Medienjournal

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Medienjournal heißt Wulf Bengsch, ist 28 Jahre alt. Er hat sich auf moviepilot angemeldet und hat schon legendäre 231 Filme bewertet und legendäre 226 Kommentare geschrieben. Medienjournal ist Kritiker für Medienjournal-Blog.de und hat unter anderem Coriolanus als Lieblingsfilm. Mehr


Rush - Alles für den Sieg
Rush - Alles für den Sieg

Medienjournal 9.0 "Herausragend"

[...] Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ein Formel-1-Film mich einmal so zu packen wüsste, wie es nun "Rush – Alles für den Sieg" getan hat, denn dem Sport an sich konnte ich noch nie viel abgewinnen und Niki Lauda kannte ich auch nur in seiner Kommentatorenrolle bei RTL, da mein Vater eine gewisse Affinität für diesen Sport hatte. Zu groß allerdings war der Reiz, Daniel Brühl in dieser hochgelobten Rolle zu sehen und zu sehr interessierte mich, woher die Faszination rührte, dass der Film von vielen Seiten so euphorisch gelobt worden ist. Erfreulicherweise versteift sich Regisseur Ron Howard aber auch nicht darauf, einen Formel-1-Thriller zu drehen, der mit zahllosen Rennen zu ermüden droht, sondern inszeniert eine durch und durch packende Charakterstudie, die beinahe schon nur zufällig in diesem Milieu angesiedelt zu sein scheint, von Ehrgeiz und Rivalität, über Missgunst und Neid, bis hin zu Freundschaft und Wehmut aber eine ganze Bandbreite großer Gefühle offeriert. Tatsächlich ist es durchaus Daniel Brühl, der allen anderen die Schau stiehlt und Niki Lauda wirklich großartig verkörpert, wohingegen Chris Hemsworth als James Hunt nicht annähernd so brilliert, neben Brühl aber immerhin durchaus zu bestehen weiß. [...]

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Don Jon
Don Jon

Medienjournal 5.0 "Geht so"

[...] Als großer Fan von Joseph Gordon-Levitt gehörte für mich das Drehbuch- und Regiedebüt des unbestritten talentierten Darstellers zweifellos zum Pflichtprogramm und vielleicht waren meine Erwartungen dadurch höher als gut für den Film gewesen wäre, doch "Don Jon" wusste zu keinem Zeitpunkt so richtig bei mir zu zünden, obwohl er sich mit dem Thema Porno-Sucht ein vergleichsweise unverbrauchtes Terrain ausgesucht hat und durchaus auch mit einigen Einfällen zu punkten weiß. Allerdings wirkt der Film doch in weiten Teilen recht holprig inszeniert und schafft es nicht, eine gleichbleibende Spannungskurve zu etablieren. Das fängt an bei den zahlreichen Wiederholungen den Wochenablauf von Jon betreffend, die zwar durchaus ihren Reiz haben und auch imstande sind, kleine Veränderungen in seiner Welt darzustellen, diese aber so diffizil und unmerklich wirken lassen, dass die Eintönigkeit des Gezeigten schnell ermüdend wirkt und keinen großen Aha-Effekt hervorzurufen versteht. Ebenso inszeniert sich Gordon-Levitt zwar ganz bewusst als Proll und wirft sich entsprechend in Pose, doch abnehmen möchte man ihm diese eben auch nicht zu hundert Prozent, ganz so, wie ich mir auch von Tony Danza mehr erhofft hatte, als einen einseitig ruppigen und kaum mit Facetten versehenen Vater, der tagein tagaus im Muscle-Shirt vor der Glotze hängt. [...]

