Medienjournal - Kommentare

Alle Kommentare von Medienjournal

  • 6 .5

    [...] Was hatte ich mich auf Patricia Rozemas "Into the Forest" gefreut: Ein kammerspielartiges, in endzeitliche Atmosphäre gebettetes Drama mit Ellen Page und Evan Rachel Wood als auf sich gestellte Geschwister, das konnte doch eigentlich nur genau meinen Geschmack treffen! Leider aber versäumt es Rozema nach einem durchaus vielversprechenden Start, das Potential wirklich zu nutzen und aus der Prämisse eine in sich stimmige, vor allem aber mitreißende Geschichte zu generieren, so dass das Geschehen abgesehen von einigen dramatischen, teils auch durchaus schockierend eindringlichen Passagen, doch arg vor sich hinplätschert und über die Maßen elegisch geraten ist. Vor allem aber fiel es mir zunehmend schwer, mich in die Lage der Geschwister zu versetzen, auch wenn die sporadische Erwähnung von "Fugue" einen gedanklichen Unterbau suggeriert, der sich entweder auf die beiden Mädchen, das Ende der Zivilisation oder auch das Ende des Films beziehen kann, jedoch für meinen Geschmack nicht genügend ausformuliert wird, um das zunehmend merkwürdige Verhalten zu rechtfertigen. [...]

    • 6

      [...] Es gab für mich ja im Grunde zwei gewichtige Gründe, "Kill Me Three Times – Man stirbt nur dreimal" (ja, redundante deutsche Untertitel sind noch immer en vogue) meine Zeit zu widmen, denn einerseits spielt Simon Pegg mit, andererseits Teresa Palmer und ich habe Filmen schon für weit weniger zwingende Gründe eine Chance eingeräumt, derweil die Ausrichtung des Films als schwarzhumorige Krimi-Komödie ja durchaus meinen Geschmack zu treffen versprach, aber leider ist der von Kriv Stenders inszenierte Streifen in vielen Belangen zu gewollt von Genre-Größen wie Quentin Tarantino oder Guy Ritchie abgekupfert, als dass die Story eine echte Faszination entfalten würde, geschweige denn, sich von den großen Vorbildern emanzipieren kann. Die verschachtelte Erzählweise beispielsweise ist ein nur allzu gern bemühtes Stilmittel und funktioniert dem Grunde nach auch hier, doch dient sie in diesem speziellen Fall vorrangig dazu, zu kaschieren, wie simpel und schnörkellos der Plot eigentlich wäre, würde man ihn chronologisch geordnet und am Stück erzählen. [...]

      • 8 .5

        [...] Schon von der ersten Staffel "iZombie" war ich ja bekanntermaßen schwer begeistert und fieberte nun entsprechend der zweiten Staffel entgegen, die es nun zum Glück ja seit geraumer Zeit auf Netflix zu bestaunen gibt, denn wenn ich mir auch gerne die Blu-ray zugelegt hätte, hat man sich ja (mal wieder) entschieden, doch lieber nur die DVD-Fassung zu veröffentlichen, was natürlich heutzutage, wo schon Streams regulär in HD abgespielt werden, ein absolutes No-Go ist, aber das soll ja nun nicht Thema meiner Rezension sein und selbstredend auch die Wertung nicht beeinflussen. Die Staffel selbst derweil beginnt genauso stimmig und mitreißend, wie die vorangegangene zu Ende gegangen ist und sehr erfreulich hierbei war für mich, dass speziell die überraschend blutigen Geschehnisse im vorangegangenen Staffelfinale nicht einfach ad acta gelegt werden, sondern speziell Clive Babineaux noch lange beschäftigen werden, setzt der schließlich alles daran, den sogenannten "Meat Cute"-Fall aufzuklären, nicht ahnend, dass Livs Ex Major dahintersteckt, der mittlerweile eine neue, unfreiwillige Anstellung bei Max Rager gefunden hat, was das Fundament legt, die bereits in der ersten Staffel vorgestellte Organisation zum großen Antagonisten der zweiten Season aufzubauen. [...]

