Ich kann es selbst noch nicht so recht fassen.
Weder die über diesem Text befindliche Punktzahl, noch das eigentliche Wunder, das THE REVENANT geworden ist.
Und wie immer war die im Vorhinein reduzierte Erwartungshaltung - einem selten dämlichen Verleihtitel, und der Filmbeschreibung sei dank - nicht ganz unschuldig daran, das der eigentliche Eindruck um einiges stärker war, als vorher vermutet.
Nicht nur die Flut an (mittelmäßigen) Zombie-Komödien, die SHAUN OF THE DEAD ausgelöst hatte, auch das die untoten Mundgeruchträger dieser Tage (mal) wieder das "in"-Ding sind, haben auf Grund starker Übersättigung und dem Geruch nach "Cash In" doch mächtig an meinem Willen geschraubt, mir diesen Film unvoreingenommen anzusehen.
Und so hatte ich trotz starker Referenzen (ganz lieben, tollen Gruß an sikki !!) eine launige Horrokomödie erwartet, die (bestenfalls) mit einer handvoll guter Szenen aufwarten kann und zwei Stunden lang mittelprächtig unterhält.
Was ich nicht erwartet hatte, ist das THE REVENANT ein Film ist, der seine Grundidee (die eigenständiger ist, als es die Beschreibung vermuten lässt) ernst nimmt.
Soll heißen : THE REVENANT gehts nicht um "shits and giggles" und auch wenn er amüsiert, opfert er seine Geschichte nie für den nächstbesten Lacher.
IN Wahrheit ist Humor sogar nur eine der kleineren Waffen die THE REVENANT im Gepäck hat, um seine Geschichte zu erzählen.
Es gibt sie, die derbe in die Szene platzende Schenkelklopfer, aber sie sind in geringen Dosen über den Plot verteilt.
Was der Film damit erreicht, ist, das er auf einer hauchdünnen Linie balanciert, und selbst die schwierige Balance zwischen Horror, Komödie und (ja!) Drama hält, die ein Film wie SHAUN OF THE DEAD schon nach wenigen Minuten komplett aus dem Fenster schmeißt.
THE REVENANT unterhält, amüsiert, schockiert und lässt sogar mitfühlen, ohne jemals wirklich den Tonfall oder gar das Genre zu wechseln.
Er ist in seinem Aufbau so einzigartig wie wasserdicht, und es dauert eine ganze Weile (die der Film sich auch nimmt) bis einem klar wird, das hier permanent Erwartungshaltungen unterlaufen werden, ohne daß das jedoch jemals an die große Glocke gehängt wird.
Er besitzt diese merkwürdige Substanz, dieses gewisse eigensinnige Feeling, das Filme von unterhaltsamen Flicks zu Kultobjekten werden lässt.
Das ausgesprochen, bin ich inzwischen auch überzeugt davon, das THE REVENANT - zehn Jahre von hier - genau dieses Cult-Treatment wiederfahren wird.
Nicht die Art von DISTRICT 9-Kult der die Massen infiltriert, dafür ist THE REVENANT niemals Mainstream genug - aber die Art von RE-ANIMATIOR-Kult der sich langsam unter den Liebhabern ausbreitet, und nur einer gewissen Gruppe von Menschen zugänglich sein wird.
Denn, diejenigen die kommen um sich nur in SHAUN-Manier zu amüsieren, werden halbwegs enttäuscht zurückgelassen.
Viele die interessiert den origenellen Storywendungen zusehen, werden sich womöglich winselnd abwenden, wenn REVENANT die Zähne auspackt und zubeißt.
Und die reinrassigen Gorehounds werden sich verwundert die Augen reiben, wenn der Film
plötzlich einen melancholischen Soundtrack raushaut und Empathie abverlangt.
THE REVENANT ist tatsächlich SO speziell und SO eigensinnig, das jedwede weitere Erklärung nur sinnlose Wortanhäufung wäre.
Er wird auf die unterschiedlichsten Nährböden fallen, und dort die unterschiedlichsten Reaktionen auslösen.
Hier jedenfalls ist - seit ewigen Zeiten - der eine Horrorfilm der nicht nur gewillt ist eine originelle Geschichte zu erzählen, er ist auch bereit dazu jedwede Konvention, die sich dem in den Weg stellt, mit einem Schulterzucken zu ignorieren.
Hier ist eine Horrorkomödie die im klassichen Sinn der "Komödie" funktioniert, in der die Geschichte die Gags tragen, und nicht die Geschichte nur Vehikel ist, um mit zehntausend skurillen Szenen das PUblikum auf seine Seite zu reißen.
Damit ist THE REVENANT selbst Filmen wie SHAUN OF THE DEAD Lichtjahre vorraus.
Und in heutigen Horrorgenre schon fast eine Revolution.
Träne aus dem Augenwinkel wisch; ja das hast du sehr schön (moment) ... sehr schön beschrieben.
Mich hat das zum ersten Mal richtig beschäftigt, wie´s wohl wäre, verstorben und tot und dann doch irgendwie wieder am Leben zu sein, zu stinken und keine Ahnung zu haben, es zu händeln. `Scheiße, was mach ich denn jetzt? Verdammt! Ich und tot? Au Mann, was denn jetzt? Was mach ich denn nur bloß? Ich mein´: Geht´s noch? Das ist ja mal unangenehm´ (das war kein Zitat).
Hahaha...genau DAS ! Ist tatsächlich der erste Film, der sich dererlei Gedanken gemacht hat, und da man selber keinen blassen Schimmer hatte, wusste man auch nie, wohin die Reise geht.
Wirklich die beste Empfehlung, die ich seit längerem von einem MP-Buddy zugeseteckt bekommen habe. *knutschknuddelundso*
<Knuff back... hug-multiple in potence> ... was solln´ denn die Leute denken? Yeah right, ich fühle mich damit großartig, wenn dir das zum Gefallen gereichte :D
Sehr schön geschrieben! Den will ich mir auch schon die ganze Zeit ansehen, aber meine Freundin hasst Komödien mit Zombies. Und ich hab alles, nur nicht die Hosen an... :(
Hört sich an, als seit ihr schon verheiratet. xD
Wie wärs mit einem Kompromiss-Abend ? Du sitzt neunzig Minuten Herzschmerzirgendwas ab, und sie muss dafür im Anschluß THE REVENANT ertragen ?
Wir sind verlobt! ;)
Naja, so schlimm isses jetzt nicht, wie es sich anhört. Sie steht genauso auf Zombies wie ich, nur dürfen die bei ihr halt nicht im humoristischen Kontext auftauchen. Ich muss mir mit ihr auch keine Liebesschnulzen anschauen - da zocken wir lieber nochmal Resident Evil 5 in Koop durch!
Der Pferdepflüsterer an den Brücken am Fluss , wo mal die Titanic lang fahren sollte wäre hier bei tümmers verleihbar.
Bitte keine parfümierten Cremes, Klap. Das mit den 8 Bodyguards habe ich verworfen. Maile dir grad nackt von der Corneliusstr. in D+ssölbdorf. muss schluss
@bobi : RE5 stinkt ! My Opinion ! Und versuch ihr einfach klar zu machen, das THE REVENANT eben NICHT wie SHAUN oder einer seiner Stiefbrüder ist, sondern a) ernsthafter ist und b) gegen Ende bitterböse wird und c) generell mit keinem anderen Genreeintrag zu vergleichen wäre.
@meine Liebeshure : Parfümierte Cremes sind mir sowieso zu "Casual" ich dachte mehr an Wärme/Rheumasalbe...die extra heiße natürlich !
Ja Klap, RE5 ist sicherlich nicht der beste Teil, aber nun mal der einzige mit Koop...und morgen Nachmittag muss sie für 3 Stunden arbeiten - das ist meine Chance!
Dass ein anderer Film des Genres SOTD in die Tasche steckt, kann für mich zwar (ganz amtlich) nur unmöglich sein, aber genau deswegen werd ich den mal vormerken.
Ist einfach nicht vergleichbar.SHAUN ist lustiger,geekiger - aber auch ganz anders gelagert.Deswegen : Hinweg mit den Erwartungshaltungen, da kannst du nur verlieren.REVENANT ist keine Horrrokomödie im klassichen Sinne, sondern eine (sich langsam zuspitzende) tiefschwarze Erzählung über die Lasten und Pflichten des "Untot"-Seins.
Für mehr Lacher und Coolness = SHAUN.
Für eine bessere Story mit Wendungen = REVENANT.
Wie man es dreht und wendet, mal gewinnt der eine, mal der andere Streifen.
Wir scheinen verschiedene Filme geschaut zu haben - unfassbar wie wenig ich dir in Bezug auf deine formal tollen Ausführungen zustimmen kann. Könnte sogar deine Worte invertieren und würde zu einem dual gegenüberstehenden Review gelangen. Krass!
Nunja, was soll ich sagen, hab ja schon geschrieben das gerade dieser Film auf die unterschiedlichsten Reaktionen stoßen wird, was meiner Meinung nach stark damit zusammen hängt, das er a) falsch gelabelt und beworben wird, womit komplett falsche Erwatungshaltungen entstehen und b) der Film selbst sich aus soviel unterschiedlichen Facetten und Ideen zusammensetzt, das er bewußt nur eine ganz speziellen, eher kleinen Kreis zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen wird.
Man kann das gut an den bisherigen Kommentaren ablesen - der eine findet die erste Hälfte brilliant und das Ende beschissen, dann vica versa.Dem Einen sind zu viel wenig Gags untergebracht, der andere stört sich an den kruden Gewalteinsprengseln und
wieder der Nächste empfindet die Mischung als ausgewogen, während ein Kommentar weiter die Erzählstruktur als langatimg empfunden wird, in der ich persönlich das größte Plus an diesem Film sehe.
Vielleicht kannst du mir wenigstens darin zustimmen, das THE REVENANT tatsächlich speziellerer Natur ist, und nicht ein typisches "paint by numbers"-Movie.Und selbst wenn er mir nicht so gut gefallen hätte, wie er im Endeffekt tat, bin ich von Natur aus geneigt, diesen Mut in Filmen schonmal ein bisschen besser zu bewerten, als die x-te Carbon-Copy eines funktionierenden Vorgängers.
Dem Aspekt der »speziellen Natur« stimme ich uneingeschränkt zu, möchte aber noch hinzufügen, dass ein Film nicht per se herausraugend ist, nur weil er es versteht Erwartungen zu brechen. Eine explizierte Erwartungshaltung entscheidet nunmal fast gänzlich über den bleibenden Eindruck eines jeden Films - »The Revenant« versetzt einem da fast schon vorsätzlich (rückblickend) einen Tritt in die Eier, was natürlich auch dem von dir bereits angesprochenen brachial-doofen dt. Verleihtitel geschuldet ist. Geschenkt. Und dennoch ist es eben jene von dir oben angesprochene Lahmarschigkeit der Inszenierung, die im krassen Missverhältnis zur gewollt smart daherkommenden Storyidee steht und dementsprechend Inkonsequenz stiftet. Es ist ein verdammt schmaler Grat (wie du in deinem Review treffend beschreibst) zwischen bahnbrechendem Erwartungsbruch mit den schnöden Genregrenzen und einem Nicht-Fisch-Nicht-Fleisch-Urteil, das droht in seiner eigens entfachten Beliebigkeit zu versinken. »The Revenant« war für mich leider letzteres, sei's drum! Danke für die ausführliche Antwort, hast mich immerhin nochmal über den Film nachdenken lassen! =)
THE REVENANT ist auch nicht herrausragend "weil er es versteht Erwartungshaltungen zu brechen".Er ist herrausragend, weil er es für mich schafft - wie kein Genrebeitrag zuvor - Humor und Ernst in einen Topf zu werfen, ohne jemals ganz auf eine der beiden Seiten zu kippen.Er ist weder SHAUN noch EVIL DEAD, sondern sein ganz eigenes Pflänzchen, zu dem jeglicher Referenzpunkt im Genre fehlt.
Deswegen : Herauragend !
Und die Inszenierung war eben nur "lahmarschig" wenn man einen launigen Pocornflick mit dementsprechendem Drive erwartet hat, was THE REVENANT eben nicht ist, und meines Erachtens auch niemals sein will.
Ein Film wie SHAUN OF THE DEAD ist ja offensichtlich nicht wirklich an seiner Story interessiert, er braucht sie nur als Set-Up, um dann seine Gags abzufeuern.Und das funktionert für ihn bestens.
THE REVENANT macht es nun genau anders herum, die Gags sind nur dafür da, um das viel wichtigere Storygerüst hin und wieder aufzulockern.
Und jedenfalls für mich funktionerte auch das ganz hervorragend, denn nach den üblichen zehn Minuten "Suspension of Disbelief" war ich tatsächlich weniger an der nächsten schmissigen Szene interessiert, sondern mehr daran, wohin die Reise als Ganzes geht.
THE REVENANT ist ein Film, bei dem ich mir nie sicher war, wohin die Reise als nächstes geht...und das fande ich höchstgradig unterhaltsam, und - im heutigen Kinobetrieb - schon mit Seltenheitswert.
Klap: du sagst es so, dass ich mir jede eigene Erklärung sparen kann und möchte. Da freu ich mir nen Knubbel an meinen [alten] Arsch. Die Referenz zu shaun of tD nervt mich mittlerweile.
Es geht halt leider nicht anders, wer zuerst kommt, malt zuerst, und jeder der Zombie+Komödie hört wird zuerst an SHAUN denken.
Damit muss ein Film wie THE REVENANT dann halt leben...zuzüglich zu dummen Verleihtiteln und den schwarzen Schafen in der Familie (FIDO !).
Außerdem natürlich : Dankedankedankedanke !
"Die größten Komödien unserer Zeit sind dem menschlichen Drama entsprungen.In Fakt sind sie eineige Zwillinge, die ohne einander nicht koexestieren können."
Cindy aus Marzahn
Sobald ich "Wüstenfilm" höre, werde ich wohl für immer zuerst an betrunkene Elefanten und "Die Wüste lebt" denken.
Jahrelange Weihnachts-Fernseh-Hirnwäsche lässt sich halt nicht so einfach wegoperieren !
Glaube nicht, das Replikanten Falten kriegen können.
Also :
Würde Ford wieder Deckard spielen hätte sich die "Replikant"-Frage ja schon von selbst beantwortet.
Wer soll das glauben ? Das ach-so-urbane Dschungelcamp liegt nur wenige Meter von einer Straße entfernt, und findet zudem nicht im Dschungel, sondern auf einer angemieteten "Ranch" statt : http://www.youtube.com/watch?v=k6YwjkPzVaU
Danke für den Link. Meine Güte, ist Frontal plakativ geworden. Da erinner ich mich doch gern an die Zeiten von Hauser und Kienzle zurück. Originell oder weltbewegend Neues hat der Zuschauer, der ein wenig logisch denken kann, dadurch sicher nicht erfahren.
Genausowenig ist es vollkommen abwegig zu glauben, dass sämtliches Getier bei den Prüfungen giftig wäre (Spinnen, Schlangen, Skorpione).
Wer die aktuelle Staffel sieht, wird bspw. auch schon bemerkt haben, dass direkt über dem Lager ne Plane gespannt sein muss, damit es die „Stars” nicht noch unbequemer haben bei den depressiv machenden Regenfällen.
So ist das, wenn man alte Bekannte, gar uralte Schulfreunde wieder trifft.
Man blödelt ein bißchen, man verweilt überwiegend in alten Zeiten, und meistens wird einem mit zunehmender Dauer klar, das man über das hier und jetzt nur wenig miteinander zu bereden hat.
Zu lange hat man sich nicht gesehen, und in der Zeit in der man selbst damit beschäftigt war einen Haushalt zu führen oder seinen Hobbys nachzugehen, hat der Gegenüber womöglich in Afrika für das Rote Kreuz gearbeitet, oder die Scherben seiner zweiten Ehe aufgelesen.
Was auch immer in dieser Zeit passiert ist - es hat dich verändert, es hat dein Gegenüber verändert.
Und keiner von euch beiden war dabei, um diese Entwicklungen organisch mitzuerleben.
Und wenn man sich dann gegenübersteht, dann merkt man meistens sehr schnell, das man sich mehr über das Bild gefreut hat, das man von einer Person im Kopf hatte, denn über den eigentlichen Menschen.
