lieber_tee

user content

lieber_tee aus Berlin heißt Oliver Pompejus, ist 46 Jahre alt. Er hat sich auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 1390 Filme bewertet und legendäre 2072 Kommentare geschrieben. Bei Moviepilot bekommt jeder von mir beurteilte Film zumindest einen blumigen Satz spendiert. Ich würde mich als "Film - Geek" beschreiben und leihe mir deshalb die gelungene Definition von Carsten Kurpanek aus."(...) Film-Geeks sind unsnobistische Vollblut-Cineasten. Als Kinder der Postmoderne wuchsen sie auf zwischen Pulp und Arthouse. Häufig sind sie obsessive Sammler und besitzen ein geradezu enzyklopädisches Wissen über Film und dessen anverwandte mediale Gattungen. (...) Godard, Murnau und Kubrick werden ebenso innig verehrt wie Ray Harryhausen, Peter Jackson und Ed Wood. Aufgewachsen im Schatten von Star Wars und aufgezogen von der Bildungsgeneration, verschmelzen in ihnen Hochkultur und Pop-Mythologie zu einer uneingeschränkten Begeisterung für den Film an sich. (...)" Meine filmische Sozialisation wurde tief von den 80ern geprägt, daher bin ich ein überzeugter Anhänger des "Masters of the 80´s - Save and watch the underrated Gherkins"-Clubs. Mehr


100 Bloody Acres
100 Bloody Acres

lieber_tee 5.5 "Geht so"

"Wir sind keine Psychopathen, wir sind bloß Kleinunternehmer."
Trudelnde Weltenbummler mit rasierten Eiern und Muschis laufen einem armseligen Hillbilly-Brüder-Gespann in die Arme, die ihnen Bleistifte in den Arsch stecken und den Schwanz anzünden.
Äh, oder so...
Zeitweise herrlich doofe, nett gespielte, leider auch oftmals fade-humorvolle, mit Leerlauf kämpfende Provinzposse im Stil von "Tucker & Dale" made in Australien, die die Wirtschaftskrise als leidlich originelle Genre-Parodie erzählt.
Naja, war ok. Die Cairnes-Brüder haben sicherlich noch mehr auf dem Kasten...

bedenklich? 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Lone Survivor
Lone Survivor

lieber_tee 2.0 "Ärgerlich"

Entscheide Dich ob Du bestehen oder scheitern willst. Verwandle Deine (vermeintliche) Schwäche in Stärke, in Aggressionen. Nicht Atmen, nicht Denken sondern Handeln, denn es zahlt sich aus ein Sieger zu sein, in kumpelhafter Freundschaft verankert zu sein.
Militär- und Kasernen-Romantik ist die Basis für bärtige Soldaten aus den USA um das bärtige Böse mit Kopftuch zu killen, weil sie Köpfe abhacken und wie Osama Bin Laden aussehen. Leider ist das Moorhuhn-Schießen im afghanischen Wald gar nicht so einfach, denn im Feindkontakt werden sie in ihre Einzelteile verpustet, körperlich zerstört. Den gesichtslosen, unkaputtbaren Seals wird von gesichtslosen Taliban das Gesicht weg geknallt. Das Schlechte ist heimtückisch, unmenschlich und plündert sogar Eheringe. Das Gute ist in Blut und Ehre getaucht, moralisch integrer.
Das ist Kino in dem Heldenpathos mit Durchhalte-Weisheiten und Kriegssprache-Parolen hemmungslos propagiert wird. Eingebettet in einer fulminanten, dynamischen Action-Regie. Peter Berg hat seine Hausaufgaben gemacht und einen dicken Gehaltscheck vom US-Militär kassiert.
Ego-Shooter-Kriegsgeilheit, in dem Figurenbeschreibungen aus Reaktion und Gegenreaktion bestehen und inhaltlich in Beliebigkeit versinken.
Wenn dem Film zum Ende hin auffällt, das er arg einseitig geworden ist, lässt er den Gutmenschen heraus hängen, in dem er (politisch-korrekt) die zivile Bauern-Bevölkerung als aufrichtige, moralisch hochwertige Retter hochstilisiert um seine ausgiebig zelebrierten Feindbilder zu kaschieren. Dabei thematisiert er Krieg als Soldaten-Kanonenfutter, denen in den Rücken geschossen wird. Aus Tätern werden Opfer, weil sie ja für die gerechte Sache kämpfen.
Denn Krieg ist Blut, ist Leiden, ist Pathos, ist Überleben, ist Mitleid, ist Hass, ist Aufopferung, ist Nächstenliebe, fördert den revolutionären Geist.
Gut, weiter so, ich glaube Euch kein Wort!

bedenklich? 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 12 Antworten

BlueSquirrel

Antwort löschen

@Tee: Man glaubt echt es wäre wieder 1960. Diese Kinder im rechten Flügel von Hollywood. Einfach peinlich.


lieber_tee

Antwort löschen

Der amerikanische Opfergang als Durchhalteparole...


