Der Film ist technisch perfekt. Und da meine ich nicht nur die Special Effects. Auch dramaturgisch ist alles wie aus dem Lehrbuch für Filmstudenten. "Seht her, so wirds gemacht!" Ideal als Einführung in die Filmwissenschaft.
Das ist auch gleichzeitig das große Manko des Films. Es fehlt halt jede Authenzität. Es ist eine Aneinandereihung von flachen Effekten (ich meine nicht die CGI) um auf Tränendrüsen zu drücken oder andere Emotionen auszulösen. Das ist derart offensichtlich, daß sich diese versuchte Manipulation in den Vordergrund schiebt und jede Identifikation für mich unmöglich macht. Dabei haben beide Haupdarsteller in anderen Filmen bewiesen, daß sie in der Lage sind ihren Rollen Leben einzuhauchen. (Di Caprio in "Gilbert Grape" und Winslet in "Heavenly Creatures".) Hier jedoch sind beide nur Klischee. Wer darüber noch heulen kann, hat einfach noch keinen richtig traurigen Film gesehen.
Der große Erfolg beweist nur eines: Das absolute Mittelmaß. Von allem der kleinste gemeinsame Nenner. So landet man komerzielle Erfolge aber cineastische Rohrkrepierer. Genau das spiegelt auch die Community Wertung hier wieder.
Und Oscars sind doch sowieso eher Warnung als Qualitätsmerkmal. ;)
Die Dramaturgie kommt nicht gerade aus dem Lehrbuch, da über weite Strecken (bis zum Eisberg eigentlich) ein ernsthafter Konflikt fehlt. Das macht den Film ja so bräsig, und andere Drehbücher (z. Bsp. Earthquake) habens wesentlich besser hinbekommen.
Du hast sicherlich recht, wenn man die Titanic-Handlung als Haupthandlung bergreift. Hier aber ist genau diese zum reinen, zugegeben opulenten, Rahmen verkommen, da Spannung damit nicht aufzubauen ist. Jeder weis ja, daß der Pott untergehen wird.
Der Finanzielle Erfolg eines Films, gepaart mit Oscars sagt eigentlich nur eins aus: Dass der Film funktioniert. Qualität? wie misst man die? Hat ein Film Qualität nur weil eine Geschichte so tiefgründig ist und jeder Charakter so ausführlich gezeichnet, das der Film sterbenslangweilig ist und eigentlich nur denen gefällt die sich sowas beruflich bis zum ende anschauen müssen, oder den oportunisten die schon lange jeglichem seichten unterhaltungswert von Filmen den Kampf angesagt haben.
Also wenn Seichtigkeit nicht mit Schauwerten ausgeglichen wird, beginne ich mich sofort zu langweilen. Wenn du da weniger anspruchsvoll bist, ist das doch schön. Anderen deswegen Opportunismus vorzuwerfen (opportun gegenüber wem?), ist ein bisschen problematisch.
Danke Schlegel,
ich begreife den Rest als Komliment, aber den Opportunisten habe ich auch nicht verstanden. Und ich schaue diese "anderen" Filme nicht professionell sondern zum Vergnügen. Sterbenslangweilig finde ich es, wenn die üblichen Mechanismen nur zur Emotionserzeugung abgespult werden. Da hilft die technische Faszination lediglich durch den Abend. Letztlich ist der Inhalt interessant. Und da hapert es hier.
Die Qualität misst sich imho an der Aussergewöhnlichkeit des Stoffes, der Charaktere und/oder der Darstellung.
Mittelmassigkeit bestimmt schon den Alltag, aber bitte nicht meinen Kinoabend. ;)
Sollte meine niedrige Wertung zu Unmut geführt haben, so sei gesagt, daß ich auch ein "Total Egal" hätte vergeben können. Nur dieses Portal macht Filmvorschläge die ich gerne habe. Somit ist diese Wertung sowas wie ein Spamfilter.
