Medienjournal - Kommentare

Alle Kommentare von Medienjournal

  • 7 .5

    [...] Nachdem vor etwas mehr als einer Woche mit "Iron Fist" die nunmehr vierte und somit vorerst finale Serie des Netflix-Ablegers der Marvel-Schmiede erschienen ist und scheinbar noch in diesem Jahr in die achtteilige Miniserie "The Defenders" münden wird – September laut IMDb – , liegt nun auch diese Staffel hinter mir und lässt mich doch – obwohl grundsätzlich durchaus überzeugend und oft regelrecht ausgezeichnet – mit gemischten Gefühlen zurück, so dass ich zwar bereits jetzt für mich festhalten kann, dass Danny Rands Einstand wieder gelungener geraten ist als der von "Luke Cage", jedoch im Vergleich zu den meines Erachtens durchweg großartigen "Daredevil"– und "Jessica Jones"-Geschichten merklich das Nachsehen hat. So beginnt die Serie nämlich auch zunächst recht generisch und gerade die in der ersten Folge dargebrachte Geschichte von dem nach fünfzehn Jahren heimgekehrten Mann, dem niemand seine Identität abkaufen möchte, der sich in der zivilisierten Welt nur leidlich zurechtfindet und immer wieder von Flashbacks seiner Vergangenheit geplagt wird ist nun nicht eben neu und wird auch nicht gerade innovativ in Szene gesetzt, wobei es zumindest ausreicht, um einerseits zu unterhalten, andererseits neugierig zu machen, wenn da auch noch reichlich Luft nach oben ist. [...]

    1
    • 8 .5

      [...] Ein gutes Dreivierteljahr ist vergangen, seit die erste Staffel "Preacher" dank Amazon Prime auch hierzulande verfügbar ist (mittlerweile natürlich längst auch auf DVD/Blu-ray erschienen) und endlich habe ich es nach mehreren Anläufen geschafft, die Serie zu sichten und zu besprechen. Die mehreren Anläufe haben dabei im Übrigen nichts mit der Qualität und dem Unterhaltungswert der Serie zu tun, sondern vielmehr damit, dass der gesteigerte Gore-Grad ein absolutes Ausschlusskriterium für meine Liebste waren, weshalb ich mich dem Prediger immer nur allein und somit spät abends widmen konnte, was natürlich eine zeitnahe Sichtung erschwert. Dabei merkt man der Serie wirklich vom ersten Moment an ihre Comic-Herkunft an – basiert die Story schließlich auf der gefeierten und gleichnamigen Comicbuchreihe von Kultautor Garth Ennis, der sich beispielsweise auch die Serie "Crossed" hat einfallen lassen, die seit bald zehn Jahren Erfolge feiert – , denn nicht nur das texanische Örtchen Annville und dessen Bewohner, sondern eben auch die Action, der Splatter-Faktor und die allgemein um sich greifende Skurrilität sind so spürbar überzeichnet, dass zu keinem Zeitpunkt Zweifel an der Herkunft der Geschichte aufkommen. [...]

      • 5 .5

        [...] Lange habe ich mich auf eine Sichtung von "Michael Kohlhaas" gefreut und mindestens ebenso lange habe ich sie vor mir hergeschoben, auch wenn ich wie gesagt enorm neugierig auf die Verfilmung der klassischen Novelle von Heinrich von Kleist war, zumal niemand Geringeres als Mads Mikkelsen für den namensgebenden Kohlhaas eintritt und fernab seiner Serien-Kultrolle als "Hannibal" bereits in Dramen wie "Die Jagd" sein darstellerisches Können und dessen Intensität unter Beweis gestellt hat. Nun wird die Novelle, auch wenn sie dem altertümlichen Thema treu bleibt, spürbar modern inszeniert, doch wusste für mich lange Zeit der Funke leider nicht wie erhofft überzuspringen. [...]