Rio 2 - Dschungelfieber
Rio 2 - Dschungelfieber

lieber_tee 5.0 "Geht so"

Rio 2 und der Fluch von Fortsetzungen.
Alles muss gedoppelt werden um einen (kommerziellen) Mehrwert zu erreichen. Jetzt gibt es zwei Handlungsorte, zwei Bösewichter, zweimal so viele Musical-Einlagen usw. Nur leider wird der Film dadurch nicht doppelt so gut, im Gegenteil.
Weiterhin ist die Optik knallig-bund und die Animation oberste Sahne.
Die Geschichte ist allerdings unbeholfen erzählt, hangelt sich als Nummernrevue von einem mauen Gag zum nächsten. Wenig aufregend wird durch die semi-gealterte Filmgeschichte geplündert (Avatar, Harry-Potter, Fockers, Madagaskar), originelle Ideen (Fußball als Krieg) fahrig abgearbeitet, mit einer aufgesetzten Moralapostel-Öko-Botschaft und tausendmal gesehenen Zielgruppen-Bedürfnisse (Casting-Show) garniert. Wie an ein Reißbrett entworfen, mit erheblich weniger Charme als der Vorgänger, wird hier wieder Kindern das Geld aus der Tasche gezogen, Erwachsene schütteln nur ratlos den Kopf. Zumindest konnte ich ein paar mal Lachen und meine Tochter hatte ihren schlichten Spaß.

bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

deevaudee

Antwort löschen

Hättest den auch ohne deine Tochter gucken wollen??


lieber_tee

Antwort löschen

Nein, auf DVD hätte er mir gereicht. Eine Fortsetzung die nach dem Geldhahn kräht.


Freezer - Rache eiskalt serviert
Freezer - Rache eiskalt serviert

lieber_tee 4.0 "Uninteressant"

Als klaustrophobisches Thriller-Surrogat im Kühlschrank angepriesener Minimal-Krimi, der so ungebraten und ungewürzt fade schmeckt.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Flucht ins 23. Jahrhundert
Flucht ins 23. Jahrhundert

lieber_tee 6.5 "Ganz gut"

Die Zukunftsvorhersagen im amerikanischen 70er Jahre Kino waren bewölkt.
Im 23. Jahrhundert lebt der Mensch in hedonistischen, sterilen Kuppel-Städten, die wie ein Supermarktparadies wirken. Wenn ihre Lebensuhr mit 30 Jahren abläuft werden sie unter Beifall, bei einer ritualisierten, bunten Laser-Show pulverisiert um vermeintlich Wiedergeboren zu werden. So genannte "Sandmänner" jagen und eliminieren Typen, die das nicht wollen. Einer von ihnen bekommt Zweifel und flüchtet mit seiner Sex-Eva in die Außenzone, sie lernen das faltige Alter und die Freiheit kennen.
"Logan's Run" ist in seinen Aussichten eine Blaupause des anti-utopistischen Films. Voller Ideen, die bis heute einen aktuellen Bezug haben. Konsumkritik, manipulativ-mediale Gleichschaltung, die Schwierigkeit vom Altern in einer funktionalen, perfekten Gesellschaft usw.
Der Schwachpunkt des Films ist, das er seine Themen arg oberflächlich behandelt und stattdessen mehr dem Actionfilm verhangen ist, ohne dabei eine treibende Kraft zu entwickeln. Der Streifen wirkt so manche male zäh. Aus heutiger Sicht gesellen sich poppig-futuristische Effekte, Klamotten im Plastik-Design hinzu, die seltsam verkitscht und trashig wirken und einen charmanten aber unfreiwillig komischen Kontrast zu der ernsthaften Thematik haben.
Aus nostalgischer Verklärtheit und wegen dem scharfen, zunehmend zerfetzen Kleides der Hauptdarstellerin reicht es aber für einen angenehmen Filmabend.

bedenklich? 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Cinepheel

Antwort löschen

Obwohl ich mich beim Gucken damals eher geärgert habe: ein Film, an den ich oft denken muss. Nic Refn war mal für ein Remake im Gespräch und seine Bearbeitung dieses Stoffs hätte ich ZU gern gesehen. Naja, man kann nicht alles haben...


lieber_tee

Antwort löschen

So lang da kein selbst-verliebter CGI-Hagel auf den Zuschauer nieder-prasselt kann ich mir ein Remake durchaus vorstellen. Ich mag das Original auch, war aber überrascht wie fade es gealtert ist.


The Lego Movie
The Lego Movie

lieber_tee 6.5 "Ganz gut"

Über den Lego-Film wird hier sicherlich noch viel geschrieben. Seine baukastenhafte Anleitung oder anarchische Gestaltung von bunten Steinen, unendlichen Hommagen und Parodien auf kulturelle (Helden-) Referenzen, die bis zum kleinsten Detail in Bild- und Sprach-Witz zelebriert werden, das clevere Nutzen von 3D um die plastikartige Räumlichkeit zu verdeutlichen, der Umgang mit kindlichen und ironisch-subversiven, erwachsenen Humor sind ein Blick wert. Das alles ist oberste Sahne, sieht toll aus, hat Schwung in der Bude und macht Spaß.
„Hier ist alle Super“ ohr-wurmt der Film selbstironisch.
Ja, stimmt…
So SUPER, das mich die gewollte, geplante und merchandising-gezielte Lego-Front erschlagen hat. Alles ist klug durchdacht, auf Nostalgie, Meta-Ebene und modernen Kinokonsum gerichtet, so das ich schnell ein Über-Sättigungsgefühl hatte. Meine 8-jährige Tochter rutschte zunehmend bei den immer gleichen Schemata, die der Film abarbeitet, auf den Kinosessel herum. Sie wurde gelangweilt, weil er sich so perfekt aber letztlich herzlos von einem Show-Wert zum nächsten abrackert, in hemmungslos-gewollten Kitsch versinkt. Und bei mir machten sich nach anfänglich, schallenden Lachen über all die Querverweise schnell Ermüdungserscheinungen breit. Ich war am Ende froh das diese Überwältigung der Sinne ein Ende hatte.
Klar, der Film ist nicht schlecht, bin scheinbar aber nicht das Ziel dieser synthetisch generierten Zielgruppe.

