Patrick Wurster - Patrick Wursters Kommentare zu Filmen

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www.indiskretion-ehrensache... (Patrick Wurster)
über Apollo 18

3.5Schwach

Wacklige, flimmernde, flackernde Handkamerasequenzen und sprunghafte Schnitte wie aus „Blair Witch Project“ wechseln mit statischen Bordkameraeinstellungen, von Störsignalen begleitete und aus verrauschtem Funkverkehr gespeiste Dialoge suggerieren zusätzlich Authentizität. Lange kann die Spannung von der Ungewissheit zehren – bis der Science-Fiction-Thriller zunehmend in standardisierten „Alien“-Weltraumhorror abdriftet.

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über El Bulli: Cooking In Progress

5.5Geht so

Am 30. Juli 2011 setzte der Erfinder von Apfelkaviar, Kartoffelschaum und Parmesankristall mit einem 50-Gänge-Menü den Schlusspunkt, eine Stiftung soll folgen. Dieses Ende wäre auch der stimmige dramaturgische Bogen für diesen Gruß aus der Molekularküche gewesen, den man aber beileibe goutieren kann, ohne sich zwingend den Gourmets zuzurechnen.

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über American Pie - Das Klassentreffen

6.5Ganz gut

Mit sei­nem „Ver­rückt nach Mary“ hin­ter­he­rei­fern­den Humor hat „Ame­ri­can Pie“ ein Revi­val der ver­sau­ten Tee­nie­ko­mö­die im „Eis am Stiel“-Muster los­ge­tre­ten; und auch das aktu­elle Regie­ge­spann Jon Hur­witz und Hay­den Schloss­berg behält für den trieb­ge­steu­er­ten Trip in die Ver­gan­gen­heit das Niveau unter der Gür­tel­li­nie bei. Die Hand­lung ist bloße Bühne des nost­al­gi­schen Schau­lau­fens – aber immer noch gut genug, um der Reihe über die Klasse von 1999 mit Stif­meis­ters spä­ter Rache am Heim­schei­ßer einen uner­war­te­ten fina­len Höhe­punkt zu bescheren.

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über Krieg der Götter 3D

8.0Ausgezeichnet

Lose basierend auf den Minotaurus- und Titanomachie-Sagen lässt Tarsem Singh einem Gemälde gleich in Zeitlupengefechten das Kriegsbeil schwingen; und wenn die goldgewandeten Götter im Finale die ultimativen Zerschmetterer geben, präsentiert er ästhetisch aufgeladenen Hochglanz-Splatter, der auch ohne breitwandige 3D-Tableaus noch durch bedingungslosen Stilwillen fesselt. Die Charaktere sind in diesem künstlerisch-kühlen Bilderbogen bloße Ikonen, doch das kann seinen „Immortals“ den Platz in der Hall Of Fame des Genres nicht mehr streitig machen.

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über Im Reich der Raubkatzen

6.5Ganz gut

Wie die Vorgängerproduktionen von Disneynature, „Unsere Erde“, „Das Geheimnis der Flamingos“ und „Unsere Ozeane“, besticht Alastair Fothergills inszenierte Doku durch seine majestätischen Bilder, die er und Co-Anweiser Keith Scholey zu einer spannenden Geschichte verdichten und dabei den Raubkatzen mit Erzähler Thomas Fritsch so nahe auf die Pelle rücken, dass man jedes Haar im Savannenwind wiegen sieht. Auch wenn die Vermenschlichung der Tierwelt nicht an Luc Jacquets „Reise der Pinguine“ heranreicht, legt Disney aufs Vermitteln seines Familienideals wieder gesteigerten Wert; darüber lässt sich angesichts dieses ostafrikanischen Naturschauspiels inklusive spektakulär-schöner Zoom- und Zeitlupen-Aufnahmen aber ohne weiteres hinwegsehen.