Er meint mit Opportunismus das Abwarten von Leuten mit ihrer Bewertung bis sie sich jemandem anschließen können den sie für einen Film-Kenner halten, glaube ich, oder Leute die sich unterbewusst immer gegen den Strom richten. Also ist es opportunistisch auf den Zeitpunkt zu warten wo sich für diese Leute eine klare Linie abgezeichnet hat. Das macht schon Sinn. Allerdings sind das glaube ich weniger Leute als er denkt.
@Nahtigall: Korrigiere mich wenn ich falsch liege.
Haha, ein Familienfilm. ;) Die Gesichter der Famile würde ich gerne beim Verlassen des Kinos sehen. Hehe.
(edit: war mal als familienfilm getagged, wurde korrigiert, danke)
Wer skurille, abgründige Filme mag ist hier richtig. Bitterböse und richtig gut.
Typische Regie von Alex van Warmerdam.
(Kann man hier irgendwo die Filmdaten pflegen? Hätte ihn beinahe nicht gefunden.)
Little Tony ist ein typischer van Warmerdam: Ein rabenschwarzer Film, über einen schlichten Bauern und dessen intrigante Frau. Von der Handlung sei hier nichts veraten, nur daß der Film von abgründigem Humor, den skurrilen Charakteren und aussergewöhnlichen Ideen lebt.
Liebevolle Genrestudie mit einer extrem schweren Spülmachine und einem etwas sehr konstruiertem Happy End, was man dem Film aber nicht übelnehmen kann.
Was die Stimmung betrifft ist es Akins bisher "hellster" Film.
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nihil
über Titanic 2010/01/17 13:28:26
Der Film ist technisch perfekt. Und da meine ich nicht nur die Special Effects. Auch dramaturgisch ist alles wie aus dem Lehrbuch für Filmstudenten. "Seht her, so wirds gemacht!" Ideal als Einführung in die Filmwissenschaft.
Das ist auch gleichzeitig das große Manko des Films. Es fehlt halt jede Authenzität. Es ist eine Aneinandereihung von flachen Effekten (ich meine nicht die CGI) um auf Tränendrüsen zu drücken oder andere Emotionen auszulösen. Das ist derart offensichtlich, daß sich diese versuchte Manipulation in den Vordergrund schiebt und jede Identifikation für mich unmöglich macht. Dabei haben beide Haupdarsteller in anderen Filmen bewiesen, daß sie in der Lage sind ihren Rollen Leben einzuhauchen. (Di Caprio in "Gilbert Grape" und Winslet in "Heavenly Creatures".) Hier jedoch sind beide nur Klischee. Wer darüber noch heulen kann, hat einfach noch keinen richtig traurigen Film gesehen.
Der große Erfolg beweist nur eines: Das absolute Mittelmaß. Von allem der kleinste gemeinsame Nenner. So landet man komerzielle Erfolge aber cineastische Rohrkrepierer. Genau das spiegelt auch die Community Wertung hier wieder.
Und Oscars sind doch sowieso eher Warnung als Qualitätsmerkmal. ;)
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten
Schlegel 2010/01/17 13:44:43
Antwort löschenDie Dramaturgie kommt nicht gerade aus dem Lehrbuch, da über weite Strecken (bis zum Eisberg eigentlich) ein ernsthafter Konflikt fehlt. Das macht den Film ja so bräsig, und andere Drehbücher (z. Bsp. Earthquake) habens wesentlich besser hinbekommen.
nihil 2010/01/17 14:08:10
Antwort löschenDu hast sicherlich recht, wenn man die Titanic-Handlung als Haupthandlung bergreift. Hier aber ist genau diese zum reinen, zugegeben opulenten, Rahmen verkommen, da Spannung damit nicht aufzubauen ist. Jeder weis ja, daß der Pott untergehen wird.
