Die Schauspieler sind herausragend, DiCaprio ist eine Wucht und Kate Winslet steht eine tragische Rolle einfach zu gut, da gibt es keine Zweifel. Der Score ist ein Traum, die Kameraführung fängt mit den kalten, klaren Bildern die Hoffnungslosigkeit der Wheelers perfekt ein, die Trostlosigkeit eines Vorstadtlebens.
Warum kann ich mich aber trotzdem nicht dem allgemeinen Lob, meinen hohen Erwartungen und der vielversprechenden Vorhersage von 8.0 anschließen?
Zum einen wäre da einfach, dass ich das Ehe-Drama gedanklich die ganze Zeit mit dem Klassiker "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" verglichen habe und das Titanic-Dreamteam gegen die keifende Taylor und den bombastischen Burton einfach nicht wirken. Mir ist schon klar, dass die Filme verschieden sind und 'Revolutinary Road' das zynische Augenzwinkern fehlt, dass den eben genannten Film ausmacht, aber Mendes Ehedrama ist irgendwie blutleer. Nicht belanglos, nein, sondern nicht berührend und ergreifend sind die zwei Stunden an mir vorbeigezogen. Außerdem kann ich so manches am Film einfach nicht nachvollziehen:
Die Charaktere sind blass gezeichnet, Aprils Handlungen für den Zuschauer unnachvollziehbar aneinandergereiht und einige Aspekte sind einfach nicht stimmig. Was ist mit den Kindern? Die scheinen im Eheleben nicht die geringste Rolle zu spielen. Die Gesellschaftskritik kommt erst am Ende etwas zur Geltung und außer Michael Shannons genialen Auftritten fehlen dem Film einfach jegliche Schlüsselszenen, die aha-Momente also.
Anfang top, Ende ebenso, dazwischen funktioniert "Revolutionary Road" trotz bester Vorraussetzungen für mich trotzdem nicht wirklich, irgendetwas fehlt da, genau benennen kann ich's nicht. Schade.
Die FSK in Deutschland ist sowieso absolut unmöglich und nicht nachvollziehbar. Von den ganzen Klassikern wird die Altersfreigabe übernommen, aber 'Keinohrhasen' war ursprünglich ohne Altersbegrenzung. Is' klar.
Manche Filme sind einfach jenseits von Gut und Böse.
Und wenn die Ochsenknechtbubies auf harte Gangster machen, ist das nur noch schmerzhaft und peinlich, dass die dafür Geld bekommen. Manche Filme guckt man sich nur an um danach einen richtig fiesen Kommentar rauszuhauen, aber ich bin einfach zu überwältigt. Im negativen Sinne.
Das können die doch nicht ernst gemeint haben, oder?
Wer nach "Speak" in Kristen Stewart immer noch Bella Swan sieht, dem ist wirklich nicht zu helfen. Im starken Drama von 2004 liefert sie mimisch eine wirklich überragende Leistung als vergewaltigtes und schweigendes 14-jähriges Mädchen ab und spielt die schwierige Rolle schmerzhaft glaubwürdig. Der Film wird eindeutig von ihrer Leistung getragen und überzeugt, weil er ernst und nie zu sentimental ist.
Von den ersten paar Folgen von TfA war ich hin und weg. Tolle Dialoge und liebevoll gespielte Charaktere, die sich mit Klischees und Stereotypen einer türkisch - deutschen Patchworkfamilie humorvoll auseinandersetzen.
Und das im Vorabendprogramm der ARD.
Staffel 1 und die Hälfte der Staffel 2 setzten sich mit dem Thema wirklich gut auseinander. Danach - vor allem ab der völlig überflüssigen 3. Staffel - macht die Serie einfach keinen Spaß mehr. Lena und Cem versinken im Klischee der Großstadt-Zicke und dem dummen Macho-Türken, was zuvor immer gut umgangen wurde.
Die erste Staffel ist aber wirklich sehenswert und gut gelungen. Dem Kinofilm nächstes Jahr stehe ich allerdings sehr skeptisch gegenüber, das hört sich nicht nach einem gelungenen Abschluss an, der hätte nämlich eigentlich schon nach Staffel 2 stattfinden sollen.