Denn der sieht plötzlich ganz anders aus, hat ganz andere Dinge zu erzählen, und dir wird still und leise klar, das es deinem Gegenüber wahrscheinlich ganz genauso geht.
Die große Freundschaft die ihr einst geteilt habt, müsste komplett von Neuem aufgebaut werden, denn letztendlich stehen sich hier zwei völlig neue Wesen gegenüber, die zufällig ein Teil der selben Erinnerung teilen, und dafür ist man a) meistens zu faul oder b) zu schockiert über das, was die Zeit und Erfahrung aus dem Gegnüber hat werden lassen.
Und - um es für die auf den Punkt zu bringen, die bisher keinen Schimmer haben wo hier der laufende Hase im wachsenden Pfeffer begraben liegt : Haargenau dieser Vorgang ist Schuld daran, wenn mal wieder ein Remake seitenweise zerissen wird, weil es im Grunde nicht der Erwartungshaltung standhalten kann.
Die Erinnerungen wiegen zu schwer, um sie "on the fly" mit neuen Erfahrungen zu überschreiben...zumal diese Erfahrungen das selbe Gesicht, den selben Namen tragen, wie die heißgeliebten Rückblicke.
Und, da auch ich nur ein kleiner, unbedeutender Abkömmling des Menschengeschlechts bin, komme ich aus dererlei Verfänglichkeiten nur schwer heraus.
Die meiste Zeit war GIRL WITH THE HASENPFEFFER-TATTOO tatsächlich eines dieser Treffen, bei denen ich mir durchaus bewußt war, das es meinem Gegenüber gut ergangen war, das er sich seit unserem letzten Wiedersehen in guten Händen befunden hat und umsorgt wurde.
Aber es war auch eines dieser Wehmutstreffen, bei dem mir nach und nach bewußt wurde, das ich ihn früher etwas lieber mochte, und hätte ich die Wahl, gerne wieder zu ihm zurückkehren möchte.
Bei Filmen nun, geht das zum Glück um einiges leichter als bei Menschen.
Und auch wenn ich mir bewußt bin, das meine Gefühle zu einem großen Teil mein eigenes Problem sind, für den weder Fincher noch die Darsteller etwas können, so gibt es genau zwei Punkte, zwei Probleme, die man auch ohne dererlei Gefühlsdilemma diagnostizieren und ganz offen im direkten Vergleich erkennen kann.
Mein alter Freund hat in meiner Abwesenheit zwei Macken entwickelt, die mich schon in der Vergangenheit furchtbar genervt hätten.
Und die erste betrifft Lisbeth Salander !
Nicht, das sie nicht einen tollen Job gemacht hätte, im Gegenteil war ich gerade anfangs überrascht, wie leichtfüßig sie in die Fußstapfen ihrer überlebensgroßen Vorgängerin tritt, und de Facto ist nichts was ich an Lisbeth auszusetzten hätte, ihre Schuld.
Denn mein größtes Problem mit meiner neuen, alten Freundin ist dieses :
Früher hat sie mich fasziniert, hypnotisiert, denn sie war ein wandelndes Enigma, das sich eher das Gesicht gebrochen, denn ein Lächeln zustande gebracht hätte, und sich - wenn überhaupt - erst nach langer Zeit ein ganz klein wenig geöffnet hätte.
Wenn sie sich ihre Triebabfuhr holen wollte, hat sie sich die Männer wie eine Dose Cola aus dem Kühlschrank geholt und danach wortlos zurückgelassen wie ein nasses Handtuch.
Heute dürfen ihre Liebhaber nicht nur oben liegen, geküsst wird auch noch, und generell viel schneller aufgetaut.
VERDAMNIS - ihr zweiter Biographieversuch - machte viel von diesem Enigma kaputt, weil es sie in den Mittelpunkt stellte, und ihr durch "over-explanation" die so faszinierende Maske halb vom Gesicht riss - und Fincher nun, hievt ein Teil dieser Schwäche direkt in den Erstling.
Wenn Lisbeth und Blomkvist gegen Ende Kopf an Kopf auf dem Bett liegen, dann ist das eine Moment der Nähe und Intimität den ihre Vorgänger so selbst über die Laufzeit von drei Filmen nicht erleben durften.
Und die Figur von Lisbeth leidet enorm darunter.
Wenn sie ganz am Anfang einem ihrer Peiniger versichert, das sie "batfuck crazy" ist...dann glauben wir und er ihr das aufs Wort....nur am Ende überzeugt zu sein, das sie doch eigentlich eine ganz gute, halt mißverstandene, junge Dame ist.
Ihr Design trägt ein übriges zu dieser Verwandlung bei.
Die wilde Punkfrisur, die im Original nicht einmal weicht, darf hier gerne schon nach der Hälfte geduscht und zum Pferdeschwanz zurückgebunden getragen werden.
Lisbeth, die im Orginal bis zum Schluß eine Naturgewalt bleibt, und ganz am Ende sogar noch ein extra-verwirrendes Outro geschenkt bekommt, wird von Fincher innerhalb von zweiundhalb Stunden domestiziert, dressiert und auf die Lebensgröße zurechtgesägt.
Nicht falsch verstehen : Sie ist und bleibt ein gutgeschriebender Charakter.
Sie hat nur nicht mehr den gleichen Habitus und Spirit, die selbe Borderline-Persönlichkeit, die das Original nur in wenigen Sekunden, für einige Gesichtsausdrücke aufzubrechen sich traut.
Und auch der zweite Kritikpunkt ist leider unumgänglich mit seinem Regiesseur verbunden :
Fincher scheint nicht so genau zu wissen, wie er sich der Vorlage, diesem unterkühlten Edgar-Wallace-Thriller mit kurzzeitigen Gewalteruptionen nähern soll, und endet in einem Best-Of-Fincher-Stilmischmasch.
In der Titelsequenz, in Lisbeths anfänglichem Martyrium und diversen Rückblenden darf es gerne mal SIEBEN und FIGHT CLUB sein - inclusive den üblichen blau/grünen-Farbfiltern und Kamerawinkeln - im Hier und Jetzt, den Ermittlungen und kurzen Charakterpausen kriechen dann die hellen Farbtöne, Tempodrosselungen und ruhigen Einstellungen aus ZODIAC ins Geschehen.
Wie sehr dieser zerissene Regiestil der Dramaturgie schadet, sieht man am Ende.
Schon das Original besaß ein Ende, das weit über den eigentlichen Kriminalplot hinauslief, sich ganz seinen Figuren widmte, und damit nur umso stärker unterstrich, was VERBLENDUNG von den meisten seiner Genre-Kollegen unterschied : Die Liebe zu den Figuren war größer, als die zu seinem eigentlichen Plot.
Doch während der Film den gleichen Tonfall beibehielt, in der gleichen Ruhe auf diese Entwicklungen blickt, wie auf seinen zuvor aufgebauten Kriminalplot, haut es hier Finchers Entwurf entgültigt aus der Bahn.
Unentschlossen zwischen SIEBEN und ZODIAC dahinschleudernd, findet er nicht die passende Synthese für seine letzte halbe Stunde, und das Ende wirkt hier merkwürdig fehl am Platz, ja sogar langatmig.
Zudem : Fincher kann vieles, Emotionen gehörten bis jetzt nur bedingt zu seiner großen Stärke.Oder liebt hier Jemand FIGHT CLUB für seine humanistische Ader und Durdens mißverstandene Liebe zu peruanischen Hundewelpen ?
Da Emotionen für das letzte Kapitel aber geradezu immanent wichtig wären, wirkt ein Moment wie ein ganz bestimmtes Wiedersehen fast schon verschwendet, und wird im Vorbeigehen abgehakt.
Fast so, als habe Fincher sein Hauptanliegen schon vor einer halben Stunde beendet, und sehe den Rest nur als Auftragsarbeit, die, der Vorlage geschuldet, noch unbedingt abgedreht werden müsse.
Was jetzt klingt wie ein Totalveriss, ist im Grunde keiner, denn aus der Ferne, während ich meinem alten Bekannten hinterherwinke, kann ich dennoch erkennen, das seine liebenswürdige Persönlichkeit weitestgehend intakt geblieben ist.
Ja - er ist ein anderer, jetzt - aber das bin ich auch.
Ja - ein Teil meiner Befremdung ist der Vergangenheitsverklärung geschuldet.
Und - JA - er hat definitiv ein, zwei nervige Macken entwickelt, die vorher nicht da waren.
Aber trotzdem kann ich guten Gewissens sagen : Wer immer ihm jetzt zum ersten Mal über den Weg läuft, wer das "Früher"...also "unser Früher" nicht kennt, der wird einen guten Freund und Wegbegleiter finden.
Ihm werden die Macken weniger - bis überhaupt nicht - auffallen, und er wird ihm ein besserer Freund sein, als ich, der auf Grund der unsterblichen Erinnerungen immer ein wenig unfair zu ihm sein würde.
Und vielleicht, eines Tages, wenn die Bindung eng genug ist, schaut er sogar einmal ins Familienalbum, um zu sehen, was sein neuer Freund früher so getrieben hat.
Und dann wird er lächeln, sich die ganzen Kindheitsgeschichten zu jedem Foto anhören, und still und leise froh sein, ihn doch erst jetzt getroffen zu haben, weil ihm zu dererlei Gesichten zwar das Intresse anhaftet, aber die Verbindung fehlt.
Und Ich....Ich wünsche den beiden viel Glück...winke ihnen hinterher und hole dann und wann meine Kopie des Familienalbums hervor.
Denn, egal was für ein toller Mensch mein alter Freund heute auch sein mag, die alten, die vergilbten Fotos, sie sind mir viel, viel näher am Herzen.
Ich könnte ihn dann belächeln, den neuen Wegbegleiter meines Freundes, weil er keine Ahnung davon hätte, was wir alles zusammen erlebt haben, und er könnte genauso gut mich auslachen, weil ich lieber mit alten Fotos denn neuen Erfahrungen lebe, und würden wir uns über den Weg laufen, könnten wir stundenlang darüber streiten, wer den besseren Freund getroffen hätte.
Das Problem wäre nur : Wir hätten beide Recht !
Das Cover von FRIGHT NIGHT hat mich über Jahrzehnte verfolgt.
Seit ich alt genug war um mit meinem Vater eine Videothek zu betreten, nur um mich dann heimlich in die Ab-18 Abteilung zu schleichen, war da dieses Cover, dieser Name.
Gefühlte Hunderttausendmal hielt ich die Box in Händen, nur um sie dann doch wieder ins Regal zurückzustellen.
Denn zum einen erschienen mir gerade Vampire schon damals ziemlich uninteressant, wenn man doch gleich Nebenan den Krueger, den Vorhees oder die Gremlins haben konnte - also eher den anarchistischen, denn den gutgekleideten, aristokratischen Horror, und zweitens war da immer das Prädikat "Horror-Komödie" das mich gerade in den jungen Jahren, in denen verruchte Gewalt-Szenen mehr Faszination einflößten, als Schenkelklopfer, ziemlich abschreckte.
FRIGHT NIGHT war ein irgendwann "to-do"-Film der dann doch nie geschaut wurde, weil immer neu, bunte und schrille und effektheischende Cover in den Regalen auftauchten.
Später war da die Reputation, das Hörensagen von diesem "Klassiker", dem man nicht entkommen konnte, interessierte man sich auch nur ein bißchen für das Genre im Allgemeinen, doch anstatt den Sichtungswunsch zu erhöhen, verstärkten diese Informationen die Wand zwischen FRIGHT NIGHT und mir nur noch mehr.
Zu oft war da die Erfahrung, das Klassiker rückwirkend auf einen anderen Erwartungshorizont fallen, die Begleitumstände und Zeiten sich längst zu sehr gewandelt haben, und die Informationsflut ein Nährboden ist, der die Rezeption an den Erwartungen zerbrechen lässt.
FRIGHT NIGHT rutschte als "verpasste Gelegenheit" komplett von meiner Liste, über ein Jahrzehnt habe ich nicht einen Gedanken an diesen Film verschwendet.
Bis das aktuelle Remake den Namen, und damit seine, meine, unsere persönliche Nicht-Geschichte wieder in mein Bewußtsein rückte.
Alle interesanten Genre-Filme waren schon längst abgecheckt, die Welle neuerer Produktionen, die sich langsam erst an der Wiedergeburt des Teen-Horrors durch SCREAM, dann am Roths Wiedergeburt des Terrorkinos und Wan/Wanells Wiederbelebung des selbstgerechten Seriekillers abgearbeitet hatten, und inzwischen sehnsüchtig nach dem nächsten zu kopierenden Impuls suchen, haben sich überlebt und enttäuschen größtenteils....warum also nicht dann doch FRIGHT NIGHT ?!
Schlechter als die zehntausendste "Backwood comes to your town"-Kopie konnte es auch nicht werden, und eine Wissenslücke könnte sich endlich in Würde zu Grabe tragen.
Kann man sich noch voreingenommener einen Film ansehen ?
Es spricht dann tatsächlich Bände, das FRIGHT NIGHT diesen Ballast, das diffuse Nicht-Interesse während seiner Laufzeit nicht nur auflöste. mein mildes Interesse in Wohlgefallen und Verwunderung umwandelte, sondern mich auch am Ende mit einem Grinsen und einem Gefühl entließ, das ich in dieser Form schon lange nicht mehr erlebt hatte, und das mich in schwächeren Momenten glatt mal wieder einen Sermon über den heutigen Kinobetrieb absondern lassen würde.
FRIGHT NIGHT besitzt tatsächlich diese merkwürdige Qualität dieser Achtziger-Jahre-Komödien, irgendwo zwischen BACK TO THE FUTURE, GHOSTBUSTERS und GREMLINS, die darin bestand hochgradig zu amüsieren, gleichzeitig mit einer absurden Prämisse Spannung zu entfalten und sowohl als Coming-of-Age-Story als auch als erwachsenes Stück Fiktion zu funktioneren.
Dieses zeitlose Gefühl, das ein Film wie SUPER 8 mit allerlei Zitatenschatz versuchte einzufangen, und letztendlich doch daran scheiterte, und das man nie so richtig in Worten, denn eher mit der Magengrube einfangen kann.
Zudem war FRIGHT NIGHT schon "Meta" lange bevor Craven wusste, das er einmal Kevin Williamson treffen würde, und Joe Dante in GREMLINS 2 seinen eigenen Film durch einen Kritiker zerreißen ließ.
Was wohl auch der Hauptgrund ist, neben den bestechenden Hauptdarstellern, warum ich mich hier das einemal so gut mit einer Vampirstory anfreunden konnte.
Alle Vorbehalte die ich gegen die Gattung der Blutsauger hatte und habe - nicht nur den funkelnden - werden hier schon vorgeführt und dem Spott preisgegeben : Die aristokratische Art, die unterschwellige, sexuelle Note, so wie die behauptete Übermacht dieser Gattung bei doch eigentlich kompletter Impotenz im Falle von Licht, Weihwasser, Kreuzen, Feuer, Holzpflöcken und Enthauptungen sowie einer simplen Nicht-Einladung in die eigenen vier Wände.
Gibt es eigentlich eine impotentere Gattung als Vampire im Genre ?
FRIGHT NIGHT führt das alles schön auf und vor und besitzt dabei einen richtig guten Spannungsbogen, für seine Zeit phänomenale Spezialeffekte, macht sich nebenbei noch Gedanken über mediale Wirklichkeitsbrechung, funktionert gleichzeitig als Nachbarschafts-Satire a´la Dantes TEUFLISCHE NACHBARN und zaubert zudem mit gerade mal vier Personen und einem Haus ein so spannenden dritten Akt, das es einem die Schuhe auszieht.
What´s not to love ?
FRIGHT NIGHT funktionert übrigens auch wunderbar als Anschaungsmaterial für ein paar simpele Punkte, die Hollywood anscheinend vergessen hat, und die diesen speziellen Achtziger-Kult-Hits erst ihren ganz eigenen Charme gegeben haben.
Als da wären :
1. Vororte haben wie Vororte auszusehen, und nicht wie die Hochglanz-Rasenflächen bei DESPERATE HOUSEWIVES.
2.Selbiges gilt für das Interieur : Wer mir weißmachen will einem Middle-Class-Teen bei seinem Leben zuzusehen, der darf nicht mit Stilleben aus "Schöner Wohnen" daherkommen.
