Ich halte es nach wie vor für ein Gerücht, dass der Film 150 Mille gekostet haben soll. Auch wenn BOM und Konsorten das kolportieren, steht die Summe in keinem Verhältnis zur ursprünglichen Ankündigung von Zanuck/Burton sowie dem, was man da letztlich auf der Leinwand sieht. Selbst noch bei inkludierten Marketingkosten eine sehr unwahrscheinliche Zahl.
Das sind vertraglich festgelegte Gewinnanteile. Die haben mit der Gage nichts zu tun und werden auch ins Budget logischerweise nicht miteingerechnet. 30 Mio. US-Dollar plusminus bekommt Depp zudem ausschließlich für die Rolle des Jack Sparrow, bei Burton kassiert er idR nicht annähernd so viel. Die höchste Gage erhielt er unter dessen Regie bei Alice in Wonderland (20 Mio.) plus spätere satte Beteiligung.
soviel bekommt man nur wenn sich erstmal auf eine vertragliche Gewinnausschüttung einlässt (je erfolgreicher der Film ist desto mehr würde Mr. Depp bekommen), aber das hilft ihm im Moment nicht, dafür läuft der Film zu schlecht....für alle Fluch der Karibik Teile hat ca. 200-220 Mio bekommen (die liefen auch Bombe!)
Robert Downey Junior hat mit den Avengers ca. 50 Mio eingenommen. Thor, Captian America, Loki , Hulk ( keine Lust die Namen zu schreiben ) haben ca. 2-4 Mio bekommen und ScarJo und S. L. Jackson ca. das doppelte. "So" teuer sind die nicht. Ein deutscher erfolgreicher Schauspieler (sehr erfolgreicher Schauspieler) bekommt auch in Deutschland 5000€ pro Drehtag und das mal 25-30 Drehtage (150.000€)...also ganz "so" schlimm ist das nicht, die müssen ja den Film dann auch promoten...
Immer geltende Regel im Filmgeschäft: Die meisten Moneten fließen immer zu den Leuten die viel Risiko eingehen (Produzenten, die Eigenkapital in den Film reinstecken)
[...] Am schönsten ist "Men in Black 3" immer dann, wenn er die Dynamiken zwischen seinen Protagonisten ausspielt. Wenn J auf den jungen K trifft, der seinem späteren Selbst in vielerlei Hinsicht erstaunlich unähnlich ist. Oder wenn in der sentimentalen Schlussszene das Verhältnis der beiden Agenten nicht mehr nur länger von trockenem Humor, sondern auch wahrer Zuneigung bestimmt wird. "Hast du eine Freundin?", fragt der junge K. "Ich habe dich.", entgegnet J. Ein wenig schade deshalb, dass Regisseur Barry Sonnenfeld viele an und für sich gute Drehbuchmomente ohne besondere Einfälle, teils erstaunlich wenig Drive und auch nicht immer mit der nötigen Konzentration weginszeniert. [...]
[...] 94 Minuten lang verquer psychologisierte Kinderfiguren, die sich irgendwie zurechtfinden wollen in der Welt der ja eigentlich auch ganz unbeholfen-knuffigen Erwachsenen, die ins Leere starren, wirr handeln, am Normativen verzweifeln. Wes Andersons Stil, man muss ihn wohl einfach mögen. Um seine immer wieder um die eigene Lakonie kreisenden Kabinettstückchen ertragen, um irgendwie Halt finden zu können in der unentwegt nach Aufmerksamkeit schielenden Anordnung seiner Bilder und all der bestimmten Blicke und Perspektiven in ihnen. [...]
Also bei den Tenenbaums seh ich da sogar 7 Punkte. Kategorisch kann man das also nicht sagen.
Trotzdem ist das ne völlig absurde Hater-Wertung, aber das weiß er ja selbst :)
Mal wieder ein seltener Fall, wo Vince und ich einer Meinung sind. Meine Wertung wird mit ziemlicher Sicherheit auch in dem Bereich landen. Musste gestern erst meinem Hausarzt erklären, warum Wes Anderson Scheiße ist. :)
[....] Mit einer nicht zu unterschätzenden Genauigkeit und filmischen Sorgfalt bombardieren Cohen und sein ihm merkbar vertrauter Regisseur Larry Charles schlanke 80 Minuten lang Zwerchfell und Geist, in einer vielleicht wirklich nur noch in diesem Größenverhältnis möglichen subversiven Primitivität, analytischen Schärfe und hemmungslosen Verballhornungsstrategie. Ruft man sich dann die erst wenige Tage alten Bilder des an einstige Riefenstahl-Inszenierungen erinnernden Amtsantritts von Kremlchef und Oberbefehlshaber Wladimir Putin ins Gedächtnis, korrespondiert der überzogene Humor des Films auf beinahe erschreckende Art mit der bizarren Absurdität unserer politischen Wirklichkeit – ohne dabei jemals seine Absichten als vorzüglicher Unterhaltungsfilm zu verhehlen. Admiral General Aladeen, der größte Diktator seit Anton Hynkel.
Wunderbare Kritik. Wollte heute in die Vorpremiere in der Schweiz. Leider waren die Tickets ausverkauft. Stattdessen "2 Day in N.Y." gesehen. Was für ein Reinfall.
Ein kleiner Film über Einsamkeit. Und Tomas Alfredsons Einstand in der die wahnwitzige Absurdität des Alltäglichen zelebrierenden schwedischen Comedy-Gemeinschaft Killinggänget. Die Mockumentary "Screwed in Tallinn" begleitet eine Gruppe lebensunfähiger Männer (wieder einmal überragend: Robert Gustafsson) zu einem obskuren Basar der Gefühle, auf dem ihnen Frauen vermittelt und sehnsüchtige Wünsche erfüllt werden sollen. Eine Kaffeefahrt der etwas anderen Art, die nach und nach ihr tragikomisches Potenzial freilegt. Wie auch im späteren Killinggänget-Kinofilm "Four Shades of Brown" gelingt es Alfredsons nuancierter Regie, jedem noch so eigenwilligen Detail eine warmherzige Ulkigkeit abzugewinnen, ohne dabei das schrille Figurenpersonal zum komödiantischen Abschuss freizugeben. Leider wird dem Film seine kurze Fernsehspielform dabei jedoch nicht immer gerecht. Insbesondere im so kraftvollen, aber zügig von Schlusstiteln entstellten letzten Bild machen sich Kürzungen allzu bemerkbar: Die ursprüngliche 150-Minuten-Version wurde formatgerecht auf unter eine Stunde gebracht.
