Achtung, Spoiler enthalten! Kritik zu Staffel 1 (Wertung: 7.5/10)
Als Ableger zur britischen Kultserie Dr. Who gestartet, avancierte Torchwood im Mutterland schon bald zum Quotenrenner. Dabei ist Torchwood, anders als seine Schwesterserie, alles andere als eine Familienproduktion, sondern versucht von der ersten Folge an konsequente Unterhaltung für Erwachsene zu bieten. Gewalt, Sex und Thrill sind Kernelemente der Serie, die längst aus dem Schatten von Dr. Who herausgetreten ist. Torchwood, das ist eine 1879 von Königin Victoria gegründete Geheimorganisation, die paranormale Aktivitäten untersuchen und das Vereinigte Königreich vor extraterristischen Lebensformen beschützen soll. Eine der wichtigsten Zweigstellen von Torchwood ist in Cardiff, durch das ein Riss im Raum-Zeit-Gefüge verläuft, durch das regelmäßig außerirdische Artefakte und auch Lebewesen gelangen. In einer Basis dort unter der Stadt arbeiten der geheimnisumwobende Captain Jack Harkness (John Bar… —Mehr
Achtung, Spoiler enthalten! Kritik zu Staffel 1 (Wertung: 7.5/10)
Als Ableger zur britischen Kultserie Dr. Who gestartet, avancierte Torchwood im Mutterland schon bald zum Quotenrenner. Dabei ist Torchwood, anders als seine Schwesterserie, alles andere als eine Familienproduktion, sondern versucht von der ersten Folge an konsequente Unterhaltung für Erwachsene zu bieten. Gewalt, Sex und Thrill sind Kernelemente der Serie, die längst aus dem Schatten von Dr. Who herausgetreten ist. Torchwood, das ist eine 1879 von Königin Victoria gegründete Geheimorganisation, die paranormale Aktivitäten untersuchen und das Vereinigte Königreich vor extraterristischen Lebensformen beschützen soll. Eine der wichtigsten Zweigstellen von Torchwood ist in Cardiff, durch das ein Riss im Raum-Zeit-Gefüge verläuft, durch das regelmäßig außerirdische Artefakte und auch Lebewesen gelangen. In einer Basis dort unter der Stadt arbeiten der geheimnisumwobende Captain Jack Harkness (John Barrowman) und ein kleines Team aus jungen Wissenschaftlern, der zynische Arzt Dr. Owen Harper (Burn Gorman), die IT-Expertin Toshiko Sato (Naoko Mori), Archivar und “Mädchen für alles” Ianto Jones (Gareth David-Lloyd) sowie Jacks Stellvertreterin Suzie Costello (Indira Varma). In der Pilotfolge Everything Changes sieht die junge Polizistin Gwen Cooper (Eve Myles), wie Torchwood an einem Tatort ein Mordopfer mittels eines mysteriösen Handschuhs kurzzeitig wieder zum Leben erweckt. Fanatisch versucht sie, mehr über die geheimnisvolle Organisation zu erfahren, von der niemand weiß, was sie eigentlich macht, obwohl sie regelmäßig zu Polizeieinsätzen gerufen wird. Auf ihrer Suche nach Antworten gerät Gwen in Lebensgefahr, als sie Jack folgt und dabei zum ersten Mal auf ein Weevil stößt, ein mysteriöses, aber gefährliches außerirdisches Monster. Jack kann sie befreien, doch das hindert Gwen nicht, weiter nach Torchwood zu forschen. Getarnt als Pizzabotin gelangt sie schließlich in deren Basis, in der Jack ihr zu ihrer Verwunderung die ganze Arbeit der Organisation erklärt – ehe er ihr später eine Amnesiepille verabreicht. Am nächsten Tag führen die Mordermittlungen und bruchstückhafte Erinnerungen Gwen wieder zur Basis zur Torchwood – wo Suzie auf sie wartet und ihr erklärt, selber den Mord begangen zu haben, um zu lernen, den Handschuh zur Perfektion auszureizen. Als sie daraufhin Gwen erschießen will, erscheint Jack und sie schießt ihm in den Kopf. Jacks Wunden aber verheilen mysteriöserweise von selbst und als er Suzie stoppen will, richtet diese sich selber. Jack erklärt Gwen, dass er einst nach seinem Tod wieder ins Leben zurückgebracht wurde und seither nicht mehr sterben kann. Gwen wird daraufhin neues Mitlglied bei Torchwood.
