KlapTrap
KlapTrap aus Niebüll heißt Tobias Sönnichsen, ist 35 Jahre alt. Er hat sich 2008/08/10 16:25:21 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 2062 Filme bewertet und legendäre 628 Kommentare geschrieben. "I didn't do anything. I'm a nice man. I mind my own business. So you tell me 'that's that' before I beat the hell from you. I have so much strength in me you have no idea. I have a love in my life. It makes me stronger than anything you can imagine. I would say 'that's that', Mattress Man. " Barry Egan - Punch Drunk Love Mehr
| Name | Tobias Sönnichsen |
|---|---|
| Alter | 35 |
| Stadt | Niebüll |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | Caden Cotard |
| Meine Lieblingsschauspieler: | Edward Norton,Emily Watson,Kevin Spacey,Justin Theroux,William H. Macey,Julliane Moore,Phillip Seymour Hoffman,Tilda Swinton, Michael Douglas,JAck Nance, Naomi Watts,Nicolas Cage,Hugo Weaving, John Cusack,Johnny Depp, Kyle MacLachlan, Bill Murray, Sean Penn, Patricia Arquette, Christian Bale, Kate Winslet, Clive Owen |
| Ich bin Fan von: | Mike Patton, Eddie Vedder, David Lynch, Lars von Trier, Leigh Whannell, Wes Craven, Catherine Keener, Alan Smithee, Christoph Schlingensief, Ulrich Thomsen, Roger Ebert, Hermann Hesse, Martin Sonneborn, Paul Thomas Anderson, Thora Birch, Rainald Grebe, Nicolas Cage, Zack Snyder, Charlie Kaufman, Edward Norton, George Hardy, James Hetfield, Georg Schramm |
| Meine Lieblingsregisseure: | David Lynch,Roman Polanski,Paul Thomas Anderson,Stanley Kubrick,Spike Jonze,Charlie Kaufman,Christopher Nolan,Darren Aronofsky,Lars von Trier,David Fincher,Michel Gondry,Joe Dante,Michael Haneke,Terry Gilliam |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | Und es steht geschrieben : Wir haben mit der Vergangenheit abgeschlossen,aber die Vergangenheit nicht mit uns. |
| Über mich | "I didn't do anything. I'm a nice man. I mind my own business. So you tell me 'that's that' before I beat the hell from you. I have so much strength in me you have no idea. I have a love in my life. It makes me stronger than anything you can imagine. I would say 'that's that', Mattress Man. " Barry Egan - Punch Drunk Love |
Til Schweiger
KlapTrap 2012/01/25 17:05:22
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KlapTrap 7.0 "Sehenswert" 2012/01/25 11:14:04
So ist das, wenn man alte Bekannte, gar uralte Schulfreunde wieder trifft.
Man blödelt ein bißchen, man verweilt überwiegend in alten Zeiten, und meistens wird einem mit zunehmender Dauer klar, das man über das hier und jetzt nur wenig miteinander zu bereden hat.
Zu lange hat man sich nicht gesehen, und in der Zeit in der man selbst damit beschäftigt war einen Haushalt zu führen…
So ist das, wenn man alte Bekannte, gar uralte Schulfreunde wieder trifft.
Man blödelt ein bißchen, man verweilt überwiegend in alten Zeiten, und meistens wird einem mit zunehmender Dauer klar, das man über das hier und jetzt nur wenig miteinander zu bereden hat.
Zu lange hat man sich nicht gesehen, und in der Zeit in der man selbst damit beschäftigt war einen Haushalt zu führen oder seinen Hobbys nachzugehen, hat der Gegenüber womöglich in Afrika für das Rote Kreuz gearbeitet, oder die Scherben seiner zweiten Ehe aufgelesen.
Was auch immer in dieser Zeit passiert ist - es hat dich verändert, es hat dein Gegenüber verändert.
Und keiner von euch beiden war dabei, um diese Entwicklungen organisch mitzuerleben.
Und wenn man sich dann gegenübersteht, dann merkt man meistens sehr schnell, das man sich mehr über das Bild gefreut hat, das man von einer Person im Kopf hatte, denn über den eigentlichen Menschen.