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        • 8 .5

          [...] Kaum hatte ich den anderen, im selben Jahr entstandenen Western mit Ethan Hawke – "In a Valley of Violence" – gesichtet, kam ich nun in den Genuss, mir auch die Neuinterpretation von "Die glorreichen Sieben" zu Gemüte zu führen und ja, der Film hat mich schwer begeistert und wusste in beinahe sämtlichen Belangen zu überzeugen, derweil ich mich natürlich mal wieder bezüglich Vergleichen zum Original mangels Kenntnis zurückhalten muss, wobei es sich ja wohl auch eher um eine freie Interpretation denn um eine originalgetreue Umsetzung handelt, was ja aber auch nicht verkehrt sein mag, um Kenner wie Nicht-Kenner des Originals anzusprechen und gegebenenfalls überzeugen zu können. Davon einmal ganz abgesehen, muss man auch objektiv betrachtet einräumen, dass das dramaturgische Grundgerüst im Grunde sehr mager ist, denn während es im ersten Drittel darum gehen mag, die namensgebenden "Glorreichen" (die natürlich gar nicht mal so glorreich sind) zu versammeln, sich das zweite Drittel darauf verlegt, die Einwohner des zu beschützenden Örtchens zu trainieren und zu mobilisieren, ist das letzte Drittel dem erwartungsgemäß knalligen und auf epische Breite angelegten Showdown vorbehalten und großartige Entwicklungen sucht man während und zwischen diesen großen Plot-Points im Grunde vergeblich. [...]

          1
          • 6 .5

            [...] Bei dem von Richard J. Lewis inszeniertem "Barney’s Version", seines Zeichens Verfilmung eines Romans von Mordecai Richler habe ich verhältnismäßig lange gezögert, war jedoch stets überzeugt, dass der Film mich schon – allein aufgrund von Paul Giamatti – in seinen Bann zu ziehen wüsste, doch derweil dem auch so war, muss ich zugestehen, dass das Werk doch deutlich hinter seinen Möglichkeiten oder zumindest meinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Erzählt wird im Grunde die Lebensgeschichte von Barney und diese zieht sich von Italien in den Siebzigern bis in die Neunziger in Kanada, wobei sich der Film einer eigentlich recht eleganten Rückblendenstruktur bedient, die zwar anfänglich wirkt wie ein pures Mittel zum Zweck, alsbald aber durchaus ihre Qualitäten offenbart. Und wie das zu erwarten ist, steht stets der namensgebende Barney im Fokus und entsprechend entpuppt es sich als Glücksgriff, ausgerechnet den charismatischen Giamatti für die Rolle gewonnen zu haben, denn ihm allein ist es zu verdanken, dass die Tragikomödie im Kern doch immer funktioniert. [...]

            • 5 .5

              [...] Ridley Scott ist ja nicht erst seit "Königreich der Himmel" unter anderem bekannt für epische Historien-Geschichten und ganz allgemein bombastische Blockbuster, derweil ich um "Exodus: Götter und Könige" lange Zeit einen großen Bogen gemacht habe, zumal mir das biblische Thema nicht so zu liegen schien, während allein schon Christian Bale für mich Grund genug war, den Film nie so richtig aus den Augen zu verlieren. Mit entsprechend gemischten Gefühlen ging es schlussendlich doch an die Sichtung, doch sollte sich schnell herausstellen, dass meine anfängliche Skepsis sich doch als begründet erweisen sollte, denn so episch und bombastisch das Geschehen auch sein mag, verlässt sich Scott doch viel zu sehr auf das Ausmaß seiner Materialschlacht, als dass er seinen Figuren wirkliche Bedeutung beimessen würde. Das findet seinen Anfang mit den zwei Hauptfiguren und späteren Rivalen Moses und Ramses, denn so charismatisch sowohl Christian Bale als auch Joel Edgerton sein mögen, gibt man ihnen abgesehen von recht rudimentärer Charakterisierung nicht viel an die Hand, womit sie arbeiten könnten, weshalb sie sich oftmals einzig auf ihre durchaus beeindruckende Präsenz verlassen müssen. [...]