Die erste Folge schon gibt eine sehr gute Vorausschau auf die Serie. Die Mitglieder von Torchwood leben gefährlich, stets im Kampf gegen außerirdische Wesen, aber auch im Kampf, ihre Arbeit nicht zu öffentlich zu machen. Rückendeckung erhalten sie dabei vom Premierminister, der einer der wenigen Personen ist, die von der Existenz der Organisation und deren Aufgaben weiß. Es ist eine Gradwanderung, auch was das Verhältnis der Teammitglieder zu ihrer Arbeit betrifft. Sie sind eingespannt in ein System, das irgendwann die Existenz der ganzen Menschheit retten könnte. Ein Privatleben fällt da schwer, was Gwen als einziges Teammitglied mit einem Lebensgefährten zu spüren bekommen wird. Torchwood ist eine sehr vielschichtige Serie, die nicht festgefahren ist auf ein Alienthema. Vielmehr vermischen sich die Genres. Neben den Action-/ und Horrorelementen werden stets auch dramatische Wendungen eingebaut, seien es die zwischenmenschlichen Beziehungen der Protagonisten oder auch Fragen nach dem Sinn von Existenz und Leben. In einer der stärksten Folgen der ersten Staffel, Out Of Time, landet ein Flugzeug mit drei Passagieren in Cardiff, das 1953 gestartet war und in ein Raum-Zeit-Riss geraten ist. In dieser Folge wird die große Stärke von Torchwood deutlich. Wir beobachten die drei Passagiere, die sich aus der Vergangenheit kommend in der Gegenwart integrieren müssen. Die Probleme dabei sind allzu offensichtlich. Vor allem John, einem Mittvierziger, fällt es schwer, mit neuer Identität ein neues Leben zu beginnen. Die Szene, in der er seinen greisen, an Alzheimer erkrankten Sohn in einem Pflegeheim besucht, ist mit all seiner grotesken Tragik wohl einer der stärksten, die je im Seriensegment gedreht wurde. Umso konsequenter dann das phänomenale Ende der Folge, in der John sich neben Jack auf dem Beifahrersitz mit Hilfe von abgeleiteten Autoabgasen das Leben nimmt. Torchwood, vor allem in Form von Captain Jack Harkness, und das wird spätestens hier deutlich, lebt auch von einer eigenen, im Vergleich zu Serienkollegen verschobenen Moralvorstellung. Hier wird nichts romantisiert, sondern mit voller und endgültiger Konsequenz ausgelebt. Etwas, was sich vielleicht in der Form nur britische Serien erlauben. Es ist eigentlich schade, dass Torchwood nach dem großartigen Piloten in ein kleines Loch fällt, die vierte Episode gar ein Tiefpunkt darstellt, der der Serie unwürdig ist. Die Konstanz fehlt der Serie in der ersten Staffel noch, eine Konstanz, die erst ab der achten Episode eintritt. Ab da an steigert sie sich auf ein Niveau, das, wenn es in den folgenden Staffeln so gehalten werden kann, eine der besten und interessantesten Serien der letzten Jahre versprechen könnte. Und da lege ich mich fest.
Der wohl beste TV-Film seit "Mogadischu". Fast fragmentartig erzählt Regisseur/Autor Stefan Kornatz eine typische Geschichte der Berliner Schule, ruhig und stringent, simpel und doch effektvoll. Devid Striesow in der Hauptrolle zeigt einmal mehr, dass er unbestreitbar der derzeit beste Schauspieler Deutschlands ist, der vor allem gebrochene Figuren mit einer wunderbaren Subtilität verkörpert. Neben Striesow ist es auch Nicolette Krebitz, deren wuchtige Präsenz ein Segen für die Geschichte ist. Kornatz gibt seinen Akteuren genug Freiraum zur Entfaltung, und so ist "Verhältnisse" Schauspielerkino par excellence, gepaart mit wunderbar sperrigen Bildern, die in ihrer statischen Ruhe wohl abschreckend auf viele Zuschauer wirken dürften. "Verhältnisse" ist ein Film ganz in der Tradition eines Christian Petzold, ein Film, der eigentlich auf die große Leinwand gehört. So oder so darf man froh sein, dass die ARD Gebühren nicht nur mit Kochsendungen verpulvert, sondern gelegentlich auch mal echte Qualität ins Fernsehen bringt.
