Wie unaufdringlich und zurückhaltend "Pandoras Box" auch fotografiert ist: diese Bilder fügen sich nie zu einem auch nur ansatzweise freien, offenen Film.
Cameron stopft die Welt der Ureinwohner Pandoras zwar mit so ziemlich allen Eso-Kitsch-Zeichen voll, die man sich in seinen schlimmsten Träumen ausmalen kann, aber magische Elemente im engeren Sinne finden sich nicht. Der Film beharrt mit Sigourney Weaver darauf, dass selbst noch ein doch sehr fragwürdiger "Ahnenbaum" nicht mystischer Hokuspokus ist, sondern Teil eines Ökosystems, das zwar anderen Gesetzen folgt als den irdisch-physikalischen, aber grundsätzlich doch erklärbar bleibt.
Filme wie "The Green Zone" geben den Weltbezug des Kinos nicht auf, aber sie tendieren dazu, ihn als ein reines Subjekt-Objekt-Verhältnis zu denken. Es gibt nur noch den unmittelbaren Körperreiz vor dem und den Ordnungsblick der Kontrollgesellschaft jenseits des Sozialen, aber nichts dazwischen.
"Brooklyn's Finest" ist schnell, aber nicht hektisch, hart, aber nicht zynisch, düster, aber frei von Ghettoromantik. Und der Film hat durchaus einen Begriff davon, wer normalerweise am falschen und wer am richtigen Ende der Waffe landet. Paranoid sind nur die Figuren, nicht der Film selbst.
Bezar ist Absolvent der Berliner Filmhochschule dffb. Im Presseheft zum Film berichtet er, dass er nach seinem Studium einige Jahre lang vergeblich versuchte, einen Spielfilm in Deutschland zu produzieren und erst aus Frustration darüber, dass seine Vorstellung von Kino hier nicht realisierbar war, in die Türkei ging.
Baruchels Kinokarriere nach "Undeclared" war nicht immer glücklich. "Zu scharf, um wahr zu sein" aber setzt ihn genau richtig ein, nämlich ohne jede Hemmung, die Defizite dieses ganz speziellen Starkörpers gnadenlos auszustellen.
Im dokumentarischen Bild wird fabuliert, im fiktionalen bleiben präfiktionale Rückstände. Dann gibt es in dieser Wundertüte von einem Film noch Sachen, die in keinem der beiden aufgehen.
Die Rechnung, die sich ähnliche Filme gewöhnlich auf die Geschichte und die Möglichkeiten ihrer filmischen Aufbereitung machen, geht auf der Seite des Individuums nicht auf. Zu erratisch gestaltet sich die Biografie Quians, als dass das Private zur unproblematischen Projektionsfläche fürs Politische taugen würde. Politik ist das unsichtbare Störfeuer, eine Kraft der Dezentrierung und des Chaos.
Allein: so what? Was bleibt, ist das Porträt eines Mannes, der im entscheidenden Moment entweder zu naiv war, oder too smart for his own good, vielleicht auch beides gleichzeitig.
Man kann das alles durchaus mögen: die gut ausgewählten und aufeinander abgestimmten Laiendarsteller, die ihre authentisch anmutenden und dennoch fein gedrechselten Dialoge in bester Mumblecore-Manier vortragen, die reduzierte, mehrsträngige Erzählung, die sich um den Secondhand-Laden herum konzentriert, aber sich allen dramaturgischen Zuspitzungen entzieht, die unprätentiöse Kameraarbeit. Freilich kann man am Ende nicht anders, als festzustellen, dass der Weg, den "Beeswax" einschlägt, doch zuallererst der Weg des geringsten Widerstands ist.
Aus Wiederholungen und kleinen Variationen konstruiert "Hayat var" eine Welt, in der wenig vorwärts geht und in der für große Erzählungen kein Platz ist.
Der Film beschreibt nicht einfach nur diesen neuen Republikanismus, er stellt sich offen in seinen Dienst, unter anderem in den Gefängnis-Szenen. Hier ist es nur die Filmkamera, die den öffentlichen Raum bis zu denjenigen erweitert, die durch den Staatsapparat von eben diesem öffentlichen Raum ausgeschlossen sind.
Mei ist einer, an dem nichts Wurzeln schlägt, auch kein geschlossenes Narrativ. Und so schieben sich die einzelnen Teile des Films nie harmonisch ineinander, jede Episode fängt wieder bei Null an. "Forever Enthralled" ist in gewisser Weise ein entkerntes Biopic. Mit der unbedingten Handlungsmacht der Hauptfigur hat Chen Kaige ihm genau das entzogen, was es dem Genre sonst ermöglicht, aus einem von Zufälligkeiten bestimmten Lebenslauf ein geschlossenes Narrativ zu zimmern.