[...] Irgendwo in "Dark Shadows" steckt ein großartiger Film. Würde man ihn in seine Einzelteile zerlegen und neu anordnen, einiges stärker herausstellen und dafür anderes ganz weglassen, eben seine tollen Ansätze frei schälen. So ist es, leider, nur die halbwegs vergnügliche Kinoadaption einer Seifenoper, der es an Konzentration und zuweilen auch an Gestaltungswillen fehlt. Das Kino eines Tim Burton ist zu fantasievoll, zu genuin in seinen immer wieder faszinierenden Bilderwelten, als dass diese mitunter allzu schludrige Horrorkomödie darin nicht wie eine Enttäuschung anmuten muss.
Burton kocht also weiter auf kleiner Flamme. Schade eigentlich. Hätte mir eine Wiederkehr der schrulligen Ungezwungenheit von »Beetlejuice« gewünscht, aber es führt halt kein Weg zurück … Schau's mir natürlich trotzdem an. :)
Komischerweise hielt sich die Enttäuschung in Grenzen, weil er mir schon Spaß gemacht hat. Nur ein guter Film ist's halt selbst mit viel gutem Fanboy-Willen irgendwie nicht. Besser als Planet of the Apes und Alice in Wonderland hat er mir aber dann doch gefallen. :D
Hatte ja nach dem ersten Trailer schon eher Frankenweenie als mein Burton Highlight 2012 auserkoren. Dennoch kommt langsam die Vorfreude auf Dark Shadows in mir zum Vorschein, ganz so arg scheint deine Enttäuschung ja auch nicht ausgefallen zu sein.
Das in nicht wenigen Komödien der 40er Jahre vortrefflich trivialisierte Sujet der überhasteten Hochzeit einmal als B-Thriller-Aufhänger: In "When Strangers Marry" muss die frisch vermählte Kim Hunter ihrem des Raubmordes verdächtigten Ehemann Dean Jagger beistehen und dabei auch noch irgendwie Nebenbuhler Robert Mitchum in Schach halten. Lange bevor William Castle im Showmanship-Kino zu sich fand, drehte er verschiedenste Genrefilme für kleinere Studios wie Monogram Pictures, die sein Talent als Filmemacher heute beinahe eindrucksvoller demonstrieren als die effizienten Gruselhits seiner bekanntesten Schaffensphase. Diese nahezu alle Kennzeichen des Film noir tragende Kriminalgeschichte ist nicht nur mit einem für Castle so typischen blumigen Enthusiasmus inszeniert, sondern stellt vielleicht auch am deutlichsten seine Fähigkeiten als visueller Erzähler heraus: Das am Ende aus dem Briefumschlag purzelnde Geld im Postschacht ist wohl die denkbar schönste Zurschaustellung eines MacGuffins überhaupt. Neben einer Fülle an bildlichen Einfällen fasziniert "When Strangers Marry" (nach Mitchums Durchbruch unter dem Titel "Betrayed" erneut veröffentlicht) aber auch durch das mitreißende Spiel Kim Hunters als Femme Fatale zwischen entschlossener Agilität und bedingungsloser Gutgläubigkeit. Ein wahrlich toller Film, den Don Miller womöglich nicht zu Unrecht als "the finest B-picture ever made" adelte.
Das ist aber ein mageres Profil, Herr Graf. Fragen darf man mich aber dennoch alles und manchmal gibt es sogar eine Antwort: Der Film ist in der Warner Archive Collection erschienen, sprich, es gibt ihn als RC1.
Inzwischen? Also ich finde, er hatte es schon immer drauf. Seit Beginn seiner Karriere. Aber Pulp Fiction wird wohl für immer sein bester bleiben. Natürlich vergöttere ich ihn UND Godard gleichermaßen, so einen Vergleich halte ich für unpassend.
Nach "Strait-Jacket" drehte und veröffentlichte William Castle mit "The Night Walker" noch im selben Jahr einen weiteren Psychothriller, der den Erfolg des Axtschwingermelodrams mit Joan Crawford wiederholen sollte. Wieder verpflichtete er "Psycho"-Autor Robert Bloch für das Drehbuch, wieder besetzte er die weibliche Hauptrolle mit einem großen Star der Vierziger. Barbara Stanwyck ist hier in ihrem letzten Kinofilm zu sehen, wie so viele Grande Dames aus Hollywoods Golden Age setzte also auch sie ihrer Karriere einen Hagsploitation-Schlusspunkt und gestikuliert sich im großen Stil durch ein B-Movie-Script, für das sie ihren Agenten 20 Jahre zuvor vermutlich noch geohrfeigt hätte. Dass das wirkungsvoller als jeder Castle-Gimmick sein kann, versteht sich von selbst. Von einigen netten gemeinsamen Szenen zwischen Stanwyck und ihrem Ex-Mann Robert Taylor sowie zwei, drei schaurig-schön gestalteten Traumsequenzen abgesehen, enttäuscht "The Night Walker" jedoch als fader und erstaunlich einfallsloser Thriller, in dem nur selten die fieberhafte Inszenierungslust des Vorgängers anklingt. Sehr schade.
[...] Die Abgründigkeit des Protagonisten befördert den Zuschauer in ein ständiges Wechselbad der zu vergebenden Sympathien: In einer herausragenden Suspense-Szene zwingt Balagueró zur Identifikation mit dem Psychopathen, aus dessen Perspektive der Film konsequent die Geschichte eines Menschenhassers erzählt. Als quasi "pervertierte Version von Amélie" (Balagueró) ist "Sleep Tight" ein oft sehr spannender, sehr feinfühliger und immer interessanter Film, der aber nötige Zuspitzungen vermissen lässt. Formal bewegt sich Balagueró allzu sehr auf zuverlässige Inszenierungsstrategien, die der reizvollen Prämisse nicht die filmische Kraft verleihen, die sie verdient hätte. [...]
Ein Film, der so wenig zu bieten hat, dass er erst einmal gleich sein Publikum beschwindeln muss: Offenbar spekulieren die Marketingstrategen des Verleihs darauf, mit "The Cold Light of Day" Bruce-Willis-Fans in die Kinos locken zu können, obwohl der Actionstar von (leider) einst hier schon nach wenigen Minuten Screentime das Zeitliche segnet. Stattdessen muss man sich mit einem besonders profillosen Youngster des an den Start gebrachten Hollywood-Nachwuchses durch diesen Mann-auf-der-Flucht-Thriller mit kilometerlangem Bart kämpfen. Henry Cavill, der Superman in spe, bringt es bestenfalls zur Jüngelchen-Ausgabe eines Actionhelden, während wirkliche Stars wie Sigourney Weaver erneut gnadenlos unterfordert bleiben. "The Cold Light of Day" ist im Wesentlichen noch einmal der gleiche Film wie "Atemlos – Gefährliche Wahrheit", in dem Twilight-Sonnyboy Taylor Lautner 100 Jahre Genreklischees für Teenies nachspielte. [...]