[...]Der Zuschauer muss sich schon ein großes Stück mit den vermittelten konservativ-republikanischen Werten und mit dem American Way Of Life identifizieren können, um den Figuren ihr Handeln abzukaufen und um das Ganze als ernste Geschichte, und nicht als Persiflage auf den American Dream zu begreifen. Wer das aber kann, dem erwartet ein zweistündiger Film, der nie langweilig wird, der alle Elemente großartiger Familienunterhaltung beinhaltet, mit ganz tollen Schauspielern und einem Ende, das den einen oder anderen zu kleinen Freudentränen rühren dürfte. "The Blind Side" ist jetzt schon einer der stärksten Filme des Jahres, ein Film, der, so kitschig es klingen mag, Hoffnung in sich trägt. Und alleine das ist mal kluge Abwechslung zu dem, was sonst im Kino läuft.[...]
[...]Bridges spielt seinen Blake mit einer unglaublich wuchtigen Präsenz, einer präzisen Darstellung voller Melancholie und Natürlichkeit. Cooper wie auch Bridges gehen die Figur aber auch gleichzeitig mit einem Augenzwinkern an, die wichtig ist, um den Film nicht zu einer zweistündigen Moralpredigt verkommen zu lassen, sondern zu einem atmosphärischen und dichten Porträt eines gefallenen Country-Musikers.[...]
[...]Hier liegt eine große Stärke des Films, der Freiheiten lässt für eigene Gedanken und Wertungen – als wäre BAD LIEUTENANT ein letztes Relikt aus großartigen Zeiten des Neuen Deutschen Films. Dass das letztlich funktioniert, liegt an der grandiosen Performance von Nicolas Cage, der seine beste Leistung seit LEAVING LAS VEGAS abliefert. Cage formt den Charakter mit explosivem, für Herzogs Filme typischen overacting, ohne jemals lächerlich oder aufgesetzt zu wirken. Sein McDonagh bleibt stets, trotz aller Ausbrüche, verschlossen. Und aus dieser Verschlossenheit, diesem an den richtigen Stellen nuancierten Einsatz expressiver Mimik, resultiert die Bedrohung, die der Zuschauer empfindet, eine Bedrohung McDonaghs gegenüber seiner Umwelt, vor allem aber gegenüber sich selbst.[...]
[...]Carey Mulligan als Zentrum des Films trägt diesen mit einer wunderschönen Leichtigkeit, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte spinnt. Ob als sich unterordnende Einserschülerin oder als rebellierender Teenager, Mulligan sorgt stets dafür, dass das Handeln ihrer Jenny als logische Konsequenz ihrer Umwelt erscheint und so die Sympathie nie in Antipathie umschlägt. Sie spielt eine sehr ambivalente Figur, stets auf der Gradwanderung zwischen erwachsenem Weitblick und kindlicher Naivität. Und diese zwei Seiten ihrer Figur kann sie in "An Education" voll ausspielen.[...]
[...]"Wolfman" ist ein harter Horrorfilm, bei dem, überraschend für eine Studioproduktion, nicht mit Gore-Effekten gegeizt wird. Das Drehbuch ist löchrig wie ein Schweizer Käse und kommt deshalb manchmal sogar etwas trashig daher. Die Inszenierung aber reißt es komplett raus – die Fotografien sind wunderschön und stimmig, Elfman Score famos und die Darsteller perfekt besetzt.[...]
[...]Doch qualitativ will sich "Invictus" nicht nahtlos einfügen in die Liste großartiger Filme Eastwoods. Denn anstatt der Komplexität der Figur Nelson Mandela in einem Land voller Rassenwahn an den Leib zu rücken, konzentriert sich das Drehbuch auf einen kurzen Zeitraum von Mandelas Wahl zum Präsidenten 1994 bis zur Rugby-WM im eigenen Land 1995.[...]
[...]Der Regisseur verpasste es, den Fokus auf einen Handlungsstrang zu legen, um entweder ein feinfühliges Drama oder einen spannenden Thriller zu inszenieren. So ist "The Lovely Bones" ein kruder Mischmasch aus beidem, aber nichts Halbes und nichts Ganzes. Jackson lässt dem Zuschauer keine Chance, die ohne Frage ästhetisch inszenierten Szenen auf sich wirken zu lassen, lässt ihm kein Freiraum für eigene Gedanken. Eine Sequenz jagt die nächste, auf eine Aktion folgt eine sofortige Reaktion, ohne Pause, untypisch für dieses Genre. Der Regisseur will die Geschichte schnell nach vorne treiben, will viel erzählen und erzählt doch so wenig.[...]