3.Wenn der Hauptdarsteller "einer von uns" sein soll....dann lasst ihn bitte auch so aussehen.Billy Peltzer (GREMLINS) oder Charles Brewster (FRIGHT NIGHT) waren Normalos, keine braungebrannten, goldgelockten High-School-Beaus die aus unerfindlichen Gründen kein Selbstbewußtsein besitzen.
4.Selbiges gilt für seine Love-Interest ! Amanda Bearse funktioniert in FRIGHT NIGHT wunderbar, weil glaubwürdig als liebenswürdiges Next-Door-Mädl.
Achtundzwanzige "High-Schooler" mit zweifacher Brust-OP und Strip-Show-Outfit tun dies nicht !
5.Selbiges gilt generell für Frauen - egal ob in Neben oder Hauptrollen.Die Welt ist kein Playboy-Kalender.
5.Man muss nicht immer auf die Kacke hauen, und es muss nicht immer gleich die ganze Welt untergehen.Charlie Brewster will nur sich selber retten, Marty Mc Fly will eigentlich nur sicherstellen überhaupt geboren zu werden, und in E.T ist weder die Welt, noch eine Spezies sonder nur ein einzelner Charakter in Gefahr.
Das ist nicht nur glaubwürdiger, es stärkt auch die Charakterbindung.Jeder will seine eigene Haut retten - das ist logisch - aber das "Mister Durchschnitt" plötzlich all seine Ängste überwindet, dem Präsidenten über den Mund fährt und im Alleingang einen Planeten retten....ähmmmmmmm.....
6.Erwachsene standen Teen-Filmen schon immer im Weg, weswegen sie oftmals eingeführt und dann am Rand liegen gelassen worden sind.Das ist auch okay so.
Erwachsene sind komische Wesen, die einen während der Reifezeit sowieso nie verstehen, und von einem anderen Planeten kommen.
Was nicht okay ist, ist das spätestens seit AMERICAN PIE Erwachsene nichts anderes sind als verquere Trottel und spießige Stichwortgeber, die keinen weiteren, immanenten Wert besitzen.
Wenn ihr schon Charaktere in eure Filme einbaut, dann nehmt sie ernst !
Egal ob ihr sie später fallen lasst oder nicht, wer durchs Bild läuft hat ein Recht darauf glaubwürdig zu sein.
Ein ruinierter Nebencharakter, eine dämliche Szene kann im Nachhinein einen ganzen Film zersägen - egal wie gut er bis dahin war.
7.Augenzwinkern ist okay und lässig, aber nicht bis zu dem Punkt, an dem ihr den Zuschauer damit permanent übers Gehirn fahrt.
Inzwischen gibt es Trailer und Filme die konsequent und offensichtlich Lachpausen für dererlei Anwandlungen einbauen...und meistens entsteht in diesen Pausen nur betroffenes Schweigen und ein Teenager-Kichern aus der hintersten Reihe.
Mit der vierten Wand und dem Publikum zu spielen, Referenzen und Doppeldeutigkeiten einzubauen, das kann schon verdammt unterhaltsam sein....wenn man clever genug ist, das heimlich, still und leise in den Plot einzuarbeiten.
Wenn man es lauthals rausposaunt ist es genauso "cool" wie der Idiot auf den Schulhof der allen seine neuen zweihundert Euro Sportschuhe zeigt, und dann zu Komplimenten auffordert....und diese dann auch noch für bare Münze nimmt.
8.Ein Soundtrack ist ein Soundtrack ist ein Soundtrack...und nicht das Hauptanliegen um ein paar rasante Szenen drumherum zu schustern um den Film in Scheiben als Musikvideo verkaufen zu können.Ein Soundtrack trägt den Film......nicht andersherum !
9.Filme haben einen Anfang einen Mittelteil und einen Schluß - gute Filme zumindestens, eine permanent nach oben steigende Spannungskurve.
Und nicht zwanzig explodierende Setpieces mit eingestreuten Dialogsequenzen.
Das Problem daran ist nämlich, daß das Ende das ja nochmals toppen muss um einen Eindruck zu hinterlassen, und das endet dann meistens in der Beliebigkeit von noch mehr Dauer-Explosionen.
Zudem, wer bis zum Ende den altbewährten Drama -Aufbau von Exposition-Krise-Auflösung vernachlässigt, der wird es am Ende auch schwer haben, das Publikum dazu zu bewegen, mit seinen Figuren mitzufiebern, und kann sich nur in Dauerfeuer-Kaschierung flüchten.
10.Guter Humor ist, wenn alle lachen.....schlechter Humor ist....wenn ein paar Teenager über Genitalien lachen.
"Für alle Altersklassen" war durchaus auch mal ein Markenzeichen, ein Familienfilm war nichts schlechtes,,,,Vater,Tochter UND OMA konnten sich über die gleichen Stellen amüsieren, weil guter Humor zeitlos und geschlechtslos ist.
Deswegen geistert BACK TO THE FUTURE heute noch durchs kollektive Gedächtnis......schon mal versucht mit euren Eltern TRANSFORMERS 2 zu sehen ?
Came here to say this! ;)
Also, bei wem nicht die Astrid-Lindgren-Verfilmungen die ersten Skandinavier waren, der muss eine sehr schlimme Kindheit gehabt haben.
Schade, schade, Schokolade...aber der Metzel-Gott bleibt leider eine Posse auf Raumtemperatur, und damit meilenweit von Polanskis messerscharfen Sezierungen wie DER MIETER oder -ja- auch THE GHOSTWRITER entfernt.
Und das überall zu lesen stand wie genüßlich der Altmeister hier auf der Mittelschicht und dem Bildungsbürgetum herumreitet, das hätte eigentlich schon Warnung genug sein müssen, denn - hier kommt das Paradoxon : Wäre GOTT DES GEMETZELS ein Film der mit Genuß das Bürgertum seziert, dann wäre nirgendwo zu lesen gewesen "wie genüßlich GOTT DES GEMETZELS das Bürgertum seziert".
Dann hätten wir Texte voll betroffenen Schweigens, Verstörung, Ablehnung....oder wer definiert sich schon freiwillig nicht wenigstens teilweise als der Schnittmenge angehörend ?
Hab ich mich aber erwischt gefühlt, betroffen oder nur als Sympathisant für diese oder jene Seite ?
Nö !
Man lese sich mal diverse, ältere Kritiken zu Filmen wie EKEL oder MIETER durch, und kann schon zwischen den Zeilen dieser angestaubten Texte ein verlegenes Hüsteln spüren, gar ein Tumbleweed auf Grund der Sprachlosigkeit durchs Satzgefüge rollen sehen.
GOTT DES GEMETZELS ist Zirkus.
Ist große Posse, die sich bewusst der Stilmittel der Posse annimmt, also zuallererst mal seine Handlung während der Laufzeit drastisch überhöht und diesen Verlauf mit Schablonen, nicht mit Menschen ausstattet.
Der Karrieremensch, die "Frau von Welt" die es schafft auch noch das Heimchen zu geben, die Zimtlatschenträgerin, der absgestumpfte, zynisch und nihilistisch gewordene Ehemann ohne Ideale.
Wie aus dem Modelbaukatalog.
Das größere Problem dann...die Dialoge und Handlungen schwanken so wild hin und her, knüpfen mal diese Bande um dann jene zu zerschlagen, das dem Film jegliche Mitte fehlt.
Was will Polanski hier ?
Und wem will er an den Kragen ?
Gerade wenn er eine Figur bis auf die Knochen ausgezogen hat, wirft er ihr wieder ein Plätzchen zu, und söhnt sich mit ihr aus.
Überhaupt fällt auf, das seinen Figuren jegliche wirklich eigenständige Charakteristika abgehen.
Die "Casa Hamster" ist genauso nur ein Plotpunkt, wie eine plötzliche Schwächeattacke.
Sie sagen nichts über die eigentlichen Figuren aus, sondern heben den Verlauf nur auf das nächste Level und das Höchstmaß an Figurfärbung bleibt, wenn Christian Waltz mal beim Lachen schön Grunzen darf.
Zugegeben : Spaß macht der Film schon, wobei dieses mehr seinem Ensemble als dem eigentlichen Script geschuldet ist.
Das ist mir aber für einen wie Polanski, der ganze drei meiner Lieblingsfilme abgeliefert hat, viel viel viel zu wenig.
Statt messerscharf und pointiert nur : Vielleicht oder.... aber dann doch nicht !
Dem stimme ich sogar zu... vor allem wenn wir über "Figuren" reden...Puppen die über die Bühne gezogen werden.
Klar sind auch "Charaktere" die ihr Eigenleben entwickeln nur clever aufgebaute Plotstrände....nur bemerkt man das dann nicht mehr.
Was man erhält ist ein organischer Verlauf....statt eine Runde Puppenschach.
Das hier ist eine der wenig ernstzunehmenden negativen Kritiken, die ich über diesen Film lese - was es nur noch interessanter macht. Wird Zeit, dass ich ihn auch endlich sehe...
Da kann ich zur Abwechslung mal gar nicht zustimmen. Habe den Film nur im englischen Original gesehen und muss sagen: Bis auf wenige Ausreißerchen empfand ich die Charaktere als geradezu ideale Mischung aus leinwandwirksamer Typisierung und Lebensechtheit. Wie hier Verstellung, Kalkül, Egozentrik dargestellt werden, kenne ich in selbiger Form aus dem Alltag und habe ich besonders in diesem Genre nur selten im Kino so treffend erlebt. Wer es sich noch naturalistischer wünscht, wird unter ähnlich flotten Komödien wahrscheinlich nicht fündig werden.
Das es der Film trotzdem nicht mit den Schwergewichten polanskischer Ausdruckskraft aufnehmen kann, will ich ihm nicht vorwerfen. Ein anschauliches Panoptikum moderner Unfreiheit ist er allemal.
Hach ja, stimmt schon - halte ich mich auch meistens dran und Anmerkungen zu betreffenden Filme erspare ich mir eigentlich; war nur heute bereits früh angeschickert, sorry, in Schreiblaune. ;)
Guter Goebbels- Vergleich von meinem Lieblingsrapper: Was mich bei dir an Josef Goebbels erinnert, Is du machst einen auf hart aber bist eigentlich behindert =)
PART 1 : IN THE FLESH.........
---------------------------------------------------
"So ya thought ya
Might like to go to the show....."
Yeah, willkommen zu dieser Show, diesem seltsamen Ort, an dem man - kaum entnabelt - erst einen Namen und dann die Erbsünden angehängt bekommt.
In dem sie dir erzählen, das du alles werden kannst, was DU willst, Rockstar zb. und dir gleichzeitig verheimlichen, daß dein DU schon lange bevor dir in trockenen Tüchern liegt.
Freier Wille ?
My Ass !
Because :
"Mamma's gonna make all your nightmares come true.
Mamma's gonna put all of her fears into you.
Mamma's gonna keep you right here under her wing."
Du würdest ja gerne dies und das, und du träumst von einem anderen hier und jetzt - noch bevor du richtig begreifst was "Hier und Jetzt" eigentlich ist - aber dem Schatten deines Vaters, ob tot oder lebendig, entkommst du nicht.
Und dann kommst du in die Schule, und bist dann spätestens da ein "Soundso" - Jemand von dem alle genau wissen, wie er ist, wie er aussieht, was meistens dem Bild das DU von dir hast komplett wiederspricht, aber das so omipräsent ist, das du es der Bequemlichkeit halber erst einmal annimmst.
Oder du begreifst schon in jungen Jahren - Hey, da läuft was schief - und dann rebellierst du vielleicht dagegen.
Dann stehst du mit Millionen auf, und schreist in einem elitären Club :
"We don't need no education.
We don't need no thought control."
Und das schafft dann Luft, wenn auch nur kurzzeitig, weil du in den ruhigeren Stunden ganz genau spürst : Auch das ist eine Lüge !
Jede Jugendbewegung unterwirft sich den selben konformistischen Regeln, gegen die sie vorzugehen gedenkt.
Und dann ist da immernoch und immerwieder Mutter, und die wirst du im Leben nicht los, und willst doch einfach wegwegweg.
Und kaum bist du weg, vermisst du deine Nabelschnur, also suchst du Ersatz, suchst eine Ersatzpartnerin, und der Sexus drängelt und murkst auch da unten rum.
Also suchts du ein Happy-End, möglichst schnell die Erlösung, in den Armen einer Anderen.
"Will some woman in this desert land
Make me feel like a real man?
Take this rock and roll refugee
Oooh, baby set me free."
Mit ein bißchen Glück findest du dann die Eine, die deinen Plan erfüllt, die dich komplett machen soll, und die dir doch nur beibringt, daß es im wahren Leben nach dem Happy End immer noch weitergeht.
Denn deine Probleme bestehen weiterhin, deine Vergangenheit hängt dir wie ein Klotz am, Bein, die Enttäuschung über die Entmystifizierung deiner Vorbilder, deine Fehler, die Gesellschaft und das Bildungssystem, alle Faktoren die dich ohne deine Einwilligung bis zu diesem Zeitpunkt geprägt haben, sie lassen dich nicht allein.
Sie lassen dich zynischer werden, stiller, desillusionierter.
Sie lassen dich weltlichen Besitz anhäufen, um den innerlichen Mißstand zu übertünchen :
"I've got thirteen channels of shit on the T.V. to choose from.
I've got electric light.
And I've got second sight.
I've got amazing powers of observation.
And that is how I know
When I try to get through
On the telephone to you
There will be nobody home."
Genau - Nobody home - egal wann du anrufst, denn diese Mißstände lassen sich natürlich nicht übertünchen, schon gar nicht vor deiner eigenen Frau, die immer da ist, immer da war, und deinem langsamen seelischen und moralischen Bankrott beiwohnen musste, und die langsam die Schnauze vollhat von deinem Seltbstmitleid und deinem Desinteresse.
Die sich dann womöglich flüchtet, auf Raten, erst in die Arme eines Anderen und später dann ganz aus deinem Leben.
Die du erst vermisst, wenn dir bewusst wird, das du sie "besessen hast" und wenn man von etwas heimgesucht werden kann, dann von den Dingen die man "besessen" hat, weil sie - mit der Zeit - einen "besessen haben".
Du wirst wütend und traurig gleichzeitig, du flehst sie an und bedrohst sie gleichzeitig, denn du weißt nicht wohin mit deinen unterschiedlichen Gefühlen :
"How could you go?
When you know how I need you
To beat to a pulp on a Saturday night"
Und zurück bleibt die Wut.
Und die Enttäuschung.
Und die Frage :
"War es das alles wert ?"
Und dann schaust du zurück - wieder einmal - und stellst mit zunehmender Gleichgültiglkeit fest, das Nichts auf dieser Welt es wert ist, Emotionen zu investieren.
In deine Eltern, die dir ohne deine Einwiligung einen Namen gaben, und sich dann leise aus dem Staub machen.
Deine sogenannten Freunde, von denen keiner mehr da ist.
Dein dich ach so liebendes Land, das dich nur als schweigenden Bürger akzeptiert.
Frauen, die dir alle nur das Herz gebrochen haben, und für die es sowieso zu spät war, jemals zu deinem wahren Ich durchzudringen.
Du suchst vielleicht noch nach Seelenverwandten....
"Hey you, out there in the cold
Getting lonely, getting old, can you feel me?"
...doch auf die Frage "Is there anybody out there ?" hörst du keine ernst zunehmende Antwort mehr.
Und die Drogen, die Partys, die Zerstreuung, sie haben alle nicht geholfen - nur temporär.
Dir wird bewusst...du brauchst etwas dauerhaftes.
Einen Glauben, einen Philosophie...einen Geisteszustand.
Dir wird weiter bewusst :
Du hast den Anfang zu diesem Geisteszustand schon lange gemacht, du musst ihn nur noch beenden, vervollständigen....bis zum Extrem durchziehen.
DU MUSST DICH EINMAUERN !
Den Punkt erlangen, an dem nichts mehr wirklich vomn Bedeutung ist, an dem dich keine Enttäuschung, keine Verletzung, bis dich Nichts und Niemand mehr erreicht.