              • 7 .5

                [...] Mit "Fleming – Der Mann, der Bond wurde" hat die BBC dem Schöpfer und Autor von Kultfigur James Bond ein schönes, vierteiliges Miniserien-Denkmal gesetzt und wandelt dabei auf dem schmalen Grat, nicht wirklich Doku, nicht wirklich Biopic, aber auch nicht wirklich Serie im klassischen Sinne sein zu wollen, das dem Gesamtwerk durchaus gelingt, denn so augenfällig die Parallelen zwischen Fleming und Bond auch sein mögen, so umtriebig und abenteuerlich Ians Leben gewesen sein mag, leben die Geschichten doch seit jeher von künstlicher Dramatisierung und dem Umstand geschuldet, dass viele der Eskapaden Flemings aus dessen eigener Sicht geschildert werden, lässt es oft fraglich erscheinen, ob es sich wirklich so zugetragen hat oder ob der windige Gentleman und Frauenheld wieder einmal zur Übertreibung geneigt hat. Größter Gewinn für die Serie ist aber sicherlich zunächst einmal der spätestens seit seiner Verkörperung als Howard Stark in "Captain America: The First Avenger" sowie durch seine Rolle in "Preacher" weithin bekannte Dominic Cooper, der einen gar formidablen Ian Fleming gibt und bewusst darauf verzichtet, sich als Sympathieträger oder Identifikationsfigur zu inszenieren und damit – ähnlich wie Daniel Craig in den neueren Bond-Filmen – weit näher am ruppigen Original ist als die oft charmant-glattgebügelte Filmversion des eigenwilligen Agenten. [...]

                • 5

                  [...] Nachdem sich Batman und Superman ihr erstes Duell geliefert haben und nachdem allerorten im Moment Wonder Woman mehr oder minder ausgeprägt gehypt wird, wurde es dann doch allerhöchste Zeit, mich auch einmal dem DC-Kosmos zu widmen und nicht immer nur die Marvel-Schiene zu fahren und entsprechend macht da natürlich "Man of Steel" den Anfang, wobei ich gleich vorwegschicken darf, dass es sich mitnichten um die Erstsichtung gehandelt hat, ich mich nur lediglich ein ums andere Mal schwer getan habe, den Film adäquat zu besprechen. Theoretisch bringt er nämlich alle Voraussetzungen mit, um mir persönlich mehr als nur ein wenig zu imponieren, denn einerseits bin ich großer Verfechter dessen, was Zack Snyder bislang so auf die Leinwand gebracht hat, andererseits kann ich auch nicht behaupten, mich nicht als Nolan-Fanboy zu betrachten, der hier ja nun einmal gemeinsam mit David S. Goyer am Skript gearbeitet und sich als Produzent betätigt hat, so dass man meinen würde, der Film könne ja quasi nur bejubelt werden von mir, doch dem ist leider nicht so. Das beginnt mit einem ganz essentiellen Problem, dessen Ursache bei mir selbst zu suchen ist, nämlich, dass ich mit Superman als Held nie so recht warm werden wollte, weil mir das Konzept eines Außerirdischen, der nach irdischen Maßstäben gottgleiche Kräfte hat und jederzeit den Strahlemann und Gutmenschen gibt, der keiner Fliege was zuleide kann, nie so recht zusagen wollte, weshalb ich auch grundsätzlich den Ansatz hier begrüße, Clark Kent aka Superman aka Kal-El mit ein wenig mehr Grauschattierungen zu versehen, was zumindest im Ansatz geglückt sein mag, derweil ich Henry Cavill durchaus für charismatisch genug halte, die Rolle zu schultern. Problematischer wird es dann allerdings bei der Inszenierung selbst oder besser gesagt dem Storytelling, denn das ist reichlich verworren, wobei es mir hier nicht darum geht, dass ich dem Geschehen nicht hätte folgen können, sondern schlicht und ergreifend darum, dass die narrative Struktur unnötig verschachtelt erscheint und dadurch sämtliche Geschehen auf ärgerlichste Art zerfasern. [...]