Newcomer und Hauptdarsteller Jamal Woolard macht eine gute Figur. Ansonsten ist mit dem Film nicht viel los. Biggie ist tot und kann sich gegen sein laues Biopic nicht mehr wehren. Auch nicht dagegen, dass selbst in der eigenen Filmbiografie der ewige Kontrahent Tupac, der als einziger im Film ein bisschen mehr ist als ein grundguter Kerl, als die interessantere Figur erscheint.
Am stärksten ist "Milk of Sorrow" dann, wenn Llosa sich auf den Ort einlässt, an dem ihre Geschichte spielt. Lima ist eine Stadt, die im Kino selten zu sehen ist und Faustas Passagen durch die Armenviertel erkunden diesen Raum auf unaufdringliche Weise, fern vom Elendstourismus. Einige hervorragende Beobachtungen gelingen dem Film hier: zum Beispiel die verschiedenen Hochzeitszeremonien, die einen naiven Pomp in die ärmlichen Behausungen importieren, oder der improvisierte Swimming Pool im Schlamm, in dem Kinder wie Erwachsene plantschen
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taz / cargo / perlentaucher... (Lukas Foerster)
über Pandoras Box 2011/03/01 11:36:26
Wie unaufdringlich und zurückhaltend "Pandoras Box" auch fotografiert ist: diese Bilder fügen sich nie zu einem auch nur ansatzweise freien, offenen Film.
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über Avatar - Aufbruch nach Pandora 2011/03/01 11:34:46
Cameron stopft die Welt der Ureinwohner Pandoras zwar mit so ziemlich allen Eso-Kitsch-Zeichen voll, die man sich in seinen schlimmsten Träumen ausmalen kann, aber magische Elemente im engeren Sinne finden sich nicht. Der Film beharrt mit Sigourney Weaver darauf, dass selbst noch ein doch sehr fragwürdiger "Ahnenbaum" nicht mystischer Hokuspokus ist, sondern Teil eines Ökosystems, das zwar anderen Gesetzen folgt als den irdisch-physikalischen, aber grundsätzlich doch erklärbar bleibt.
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über Süt 2011/03/01 11:33:19
Mehr ist dieser Film nicht als: eine kleine Studie in Dunkelheit und Unschärfe. Mehr will er auch nicht sein und das ist gut so.
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über Green Zone 2011/03/01 11:32:18
Filme wie "The Green Zone" geben den Weltbezug des Kinos nicht auf, aber sie tendieren dazu, ihn als ein reines Subjekt-Objekt-Verhältnis zu denken. Es gibt nur noch den unmittelbaren Körperreiz vor dem und den Ordnungsblick der Kontrollgesellschaft jenseits des Sozialen, aber nichts dazwischen.
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über From Paris with Love 2011/03/01 11:30:22
Nicht viel wäre nötig, aber doch wenigstens irgend etwas, das über "When I say 'shoot the fucker', shoot the fucker!" hinaus reicht.
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über Das Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest 2011/03/01 11:28:52
"Brooklyn's Finest" ist schnell, aber nicht hektisch, hart, aber nicht zynisch, düster, aber frei von Ghettoromantik. Und der Film hat durchaus einen Begriff davon, wer normalerweise am falschen und wer am richtigen Ende der Waffe landet. Paranoid sind nur die Figuren, nicht der Film selbst.
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über Min Dît: Die Kinder von Diyarbakir 2011/03/01 11:27:28
Bezar ist Absolvent der Berliner Filmhochschule dffb. Im Presseheft zum Film berichtet er, dass er nach seinem Studium einige Jahre lang vergeblich versuchte, einen Spielfilm in Deutschland zu produzieren und erst aus Frustration darüber, dass seine Vorstellung von Kino hier nicht realisierbar war, in die Türkei ging.
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über Vorsicht Sehnsucht 2011/03/01 11:25:51
"Vorsicht Sehnsucht" ist Free Jazz.
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über Zu scharf, um wahr zu sein 2011/03/01 11:23:41
Baruchels Kinokarriere nach "Undeclared" war nicht immer glücklich. "Zu scharf, um wahr zu sein" aber setzt ihn genau richtig ein, nämlich ohne jede Hemmung, die Defizite dieses ganz speziellen Starkörpers gnadenlos auszustellen.