Du stellst dir vor : Angstfrei leben !
Und du schreitest zur Tat.
Du schaust dir die halbfertige Mauer genau an, die du dir über die Jahre zugelegt hast, Stein für Stein, und du beschließt sie endlich zu vervollständigen.
Eine letzer Blick zurück, und dann :
"Goodbye cruel world,
I'm leaving you today."
Natürlich bringst du dich nicht um, deine Erziehung, dein Besitz sträuben sich dagegen, aber die Welt bleibt endlich draußen, sie wird dich nicht mehr berühren, dir nichts mehr anhaben können.
"I have become comfortably numb."
Wenn es doch nur so einfach wäre !
Denn natürlich ist da immer noch die Welt, und klopft an deine Tür und reißt an deinen Fensterläden, es wird immernoch verlangt - und du musst dies und das - und Rechnungen zahlen, und alte Geister kreuzen deine Wege, meinen sich an dich zu erinnern.
Deine Schauspielerei trägt dich dann zwar - lange und weit - das Problem ist nur, irgendwann überschreitest du selbst den Punkt, an dem dein abgeschottetes ICH nicht mehr zwischen Schauspielerei und Selbstbild unterscheiden kann.
Du wolltest doch nur die Welt verlieren.
Du verlierst dabei dich selbst, vollständig.
Und das Schlimmste ist :
Tief in dir, da pocht noch eine ganze Leise Stimme voll von "wie du bist"...."wie du sein könntest".
Täglich taucht sie auf, wenn auch nur kurz, und appeliert flehend an dein verkümmertes Gewissen : "Wake Up !"
Doch es ist viel zu spät :
"But it was only fantasy.
The wall was too high, as you can see.
No matter how he tried, he could not break free."
Wie eine Ratte endest du, gefangen in einem Labyrinth, verzweifelnd, sich selbst zerreibend, hin und und her rennend, zwischen zu vielen Stimmen.
Und unfähig um Hilfe zu suchen, die Innenwelt zu verlassen, steigert sich der Innere Druck in pure Wut.
In Selbsthass, der sich nach außen kanalisiert, in faschistoiden, in rassistischen oder misantrophischen Zügen :
"There's one in the spotlight, he don't look right to me,
Get him up against the wall
That one looks Jewish!
And that one's a coon!
Who let all of this riff-raff into the room?
There's one smoking a joint!
And another with spots!
If I had my way,
I'd have all of you shot!"
Was als unschuldiger Fall in diese Welt begann, endete als freier Fall in den Wahnsinn.
Du willst die ganze Welt in Trümmern schlagen.
Und gleichzeitig wird Wahnsinn zu deiner einzigen Hoffnung.
Sie kann deine Rettung werden.
Sie kann für kurze Zeit deine rational aufgerichteten Mauern aufsprengen, sie kann dich, in einem kurzen, unachtsamen Moment heimsuchen, und vor Gericht ziehen.
Sie kann all den hunderten, kleinen Steinen in deiner Mauer eine Stimme geben.
Stimmen die dich quälen, die Nachts heimsuchen.
Stimmen deiner Eltern, deiner Frau und Jugendliebe, deinem unversehrten Kern, deiner Lehrer und Bücher, deiner ehemaligen Freunde und Weggefährten.
Sie alle schreien dir zu :
"Tear down the wall !
Tear down the wall !
Tear down the wall !"
Ob du es schaffst, ob du erkennst, das nicht all diese Steine deine Mauer erzeugt haben, sondern du sie erst damit gebaut hast, das liegt ganz alleine bei dir.
Denn es gibt sie da draußen, wenn auch ganz wenige, die haben es geschafft.
Die leben, schmerzanfällig und zutiefst verwundet, aber aufrecht und hoffnungsvoll.
Es reicht nur einen Stein zu entfernen, und durch die entstandene Lücke nach Hilfe zu rufen.
Und du wirst sehen, SIE sind da :
"All alone, or in twos,
The ones who really love you
Walk up and down outside the wall.
Some hand in hand
And some gathered together in bands.
The bleeding hearts and artists
Make their stand.
And when they've given you their all
Some stagger and fall, after all it's not easy
Banging your heart against some mad bugger's wall."
Selbst diese, langatmige, gleichzeitig flüchtige Analyse greift noch zu kurz, wenn es darum geht zu beschreiben, was sowohl Roger Waters als auch Alan Parker versucht haben, mit dem Mammut-Werk THE WALL zu umreißen.
Es ist die Lebens und Leidensgeschichte des fiktiven Musikers Pink Floyd, die gleichzeitig als Blaupause vieler Schicksale und Lebenswege innerhalb unserer Gesellschaft angesehen werden kann, und in der sich - wenigstens in einigen wenigen Punkten - jeder kurzfristig wiederfinden sollte.
Schließlich haben wir alle unsere Wunden und Narben versucht zu kaschieren, und Schutzschilder um sie herum gebastelt.
Das dieses Mammutunternehmen sowohl in tonaler, als auch filmischer Ausführung teilweise auch unter Floydians als nur "größtenteils" gelungen gilt, liegt dann wohl auch in der Natur der Sache.
Gerade der Film verhebt sich daran, alle Aspekte des über 70 Minuten andauernden Tonträgers, auf dem oftmals zwischen Zeilenumbrüchen ganze Sachverhalte und Entwicklungen geraffert werden, filmisch adequat wiederzuspiegeln.
Zudem legt er ein größeres Gewicht auf den Rockstar Floyd und sein persönliches Dilemma einer vaterlosen Kindheit, sowie einer Jugend in den Gesellschaftszügen des kalten Krieges, was ihm etwas des "Universalcharakters" des eigentlichen Albums beraubt.
Auf der Haben-Seite kann Parkers Werk dafür wiederrum verbuchen, für einige Themen von Waters selbsternanntem Lebenswerk wirklich grenzgeniale Bilder gefunden zu haben.
Wenn sich die gesichtslosen Kinder bei "Anothert Brick in the Wall" zur Revolte erheben, um dann doch per Fließband im Reißwolf zu landen, wenn die blinde Euphorie der Starverkultung bei Rockkonzerten Richtung Sportpalastreden verschoben wird, oder der erblühende Sexus mit einer Zeichentrick-Animation unterlegt wird, bei der sich zwei Blumen erst aneinander anschmiegen, dann verschmelzen, um sich hinterher als Einheit selbst zu zerfleischen, spätestens dann erreicht Parkers Werk eine Dichte, Phantasie und Interpretationsfülle die Waters musikalischer Vorlage in Nichts nachsteht.
Und der junge Bob Geldorf, egal ob katatonisch im Sessel, bei der Zerstörung seiner Selbst, eines Hotelzimmers, oder als fiktiver Goebbels, bleibt das zweite, unübersehbare Plus der filmischen Variante.
Man muss also kein Pink Floyd-Verehrer sein, um Parkers Adaption zu würdigen, aber es hilft - im Anbetracht des allumfassenden Soundtracks - natürlich schon ungemein.
Doch auch außerhalb dieses Kreises dürften sich gerade Fans der surrealen Kinokunst hier gerne einmal versuchen, denn Parkers Melange aus Animationstechnik, Spielfilm und Videoclip-Ästethik entwickeln einen mit zunehmender Laufzeit einlullenden Sog, der spätestens in der zweiten Hälfte mit Metaphern und Poesie nur so um sich schlägt, und in dem berühmten "Trial"...der Selbstanklage und Selbsteinsicht von Pink..mit Sequenzen aufwartet, die sich auch japanische Mangas gerne erträumen lassen würden.
Alles in allem sicherlich keine leichte Kost, und schon einmal gar nichts, was man sonst so von einem "Musikfilm" erwartet, aber aus eigenere Erfahrung auch ein Werk das von Jahr zu Jahr an Fülle und Bedeutung gewinnen kann.
Als noch recht neuer Plünderer im Hause Pink Floyd fand ich sowohl Platte als auch Film höchst öde, ein paar Jahre später konnte ich beide jedenfalls schonmal am Stück ertragen, und heute - tschja- heute vergebe ich ersteinmal volle neun Punkte.
Weil mich einige Dinge in THE WALL inzwischen verdammt lang Schlucken lassen.
Weil ich inzwischen genügend Jahre angesammelt habe um zurückzublicken und meine eigene Wand skeptisch zu beäugen.
Und weil - natürlich - Songs wie "Comfortably Numb" inzwischen fest mit meiner eigenen Vita verbunden sind.
"The way you make them suffer
your exquisite wife and mother
fills me with the URGE TO DEFECATE!
Since, my friend, you have revealed your deepest fear
I sentence you to be exposed before
your peers
TEAR DOWN THE WALL!"
Für mich Theater+Musical-Liebhaber das absolut beste Lied des göttlichen Doppelalbums. =)
Habe meine Amazon-Wunschliste grad mal um drei Artikel erweitert. Film und RW-Konzert brauche ich definitiv, danke fürs Erinnern!
Gerne, gerne.
THE WALL war eigentlich immer meine "least favorite"-Platte von Floyd.Umso überraschter bin ich jetzt, das sie nach Jahren der Kentnis ein Eigenleben entwickelt, das zur Zeit selbst die dunkele Seite des Mondes überstrahlt.
Egal wo der Mann sitzt, und was er sagt, seit den LOTR-Bonus-Features seh ich da immer nur Gollum sitzen !
Was seine Leistungen nicht schmälern soll, denn paradoxerweise klappts auch genau anders herum : Jedesmal wenn Gollum zur Leinwand spricht, sehe ich ausschließlich Serkins.
Keine kleine Leistung für ein "Special Effekt" der eigentlich aus den Tiefen des Uncanny Valleys heraus geboren wurde.
Wobei der Lob natürlich auch WETA gebührt...aber Serkins "Seele" scheint tatsächlich durch jede Kunstfigur, der er Leben einhaucht.
Wenn das keine Schauspielkunst ist, was dann ?
Schade, das man ihn so selten in Person auf der Leinwand sieht.
Deine Kommentare
KlapTrap
Kommentare 2012/02/10 09:25:00
Und was gibts diesmal ? Sprechende Bäume die zu verstrahlt glotzenden Greenpeace-Aktivisten reinkarnieren ? Mit drölf Stunden Voice-Over ?
Suuuuper !
13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
Jenny von T 2012/02/10 09:49:05
Antwort löschenMade. My. Day.
KlapTrap
über Untote wie wir - Man ist so tot, wie man sich fühlt 2012/02/10 01:06:53
Ich kann es selbst noch nicht so recht fassen.
Weder die über diesem Text befindliche Punktzahl, noch das eigentliche Wunder, das THE REVENANT geworden ist.
Und wie immer war die im Vorhinein reduzierte Erwartungshaltung - einem selten dämlichen Verleihtitel, und der Filmbeschreibung sei dank - nicht ganz unschuldig daran, das der eigentliche Eindruck um einiges stärker war, als vorher vermutet.
Nicht nur die Flut an (mittelmäßigen) Zombie-Komödien, die SHAUN OF THE DEAD ausgelöst hatte, auch das die untoten Mundgeruchträger dieser Tage (mal) wieder das "in"-Ding sind, haben auf Grund starker Übersättigung und dem Geruch nach "Cash In" doch mächtig an meinem Willen geschraubt, mir diesen Film unvoreingenommen anzusehen.
Und so hatte ich trotz starker Referenzen (ganz lieben, tollen Gruß an sikki !!) eine launige Horrokomödie erwartet, die (bestenfalls) mit einer handvoll guter Szenen aufwarten kann und zwei Stunden lang mittelprächtig unterhält.
Was ich nicht erwartet hatte, ist das THE REVENANT ein Film ist, der seine Grundidee (die eigenständiger ist, als es die Beschreibung vermuten lässt) ernst nimmt.
Soll heißen : THE REVENANT gehts nicht um "shits and giggles" und auch wenn er amüsiert, opfert er seine Geschichte nie für den nächstbesten Lacher.
IN Wahrheit ist Humor sogar nur eine der kleineren Waffen die THE REVENANT im Gepäck hat, um seine Geschichte zu erzählen.
Es gibt sie, die derbe in die Szene platzende Schenkelklopfer, aber sie sind in geringen Dosen über den Plot verteilt.
Was der Film damit erreicht, ist, das er auf einer hauchdünnen Linie balanciert, und selbst die schwierige Balance zwischen Horror, Komödie und (ja!) Drama hält, die ein Film wie SHAUN OF THE DEAD schon nach wenigen Minuten komplett aus dem Fenster schmeißt.
THE REVENANT unterhält, amüsiert, schockiert und lässt sogar mitfühlen, ohne jemals wirklich den Tonfall oder gar das Genre zu wechseln.
Er ist in seinem Aufbau so einzigartig wie wasserdicht, und es dauert eine ganze Weile (die der Film sich auch nimmt) bis einem klar wird, das hier permanent Erwartungshaltungen unterlaufen werden, ohne daß das jedoch jemals an die große Glocke gehängt wird.
Er besitzt diese merkwürdige Substanz, dieses gewisse eigensinnige Feeling, das Filme von unterhaltsamen Flicks zu Kultobjekten werden lässt.
Das ausgesprochen, bin ich inzwischen auch überzeugt davon, das THE REVENANT - zehn Jahre von hier - genau dieses Cult-Treatment wiederfahren wird.
Nicht die Art von DISTRICT 9-Kult der die Massen infiltriert, dafür ist THE REVENANT niemals Mainstream genug - aber die Art von RE-ANIMATIOR-Kult der sich langsam unter den Liebhabern ausbreitet, und nur einer gewissen Gruppe von Menschen zugänglich sein wird.
Denn, diejenigen die kommen um sich nur in SHAUN-Manier zu amüsieren, werden halbwegs enttäuscht zurückgelassen.
Viele die interessiert den origenellen Storywendungen zusehen, werden sich womöglich winselnd abwenden, wenn REVENANT die Zähne auspackt und zubeißt.
Und die reinrassigen Gorehounds werden sich verwundert die Augen reiben, wenn der Film
plötzlich einen melancholischen Soundtrack raushaut und Empathie abverlangt.
THE REVENANT ist tatsächlich SO speziell und SO eigensinnig, das jedwede weitere Erklärung nur sinnlose Wortanhäufung wäre.
Er wird auf die unterschiedlichsten Nährböden fallen, und dort die unterschiedlichsten Reaktionen auslösen.
Hier jedenfalls ist - seit ewigen Zeiten - der eine Horrorfilm der nicht nur gewillt ist eine originelle Geschichte zu erzählen, er ist auch bereit dazu jedwede Konvention, die sich dem in den Weg stellt, mit einem Schulterzucken zu ignorieren.
Hier ist eine Horrorkomödie die im klassichen Sinn der "Komödie" funktioniert, in der die Geschichte die Gags tragen, und nicht die Geschichte nur Vehikel ist, um mit zehntausend skurillen Szenen das PUblikum auf seine Seite zu reißen.
Damit ist THE REVENANT selbst Filmen wie SHAUN OF THE DEAD Lichtjahre vorraus.
Und in heutigen Horrorgenre schon fast eine Revolution.
bedenklich? 26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 21 Antworten
Canis Majoris 2012/02/10 01:10:54
Antwort löschenNa dann will ich Dir mal glauben und merke mir den Film vor.
KlapTrap 2012/02/10 01:12:25
Antwort löschenWie gesagt : Results may vary !
sikkmeidack 2012/02/10 03:23:46
Antwort löschenTräne aus dem Augenwinkel wisch; ja das hast du sehr schön (moment) ... sehr schön beschrieben.
Mich hat das zum ersten Mal richtig beschäftigt, wie´s wohl wäre, verstorben und tot und dann doch irgendwie wieder am Leben zu sein, zu stinken und keine Ahnung zu haben, es zu händeln. `Scheiße, was mach ich denn jetzt? Verdammt! Ich und tot? Au Mann, was denn jetzt? Was mach ich denn nur bloß? Ich mein´: Geht´s noch? Das ist ja mal unangenehm´ (das war kein Zitat).
KlapTrap 2012/02/10 08:44:45
Antwort löschenHahaha...genau DAS ! Ist tatsächlich der erste Film, der sich dererlei Gedanken gemacht hat, und da man selber keinen blassen Schimmer hatte, wusste man auch nie, wohin die Reise geht.