Nahtigall 2010/01/26 09:30:24
Antwort löschenDer Finanzielle Erfolg eines Films, gepaart mit Oscars sagt eigentlich nur eins aus: Dass der Film funktioniert. Qualität? wie misst man die? Hat ein Film Qualität nur weil eine Geschichte so tiefgründig ist und jeder Charakter so ausführlich gezeichnet, das der Film sterbenslangweilig ist und eigentlich nur denen gefällt die sich sowas beruflich bis zum ende anschauen müssen, oder den oportunisten die schon lange jeglichem seichten unterhaltungswert von Filmen den Kampf angesagt haben.
Schlegel 2010/01/26 14:02:09
Antwort löschenAlso wenn Seichtigkeit nicht mit Schauwerten ausgeglichen wird, beginne ich mich sofort zu langweilen. Wenn du da weniger anspruchsvoll bist, ist das doch schön. Anderen deswegen Opportunismus vorzuwerfen (opportun gegenüber wem?), ist ein bisschen problematisch.
Alle 6 Antworten zeigen
nihil 2010/01/26 22:22:29
Antwort löschenDanke Schlegel,
ich begreife den Rest als Komliment, aber den Opportunisten habe ich auch nicht verstanden. Und ich schaue diese "anderen" Filme nicht professionell sondern zum Vergnügen. Sterbenslangweilig finde ich es, wenn die üblichen Mechanismen nur zur Emotionserzeugung abgespult werden. Da hilft die technische Faszination lediglich durch den Abend. Letztlich ist der Inhalt interessant. Und da hapert es hier.
Die Qualität misst sich imho an der Aussergewöhnlichkeit des Stoffes, der Charaktere und/oder der Darstellung.
Mittelmassigkeit bestimmt schon den Alltag, aber bitte nicht meinen Kinoabend. ;)
Sollte meine niedrige Wertung zu Unmut geführt haben, so sei gesagt, daß ich auch ein "Total Egal" hätte vergeben können. Nur dieses Portal macht Filmvorschläge die ich gerne habe. Somit ist diese Wertung sowas wie ein Spamfilter.
BlueSquirrel 2010/07/30 23:00:35
Antwort löschenEr meint mit Opportunismus das Abwarten von Leuten mit ihrer Bewertung bis sie sich jemandem anschließen können den sie für einen Film-Kenner halten, glaube ich, oder Leute die sich unterbewusst immer gegen den Strom richten. Also ist es opportunistisch auf den Zeitpunkt zu warten wo sich für diese Leute eine klare Linie abgezeichnet hat. Das macht schon Sinn. Allerdings sind das glaube ich weniger Leute als er denkt.
@Nahtigall: Korrigiere mich wenn ich falsch liege.
nihil
über De Noorderlingen 2010/01/17 00:59:31
Haha, ein Familienfilm. ;) Die Gesichter der Famile würde ich gerne beim Verlassen des Kinos sehen. Hehe.
(edit: war mal als familienfilm getagged, wurde korrigiert, danke)
Wer skurille, abgründige Filme mag ist hier richtig. Bitterböse und richtig gut.
Typische Regie von Alex van Warmerdam.
(Kann man hier irgendwo die Filmdaten pflegen? Hätte ihn beinahe nicht gefunden.)
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nihil
über Little Tony 2010/01/17 00:42:48
Little Tony ist ein typischer van Warmerdam: Ein rabenschwarzer Film, über einen schlichten Bauern und dessen intrigante Frau. Von der Handlung sei hier nichts veraten, nur daß der Film von abgründigem Humor, den skurrilen Charakteren und aussergewöhnlichen Ideen lebt.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten
nihil
über Soul Kitchen 2010/01/03 01:34:37
Liebevolle Genrestudie mit einer extrem schweren Spülmachine und einem etwas sehr konstruiertem Happy End, was man dem Film aber nicht übelnehmen kann.
Was die Stimmung betrifft ist es Akins bisher "hellster" Film.
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