bedenklich? 26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir doch nicht 20 Antworten

lieber_tee

Antwort löschen

... und meine Tochter zu jung...Mist, dabei habe ich mich so gefreut im Lego-Kasten meines Kindes zu wühlen. Egal, habe ja noch meine Matchboxautos und die Cars-Filme...:)


horro

Antwort löschen

von Lego erschlagen ... so in etwa stelle ich mir das auch vor :)


Billy Elliot - I Will Dance
Billy Elliot - I Will Dance

lieber_tee 8.0 "Ausgezeichnet"

»SoulReaver und lieber_tee in den Untiefen des ganz normalen Genrewahnsinns«
#10
J…wie Jugendfilm
Wikipedia definiert den „Jugendfilm“ als eine Projektionsfläche für Menschen zwischen Pubertät und Erwachsensein, die eine (mögliche) Identifikation für das Zielpublikum erlaubt und das emotionale, sexuelle und körperliche Erwachsenwerden, das Ablösen vom Elternhaus, Freundeskreis, Liebe thematisiert.
So gesehen ist „Billy Elliot“ der Inbegriff eines Jugendfilms.
Nicht nur das er auf herzerfrischender Art, mit viel Humor, Sensibilität und freundlichem Pathos die spielerisch-tänzerische Selbstfindung eines jungen Arbeiter-Jungens unter widrigsten Bedingungen beschreibt, es in einen bitteren, sozialen Kontext der Thatcher-Ära einbindet, nein, er ist grundsätzlich ein außerordentlich intensiver, lebensbejahender Streifen über Familie, Freundschaft, Achtung und dem Glaube an sich Selbst. In einem tristen, herb-männlichem Umfeld, das Vorbehalte gegenüber schwulen Ballett hat, dem aber ein tiefes Verständnis für eine veränderbare Motivation inne wohnt, egal welche Bildungsschicht dafür notwendig ist.
Ich könnte hier Seitenlang über die liebevolle und gezielt-kitschige Klaviatur von Gefühlen und ihre treffend wie zweckdienliche, manipulative Wirkung auf den Betrachter philosophieren, über das grandiose Spiel aller Beteiligten, insbesondere des Hauptprotagonisten Jamie Bell. Aber ich spare es mir, denn dieser Film funktioniert nicht mit dem Kopf sondern mit dem Bauch oder mit tanzwütigen Beinen. Er steht außerhalb jeglicher Kritik, weil er so tränen-erweichend sein märchenhaftes Herz am richtigen Fleck hat.
Schnief…
Scheiße ist der gut, ich werde auf meine alten Tage noch sentimental…
[http://www.moviepilot.de/liste/soulreaver-und-lieber_tee-in-den-untiefen-des-ganz-normalen-genrewahnsinns-soulreaver]

bedenklich? 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 11 Antworten

Murray

Antwort löschen

Die Szene wo er seinen Vater antanzt...das war so badass aber auch zu Tränen rührend...reinstes Gefühlschaos. Ganz starker Streifen.


lieber_tee

Antwort löschen

Oh ja, starke Szene. Bin nicht gerade nah ans Wasser gebaut aber hier hatte ich so einige male Pipi in den Augen.


Snowpiercer
Snowpiercer

lieber_tee 8.5 "Ausgezeichnet"

Erster Wagon:
Anti-Utopie mit Klassen-System in einem Eiszeitzug, die ihr Feld, Abteil für Abteil, Level für Level von hinten aufräumt, dabei gerne selbstironisch über die Stränge schlägt und in ihrer comichaften Ernsthaftigkeit voller durchgeknallter Details steckt.
Zweiter Wagon:
Aufregend-packendes, herrlich frisches Genre-Kino mit Arthaus-Avancen, dem handfeste, magisch choreographierte Kampf-Szenen auf engsten Raum ebenso wichtig sind, wie sein ausufernder Diskurs über düster-dystopischen Film-Motiven.
Dritter Wagon:
Eine spektakuläre Endzeitsaga mit gleichnishafter Gesellschaftskritik, in einem zynischen Ökosystem wo die Schere zwischen Arm und Reich Nutzen für alle Beteiligten hat und es am Ende wenig Gewinner gibt.
Vierter Wagon:
Auch wenn der "Snowpiecer" nicht immer fein abgestimmt ist und sperrig daher-braust, er hat eine ungeheure kantige Kraft, dynamisch-unaufhaltsame Vorwärtsbewegung.
Fünfter Wagon:
Die Grafik-Novel-Zug-Grund-Prämisse ist bereits dermaßen symbolisch überzeichnet und bietet daher offensichtlich die Lesart an, das es hier um ein spielerisch-parabelhaftes, anti-utopistisches Bahn-Model aus dem Genre-Film-Baukasten geht und nicht um die technisch-exakte, realistische Darstellung eines Gesellschaftsbildes.
Letzter Wagon (Abschluss):
Cleverer SF-Film, der beweist das (Blockbuster-)Action-Kino nicht im Stumpfsinn des Bierhimmels versinken muss.

bedenklich? 33 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir doch nicht 11 Antworten

Cinepheel

Antwort löschen

Schade!


lieber_tee

Antwort löschen

Ja, der ist oftmals sperrig, schräg in seinem Humor. Eher eine Mischung aus US-Action-Kino und der Unberechenbarkeit des südkoreanischen Kinos.