Am Ende seiner Regiekarriere bezeichnete William Castle "Mr. Sardonicus" (was für ein Titel!) als einen seiner persönlichen Lieblingsfilme. Umso mehr wird es ihn geschmerzt haben, dass die Geschichte eines traumatisierten entstellten Despoten bereits bei ihrer Uraufführung weitgehend belächelt wurde. Es stellt sich allerdings tatsächlich die Frage, ob "Mr. Sardonicus" jemals als ernsthafter Horrorfilm gedacht war. Castles Regie neigt immer wieder zu einer absurden Komik, scheint die schaurigen Elemente des Films bewusst zu überanstrengen: Die wunderbar maßlosen Nebelschwaden, der groteske Schlossgehilfe (großartig: Oskar Homolka) und nicht zuletzt kuriose Blutegel-Folterszenen legen durchaus eine augenzwinkernde Bearbeitung der einst im Playboy veröffentlichten Kurzgeschichte von Ray Russell nahe. Als eigentlicher Sardonicus erweist sich schlussendlich ohnehin Castle selbst, wenn er das Publikum mittels "Punishment Poll"-Gimmicks zur Bestrafung der Titelfigur auffordert und sich, natürlich, mit einem sardonischen Grinsen verabschiedet. Was wäre das Kino nur ohne diesen Mann.
Herrlicher Gruselschabernack, mit dem William Castle 1958 sein Publikum bekanntlich gegen drohende Herzinfarkte versicherte, so es den Schrecken von "Macabre" nicht gewachsen sein sollte. Der Film zum Gimmick erweist sich dabei als von Henri-Georges Clouzots "Diabolique" inspiriertes Suspense-Stück, das mit gerade einmal einer Handvoll Darsteller und einem Minimum an Schauplätzen (Produktionskosten: 90000 Dollar) die Geschichte eines vermeintlich entführten Mädchens erzählt. Schön ist, wie Castle die Handlung oberflächlich dynamisiert, indem er seine Figuren gegen die Zeit agieren lässt und Konflikte konstruiert, die eigentlich gar keine sind. Besonders die dabei immer wieder ins Bild gerückte ablaufende Uhr sowie der ein- und ausgangs die Zuschauerrezeption beeinflussende Off-Kommentar wirken heute wie skurrile Signale des leidenschaftlichen Filmemachers Castle, dessen Regie dem Film wie ein Schalk im Nacken sitzt.
Hab die Archive Collection glücklicherweise zu 'nem Spottpreis bekommen. Kenne sonst keine Alternative. Auf der noch recht frischen deutschen VÖ ist allerdings immerhin die tolle Doku von Jeffrey Schwarz enthalten, für die ich damals extra noch mal das US-Boxset gekauft hatte (obwohl ich schon viele Titel einzeln besaß).
Hab' auch das US-Boxset, die Doku ist demnach kein Kaufgrund. Ich gehe mal auf den ebay's dieser Welt auf Schnäppchenjagd, vielleicht finde ich die ArchiveCollection irgendwo unter 20$ :)
Ich vertrau einfach deiner Kompetenz :P Nein, aber 35€ für 'ne Box geht ja - notfalls krieg ich die schon wieder los :)
Außerdem kenn ich HAUNTED HILL :D
Effektiver Psychothriller aus der Spätphase William Castles, der durch Joan Crawford in einer Nebenrolle als typischer Hag-Horror geführt wird. Die Besetzung der Grande Dame erweist sich jedoch mehr als Vermarktungsgag und damit Kardinalsfehler, insgesamt bewegt sich Crawfords Screentime nämlich leider nur im einstelligen Minutenbereich. "I Saw What You Did" ist spannend, atmosphärisch und stellenweise schön campy, aber auch himmelschreiend ungelenk erzählt, mit einem zusammenhanglos überkonstruiertem Plot, der wie eine in die Länge gezogene Exposition (mit schmucklosem Schluss) wirkt. Castles Versuch, den Film möglichst gradlinig, konventionell und mit stetiger Spannungskurve anzulegen, geht bedauerlicherweise mit einem Mangel an surrealen Ideen und visuellen Regieeinfällen einher – nur in wenigen Momenten sticht seine sonst so bezaubernde Inszenierungslust hervor. Unterm Strich dennoch sehenswert.
hat mit "Conan the Barbarian" einen Jahrhundert-Score geschrieben. Und auch sonst viele schlechte und sehr schlechte Filme musikalisch veredelt, beinahe so sehr wie Goldsmith. Guter Mann.
Entsetzlich beknackte Kunstfilmerprobung einer Regiedebütantin, die Ingeborg Bachmann nicht verstanden hat. Von null auf hundert im gegenwärtigen Prätentionsgewerbe eingerichtet, ist Julia Leigh in erster Linie daran gelegen, die Autoaggression ihrer Protagonistin in stets erlesenen Bildern zu erzählen, deren strenge statische Kadrierung vor buchstäblich vordergründiger Anordnung der Figuren und Settings man wie in schlechtem Theater aussitzen muss. Die Ultrastilisierung des Materials (oder wie Peter Debruge in der Variety schrieb: "arty, not to be confused with artistic") bei gleichzeitiger Reduktion der Inhalte verleiht allem Hässlichen umso mehr entsprechende Schönheit, das Kino einer Catherine Breillat bekommt plötzlich Sinn. Im Verzicht des Konkreten liegt fürwahr noch keine Subtilität, und vorsätzliche ästhetische Anbiederung am Slow Cinema beschirmt auch nicht vor der Penetranz eingestanzter Botschaften. Dear Julia Leigh, das mit Australia’s Next Jane Campion wird so schnell erstmal nix. File under: Schwarzblende.
Die einzige Kinoproduktion der schwedischen Comedy-Gemeinschaft Killinggänget, unter Federführung ihres heute prominentesten Mitglieds: Tomas Alfredson. Es wäre gelogen, wenn ich sagte, dass mich dessen Souveränität und Genauigkeit im Umgang mit eben auch komödiantischen Sujets überrascht hätten. "Four Shades of Brown" setzt sich aus vier voneinander unabhängigen, jedoch verzahnt montierten tragikomischen Episoden zusammen. In seinem lakonischen Witz und der staubtrockenen Schilderung absurder Alltagssituationen erinnert der Film nicht selten an die grotesken filmischen Tableaux vivants eines Roy Andersson. Nie jedoch hebt Alfredson seine episodischen Humormosaike ironisch auf, besonders dort nicht, wo sie gar blanken Zynismus geradewegs herausfordern. Keine Scheu obendrein vor Gesten des Gefühligen, so er seinen eigentümlichen, wirklichkeitsentrückten Figuren immer auch noch Momente der Klarheit, der aufrichtigen Sensibilität schenkt. Aus diesem Handlungs- und Figurenkosmos ließen sich mindestens drei, vier, ach was, ein ganzes Dutzend weiterer Geschichten schöpfen, ausscherend nach links und rechts und oben und unten, um sie dann gleich noch, Kraft der Inszenierung, kreisförmig zu schließen. Wäre dieserlei Vordergründigkeit dem großen Alfredson nur eben nicht so wunderschön fremd.