        • 6 .5

          [...] Ich denke, ich sollte diese Review damit beginnen, mich zunächst einmal als "Final Fantasy"-Nicht-Kenner zu outen, denn auch wenn mich schon einige Teile der Reihe gereizt haben mögen und ich mich zumindest dunkel an das Spiel für die PSP seinerzeit erinnere, fehlt mir doch bei meinen vielfältigen Hobbys schlicht die Zeit, mich auch noch zum Zocker zu mausern. Dies vorweggeschickt, sollte klar sein, dass ich hier lediglich den Film als solchen bewerten kann und möchte, folglich auch keine Aussage darüber zu treffen weiß, inwieweit er sich eher für die Fans des Spiels oder als Appetizer schlägt, sondern lediglich für sich genommen als Film betrachtet. "Kingsglaive: Final Fantasy XV" beginnt dabei mit einer ziemlich kurzen wie prägnanten Exposition der Welt und der Umstände, holt den Zuschauer damit aber vortrefflich ab, um hieran anschließend die namensgebenden "Königsgleven", sozusagen die Spezialeinheit des Königreich Lucis ins erste Gefecht zu werfen und mit ihrer Fähigkeit, sich zu ihren Gleven zu teleportieren, wovon sie ausgiebig Gebrauch zu machen wissen, spielt der Film prompt eine seiner größten Stärken aus, denn optisch macht die Chose einiges her und punktet mit extrem detaillierten CGI-Animationen, wobei mich speziell der Detailgrad bei der Physiognomie und Mimik des Öfteren in schieres Staunen versetzt hat. [...]

          • 6

            [...] Mit "Dritte Person" hat Paul Haggis 2013 nun nicht eben einen umwerfenden Film geschaffen, in seiner nebulös-mysteriösen Ausrichtung mir aber einen der meistgelesenen Artikel meines Blogs beschert, weil wohl viele Leute fragend durch das Internet geistern auf der Suche nach Antworten zum Verständnis des Films. Drei Jahre zuvor ist Haggis‘ Thriller "72 Stunden – The Next Three Days" entstanden (schön, dass sich das deutsche Marketing die Mühe gemacht hat, dem Zuschauer auszurechnen, wie viele Stunden drei Tage haben) und geht hinsichtlich seiner Inszenierung einen deutlich geradlinigeren Weg, denn der Plot um einen Ehemann, der verzweifelt versucht, seine unschuldig hinter Gittern sitzende Frau zu befreien, lässt zu kaum einem Zeitpunkt auch nur den leisesten Zweifel daran aufkommen, dass sie die Tat nicht begangen hat. Nun macht eine stringentere Ausgestaltung aber nicht automatisch den besseren Film, denn ändert es nichts an der Tatsache, dass der Plot zuweilen reichlich zusammengeschustert wirkt und mehr als nur ein paar Fragen offen lässt, angefangen damit, dass mir die Verhaftung und Verurteilung deutlich zu hastig abgehandelt worden sind, auch wenn dadurch natürlich deutlich mehr Zeit bleibt, den eigentlichen Plot um den verzweifelten Ehemann zu entfalten. [...]

            • 9

              [...] Wer schon immer einmal erleben wollte, was passiert, wenn man einen illustren Reigen aus nicht weniger als elf gleichermaßen namhaften wie fähigen, teils Oscar-prämierten oder zumindest nominierten Schauspielerinnen und Schauspielern in den Ring wirft, um ein mit dem Pulitzer-Preis bedachtes Theaterstück für die Kinoleinwand zu adaptieren, der sollte sich "Im August in Osage County" nicht entgehen lassen und nachdem der Film einige Zeit unbeachtet auf meiner Wunschliste vor sich hin dümpelte, bin ich nun umso glücklicher, ihm endlich Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet zu haben, denn was hier in guten zwei Stunden Spielzeit auf die Leinwand gebracht worden ist, hätte andernorts sicherlich für die Jahresstaffel einer handfesten Drama-Serie genügt, was natürlich den Gedanken keimen lässt, das Geschehen könne sicherlich reichlich konstruiert und überladen wirken, doch gelingt es dem fähigen Team rund um Regisseur Jon Wells, selbst diese Gefahren zu umschiffen. [...]