Wirklich die beste Empfehlung, die ich seit längerem von einem MP-Buddy zugeseteckt bekommen habe. *knutschknuddelundso*
sikkmeidack 2012/02/10 09:36:31
Antwort löschen<Knuff back... hug-multiple in potence> ... was solln´ denn die Leute denken? Yeah right, ich fühle mich damit großartig, wenn dir das zum Gefallen gereichte :D
KlapTrap 2012/02/10 09:38:19
Antwort löschenDie Leute außerhalb meines Kopfes interessieren mich nicht...ich geh dann schonmal und reib die Zweiweg-Analdildos ein ! ;)
bobo-lemon 2012/02/10 10:38:07
Antwort löschenSehr schön geschrieben! Den will ich mir auch schon die ganze Zeit ansehen, aber meine Freundin hasst Komödien mit Zombies. Und ich hab alles, nur nicht die Hosen an... :(
KlapTrap 2012/02/10 10:40:49
Antwort löschenHört sich an, als seit ihr schon verheiratet. xD
Wie wärs mit einem Kompromiss-Abend ? Du sitzt neunzig Minuten Herzschmerzirgendwas ab, und sie muss dafür im Anschluß THE REVENANT ertragen ?
bobo-lemon 2012/02/10 10:45:21
Antwort löschenWir sind verlobt! ;)
Naja, so schlimm isses jetzt nicht, wie es sich anhört. Sie steht genauso auf Zombies wie ich, nur dürfen die bei ihr halt nicht im humoristischen Kontext auftauchen. Ich muss mir mit ihr auch keine Liebesschnulzen anschauen - da zocken wir lieber nochmal Resident Evil 5 in Koop durch!
sikkmeidack 2012/02/10 10:48:54
Antwort löschenDer Pferdepflüsterer an den Brücken am Fluss , wo mal die Titanic lang fahren sollte wäre hier bei tümmers verleihbar.
Bitte keine parfümierten Cremes, Klap. Das mit den 8 Bodyguards habe ich verworfen. Maile dir grad nackt von der Corneliusstr. in D+ssölbdorf. muss schluss
KlapTrap 2012/02/10 10:53:16
Antwort löschen@bobi : RE5 stinkt ! My Opinion ! Und versuch ihr einfach klar zu machen, das THE REVENANT eben NICHT wie SHAUN oder einer seiner Stiefbrüder ist, sondern a) ernsthafter ist und b) gegen Ende bitterböse wird und c) generell mit keinem anderen Genreeintrag zu vergleichen wäre.
@meine Liebeshure : Parfümierte Cremes sind mir sowieso zu "Casual" ich dachte mehr an Wärme/Rheumasalbe...die extra heiße natürlich !
sikkmeidack 2012/02/10 11:00:12
Antwort löschenHauptsache Vanillegeschmack.
bobo-lemon 2012/02/10 11:13:53
Antwort löschenJa Klap, RE5 ist sicherlich nicht der beste Teil, aber nun mal der einzige mit Koop...und morgen Nachmittag muss sie für 3 Stunden arbeiten - das ist meine Chance!
phoenix409 2012/02/10 11:56:22
Antwort löschenDass ein anderer Film des Genres SOTD in die Tasche steckt, kann für mich zwar (ganz amtlich) nur unmöglich sein, aber genau deswegen werd ich den mal vormerken.
KlapTrap 2012/02/10 12:07:36
Antwort löschenIst einfach nicht vergleichbar.SHAUN ist lustiger,geekiger - aber auch ganz anders gelagert.Deswegen : Hinweg mit den Erwartungshaltungen, da kannst du nur verlieren.REVENANT ist keine Horrrokomödie im klassichen Sinne, sondern eine (sich langsam zuspitzende) tiefschwarze Erzählung über die Lasten und Pflichten des "Untot"-Seins.
Für mehr Lacher und Coolness = SHAUN.
Für eine bessere Story mit Wendungen = REVENANT.
Wie man es dreht und wendet, mal gewinnt der eine, mal der andere Streifen.
SiameseAlex 2012/02/10 14:19:59
Antwort löschenWir scheinen verschiedene Filme geschaut zu haben - unfassbar wie wenig ich dir in Bezug auf deine formal tollen Ausführungen zustimmen kann. Könnte sogar deine Worte invertieren und würde zu einem dual gegenüberstehenden Review gelangen. Krass!
KlapTrap 2012/02/10 15:13:45
Antwort löschenNunja, was soll ich sagen, hab ja schon geschrieben das gerade dieser Film auf die unterschiedlichsten Reaktionen stoßen wird, was meiner Meinung nach stark damit zusammen hängt, das er a) falsch gelabelt und beworben wird, womit komplett falsche Erwatungshaltungen entstehen und b) der Film selbst sich aus soviel unterschiedlichen Facetten und Ideen zusammensetzt, das er bewußt nur eine ganz speziellen, eher kleinen Kreis zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen wird.
Man kann das gut an den bisherigen Kommentaren ablesen - der eine findet die erste Hälfte brilliant und das Ende beschissen, dann vica versa.Dem Einen sind zu viel wenig Gags untergebracht, der andere stört sich an den kruden Gewalteinsprengseln und
wieder der Nächste empfindet die Mischung als ausgewogen, während ein Kommentar weiter die Erzählstruktur als langatimg empfunden wird, in der ich persönlich das größte Plus an diesem Film sehe.
Vielleicht kannst du mir wenigstens darin zustimmen, das THE REVENANT tatsächlich speziellerer Natur ist, und nicht ein typisches "paint by numbers"-Movie.Und selbst wenn er mir nicht so gut gefallen hätte, wie er im Endeffekt tat, bin ich von Natur aus geneigt, diesen Mut in Filmen schonmal ein bisschen besser zu bewerten, als die x-te Carbon-Copy eines funktionierenden Vorgängers.
SiameseAlex 2012/02/10 15:29:34
Antwort löschenDem Aspekt der »speziellen Natur« stimme ich uneingeschränkt zu, möchte aber noch hinzufügen, dass ein Film nicht per se herausraugend ist, nur weil er es versteht Erwartungen zu brechen. Eine explizierte Erwartungshaltung entscheidet nunmal fast gänzlich über den bleibenden Eindruck eines jeden Films - »The Revenant« versetzt einem da fast schon vorsätzlich (rückblickend) einen Tritt in die Eier, was natürlich auch dem von dir bereits angesprochenen brachial-doofen dt. Verleihtitel geschuldet ist. Geschenkt. Und dennoch ist es eben jene von dir oben angesprochene Lahmarschigkeit der Inszenierung, die im krassen Missverhältnis zur gewollt smart daherkommenden Storyidee steht und dementsprechend Inkonsequenz stiftet. Es ist ein verdammt schmaler Grat (wie du in deinem Review treffend beschreibst) zwischen bahnbrechendem Erwartungsbruch mit den schnöden Genregrenzen und einem Nicht-Fisch-Nicht-Fleisch-Urteil, das droht in seiner eigens entfachten Beliebigkeit zu versinken. »The Revenant« war für mich leider letzteres, sei's drum! Danke für die ausführliche Antwort, hast mich immerhin nochmal über den Film nachdenken lassen! =)
KlapTrap 2012/02/10 15:40:00
Antwort löschenTHE REVENANT ist auch nicht herrausragend "weil er es versteht Erwartungshaltungen zu brechen".Er ist herrausragend, weil er es für mich schafft - wie kein Genrebeitrag zuvor - Humor und Ernst in einen Topf zu werfen, ohne jemals ganz auf eine der beiden Seiten zu kippen.Er ist weder SHAUN noch EVIL DEAD, sondern sein ganz eigenes Pflänzchen, zu dem jeglicher Referenzpunkt im Genre fehlt.
Deswegen : Herauragend !
Und die Inszenierung war eben nur "lahmarschig" wenn man einen launigen Pocornflick mit dementsprechendem Drive erwartet hat, was THE REVENANT eben nicht ist, und meines Erachtens auch niemals sein will.
Ein Film wie SHAUN OF THE DEAD ist ja offensichtlich nicht wirklich an seiner Story interessiert, er braucht sie nur als Set-Up, um dann seine Gags abzufeuern.Und das funktionert für ihn bestens.
THE REVENANT macht es nun genau anders herum, die Gags sind nur dafür da, um das viel wichtigere Storygerüst hin und wieder aufzulockern.
Und jedenfalls für mich funktionerte auch das ganz hervorragend, denn nach den üblichen zehn Minuten "Suspension of Disbelief" war ich tatsächlich weniger an der nächsten schmissigen Szene interessiert, sondern mehr daran, wohin die Reise als Ganzes geht.
THE REVENANT ist ein Film, bei dem ich mir nie sicher war, wohin die Reise als nächstes geht...und das fande ich höchstgradig unterhaltsam, und - im heutigen Kinobetrieb - schon mit Seltenheitswert.
Alle 21 Antworten zeigen
sikkmeidack 2012/02/10 17:00:56
Antwort löschenKlap: du sagst es so, dass ich mir jede eigene Erklärung sparen kann und möchte. Da freu ich mir nen Knubbel an meinen [alten] Arsch. Die Referenz zu shaun of tD nervt mich mittlerweile.
KlapTrap 2012/02/10 18:09:01
Antwort löschenEs geht halt leider nicht anders, wer zuerst kommt, malt zuerst, und jeder der Zombie+Komödie hört wird zuerst an SHAUN denken.
Damit muss ein Film wie THE REVENANT dann halt leben...zuzüglich zu dummen Verleihtiteln und den schwarzen Schafen in der Familie (FIDO !).
Außerdem natürlich : Dankedankedankedanke !
KlapTrap
Kommentare 2012/02/09 10:01:48
Wie jetzt, kein Tom Gerhard ?
7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten
stuforcedyou 2012/02/09 10:12:01
Antwort löschenKomödianten, keine Dramatiker.
KlapTrap 2012/02/09 10:30:56
Antwort löschen"Die größten Komödien unserer Zeit sind dem menschlichen Drama entsprungen.In Fakt sind sie eineige Zwillinge, die ohne einander nicht koexestieren können."
Cindy aus Marzahn
Joeyjoejoe17 2012/02/09 18:04:15
Antwort löschenIch hasse Cindy :-/
Aber der Sinnspruch hat dennoch etwas.
Alle 5 Antworten zeigen
KlapTrap 2012/02/09 20:33:38
Antwort löschen"The thing about quotes on the internet is you can not confirm their validity"?
Abraham Lincoln
;)
exogenesis 2012/02/09 22:57:35
Antwort löschenSupergeile Zitate und Zuordnungen :D
KlapTrap
Kommentare 2012/02/07 09:29:28
Sobald ich "Wüstenfilm" höre, werde ich wohl für immer zuerst an betrunkene Elefanten und "Die Wüste lebt" denken.
Jahrelange Weihnachts-Fernseh-Hirnwäsche lässt sich halt nicht so einfach wegoperieren !
9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
KlapTrap
Kommentare 2012/02/06 12:03:59
Glaube nicht, das Replikanten Falten kriegen können.
Also :
Würde Ford wieder Deckard spielen hätte sich die "Replikant"-Frage ja schon von selbst beantwortet.
10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
KlapTrap
Kommentare 2012/01/27 18:31:06
MEIN LUFTKISSENFAHRZEUG IST VOLLER AALE !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
KlapTrap
Kommentare 2012/01/27 11:52:14
Charlie surft nicht !!!!
6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
KlapTrap
über Til Schweiger 2012/01/25 17:05:22
10 Oscar-Nominierungen für Stummfilm:
Til Schweiger wittert neue Chance auf Hollywood-Durchbruch!
26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten
alviesinger 2012/01/25 23:16:03
Antwort löschenBei Titanic ausgeborgt?
Alle 3 Antworten zeigen
KlapTrap 2012/01/26 00:11:05
Antwort löschenEher gegutenbergt !
sikkmeidack 2012/01/26 13:46:16
Antwort löschenein sehr hübsches geflügeltes Wort, klap.
KlapTrap
Kommentare 2012/01/25 15:18:49
Wer soll das glauben ? Das ach-so-urbane Dschungelcamp liegt nur wenige Meter von einer Straße entfernt, und findet zudem nicht im Dschungel, sondern auf einer angemieteten "Ranch" statt : http://www.youtube.com/watch?v=k6YwjkPzVaU
11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten
>MARVEL< 2012/01/25 15:31:22
Antwort löschenach-so-urban? Urban bedeutet "zur Stadt gehörend". Also ist das soll das eigentlich alles sein aber nicht ach-so-urban. ;)
stalker 2012/01/25 15:36:11
Antwort löschenNa also, was Arbeitsplätze schafft, kann doch nicht schlecht sein.
Punsha 2012/01/25 15:48:11
Antwort löschenDie eigentliche Überraschung ist, dass das Camp vermutlich tatsächlich in Australien zu finden ist. wow...
KlapTrap 2012/01/25 16:08:12
Antwort löschenMarvel, bei so einem heiklen Thema können die Begrifflichkeiten schonmal verrutschen !
ewigkeit 2012/01/25 16:18:42
Antwort löschenDanke für den Link. Meine Güte, ist Frontal plakativ geworden. Da erinner ich mich doch gern an die Zeiten von Hauser und Kienzle zurück. Originell oder weltbewegend Neues hat der Zuschauer, der ein wenig logisch denken kann, dadurch sicher nicht erfahren.
Genausowenig ist es vollkommen abwegig zu glauben, dass sämtliches Getier bei den Prüfungen giftig wäre (Spinnen, Schlangen, Skorpione).
Wer die aktuelle Staffel sieht, wird bspw. auch schon bemerkt haben, dass direkt über dem Lager ne Plane gespannt sein muss, damit es die „Stars” nicht noch unbequemer haben bei den depressiv machenden Regenfällen.
Alle 7 Antworten zeigen
Kloina1893 2012/01/25 17:13:11
Antwort löschen@Punsha: richtig. Ich bin immer davon ausgegangen, dass sich das in irgendwelchen RTL-Studios befindet. :D
>MARVEL< 2012/01/26 09:04:08
Antwort löschenKlapTrap, war auch nicht böse gemeint. Wollte es nur mal anmerken. ;)
KlapTrap
Kommentare 2012/01/25 14:53:16
.....und am Ende singen sie alle zusammen "Everyone has aids !".
Muss ich sehen !
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
KlapTrap
über Verblendung 2012/01/25 11:14:04
So ist das, wenn man alte Bekannte, gar uralte Schulfreunde wieder trifft.
Man blödelt ein bißchen, man verweilt überwiegend in alten Zeiten, und meistens wird einem mit zunehmender Dauer klar, das man über das hier und jetzt nur wenig miteinander zu bereden hat.
Zu lange hat man sich nicht gesehen, und in der Zeit in der man selbst damit beschäftigt war einen Haushalt zu führen oder seinen Hobbys nachzugehen, hat der Gegenüber womöglich in Afrika für das Rote Kreuz gearbeitet, oder die Scherben seiner zweiten Ehe aufgelesen.
Was auch immer in dieser Zeit passiert ist - es hat dich verändert, es hat dein Gegenüber verändert.
Und keiner von euch beiden war dabei, um diese Entwicklungen organisch mitzuerleben.
Und wenn man sich dann gegenübersteht, dann merkt man meistens sehr schnell, das man sich mehr über das Bild gefreut hat, das man von einer Person im Kopf hatte, denn über den eigentlichen Menschen.
Denn der sieht plötzlich ganz anders aus, hat ganz andere Dinge zu erzählen, und dir wird still und leise klar, das es deinem Gegenüber wahrscheinlich ganz genauso geht.
Die große Freundschaft die ihr einst geteilt habt, müsste komplett von Neuem aufgebaut werden, denn letztendlich stehen sich hier zwei völlig neue Wesen gegenüber, die zufällig ein Teil der selben Erinnerung teilen, und dafür ist man a) meistens zu faul oder b) zu schockiert über das, was die Zeit und Erfahrung aus dem Gegnüber hat werden lassen.
Und - um es für die auf den Punkt zu bringen, die bisher keinen Schimmer haben wo hier der laufende Hase im wachsenden Pfeffer begraben liegt : Haargenau dieser Vorgang ist Schuld daran, wenn mal wieder ein Remake seitenweise zerissen wird, weil es im Grunde nicht der Erwartungshaltung standhalten kann.
