalt des Films nacherzählen, der mitreißend erzählt wird, sowie inhaltlich und formal spannend ist. Vor allem die Kameraarbeit hat es mir angetan, die präzisen Fahrten, und die sich permanent ändernden Figurenkonstellationen im Raum. Das ist atemberaubend, vor allem bei der Masse an auftretenden Personen. Das ist fast so, als ob Kurosawa ordnend in ein Altman-Ensemble eingegriffen hätte, nur das jede neue Konstellation etwas über die Figurenpsychologie aussagt, ohne das etwas ausgesprochen werden müsste. Die sich dabei ergebenden Bildkompositionen sind zum ausdrucken schön, und wenn dann selbst das Vorhang auf- und nach kurzem Zögern wieder zuziehen etwas erzählt, dann kann man nicht mehr wegsehen.

                                Kurze Zeit später ändert sich dann zwar nicht das Genre, aber die Protagonisten des Films, und das erinnerte mich dann zunehmend an ein anderes, großes filmischen Meisterwerk, nämlich M von Fritz Lang. Auch hier wird der Film mehr und mehr zu einem beiläufigen Gesellschaftsporträt, obwohl hauptsächlich ein Krimineller gejagt wird. Moralisch versagen dann aber alle Schichten, die Oberen, die Unteren, und alle dazwischen, die einen mehr, die anderen weniger, manche früher und andere später - aber am Ende hat jeder einmal seinen Spiegel vorgehalten bekommen, und damit auch wir als Zuschauer.

                                Freut euch auf die tollste Spiegelsonnenbrille, die beiläufigste (und damit professionellste) Beschattungssequenz, die ihr vielleicht jemals sehen werdet, brillante Gags und comic relief, eine eindrucksvolle und immer wieder überraschende Inszenierung ohne Sensationseffekt und aus allen Ecken und Winkeln Bildkompositionen zum niederknien, die in einem Schnittrhythmus aufeinanderfolgen, der keine Ruhepausen kennt. Die 140 Minuten vergehen wie im Flug und belohnt wird man mit einem der besten Filmenden, die ich jemals gesehen habe, das einen ebenso fassungs- wie sprachlos zurücklässt.

                                Jedenfalls bin ich jetzt auf der Suche nach weiteren DVD-Filmboxen, weil ich dermaßen auf den Geschmack gekommen bin, und die Kameraarbeit und das Raumverständnis Kurosawas einfach ihresgleichen suchen. Vielleicht macht euch ja dieses Video-Essay etwas hungriger, sollte euch mein kleines Plädoyer noch nicht gereicht haben: https://vimeo.com/122702786

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                                • Selbst bei einem Kino DCP handelt es sich um komprimierte Daten. Die Frage ist, ob der Abstand zur Leinwand (oder euren UHD-Geräten) groß genug ist, dass man Kompressionsartefakte nicht mehr wahrnimmt. Verbindungsschwankungen hingegen sind ein tatsächliches Problem, wie auch der (meist vergebliche) Wunsch eine Szene eben noch mal anzusehen, oder später eine Szene herauszupicken, die man nochmal ansehen möchte. Das nervt mich am allermeisten. Das liegt aber nicht an den Streamingbetreibern, sondern dem Verbot von Zwischenspeicherung auf den Geräten (wobei bei Netflix ironischerweise ausgerechnet auf Mobilgeräten die Option des Herunteradens für Offline-Gucken gegeben ist). Insofern hab auch ich die größte Freude immer noch am physischen Datenträger.

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                                  • Selten so viel Unfug in zwei Sätzen gelesen: "4K-Blu-rays bieten neben einer höheren Auflösung und besserem Sound auch oft ein Bild mit hohem Dynamikumfang, was meist mit einem "HDR"-Schriftzug auf dem Cover vermerkt ist. Ein Vorteil zu einem normalen Blu-ray-Master, der nicht durch Größe des Fernsehers oder Lautsprecher ausgeglichen werden kann."

                                    - 4K ist eine höhere Auflösung (4x die von 2K)
                                    - besserer Sound? Nicht zwingend, andere Formate ( DTS:X, Dolby Atmos, etc) im Standard möglich ja
                                    - HDR ist ein höherer Kontrastumfang, was aber nicht bedeutet, dass man den auch möchte, weil es den Look eines Films massiv verändert - jedenfalls sollte dabei auf jeden Fall der Kameramann mit involviert sein. Hier ein schöner Artikel zu dem Thema, der einem die Problematik näher bringt: https://prolost.com/blog/hdrtv
                                    - Was gleichen bitte Größe des Fernsehers und der Lautsprecher aus??? Entscheidend ist das Verhältnis der Bildschirmdiagonale zum Abstand in dem man vor seiner Glotze sitzt. Ideal ist es, wenn man individuelle Pixel nicht mehr erkennt. Dazu müßte man näher(!) an seiner 4K Glotze sitzen, als seinem Full HD Fernseher, also ca. unter einem Meter. Wer das nicht macht, kann sich die Anschaffung sparen und es sich weiterhin auf seiner Couch gemütlich machen (zur Erinnerung: 2K reicht um bei einer Kinoleinwand keine Bildpunkte mehr zu sehen. Bei 4K sind diese noch kleiner, als ohnehin schon ;)
                                    - Eine echte Rolle spielt 4K bei der Produktion, aber für den Heimgebrauch? Wer's glaubt wird hoffentlich selig mit der Anschaffung. Näheres zu dem Thema kann man in meinem Steve Yedlin Interview nachlesen, das voraussichtlich in der September-Ausgabe vom Film&TV Kameramann erscheint.