Denn der sieht plötzlich ganz anders aus, hat ganz andere Dinge zu erzählen, und dir wird still und leise klar, das es deinem Gegenüber wahrscheinlich ganz genauso geht.
Die große Freundschaft die ihr einst geteilt habt, müsste komplett von Neuem aufgebaut werden, denn letztendlich stehen sich hier zwei völlig neue Wesen gegenüber, die zufällig ein Teil der selben Erinnerung teilen, und dafür ist man a) meistens zu faul oder b) zu schockiert über das, was die Zeit und Erfahrung aus dem Gegnüber hat werden lassen.
Und - um es für die auf den Punkt zu bringen, die bisher keinen Schimmer haben wo hier der laufende Hase im wachsenden Pfeffer begraben liegt : Haargenau dieser Vorgang ist Schuld daran, wenn mal wieder ein Remake seitenweise zerissen wird, weil es im Grunde nicht der Erwartungshaltung standhalten kann.
Die Erinnerungen wiegen zu schwer, um sie "on the fly" mit neuen Erfahrungen zu überschreiben...zumal diese Erfahrungen das selbe Gesicht, den selben Namen tragen, wie die heißgeliebten Rückblicke.
Und, da auch ich nur ein kleiner, unbedeutender Abkömmling des Menschengeschlechts bin, komme ich aus dererlei Verfänglichkeiten nur schwer heraus.
Die meiste Zeit war GIRL WITH THE HASENPFEFFER-TATTOO tatsächlich eines dieser Treffen, bei denen ich mir durchaus bewußt war, das es meinem Gegenüber gut ergangen war, das er sich seit unserem letzten Wiedersehen in guten Händen befunden hat und umsorgt wurde.
Aber es war auch eines dieser Wehmutstreffen, bei dem mir nach und nach bewußt wurde, das ich ihn früher etwas lieber mochte, und hätte ich die Wahl, gerne wieder zu ihm zurückkehren möchte.
Bei Filmen nun, geht das zum Glück um einiges leichter als bei Menschen.
Und auch wenn ich mir bewußt bin, das meine Gefühle zu einem großen Teil mein eigenes Problem sind, für den weder Fincher noch die Darsteller etwas können, so gibt es genau zwei Punkte, zwei Probleme, die man auch ohne dererlei Gefühlsdilemma diagnostizieren und ganz offen im direkten Vergleich erkennen kann.
Mein alter Freund hat in meiner Abwesenheit zwei Macken entwickelt, die mich schon in der Vergangenheit furchtbar genervt hätten.
Und die erste betrifft Lisbeth Salander !
Nicht, das sie nicht einen tollen Job gemacht hätte, im Gegenteil war ich gerade anfangs überrascht, wie leichtfüßig sie in die Fußstapfen ihrer überlebensgroßen Vorgängerin tritt, und de Facto ist nichts was ich an Lisbeth auszusetzten hätte, ihre Schuld.
Denn mein größtes Problem mit meiner neuen, alten Freundin ist dieses :
Früher hat sie mich fasziniert, hypnotisiert, denn sie war ein wandelndes Enigma, das sich eher das Gesicht gebrochen, denn ein Lächeln zustande gebracht hätte, und sich - wenn überhaupt - erst nach langer Zeit ein ganz klein wenig geöffnet hätte.
Wenn sie sich ihre Triebabfuhr holen wollte, hat sie sich die Männer wie eine Dose Cola aus dem Kühlschrank geholt und danach wortlos zurückgelassen wie ein nasses Handtuch.
Heute dürfen ihre Liebhaber nicht nur oben liegen, geküsst wird auch noch, und generell viel schneller aufgetaut.
VERDAMNIS - ihr zweiter Biographieversuch - machte viel von diesem Enigma kaputt, weil es sie in den Mittelpunkt stellte, und ihr durch "over-explanation" die so faszinierende Maske halb vom Gesicht riss - und Fincher nun, hievt ein Teil dieser Schwäche direkt in den Erstling.
Wenn Lisbeth und Blomkvist gegen Ende Kopf an Kopf auf dem Bett liegen, dann ist das eine Moment der Nähe und Intimität den ihre Vorgänger so selbst über die Laufzeit von drei Filmen nicht erleben durften.
Und die Figur von Lisbeth leidet enorm darunter.