                  • 7 .5

                    [...] Der IMDb lässt sich entnehmen, dass Paul Dano in einem Interview gesagt hat, er wolle die Rolle in "Swiss Army Man" übernehmen, nachdem er die Synopsis zum Film gelesen hatte, die da lautete " the first fart makes you laugh and the last fart makes you cry." und tatsächlich fasst das nicht nur den Film durchaus trefflich zusammen (auch wenn ich mir das im Vorfeld nicht habe vorstellen können), sondern erklärt auch den Reiz des Projekts, das so ziemlich allen Konventionen zuwider läuft und selbstredend gerade dadurch so reizvoll wird. So mutet der von Dan Kwan und Daniel Scheinert geschriebene und inszenierte Film zunächst wie ein typischer Sundance-Filmfestival-Vertreter an, hat jedoch gerade dort die Zuschauer in Scharen aus dem Saal vergrault, was natürlich auf den ersten Blick nicht für den Film zu sprechen scheint, doch ist es auch ein Erlebnis in Etappen und auch ich habe kurzzeitig gefremdelt, als Daniel Radcliffe als Leiche an Land gespült wird und sich in scheinbar nicht enden wollenden Flatulenzen ergeht, die einerseits der Figur des von Paul Dano gespielten Hank den Selbstmord verleiden, ihm alsbald darauf wiederum als Antrieb dienen, um auf der Leiche "reitend" über das Meer zu sausen. [...]

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                    • 8 .5

                      [...] Was manchmal allein ein Cover ausrichten kann, ist – zumindest in meinem Fall – wahrlich nicht von der Hand zu weisen, denn nachdem ich Sam Rockwell mit roter Clowns-Nase auf dem Plakat zu "Mr. Right" erblickte, war mir klar, diesen Film auf alle Fälle sehen zu müssen, ungeachtet dessen, dass man sich ja ohnehin so ziemlich alle Filme mit Sam Rockwell ansehen sollte, wenn man weiß, was gut ist. Nun sollte zwar noch eine Weile vergehen, bis die Blu-ray des Films in einem für mich akzeptablen Preissegment ankommen sollte, doch kaum erworben, landete der Film auch schon im Player und hat mich aufs Allervortrefflichste und im positivsten Sinne überrascht, denn eine dergestalt charmante, ganz bewusst unverhohlen überzogene, schier absurde, aber eben auch grenzenlos sympathische Chose ist mir seit langem nicht mehr begegnet, weshalb ich auch gute Lust verspüre, mir den Film gleich noch einmal anzusehen, denn diese aberwitzige Mischung aus absurdem Humor, ungewöhnlicher Action und wendungsreicher Geschichte kann sich wirklich sehen lassen, wenn ich auch jeden verstehe, der dem Werk nicht annähernd so viel abgewinnen kann, denn der Humor ist schon sehr eigen, das Geschehen enorm übersteuert, die Geschichte nicht wirklich einfallsreich oder überraschend, doch bei mir hat der von Paco Cabezas inszenierte Streifen schon jetzt einen Stein im Brett. [...]

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                      • 8 .5

                        [...] Und wieder wusste eine Netflix-Serienproduktion beinahe umgehend mein Interesse zu wecken, wobei das in diesem Fall zunächst einmal Naomi Watts zuzuschreiben ist, die ich für eine der ungemein begnadete, charismatische und vielerorts noch immer unterschätzte Schauspielerin halte, die für mich allein im Grunde schon Garant für hochkarätige und anspruchsvolle Unterhaltung darstellt, wobei der Umstand, dass sie hier eine innerlich zerrissene und auf der Suche nach sich selbst befindliche Therapeutin verkörpert, durchaus seinen Teil dazu beigetragen hat, die mancherorts als Thriller vermarktete Serie in den Fokus zu nehmen. Und tatsächlich entpuppt sich die von Lisa Rubin erdachte Mär in "Gypsy" nach und nach als waschechter Thriller, nur eben nicht der üblichen Machart, derweil man sich bis dahin durchaus auch ein wenig gedulden können sollte, denn speziell die Pilotfolge schafft es – wenn ich ehrlich bin – nicht, regelrechtes Interesse zu schüren und dient vornehmlich dazu, Jean als Person, ihre Familie wie auch eine Handvoll in Therapie befindlicher Charaktere einzuführen, die samt und sonders noch so ihre Bewandtnis haben werden. [...]