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                                    • Das hat von Minute zu Minute mehr Spaß gemacht als erwartet. Mit BABY DRIVER ist Edgar Wright ein Mixtape von einem Film gelungen, der nicht nur cooler Soundtrack ist wie bei Tarantino oder Gunn, sondern tatsächlich dramaturgisch so funktioniert. Die Liebe zur Musik ist nicht nur zentral für den Protagonist, sondern ebenso für den Film an sich, getragen vom exquisiten Musikgeschmack seines Regisseurs. Stellenweise war mir das schon fast zu verspielt, aber warum zum Geier sollte er keinen Spaß mit und an seinem eigenen Film haben? Wenn Baby und Debora über Musik ins Gespräch kommen, ist das weitaus natürlicher als das Gefasel über Jazz bei Damien Chazelle. Es wirkt nicht wie eine Philosophie, sondern wie ... Liebe zur Musik. Überbordend. Streckenweise (vor allem in der ersten Hälfte) hat es den Charakter von mehreren nahtlos ineinander übergehenden Musikvideos - was ein gutes Mixtape leisten muss. Man vergleiche bei der Gelegenheit bitte auch die Plansequenz nach dem Titel mit der Eröffnungsszene aus LA LA LAND. Keine Frage welche mich besser unterhält. Pate stand dafür ein bisschen Michel Gondry's Clip für Kylie Minogue's "Come Into My World" ( https://www.youtube.com/watch?v=63vqob-MljQ ), was mehr das handwerkliche Verstecken von Schnitten betrifft, als ein schlichtes Nachahmen zu seien. Wright macht eben doch etwas eigenes daraus.

                                      BABY DRIVER ist auch kein Heist Movie, er bedient sich seiner Elemente, wie auch derer von den großen Verfolgungsjagd-Klassikern, denn die Fahrtszenen sind so echt, als hätte John Frankenheimer Regie geführt. Nun, manchmal jedenfalls, nicht immer. Der hat aber auch erst wachsen müssen, und für seine jungen Jahre lässt Edgar Wright diverse Regie-Kollegen alt aussehen. Hier wird wirklich fast and furious gefahren, und das spürt man, dafür sorgt auch die wie immer agile Kamera von Bill Pope. Da gibt es nichts zu meckern.

                                      Was Edgar Wright obendrein hinbekommt ist zu überraschen und Erwartungen zu unterlaufen. Er dreht keinen bierernsten DRIVE wie Refn, sondern biegt vor der erwarteten nächsten Kreuzung überraschend in eine Seitengasse ein. Wenn man denkt man sei am Ende des ersten Aktes und wüßte worauf es hinaus läuft (klar, der letzte Deal, den er fahren muss um aus seiner Abmachung heraus zu kommen, läuft schief - tut er nicht, und fünf Minuten später ist er frei) - das macht er großartig! Er schüttelt damit die schlauen Verfolger ab, die glauben zu wissen wohin die Reise geht. Das macht der Film permanent wieder, ein ums andere Mal fährt er auf die Hauptstraße zu und fährt plötzlich vorher durch einen Zaun. Die Form des Films gleicht einer Verfolgungsjagd, man holt den Plot nie wirklich ein, dann doch, und eben wieder nicht. Das ist ein Fest für die Sinne, und entweder man fährt mit oder wird davon überfahren. Vom Drehbuch über die Inszenierung bis zum Schnitt ist das keine angestrengte Leistungsschau, sondern ein pures Vergnügen. Selbst der Sketch auf dem der Film basiert ( https://www.youtube.com/watch?v=iHbndkcLM6A ) kommt für einen Sekundenbruchteil im Fernsehen vor und der Film selbst beginnt mit einer Variation davon. Ist es ein auf knapp zwei Stunden ausgewalzter Sketch? Mitnichten.

                                      Natürlich bedient er sich bei stereotypen Figuren, welcher Autorennen-Heist-Streifen tut das nicht? Trotzdem gönnt er jeder Figur mehr Tiefe, eine Szene die ihnen tatsächlich Charakter verleiht, vor allem Jamie Foxx und Jon Hamm glänzen dabei in ihren Rollen, nur Kevin Spacey darf halt machen was er immer macht. Ja gut. Trotzdem macht es Spaß ihm dabei zu zu sehen. Entschädigend sind dann die ganzen Gags, die man nicht unbedingt kommen sieht ("Who doesn't like hats?", der mehrmals clever zitierte Lieblingsfilm des Kindes, etc.)