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Silent Hill: Revelation
Silent Hill: Revelation

Medienjournal 4.0 "Uninteressant"

[...] "Silent Hill: Revelation" ist wieder ein schönes Beispiel für einen dieser Filme, bei denen ich mir sicher war, mit meiner euphorischen Wertung völlig gegen den allgemeinen Konsens anzugehen, doch auch ich irre mich ja zuweilen und leider auch hier, so dass ich zugeben muss, dass mich die Fortsetzung, auf die ich wirklich lange Jahre händeringend gewartet habe, da ich ein großer Fan des ersten Teils war und bin, leider nur leidlich zu überzeugen wusste. Es hätte alles so schön werden können, doch dann allerdings gerät die Story schnell aus der Spur. Atmosphärisch ist die Fortsetzung überzeugend wie eh und eh und wartet mit einer Vielzahl phantasmagorischer Panoramen auf, die von einer Menge Einfallsreichtum und Stilbewusstsein zeugen und rundherum zu gefallen wissen, während allerdings die Geschichte arg rudimentär und konstruiert wirkt und auf ein viel zu schnelles, unbefriedigendes Ende zusteuert, was leider nicht mehr allzu viel mit dem dramaturgisch akribisch durchkonzipierten Vorgänger gemein hat. [...]

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Prisoners
Prisoners

Medienjournal 9.5 "Herausragend"

[...] Das US-Debüt des kanadischen Filmemachers Denis Villeneuve war für mich eine regelrechte Überraschung, denn "Prisoners" gelingt es von der ersten Minute an, den Zuschauer in seinen Bann zu schlagen und mit einer schnörkellosen, knappen, elegant abgehandelten Einleitung des ganze Ausmaß der Entführung und deren Wirkung auf die befreundeten Elternpaare zu skizzieren, ohne sich dabei in emotionale Plattitüden und Klischees zu flüchten. So wirkt auch die Figurenentwicklung im weiteren Verlauf mehr als stimmig und nie aufgesetzt, was durchaus schon etwas heißen mag, wenn man berücksichtigt, zu welch rabiaten Mitteln speziell Keller Dover greift, in dessen Rolle der gewohnt charismatische Hugh Jackman gänzlich verschwindet und dessen Handeln bei aller Grausamkeit auch immer ein Stück weit nachvollziehbar, ja gar gerechtfertigt scheint, was schon zu Magenverstimmungen beim geneigten Zuschauer führen kann, da man eigentlich nicht mit derartigem Tun sympathisieren möchte. [...]

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Drecksau
Drecksau

Medienjournal 9.0 "Herausragend"

[...] Der Erfolg eines Projektes wie "Drecksau" steht und fällt mit der Auswahl des Hauptdarstellers, denn auch wenn Irvine Welsh unbestritten schwierige, unzugängliche, schwer verfilmbare Stoffe abliefert und man meinen könnte, dass eine Leinwandadaption speziell im Fall von dem im Original "Filth" betitelten Buch ohne gravierende Abstriche und Veränderungen (wie auch hier geschehen) nicht zu realisieren sei, ist es doch der wichtigste Aspekt, einen glaubhaften Mimen für eine derart kontroverse Figur wie den manipulativen, selbstzerstörerischen Cop Bruce Robertson zu finden, der einerseits die düsteren Aspekte der Figur glaubhaft in Szene zu setzen weiß, andererseits aber nicht auf den ersten Metern bereits das letzte Quäntchen Sympathie seitens der Zuschauer verspielt und auf diesem schmalen Grat ist Regisseur Jon S. Baird ein wahrhafter Glücksgriff gelungen, denn wenn sich auch James McAvoy bereits in zahllosen Filmen als vorbildlicher, glaubhafter und wandlungsreicher Darsteller beweisen konnte, war auch ich anfangs skeptisch, inwieweit man ihm die sprichwörtliche Drecksau würde abkaufen können. [...]