The Machine
The Machine

lieber_tee 6.0 "Ganz gut"

Vom Entwicklungskind zur Bad-Ass-Cyborg-Mama.
Die kybernetische Roboter-Zukunft als Cyberpunk-Drama, in dem Stimmung, Figuren wichtiger sind als die am Rande abspielenden Action-Sequenzen. Etwas zu linear und holprig entwickelt das Script eine stilvolle Auseinandersetzung über Menschlichkeit, Unschuld und künstliche Intelligenz.
In kühlen, ikonischen Bildern erzählt Regisseur und Autor Caradog W. James für wenig Geld den klassischen Frankenstein-Schöpfungs-Mythos mit dystopischen Motiven des 70er und 80er Kinos, inklusive Retro-Synthie-Sound und Kalter-Krieg-Motivation. Entstanden ist ein Art Prequel zu BladeRunner im Species-Gewand, das sein Hirn nicht an der Kino-Kasse abgibt und für Fans von etwas anspruchsvolleren SF-Filmen von Interesse sein kann.

bedenklich? 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Rigor Mortis
Rigor Mortis

lieber_tee 6.5 "Ganz gut"

Juno Maks Regiedebüt ist eine Chinese Ghost Story im Wohnblocksilo, in dem asiatischer Geister-/Schicksals-/Aberglaube auf leidende Bewohner trifft, die vom Verlust ihrer Angehörigen geprägt sind. In leicht verwebten, episodischen Geschichten wird mit einer schwebenden, formvollendeter Bildgestaltung die parallele Existenz von Leben und Tod eingefangen. Auffallend extravagant und einfallsreich streift die Kamera durch eine pure Computer-Effekt-Fantasie, in deren Flure und Wohnungen befremdliche Kampf- und Gore-Einlagen stattfinden. Diese Todesmelodie aus infernalem Design ist gemäßigt unheimlich, wenig erschreckend und berührt mit seinen klinisch-toten Bildern kaum, fasziniert allerdings in seiner ausschweifenden Optik. "Rigor Mortis", ein digitaler Argento aus Hongkong.

bedenklich? 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 8 Antworten

Mimuschka

Antwort löschen

ich war von der seltsamen atmosphäre ja ziemlich beGEISTert, ziemlich ungewöhnlich für unsere "westlichen augen". leider war die story eher lame, die charaktere kamen mir nicht nahe, und gruselig wars schon gar nicht. deine worte "klinisch-tot" treffen es. wollte ihn wegen der befremdlichen ästhetik trotzdem etwas pushen und hab mich zu 7 punkten hinreissen lassen. denn sehenswert wars wohl.

*mikro-spoiler*
und die auflösung hat mich sehr geärgert. zu oft ähnliches gesehen mittlerweile, wirkte total aufgesetzt-gezwungen.
*spoiler-ende*


lieber_tee

Antwort löschen

Hast recht, der ist formal weitaus interessanter als sein Inhalt.


Nur 48 Stunden
Nur 48 Stunden

lieber_tee 8.5 "Ausgezeichnet"

Kernig-knalliges Actionbrett aus den 80ern, wo es noch Casio-Armbanduhren gab und die Neon-Reklame im Kunstnebel waberte. Hier haben alle Beteiligte so unglaublich dicke Eier in der Hose, das sie während ihres chauvinistischen Sperrfeuers drohen zu platzen. Macho-Scheiße, die Nudeln vergoldet, Torten garniert und schwarz-weißen Rassismus durch Alpha-Männchen-Prügelleien klärt. Während ein arschgeficktes Huhn, impotentes Warzenschwein und Tripper-Kaiser Schiffer-Scheiße produzieren gibt es robustes, urbanes Action-Kino aus den treibenden Händen eines Walter Hills zu bestaunen. Nick Nolte als blondierter, körperlicher Knurr-Kopf und Eddie Murphy als Inbegriff einer schwarzen Labertasche sind die halbe Miete. Ergänzt mit hirnverbrannt-überzeichneten Dialogen, einer funktionalen und actionreichen Story gibt es die pure Quintessenz des US-80er Jahre Unterhaltungskinos, das auch heute noch einen treibenden Flow hat.

bedenklich? 25 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten

lieber_tee

Antwort löschen

Danke... Was du hast noch eine Armbanduhr... von CASIO, wow, wie Retro, du Hipster...:))))


Dahmer

Antwort löschen

affengeiler film...und den zweiten teil mag ich auch....scheiße nochmal da war eddie murphy noch wirklich cool, nicht wie heutzutage ! schade wie sich die zeiten doch ändern :(


Patton - Rebell in Uniform
Patton - Rebell in Uniform

lieber_tee 5.5 "Geht so"