              • 8

                [...] Davon abgesehen, dass das New York Anfang der achtziger Jahre für sich genommen schon ein ungemein lohnenswertes Pflaster für filmisches Schaffen darstellt, würde man meinen, dass eine Geschichte über einen aufstrebenden Heizöl-Lieferanten nun nicht wahnsinnig viel Drama und Spannung bereithalten würde und entsprechend ist "A Most Violent Year" weitestgehend an der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit vorbeigerauscht, was mich dennoch in Anbetracht der Besetzung ein wenig verwundert. Drehbuchautor und Regisseur J. C. Chandor, den ich noch aus "Margin Call" in guter Erinnerung hatte, gelingt hier aber das seltene Kunststück, aus einer auf dem Papier recht profan wirkenden Geschichte ein atmosphärisch ungemein dichtes Werk zu erschaffen, dass einerseits Charakter-Drama, andererseits Milieu-Studie zu sein versteht und sich dabei trotz des bekannten und gern herangezogenen Settings fernab ausgetretener Pfade bewegt, denn auch wenn die Kriminalität des New York zur damaligen Zeit hier durchaus wichtiger Teil der Erzählung ist, konzentriert er sich eben nicht auf mordende und plündernde, am besten noch rivalisierende Gangsterbanden, sondern legt seinen Fokus ganz klar auf den ambitionierten Abel Morales, bei dem der Name Programm zu sein scheint. [...]

                1
                • 5

                  [...] Zugegeben, ich wusste wohl bereits im Vorfeld, dass "Gods of Egypt" kein im klassischen Sinne guter Film werden würde, doch als Freund martialischer Unterhaltungsfilme in antikem Gewand wie etwa "Kampf der Titanen" oder "Krieg der Götter" erhoffte ich mir doch zumindest solide Unterhaltung mit schicker Optik, zumal ich durchaus gespannt war, wie "Game of Thrones"-Recke Nikolaj Coster-Waldau sich in einem Film machen würde, derweil Gerard Butler meines Erachtens ja eigentlich immer geht. Nun muss man ja manchmal Erwartungen zurückschrauben und nach einem durchaus interessanten Einstieg sah ich mich selbst in diese Lage versetzt, denn in Anbetracht dessen, dass hier doch eigentlich gestandenen Schauspielern aufgetragen worden ist, die Chose zu schultern, wirkt doch manches arg hölzern und speziell Brenton Thwaites, im Grunde eigentlicher Hauptdarsteller des Films, hat selbst in dem für sich genommen schon sehr enttäuschenden "Son of a Gun" darstellerisch eine überzeugendere Leistung abgeliefert. [...]

                  • 7

                    [...] Ein Film über Filme oder in dem Fall das Hollywood der 50er Jahre ist ja schon immer eine Sache für sich und spätestens nach der Sichtung ist mir auch vollkommen klar, weshalb "Hail, Caesar!" nicht unumwunden Anklang gefunden hat bei Publikum und Kritikern, denn erschwerend kommt hinzu, dass es sich eben um einen Film der Gebrüder Coen handelt und die waren schon immer etwas eigen, was ihr filmisches Schaffen betrifft und wer den Namen Coen hört, denkt natürlich prompt an deren größte Erfolge und kultigste Filme, wobei sich in diesem Fall ein Vergleich zu beispielsweise "Burn After Reading" wohl eher anbieten würde, denn einen roten Faden, eine durchkonzipierte Geschichte sucht man hier im Grunde vergeblich und das allein mag schon so manchen Zuschauer verprellen. Im Kern der Erzählung steht hier der von Josh Brolin verkörperte Producer und "Fixer" Eddie Mannix und der allein ist es auch, der die lose Geschichte notdürftig zusammenhält und gleichzeitig die mitunter größte Rolle in dem munteren Star-Reigen übernimmt. [...]

                    • 4 .5

                      [...] Kennt ihr das, wenn man einen Film unbedingt mögen will, selbst wenn die Kritiken eine andere Sprache sprechen? So erging es mir mit "Let’s Kill Ward’s Wife", denn ich war mir sicher, dass dieser Film wahrscheinlich zu Unrecht so wenig beachtet und im Kern eine Perle des schwarzen Humors sein könnte, schlichtweg nur nicht dem Geschmack der Massen entspricht und entsprechend unter dem Radar hindurchhuscht. Die Besetzung tat hierbei ihr Übriges, wobei es natürlich zuvorderst Amy Acker zu verdanken war, dass ich hier einen Blick riskieren wollte, sieht man sie bekanntlich viel zu selten in Filmen, doch es sollte wohl einfach nicht sein, denn mit dem Konzept des Films wurde ich nicht wirklich warm, was gar nicht einmal am Thema selbst liegt, was für viele schon ein Ausschlusskriterium sein dürfte, denn dass hier aktiv über Mord nachgedacht wird ist eben in der Kategorie "schwarzer Humor" nichts ungewöhnliches und der eigentliche Tod von Wards Frau vollzieht sich dann auch gänzlich anders, als man das vielleicht meinen würde, wobei der Film hier auch seine einzig wirklich starken Momente hat, die mich auch rundherum zu unterhalten gewusst haben, was vorrangig an der Absurdität der Situation, dem ungemein trockenen Humor und den unerwarteten Reaktionen der einzelnen Figuren lag. [...]