                        • 8

                          [...] Es gibt sie noch, Filme, die restlos zu überraschen und zu begeistern wissen, denn im Vorfeld wusste ich über "99 Homes – Stadt ohne Gewissen" im Grunde nichts weiter, als dass Andrew Garfield und Michael Shannon mit von der Partie sein würden, was als Verkaufsargument zumindest in meinen Augen schon einmal große Klasse ist, doch hat mich das in keiner Weise darauf vorbereitet, welch vielschichtiges und bitterböses Drama mich hier erwarten würde, dass zwar einerseits die meiste Zeit vollkommen unaufgeregt daherkommt, dem aber andererseits bedrohliche Schwingungen in beinahe jeder Einstellung eine enorme Intensität verleihen. So eröffnet der Film bereits mit einer durchaus schockierenden Szene, in der ein Hauseigentümer ob der drohenden Zwangsräumung den Freitod wählt, doch sind es nicht effekthascherisch aufgebauschte Selbstmordszenen – den nämlich bekommt der Zuschauer nicht einmal zu sehen – sondern die diesbezüglichen Äußerungen der von Michael Shannon verkörperten Figur, der einen rundheraus skrupellosen Immobilien-Hai gibt, dem ein Menschenleben nicht viel wert zu sein scheint. [...]

                          • 6 .5

                            [...] Mit "Chronicle" hat mich Drehbuchschreiber Max Landis neugierig gemacht, mit seiner Serienschöpfung "Dirk Gentlys holistische Detektei" – wenn auch nach Vorlage – mein Herz erobert, um mich mit "Victor Frankenstein" schlussendlich wieder zu verprellen. Es steht also zwei zu eins und das ist ja wohl Grund genug, einem weiteren Film aus seiner Feder eine Chance zu geben, wenn Regisseur Nima Nourizadeh bislang auch nur den eher leidlich überzeugenden "Project X" vorzuweisen hat, aber eine Action-Komödie mit Stoner-Attitüde kann für lockerleichte Unterhaltung ja so verkehrt nicht sein, würde man meinen. So verkehrt ist "American Ultra" auch nicht, doch die rechte Mischung aus Action und Komödie gelingt dem Film leider in den seltensten Fällen, so dass das Ergebnis in der Summe doch manchmal etwas halbgar wirkt. Dem entgegensteuern kann zumindest Jesse Eisenberg, wenn er seine Rolle als lethargischer Loser Mike Howell doch ebenfalls manchmal zu ernst anlegt, als dass man einfach nur mit Spaß bei der Sache sein könnte. [...]

                            • 8

                              [...] Bekanntermaßen schaue ich mir ja die "Mission: Impossible"-Reihe quasi rückwärts-chronologisch an – zumindest was den vierten und fünften Vertreter der Reihe angeht, denn nachdem mich "Rogue Nation" mit dem für mich neuen Dreiergespann aus Cruise, Pegg und Renner doch erstaunlich gut zu unterhalten wusste, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich mit der Sichtung von "Mission: Impossible – Phantom Protokoll" eine meiner vielen Wissenslücken würde füllen können. Und tatsächlich, auch die Story darüber, wie Renners Figur Brandt Teil des Teams geworden ist, wusste mehr als trefflich zu unterhalten, wenn man es hier – wie ja aber bei Vertretern dieses Sujets durchaus üblich – mit der Logik nicht zu genau nimmt und sich mehr auf die Schau- und reinen Unterhaltungswerte konzentriert und hier macht auch dieser Film eine ziemlich gute Figur und punktet mit ein paar einfallsreich in Szene gesetzten Gadgets, derweil der Plot des Films für einen M:I-Film überraschend stringent und schnörkellos in Szene gesetzt wird und nichts mit den doppelten und dreifachen Böden seines Nachfolgers gemein zu haben scheint. [...]