1001 Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist.
Kriegs-Filme, die Schlachten darstellen sind fasziniert von ihren Gewaltszenarien, selbst wenn sie sie verurteilen möchten. In „Patton“ sind Kampfhandlungen aufwendig-ausufernd inszeniert, spielen aber eher eine nebensächliche Rolle, sind ein bizarres Gemälde für die Ego-Sow einer kontroversen Person.
US-General George Smith Patton, Jr. ist der pralle Mythos eines unbesiegbaren, tapferen Soldatens, der mit kämpferischer Einstellung, Stammtischparolen, nationaler Überheblichkeit und dem Verhalten eines diplomatischen Volltrottels sich zu einer Ikone, einem Denkmal für rebellisches Verhalten hochstilisiert. Er sieht Krieg als Kräftemessen, als Ausdruck von männlicher Lebenskraft und hängt heroischen Schlachten vergangener Zeiten hinterher. Ein Anachronist auf der Suche nach Unsterblichkeit, für dem Krieg (s)eine Religion ist.
Regisseur Franklin J. Schaffner kann sich nie so recht entscheiden ob Patton Mitleid verdient, eine arme Sau, reaktionäres Arschloch oder historisch wichtige, faszinierende, heldenhafte Person ist.
Im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg, in dessen Zeitraum der Film entstanden ist, wirkt seine oftmals glorifizierende Darstellung von US-amerikanischer Unbesiegbarkeit zwiespältig, hat einen nostalgisch verklärten Ton, der, wenn auch mit Brüchen, ein flaues Gefühl im Magen hinterlässt.
Über alles erhaben ist allerdings Hauptdarsteller George C. Scott. Seine Reinkarnation von Patton ist subtil, glaubwürdig, manisch-hypnotisch, (fast) sympathisch. Diese konsequente und kompromisslose Verkörperung ist so intensiv, das er bei der Oscarverleihung sich selbst zum Rebellen einer Nation hochstilisiert, indem er die ihm zu ökonomisch ausgerichtete Lobpreisung verweigerte.

bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Schlopsi

Antwort löschen

Wow, hätte den Film gut +5 Jahre älter eingeschätzt. Das er kurz nach der Hochphase des Vietnamkrieges entstanden ist, macht ihn umso interessanter. Danke für den Hinweis, tee. Da muss ich unbedingt nochmal reinschauen.


lieber_tee

Antwort löschen

Ja, der zeitgeschichtliche Kontext ist interessant. Mal sehen ob du den glorifizieren oder subtil kritisch im Bezug zum Vietnamkrieg siehst.


Ende
Ende

lieber_tee 5.0 "Geht so"

Während das amerikanische Kino die Apokalypse als Happening für vulgär-spritzenden Stumpfsinn abfeiert ("Das ist das Ende" ), das Britische ein selbst-verliebtes Besäufnis daraus macht ("The World’s End") und Lars von Trier in depressives, kultur-beweihräucherndes Kunst-Kino ("Melancholia") abdriftet sucht dieser spanische Beitrag die metaphysische Ebene.
Der Weltuntergang als blut- und gewaltfreies Drama, in dem sich eine isolierte Gruppe nach zig Jahren wieder sieht und eigentlich wenig zu sagen hat. Wenn urplötzlich die gesamte Menschheit von der Bildfläche verschwindet, Himmelskörpern das Licht aus geht und der Strom (Energie) nicht mehr funktioniert werden die angeblichen Freundschaften marode, das Vertrauen schmilzt. Entsprechend symbolisch löst sich diese Spezi von Menschen auf. Gepaart mit offensichtlich göttlich-prophetischer Bestrafung durch heidnische Hunde, sündhaften Geißböcken und höllischen Löwen wird der Weltuntergang ein gleichnishaftes Fest, das ausschließlich auf dieser Ebene zu interpretieren ist, jegliche logik- und naturwissenschaftliche Erklärungs-Muster laufen (gezielt) ins Leere.
Im Prinzip kein uninteressanter Ansatz. Gruppendynamik und Psychologie mit spiritueller Adam-und-Eva-Apokalypse verbinden. Leider sind die Figuren und ihre Beziehung zu einander so flach wie das Wasser über das Jesus angeblich gelaufen ist.
Zumindest erschafft Kino-Debütant Jorge Torregrossa faszinierende und sorgfältige Bilder, der Cast spielt redlich bemüht, besteht nicht aus gefickten und fickwilligen Teenies und es breitet sich eine angenehm mystische Atmosphäre im sommerlich-touristischen Spanien aus.
Apropos Urlaub in südlichen Gefilden. Was ich geil fand sind die Locations des Streifens, die ich aus unzähligen Spanienurlauben wiedererkenne (Schlucht, Campingplatz, Mountainbike-Tour, Bergpanorama) und bei mir nostalgisches Fernweh erzeugen.
Auch eine Möglichkeit einen Film faszinierend zu finden...

bedenklich? 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

manuel_trg

Antwort löschen

Dieser Kommentar bringt eigentlich alles exakt auf den Punkt!


lieber_tee

Antwort löschen

Oh, Danke _trg.


Tarantula
Tarantula

lieber_tee 9.0 "Herausragend"

Um den Welthunger zu beenden entwickeln wohlmeinende Hollywood-Wissenschaftler eine radioaktive Nährstoff-Formel, dessen unangenehme Nebenwirkung, die monströse Vergrößerung einer Vogelspinne, jegliche Chancen auf den Nobelpreis verhindert.
In einem mystisch angehauchten Wüsten- und bürgerlichen Kleinstadtszenario tummeln sich Figuren auf B-Movie-Papp-Niveau, die in einem bedächtigen Spannungsbogen zunächst aus dem Off-Screen-Modus verspeist werden, bis im Showdown die amerikanischen Kriegstechnologie der Mutanten-Tarantel und der Atom-Angst den Garaus macht.
Napalmregen ist ein Segen...
Jack Arnold hat mit "Tarantula" einen großartigen Meilenstein des Tierhorrorfilms erschaffen. Der heute amüsant-verstaubt wirkende Spinnen-Klassiker ist mit seinen schlichten und effizienten Spezialeffekten ein unverschämt-naiver Gruseltraum, den ich dank eines im Sofa schlafenden Papas in Kinderjahren mit weit geöffneten und erstaunten Augen, spät in der Nacht, bestaunen durfte.

bedenklich? 36 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

Alex.de.Large

Antwort löschen

@tee ; Jack Arnold?
Da war doch mal was ;D


lieber_tee

Antwort löschen

Ja, welch angenehme Erinnerung mit dir. So nach und nach arbeite ich die Sternstunden diesen Meisters (nochmal) ab...