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über Russendisko

7.0Sehenswert

Regisseur Oliver Ziegenbalg, der Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke bereits das „Friendship!“-Drehbuch vorgeschrieben hat, eifert einem berühmten französischen Großstadtmärchen nach: An Originalschauplätzen gedreht, überhöht seine gekünstelte Kulisse die (durch einen einigermaßen verloren wirkenden Ausflug ins Zeichentrickhafte noch weiter untergrabene) Realität. Zündende Gimmicks wie der von Kaminer gesprochene Radiodoktor, ein beseelter Soundtrack zwischen „Dorogoi Dlinnoyu“, der russischen Volksliedvorlage für „Those Were The Days“, und Leningrads „Super Good“ sowie ein in steter Feierlaune befindliches Ensemble machen aus „Russendisko“ zwar noch keine Berliner „Amélie“, aber einen fabelhaften Wohlfühlfilm allemal!

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über Die Wahrheit der Lüge

5.5Geht so

Minimalismus bleibt die Maßgabe. Wie üblich wurde ohne einen Cent Fördergeld (aber erstmals auf HD-Profi-Equipment mit der Arri Alexa) gedreht. Dass der vom Theater kommende Reber sein kammerspielartiges Filmkonzept aufweicht und diesmal vermehrt Kamerafahrten einsetzt, bringt dagegen wohltuende Bewegung in die sonst oft statische Szenerie. Auch weil die Dialoge weniger philosophierend gehalten sind, spricht „Die Wahrheit der Lüge“ eine deutlichere Sprache. Mit mainstreamigen Sehgewohnheiten wird angesichts der surrealen, teils bizarr-grotesken Bilder immer noch gehörig gebrochen; allerdings hat der Exzentriker unter den deutschen Regisseuren seine bis dato allgemeinverträglichste Arbeit abgeliefert.

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über Sams im Glück

6.5Ganz gut

Am Donnerstag kommt das Sams zurück. Zum dritten Mal, seit Paul Maars Kinderzimmerklassiker über das rüsselnasige, rothaarige, reimende und rotzfreche Wesen mit den blauen Wunschpunkten im Jahr 2001 verfilmt wurde. An dessen Fortsetzung „Sams in Gefahr“ schließt nun die Kinofassung des erst vergangenen Herbst erschienenen siebten Teils der Buchreihe an. Den anarchisch-frechen Charme erhalten der wieder mit Maar das Drehbuch verfassende Produzent Ulrich Limmer und sein Vornamensvetter: Noethen lässt ordentlich das Sams raus und bereitet mit seinem überdrehten Schauspiel Kindern und Kindgebliebenen ziemlich wunschlose 103 Minuten.

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über Aushilfsgangster

6.5Ganz gut

Sein „Tower Heist“ hat’s ganz offenbar auf Danny „Ocean’s“ Gaunerbande abgesehen. Statt Casino- oder Museumsbruch lässt Regisseur Brett Ratner die mit Ben Stiller, Matthew Broderick, Casey Affleck und Eddie Murphy ebenfalls prominent besetzten „Aushilfsgangster“ Rache an einem Wall-Street-Zocker nehmen. Der deutsche Titel sagt mehr, als er soll. Denn so sauber ausgeklügelt wie bei Steven Soderbergh gehen Stiller und seine Spießgesellen nicht zu Werke. Während anderswo jeder Charakter mit unersetzbaren Fertigkeiten ausgestattet ist, ohne die der bis in kleinste Detail ausgefeilte Coup zum Scheitern verurteilt wäre, versucht es Ratner auf gut Glück ohne Raffinesse, kaschiert von Christophe Becks treibendem Score und der diebischen Vorfreude darüber, dass sich zumindest einer der vielen Ackermänner am Ende gewaltig verspekuliert.