                      • 8 .5

                        [...] Schon lange hatte ich ein Auge auf "American Horror Story" geworfen, nicht zuletzt, da die Idee zu der Serie von niemand Geringerem stammt als Ryan Murphy, dem ich zwei großartige Staffeln "Popular" und natürlich vor allem "Nip/Tuck" zu verdanken habe, womit er ähnlich hoch in meiner Gunst steht wie Alan Ball. Sei es wie es will, hat es einige Zeit gedauert, bis die FX-Serie es auch nach Deutschland geschafft hat und ich tat richtig daran, mich nicht mit den DVD-Veröffentlichungen zufrieden zu geben, so dass ich umso erfreuter war, als die nachträgliche Veröffentlichung der Blu-ray-Boxen verkündet worden ist. Das Unterfangen, eine waschechte Horrorgeschichte in Serienform zu präsentieren ist dabei zwar leider nicht vollends geglückt, doch dennoch macht die Serie eine durchaus gut Figur, was nicht zuletzt an den sorgfältig ausgewählten Darstellern liegt, die man teilweise in den folgenden Staffeln in gänzlich anderen Rollen wiedersehen wird, denn eines der Alleinstellungsmerkmale der Serie ist es, dass, ähnlich wie bei "True Detective" (die ja durch Ryan Murphys "American Crime Story" bald direkte Konkurrenz bekommen wird), jede Staffel in sich geschlossen und vor allem abgeschlossen ist, wenn Murphy auch kürzlich verlauten ließ, dass sich bald erstmals Zusammenhänge erkennen lassen würden, die die einzelnen Geschichten/Staffeln in einen größeren Kontext setzen. [...]

                        • 7 .5

                          [...] Nach etwas längerer Abstinenz bin ich nun kürzlich endlich dazu gekommen, mich "American Horror Story: Coven" zu widmen, womit ich zwar immer noch haltlos hinterherhinke, aber doch zumindest guten Willen erkennen lasse, zumal es – wie ich feststellen durfte – bei derartig gelagerten Serien, deren Geschichten in jeweils einer Staffel abgehandelt und die für sich genommen in sich abgeschlossen sind nicht annähernd so dramatisch ist, wenn man sich nicht auf der Höhe der Zeit befindet, weil die Spoiler-Gefahr um einiges geringer, ja beinahe nicht vorhanden ist. Nun soll es ja aber um die Staffel an sich gehen und leider muss ich auch hier wieder sagen, dass der dritte Aufguss des Horror-Themas nach extrem vielversprechendem Einstieg mit jeder weiteren Folge immer mehr überfrachtet wirkt und keinen klaren Konsens hinsichtlich des Themas zu erreichen scheint, wenngleich die Themen an sich natürlich allesamt artverwandt sind zu der Hexen-Akademie in New Orleans, um die es originär und zuvorderst gehen soll. [...]

                          • 7
                            über Everest

                            [...] Eigentlich habe ich es ja nicht so mit Bergsteiger-Geschichten, doch nachdem ich vor etlichen Jahren einmal Jon Krakauers "In eisigen Höhen" gelesen habe – der im Film in Gestalt von Michael Kelly ebenfalls in einer kleinen Rolle in Erscheinung tritt – und in Anbetracht der großartigen Besetzung, die mehr als nur ein paar meiner Lieblinge versammelt, konnte ich über kurz oder lang kaum einen Bogen um "Everest" machen und tatsächlich müht sich der Film redlich, auch den nicht so versierten Zuschauern einen Einblick in die Welt der Bergsteiger und speziell des Bergsteiger-Massentourismus zu liefern und schafft es mit stringentem Aufbau und wohldosierten Erläuterungen seitens der "Profis", einerseits den Grundstein für einen packenden Survival-Thriller zu legen und andererseits auf die eisigen Höhen des Mount Everest einzustimmen, der in beinahe durchweg packenden Bildern eingefangen wird, derweil viele der eigentlichen Spielfilmszenen wohl auch in den Alpen oder auf Island gedreht worden sind. Vor allem gelingt es Regisseur Baltasar Kormákur, die exakt richtige Dosierung in Sachen Tempo und Nebenhandlungen zu erreichen, um einerseits eine gelungene Dramaturgie zu erschaffen – Keira Knightley in einer Nebenrolle als Rob Halls Frau Jan ist für den emotionalen Kern der Erzählung später unabdingbar – und andererseits nicht mit Trivialitäten zu langweilen, was schnell hätte passieren können. [...]