[...]Jason Reitmans Film ist manchmal ein feinfühliges Drama, manchmal eine scharfzüngige Komödie, mal charmant, doch in der nächsten Szene schon wieder voller Zynismus.[...]
[...]"Friendship!" ist, gerade nach dem verulkten Trailer, eine der größten Überraschungen des noch jungen Kinojahres. Ein Film über Freundschaft und Abenteuer, aber auch ein Film über die große Freiheit in einem weiten Land.[...]
[...]Guy Ritchies Version von "Sherlock Holmes" hinterlässt einen zwiegespaltenen Eindruck. Auf der technischen Seite überragend, kommt die inhaltliche Komponente viel zu kurz. Auf das sichere Sequel darf man sich trotzdem freuen, denn als Start in ein neues Franchise taugt der Film allemal.[...]
[...]Als Glücksgriff erweisen sich dabei zwei Dinge: das Drehbuch und der Cast. Nancy Meyers gelingt der schwierige Spagat zwischen gekonntem Witz und übertriebener Gefühlsduselei und präsentiert einen Film, der 120 Minuten Spaß macht.[...]
[...]"A Serious Man" ist ein Kuriosum, ein Sammelsurium mysteriöser Ereignisse, eine wundervolle Parabel mit einer echten Neuentdeckung in der Hauptrolle.
[...]Zu oberflächlich bleibt die Geschichte, die deutlich angelehnt ist an die von "Heat", doch niemals dessen Intensität zu erreichen vermag. Ein Spannungsbogen existiert de facto überhaupt nicht, denn "Public Enemies" ist ein steter Wechsel zwischen typischen Mann’schen shoot outs und filmischem Füllmaterial, welches zwischen Bedeutungslosigkeit und Kitsch, Langeweile und fehlender Tiefe pendelt.[...]
[...] was Bigelow letztlich abliefert, ist eine der größten Überraschungen des mageren Kinosommers. Sie inszeniert geradlinige Action, die das minimalistische Budget schnell vergessen macht und die Zuschauer von der ersten Sekunde an fesselt. Schon alleine die Entschärfungsszenen, die natürlich einen großen und wichtigen Teil des Films einnehmen, sind ein Highlight. [...]
[...] X-Men Origins: Wolverine fügt sich nahtlos ein in die Riege der Sommerblockbuster des Jahres 2009. Man setzt auf viel Action, zugeschnitten auf eine breite Zielgruppe, und verzichtet weitestgehend auf besonders großen Tiefgang oder besonders schwierige Dialoge. Der Film ist ein straighter Actioner, nicht mehr und nicht weniger. [...]
[...]Im Gegensatz zu seinem Vorgänger schafft es Ice Age 3 von Beginn an, eine taugliche Geschichte zu erzählen. Die Gag-Dichte ist wieder etwas höher, auch wenn die Genialität des Witzes des ersten Teils nicht annähernd erreicht wird. Sowieso, an die Genialität der Drehbücher von Pixar reicht das von Ice Age 3 in keiner Szene heran. Zu zahm ist das ganze, zu kurzweilig. Dafür muss sich Fox in Sachen Animationen nicht mehr vor Pixar verstecken.[...]
[...]Ist dieses Grundsetting in den ersten zehn Minuten gelegt, beginnt die psychopathische Hatz. Ein genialer Score, schockierende Soundeffekte und die schön fotografierten Bilder treiben Christine durch die Szenen, stets verfolgt von undurchsichtigen Dämonen. Raimi spielt hier sein ganzes inszenatorisches Können aus, platziert überraschende Schreckmomente, die dem Zuschauer endlich mal wieder etwas abverlangen. Gespickt mit Filmzitaten und einem schön schwarzen Humor weiß Drag Me To Hell wirklich zu gefallen – bis dem Drehbuch nach einer Stunde die Ideen ausgehen.[...]
[...]Überraschenderweise verkommt Fast & Furious dabei nicht zu einer reinen Actionhatz, sondern wartet mit einer überraschend soliden Geschichte auf, die natürlich keinen Oscar verdient, dem ganzen Treiben aber eine gewisse Stringenz verleiht. Natürlich lebt der Film, neben den obligatorisch stark in Szene gesetzten Verfolgungsjagden vor allem von seinen beiden Hauptdarstellern, die seit Teil 1 zum ersten mal wieder richtig vereint sind.[...]