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über Die drei Musketiere

5.5Geht so

Einer für alle und alle für Bernd. Der Abspann von „Die drei Musketiere“ startet mit der Verneigung vor jenem Produzenten, der aus der Constantin-Konkursmasse ein florierendes Filmunternehmen geformt hat. Das auf Alexandre Dumas’ Roman basierende Abenteuer, in dem ein prominenter Cast die Klingen kreuzt, ist die erste große Constantin-Produktion nach Eichingers überraschendem Tod am 24. Januar 2011. Regisseur Paul W.S. Anderson hat dem in protzige Kostüme und Kulissen gehüllten Klassiker des Mantel-und-Degen-Films ein zeitgemäßes Outfit verpasst. Dass der Jargon nicht immer dem 17. Jahrhundert entspricht, gehört ebenso wie Martial-Arts-Zeitlupen, die neumodische Einführung der Protagonisten im Prolog, Luftschiffe und andere Anachronismen zum Konzept, das bei alten Haudegen eher keinen Stich machen dürfte.

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über Gefährten

5.0Geht so

Steven Spielberg setzt auf alte Schule und sein Stammpersonal: Komponist John Williams sorgt für orchestrale Dramatik, Kameramann Janusz Kaminiski dreht Bilder in Technicolor-Ästhetik, die hier einem John Ford, dort „Vom Winde verweht“ schmeicheln. Und die Antwort auf die rhetorische Frage von „Spiegel Online“, was den Regisseur bloß geritten haben mag, Weltkriegshorror mit „Wendy“-Kitsch zu kombinieren, ist eigentlich ziemlich offensichtlich: das ganz große Gefühlskino.

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über die Serie Alf

Ein unsäg­li­cher US-​​Fernsehfilm sollte 1996 in deut­schen Kinos rich­ten, was die mit einem klas­si­schen Cliff­han­ger endende Serie offen gelas­sen hatte. Denn die fünfte Staf­fel von „Alf“ wurde nicht mehr pro­du­ziert. Zehn Jahre zuvor, als Paul Fusco und Tom Patchett die ers­ten 24-​​Minüter dre­hen, ist immer­hin unsere Welt noch in Ord­nung. Schließ­lich ist Alfs Hei­mat­pla­net Mel­mac dank des gleich­zei­ti­gen Ein­schal­tens sämt­li­cher Haar­trock­ner einer Nukle­ar­ka­ta­stro­phe zum Opfer gefal­len — und er alias Gor­don Shum­way mit­ten ins Gara­gen­dach der Fami­lie Tanner. Und wenn die 229 Lenze alte zottlig-ko(s)misch-großfußige Mischung aus Amei­sen­bär und brau­nem Flo­kati mit Tommi Pipers rauchig-​​sonorer Stimme und kon­ser­ve­n­un­ter­legt seine zum Tot­la­chen coo­len Sprü­che reißt („Das Fett brennt! Das Fett brennt!“), stellt man ange­sichts einer über die Jahre an nichts ein­bü­ßen­den Gag­dichte fest, dass jede Dia­log­zeile noch so rührig-​​vertraut vor­kommt, als käme da ein gelieb­ter Spiel­ge­fährte aus Kin­der­ta­gen plötz­lich mir nichts dir nichts vom Dach­bo­den gestie­felt. Oder wie’s Wil­lie Tan­ner einst beim unver­hoff­ten Wie­der­se­hen (aus­nahms­weise und unwi­der­spro­chen) auf den Punkt for­mu­liert hat: „Will­kom­men zuhause, Meis­ter Alf!“

www.indiskretion-ehrensache.com/2009/09/alf-die-komplette-erste-staffel.html

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über die Serie Switch reloaded

Für Fern­seh­sen­der ist ein sol­ches For­mat eigent­lich die blanke Selbst­kan­ni­ba­li­sie­rung. Für den vom mit­un­ter grot­ten­schlech­ten Pro­gramm ent­nerv­ten Zuschauer dage­gen mutet das Kon­zept, von einem Kanal in den nächs­ten zu zap­pen, um „TV gna­den­los zu par­odie­ren“, als die größte Wohl­tat seit „Kalk­ofes Matt­scheibe“ an. Auch wenn „Switch“ den Hebel erst im zwei­ten Anlauf umlegen konnte - glas­klares Bekennt­nis: Ich glotz TV!