                            • 5 .5
                              über Pan

                              [...] Ich war ja skeptisch, was den neuesten Peter Pan-Wurf – schlicht "Pan" betitelt – angeht, doch schrecken mich schlechte Kritiken ja eher selten und immerhin ist der Film ja nun einmal einerseits von Joe Wright, dessen Filme mir bisher immer gut gefallen haben (auch wenn ich noch immer nicht dazu gekommen bin, mir "Anna Karenina" anzusehen) und andererseits sah das, was die Trailer zu offerieren bereit waren, ja nun auch nicht wenig vielversprechend aus. Tatsächlich beginnt der Film auch eigentlich recht gut und allein wenn man den kleinen Peter im ungemein tristen Waisenhaus das erste Mal trifft, freut man sich bereits auf den unweigerlichen Farben-Overkill, der sicherlich beim Einzug ins Niemandsland – ach nein, Neverland – nicht lange auf sich warten lassen wird und tatsächlich wird man in dieser Hinsicht auch nicht enttäuscht, wenn es auch zunächst in die finsteren Minen der Piraten geht. Nun krankt der Film aber leider auch bereits auf den ersten Metern daran, dass Levi Miller als Peter doch zunächst ziemlich hölzern agiert und nicht gerade eben für sich einzunehmen weiß, doch soll sich das im weiteren Verlauf zumindest ein Stück weit bessern. [...]

                              • 9

                                [...] Gut Ding will Weile haben und nachdem sich die meisten von euch sicherlich bereits den dritten Teil des wiederbelebten Franchise – "X-Men: Apocalypse" – angesehen haben, zockele ich nun gemütlich mit dem zweiten Teil hinterher, denn nachdem es seinerzeit schon nicht geklappt hat, mir den Film im Kino anzusehen, wurde bei Veröffentlichung der regulären Fassung fürs Heimkino bereits der immerhin rund 17 Minuten längere "Rogue Cut" angekündigt, womit für mich natürlich klar war, nun darauf auch noch warten zu können. Seit dem Erscheinen besagter Langfassung sind nun auch schon wieder anderthalb Jahre vergangen, doch mache ich mir ja nichts daraus, gerne auch einmal hinterherzuhinken und nachdem ich mir "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit – Rogue Cut" nun mehrfach angesehen habe, fühle ich mich immerhin in der Lage, den Film für mich nun auch adäquat zu bewerten. Bekanntermaßen hatte sich Bryan Singer ja seinerzeit nach den ersten beiden Filmen von dem Franchise abgewandt und der finale Teil der Trilogie war – zumindest auch für mich – extrem enttäuschend geraten, doch nun hat er die Gunst der Stunde genutzt, zu den X-Men zurückzukehren und nicht nur die im vorangegangenen Film begonnene Geschichte fortzuspinnen, sondern sie gleichzeitig noch mit der alten Trilogie zu verknüpfen und dabei quasi wie nebenbei den ärgerlichen "X-Men: Der letzte Widerstand" dank Zeitreise-Thematik ungeschehen zu machen. [...]

                                • 6

                                  [...] Während dieser Tage bei Netflix die Serie "Santa Clarita Diet" gestartet ist, widmete sich rund drei Jahre zuvor bereits Altmeister Joe Dante mit "Weg mit der Ex" einem ähnlichen Thema, denn auch hier wird die Frau an der Seite des Protagonisten zum Zombie, was dem nicht gerade gut in den Kram passt, womit dann auch der Titel des Films erklärt sein dürfte. Dabei verkörpert Anton Yelchin – dessen Schaffen bis zu seinem Tod 2016 ich noch immer aufzuarbeiten im Begriff bin – den liebenswerten Horrorfilm-Geek Max, der mit seiner resoluten und herrischen Freundin Evelyn ein denkbar schlechtes Los gezogen hat und sich ein ums andere Mal von ihr unterbuttern lässt, bevor es an einem schicksalsträchtigen Tag zu einem folgenschweren Unfall kommt, wobei Evelyn dank des Zaubers eines Plastikteufels alsbald aus dem Grab zurückkehren und Max das Leben fortan noch schwerer machen wird, denn untot hin oder her, spricht ja wohl nichts dagegen, die gemeinsame Beziehung fortzuführen, zumal sie nicht ahnt, dass Max im Begriff war, mit ihr Schluss zu machen, bevor ein Bus sie überrollt hat. [...]