                              • 8 .5

                                [...] Als großer Joe R. Lansdale-Fan – auf dessen Büchern die Serie "Hap and Leonard" fußt – war ich seinerzeit mächtig heiß auf die erste Staffel und nachdem diese meinen Erwartungen mehr als gerecht wurde, erging es mir nun natürlich genauso mit der zweiten Staffel, die den Untertitel "Mucho Mojo" spendiert bekommen hat und damit recht plakativ auf die Buchvorlage gleichen Namens verweist, ihres Zeichens zweiter Band der Reihe und somit konsequente Fortsetzung der Geschehnisse. Einen kurzen Teaser, in welche Richtung es in der zweiten Staffel gehen würde, hatte man ja bereits in den finalen Einstellungen der letzten Folge der ersten Staffel bekommen und so finden die Freunde Hap und Leonard recht bald die Leiche eines Kindes unter dem Fundament des Hauses, das Leonard von seinem Onkel geerbt hat und entsprechend spitzen sich die Ereignisse schnell zu, denn wenn die beiden ungleichen Freunde in die Bredouille geraten, dann aber so richtig, wie jeder weiß. Was mir derweil außerordentlich gut gefallen hat – und was nicht von ungefähr ebenfalls in der Buch-Reihe begründet liegt – ist, dass man nicht den Fehler begangen hat, einfach nur die erste Staffel wiederholen und übertreffen zu wollen, sondern dem Gefühl nach einen gänzlich anderen Ansatz wählt, um die beiden in ihr neuestes Abenteuer zu führen. [...]

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                                • 5
                                  über Collide

                                  [...] Manche Filme schaue ich mir ja wirklich quasi allein aufgrund des Darsteller-Ensembles an und auch "Collide" ist einer dieser Fälle, denn dass ich nun nicht ausgewiesener Fan von Actionfilmen bin, bei denen Autoverfolgungsjagden im Vordergrund stehen, dürfte man bei einem Blick auf mein Film-Archiv schnell erkennen, doch punktet Regisseur Eran Creevy hier mit gehörig B-Movie-Charme fern jeglicher Logik oder Kohärenz, ganz ähnlich wie schon bei dem ebenfalls recht prominent besetzten "Enemies – Welcome to the Punch". Entsprechend sollte man zumindest eine grobe Ahnung haben, auf welchen Nonsens man sich einlässt, um Spaß an dem Reigen haben zu können, der – und hier punktet der Film ebenfalls mit augenzwinkerndem Lokalkolorit – in Köln und Umgebung spielt, wobei mein persönliches Highlight ein Abstecher nach Monschau war, dessen Marktplatz in gepflegter Manier auseinandergenommen wird, denn es ist gar nicht lange her, dass ich dem Städtchen selbst einen Besuch abgestattet habe und entsprechend bei der Sichtung so dachte, dass mir dieser Ort doch verdammt bekannt vorkäme. [...]

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                                  • 7 .5

                                    [...] Noch beinahe zu Beginn seiner bis etwa 2015 reichenden Actionfilm-Offensive erschien 2011 der mit Liam Neeson in der Hauptrolle besetzte "The Grey", der in seiner archaischen, kargen Ausgestaltung doch weit mehr aus dem Raster einschlägiger Filme fällt, als man meinen würde, gleichsam bisher von mir sträflich vernachlässigt worden ist, was sich nun aber zum Glück geändert hat, denn ungeachtet der Qualitäten und Mängel der anderen Filme mit ihm ist dieser Survival-Thriller womöglich eines der überzeugendsten Werke in Neesons Sujet der jüngeren Vergangenheit, derweil auch Regisseur und Drehbuchautor Joe Carnahan, der sich seinerzeit spätestens mit "Smokin Aces" einen Namen gemacht hat, im Nachgang zu "The Grey" aber beispielsweise auch den auf seine ganz eigene Art lohnenswerten "Stretch" realisiert hat, sich hier zu profilieren weiß. [...]

                                    • 7 .5

                                      [...] Mehr durch Zufall als alles andere stieß ich kürzlich bei Amazon Prime auf Chris Evans‘ Regie-Debüt "Before We Go" und musste erst im Nachhinein feststellen, dass der Film hierzulande noch nicht einmal auf DVD und/oder Blu-ray vorliegt. Umso erfreulicher, dass ich auf diesem Wege in den Genuss des Streifens gekommen bin, denn auch wenn Evans‘ Regie-Erstling auf den ersten Blick wie der typische Indie-RomCom-Vertreter wirkt, hat der Film doch gehörig Charme und funktioniert in seiner zurückgenommenen Art und Weise – abgesehen von Evans und Alice Eve gibt es kaum nennenswert wichtige Figuren und der Film lebt weitestgehend von seinen Dialogen, deckt in seinen knapp zwei Stunden auch lediglich eine einzige Nacht ab – ausnehmend gut, zumindest, wenn man dieser Art von Film etwas abgewinnen kann, denn ansonsten droht das Geschehen schnell eintönig und träge zu werden, wobei selbst ich einräumen muss, dass es in der Gänze doch an Höhepunkten mangelt. [...]