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Riddick
Riddick

Medienjournal 5.0 "Geht so"

[...] Ganz im Gegensatz zu vielen empfand ich "Pitch Black" seinerzeit als guten, aber größtenteils maßlos überschätzten Film, wohingegen mich "Riddick: Chroniken eines Kriegers" regelrecht mitzureißen wusste und in meinen Augen eine zwar nicht fehlerfreie, aber doch immens wuchtige, unterhaltsame und vor allem epische Space Opera war in einer Welt und mit Figuren, von denen ich gerne mehr gesehen hätte. Umso enttäuschter war, als es von Jahr zu Jahr immer stiller wurde um Riddick und die mögliche Fortsetzung des Franchise, ließ Vin Diesel doch vor Jahren noch verlauten, dass "Chroniken eines Kriegers" als Auftakt einer Trilogie verstanden werden dürfe (wenn ich mich recht entsinne). Umso erfreuter war ich dann natürlich wiederum, als das erste Mal von "Riddick: Überleben ist seine Rache" die Rede war. Leider erfüllte der Film im Nachhinein die wenigsten meiner Erwartungen, was aber weniger an dem vergleichsweise geringem Budget gelegen hat, für das Vin Diesel ja wohl sogar sein eigenes Haus beliehen hat (was ich ihm wiederum hoch anrechnen muss), sondern vielmehr daran, dass der Film wie eine schlechte Kopie und gleichzeitig Verquickung beider vorangegangener Filme wirkt und dadurch auch nur leidlich unterhaltsam. [...]

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Hesher - Der Rebell
Hesher - Der Rebell

Medienjournal 7.0 "Sehenswert"

[...] Spencer Sussers Spielfilmdebüt "Hesher" ist leider nicht der ganz große Wurf geworden, der er möglicherweise hätte sein können, dennoch bleibt die Grundidee des Films unbestreitbar formidabel: Als pervertierte Anarcho-Version von Mary Poppins drängt sich der abgeranzte Hesher in die desolate Familie von T. J. und rüttelt das Leben des Jungen kräftig durch, um ihm schlussendlich über den Verlust der Mutter hinwegzutrösten und gleichsam dessen Vater aus seiner Lethargie zu reißen. Dabei bedient er sich dermaßen unorthodoxer Mittel, dass es ein fragwürdiges Vergnügen ist, diesem Treiben beizuwohnen, denn Heshers unverblümte Sprache und seine rabiat-ruppige Art lassen nur schwerlich so etwas wie Sympathie für die Figur aufkommen, während einem im Hinblick auf die tieftraurige Situation der perspektivlosen Familie das Lachen mehr als nur einmal im Halse steckenbleibt und sich der Film folglich genauso sperrig und unzugänglich gibt wie sein namensgebender Hauptprotagonist. [...]

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Numbers Station
Numbers Station

Medienjournal 6.0 "Ganz gut"

[...] Von "War, Inc." über "The Paperboy" und zuletzt "Frozen Ground" habe ich an dieser Stelle schon über so manchen Film mit John Cusack berichtet, der es hierzulande nicht in die Kinos geschafft und folglich direkt den Weg ins Heimkino genommen hat, ebenso wie nun eben "Numbers Station", ein zunächst spannend klingender Thriller mit ungewöhnlichem Sujet und vor allem Setting. Dieses Versprechen weiß der Film aus der Feder von F. Scott Frazier aber schlussendlich nur bedingt einzulösen, denn während sich zwar ein Großteil des Geschehens innerhalb der namensgebenden Numbers Station abspielt und der Anfang durchaus gelungen und spannungsreich geraten ist, versandet der mit rund neunzig Minuten gar nicht mal so lange Film im Mittelteil doch zusehends. [...]

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Gästebuch

Sebastian Shinoda

Geschmäckergemeinsamkeit von 90%+ erlebe ich nicht oft hier ... von daher mal glatt eine Freundschaftsanfrage geschickt :D

Brat Pack Girl

88% Gemeinsamkeit! Gar nicht mal schlecht ;-)

P.S. du kennst mich übers bloggen
(http://reviewoneverything.wordpress.com/)


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