                                  • 8
                                    über Frank

                                    [...] Schon seit ich das erste Mal von "Frank" hörte, wusste ich, dass ich diesen Film würde sehen müssen und auch wenn seitdem doch wieder weit mehr Zeit ins Land gezogen ist, als eigentlich beabsichtigt, sollte es schlussendlich soweit sein und der kaum mehr als anderthalbstündige Reigen entpuppte sich tatsächlich als exakt das skurrile und exzentrische Werk, das ich mir erwartet hatte, wenn der unangepasste und oft von dramatischen Untertönen durchzogene Humor sicherlich nicht jedermanns Sache sein dürfte, doch macht das eben auch eines der Alleinstellungsmerkmale des Films aus, dass er sich nicht gerade beim Zuschauer anbiedert und in Art und Auftreten den ausgefallenen und eigenwilligen Musikern in nichts nachsteht. Als Erzähler und Beobachter fungiert hier derweil der wie immer wunderbare Domhnall Gleeson, der als ambitionierter Teilzeit-Musiker Jon Burroughs mit "The Soronprfbs" – so der Name der Band – seine Chance gekommen sieht, zu Ruhm und Reichtum zu gelangen und dabei mehr und mehr nicht nur seine Ideale, sondern in letzter Konsequenz auch Frank und seine Band-Kollegen verrät, womit Jon auch die spürbarste Entwicklung durchmacht, während man den anderen Figuren beinahe Stagnation vorwerfen könnte, was in diesem Fall aber nichts schlechtes bedeutet, weil es einfach nur verdeutlicht, dass die anderen schrägen Gestalten längst ihr Innerstes erforscht und zu sich selbst gefunden haben, also deutlich mehr in sich ruhen und von sich überzeugt sind, als der sich stets anbiedernde Jon, der es allen recht zu machen versucht. [...]

                                    • 7

                                      [...] Ja auch heute wieder eine Netflix-Serie, denn im Moment hauen sie die Knaller ja nur so raus, wenn ich im Fall von "Santa Clarita Diet" aber auch gleich vorwegnehmen muss, dass es sich letztlich nicht um das erhoffte Highlight handelt, sich hin, wirkt die Handlung der einzelnen Folgen zu konstruiert, wirken die Pointen zu punktuell, um ein rundherum stimmiges Ganzes zu ergeben. Aber fangen wir von vorn an, am besten mit der Besetzung. Mit Drew Barrymore und Timothy Olyphant hat man zweifelsohne zwei regelrechte Hochkaräter ins Boot geholt, doch während Barrymore ihre Sache erwartungsgemäß gut macht, sticht überraschenderweise viel mehr Olyphant heraus, denn nachdem man ihn vorrangig als Western-Held – in abgewandelter Form schließlich auch in sechs Staffeln "Justified" – kennt, ist der hysterische Pantoffelheld hier natürlich eine ganz andere Sache und so merkwürdig sich das anfänglich anfühlen mag, macht er seine Sache wirklich großartig und offenbart ordentlich komödiantisches Talent, wobei man hier nicht den Fehler machen darf, die leider in meinen Augen nicht so gelungene deutsche Synchro zu gucken, denn speziell mit seiner Stimme hier konnte ich mich überhaupt nicht anfreunden, doch Netflix bietet da ja zum Glück Alternativen. [...]