                                      • 7 .5

                                        [...] Okay, ich gebe es besser gleich von Vornherein zu, dass die Serie "GLOW" es einzig und allein Alison Brie zu verdanken hat, dass ich hier einen Blick riskiert habe, meinte ich schließlich, dass mich Wrestling – ob nun mit Männern oder Frauen – wirklich überhaupt nicht interessieren würde. Daran mag sich nun nach Sichtung der ersten, aus zehn Folgen bestehenden Staffel grundsätzlich auch nichts geändert haben, doch geht es eben bei den "Gorgeous Ladies of Wrestling" gar nicht in allererster Linie um den "Sport", sondern eben um die vielen schillernden Figuren, die einzelnen Charaktere und deren Beweggründe und Motivationen, was weitaus klassischere Motive sind als zunächst angenommen, weshalb ich mit der Serie auch überraschend schnell warm geworden bin. [...]

                                        • 5 .5

                                          [...] Zugegeben, "Regression" hat nicht eben die besten Bewertungen in den einschlägigen Film-Portalen, doch neben dem Thema schürte allein die Besetzung mein Interesse und bekanntermaßen muss ja nicht jeder Film schlecht sein, der landläufig auch schlecht bewertet worden ist. Nun, schlecht ist Alejandro Amenábars Film tatsächlich nicht, aber leider auch weit davon entfernt, wirklich gut zu sein, denn der eigentlich doch so versierte Regisseur – der gleichsam auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet – scheint nicht recht gewusst zu haben, welche Richtung er nun konkret mit seiner Geschichte hat einschlagen wollen, so dass sich sein Werk als merkwürdiges Konglomerat aus Krimi- Mystery- und Horror-Versatzstücken präsentiert, die nur selten wirklich Hand in Hand gehen und sich weit öfter gegenseitig unterminieren. [...]

                                          • 7

                                            [...] Ab und an darf es ja durchaus auch mal ein Western sein, weiß man hier schließlich auch immer recht genau, was man zu erwarten hat und nicht anders verhält es sich nun auch mit "In a Valley of Violence", der angenehm geradlinig und schnörkellos vorangetrieben wird und mit seinen unter zwei Stunden Spielzeit nicht unnötig aufgebauscht wirkt. Ti West, der hier in Personalunion als Drehbuchschreiber und Regisseur in Erscheinung tritt, ist nun zwar nicht eben ein versierter Western-Filmemacher, doch wusste er sich immerhin den vielseitig begabten und stets charismatischen Ethan Hawke für die Hauptrolle zu sichern, der kurz zuvor noch für das Remake zu "Die glorreichen Sieben" vor der Kamera gestanden hat. Und der trägt den Film erwartungsgemäß beinahe spielend im Alleingang, wobei ausgerechnet sein treuer Weggefährte, der Hund Abby, ihm mehr als einmal die Show stiehlt. Ansonsten darf man sich auf eine klassische Rache-Mär freuen, die nun nicht eben von überraschenden Wendungen geprägt ist, dafür umso stilsicherer inszeniert auf die Leinwand gebracht worden ist. [...]

                                            • 8 .5

                                              [...] Ash ist zurück und das mit Nachdruck! Wer dachte, die erste Staffel "Ash vs Evil Dead" wäre nicht zu toppen, der darf sich hier warm anziehen, denn tatsächlich gelingt es den Machern, sich noch einmal zu übertrumpfen und die Geschichte genauso aber- wie wahnwitzig fortzuspinnen, wie sie in der ersten Staffel begonnen hat. Vor allem aber gelingt es durch ein paar dramaturgische Kniffe, das vermeintliche Happy End der ersten Staffel prompt nach wenigen Minuten aufzubrechen und gleichsam die Rolle einzelner Figuren neu zu positionieren, wobei hier natürlich insbesondere die Rede von der von Lucy Lawless verkörperten Ruby ist, die eine interessante Entwicklung durchläuft, die sich tatsächlich von der ersten der zehn Episoden bis zum konsequenten Finale zieht, wobei hier dann auch gleich wieder ein großes Fragezeichen erscheint, wie es wohl weitergehen mag. Ansonsten ziehen die Verantwortlichen alle Register und wo die erste Staffel noch wie eine Art Road-Trip inszeniert war und teilweise doch recht zusammenhanglos wirkte, wird dieser Gedanke hier nun zugunsten kleinerer, ebenfalls episodischer Fehden zurückgefahren, die sich allerdings meistenteils über mehrere Folgen erstrecken. [...]