Kaltduscher
über die Serie Torchwood 2010/04/28 10:30:09
Achtung, Spoiler enthalten! Kritik zu Staffel 1 (Wertung: 7.5/10)
Als Ableger zur britischen Kultserie Dr. Who gestartet, avancierte Torchwood im Mutterland schon bald zum Quotenrenner. Dabei ist Torchwood, anders als seine Schwesterserie, alles andere als eine Familienproduktion, sondern versucht von der ersten Folge an konsequente Unterhaltung für Erwachsene zu bieten. Gewalt, Sex und Thrill sind Kernelemente der Serie, die längst aus dem Schatten von Dr. Who herausgetreten ist. Torchwood, das ist eine 1879 von Königin Victoria gegründete Geheimorganisation, die paranormale Aktivitäten untersuchen und das Vereinigte Königreich vor extraterristischen Lebensformen beschützen soll. Eine der wichtigsten Zweigstellen von Torchwood ist in Cardiff, durch das ein Riss im Raum-Zeit-Gefüge verläuft, durch das regelmäßig außerirdische Artefakte und auch Lebewesen gelangen. In einer Basis dort unter der Stadt arbeiten der geheimnisumwobende Captain Jack Harkness (John Bar… — Mehr
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über Verhältnisse 2010/04/08 10:20:32
Der wohl beste TV-Film seit "Mogadischu". Fast fragmentartig erzählt Regisseur/Autor Stefan Kornatz eine typische Geschichte der Berliner Schule, ruhig und stringent, simpel und doch effektvoll. Devid Striesow in der Hauptrolle zeigt einmal mehr, dass er unbestreitbar der derzeit beste Schauspieler Deutschlands ist, der vor allem gebrochene Figuren mit einer wunderbaren Subtilität verkörpert. Neben Striesow ist es auch Nicolette Krebitz, deren wuchtige Präsenz ein Segen für die Geschichte ist. Kornatz gibt seinen Akteuren genug Freiraum zur Entfaltung, und so ist "Verhältnisse" Schauspielerkino par excellence, gepaart mit wunderbar sperrigen Bildern, die in ihrer statischen Ruhe wohl abschreckend auf viele Zuschauer wirken dürften. "Verhältnisse" ist ein Film ganz in der Tradition eines Christian Petzold, ein Film, der eigentlich auf die große Leinwand gehört. So oder so darf man froh sein, dass die ARD Gebühren nicht nur mit Kochsendungen verpulvert, sondern gelegentlich auch mal echte Qualität ins Fernsehen bringt.
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Surami 2010/04/14 20:37:22
Und ich habs leider doch verpaßt, so ein Mist.
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über Blind Side - Die große Chance 2010/03/24 13:54:19
[...]Der Zuschauer muss sich schon ein großes Stück mit den vermittelten konservativ-republikanischen Werten und mit dem American Way Of Life identifizieren können, um den Figuren ihr Handeln abzukaufen und um das Ganze als ernste Geschichte, und nicht als Persiflage auf den American Dream zu begreifen. Wer das aber kann, dem erwartet ein zweistündiger Film, der nie langweilig wird, der alle Elemente großartiger Familienunterhaltung beinhaltet, mit ganz tollen Schauspielern und einem Ende, das den einen oder anderen zu kleinen Freudentränen rühren dürfte. "The Blind Side" ist jetzt schon einer der stärksten Filme des Jahres, ein Film, der, so kitschig es klingen mag, Hoffnung in sich trägt. Und alleine das ist mal kluge Abwechslung zu dem, was sonst im Kino läuft.[...]
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duffy 2010/03/24 14:27:22
Na geht doch. Immer schön wenn sich Leute nicht auf das 08/15 USA Gebashe einspielen und den Film an sich bewerten.
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über Crazy Heart 2010/03/09 13:11:05
[...]Bridges spielt seinen Blake mit einer unglaublich wuchtigen Präsenz, einer präzisen Darstellung voller Melancholie und Natürlichkeit. Cooper wie auch Bridges gehen die Figur aber auch gleichzeitig mit einem Augenzwinkern an, die wichtig ist, um den Film nicht zu einer zweistündigen Moralpredigt verkommen zu lassen, sondern zu einem atmosphärischen und dichten Porträt eines gefallenen Country-Musikers.[...]