                                      • 7 .5

                                        [...] Obwohl ich vor Jahren von Derek Cianfrances Zweitwerk "Blue Valentine" ziemlich begeistert war und mir auch recht schnell sein hieran anschließendes Epos "The Place Beyond the Pines" zugelegt habe, sollte doch etliche Zeit ins Land ziehen, bevor ich mich dieser beinahe zweieinhalbstündigen Generationen-Geschichte widmen sollte, denn ein Werk wie dieses – so war mir schon im Vorfeld bewusst – genießt man am besten, wenn Stimmung und Atmosphäre passen, wobei ich mich im Nachgang dann doch frage, ob ich mich bezüglich meiner eigenen Gemütslage womöglich verschätzt habe, denn in Anbetracht der vielen lobenden Worte, des ausgesuchten Casts und des spannenden Themas war ich bereits vorher überzeugt, hier sicherlich Bestnoten vergeben zu können, doch wenn der Film sich inszenatorisch sicherlich keine Blöße gibt und einem zweifelsohne spannenden Aufbau folgt, ist es ausgerechnet die Geschichte, die mich nicht hundertprozentig abzuholen wusste, denn wenn Cianfrance auch an mehr als einer Stelle überrascht, ist der Kern des Ganzen leider reichlich profan und wenig innovativ geraten. [...]

                                        • 7 .5

                                          [...] Manchmal möchte man – oder zumindest ich – die Marketing-Verantwortlichen schütteln und würgen, denn aus der britisch-amerikanischen Koproduktion "Absolutely Anything" unter Beteiligung sämtlicher noch lebender Monty Pythons – wenn auch nur stimmlich involviert – im Deutschen den Titel "Zufällig allmächtig" zu generieren, unterstellt auf enorm plumpe Art und Weise eine Verbindung zu den nur leidlich überzeugenden Komödien "Bruce Allmächtig" und "Evan Allmächtig", was nicht nur die Erwartungshaltung an den Film zu senken vermag sondern letztlich auch das falsche Publikum lockt, denn auch wenn die mit Simon Pegg inszenierte Chose sich zugegebenermaßen einer ähnlichen Grundidee bedient wie genannte Filme, haben sie doch im Detail herzlich wenig miteinander gemein, wobei in meinen Augen der von Terry Jones inszenierte Film um eine Schar hochentwickelter Aliens, die zu Testzwecken einem menschlichen Wesen für die Dauer von einer Woche uneingeschränkte Kräfte verleiht, deutlich die Nase vorn hat. [...]

                                          • 9

                                            [...] Mir nur vage des Umstandes bewusst, dass "Dirk Gentlys holistische Detektei" auf der gleichnamigen Buchreihe von Douglas Adams fußt – von dem ich bis heute für meine Begriffe noch viel zu wenig gelesen habe, derweil das, was ich kenne, schon einige Jahr zurückliegt – bin ich doch mehr durch reine Neugierde auf die seit Dezember vergangenen Jahres bei Netflix verfügbare Serie – respektive deren erste Staffel – gestoßen und wollte ihr ohne großartige Erwartungshaltung schlichtweg eine Chance geben. Was ich dann aber bereits in der ersten Folge "Ursache und Wirkung" zu sehen bekam, spottete – positiv gemeint – jeglicher Beschreibung, denn die abstruse Mischung aus blutigen Gewaltspitzen, ungemein schwarzem wie gleichermaßen skurrilen Humor, die völlig absurd und überladen wirkende Geschichte, der über die Maßen spleenige holistische Detektiv Dirk Gently sowie dessen Gegenstück, die holistische Mörderin Bart und nicht zuletzt die aus vier Personen bestehenden drei Rowdys, denen bereits bei ihrem ersten Auftritt ein übernatürlicher Touch anhaftet und natürlich nicht zuletzt Elijah Wood in seiner Paraderolle als liebenswerter Loser, der hier den Namen Todd trägt, schlugen mich vom ersten Moment an in ihren Bann, zumal die Story so überdreht und temporeich dargebracht wird, dass andere Leute daraus womöglich bereits drei bis vier Fernsehfolgen hätten kreieren können. [...]