Ich hab bei den letzten Seiten des 7. Bandes geschnieft, die Harry Potter Saga hat mich einfach seit dem Kindergarten begleitet und auch wenn die Bücher besser sind, ist es dann im Kino ein Abschiednehmen von J.K. Rowlings fantastischer Welt.
Toller Artikel, trifft's genau!
Nein, nein, nein.
Auch wenn der Buch - Film Vergleich wirklich müßig ist, an dieser Stelle trotzdem nochmal: Wer bitteschön kam auf die Idee, das Handlungsgeschehen nach Deutschland zu verlagern, Namen zu verändern und somit dem tatsächlich passierten Experiment einen der wichtigsten Handlungsstränge zu nehmen, nämlich, dass NICHT nur im Nazideutschland Faschismus möglich war, sondern auch an einer amerikanischen Highschool?!
Was am Ende bei rauskommt ist nicht sonderlich erwähnenswert: Stereotypes Schauspiel, ein total überzogenes Ende und einfach nicht die angemessene Umsetzung eines interessanten Themas. Denn die Fassung aus 2007 streift den Grundgedanken meiner Meinung nach nur sehr oberflächlich.
Deiner Kritik kann ich mich nicht anschließen. Von großer Bedeutung ist für mich die bemerkenswerte schauspielerische Leistung Jürgen Vogels in diesem Film der für diese Rolle ideal besetzt ist. Die Verschiebung des Handlungsortes nach Deutschland erscheint mir als eine mögliche, sinnvolle Neuinterpretation des vorherigen Filmes bzw. des Buches. Uns zu zeigen, dass sogar wir Deutschen, trotz intensiver Aufarbeitung unseres düsteren Kapitels der Vergangenheit immer noch für Faschistoide Ideologien zu begeistern sind, ist die Grundintention des Filmes die ich auch so verstanden habe!
Nuja. Bei Jürgen Vogel geb ich dir recht, aber die restliche Besetzung war nicht so der Bringer. Und diese Neuinterpretation, als was du die Romanverfilmung siehst, war meiner Meinung nach unglaubwürdig, ohne Seele und schwach in der Dramaturgie.
Aber Meinungen sind ja verschieden.
Deine Kommentare
Lea<33
Kommentare 2012/01/16 19:38:18
Kommerzgeile, flache Version der teilweise echt gelungenen Serie. Wie ich deutsches Kino doch liebe!
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Lea<33
über Zeiten des Aufruhrs 2011/12/26 13:03:36
Die Schauspieler sind herausragend, DiCaprio ist eine Wucht und Kate Winslet steht eine tragische Rolle einfach zu gut, da gibt es keine Zweifel. Der Score ist ein Traum, die Kameraführung fängt mit den kalten, klaren Bildern die Hoffnungslosigkeit der Wheelers perfekt ein, die Trostlosigkeit eines Vorstadtlebens.
Warum kann ich mich aber trotzdem nicht dem allgemeinen Lob, meinen hohen Erwartungen und der vielversprechenden Vorhersage von 8.0 anschließen?
Zum einen wäre da einfach, dass ich das Ehe-Drama gedanklich die ganze Zeit mit dem Klassiker "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" verglichen habe und das Titanic-Dreamteam gegen die keifende Taylor und den bombastischen Burton einfach nicht wirken. Mir ist schon klar, dass die Filme verschieden sind und 'Revolutinary Road' das zynische Augenzwinkern fehlt, dass den eben genannten Film ausmacht, aber Mendes Ehedrama ist irgendwie blutleer. Nicht belanglos, nein, sondern nicht berührend und ergreifend sind die zwei Stunden an mir vorbeigezogen. Außerdem kann ich so manches am Film einfach nicht nachvollziehen:
Die Charaktere sind blass gezeichnet, Aprils Handlungen für den Zuschauer unnachvollziehbar aneinandergereiht und einige Aspekte sind einfach nicht stimmig. Was ist mit den Kindern? Die scheinen im Eheleben nicht die geringste Rolle zu spielen. Die Gesellschaftskritik kommt erst am Ende etwas zur Geltung und außer Michael Shannons genialen Auftritten fehlen dem Film einfach jegliche Schlüsselszenen, die aha-Momente also.