www.indiskretion-ehrensache.com/2010/08/switch-reloaded-vol-4.html

www.indiskretion-ehrensache.com/2011/05/switch-reloaded-vol-5.html

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über die Serie Heroes

www.indiskretion-ehrensache.com/2008/01/heroes-season-1.html

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über die Serie 30 Rock

www.indiskretion-ehrensache.com/2009/05/30-rock-season-1.html

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über die Serie Stromberg

www.indiskretion-ehrensache.com/2009/11/stromberg-staffel-4.html

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www.indiskretion-ehrensache... (Patrick Wurster)
über Yoko

6.5Ganz gut

Regisseurin Franziska Buch, die schon bei „Emil und die Detektive“ und „Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen“ gezeigt hat, dass sie es versteht, zielgruppengerechtes Kino zu inszenieren, setzt bei ihrem einsilbigen Hauptdarsteller auf Greifbares: Der nach Kindchenschema konzipierte Knuddel-E.T. Yoko kommt auch deshalb so knuffig daher, weil er kein künstliches, dem Computer entsprungenes Geschöpf ist, sondern ein Animatronic – eine Mischung aus Puppe und Roboter. Die aufgebauten Konflikte ihrer ohne großartige Nebenplots erzählten Handlung löst Buch zugunsten des Verständnisses zeitnah und oft durch klassischen Slapstick. Einen coolen Titelsong bekommen die Kids mit „Was geht ab – Yoko“ von Banana Fishbone Sebastian Horn außerdem. Lillis CGI-Drache Hektor muss sich warm anziehen.

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über Sex on the Beach

4.0Uninteressant

„The Inbetweeners Movie“ liefert den derben Vorgeschmack auf die mehrfach mit „British Comedy Awards“ ausgezeichnete Serie, deren drei Staffeln in Deutschland bislang weder zu sehen noch zu kaufen sind. Die Produzenten der Fernsehshow, Damon Beesley und Iain Morris, haben das Drehbuch fortgeschrieben und liefern mit ihrem Spin-Off ein „American Pie“ auf Britisch. Dessen Ham’n’Eggs (Achtung Anspielung!) sind zwar einigermaßen gut durch; wer die Vorlage nicht kennt, wird den feinen Bad Humor allerdings verpassen.

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über Jack und Jill

3.5Schwach

Die Filmografie eines Al Pacino kommt sicher ohne diesen Titel aus, aber der Charakterkopf beweist als abgedrehter Method Actor viel Selbstironie. Adam Sandler verteilt derweil seine gängigen Derbheiten, Cameo-Auftritte von Johnny Depp und John McEnroe sowie drei Running Gags in Person der beiden schrägen Kids und des mexikanischen Komikers Eugenio Derbez (der als Gärtner und chilischotenmampfende Großmama ebenfalls eine Doppelrolle ausfüllt) über dem relativ undramaturgischen Plot, bevor der sentimentale Läuterungspart einsetzt. Zumindest eines darf sich Sandler anmaßen: im Vergleich mit Tony Curtis, Jack Lemmon, Dustin Hoffman und Robin Williams dicker aufgetragen zu haben.

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über Nader und Simin - Eine Trennung

8.0Ausgezeichnet

Käme Regisseur Asghar Farhadi nicht aus dem Iran, „Nader und Simin“ wäre ein vielschichtiges Familiendrama, eine Beziehungstragödie, ein Minikrimi, in dem sich alle irgendwie schuldig gemacht haben und je nach Lage auf Anstand und Moral oder geltendes Recht plädieren. Die objektive Wahrheit bekommen wir während der 123 Minuten nicht zu Gesicht; sind vielmehr von Beginn an eingeladen, selbst Richter zu spielen. Nun kommt Farhadi aber aus dem Iran und so werden die Konflikte zu Gleichnissen des unfreien politischen Systems im Ayatollah-Staat.

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