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über Herbst 2011/03/01 11:22:27
Yusuf selbst ist ein lebender Toter, der kaum noch einen Bezug hat zu dem, was ihn umgibt.
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über Aquele Querido Mês de Agosto 2011/03/01 11:20:59
Im dokumentarischen Bild wird fabuliert, im fiktionalen bleiben präfiktionale Rückstände. Dann gibt es in dieser Wundertüte von einem Film noch Sachen, die in keinem der beiden aufgehen.
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über Liebeswunden 2011/03/01 11:09:02
Die Rechnung, die sich ähnliche Filme gewöhnlich auf die Geschichte und die Möglichkeiten ihrer filmischen Aufbereitung machen, geht auf der Seite des Individuums nicht auf. Zu erratisch gestaltet sich die Biografie Quians, als dass das Private zur unproblematischen Projektionsfläche fürs Politische taugen würde. Politik ist das unsichtbare Störfeuer, eine Kraft der Dezentrierung und des Chaos.
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über Der Informant! 2011/03/01 11:07:07
Allein: so what? Was bleibt, ist das Porträt eines Mannes, der im entscheidenden Moment entweder zu naiv war, oder too smart for his own good, vielleicht auch beides gleichzeitig.
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über Beast Stalker 2011/03/01 11:00:42
Ein Film über Menschen mit Narben
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über Beeswax 2011/03/01 10:58:07
Man kann das alles durchaus mögen: die gut ausgewählten und aufeinander abgestimmten Laiendarsteller, die ihre authentisch anmutenden und dennoch fein gedrechselten Dialoge in bester Mumblecore-Manier vortragen, die reduzierte, mehrsträngige Erzählung, die sich um den Secondhand-Laden herum konzentriert, aber sich allen dramaturgischen Zuspitzungen entzieht, die unprätentiöse Kameraarbeit. Freilich kann man am Ende nicht anders, als festzustellen, dass der Weg, den "Beeswax" einschlägt, doch zuallererst der Weg des geringsten Widerstands ist.
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über My Only Sunshine 2011/03/01 10:57:12
Aus Wiederholungen und kleinen Variationen konstruiert "Hayat var" eine Welt, in der wenig vorwärts geht und in der für große Erzählungen kein Platz ist.
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über Material 2011/03/01 10:55:57
Der Film beschreibt nicht einfach nur diesen neuen Republikanismus, er stellt sich offen in seinen Dienst, unter anderem in den Gefängnis-Szenen. Hier ist es nur die Filmkamera, die den öffentlichen Raum bis zu denjenigen erweitert, die durch den Staatsapparat von eben diesem öffentlichen Raum ausgeschlossen sind.
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taz / cargo / perlentaucher... (Lukas Foerster)
über Forever Enthralled 2011/03/01 10:51:21
Mei ist einer, an dem nichts Wurzeln schlägt, auch kein geschlossenes Narrativ. Und so schieben sich die einzelnen Teile des Films nie harmonisch ineinander, jede Episode fängt wieder bei Null an. "Forever Enthralled" ist in gewisser Weise ein entkerntes Biopic. Mit der unbedingten Handlungsmacht der Hauptfigur hat Chen Kaige ihm genau das entzogen, was es dem Genre sonst ermöglicht, aus einem von Zufälligkeiten bestimmten Lebenslauf ein geschlossenes Narrativ zu zimmern.
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über Notorious B.I.G. 2009/07/06 22:51:12
Newcomer und Hauptdarsteller Jamal Woolard macht eine gute Figur. Ansonsten ist mit dem Film nicht viel los. Biggie ist tot und kann sich gegen sein laues Biopic nicht mehr wehren. Auch nicht dagegen, dass selbst in der eigenen Filmbiografie der ewige Kontrahent Tupac, der als einziger im Film ein bisschen mehr ist als ein grundguter Kerl, als die interessantere Figur erscheint.
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über Eine Perle Ewigkeit 2009/07/06 22:48:54
Am stärksten ist "Milk of Sorrow" dann, wenn Llosa sich auf den Ort einlässt, an dem ihre Geschichte spielt. Lima ist eine Stadt, die im Kino selten zu sehen ist und Faustas Passagen durch die Armenviertel erkunden diesen Raum auf unaufdringliche Weise, fern vom Elendstourismus. Einige hervorragende Beobachtungen gelingen dem Film hier: zum Beispiel die verschiedenen Hochzeitszeremonien, die einen naiven Pomp in die ärmlichen Behausungen importieren, oder der improvisierte Swimming Pool im Schlamm, in dem Kinder wie Erwachsene plantschen
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