Wenn sie ganz am Anfang einem ihrer Peiniger versichert, das sie "batfuck crazy" ist...dann glauben wir und er ihr das aufs Wort....nur am Ende überzeugt zu sein, das sie doch eigentlich eine ganz gute, halt mißverstandene, junge Dame ist.
Ihr Design trägt ein übriges zu dieser Verwandlung bei.
Die wilde Punkfrisur, die im Original nicht einmal weicht, darf hier gerne schon nach der Hälfte geduscht und zum Pferdeschwanz zurückgebunden getragen werden.
Lisbeth, die im Orginal bis zum Schluß eine Naturgewalt bleibt, und ganz am Ende sogar noch ein extra-verwirrendes Outro geschenkt bekommt, wird von Fincher innerhalb von zweiundhalb Stunden domestiziert, dressiert und auf die Lebensgröße zurechtgesägt.
Nicht falsch verstehen : Sie ist und bleibt ein gutgeschriebender Charakter.
Sie hat nur nicht mehr den gleichen Habitus und Spirit, die selbe Borderline-Persönlichkeit, die das Original nur in wenigen Sekunden, für einige Gesichtsausdrücke aufzubrechen sich traut.
Und auch der zweite Kritikpunkt ist leider unumgänglich mit seinem Regiesseur verbunden :
Fincher scheint nicht so genau zu wissen, wie er sich der Vorlage, diesem unterkühlten Edgar-Wallace-Thriller mit kurzzeitigen Gewalteruptionen nähern soll, und endet in einem Best-Of-Fincher-Stilmischmasch.
In der Titelsequenz, in Lisbeths anfänglichem Martyrium und diversen Rückblenden darf es gerne mal SIEBEN und FIGHT CLUB sein - inclusive den üblichen blau/grünen-Farbfiltern und Kamerawinkeln - im Hier und Jetzt, den Ermittlungen und kurzen Charakterpausen kriechen dann die hellen Farbtöne, Tempodrosselungen und ruhigen Einstellungen aus ZODIAC ins Geschehen.
Wie sehr dieser zerissene Regiestil der Dramaturgie schadet, sieht man am Ende.
Schon das Original besaß ein Ende, das weit über den eigentlichen Kriminalplot hinauslief, sich ganz seinen Figuren widmte, und damit nur umso stärker unterstrich, was VERBLENDUNG von den meisten seiner Genre-Kollegen unterschied : Die Liebe zu den Figuren war größer, als die zu seinem eigentlichen Plot.
Doch während der Film den gleichen Tonfall beibehielt, in der gleichen Ruhe auf diese Entwicklungen blickt, wie auf seinen zuvor aufgebauten Kriminalplot, haut es hier Finchers Entwurf entgültigt aus der Bahn.
Unentschlossen zwischen SIEBEN und ZODIAC dahinschleudernd, findet er nicht die passende Synthese für seine letzte halbe Stunde, und das Ende wirkt hier merkwürdig fehl am Platz, ja sogar langatmig.
Zudem : Fincher kann vieles, Emotionen gehörten bis jetzt nur bedingt zu seiner großen Stärke.Oder liebt hier Jemand FIGHT CLUB für seine humanistische Ader und Durdens mißverstandene Liebe zu peruanischen Hundewelpen ?
Da Emotionen für das letzte Kapitel aber geradezu immanent wichtig wären, wirkt ein Moment wie ein ganz bestimmtes Wiedersehen fast schon verschwendet, und wird im Vorbeigehen abgehakt.
Fast so, als habe Fincher sein Hauptanliegen schon vor einer halben Stunde beendet, und sehe den Rest nur als Auftragsarbeit, die, der Vorlage geschuldet, noch unbedingt abgedreht werden müsse.
Was jetzt klingt wie ein Totalveriss, ist im Grunde keiner, denn aus der Ferne, während ich meinem alten Bekannten hinterherwinke, kann ich dennoch erkennen, das seine liebenswürdige Persönlichkeit weitestgehend intakt geblieben ist.
Ja - er ist ein anderer, jetzt - aber das bin ich auch.
Ja - ein Teil meiner Befremdung ist der Vergangenheitsverklärung geschuldet.