Wahnwitziger Technicolor-Camp, der Schwimm- und Musicalstar Esther Williams in ihrer ersten Hauptrolle zum Durchbruch verhalf. "Bathing Beauty", ursprünglich ganz auf Comedy-Liebling Red Skelton zugeschnitten, zählt nicht nur zu den einträglichsten MGM-Filmen aller Zeiten, sondern begründete laut Williams mit seiner finalen und vereinzelt an Busby Berkeley erinnernden Aquashow sogar noch das moderne Synchronschwimmen. Im opulenten wie quietschfidelen Schlusshöhepunkt preist der Film sogleich seine Charakteristika: Der die gesamte Handlung motivierende Liebesirrtum wird mit einem Nebensatz erledigt, die Bühne für ein farbenfrohes Planschvergnügen eröffnet. Kaum ein zeitgenössisches Musical frönte so sehr der Lust am realitätsfernen Nonsens, präsentierte sich so konsequent plotfrei, begnügte sich so offenkundig mit irrsinnigen, wenn nicht gar haarsträubenden Musicaleinlagen. "Bathing Beauty" feiert unentwegt die eigene kunterbunte Heiterkeit, als könne man zur absurden Orgelakrobatik einer Ethel Smith den lieben langen Tag trällern. Was für ein Film.
Hach Red Skelton, sowas wie die coole Version von Steve Urkel, was ja der real-existierenste Widerspruch schlechthin ist und Fingernägel aufrollend in seiner verführerischen Unerträglichkeit.
Was Skelton in der Ballettszene leistet, ist sagenhaft. Einzig die dann doch ein wenig überstrapazierten Witze bezüglich seiner roten Haare wollten mir dann irgendwie nicht mehr rein. Das berührte oft die Grenze der Diskriminierung. Aber Urkel in rot träfe es wohl dennoch. :D
Deine Kommentare
Mr Vincent Vega
zum Artikel Was haltet ihr von Dark Shadows? 2012/05/23 14:03:26
Ich halte es nach wie vor für ein Gerücht, dass der Film 150 Mille gekostet haben soll. Auch wenn BOM und Konsorten das kolportieren, steht die Summe in keinem Verhältnis zur ursprünglichen Ankündigung von Zanuck/Burton sowie dem, was man da letztlich auf der Leinwand sieht. Selbst noch bei inkludierten Marketingkosten eine sehr unwahrscheinliche Zahl.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten
In_Ex_Fan 2012/05/23 14:20:39
Antwort löschenNaja Schätzungsweise 60-70 Mio. dürften allein für Johnny Depp drauf gegangen sein...
Mr Vincent Vega 2012/05/23 14:28:30
Antwort löschenSo ein Quatsch!
Moe 2012/05/23 15:46:14
Antwort löschenAlso Depp verdiente für alle 4 FDK-Teile ca. 240 Mio. Da kommt eine Gage von 50-70 Mio nicht von irgendwo her.
Alle 5 Antworten zeigen
Mr Vincent Vega 2012/05/23 15:52:11
Antwort löschenDas sind vertraglich festgelegte Gewinnanteile. Die haben mit der Gage nichts zu tun und werden auch ins Budget logischerweise nicht miteingerechnet. 30 Mio. US-Dollar plusminus bekommt Depp zudem ausschließlich für die Rolle des Jack Sparrow, bei Burton kassiert er idR nicht annähernd so viel. Die höchste Gage erhielt er unter dessen Regie bei Alice in Wonderland (20 Mio.) plus spätere satte Beteiligung.
thommyho 2012/05/23 15:54:52
Antwort löschensoviel bekommt man nur wenn sich erstmal auf eine vertragliche Gewinnausschüttung einlässt (je erfolgreicher der Film ist desto mehr würde Mr. Depp bekommen), aber das hilft ihm im Moment nicht, dafür läuft der Film zu schlecht....für alle Fluch der Karibik Teile hat ca. 200-220 Mio bekommen (die liefen auch Bombe!)
Robert Downey Junior hat mit den Avengers ca. 50 Mio eingenommen. Thor, Captian America, Loki , Hulk ( keine Lust die Namen zu schreiben ) haben ca. 2-4 Mio bekommen und ScarJo und S. L. Jackson ca. das doppelte. "So" teuer sind die nicht. Ein deutscher erfolgreicher Schauspieler (sehr erfolgreicher Schauspieler) bekommt auch in Deutschland 5000€ pro Drehtag und das mal 25-30 Drehtage (150.000€)...also ganz "so" schlimm ist das nicht, die müssen ja den Film dann auch promoten...
Immer geltende Regel im Filmgeschäft: Die meisten Moneten fließen immer zu den Leuten die viel Risiko eingehen (Produzenten, die Eigenkapital in den Film reinstecken)
Mr Vincent Vega
über Men in Black 3 2012/05/22 15:37:53
[...] Am schönsten ist "Men in Black 3" immer dann, wenn er die Dynamiken zwischen seinen Protagonisten ausspielt. Wenn J auf den jungen K trifft, der seinem späteren Selbst in vielerlei Hinsicht erstaunlich unähnlich ist. Oder wenn in der sentimentalen Schlussszene das Verhältnis der beiden Agenten nicht mehr nur länger von trockenem Humor, sondern auch wahrer Zuneigung bestimmt wird. "Hast du eine Freundin?", fragt der junge K. "Ich habe dich.", entgegnet J. Ein wenig schade deshalb, dass Regisseur Barry Sonnenfeld viele an und für sich gute Drehbuchmomente ohne besondere Einfälle, teils erstaunlich wenig Drive und auch nicht immer mit der nötigen Konzentration weginszeniert. [...]
Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Mr Vincent Vega
über Moonrise Kingdom 2012/05/21 21:32:54
[...] 94 Minuten lang verquer psychologisierte Kinderfiguren, die sich irgendwie zurechtfinden wollen in der Welt der ja eigentlich auch ganz unbeholfen-knuffigen Erwachsenen, die ins Leere starren, wirr handeln, am Normativen verzweifeln. Wes Andersons Stil, man muss ihn wohl einfach mögen. Um seine immer wieder um die eigene Lakonie kreisenden Kabinettstückchen ertragen, um irgendwie Halt finden zu können in der unentwegt nach Aufmerksamkeit schielenden Anordnung seiner Bilder und all der bestimmten Blicke und Perspektiven in ihnen. [...]