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über Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen 2010/03/09 11:15:55
[...]Hier liegt eine große Stärke des Films, der Freiheiten lässt für eigene Gedanken und Wertungen – als wäre BAD LIEUTENANT ein letztes Relikt aus großartigen Zeiten des Neuen Deutschen Films. Dass das letztlich funktioniert, liegt an der grandiosen Performance von Nicolas Cage, der seine beste Leistung seit LEAVING LAS VEGAS abliefert. Cage formt den Charakter mit explosivem, für Herzogs Filme typischen overacting, ohne jemals lächerlich oder aufgesetzt zu wirken. Sein McDonagh bleibt stets, trotz aller Ausbrüche, verschlossen. Und aus dieser Verschlossenheit, diesem an den richtigen Stellen nuancierten Einsatz expressiver Mimik, resultiert die Bedrohung, die der Zuschauer empfindet, eine Bedrohung McDonaghs gegenüber seiner Umwelt, vor allem aber gegenüber sich selbst.[...]
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über An Education 2010/02/25 11:09:13
[...]Carey Mulligan als Zentrum des Films trägt diesen mit einer wunderschönen Leichtigkeit, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte spinnt. Ob als sich unterordnende Einserschülerin oder als rebellierender Teenager, Mulligan sorgt stets dafür, dass das Handeln ihrer Jenny als logische Konsequenz ihrer Umwelt erscheint und so die Sympathie nie in Antipathie umschlägt. Sie spielt eine sehr ambivalente Figur, stets auf der Gradwanderung zwischen erwachsenem Weitblick und kindlicher Naivität. Und diese zwei Seiten ihrer Figur kann sie in "An Education" voll ausspielen.[...]
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über Wolfman 2010/02/23 13:32:08
[...]"Wolfman" ist ein harter Horrorfilm, bei dem, überraschend für eine Studioproduktion, nicht mit Gore-Effekten gegeizt wird. Das Drehbuch ist löchrig wie ein Schweizer Käse und kommt deshalb manchmal sogar etwas trashig daher. Die Inszenierung aber reißt es komplett raus – die Fotografien sind wunderschön und stimmig, Elfman Score famos und die Darsteller perfekt besetzt.[...]
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über Invictus 2010/02/17 00:12:28
[...]Doch qualitativ will sich "Invictus" nicht nahtlos einfügen in die Liste großartiger Filme Eastwoods. Denn anstatt der Komplexität der Figur Nelson Mandela in einem Land voller Rassenwahn an den Leib zu rücken, konzentriert sich das Drehbuch auf einen kurzen Zeitraum von Mandelas Wahl zum Präsidenten 1994 bis zur Rugby-WM im eigenen Land 1995.[...]
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Cejay17 2010/02/20 05:04:47
Der Film Dauert ja schon 134 Minuten für ein Jahr. Jetzt rechne mal zusammen wieviel du für 17 Jahre brauchen würdest. ;-)
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über In meinem Himmel 2010/02/16 10:38:33
[...]Der Regisseur verpasste es, den Fokus auf einen Handlungsstrang zu legen, um entweder ein feinfühliges Drama oder einen spannenden Thriller zu inszenieren. So ist "The Lovely Bones" ein kruder Mischmasch aus beidem, aber nichts Halbes und nichts Ganzes. Jackson lässt dem Zuschauer keine Chance, die ohne Frage ästhetisch inszenierten Szenen auf sich wirken zu lassen, lässt ihm kein Freiraum für eigene Gedanken. Eine Sequenz jagt die nächste, auf eine Aktion folgt eine sofortige Reaktion, ohne Pause, untypisch für dieses Genre. Der Regisseur will die Geschichte schnell nach vorne treiben, will viel erzählen und erzählt doch so wenig.[...]
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über Up in the Air 2010/02/15 11:32:37
[...]Jason Reitmans Film ist manchmal ein feinfühliges Drama, manchmal eine scharfzüngige Komödie, mal charmant, doch in der nächsten Szene schon wieder voller Zynismus.[...]
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über Friendship! 2010/02/06 14:41:32
[...]"Friendship!" ist, gerade nach dem verulkten Trailer, eine der größten Überraschungen des noch jungen Kinojahres. Ein Film über Freundschaft und Abenteuer, aber auch ein Film über die große Freiheit in einem weiten Land.[...]