Und - JA - er hat definitiv ein, zwei nervige Macken entwickelt, die vorher nicht da waren.
Aber trotzdem kann ich guten Gewissens sagen : Wer immer ihm jetzt zum ersten Mal über den Weg läuft, wer das "Früher"...also "unser Früher" nicht kennt, der wird einen guten Freund und Wegbegleiter finden.
Ihm werden die Macken weniger - bis überhaupt nicht - auffallen, und er wird ihm ein besserer Freund sein, als ich, der auf Grund der unsterblichen Erinnerungen immer ein wenig unfair zu ihm sein würde.
Und vielleicht, eines Tages, wenn die Bindung eng genug ist, schaut er sogar einmal ins Familienalbum, um zu sehen, was sein neuer Freund früher so getrieben hat.
Und dann wird er lächeln, sich die ganzen Kindheitsgeschichten zu jedem Foto anhören, und still und leise froh sein, ihn doch erst jetzt getroffen zu haben, weil ihm zu dererlei Gesichten zwar das Intresse anhaftet, aber die Verbindung fehlt.
Und Ich....Ich wünsche den beiden viel Glück...winke ihnen hinterher und hole dann und wann meine Kopie des Familienalbums hervor.
Denn, egal was für ein toller Mensch mein alter Freund heute auch sein mag, die alten, die vergilbten Fotos, sie sind mir viel, viel näher am Herzen.
Ich könnte ihn dann belächeln, den neuen Wegbegleiter meines Freundes, weil er keine Ahnung davon hätte, was wir alles zusammen erlebt haben, und er könnte genauso gut mich auslachen, weil ich lieber mit alten Fotos denn neuen Erfahrungen lebe, und würden wir uns über den Weg laufen, könnten wir stundenlang darüber streiten, wer den besseren Freund getroffen hätte.
Das Problem wäre nur : Wir hätten beide Recht !
bedenklich? 26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten
m.laterne 2012/01/25 12:41:45
Antwort löschenZumindest hat mein alter Freund einen guten Musikgeschmack entwickelt ;)
KlapTrap 2012/01/25 12:45:43
Antwort löschenJacko : I´mhappythankyoumoreplease ! ;)
laterne : Oh - stimmt - den Soundtrack hab ich komplett vergessen, und du hast vollkommen recht!
Fright Night - Die rabenschwarze Nacht
KlapTrap 8.5 "Ausgezeichnet" 2012/01/12 10:45:11
Das Cover von FRIGHT NIGHT hat mich über Jahrzehnte verfolgt.
Seit ich alt genug war um mit meinem Vater eine Videothek zu betreten, nur um mich dann heimlich in die Ab-18 Abteilung zu schleichen, war da dieses Cover, dieser Name.
Gefühlte Hunderttausendmal hielt ich die Box in Händen, nur um sie dann doch wieder ins Regal zurückzustellen.
Denn zum einen erschienen mir gerade…
Das Cover von FRIGHT NIGHT hat mich über Jahrzehnte verfolgt.
Seit ich alt genug war um mit meinem Vater eine Videothek zu betreten, nur um mich dann heimlich in die Ab-18 Abteilung zu schleichen, war da dieses Cover, dieser Name.
Gefühlte Hunderttausendmal hielt ich die Box in Händen, nur um sie dann doch wieder ins Regal zurückzustellen.
Denn zum einen erschienen mir gerade Vampire schon damals ziemlich uninteressant, wenn man doch gleich Nebenan den Krueger, den Vorhees oder die Gremlins haben konnte - also eher den anarchistischen, denn den gutgekleideten, aristokratischen Horror, und zweitens war da immer das Prädikat "Horror-Komödie" das mich gerade in den jungen Jahren, in denen verruchte Gewalt-Szenen mehr Faszination einflößten, als Schenkelklopfer, ziemlich abschreckte.
FRIGHT NIGHT war ein irgendwann "to-do"-Film der dann doch nie geschaut wurde, weil immer neu, bunte und schrille und effektheischende Cover in den Regalen auftauchten.
Später war da die Reputation, das Hörensagen von diesem "Klassiker", dem man nicht entkommen konnte, interessierte man sich auch nur ein bißchen für das Genre im Allgemeinen, doch anstatt den Sichtungswunsch zu erhöhen, verstärkten diese Informationen die Wand zwischen FRIGHT NIGHT und mir nur noch mehr.