Kritik im Original 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 10 Antworten
Roco De Long 2012/05/21 22:46:39
Antwort löschenHab den Film noch nicht gesehen und der Samourai ist auch noch nicht zuhause. Aber ich bin ziemlich sicher: von dem kommt heute noch ne Antwort :)
Le Samourai 2012/05/21 22:50:46
Antwort löschen:D So, Samourai zu Hause, Antwort natürlich da. Vega hat Unrecht, ich hab Recht. Vega ist doof.
Le Samourai 2012/05/21 22:53:42
Antwort löschenWarste auch in der MP-Premiere?
Achso, drei Punkte sind wirklich absolut absurd.
Mr Vincent Vega 2012/05/21 22:56:44
Antwort löschenNee, letzte Woche gab's die Pressevorführungen.
FlintPaper 2012/05/22 00:37:57
Antwort löschenIch sag mal provisorisch Buuuh XD..
lieber_tee 2012/05/22 10:33:56
Antwort löschenDer Schlüsselsatz für Vegas 3 Punkte ist "Wes Andersons Stil, man muss ihn wohl einfach mögen." Tut er scheinbar nicht.
Le Samourai 2012/05/22 10:37:55
Antwort löschenAlso bei den Tenenbaums seh ich da sogar 7 Punkte. Kategorisch kann man das also nicht sagen.
Trotzdem ist das ne völlig absurde Hater-Wertung, aber das weiß er ja selbst :)
xTimmaex 2012/05/22 10:57:07
Antwort löschenMal wieder ein seltener Fall, wo Vince und ich einer Meinung sind. Meine Wertung wird mit ziemlicher Sicherheit auch in dem Bereich landen. Musste gestern erst meinem Hausarzt erklären, warum Wes Anderson Scheiße ist. :)
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FlintPaper 2012/05/22 17:50:15
Antwort löschenDer Vega hat sogar 100% recht, aber ich mag das nunmal, was er da beschreibt. Deswegen Buuh XD.
Uli Kunkel 2012/06/03 16:16:32
Antwort löschen"Wes Andersons Stil, man muss ihn einfach mögen."
FTFY.
=)
Mr Vincent Vega
über Der Diktator 2012/05/16 11:17:54
[....] Mit einer nicht zu unterschätzenden Genauigkeit und filmischen Sorgfalt bombardieren Cohen und sein ihm merkbar vertrauter Regisseur Larry Charles schlanke 80 Minuten lang Zwerchfell und Geist, in einer vielleicht wirklich nur noch in diesem Größenverhältnis möglichen subversiven Primitivität, analytischen Schärfe und hemmungslosen Verballhornungsstrategie. Ruft man sich dann die erst wenige Tage alten Bilder des an einstige Riefenstahl-Inszenierungen erinnernden Amtsantritts von Kremlchef und Oberbefehlshaber Wladimir Putin ins Gedächtnis, korrespondiert der überzogene Humor des Films auf beinahe erschreckende Art mit der bizarren Absurdität unserer politischen Wirklichkeit – ohne dabei jemals seine Absichten als vorzüglicher Unterhaltungsfilm zu verhehlen. Admiral General Aladeen, der größte Diktator seit Anton Hynkel.
Kritik im Original 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
Hisayasu S 2012/05/16 13:12:32
Antwort löschenBin angenehm überrascht. Die Mehrzahl der Kritiker sind enttäuscht, da Cohen einen "normalen" Film gedreht hat.
nilswachter 2012/05/17 00:20:23
Antwort löschenWunderbare Kritik. Wollte heute in die Vorpremiere in der Schweiz. Leider waren die Tickets ausverkauft. Stattdessen "2 Day in N.Y." gesehen. Was für ein Reinfall.
Mr Vincent Vega
zum Artikel The Avengers knacken die 1 Milliarde-Dollar-Hürde 2012/05/14 21:14:16
Der erfolgreichste Film aller Zeiten ist "Gone with the Wind".
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Mr Vincent Vega
über Screwed in Tallinn 2012/05/12 16:09:42
Ein kleiner Film über Einsamkeit. Und Tomas Alfredsons Einstand in der die wahnwitzige Absurdität des Alltäglichen zelebrierenden schwedischen Comedy-Gemeinschaft Killinggänget. Die Mockumentary "Screwed in Tallinn" begleitet eine Gruppe lebensunfähiger Männer (wieder einmal überragend: Robert Gustafsson) zu einem obskuren Basar der Gefühle, auf dem ihnen Frauen vermittelt und sehnsüchtige Wünsche erfüllt werden sollen. Eine Kaffeefahrt der etwas anderen Art, die nach und nach ihr tragikomisches Potenzial freilegt. Wie auch im späteren Killinggänget-Kinofilm "Four Shades of Brown" gelingt es Alfredsons nuancierter Regie, jedem noch so eigenwilligen Detail eine warmherzige Ulkigkeit abzugewinnen, ohne dabei das schrille Figurenpersonal zum komödiantischen Abschuss freizugeben. Leider wird dem Film seine kurze Fernsehspielform dabei jedoch nicht immer gerecht. Insbesondere im so kraftvollen, aber zügig von Schlusstiteln entstellten letzten Bild machen sich Kürzungen allzu bemerkbar: Die ursprüngliche 150-Minuten-Version wurde formatgerecht auf unter eine Stunde gebracht.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Mr Vincent Vega
über Dark Shadows 2012/05/08 13:19:30
[...] Irgendwo in "Dark Shadows" steckt ein großartiger Film. Würde man ihn in seine Einzelteile zerlegen und neu anordnen, einiges stärker herausstellen und dafür anderes ganz weglassen, eben seine tollen Ansätze frei schälen. So ist es, leider, nur die halbwegs vergnügliche Kinoadaption einer Seifenoper, der es an Konzentration und zuweilen auch an Gestaltungswillen fehlt. Das Kino eines Tim Burton ist zu fantasievoll, zu genuin in seinen immer wieder faszinierenden Bilderwelten, als dass diese mitunter allzu schludrige Horrorkomödie darin nicht wie eine Enttäuschung anmuten muss.
Kritik im Original 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 11 Antworten
DeDavid 2012/05/08 13:30:53
Antwort löschenWas, du als eingefleischter Burtonfan?
Das muss echt eine herbe Enttäuschung gewesen sein. :(
Max von Mayerling 2012/05/08 13:36:04
Antwort löschenBurton kocht also weiter auf kleiner Flamme. Schade eigentlich. Hätte mir eine Wiederkehr der schrulligen Ungezwungenheit von »Beetlejuice« gewünscht, aber es führt halt kein Weg zurück … Schau's mir natürlich trotzdem an. :)
Hooded Justice 2012/05/08 13:36:55
Antwort löschenGenau wie befürchtet etwas arg schrullig und insgesamt eher unbeeindruckend?