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über Sherlock Holmes 2010/02/06 14:40:14
[...]Guy Ritchies Version von "Sherlock Holmes" hinterlässt einen zwiegespaltenen Eindruck. Auf der technischen Seite überragend, kommt die inhaltliche Komponente viel zu kurz. Auf das sichere Sequel darf man sich trotzdem freuen, denn als Start in ein neues Franchise taugt der Film allemal.[...]
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über Wenn Liebe so einfach wäre 2010/02/06 14:38:36
[...]Als Glücksgriff erweisen sich dabei zwei Dinge: das Drehbuch und der Cast. Nancy Meyers gelingt der schwierige Spagat zwischen gekonntem Witz und übertriebener Gefühlsduselei und präsentiert einen Film, der 120 Minuten Spaß macht.[...]
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über A Serious Man 2010/02/06 14:37:01
[...]"A Serious Man" ist ein Kuriosum, ein Sammelsurium mysteriöser Ereignisse, eine wundervolle Parabel mit einer echten Neuentdeckung in der Hauptrolle.
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über Public Enemies 2009/08/20 11:43:40
[...]Zu oberflächlich bleibt die Geschichte, die deutlich angelehnt ist an die von "Heat", doch niemals dessen Intensität zu erreichen vermag. Ein Spannungsbogen existiert de facto überhaupt nicht, denn "Public Enemies" ist ein steter Wechsel zwischen typischen Mann’schen shoot outs und filmischem Füllmaterial, welches zwischen Bedeutungslosigkeit und Kitsch, Langeweile und fehlender Tiefe pendelt.[...]
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über Tödliches Kommando - The Hurt Locker 2009/08/19 20:05:32
[...] was Bigelow letztlich abliefert, ist eine der größten Überraschungen des mageren Kinosommers. Sie inszeniert geradlinige Action, die das minimalistische Budget schnell vergessen macht und die Zuschauer von der ersten Sekunde an fesselt. Schon alleine die Entschärfungsszenen, die natürlich einen großen und wichtigen Teil des Films einnehmen, sind ein Highlight. [...]
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über X-Men Origins: Wolverine 2009/07/17 00:08:59
[...] X-Men Origins: Wolverine fügt sich nahtlos ein in die Riege der Sommerblockbuster des Jahres 2009. Man setzt auf viel Action, zugeschnitten auf eine breite Zielgruppe, und verzichtet weitestgehend auf besonders großen Tiefgang oder besonders schwierige Dialoge. Der Film ist ein straighter Actioner, nicht mehr und nicht weniger. [...]
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über Ice Age 3 - Die Dinosaurier sind los 2009/07/13 16:36:31
[...]Im Gegensatz zu seinem Vorgänger schafft es Ice Age 3 von Beginn an, eine taugliche Geschichte zu erzählen. Die Gag-Dichte ist wieder etwas höher, auch wenn die Genialität des Witzes des ersten Teils nicht annähernd erreicht wird. Sowieso, an die Genialität der Drehbücher von Pixar reicht das von Ice Age 3 in keiner Szene heran. Zu zahm ist das ganze, zu kurzweilig. Dafür muss sich Fox in Sachen Animationen nicht mehr vor Pixar verstecken.[...]
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über Drag Me to Hell 2009/07/13 16:34:43
[...]Ist dieses Grundsetting in den ersten zehn Minuten gelegt, beginnt die psychopathische Hatz. Ein genialer Score, schockierende Soundeffekte und die schön fotografierten Bilder treiben Christine durch die Szenen, stets verfolgt von undurchsichtigen Dämonen. Raimi spielt hier sein ganzes inszenatorisches Können aus, platziert überraschende Schreckmomente, die dem Zuschauer endlich mal wieder etwas abverlangen. Gespickt mit Filmzitaten und einem schön schwarzen Humor weiß Drag Me To Hell wirklich zu gefallen – bis dem Drehbuch nach einer Stunde die Ideen ausgehen.[...]
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über Fast & Furious - Neues Modell. Original Teile. 2009/07/13 16:31:30
[...]Überraschenderweise verkommt Fast & Furious dabei nicht zu einer reinen Actionhatz, sondern wartet mit einer überraschend soliden Geschichte auf, die natürlich keinen Oscar verdient, dem ganzen Treiben aber eine gewisse Stringenz verleiht. Natürlich lebt der Film, neben den obligatorisch stark in Szene gesetzten Verfolgungsjagden vor allem von seinen beiden Hauptdarstellern, die seit Teil 1 zum ersten mal wieder richtig vereint sind.[...]
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