Die Erinnerungen wiegen zu schwer, um sie "on the fly" mit neuen Erfahrungen zu überschreiben...zumal diese Erfahrungen das selbe Gesicht, den selben Namen tragen, wie die heißgeliebten Rückblicke.
Und, da auch ich nur ein kleiner, unbedeutender Abkömmling des Menschengeschlechts bin, komme ich aus dererlei Verfänglichkeiten nur schwer heraus.
Die meiste Zeit war GIRL WITH THE HASENPFEFFER-TATTOO tatsächlich eines dieser Treffen, bei denen ich mir durchaus bewußt war, das es meinem Gegenüber gut ergangen war, das er sich seit unserem letzten Wiedersehen in guten Händen befunden hat und umsorgt wurde.
Aber es war auch eines dieser Wehmutstreffen, bei dem mir nach und nach bewußt wurde, das ich ihn früher etwas lieber mochte, und hätte ich die Wahl, gerne wieder zu ihm zurückkehren möchte.
Bei Filmen nun, geht das zum Glück um einiges leichter als bei Menschen.
Und auch wenn ich mir bewußt bin, das meine Gefühle zu einem großen Teil mein eigenes Problem sind, für den weder Fincher noch die Darsteller etwas können, so gibt es genau zwei Punkte, zwei Probleme, die man auch ohne dererlei Gefühlsdilemma diagnostizieren und ganz offen im direkten Vergleich erkennen kann.
Mein alter Freund hat in meiner Abwesenheit zwei Macken entwickelt, die mich schon in der Vergangenheit furchtbar genervt hätten.
Und die erste betrifft Lisbeth Salander !
Nicht, das sie nicht einen tollen Job gemacht hätte, im Gegenteil war ich gerade anfangs überrascht, wie leichtfüßig sie in die Fußstapfen ihrer überlebensgroßen Vorgängerin tritt, und de Facto ist nichts was ich an Lisbeth auszusetzten hätte, ihre Schuld.
Denn mein größtes Problem mit meiner neuen, alten Freundin ist dieses :
Früher hat sie mich fasziniert, hypnotisiert, denn sie war ein wandelndes Enigma, das sich eher das Gesicht gebrochen, denn ein Lächeln zustande gebracht hätte, und sich - wenn überhaupt - erst nach langer Zeit ein ganz klein wenig geöffnet hätte.
Wenn sie sich ihre Triebabfuhr holen wollte, hat sie sich die Männer wie eine Dose Cola aus dem Kühlschrank geholt und danach wortlos zurückgelassen wie ein nasses Handtuch.
Heute dürfen ihre Liebhaber nicht nur oben liegen, geküsst wird auch noch, und generell viel schneller aufgetaut.
VERDAMNIS - ihr zweiter Biographieversuch - machte viel von diesem Enigma kaputt, weil es sie in den Mittelpunkt stellte, und ihr durch "over-explanation" die so faszinierende Maske halb vom Gesicht riss - und Fincher nun, hievt ein Teil dieser Schwäche direkt in den Erstling.
Wenn Lisbeth und Blomkvist gegen Ende Kopf an Kopf auf dem Bett liegen, dann ist das eine Moment der Nähe und Intimität den ihre Vorgänger so selbst über die Laufzeit von drei Filmen nicht erleben durften.
Und die Figur von Lisbeth leidet enorm darunter.
Wenn sie ganz am Anfang einem ihrer Peiniger versichert, das sie "batfuck crazy" ist...dann glauben wir und er ihr das aufs Wort....nur am Ende überzeugt zu sein, das sie doch eigentlich eine ganz gute, halt mißverstandene, junge Dame ist.
Ihr Design trägt ein übriges zu dieser Verwandlung bei.
Die wilde Punkfrisur, die im Original nicht einmal weicht, darf hier gerne schon nach der Hälfte geduscht und zum Pferdeschwanz zurückgebunden getragen werden.
Lisbeth, die im Orginal bis zum Schluß eine Naturgewalt bleibt, und ganz am Ende sogar noch ein extra-verwirrendes Outro geschenkt bekommt, wird von Fincher innerhalb von zweiundhalb Stunden domestiziert, dressiert und auf die Lebensgröße zurechtgesägt.
Nicht falsch verstehen : Sie ist und bleibt ein gutgeschriebender Charakter.
Sie hat nur nicht mehr den gleichen Habitus und Spirit, die selbe Borderline-Persönlichkeit, die das Original nur in wenigen Sekunden, für einige Gesichtsausdrücke aufzubrechen sich traut.
Und auch der zweite Kritikpunkt ist leider unumgänglich mit seinem Regiesseur verbunden :
Fincher scheint nicht so genau zu wissen, wie er sich der Vorlage, diesem unterkühlten Edgar-Wallace-Thriller mit kurzzeitigen Gewalteruptionen nähern soll, und endet in einem Best-Of-Fincher-Stilmischmasch.
In der Titelsequenz, in Lisbeths anfänglichem Martyrium und diversen Rückblenden darf es gerne mal SIEBEN und FIGHT CLUB sein - inclusive den üblichen blau/grünen-Farbfiltern und Kamerawinkeln - im Hier und Jetzt, den Ermittlungen und kurzen Charakterpausen kriechen dann die hellen Farbtöne, Tempodrosselungen und ruhigen Einstellungen aus ZODIAC ins Geschehen.
Wie sehr dieser zerissene Regiestil der Dramaturgie schadet, sieht man am Ende.
Schon das Original besaß ein Ende, das weit über den eigentlichen Kriminalplot hinauslief, sich ganz seinen Figuren widmte, und damit nur umso stärker unterstrich, was VERBLENDUNG von den meisten seiner Genre-Kollegen unterschied : Die Liebe zu den Figuren war größer, als die zu seinem eigentlichen Plot.
Doch während der Film den gleichen Tonfall beibehielt, in der gleichen Ruhe auf diese Entwicklungen blickt, wie auf seinen zuvor aufgebauten Kriminalplot, haut es hier Finchers Entwurf entgültigt aus der Bahn.
Unentschlossen zwischen SIEBEN und ZODIAC dahinschleudernd, findet er nicht die passende Synthese für seine letzte halbe Stunde, und das Ende wirkt hier merkwürdig fehl am Platz, ja sogar langatmig.
Zudem : Fincher kann vieles, Emotionen gehörten bis jetzt nur bedingt zu seiner großen Stärke.Oder liebt hier Jemand FIGHT CLUB für seine humanistische Ader und Durdens mißverstandene Liebe zu peruanischen Hundewelpen ?
Da Emotionen für das letzte Kapitel aber geradezu immanent wichtig wären, wirkt ein Moment wie ein ganz bestimmtes Wiedersehen fast schon verschwendet, und wird im Vorbeigehen abgehakt.
Fast so, als habe Fincher sein Hauptanliegen schon vor einer halben Stunde beendet, und sehe den Rest nur als Auftragsarbeit, die, der Vorlage geschuldet, noch unbedingt abgedreht werden müsse.
Was jetzt klingt wie ein Totalveriss, ist im Grunde keiner, denn aus der Ferne, während ich meinem alten Bekannten hinterherwinke, kann ich dennoch erkennen, das seine liebenswürdige Persönlichkeit weitestgehend intakt geblieben ist.
Ja - er ist ein anderer, jetzt - aber das bin ich auch.
Ja - ein Teil meiner Befremdung ist der Vergangenheitsverklärung geschuldet.
Und - JA - er hat definitiv ein, zwei nervige Macken entwickelt, die vorher nicht da waren.
Aber trotzdem kann ich guten Gewissens sagen : Wer immer ihm jetzt zum ersten Mal über den Weg läuft, wer das "Früher"...also "unser Früher" nicht kennt, der wird einen guten Freund und Wegbegleiter finden.
Ihm werden die Macken weniger - bis überhaupt nicht - auffallen, und er wird ihm ein besserer Freund sein, als ich, der auf Grund der unsterblichen Erinnerungen immer ein wenig unfair zu ihm sein würde.
Und vielleicht, eines Tages, wenn die Bindung eng genug ist, schaut er sogar einmal ins Familienalbum, um zu sehen, was sein neuer Freund früher so getrieben hat.
Und dann wird er lächeln, sich die ganzen Kindheitsgeschichten zu jedem Foto anhören, und still und leise froh sein, ihn doch erst jetzt getroffen zu haben, weil ihm zu dererlei Gesichten zwar das Intresse anhaftet, aber die Verbindung fehlt.
Und Ich....Ich wünsche den beiden viel Glück...winke ihnen hinterher und hole dann und wann meine Kopie des Familienalbums hervor.
Denn, egal was für ein toller Mensch mein alter Freund heute auch sein mag, die alten, die vergilbten Fotos, sie sind mir viel, viel näher am Herzen.
Ich könnte ihn dann belächeln, den neuen Wegbegleiter meines Freundes, weil er keine Ahnung davon hätte, was wir alles zusammen erlebt haben, und er könnte genauso gut mich auslachen, weil ich lieber mit alten Fotos denn neuen Erfahrungen lebe, und würden wir uns über den Weg laufen, könnten wir stundenlang darüber streiten, wer den besseren Freund getroffen hätte.
Das Problem wäre nur : Wir hätten beide Recht !
26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten
JackoXL 2012/01/25 11:27:18
Antwort löschenGrandioser Kommentar! Chapeau!
Alle 3 Antworten zeigen
m.laterne 2012/01/25 12:41:45
Antwort löschenZumindest hat mein alter Freund einen guten Musikgeschmack entwickelt ;)
KlapTrap 2012/01/25 12:45:43
Antwort löschenJacko : I´mhappythankyoumoreplease ! ;)
laterne : Oh - stimmt - den Soundtrack hab ich komplett vergessen, und du hast vollkommen recht!
KlapTrap
Kommentare 2012/01/20 17:09:08
Animal...oder Beeker+Bunsen !
Die Nebencharaktere waren sowieso immer lustiger, als der Hauptcast !
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
KlapTrap
über Fright Night - Die rabenschwarze Nacht 2012/01/12 10:45:11
Das Cover von FRIGHT NIGHT hat mich über Jahrzehnte verfolgt.
Seit ich alt genug war um mit meinem Vater eine Videothek zu betreten, nur um mich dann heimlich in die Ab-18 Abteilung zu schleichen, war da dieses Cover, dieser Name.
Gefühlte Hunderttausendmal hielt ich die Box in Händen, nur um sie dann doch wieder ins Regal zurückzustellen.
Denn zum einen erschienen mir gerade Vampire schon damals ziemlich uninteressant, wenn man doch gleich Nebenan den Krueger, den Vorhees oder die Gremlins haben konnte - also eher den anarchistischen, denn den gutgekleideten, aristokratischen Horror, und zweitens war da immer das Prädikat "Horror-Komödie" das mich gerade in den jungen Jahren, in denen verruchte Gewalt-Szenen mehr Faszination einflößten, als Schenkelklopfer, ziemlich abschreckte.
FRIGHT NIGHT war ein irgendwann "to-do"-Film der dann doch nie geschaut wurde, weil immer neu, bunte und schrille und effektheischende Cover in den Regalen auftauchten.
Später war da die Reputation, das Hörensagen von diesem "Klassiker", dem man nicht entkommen konnte, interessierte man sich auch nur ein bißchen für das Genre im Allgemeinen, doch anstatt den Sichtungswunsch zu erhöhen, verstärkten diese Informationen die Wand zwischen FRIGHT NIGHT und mir nur noch mehr.
Zu oft war da die Erfahrung, das Klassiker rückwirkend auf einen anderen Erwartungshorizont fallen, die Begleitumstände und Zeiten sich längst zu sehr gewandelt haben, und die Informationsflut ein Nährboden ist, der die Rezeption an den Erwartungen zerbrechen lässt.
FRIGHT NIGHT rutschte als "verpasste Gelegenheit" komplett von meiner Liste, über ein Jahrzehnt habe ich nicht einen Gedanken an diesen Film verschwendet.
Bis das aktuelle Remake den Namen, und damit seine, meine, unsere persönliche Nicht-Geschichte wieder in mein Bewußtsein rückte.
Alle interesanten Genre-Filme waren schon längst abgecheckt, die Welle neuerer Produktionen, die sich langsam erst an der Wiedergeburt des Teen-Horrors durch SCREAM, dann am Roths Wiedergeburt des Terrorkinos und Wan/Wanells Wiederbelebung des selbstgerechten Seriekillers abgearbeitet hatten, und inzwischen sehnsüchtig nach dem nächsten zu kopierenden Impuls suchen, haben sich überlebt und enttäuschen größtenteils....warum also nicht dann doch FRIGHT NIGHT ?!
Schlechter als die zehntausendste "Backwood comes to your town"-Kopie konnte es auch nicht werden, und eine Wissenslücke könnte sich endlich in Würde zu Grabe tragen.
Kann man sich noch voreingenommener einen Film ansehen ?
Es spricht dann tatsächlich Bände, das FRIGHT NIGHT diesen Ballast, das diffuse Nicht-Interesse während seiner Laufzeit nicht nur auflöste. mein mildes Interesse in Wohlgefallen und Verwunderung umwandelte, sondern mich auch am Ende mit einem Grinsen und einem Gefühl entließ, das ich in dieser Form schon lange nicht mehr erlebt hatte, und das mich in schwächeren Momenten glatt mal wieder einen Sermon über den heutigen Kinobetrieb absondern lassen würde.
FRIGHT NIGHT besitzt tatsächlich diese merkwürdige Qualität dieser Achtziger-Jahre-Komödien, irgendwo zwischen BACK TO THE FUTURE, GHOSTBUSTERS und GREMLINS, die darin bestand hochgradig zu amüsieren, gleichzeitig mit einer absurden Prämisse Spannung zu entfalten und sowohl als Coming-of-Age-Story als auch als erwachsenes Stück Fiktion zu funktioneren.
Dieses zeitlose Gefühl, das ein Film wie SUPER 8 mit allerlei Zitatenschatz versuchte einzufangen, und letztendlich doch daran scheiterte, und das man nie so richtig in Worten, denn eher mit der Magengrube einfangen kann.
Zudem war FRIGHT NIGHT schon "Meta" lange bevor Craven wusste, das er einmal Kevin Williamson treffen würde, und Joe Dante in GREMLINS 2 seinen eigenen Film durch einen Kritiker zerreißen ließ.
Was wohl auch der Hauptgrund ist, neben den bestechenden Hauptdarstellern, warum ich mich hier das einemal so gut mit einer Vampirstory anfreunden konnte.
Alle Vorbehalte die ich gegen die Gattung der Blutsauger hatte und habe - nicht nur den funkelnden - werden hier schon vorgeführt und dem Spott preisgegeben : Die aristokratische Art, die unterschwellige, sexuelle Note, so wie die behauptete Übermacht dieser Gattung bei doch eigentlich kompletter Impotenz im Falle von Licht, Weihwasser, Kreuzen, Feuer, Holzpflöcken und Enthauptungen sowie einer simplen Nicht-Einladung in die eigenen vier Wände.
Gibt es eigentlich eine impotentere Gattung als Vampire im Genre ?
FRIGHT NIGHT führt das alles schön auf und vor und besitzt dabei einen richtig guten Spannungsbogen, für seine Zeit phänomenale Spezialeffekte, macht sich nebenbei noch Gedanken über mediale Wirklichkeitsbrechung, funktionert gleichzeitig als Nachbarschafts-Satire a´la Dantes TEUFLISCHE NACHBARN und zaubert zudem mit gerade mal vier Personen und einem Haus ein so spannenden dritten Akt, das es einem die Schuhe auszieht.
What´s not to love ?
---------------------------------------------------
APPENDIX : Meine schwächeren Momente (THE SERMON !)
---------------------------------------------------
FRIGHT NIGHT funktionert übrigens auch wunderbar als Anschaungsmaterial für ein paar simpele Punkte, die Hollywood anscheinend vergessen hat, und die diesen speziellen Achtziger-Kult-Hits erst ihren ganz eigenen Charme gegeben haben.