Mr Vincent Vega 2012/05/08 13:41:56
Antwort löschenKomischerweise hielt sich die Enttäuschung in Grenzen, weil er mir schon Spaß gemacht hat. Nur ein guter Film ist's halt selbst mit viel gutem Fanboy-Willen irgendwie nicht. Besser als Planet of the Apes und Alice in Wonderland hat er mir aber dann doch gefallen. :D
Weltenkind 2012/05/08 14:59:52
Antwort löschen:-(
Hitmanski 2012/05/08 15:33:29
Antwort löschenErst Cronenberg-Murks, jetzt (anscheinend) Burton-Mittelmaß. Harte Zeiten.
lieber_tee 2012/05/08 15:44:42
Antwort löschen6 punkte sind ja auch schon scheiß-viel von dir...
Mr Vincent Vega 2012/05/08 15:49:07
Antwort löschenNormalerweise ja, aber bei Burton ist das schon eher eine ultrakritische Zone.
Atinuviel 2012/05/08 16:00:50
Antwort löschen:(
Alle 11 Antworten zeigen
der cineast 2012/05/08 19:13:13
Antwort löschenDie Zeit der Filme ist vorbei...
Martinmartin 2012/05/09 21:21:59
Antwort löschenHatte ja nach dem ersten Trailer schon eher Frankenweenie als mein Burton Highlight 2012 auserkoren. Dennoch kommt langsam die Vorfreude auf Dark Shadows in mir zum Vorschein, ganz so arg scheint deine Enttäuschung ja auch nicht ausgefallen zu sein.
Mr Vincent Vega
über Heirate niemals einen Fremden 2012/05/06 17:52:55
Das in nicht wenigen Komödien der 40er Jahre vortrefflich trivialisierte Sujet der überhasteten Hochzeit einmal als B-Thriller-Aufhänger: In "When Strangers Marry" muss die frisch vermählte Kim Hunter ihrem des Raubmordes verdächtigten Ehemann Dean Jagger beistehen und dabei auch noch irgendwie Nebenbuhler Robert Mitchum in Schach halten. Lange bevor William Castle im Showmanship-Kino zu sich fand, drehte er verschiedenste Genrefilme für kleinere Studios wie Monogram Pictures, die sein Talent als Filmemacher heute beinahe eindrucksvoller demonstrieren als die effizienten Gruselhits seiner bekanntesten Schaffensphase. Diese nahezu alle Kennzeichen des Film noir tragende Kriminalgeschichte ist nicht nur mit einem für Castle so typischen blumigen Enthusiasmus inszeniert, sondern stellt vielleicht auch am deutlichsten seine Fähigkeiten als visueller Erzähler heraus: Das am Ende aus dem Briefumschlag purzelnde Geld im Postschacht ist wohl die denkbar schönste Zurschaustellung eines MacGuffins überhaupt. Neben einer Fülle an bildlichen Einfällen fasziniert "When Strangers Marry" (nach Mitchums Durchbruch unter dem Titel "Betrayed" erneut veröffentlicht) aber auch durch das mitreißende Spiel Kim Hunters als Femme Fatale zwischen entschlossener Agilität und bedingungsloser Gutgläubigkeit. Ein wahrlich toller Film, den Don Miller womöglich nicht zu Unrecht als "the finest B-picture ever made" adelte.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten
Der Herr Graf 2012/05/06 19:09:26
Antwort löschenWo hast Du den denn aufgetrieben, wenn ich mal fragen darf?
der cineast 2012/05/06 20:28:39
Antwort löschenNee, darfst Du nicht.
Mr Vincent Vega 2012/05/07 00:53:15
Antwort löschenDas ist aber ein mageres Profil, Herr Graf. Fragen darf man mich aber dennoch alles und manchmal gibt es sogar eine Antwort: Der Film ist in der Warner Archive Collection erschienen, sprich, es gibt ihn als RC1.
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Der Herr Graf 2012/05/07 01:23:19
Antwort löschenJa, dann dank ich Dir recht herzlich. Wär generell keine schlechte Massnahme, bei solchen kleinen Schätzchen eine mögliche Bezugsquelle mit anzugeben.
annaberlin 2012/05/15 16:47:11
Antwort löschenOh gleich mal vorgemerkt, danke für den Tipp!
Mr Vincent Vega
comments.comment_for_item.review_for_person_written, {{Jean-Luc Godard}} 2012/05/03 13:47:09
» Tarantino named his production company after one of my films. He’d have done better to give me some money. «
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Le Samourai 2012/05/03 13:55:15
Antwort löschenUnd das von Godard-Muffel Vincent. :)
DeDavid 2012/05/03 16:37:58
Antwort löschenTarantino > Godard
Le Samourai 2012/05/04 20:11:52
Antwort löschenDas kann man so nicht sagen.
hollygolightly1 2012/05/06 19:12:02
Antwort löschenMal ganz davon abgesehen, dass Tarantino ohne Godard nicht der Regisseur wäre, der er ist.
der cineast 2012/05/07 14:58:52
Antwort löschenWer ist dieser Tarantino?
DeDavid 2012/05/07 15:37:18
Antwort löschenTarantino ist der Regisseur, vom dem du zwei Werke als Lieblingsfilme im Profil stehen hast, der Cineast. :)
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Brentano 2012/05/09 15:05:21
Antwort löschenTarantino hat Talent und kann gut agieren, inszenieren, etc. er hat es halt inwischen vollständig, bis zum Anschlag, übertrieben, (meine ich)
hollygolightly1 2012/05/09 17:14:14
Antwort löschenInzwischen? Also ich finde, er hatte es schon immer drauf. Seit Beginn seiner Karriere. Aber Pulp Fiction wird wohl für immer sein bester bleiben. Natürlich vergöttere ich ihn UND Godard gleichermaßen, so einen Vergleich halte ich für unpassend.
Mr Vincent Vega
zum Artikel 7 Bad Girls, für die Jana das Ufer wechseln würde 2012/05/03 13:41:53
Michelle Pfeiffers Catwoman. Purer Sex.
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Mr Vincent Vega
über Er kam nur nachts 2012/05/03 12:20:27
Nach "Strait-Jacket" drehte und veröffentlichte William Castle mit "The Night Walker" noch im selben Jahr einen weiteren Psychothriller, der den Erfolg des Axtschwingermelodrams mit Joan Crawford wiederholen sollte. Wieder verpflichtete er "Psycho"-Autor Robert Bloch für das Drehbuch, wieder besetzte er die weibliche Hauptrolle mit einem großen Star der Vierziger. Barbara Stanwyck ist hier in ihrem letzten Kinofilm zu sehen, wie so viele Grande Dames aus Hollywoods Golden Age setzte also auch sie ihrer Karriere einen Hagsploitation-Schlusspunkt und gestikuliert sich im großen Stil durch ein B-Movie-Script, für das sie ihren Agenten 20 Jahre zuvor vermutlich noch geohrfeigt hätte. Dass das wirkungsvoller als jeder Castle-Gimmick sein kann, versteht sich von selbst. Von einigen netten gemeinsamen Szenen zwischen Stanwyck und ihrem Ex-Mann Robert Taylor sowie zwei, drei schaurig-schön gestalteten Traumsequenzen abgesehen, enttäuscht "The Night Walker" jedoch als fader und erstaunlich einfallsloser Thriller, in dem nur selten die fieberhafte Inszenierungslust des Vorgängers anklingt. Sehr schade.