Der Saustall
Der Saustall

lieber_tee 7.0 "Sehenswert"

"Wer ist schlimmer? Der Blinde, der aus dem Fenster pinkelt oder der Witzbold, der ihm gesagt hat, es sei ein Urinal?"
Bertrand Tavernier verlegt Jim Thompsons Roman "Pop. 1280" von Texas in den staubigen Hinterhof des französischen Kolonialreichs in Westafrika, kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges, der die selben sozialen und rassistischen Muster wie im Süden der USA aufweist.
Als pastellfarbenen Film Noir angelegt stoßen wir in eine moralische Vorhölle, wo die Abwesenheit von Gesetz und Ethos, Gut und Böse herrscht. Ein verwirrend sympathisch dargestellter Sheriff-Soziopath (grandios Philippe Noiret) räumt skrupellos im un-tugendhaften Saustall einer Kolonie auf. Gott-ähnlich erlöst er unreine Seelen, in dem er sie tötet. Jeder bekommt was er verdient. Fatalismus pur.
Taverniers Blick auf den Mangel an Moral in einer verkommenden Welt ist ein satirisch-bissiger Kommentar auf Kolonialismus, Rassismus und Niedertracht. Empörend und zugleich ein bitter-böser Spiegel der menschlichen Natur.

bedenklich? 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Gesprengte Ketten
Gesprengte Ketten

lieber_tee 6.5 "Ganz gut"

1001 Filme, die Sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist.
Zu frohlockender Ohrwurmmusik von Elmer Bernstein brechen knapp 80 widerspenstige Alliierten aus dem eigens für sie von den Nazis gebauten Gefangenenlager aus.
Warum eigentlich? Das Leben im Stalag wirkt wie ein Ferienlager für lustige und entspannte Pfadfinder. Nur um mal hinter den feindlichen Linien etwas Verwirrung zu stiften?
Ein äußerst prominenter Ensemble-Film aus der sicheren, unaufgeregten Regie-Hand von John Sturges nach (angeblich) wahren Tatsachen in das mainstreamtaugliche Korsett des 60er Jahre US-Unterhaltungsfilms gestaucht. Angenehm plätschert die Vorbereitung und Massenflucht so vor sich hin um ein Loblied auf den ungebrochenen Freiheitswillen tapferer Soldaten zu pfeifen. Schlicht charakterisierte und markant-coole Typen feiern Gefangenschaft und Krieg als männliches Event ohne Furcht und Tadel.
Überraschend bricht der locker-flockige Tonfall in der letzten Hälfte des Films. Denn letztlich ist die ganze Aktion ein sinnloses Unterfangen, endet für viele tragisch und tödlich. Da stellt sich die Frage ob das ganze Unternehmen wirklich so ratsam war.
Klar, war es. Das Bestreben nach Freiheit, für das Vaterland und gegen die bösen Nazis zu kämpfen zählt.

bedenklich? 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten

lieber_tee

Antwort löschen

Weil McQueen die coolste Sau auf Erden, sowohl mit Auto als auch mit Moped, war und vielleicht etwas davon bei mir (hoffentlich) abfärbt...;)


VisitorQ

Antwort löschen

Aber so was von! ♥


Apocalypto
Apocalypto

lieber_tee 5.0 "Geht so"

»SoulReaver und lieber_tee in den Untiefen des ganz normalen Genrewahnsinns«
#9
I… wie Indianerfilm
In Indianerfilmen spielen Menschen, die den Kontinent Amerika (Nord-, Mittel- und Südamerika) vor der europäischen Erschließung bevölkert haben, eine tragende Rolle.