Zu oft war da die Erfahrung, das Klassiker rückwirkend auf einen anderen Erwartungshorizont fallen, die Begleitumstände und Zeiten sich längst zu sehr gewandelt haben, und die Informationsflut ein Nährboden ist, der die Rezeption an den Erwartungen zerbrechen lässt.
FRIGHT NIGHT rutschte als "verpasste Gelegenheit" komplett von meiner Liste, über ein Jahrzehnt habe ich nicht einen Gedanken an diesen Film verschwendet.
Bis das aktuelle Remake den Namen, und damit seine, meine, unsere persönliche Nicht-Geschichte wieder in mein Bewußtsein rückte.
Alle interesanten Genre-Filme waren schon längst abgecheckt, die Welle neuerer Produktionen, die sich langsam erst an der Wiedergeburt des Teen-Horrors durch SCREAM, dann am Roths Wiedergeburt des Terrorkinos und Wan/Wanells Wiederbelebung des selbstgerechten Seriekillers abgearbeitet hatten, und inzwischen sehnsüchtig nach dem nächsten zu kopierenden Impuls suchen, haben sich überlebt und enttäuschen größtenteils....warum also nicht dann doch FRIGHT NIGHT ?!
Schlechter als die zehntausendste "Backwood comes to your town"-Kopie konnte es auch nicht werden, und eine Wissenslücke könnte sich endlich in Würde zu Grabe tragen.
Kann man sich noch voreingenommener einen Film ansehen ?
Es spricht dann tatsächlich Bände, das FRIGHT NIGHT diesen Ballast, das diffuse Nicht-Interesse während seiner Laufzeit nicht nur auflöste. mein mildes Interesse in Wohlgefallen und Verwunderung umwandelte, sondern mich auch am Ende mit einem Grinsen und einem Gefühl entließ, das ich in dieser Form schon lange nicht mehr erlebt hatte, und das mich in schwächeren Momenten glatt mal wieder einen Sermon über den heutigen Kinobetrieb absondern lassen würde.
FRIGHT NIGHT besitzt tatsächlich diese merkwürdige Qualität dieser Achtziger-Jahre-Komödien, irgendwo zwischen BACK TO THE FUTURE, GHOSTBUSTERS und GREMLINS, die darin bestand hochgradig zu amüsieren, gleichzeitig mit einer absurden Prämisse Spannung zu entfalten und sowohl als Coming-of-Age-Story als auch als erwachsenes Stück Fiktion zu funktioneren.
Dieses zeitlose Gefühl, das ein Film wie SUPER 8 mit allerlei Zitatenschatz versuchte einzufangen, und letztendlich doch daran scheiterte, und das man nie so richtig in Worten, denn eher mit der Magengrube einfangen kann.
Zudem war FRIGHT NIGHT schon "Meta" lange bevor Craven wusste, das er einmal Kevin Williamson treffen würde, und Joe Dante in GREMLINS 2 seinen eigenen Film durch einen Kritiker zerreißen ließ.
Was wohl auch der Hauptgrund ist, neben den bestechenden Hauptdarstellern, warum ich mich hier das einemal so gut mit einer Vampirstory anfreunden konnte.
Alle Vorbehalte die ich gegen die Gattung der Blutsauger hatte und habe - nicht nur den funkelnden - werden hier schon vorgeführt und dem Spott preisgegeben : Die aristokratische Art, die unterschwellige, sexuelle Note, so wie die behauptete Übermacht dieser Gattung bei doch eigentlich kompletter Impotenz im Falle von Licht, Weihwasser, Kreuzen, Feuer, Holzpflöcken und Enthauptungen sowie einer simplen Nicht-Einladung in die eigenen vier Wände.
Gibt es eigentlich eine impotentere Gattung als Vampire im Genre ?
FRIGHT NIGHT führt das alles schön auf und vor und besitzt dabei einen richtig guten Spannungsbogen, für seine Zeit phänomenale Spezialeffekte, macht sich nebenbei noch Gedanken über mediale Wirklichkeitsbrechung, funktionert gleichzeitig als Nachbarschafts-Satire a´la Dantes TEUFLISCHE NACHBARN und zaubert zudem mit gerade mal vier Personen und einem Haus ein so spannenden dritten Akt, das es einem die Schuhe auszieht.