                                            • 8

                                              [...] Von den Kritike(r)n seinerzeit recht euphorisch aufgenommen, fand "Die Entdeckung der Unendlichkeit" alsbald auch seinen Weg auf meine persönliche Film-Liste, zumal ich dergestalt aufgezogenen Biopics ja durchaus gewogen gegenüberstehe, wenn sich selbige auch bekanntermaßen immer wieder kleinere wie größere Freiheiten erlauben, die ich aber zumeist mangels Kenntnis der geschriebenen Werke und folglich der eigentlichen Lebensgeschichte meist nicht adäquat vergleichen kann und ähnlich verhält es sich auch hier, doch umso befähigter halte ich mich, beurteilen zu können, ob das Dargebotene filmisch funktioniert und aufgeht und das ist auch hier meines Erachtens nach der Fall, wobei man zugegebenermaßen schon einige prekäre Stellen nicht gerade unauffällig zu umschiffen versucht hat und sich auch ansonsten inszenatorisch vergleichsweise wenig traut, weshalb es insbesondere den beiden Hauptdarstellern zu verdanken ist, dass die auf dem Buch von Hawkings erster Ehefrau Jane basierende Geschichte dennoch funktioniert. [...]

                                              • 6 .5

                                                [...] Dieser Film stand schon ungemein lange auf meiner ungemein langen To-Do-List und ich freue mich sehr, nun auch diese Lücke als geschlossen betrachten zu können, wenngleich die Geschichte der Erfindung des Vibrators nun sicherlich nicht zum unumgänglichen Pflichtprogramm gehört, doch hatte ich durchaus meine Freude mit der zuweilen frivolen Geschichte, die durch den ansonsten so biederen, zur damaligen Zeit eben vorherrschenden Habitus nur umso unterhaltsamer wird. Ohne Lehrstück oder Geschichtsunterricht sein zu wollen, widmet sich "In guten Händen" – im Original noch treffender mit "Hysteria" betitelt – aber nicht nur der Behandlung der als Hysterie bekannten Frauenkrankheit (die es natürlich so nie gegeben hat) und feiert sozusagen den Beginn der sexuellen Befreiung der Frau, sondern versucht gleich noch eine gute Handvoll weiterer Themen in den Film zu packen, ob es nun um Dr. Granvilles postulierte Grundlagen der Hygiene geht, die ärmlichen Verhältnisse im damaligen London, den Erfindungsreichtum der damaligen Zeit und das Aufkommen der Telefonie oder andere Themen, die wie nebenbei am Rande angerissen werden, was den Film leider zuweilen ein wenig überladen wirken lässt, denn hier hätte die Konzentration auf ein Thema durchaus gut getan. [...]

                                                • 7 .5

                                                  [...] Nachdem ich ja nun schlussendlich spätestens durch "Rogue One" für Felicity Jones entbrannt bin und auch mit dem filmischen Schaffen von Drake Doremus dank "Breathe In" erste Berührungspunkte hatte – auch wenn mich die überkonstruierte Story des in die Midlife-Crisis geratenen Familienvaters nur mäßig zu überzeugen wusste – schien weniges naheliegender, als nun rückwärtschronologisch vorzugehen und mich einem weiteren seiner Filme, noch dazu ebenfalls mit Felicity Jones, vor allem aber dem im vergangenen Jahr viel zu früh verstorbenen Anton Yelchin – dem jüngst noch im Abspann zu "Star Trek Beyond" gedacht worden ist – zu widmen und tatsächlich wusste mich "Like Crazy" weitaus mehr zu begeistern als Doremus‘ zwei Jahre später entstandenes Werk, möglicherweise deshalb, da hier die Geschichte zwar weitaus weniger dramatisch, dafür aber umso lebensechter daherkommt. [...]

                                                  • 4 .5

                                                    [...] Ich muss ja zugeben, dass ich historischen Filmen mit romantischem und/oder tragischen Einschlag oftmals im Vorfeld eher skeptisch gegenüberstehe, doch nachdem mich schon Werke wie "In Secret" oder auch die Brontë-Verfilmung "Jane Eyre" eines Besseren belehrt haben, habe ich mich nun endlich auch an "Sommer im Februar" herangewagt, der mich zugegebenermaßen vorrangig aufgrund der Beteiligung von Emily Browning und Dominic Cooper gereizt hat. Hier nun handelt es sich um die Verfilmung von tendenziell wahren Begebenheiten, die auf den Tagebüchern von Gilbert Evans fußen, der wiederum im Film von Dan Stevens verkörpert wird und Teil des Liebesdreiecks um Brownings Figur der angehenden Künstlerin Florence Carter Wood und – auf der anderen Seite – dem Enfant terrible AJ Munnings wird. Leider aber weiß das Skript aus diesem generischen Ansatz doch verhältnismäßig wenig zu machen und so versandet die Geschichte vermehrt in pittoresker Bedeutungslosigkeit. [...]