Ein böses Omen liegt über der Maya-Kultur. Sie ist von innen zerfressen, vom Verfall bedroht. Die friedliebenden Dschungelbewohner sind ebenso dem Untergang geweiht wie das dekadente Sodom und Gomorra am verdorrten Rand des Waldes.
„Apocalypto“ lässt seine Zivilisationskritik mit den martialischen Holzhammer und alt-testamentarischer Gewalt auf den Zuschauer los.
Die viel gepriesene Hochkultur der Mayas existiert nicht. Ihre barbarischen Bräuche und Rituale werden zum Zwecke eines reißerischen Abenteuer-Action-Films missbraucht. An der (sowohl auf dem DVD-Cover als vom Regisseur propagierte) authentischen Darstellung vom Leben mittelamerikanischer Ureinwohnern (inklusive Originalsprache) hat der Film keine wirkliche Interesse. Ihre zivilisatorischen Meisterleistungen bei Bewässerungssystemen, Architektur, Schriften, Kalender, Zahlen, ihre komplexe religiöse Struktur werden nicht mal ansatzweise angedeutet. Die verschiedenen Gesellschaftsschichten sind in ausdrucksstark-detaillierten Kostümen und Masken wieder zu finden, die wie aus einen Fantasy-Film wirken.
Regisseur und Mit-Autor Mel Gibson entstellt monströs die Mayas als ein dekadentes Rudel heidnischer Wilden mit bunten Kopfschmuck und wirrer Kriegsbemalung. Ihre Religionen werden auf sadistisches Opfer-Volksfest-Niveau reduziert. Im Urwald hausen glückselige, biblisch-reine Indianer, deren Frauen zur spontanen Unterwassergeburt da sind und im Loch versauern müssen, bis der Angstlose, mutige Natur-Jesus-Rambo sie daraus befreit. Mit einen sozialdarwinistischen, fatalistischen Tonfall hetzt der Film durch überhöhten Naturmystizismus, ist geprägt von archaischen Werten wie Ehe, Familie, Eigentum und Gerechtigkeit, sucht seine kathartische Befreiung in eindimensionale Gut-/Böse-Konflikten um am Ende in die naive Zurück-zur-Natur-Botschaft zu flüchten.
Die zwiespältige Ausrichtung und das krude Menschenbild gehen in das rasant inszenierte Kampfgetümmel unter. Die visuelle Kraft des Streifens ist überwältigend. Gibson ist inszenatorisch am Zenit seines Könnens. Dynamisch-angetrieben rast die Kamera wie ein Berserker durch Urwald und Maisfelder, springt Wasserfälle herunter, hängt hoch in den Bäumen. Das CGI-freie Setting, mit seinen aufwendigen Aufbauten und farbenfrohen Statisten, ist ein wahrhaftiger Schmankerl für die Augen.
Die Maya-Apokalypse ist pures, reißerisches Fantasy-Exploitation-Kino der A-Klasse, dessen begeisterungswerten, blutrünstigen Schauwerte sich wie eine dicke Action-Soße über das verquaste Indianer- und Kulturbild legen. Unter der schillernden Oberflächliche allerdings bleibt nur noch die ethnozentristische Weltanschauung eines reaktionären Regisseurs übrig, die bei längeren Nachdenken mehr als ärgerlich ist.
[http://www.moviepilot.de/liste/soulreaver-und-lieber_tee-in-den-untiefen-des-ganz-normalen-genrewahnsinns-soulreaver]

bedenklich? 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 11 Antworten

lieber_tee

Antwort löschen

Deine Def. für Astronautenfilme ergänze ich mit "schwebende" Rolle, dann ist sie tadellos.:)


SamRamJam

Antwort löschen

^^


Savaged
Savaged

lieber_tee 5.0 "Geht so"

Willkommen in New-Mexiko, das Land der Verzauberungen, wo nur eine tote Rothaut eine gute Rothaut ist.
Hier leben rassistische, homophobe und sadistische Rednecks, die das Indianer-Jagen als traditionell verankerten Volkssport sehen. Kommt mal eine naive, weiße Großstadt-Votze auf ihren GTO vorbei, gibt es noch Frischfleisch zum ficken. Da aber die spirituelle Energie der Ureinwohner so mächtig ist verwandelt sich das dürre Neger-Liebchen, nach einem moderat-kurzen Martyrium bei den Bauerntrampeln, in einen Därme-ausreißenden Rache-Zombie, der zusätzlich noch von der Wut eines verstorbenen Apache-Häuptling besessen ist.
Wenn das nur noch mit Gaffa-Tape zusammengehaltene Engelchen aus der Hölle ihre Peiniger wie Dosenfutter aufschlitzt und weiße Kolonisationskritik aufblitzt sind wir in einem kuriosen Exploitation-Movie der Neuzeit angekommen, das Leiden, Gewalt und Rassismus genüsslich-reißerisch ausbeutet. Die Hauptdarstellerin agiert dabei ebenso gnadenlos wie sie gnadenlos unbegabt schauspielert. Als vergewaltigte Krähe spuckt sie auf dein Grab. „Savaged“ bring das Übersinnliche in's Rape-and-Revenge-Genre.
Bei unwirklich-matten Bildern, nimmt die Geschichte ihren absehbaren Verlauf, kurzzeitiger, grimmiger Humor wird mit übertriebene Albernheiten ersetzt. Die notwendige (selbstironische) Distanz fehlt bei diesem inhaltlichen Stuss völlig.
Zwar schwingen die blutigen Innereien ordentlich aus der Hüfte (in der Uncut-Fassung) und es ist eine latente Begeisterung bzw. Begabung beim Debütanten Michael S. Ojeda zu spüren aber das reicht allenfalls für einen Mittelklasse-Slasher, der seine gallige Kampfamazone für Geister-Schmarrn und halbseidene Rassismus-Kritik vergurkt.

bedenklich? 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

JackoXL

Antwort löschen

Schön geschrieben, obwohl ich deine gnädige Punktevergabe nicht teilen kann. So ein Schrott!


lieber_tee

Antwort löschen

Danke. Ach, die Punkte. Letztlich egal. Ich finde es gibt weitaus schlechtere Filme...