                                      Und persönlich schießt er für mich einmal mehr den Vogel mit einem großartig eingesetzten Queen-Song ab. Dafür sollte ihn die Band endgültig zum Ritter "Sir Freddie" ehrenhalber ernennen: https://www.youtube.com/watch?v=BUt_7TQCWtU

                                      Thanks for the ride!

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                                      • Til Schweiger bin ich nie begegnet. Auch deshalb, weil er telefonierend vor dem Bürogebäude auf dem Gasteig-Studiogelände in München stand, und wir auf dem Weg zur Kantine an ihm hätten vorbei gehen müssen. Wir blieben jedenfalls lieber hungrig, als das Risiko einzugehen in einen Smalltalk verwickelt zu werden. Rückblickend finde ich das nicht mehr ok von mir, ich hätte ihn schließlich auch mal tröstend in den Arm nehmen können, und niemand hätt's gesehen.

                                        PS: Wenn er seinen Hund dabei gehabt hätte (vgl. Kommentar von Malik), wäre es natürlich was anderes gewesen, obwohl ich eher Katzentyp bin. Aber wenn schon Hund, dann groß.

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                                          • Es ist für mich auch genau dieses Tom Cruise Narrativ, das immer jenes der Filme in denen er spielen sollte, überlagert, mit dem ich meistens ein Problem habe (ähnlich wie bei DiCaprio übrigens). Es sieht immer nach Arbeit aus, nicht nach Spiel. Kein Aufgehen in der Rolle, sondern ein hartes Erarbeiten der Rolle, Schauspiel als Extremsport. Darauf kann man sich verlassen, aber wenn er von dieser Formel mal ablassen könnte, um sich verletzlich und verunsichert zu zeigen, würde er vielleicht mal irgendwo ankommen, statt in jedem Film immer wieder um sein Leben (oder angeblich das anderer) zu rennen (was schließlich schon in seinem Nachnamen angelegt ist). Stillstand ist für ihn der Tod, und beim still stehen möchte ich ihm einmal zusehen. Vielleicht ja dann mit 66 Jahren, da fängt das Leben an ... alles Gute zum Geburtstag!

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                                            • Liebe Ines, liebe Redaktion, könnt ihr Philipp bitte übernehmen, behalten und weiter fördern? Gerade die Thementexte aus seiner Feder in den letzten Wochen waren ein Lichtblick auf der Seite, die mich begeistert haben wie lange keine Artikel mehr (mit Ausnahme meiner üblichen Verdächtigen). Es wäre ein herber Verlust den jungen Mann ziehen zu lassen, dessen Sätze und Teamfähigkeit bei euch ein Zuhause gefunden zu haben scheinen. Den könnt ihr nicht zurück auf die Straße schicken!

                                              Darum auch an dieser Stelle mein Dank an Jenny, Christoph, Hendrik und Ines (und alle hier nicht explizit genannten Feedbackquellen) für die tolle Aufbauarbeit, die ihr geleistet habt, die so konstruktiv ausgefallen ist, das mir Philipp in den drei Monaten richtig ans Herz gewachsen ist. Man konnte förmlich im Wochentakt mitlesen, wie er heranreift.

                                              Gönn dir die Pause, lieber Philipp, das macht den Kopf frei, und dann führt dich dein Herz und Weg ja vielleicht wieder häufiger hierher zurück. Würde mich sehr freuen wieder von dir zu lesen, das war ein gelungener Blitzstart.

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                                              • *seufz* Erinnert sich noch jemand an Uwe Friedrichsen als Zollfahnder in "Schwarz Rot Gold"? Das war mal richtig andere Krimiware, die durchaus mal ohne Leichen auskam und trotzdem irre spannend waren (und stets gut recherchiert). Man spürte förmlich, wie nah an der Wirklichkeit diese Folgen gebaut waren (darin der ursprünglichen "Soko 5113", noch auf Dieter Schenk's Buch basierenden Folgen aus den späten 70er / frühen 80er Jahren, nicht unähnlich). Man spürte bereits die Vorboten der Globalisierung (wohlgemerkt: 80er Jahre), mit den gegen Windmühlen ankämpfenden Beamten, denen mehr Steine in den Weg gelegt, als unter die Arme gegriffen wurde. Ein bisschen so wie Steuerfahnder in Hessen zu sein und sich plötzlich auf der Straße wieder zu finden, weil man seinen Job (zu) gut gemacht hat. Läuft jetzt wohl unter Geheimtipp, wird ja seltsamerweise auch nie wiederholt, nicht mal auf den Dritten.

                                                Trailerli: https://www.youtube.com/watch?v=dYonVQauk-E

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                                                • “You have to make decisions much earlier than what they’re used to,” one of these sources say. “I don’t know if it’s because there were two of them but they were not decisive.” Production department heads began to complain. While the pair appeared to listen when told of festering problems, this person says their approach did not change.

                                                  http://www.hollywoodreporter.com/heat-vision/star-wars-han-solo-movie-firing-new-details-behind-phil-lord-chris-miller-exit-1016619 <Obi-Wan-Kenobi-voice>"Und keine. Weiteren. Fragen.")</Obi-Wan-Kenobi-voice>