What´s not to love ?
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APPENDIX : Meine schwächeren Momente (THE SERMON !)
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FRIGHT NIGHT funktionert übrigens auch wunderbar als Anschaungsmaterial für ein paar simpele Punkte, die Hollywood anscheinend vergessen hat, und die diesen speziellen Achtziger-Kult-Hits erst ihren ganz eigenen Charme gegeben haben.
Als da wären :
1. Vororte haben wie Vororte auszusehen, und nicht wie die Hochglanz-Rasenflächen bei DESPERATE HOUSEWIVES.
2.Selbiges gilt für das Interieur : Wer mir weißmachen will einem Middle-Class-Teen bei seinem Leben zuzusehen, der darf nicht mit Stilleben aus "Schöner Wohnen" daherkommen.
3.Wenn der Hauptdarsteller "einer von uns" sein soll....dann lasst ihn bitte auch so aussehen.Billy Peltzer (GREMLINS) oder Charles Brewster (FRIGHT NIGHT) waren Normalos, keine braungebrannten, goldgelockten High-School-Beaus die aus unerfindlichen Gründen kein Selbstbewußtsein besitzen.
4.Selbiges gilt für seine Love-Interest ! Amanda Bearse funktioniert in FRIGHT NIGHT wunderbar, weil glaubwürdig als liebenswürdiges Next-Door-Mädl.
Achtundzwanzige "High-Schooler" mit zweifacher Brust-OP und Strip-Show-Outfit tun dies nicht !
5.Selbiges gilt generell für Frauen - egal ob in Neben oder Hauptrollen.Die Welt ist kein Playboy-Kalender.
5.Man muss nicht immer auf die Kacke hauen, und es muss nicht immer gleich die ganze Welt untergehen.Charlie Brewster will nur sich selber retten, Marty Mc Fly will eigentlich nur sicherstellen überhaupt geboren zu werden, und in E.T ist weder die Welt, noch eine Spezies sonder nur ein einzelner Charakter in Gefahr.
Das ist nicht nur glaubwürdiger, es stärkt auch die Charakterbindung.Jeder will seine eigene Haut retten - das ist logisch - aber das "Mister Durchschnitt" plötzlich all seine Ängste überwindet, dem Präsidenten über den Mund fährt und im Alleingang einen Planeten retten....ähmmmmmmm.....
6.Erwachsene standen Teen-Filmen schon immer im Weg, weswegen sie oftmals eingeführt und dann am Rand liegen gelassen worden sind.Das ist auch okay so.
Erwachsene sind komische Wesen, die einen während der Reifezeit sowieso nie verstehen, und von einem anderen Planeten kommen.
Was nicht okay ist, ist das spätestens seit AMERICAN PIE Erwachsene nichts anderes sind als verquere Trottel und spießige Stichwortgeber, die keinen weiteren, immanenten Wert besitzen.
Wenn ihr schon Charaktere in eure Filme einbaut, dann nehmt sie ernst !
Egal ob ihr sie später fallen lasst oder nicht, wer durchs Bild läuft hat ein Recht darauf glaubwürdig zu sein.
Ein ruinierter Nebencharakter, eine dämliche Szene kann im Nachhinein einen ganzen Film zersägen - egal wie gut er bis dahin war.
7.Augenzwinkern ist okay und lässig, aber nicht bis zu dem Punkt, an dem ihr den Zuschauer damit permanent übers Gehirn fahrt.
Inzwischen gibt es Trailer und Filme die konsequent und offensichtlich Lachpausen für dererlei Anwandlungen einbauen...und meistens entsteht in diesen Pausen nur betroffenes Schweigen und ein Teenager-Kichern aus der hintersten Reihe.
Mit der vierten Wand und dem Publikum zu spielen, Referenzen und Doppeldeutigkeiten einzubauen, das kann schon verdammt unterhaltsam sein....wenn man clever genug ist, das heimlich, still und leise in den Plot einzuarbeiten.