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Mr Vincent Vega
über Sleep Tight 2012/05/02 13:05:08
[...] Die Abgründigkeit des Protagonisten befördert den Zuschauer in ein ständiges Wechselbad der zu vergebenden Sympathien: In einer herausragenden Suspense-Szene zwingt Balagueró zur Identifikation mit dem Psychopathen, aus dessen Perspektive der Film konsequent die Geschichte eines Menschenhassers erzählt. Als quasi "pervertierte Version von Amélie" (Balagueró) ist "Sleep Tight" ein oft sehr spannender, sehr feinfühliger und immer interessanter Film, der aber nötige Zuspitzungen vermissen lässt. Formal bewegt sich Balagueró allzu sehr auf zuverlässige Inszenierungsstrategien, die der reizvollen Prämisse nicht die filmische Kraft verleihen, die sie verdient hätte. [...]
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Mr Vincent Vega
über The Cold Light of Day 2012/04/30 12:36:38
Ein Film, der so wenig zu bieten hat, dass er erst einmal gleich sein Publikum beschwindeln muss: Offenbar spekulieren die Marketingstrategen des Verleihs darauf, mit "The Cold Light of Day" Bruce-Willis-Fans in die Kinos locken zu können, obwohl der Actionstar von (leider) einst hier schon nach wenigen Minuten Screentime das Zeitliche segnet. Stattdessen muss man sich mit einem besonders profillosen Youngster des an den Start gebrachten Hollywood-Nachwuchses durch diesen Mann-auf-der-Flucht-Thriller mit kilometerlangem Bart kämpfen. Henry Cavill, der Superman in spe, bringt es bestenfalls zur Jüngelchen-Ausgabe eines Actionhelden, während wirkliche Stars wie Sigourney Weaver erneut gnadenlos unterfordert bleiben. "The Cold Light of Day" ist im Wesentlichen noch einmal der gleiche Film wie "Atemlos – Gefährliche Wahrheit", in dem Twilight-Sonnyboy Taylor Lautner 100 Jahre Genreklischees für Teenies nachspielte. [...]
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Mr Vincent Vega
über Der unheimliche Mr. Sardonicus 2012/04/30 02:41:55
Am Ende seiner Regiekarriere bezeichnete William Castle "Mr. Sardonicus" (was für ein Titel!) als einen seiner persönlichen Lieblingsfilme. Umso mehr wird es ihn geschmerzt haben, dass die Geschichte eines traumatisierten entstellten Despoten bereits bei ihrer Uraufführung weitgehend belächelt wurde. Es stellt sich allerdings tatsächlich die Frage, ob "Mr. Sardonicus" jemals als ernsthafter Horrorfilm gedacht war. Castles Regie neigt immer wieder zu einer absurden Komik, scheint die schaurigen Elemente des Films bewusst zu überanstrengen: Die wunderbar maßlosen Nebelschwaden, der groteske Schlossgehilfe (großartig: Oskar Homolka) und nicht zuletzt kuriose Blutegel-Folterszenen legen durchaus eine augenzwinkernde Bearbeitung der einst im Playboy veröffentlichten Kurzgeschichte von Ray Russell nahe. Als eigentlicher Sardonicus erweist sich schlussendlich ohnehin Castle selbst, wenn er das Publikum mittels "Punishment Poll"-Gimmicks zur Bestrafung der Titelfigur auffordert und sich, natürlich, mit einem sardonischen Grinsen verabschiedet. Was wäre das Kino nur ohne diesen Mann.
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Mr Vincent Vega
über Macabre 2012/04/29 12:23:53
Herrlicher Gruselschabernack, mit dem William Castle 1958 sein Publikum bekanntlich gegen drohende Herzinfarkte versicherte, so es den Schrecken von "Macabre" nicht gewachsen sein sollte. Der Film zum Gimmick erweist sich dabei als von Henri-Georges Clouzots "Diabolique" inspiriertes Suspense-Stück, das mit gerade einmal einer Handvoll Darsteller und einem Minimum an Schauplätzen (Produktionskosten: 90000 Dollar) die Geschichte eines vermeintlich entführten Mädchens erzählt. Schön ist, wie Castle die Handlung oberflächlich dynamisiert, indem er seine Figuren gegen die Zeit agieren lässt und Konflikte konstruiert, die eigentlich gar keine sind. Besonders die dabei immer wieder ins Bild gerückte ablaufende Uhr sowie der ein- und ausgangs die Zuschauerrezeption beeinflussende Off-Kommentar wirken heute wie skurrile Signale des leidenschaftlichen Filmemachers Castle, dessen Regie dem Film wie ein Schalk im Nacken sitzt.
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Hitmanski 2012/04/29 13:29:02
Antwort löschenWelche DVD ist denn empfehlenswert? Sowohl die deutsche als auch die RC1 sind ja nicht ganz billig...
Mr Vincent Vega 2012/04/29 13:38:47
Antwort löschenHab die Archive Collection glücklicherweise zu 'nem Spottpreis bekommen. Kenne sonst keine Alternative. Auf der noch recht frischen deutschen VÖ ist allerdings immerhin die tolle Doku von Jeffrey Schwarz enthalten, für die ich damals extra noch mal das US-Boxset gekauft hatte (obwohl ich schon viele Titel einzeln besaß).
Hitmanski 2012/04/29 13:46:19
Antwort löschenHab' auch das US-Boxset, die Doku ist demnach kein Kaufgrund. Ich gehe mal auf den ebay's dieser Welt auf Schnäppchenjagd, vielleicht finde ich die ArchiveCollection irgendwo unter 20$ :)
Mr Vincent Vega 2012/04/29 13:50:01
Antwort löschenDu kaufst blind 'ne ganze Box eines Regisseurs, von dem Du noch nix gesehen hast bisher? Wenn Du das mal nicht bereuen wirst. :D
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Hitmanski 2012/04/29 13:53:14
Antwort löschenIch vertrau einfach deiner Kompetenz :P Nein, aber 35€ für 'ne Box geht ja - notfalls krieg ich die schon wieder los :)
Außerdem kenn ich HAUNTED HILL :D
der cineast 2012/04/29 14:19:06
Antwort löschenROFL.