                                              • 4

                                                [...] Nach "ARQ" widmete ich mich kurz darauf mit "Spectral" einer weiteren Netflix-Eigenproduktion mit Science-Fiction-Einschlag und nachdem mich genannter Film ja doch eher mäßig zu überzeugen wusste, hegte ich doch gewisse Hoffnungen, dass es sich hier nun anders verhalten würde, zumal mir Hauptdarsteller James Badge Dale (Stretch) ja auch kein Unbekannter war und sicherlich ein wenig mehr Charisma zu verströmen wissen würde und das tut er auch, doch kommt er mit seiner Darstellung eben leider auch nicht gegen ein in letzter Konsequenz doch sehr laues Skript an, dass den Film nach einem spannenden Auftakt mehr und mehr versanden lässt. Um das aber klarzustellen, wir reden hier wirklich von der Dramaturgie und dem, was Drehbuchautor George Nolfi – der immerhin seinerzeit auch für die Adaption von Philip K. Dicks Geschichte für "Der Plan" verantwortlich gezeichnet hat – mit der Prämisse des Films anzufangen weiß, denn immerhin inszenatorisch gibt sich "Spectral" keine Blöße und punktet – gerade in Anbetracht seines doch vergleichsweise geringen Budgets – mit überzeugenden Effekten. [...]

                                                • 6 .5

                                                  [...] Nachdem mich ja beispielsweise "iZombie" in regelrechte Verzückung versetzt hat, war ich durchaus neugierig, was "Riverdale" für den geneigten Zuschauer parat halten würde, stammen schließlich beide Serien vom Network The CW und basieren jeweils auf Comic-Vorlagen, womit die Gemeinsamkeiten aber natürlich auch schon wieder aufhören, derweil ich nie einen "Archie"-Comic in der Hand hielt und mich folglich bezüglich Vergleichen zwischen Vorlage und Adaption grundsätzlich bedeckt halten muss. Wo aber "iZombie" mit einem herzerfrischenden Humor und einer selbstironischen Note daherkommt, nimmt sich "Riverdale" über die Maßen ernst und die wenigen Sprüche wissen kaum zum Schmunzeln zu verleiten, während man auf Teufel komm raus den düsteren Mystery-Aspekt in den Vordergrund zu rücken versucht, der die Kleinstadt und ihre Bewohner umweht, die von einem tragischen Todesfall erschüttert werden. [...]

                                                  • 5 .5
                                                    über ARQ

                                                    [...] Theoretisch hätte "ARQ" das Zeug dazu, als Paradebeispiel dafür zu gelten, wie man mit geringsten Mitteln und eingeschränktem Figurenkonsortium ein eindringliches und intensives Kammerspiel inszeniert, wenn die Grundidee einer Zeitschleife nun auch nicht eben neu ist, doch zeigt die Vielzahl an Interpretationen, die einem spontan auf der Zunge liegen mögen, ob "Triangle" oder "Edge of Tomorrow" – um nur zwei Beispiele zu nennen – wie unterschiedlich man sich doch dem Thema doch nähern kann. Und dieser von Tony Elliott geschriebene und inszenierte Streifen findet da auch durchaus seine eigenen Anknüpfungspunkte und dreht von Beginn an gut auf, wobei man Verschnaufpausen relativ vergeblich sucht. Nun habe ich aber zu Beginn das Wörtchen "theoretisch" vorangestellt, denn leider wirkt die Prämisse nicht wirklich bis zu Ende gedacht und da helfen dann auch offensiv in die Geschichte gewobene Erklärungsversuche nicht, über die teils eklatanten Schwächen hinwegzutäuschen. [...]