Als da wären :
1. Vororte haben wie Vororte auszusehen, und nicht wie die Hochglanz-Rasenflächen bei DESPERATE HOUSEWIVES.
2.Selbiges gilt für das Interieur : Wer mir weißmachen will einem Middle-Class-Teen bei seinem Leben zuzusehen, der darf nicht mit Stilleben aus "Schöner Wohnen" daherkommen.
3.Wenn der Hauptdarsteller "einer von uns" sein soll....dann lasst ihn bitte auch so aussehen.Billy Peltzer (GREMLINS) oder Charles Brewster (FRIGHT NIGHT) waren Normalos, keine braungebrannten, goldgelockten High-School-Beaus die aus unerfindlichen Gründen kein Selbstbewußtsein besitzen.
4.Selbiges gilt für seine Love-Interest ! Amanda Bearse funktioniert in FRIGHT NIGHT wunderbar, weil glaubwürdig als liebenswürdiges Next-Door-Mädl.
Achtundzwanzige "High-Schooler" mit zweifacher Brust-OP und Strip-Show-Outfit tun dies nicht !
5.Selbiges gilt generell für Frauen - egal ob in Neben oder Hauptrollen.Die Welt ist kein Playboy-Kalender.
5.Man muss nicht immer auf die Kacke hauen, und es muss nicht immer gleich die ganze Welt untergehen.Charlie Brewster will nur sich selber retten, Marty Mc Fly will eigentlich nur sicherstellen überhaupt geboren zu werden, und in E.T ist weder die Welt, noch eine Spezies sonder nur ein einzelner Charakter in Gefahr.
Das ist nicht nur glaubwürdiger, es stärkt auch die Charakterbindung.Jeder will seine eigene Haut retten - das ist logisch - aber das "Mister Durchschnitt" plötzlich all seine Ängste überwindet, dem Präsidenten über den Mund fährt und im Alleingang einen Planeten retten....ähmmmmmmm.....
6.Erwachsene standen Teen-Filmen schon immer im Weg, weswegen sie oftmals eingeführt und dann am Rand liegen gelassen worden sind.Das ist auch okay so.
Erwachsene sind komische Wesen, die einen während der Reifezeit sowieso nie verstehen, und von einem anderen Planeten kommen.
Was nicht okay ist, ist das spätestens seit AMERICAN PIE Erwachsene nichts anderes sind als verquere Trottel und spießige Stichwortgeber, die keinen weiteren, immanenten Wert besitzen.
Wenn ihr schon Charaktere in eure Filme einbaut, dann nehmt sie ernst !
Egal ob ihr sie später fallen lasst oder nicht, wer durchs Bild läuft hat ein Recht darauf glaubwürdig zu sein.
Ein ruinierter Nebencharakter, eine dämliche Szene kann im Nachhinein einen ganzen Film zersägen - egal wie gut er bis dahin war.
7.Augenzwinkern ist okay und lässig, aber nicht bis zu dem Punkt, an dem ihr den Zuschauer damit permanent übers Gehirn fahrt.
Inzwischen gibt es Trailer und Filme die konsequent und offensichtlich Lachpausen für dererlei Anwandlungen einbauen...und meistens entsteht in diesen Pausen nur betroffenes Schweigen und ein Teenager-Kichern aus der hintersten Reihe.
Mit der vierten Wand und dem Publikum zu spielen, Referenzen und Doppeldeutigkeiten einzubauen, das kann schon verdammt unterhaltsam sein....wenn man clever genug ist, das heimlich, still und leise in den Plot einzuarbeiten.
Wenn man es lauthals rausposaunt ist es genauso "cool" wie der Idiot auf den Schulhof der allen seine neuen zweihundert Euro Sportschuhe zeigt, und dann zu Komplimenten auffordert....und diese dann auch noch für bare Münze nimmt.
8.Ein Soundtrack ist ein Soundtrack ist ein Soundtrack...und nicht das Hauptanliegen um ein paar rasante Szenen drumherum zu schustern um den Film in Scheiben als Musikvideo verkaufen zu können.Ein Soundtrack trägt den Film......nicht andersherum !
9.Filme haben einen Anfang einen Mittelteil und einen Schluß - gute Filme zumindestens, eine permanent nach oben steigende Spannungskurve.
Und nicht zwanzig explodierende Setpieces mit eingestreuten Dialogsequenzen.
Das Problem daran ist nämlich, daß das Ende das ja nochmals toppen muss um einen Eindruck zu hinterlassen, und das endet dann meistens in der Beliebigkeit von noch mehr Dauer-Explosionen.
Zudem, wer bis zum Ende den altbewährten Drama -Aufbau von Exposition-Krise-Auflösung vernachlässigt, der wird es am Ende auch schwer haben, das Publikum dazu zu bewegen, mit seinen Figuren mitzufiebern, und kann sich nur in Dauerfeuer-Kaschierung flüchten.
10.Guter Humor ist, wenn alle lachen.....schlechter Humor ist....wenn ein paar Teenager über Genitalien lachen.
"Für alle Altersklassen" war durchaus auch mal ein Markenzeichen, ein Familienfilm war nichts schlechtes,,,,Vater,Tochter UND OMA konnten sich über die gleichen Stellen amüsieren, weil guter Humor zeitlos und geschlechtslos ist.
Deswegen geistert BACK TO THE FUTURE heute noch durchs kollektive Gedächtnis......schon mal versucht mit euren Eltern TRANSFORMERS 2 zu sehen ?
18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
KlapTrap
Kommentare 2012/01/09 08:56:54
Öhm....das kann eigentlich nur Pipi Langstrumpf gewesen sein...oder der Michel aus Lönneberga.
20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
FumerTue 2012/01/09 19:34:42
Antwort löschenCame here to say this! ;)
Also, bei wem nicht die Astrid-Lindgren-Verfilmungen die ersten Skandinavier waren, der muss eine sehr schlimme Kindheit gehabt haben.
KlapTrap
über Der Gott des Gemetzels 2011/12/28 11:05:49
Schade, schade, Schokolade...aber der Metzel-Gott bleibt leider eine Posse auf Raumtemperatur, und damit meilenweit von Polanskis messerscharfen Sezierungen wie DER MIETER oder -ja- auch THE GHOSTWRITER entfernt.
Und das überall zu lesen stand wie genüßlich der Altmeister hier auf der Mittelschicht und dem Bildungsbürgetum herumreitet, das hätte eigentlich schon Warnung genug sein müssen, denn - hier kommt das Paradoxon : Wäre GOTT DES GEMETZELS ein Film der mit Genuß das Bürgertum seziert, dann wäre nirgendwo zu lesen gewesen "wie genüßlich GOTT DES GEMETZELS das Bürgertum seziert".
Dann hätten wir Texte voll betroffenen Schweigens, Verstörung, Ablehnung....oder wer definiert sich schon freiwillig nicht wenigstens teilweise als der Schnittmenge angehörend ?
Hab ich mich aber erwischt gefühlt, betroffen oder nur als Sympathisant für diese oder jene Seite ?
Nö !
Man lese sich mal diverse, ältere Kritiken zu Filmen wie EKEL oder MIETER durch, und kann schon zwischen den Zeilen dieser angestaubten Texte ein verlegenes Hüsteln spüren, gar ein Tumbleweed auf Grund der Sprachlosigkeit durchs Satzgefüge rollen sehen.
GOTT DES GEMETZELS ist Zirkus.
Ist große Posse, die sich bewusst der Stilmittel der Posse annimmt, also zuallererst mal seine Handlung während der Laufzeit drastisch überhöht und diesen Verlauf mit Schablonen, nicht mit Menschen ausstattet.
Der Karrieremensch, die "Frau von Welt" die es schafft auch noch das Heimchen zu geben, die Zimtlatschenträgerin, der absgestumpfte, zynisch und nihilistisch gewordene Ehemann ohne Ideale.
Wie aus dem Modelbaukatalog.
Das größere Problem dann...die Dialoge und Handlungen schwanken so wild hin und her, knüpfen mal diese Bande um dann jene zu zerschlagen, das dem Film jegliche Mitte fehlt.
Was will Polanski hier ?
Und wem will er an den Kragen ?
Gerade wenn er eine Figur bis auf die Knochen ausgezogen hat, wirft er ihr wieder ein Plätzchen zu, und söhnt sich mit ihr aus.
Überhaupt fällt auf, das seinen Figuren jegliche wirklich eigenständige Charakteristika abgehen.
Die "Casa Hamster" ist genauso nur ein Plotpunkt, wie eine plötzliche Schwächeattacke.
Sie sagen nichts über die eigentlichen Figuren aus, sondern heben den Verlauf nur auf das nächste Level und das Höchstmaß an Figurfärbung bleibt, wenn Christian Waltz mal beim Lachen schön Grunzen darf.
Zugegeben : Spaß macht der Film schon, wobei dieses mehr seinem Ensemble als dem eigentlichen Script geschuldet ist.
Das ist mir aber für einen wie Polanski, der ganze drei meiner Lieblingsfilme abgeliefert hat, viel viel viel zu wenig.
Statt messerscharf und pointiert nur : Vielleicht oder.... aber dann doch nicht !
16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 15 Antworten
Schlegel 2011/12/28 11:22:23
Antwort löschenSuper Kommentar. Wobei es ja heißt, dass "Figur" und "Struktur" die zwei Enden der selben Wurst seien.
KlapTrap 2011/12/28 11:30:36
Antwort löschenDem stimme ich sogar zu... vor allem wenn wir über "Figuren" reden...Puppen die über die Bühne gezogen werden.
Klar sind auch "Charaktere" die ihr Eigenleben entwickeln nur clever aufgebaute Plotstrände....nur bemerkt man das dann nicht mehr.
Was man erhält ist ein organischer Verlauf....statt eine Runde Puppenschach.
Jenny von T 2011/12/28 13:25:20
Antwort löschenDas hier ist eine der wenig ernstzunehmenden negativen Kritiken, die ich über diesen Film lese - was es nur noch interessanter macht. Wird Zeit, dass ich ihn auch endlich sehe...
KlapTrap 2011/12/28 14:26:26
Antwort löschenIch hoffe doch du meinst "wenig(en) ernstzunehmenden"....*hoff* *bang*
Jenny von T 2011/12/28 14:33:16
Antwort löschenOoops. Ganz peinlicher Verschreiber.
sikkmeidack 2011/12/28 15:01:24
Antwort löschenHa-haaah... nice Klap und süßer Verschreiber Jenny v.T. ;D Filigraner Unterschied.
DVD-VÖ erst Ende Juni also ab in´s Kino.
Sigmund 2011/12/28 15:34:18
Antwort löschenDa kann ich zur Abwechslung mal gar nicht zustimmen. Habe den Film nur im englischen Original gesehen und muss sagen: Bis auf wenige Ausreißerchen empfand ich die Charaktere als geradezu ideale Mischung aus leinwandwirksamer Typisierung und Lebensechtheit. Wie hier Verstellung, Kalkül, Egozentrik dargestellt werden, kenne ich in selbiger Form aus dem Alltag und habe ich besonders in diesem Genre nur selten im Kino so treffend erlebt. Wer es sich noch naturalistischer wünscht, wird unter ähnlich flotten Komödien wahrscheinlich nicht fündig werden.
Das es der Film trotzdem nicht mit den Schwergewichten polanskischer Ausdruckskraft aufnehmen kann, will ich ihm nicht vorwerfen. Ein anschauliches Panoptikum moderner Unfreiheit ist er allemal.
sikkmeidack 2011/12/28 15:43:14
Antwort löschenjetzt bin ich richtig heiß auf den Film.
KlapTrap 2011/12/28 16:22:32
Antwort löschen@Sigmund : Wirklich, ich wünschte, ich hätte das auch so gesehen....aber ich sah nur Abziehbilder.Leider !
Sigmund 2011/12/28 16:42:29
Antwort löschenUnd ich dachte immer, ich sei in dieser Hinsicht hier der Strengste :)
Anoirja 2011/12/28 16:54:45
Antwort löschenMöchte ich nicht sehen - epochales Desinteresse.
sikkmeidack 2011/12/28 21:31:31
Antwort löschenUpps, epochal. Gleichgültigkeit zeigt man am besten mit selbiger.
Anoirja 2011/12/28 22:02:05
Antwort löschenHach ja, stimmt schon - halte ich mich auch meistens dran und Anmerkungen zu betreffenden Filme erspare ich mir eigentlich; war nur heute bereits früh angeschickert, sorry, in Schreiblaune. ;)
Alle 15 Antworten zeigen
sikkmeidack 2011/12/28 22:16:15
Antwort löschenfür das posting gehörst du geknutscht. *hug*
Anoirja 2011/12/28 22:24:43
Antwort löschenHaha, *hug back* und Cheers! Da wartet noch eine halbe Flasche Rotwein auf mich...
KlapTrap
über Der Untergang 2011/12/24 14:55:52
Da ist was dran :
"Hitler-Vergleiche sind nur so beliebt, weil Goebbels-Vergleiche meistens hinken !".
17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten
Wumz 2011/12/24 15:01:27
Antwort löschenGuter Goebbels- Vergleich von meinem Lieblingsrapper: Was mich bei dir an Josef Goebbels erinnert, Is du machst einen auf hart aber bist eigentlich behindert =)
Kubrick_obscura 2011/12/24 15:06:42
Antwort löschenIst das dein Lieblingsweihnachtsfilm, Klap? :)
Alle 4 Antworten zeigen
L-viz 2011/12/24 15:20:29
Antwort löschenOder der hier:
Ein echter Arier ist blond wie Hitler, groß wie Goebbels und athletisch wie Göring.
KlapTrap 2011/12/24 15:23:01
Antwort löschenNö@Kubrick...das müsste entweder SALO oder MARTYRS sein !
KlapTrap
Kommentare 2011/12/21 13:42:43
Hab den Trailer jetzt schon 4 Mal gesehen....es ist...wie...wie "nach Hause kommen".
7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten
KlapTrap 2011/12/21 13:50:32
Antwort löschenErhöhe auf 5......still counting !
Luinaear 2011/12/21 14:14:20
Antwort löschenSag bescheid wenn du bei 25 bist :D Bei mir läuft der in Dauerschleife xD
Alle 4 Antworten zeigen
Joeyjoejoe17 2011/12/21 15:00:21
Antwort löschenbin auch schon bei 6 :D
J!GS4W 2011/12/21 20:03:15
Antwort löschen10
KlapTrap
über The Wall 2011/12/18 11:32:38
PART 1 : IN THE FLESH.........
---------------------------------------------------
"So ya thought ya
Might like to go to the show....."
Yeah, willkommen zu dieser Show, diesem seltsamen Ort, an dem man - kaum entnabelt - erst einen Namen und dann die Erbsünden angehängt bekommt.
In dem sie dir erzählen, das du alles werden kannst, was DU willst, Rockstar zb. und dir gleichzeitig verheimlichen, daß dein DU schon lange bevor dir in trockenen Tüchern liegt.
Freier Wille ?
My Ass !
Because :
"Mamma's gonna make all your nightmares come true.
Mamma's gonna put all of her fears into you.
Mamma's gonna keep you right here under her wing."
Du würdest ja gerne dies und das, und du träumst von einem anderen hier und jetzt - noch bevor du richtig begreifst was "Hier und Jetzt" eigentlich ist - aber dem Schatten deines Vaters, ob tot oder lebendig, entkommst du nicht.
Und dann kommst du in die Schule, und bist dann spätestens da ein "Soundso" - Jemand von dem alle genau wissen, wie er ist, wie er aussieht, was meistens dem Bild das DU von dir hast komplett wiederspricht, aber das so omipräsent ist, das du es der Bequemlichkeit halber erst einmal annimmst.
Oder du begreifst schon in jungen Jahren - Hey, da läuft was schief - und dann rebellierst du vielleicht dagegen.
Dann stehst du mit Millionen auf, und schreist in einem elitären Club :
"We don't need no education.
We don't need no thought control."
Und das schafft dann Luft, wenn auch nur kurzzeitig, weil du in den ruhigeren Stunden ganz genau spürst : Auch das ist eine Lüge !
Jede Jugendbewegung unterwirft sich den selben konformistischen Regeln, gegen die sie vorzugehen gedenkt.
Und dann ist da immernoch und immerwieder Mutter, und die wirst du im Leben nicht los, und willst doch einfach wegwegweg.