Mr Vincent Vega
über Es geschah um 8 Uhr 30 2012/04/29 12:23:30
Effektiver Psychothriller aus der Spätphase William Castles, der durch Joan Crawford in einer Nebenrolle als typischer Hag-Horror geführt wird. Die Besetzung der Grande Dame erweist sich jedoch mehr als Vermarktungsgag und damit Kardinalsfehler, insgesamt bewegt sich Crawfords Screentime nämlich leider nur im einstelligen Minutenbereich. "I Saw What You Did" ist spannend, atmosphärisch und stellenweise schön campy, aber auch himmelschreiend ungelenk erzählt, mit einem zusammenhanglos überkonstruiertem Plot, der wie eine in die Länge gezogene Exposition (mit schmucklosem Schluss) wirkt. Castles Versuch, den Film möglichst gradlinig, konventionell und mit stetiger Spannungskurve anzulegen, geht bedauerlicherweise mit einem Mangel an surrealen Ideen und visuellen Regieeinfällen einher – nur in wenigen Momenten sticht seine sonst so bezaubernde Inszenierungslust hervor. Unterm Strich dennoch sehenswert.
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Mr Vincent Vega
comments.comment_for_item.review_for_person_written, {{Basil Poledouris}} 2012/04/28 16:34:35
hat mit "Conan the Barbarian" einen Jahrhundert-Score geschrieben. Und auch sonst viele schlechte und sehr schlechte Filme musikalisch veredelt, beinahe so sehr wie Goldsmith. Guter Mann.
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Mr Vincent Vega
über Sleeping Beauty 2012/04/28 02:03:27
Entsetzlich beknackte Kunstfilmerprobung einer Regiedebütantin, die Ingeborg Bachmann nicht verstanden hat. Von null auf hundert im gegenwärtigen Prätentionsgewerbe eingerichtet, ist Julia Leigh in erster Linie daran gelegen, die Autoaggression ihrer Protagonistin in stets erlesenen Bildern zu erzählen, deren strenge statische Kadrierung vor buchstäblich vordergründiger Anordnung der Figuren und Settings man wie in schlechtem Theater aussitzen muss. Die Ultrastilisierung des Materials (oder wie Peter Debruge in der Variety schrieb: "arty, not to be confused with artistic") bei gleichzeitiger Reduktion der Inhalte verleiht allem Hässlichen umso mehr entsprechende Schönheit, das Kino einer Catherine Breillat bekommt plötzlich Sinn. Im Verzicht des Konkreten liegt fürwahr noch keine Subtilität, und vorsätzliche ästhetische Anbiederung am Slow Cinema beschirmt auch nicht vor der Penetranz eingestanzter Botschaften. Dear Julia Leigh, das mit Australia’s Next Jane Campion wird so schnell erstmal nix. File under: Schwarzblende.
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Kubrick_obscura 2012/04/28 09:46:02
Antwort löschenIch freu mich schon darauf den Film besser zu bewerten ;D
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BlueSquirrel 2012/04/28 16:47:02
Antwort löschen@Vega: Big Kiss.
Schlegel 2012/05/25 20:17:08
Antwort löschenGuter Kommi, indeed.
Mr Vincent Vega
über Four Shades of Brown 2012/04/25 18:58:32
Die einzige Kinoproduktion der schwedischen Comedy-Gemeinschaft Killinggänget, unter Federführung ihres heute prominentesten Mitglieds: Tomas Alfredson. Es wäre gelogen, wenn ich sagte, dass mich dessen Souveränität und Genauigkeit im Umgang mit eben auch komödiantischen Sujets überrascht hätten. "Four Shades of Brown" setzt sich aus vier voneinander unabhängigen, jedoch verzahnt montierten tragikomischen Episoden zusammen. In seinem lakonischen Witz und der staubtrockenen Schilderung absurder Alltagssituationen erinnert der Film nicht selten an die grotesken filmischen Tableaux vivants eines Roy Andersson. Nie jedoch hebt Alfredson seine episodischen Humormosaike ironisch auf, besonders dort nicht, wo sie gar blanken Zynismus geradewegs herausfordern. Keine Scheu obendrein vor Gesten des Gefühligen, so er seinen eigentümlichen, wirklichkeitsentrückten Figuren immer auch noch Momente der Klarheit, der aufrichtigen Sensibilität schenkt. Aus diesem Handlungs- und Figurenkosmos ließen sich mindestens drei, vier, ach was, ein ganzes Dutzend weiterer Geschichten schöpfen, ausscherend nach links und rechts und oben und unten, um sie dann gleich noch, Kraft der Inszenierung, kreisförmig zu schließen. Wäre dieserlei Vordergründigkeit dem großen Alfredson nur eben nicht so wunderschön fremd.
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Mr Vincent Vega
über Badende Venus 2012/04/23 21:08:26
Wahnwitziger Technicolor-Camp, der Schwimm- und Musicalstar Esther Williams in ihrer ersten Hauptrolle zum Durchbruch verhalf. "Bathing Beauty", ursprünglich ganz auf Comedy-Liebling Red Skelton zugeschnitten, zählt nicht nur zu den einträglichsten MGM-Filmen aller Zeiten, sondern begründete laut Williams mit seiner finalen und vereinzelt an Busby Berkeley erinnernden Aquashow sogar noch das moderne Synchronschwimmen. Im opulenten wie quietschfidelen Schlusshöhepunkt preist der Film sogleich seine Charakteristika: Der die gesamte Handlung motivierende Liebesirrtum wird mit einem Nebensatz erledigt, die Bühne für ein farbenfrohes Planschvergnügen eröffnet. Kaum ein zeitgenössisches Musical frönte so sehr der Lust am realitätsfernen Nonsens, präsentierte sich so konsequent plotfrei, begnügte sich so offenkundig mit irrsinnigen, wenn nicht gar haarsträubenden Musicaleinlagen. "Bathing Beauty" feiert unentwegt die eigene kunterbunte Heiterkeit, als könne man zur absurden Orgelakrobatik einer Ethel Smith den lieben langen Tag trällern. Was für ein Film.
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vannorden 2012/04/23 23:15:34
Antwort löschenHach Red Skelton, sowas wie die coole Version von Steve Urkel, was ja der real-existierenste Widerspruch schlechthin ist und Fingernägel aufrollend in seiner verführerischen Unerträglichkeit.
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Mr Vincent Vega 2012/04/23 23:27:04
Antwort löschenWas Skelton in der Ballettszene leistet, ist sagenhaft. Einzig die dann doch ein wenig überstrapazierten Witze bezüglich seiner roten Haare wollten mir dann irgendwie nicht mehr rein. Das berührte oft die Grenze der Diskriminierung. Aber Urkel in rot träfe es wohl dennoch. :D
vannorden 2012/04/23 23:46:20
Antwort löschen^^ Muss ich auch undedingt schauen. "Wahnwitziger Technicolor-Camp" ist einfach eine unwiderstehliche Wortkombination.