Anfang top, Ende ebenso, dazwischen funktioniert "Revolutionary Road" trotz bester Vorraussetzungen für mich trotzdem nicht wirklich, irgendetwas fehlt da, genau benennen kann ich's nicht. Schade.
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stalker 2011/12/27 16:49:27
Antwort löschenDas Buch, und alle anderen von Richard Yates eigentlich auch, ist ganz große Literatur.
Lea<33 2011/12/27 22:52:36
Antwort löschenWerd ich nachholen, danke für den Tipp!
Lea<33
Kommentare 2011/12/04 21:29:16
Fragt mich in 4 Jahren nochmal. ;)
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Lea<33
Kommentare 2011/12/01 17:42:06
Die FSK in Deutschland ist sowieso absolut unmöglich und nicht nachvollziehbar. Von den ganzen Klassikern wird die Altersfreigabe übernommen, aber 'Keinohrhasen' war ursprünglich ohne Altersbegrenzung. Is' klar.
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Lea<33
Kommentare 2011/11/18 21:00:30
Clark, Clark, Clark Gable!
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Lea<33
Kommentare 2011/11/05 12:28:45
Ich hab ja früher immer gedacht, das wären ein und derselbe nervige und absolut überflüssige Schauspieler...
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Lea<33
Kommentare 2011/09/26 17:58:57
Endstation Sehnsucht. Marlon Brando synchronisiert geht ja wohl gar nicht!!
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Lea<33
Kommentare 2011/09/14 21:18:28
Bruce! <3
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Lea<33
über Gangs 2011/09/12 20:16:37
Manche Filme sind einfach jenseits von Gut und Böse.
Und wenn die Ochsenknechtbubies auf harte Gangster machen, ist das nur noch schmerzhaft und peinlich, dass die dafür Geld bekommen. Manche Filme guckt man sich nur an um danach einen richtig fiesen Kommentar rauszuhauen, aber ich bin einfach zu überwältigt. Im negativen Sinne.
Das können die doch nicht ernst gemeint haben, oder?
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servo80 2011/12/08 22:50:55
Antwort löschenDoch, ich befürchte das fast.
Lea<33
Kommentare 2011/08/24 18:21:39
Alphabethisch nach Originaltitel. Auch wenn ich sonst kein ordnungsliebender Mensch bin, meine DVD's sind immer sortiert :D
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Lea<33
Kommentare 2011/08/23 19:15:21
Hallo? Daniel Craig? Harrison Ford? Diskussion erledigt.
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Lea<33
über Speak 2011/08/21 19:11:34
Wer nach "Speak" in Kristen Stewart immer noch Bella Swan sieht, dem ist wirklich nicht zu helfen. Im starken Drama von 2004 liefert sie mimisch eine wirklich überragende Leistung als vergewaltigtes und schweigendes 14-jähriges Mädchen ab und spielt die schwierige Rolle schmerzhaft glaubwürdig. Der Film wird eindeutig von ihrer Leistung getragen und überzeugt, weil er ernst und nie zu sentimental ist.
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NWO@Movie 2012/02/12 23:07:17
Antwort löschenGenau. Die Bella Swan Rolle wurde ihr sowieso "aufgezwungen".
Kristen Stewart ist wirklich hochkarätig.
Lea<33
Kommentare 2011/08/04 11:04:53
Die Serie hatte sowieso mit der Zeit schon ihren Charme verloren, da kann Kutcher auch nix mehr reißen.
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Lea<33
Kommentare 2011/08/02 13:33:32
Wirklich schön - und für mich absolut nachvollziehbar - geschrieben!
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Lea<33
Kommentare 2011/07/28 18:04:35
Shame on you Franco!