Und kaum bist du weg, vermisst du deine Nabelschnur, also suchst du Ersatz, suchst eine Ersatzpartnerin, und der Sexus drängelt und murkst auch da unten rum.
Also suchts du ein Happy-End, möglichst schnell die Erlösung, in den Armen einer Anderen.
"Will some woman in this desert land
Make me feel like a real man?
Take this rock and roll refugee
Oooh, baby set me free."
Mit ein bißchen Glück findest du dann die Eine, die deinen Plan erfüllt, die dich komplett machen soll, und die dir doch nur beibringt, daß es im wahren Leben nach dem Happy End immer noch weitergeht.
Denn deine Probleme bestehen weiterhin, deine Vergangenheit hängt dir wie ein Klotz am, Bein, die Enttäuschung über die Entmystifizierung deiner Vorbilder, deine Fehler, die Gesellschaft und das Bildungssystem, alle Faktoren die dich ohne deine Einwilligung bis zu diesem Zeitpunkt geprägt haben, sie lassen dich nicht allein.
Sie lassen dich zynischer werden, stiller, desillusionierter.
Sie lassen dich weltlichen Besitz anhäufen, um den innerlichen Mißstand zu übertünchen :
"I've got thirteen channels of shit on the T.V. to choose from.
I've got electric light.
And I've got second sight.
I've got amazing powers of observation.
And that is how I know
When I try to get through
On the telephone to you
There will be nobody home."
Genau - Nobody home - egal wann du anrufst, denn diese Mißstände lassen sich natürlich nicht übertünchen, schon gar nicht vor deiner eigenen Frau, die immer da ist, immer da war, und deinem langsamen seelischen und moralischen Bankrott beiwohnen musste, und die langsam die Schnauze vollhat von deinem Seltbstmitleid und deinem Desinteresse.
Die sich dann womöglich flüchtet, auf Raten, erst in die Arme eines Anderen und später dann ganz aus deinem Leben.
Die du erst vermisst, wenn dir bewusst wird, das du sie "besessen hast" und wenn man von etwas heimgesucht werden kann, dann von den Dingen die man "besessen" hat, weil sie - mit der Zeit - einen "besessen haben".
Du wirst wütend und traurig gleichzeitig, du flehst sie an und bedrohst sie gleichzeitig, denn du weißt nicht wohin mit deinen unterschiedlichen Gefühlen :
"How could you go?
When you know how I need you
To beat to a pulp on a Saturday night"
Und zurück bleibt die Wut.
Und die Enttäuschung.
Und die Frage :
"War es das alles wert ?"
Und dann schaust du zurück - wieder einmal - und stellst mit zunehmender Gleichgültiglkeit fest, das Nichts auf dieser Welt es wert ist, Emotionen zu investieren.
In deine Eltern, die dir ohne deine Einwiligung einen Namen gaben, und sich dann leise aus dem Staub machen.
Deine sogenannten Freunde, von denen keiner mehr da ist.
Dein dich ach so liebendes Land, das dich nur als schweigenden Bürger akzeptiert.
Frauen, die dir alle nur das Herz gebrochen haben, und für die es sowieso zu spät war, jemals zu deinem wahren Ich durchzudringen.
Du suchst vielleicht noch nach Seelenverwandten....
"Hey you, out there in the cold
Getting lonely, getting old, can you feel me?"
...doch auf die Frage "Is there anybody out there ?" hörst du keine ernst zunehmende Antwort mehr.
Und die Drogen, die Partys, die Zerstreuung, sie haben alle nicht geholfen - nur temporär.
Dir wird bewusst...du brauchst etwas dauerhaftes.
Einen Glauben, einen Philosophie...einen Geisteszustand.
Dir wird weiter bewusst :
Du hast den Anfang zu diesem Geisteszustand schon lange gemacht, du musst ihn nur noch beenden, vervollständigen....bis zum Extrem durchziehen.
DU MUSST DICH EINMAUERN !
Den Punkt erlangen, an dem nichts mehr wirklich vomn Bedeutung ist, an dem dich keine Enttäuschung, keine Verletzung, bis dich Nichts und Niemand mehr erreicht.
Du stellst dir vor : Angstfrei leben !
Und du schreitest zur Tat.
Du schaust dir die halbfertige Mauer genau an, die du dir über die Jahre zugelegt hast, Stein für Stein, und du beschließt sie endlich zu vervollständigen.
Eine letzer Blick zurück, und dann :
"Goodbye cruel world,
I'm leaving you today."
Natürlich bringst du dich nicht um, deine Erziehung, dein Besitz sträuben sich dagegen, aber die Welt bleibt endlich draußen, sie wird dich nicht mehr berühren, dir nichts mehr anhaben können.
"I have become comfortably numb."
Wenn es doch nur so einfach wäre !
Denn natürlich ist da immer noch die Welt, und klopft an deine Tür und reißt an deinen Fensterläden, es wird immernoch verlangt - und du musst dies und das - und Rechnungen zahlen, und alte Geister kreuzen deine Wege, meinen sich an dich zu erinnern.
Deine Schauspielerei trägt dich dann zwar - lange und weit - das Problem ist nur, irgendwann überschreitest du selbst den Punkt, an dem dein abgeschottetes ICH nicht mehr zwischen Schauspielerei und Selbstbild unterscheiden kann.
Du wolltest doch nur die Welt verlieren.
Du verlierst dabei dich selbst, vollständig.
Und das Schlimmste ist :
Tief in dir, da pocht noch eine ganze Leise Stimme voll von "wie du bist"...."wie du sein könntest".
Täglich taucht sie auf, wenn auch nur kurz, und appeliert flehend an dein verkümmertes Gewissen : "Wake Up !"
Doch es ist viel zu spät :
"But it was only fantasy.
The wall was too high, as you can see.
No matter how he tried, he could not break free."
Wie eine Ratte endest du, gefangen in einem Labyrinth, verzweifelnd, sich selbst zerreibend, hin und und her rennend, zwischen zu vielen Stimmen.
Und unfähig um Hilfe zu suchen, die Innenwelt zu verlassen, steigert sich der Innere Druck in pure Wut.
In Selbsthass, der sich nach außen kanalisiert, in faschistoiden, in rassistischen oder misantrophischen Zügen :
"There's one in the spotlight, he don't look right to me,
Get him up against the wall
That one looks Jewish!
And that one's a coon!
Who let all of this riff-raff into the room?
There's one smoking a joint!
And another with spots!
If I had my way,
I'd have all of you shot!"
Was als unschuldiger Fall in diese Welt begann, endete als freier Fall in den Wahnsinn.
Du willst die ganze Welt in Trümmern schlagen.
Und gleichzeitig wird Wahnsinn zu deiner einzigen Hoffnung.
Sie kann deine Rettung werden.
Sie kann für kurze Zeit deine rational aufgerichteten Mauern aufsprengen, sie kann dich, in einem kurzen, unachtsamen Moment heimsuchen, und vor Gericht ziehen.
Sie kann all den hunderten, kleinen Steinen in deiner Mauer eine Stimme geben.
Stimmen die dich quälen, die Nachts heimsuchen.
Stimmen deiner Eltern, deiner Frau und Jugendliebe, deinem unversehrten Kern, deiner Lehrer und Bücher, deiner ehemaligen Freunde und Weggefährten.
Sie alle schreien dir zu :
"Tear down the wall !
Tear down the wall !
Tear down the wall !"
Ob du es schaffst, ob du erkennst, das nicht all diese Steine deine Mauer erzeugt haben, sondern du sie erst damit gebaut hast, das liegt ganz alleine bei dir.
Denn es gibt sie da draußen, wenn auch ganz wenige, die haben es geschafft.
Die leben, schmerzanfällig und zutiefst verwundet, aber aufrecht und hoffnungsvoll.
Es reicht nur einen Stein zu entfernen, und durch die entstandene Lücke nach Hilfe zu rufen.
Und du wirst sehen, SIE sind da :
"All alone, or in twos,
The ones who really love you
Walk up and down outside the wall.
Some hand in hand
And some gathered together in bands.
The bleeding hearts and artists
Make their stand.
And when they've given you their all
Some stagger and fall, after all it's not easy
Banging your heart against some mad bugger's wall."
--------------------------------------------------------------------------
PART 2 : OUTSIDE THE WALL
Selbst diese, langatmige, gleichzeitig flüchtige Analyse greift noch zu kurz, wenn es darum geht zu beschreiben, was sowohl Roger Waters als auch Alan Parker versucht haben, mit dem Mammut-Werk THE WALL zu umreißen.
Es ist die Lebens und Leidensgeschichte des fiktiven Musikers Pink Floyd, die gleichzeitig als Blaupause vieler Schicksale und Lebenswege innerhalb unserer Gesellschaft angesehen werden kann, und in der sich - wenigstens in einigen wenigen Punkten - jeder kurzfristig wiederfinden sollte.
Schließlich haben wir alle unsere Wunden und Narben versucht zu kaschieren, und Schutzschilder um sie herum gebastelt.
Das dieses Mammutunternehmen sowohl in tonaler, als auch filmischer Ausführung teilweise auch unter Floydians als nur "größtenteils" gelungen gilt, liegt dann wohl auch in der Natur der Sache.
Gerade der Film verhebt sich daran, alle Aspekte des über 70 Minuten andauernden Tonträgers, auf dem oftmals zwischen Zeilenumbrüchen ganze Sachverhalte und Entwicklungen geraffert werden, filmisch adequat wiederzuspiegeln.
Zudem legt er ein größeres Gewicht auf den Rockstar Floyd und sein persönliches Dilemma einer vaterlosen Kindheit, sowie einer Jugend in den Gesellschaftszügen des kalten Krieges, was ihm etwas des "Universalcharakters" des eigentlichen Albums beraubt.
Auf der Haben-Seite kann Parkers Werk dafür wiederrum verbuchen, für einige Themen von Waters selbsternanntem Lebenswerk wirklich grenzgeniale Bilder gefunden zu haben.
Wenn sich die gesichtslosen Kinder bei "Anothert Brick in the Wall" zur Revolte erheben, um dann doch per Fließband im Reißwolf zu landen, wenn die blinde Euphorie der Starverkultung bei Rockkonzerten Richtung Sportpalastreden verschoben wird, oder der erblühende Sexus mit einer Zeichentrick-Animation unterlegt wird, bei der sich zwei Blumen erst aneinander anschmiegen, dann verschmelzen, um sich hinterher als Einheit selbst zu zerfleischen, spätestens dann erreicht Parkers Werk eine Dichte, Phantasie und Interpretationsfülle die Waters musikalischer Vorlage in Nichts nachsteht.
Und der junge Bob Geldorf, egal ob katatonisch im Sessel, bei der Zerstörung seiner Selbst, eines Hotelzimmers, oder als fiktiver Goebbels, bleibt das zweite, unübersehbare Plus der filmischen Variante.
Man muss also kein Pink Floyd-Verehrer sein, um Parkers Adaption zu würdigen, aber es hilft - im Anbetracht des allumfassenden Soundtracks - natürlich schon ungemein.
Doch auch außerhalb dieses Kreises dürften sich gerade Fans der surrealen Kinokunst hier gerne einmal versuchen, denn Parkers Melange aus Animationstechnik, Spielfilm und Videoclip-Ästethik entwickeln einen mit zunehmender Laufzeit einlullenden Sog, der spätestens in der zweiten Hälfte mit Metaphern und Poesie nur so um sich schlägt, und in dem berühmten "Trial"...der Selbstanklage und Selbsteinsicht von Pink..mit Sequenzen aufwartet, die sich auch japanische Mangas gerne erträumen lassen würden.
Alles in allem sicherlich keine leichte Kost, und schon einmal gar nichts, was man sonst so von einem "Musikfilm" erwartet, aber aus eigenere Erfahrung auch ein Werk das von Jahr zu Jahr an Fülle und Bedeutung gewinnen kann.
Als noch recht neuer Plünderer im Hause Pink Floyd fand ich sowohl Platte als auch Film höchst öde, ein paar Jahre später konnte ich beide jedenfalls schonmal am Stück ertragen, und heute - tschja- heute vergebe ich ersteinmal volle neun Punkte.
Weil mich einige Dinge in THE WALL inzwischen verdammt lang Schlucken lassen.
Weil ich inzwischen genügend Jahre angesammelt habe um zurückzublicken und meine eigene Wand skeptisch zu beäugen.
Und weil - natürlich - Songs wie "Comfortably Numb" inzwischen fest mit meiner eigenen Vita verbunden sind.
15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten
BigDi 2011/12/18 11:59:18
Antwort löschen"The way you make them suffer
your exquisite wife and mother
fills me with the URGE TO DEFECATE!
Since, my friend, you have revealed your deepest fear
I sentence you to be exposed before
your peers
TEAR DOWN THE WALL!"
KlapTrap 2011/12/18 12:04:40
Antwort löschen"Good morning, Worm your honor."
Immer wieder schön, Gleichgesinnte zu finden !
There is tatsächlich anyone out there !
BigDi 2011/12/18 12:11:49
Antwort löschenFür mich Theater+Musical-Liebhaber das absolut beste Lied des göttlichen Doppelalbums. =)
Habe meine Amazon-Wunschliste grad mal um drei Artikel erweitert. Film und RW-Konzert brauche ich definitiv, danke fürs Erinnern!
KlapTrap 2011/12/18 12:15:30
Antwort löschenGerne, gerne.
THE WALL war eigentlich immer meine "least favorite"-Platte von Floyd.Umso überraschter bin ich jetzt, das sie nach Jahren der Kentnis ein Eigenleben entwickelt, das zur Zeit selbst die dunkele Seite des Mondes überstrahlt.
Alle 6 Antworten zeigen
Sigmund 2011/12/18 12:42:16
Antwort löschenBei mir war die Platte zwar schon immer weit vorne, aber der Film hat gerade beim Lesen Deiner Zeilen noch mal zugelegt. Sehr schöne Würdigung.
KlapTrap 2011/12/18 13:07:10
Antwort löschenHöhere Würdigung eines Werkes "nur" dank eines Kommentares....ein schöneres Kompliment kann es wohl nicht geben.
Danke dafür !
KlapTrap
Kommentare 2011/12/09 09:56:03
This is TEH INTERNETS.....Cats will always win (...and can has cheese !).
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
KlapTrap
Kommentare 2011/12/09 09:33:42
Egal wo der Mann sitzt, und was er sagt, seit den LOTR-Bonus-Features seh ich da immer nur Gollum sitzen !
Was seine Leistungen nicht schmälern soll, denn paradoxerweise klappts auch genau anders herum : Jedesmal wenn Gollum zur Leinwand spricht, sehe ich ausschließlich Serkins.
Keine kleine Leistung für ein "Special Effekt" der eigentlich aus den Tiefen des Uncanny Valleys heraus geboren wurde.
Wobei der Lob natürlich auch WETA gebührt...aber Serkins "Seele" scheint tatsächlich durch jede Kunstfigur, der er Leben einhaucht.
Wenn das keine Schauspielkunst ist, was dann ?
Schade, das man ihn so selten in Person auf der Leinwand sieht.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten
Joeyjoejoe17 2011/12/09 09:38:15
Antwort löschenHab gestern erst Burke & Hare mit ihm gesehen. Finde ihn in persona auch sehr gut :>
KlapTrap 2011/12/09 09:54:19
Antwort löschenCool, vorher nie was von gehört....ist gleich mal auf die Merkliste gewandert !
Joeyjoejoe17 2011/12/09 09:58:47
Antwort löschenIch fand den Film super lustig. Der hat exzellenten britischen Humor :D
Und Serkis spielt halt einfach toll :>
alanger 2011/12/09 10:12:20
Antwort löschenauch http://www.moviepilot.de/movies/the-cottage-2 ist sehr nett.
KlapTrap 2011/12/09 10:13:40
Antwort löschenKenn ich...und fand ihn leider eher "naja".
Alle 7 Antworten zeigen
the gaffer 2011/12/09 12:27:38
Antwort löschenIn 24 Hour Party People ist er auch sehr... nett. ;)
Sheeeeep 2011/12/09 12:34:08
Antwort löschenThe Cottage war cool, Burke & Hare ganz nett, aber da hat mir doch ein bisschen was gefehlt.