Rio
Rio

lieber_tee 7.0 "Sehenswert"

Knallig-infantiles Animations-Gefieder aus dem Ice-Age-Haus, dessen Lieblingsfarbe "Bund" ist, das hemmungslosen Kitsch mit aberwitzigen Humor kombiniert und dabei sympathisch aber wenig originell das Zwerchfell rhythmisch zum Lachen bring.
Musical-Einlagen, herzensguter Quatsch purzeln durch sämtliche humoresken und ethnischen Klischees um eine auf-brausende Party zur Erhaltung von (fast) ausgestorbenen Piepmatz-Arten zu feiern. In mannigfaltiger Glückseligkeit gibt es eine Flucht-in-Ketten-Parodie mit dem Holzhammer, voller hemdsärmliger und wuchtiger Anspielungen, die gerne in völlige Banalität versinken. Das ist keine Sozialstudie sondern zotiges Kinder-Kino und für Erwachsene, die sich noch ein sehr schlichtes Herz bewahrt haben.

bedenklich? 26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 14 Antworten

FlintPaper

Antwort löschen

Im O-Ton fand ich den ebenfalls super. Die prächtigen Farben und Musik-Einlagen (obwohl garnicht mein Geschmack) kommen toll. Später mal in die dt. Vertonung reingeschaut. Die fand ich dann garnicht gut und auch weniger witzig leider.


Bandrix

Antwort löschen

Teil 2 ist dann leider nicht mehr ganz so gut. Aber der Erstling ist wirklich super! :)


Flash Gordon
Flash Gordon

lieber_tee 9.0 "Herausragend"

Anfang der 80er wurde ich "geflasht"!
Obwohl offensichtlich im 60er Retro-Trash verankert, habe ich den Film damals als 12-jähriger völlig Ernst genommen und meinen jünglichen Phantasien freien Lauf gelassen. Ornella Muti als fleisch-gewordener Traum einer schwer händelbaren Prinzessin, die von der perversen Geheimpolizei ausgepeitscht wird und möglicherweise in der frigiden Verbannung endet, hat mich verwirrt und erregt. Scheiße, hier wurde meine Stubenhocker-Männlichkeit in Frage gestellt. Ich wollte allen rüsseligen Kriegern was auf die Schnauze hauen, wollte als Flashie mit Aura, der Traum aus Bikini und Latex, auf den Lustmond entschwinden...
Heute ist mir unerklärlich wie dieser filmische Unsinn aus Styropor und Plastik durch die Produktionsetagen gewunken werden konnte.
Bei "Flash Gordon" verflüchtigt sich der Geist, das Gehirn wird entspeichert. Er ist ein Power-Punch aus Kinderkarnevals-Kostümen und vielleicht einer der subversivesten, konsequentesten Comic-Verfilmungen aller Zeiten, so etwas wie der "2001" des Trash-Films.

bedenklich? 32 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten

Brennegan

Antwort löschen

Der Cast an sich ist wundervoll und hat auch sichtlich Spaß bei der Sache, seien es nun von Sydow, Topol oder auch Blessed.


zmpfl

Antwort löschen

...das war doch dieser Videoclip in Spielfilmlänge für das beste QUEEN-Album, oder? :)


Gästebuch

ElmStreet84

Hi Olli,
na dann werd ich dir und den anderen mal einen Kugelhagel verpassen der sich gewaschen hat! :)

Danke für die Annahme und ein tolles Wichteln,
Nico

ElmStreet84

Hi Oliver,
schließe mich meinen beiden Vorrednern mal an, würde auch gern deinen Osterkommentar lesen, da du ja auch sonst immer lesenswertes schreibst. Darum lass ich mal ein paar Grüße und ne Anfrage da.

Gruß, Nico

Morissa

Auch wenn die Anfrage gefühlt 3 Jahre zu spät kommt, hoffe ich, du nimmst sie im Zuge der Osteraktion trotzdem an. Lese immer gerne deine Beiträge.

Bubo

"Dicke Eier" zu Ostern kann ich Dir zwar leider nicht bieten, aber Deinen Beitrag zum Osterwichteln möchte ich nicht verpassen, dem Überfliegen Deiner Kommentare nach zu urteilen lohnt sich das auf jeden Fall! Ich bin einfach mal so frei und lass Dir ne Anfrage da!
Liebe Grüsse, Bubo

manuel_trg

Haha, hast einen guten Geschmack, das muss man dir lassen! Werde mich mal an dir orientieren, und versuchen einen Teil deiner Filmliste abzuarbeiten ;)

FilmFreak2K13

Da auch du bei der Oster-Wichtelaktion mitmachst lasse ich mal eine Anfrage da :)

Kamell

Mit Dir wollte ich mich eigentlich nicht anlegen :-) Jetzt sieht es aber so aus. Religionsvertreter und Philosophen nach Mitternacht bitten zum Tee ... darüber muss ich eine Runde schlafen. Bonne nuit!

onyxxx

... ach und das mit Apocalypto werden wir von Angesicht zu Angesicht ausdiskutieren müssen. Die 5 kann da nicht stehen bleiben, das tut mir körperlich weh :D

onyxxx

Hey teechen. Es ist viel banaler als du glaubst. Ich konnte einfach nur meine schielende Red Sonja nicht mehr sehen. Gönn mir bitte eine kleine Pause von ihr :D
P.S.: das ist Leslie Knope aus der lustigsten Serie aller Zeiten "Parks and Recreation". Für den Fall das du irgendwaaaaann mal eine Comedy Serie sehen möchtest, wähle diese.

Der Witte

Total, im Nachhinein hätte ich den Namen gerne an erster Stelle gesetzt - so an sich macht der neue Name einen schön direkten Eindruck alà 'DER STANDARD'^^


Logge Dich jetzt ein, um einen Gästebucheintrag zu schreiben.