Wenn man es lauthals rausposaunt ist es genauso "cool" wie der Idiot auf den Schulhof der allen seine neuen zweihundert Euro Sportschuhe zeigt, und dann zu Komplimenten auffordert....und diese dann auch noch für bare Münze nimmt.
8.Ein Soundtrack ist ein Soundtrack ist ein Soundtrack...und nicht das Hauptanliegen um ein paar rasante Szenen drumherum zu schustern um den Film in Scheiben als Musikvideo verkaufen zu können.Ein Soundtrack trägt den Film......nicht andersherum !
9.Filme haben einen Anfang einen Mittelteil und einen Schluß - gute Filme zumindestens, eine permanent nach oben steigende Spannungskurve.
Und nicht zwanzig explodierende Setpieces mit eingestreuten Dialogsequenzen.
Das Problem daran ist nämlich, daß das Ende das ja nochmals toppen muss um einen Eindruck zu hinterlassen, und das endet dann meistens in der Beliebigkeit von noch mehr Dauer-Explosionen.
Zudem, wer bis zum Ende den altbewährten Drama -Aufbau von Exposition-Krise-Auflösung vernachlässigt, der wird es am Ende auch schwer haben, das Publikum dazu zu bewegen, mit seinen Figuren mitzufiebern, und kann sich nur in Dauerfeuer-Kaschierung flüchten.
10.Guter Humor ist, wenn alle lachen.....schlechter Humor ist....wenn ein paar Teenager über Genitalien lachen.
"Für alle Altersklassen" war durchaus auch mal ein Markenzeichen, ein Familienfilm war nichts schlechtes,,,,Vater,Tochter UND OMA konnten sich über die gleichen Stellen amüsieren, weil guter Humor zeitlos und geschlechtslos ist.
Deswegen geistert BACK TO THE FUTURE heute noch durchs kollektive Gedächtnis......schon mal versucht mit euren Eltern TRANSFORMERS 2 zu sehen ?
bedenklich? 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Gästebuch
patcharisma 2012/01/25 22:06:44
Zielgruppenanbiederung gegen die drohende Vergreisun, haha!
Anyway, merci fürs Bemerken, Mr. KlapTrap....
Das Teenie-Bild von mir habe ich kürzlich wieder in einer verschollenen Kiste entdeckt und die Erinnerung an diese Aufbruchs-Zeit (1981) finde ich einen strange Thrill...
Thank you for noticing it!^^Pat
row-t 2011/12/23 16:07:56
Wünsche frohe Weihnachten (viele tolle Filme) und ein gutes, vorallem gesundes, neues Jahr 2012! :)
Du kommst aus Niebüll sehe ich gerade. Das ist doch der Ort ganz im Norden irgendwo bei Husum, oder? Da werden Erinnerungen wach, denn da ging mal eine Klassenfahrt hin (Schullandheim) als ich noch jung war. Netter, kleiner Ort! Ich komme auch aus einem Kaff, nur ganz im Süden.
Sigmund 2011/12/17 15:17:40
Hallo Klap, lange nichts mehr von Dir gelesen. Kann man bald mal wieder mit einem Deiner beseelten, geistreichen, witzigen, funkelnden etc Kommentare rechnen? Fühl Dich nicht unter Druck gesetzt! :P
Grüße, S.
Joeyjoejoe17 2011/12/15 09:05:39
Ein David Lynch-Fan (*?*), der klasse Kommentare schreibt, seine Meinung darzulegen weiß und außerdem im besten Club der Welt ist - so einer muss einfach in meine Buddy-Liste .:.
Ezra 2011/11/25 12:10:56
Weil du tolle Kommentare schreibst und schicke Lieblingsfilme hast, schicke ich mal eine Anfrage. Würde dich gern auf dem Dashboard lesen. :)
LG
Jenny von T 2011/11/08 23:35:40
So kann man es natürlich auch sehen. Und natürlich ist es ein Statement, das habe ich ja auch in meiner Kritik geschrieben - ein großes "FUCK YOU!" an alle Weicheier da draußen. Der Film WILL ja gar keinen Oskar. Und ich liebe Tom Six dafür, dass er sich was traut. Außerdem ist er nicht ganz so untalentiert wie Uwe Boll.
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