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Lea<33
über die Serie Türkisch für Anfänger 2011/07/27 11:09:02
Von den ersten paar Folgen von TfA war ich hin und weg. Tolle Dialoge und liebevoll gespielte Charaktere, die sich mit Klischees und Stereotypen einer türkisch - deutschen Patchworkfamilie humorvoll auseinandersetzen.
Und das im Vorabendprogramm der ARD.
Staffel 1 und die Hälfte der Staffel 2 setzten sich mit dem Thema wirklich gut auseinander. Danach - vor allem ab der völlig überflüssigen 3. Staffel - macht die Serie einfach keinen Spaß mehr. Lena und Cem versinken im Klischee der Großstadt-Zicke und dem dummen Macho-Türken, was zuvor immer gut umgangen wurde.
Die erste Staffel ist aber wirklich sehenswert und gut gelungen. Dem Kinofilm nächstes Jahr stehe ich allerdings sehr skeptisch gegenüber, das hört sich nicht nach einem gelungenen Abschluss an, der hätte nämlich eigentlich schon nach Staffel 2 stattfinden sollen.
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Lea<33
Kommentare 2011/07/25 11:48:59
Der Große Diktator, Vom Winde Verweht und Es Geschah in einer Nacht.
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Lea<33
Kommentare 2011/07/08 06:03:33
Ich hab bei den letzten Seiten des 7. Bandes geschnieft, die Harry Potter Saga hat mich einfach seit dem Kindergarten begleitet und auch wenn die Bücher besser sind, ist es dann im Kino ein Abschiednehmen von J.K. Rowlings fantastischer Welt.
Toller Artikel, trifft's genau!
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Lea<33
über Die Welle 2011/06/21 20:57:10
Nein, nein, nein.
Auch wenn der Buch - Film Vergleich wirklich müßig ist, an dieser Stelle trotzdem nochmal: Wer bitteschön kam auf die Idee, das Handlungsgeschehen nach Deutschland zu verlagern, Namen zu verändern und somit dem tatsächlich passierten Experiment einen der wichtigsten Handlungsstränge zu nehmen, nämlich, dass NICHT nur im Nazideutschland Faschismus möglich war, sondern auch an einer amerikanischen Highschool?!
Was am Ende bei rauskommt ist nicht sonderlich erwähnenswert: Stereotypes Schauspiel, ein total überzogenes Ende und einfach nicht die angemessene Umsetzung eines interessanten Themas. Denn die Fassung aus 2007 streift den Grundgedanken meiner Meinung nach nur sehr oberflächlich.
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hoffman587 2011/06/21 20:59:09
Antwort löschen100% Zustimmung, genauso und nicht anders:D
Lea<33 2011/06/21 21:01:15
Antwort löschenDas ging aber flott, danke ;)
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PaDiB3 2011/06/30 20:58:00
Antwort löschenDeiner Kritik kann ich mich nicht anschließen. Von großer Bedeutung ist für mich die bemerkenswerte schauspielerische Leistung Jürgen Vogels in diesem Film der für diese Rolle ideal besetzt ist. Die Verschiebung des Handlungsortes nach Deutschland erscheint mir als eine mögliche, sinnvolle Neuinterpretation des vorherigen Filmes bzw. des Buches. Uns zu zeigen, dass sogar wir Deutschen, trotz intensiver Aufarbeitung unseres düsteren Kapitels der Vergangenheit immer noch für Faschistoide Ideologien zu begeistern sind, ist die Grundintention des Filmes die ich auch so verstanden habe!
Lea<33 2011/07/06 03:43:53
Antwort löschenNuja. Bei Jürgen Vogel geb ich dir recht, aber die restliche Besetzung war nicht so der Bringer. Und diese Neuinterpretation, als was du die Romanverfilmung siehst, war meiner Meinung nach unglaubwürdig, ohne Seele und schwach in der Dramaturgie.
Aber Meinungen sind ja verschieden.
Lea<33
Kommentare 2011/06/18 19:02:28
Ah, da schwelg ich wirklich in Nostalgie :)
Gleich mal wieder Lust 'Some Like it Hot' zu sehen...
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