philopee
philopee heißt Philo , ist 19 Jahre alt. Er hat sich Sun, 20 Dec 2009 10:16:52 -0000 auf moviepilot angemeldet und hat schon unglaubliche 841 Filme bewertet und legendäre 279 Kommentare geschrieben. Ich bin ein absoulter Fan von eingestaubten Schwarz-weiß-Streifen und empfinde es als ganz besonders sympatisch, wenn Filmemacher entgegen der technischen Entwicklung Filme produzieren. Ich bin offizieller Ächter von Fake-3D, kann mit dem echten aber auch nicht wirklich mehr anfangen. Außerdem würde ich mich als Fan von jeglichem Randgruppenkino zählen, kann vielen Blockbustern aber doch auch noch einiges abgewinnen. Des weiteren mag ich die heimische Atmosphäre die auf moviepilot vorherrscht und kann mir nicht vorstellen mein Profil jemals löschen zu wollen ;) Mehr
| Name | Philo |
|---|---|
| Alter | 19 |
| Geschlecht | männlich |
| Meine Lieblingsfilmfigur | gerne Marty McFly |
| Ich bin Fan von: | Moritz Bleibtreu, Johnny Depp, Peter Falk, Helena Bonham Carter, Gary Oldman, Salma Hayek, Ellen Page, Christian Bale, David Koepp, Kevin Spacey, Ennio Morricone, Mélanie Laurent, Michael J. Fox, Hugo Weaving, Oren Peli, James Stewart, Daniel Brühl, Clémence Poésy, Chloë Grace Moretz, Joachim Löw, Anders Thomas Jensen, Louise Lasser, J.K. Rowling, Federico Fellini, Giulietta Masina, Rosie Perez |
| Meine Lieblingsregisseure: | Francois Truffaut, Luis Bunuel, Alfred Hitchcock, David Fincher, Darren Aronofsky, Pedro Almodovar, Charlie Kaufman, Federico Fellini, Wong Kar-Wai, Werner Herzog, Peter Jackson, David Cronenberg |
| Mein Lieblingsfilmzitat: | Once you realize what a joke everything is, being the Comedian is the only thing that makes sense. - "Watchmen" |
| Über mich | Ich bin ein absoulter Fan von eingestaubten Schwarz-weiß-Streifen und empfinde es als ganz besonders sympatisch, wenn Filmemacher entgegen der technischen Entwicklung Filme produzieren. Ich bin offizieller Ächter von Fake-3D, kann mit dem echten aber auch nicht wirklich mehr anfangen. Außerdem würde ich mich als Fan von jeglichem Randgruppenkino zählen, kann vielen Blockbustern aber doch auch noch einiges abgewinnen. Des weiteren mag ich die heimische Atmosphäre die auf moviepilot vorherrscht und kann mir nicht vorstellen mein Profil jemals löschen zu wollen ;) |
Tatort: Summ, Summ, Summ und 1 weitere ...
philopee 4.5 "Uninteressant" Sun, 24 Mar 2013 21:45:23 -0000
Vorweg - "Ausser Atem" ist ein Titel der für diesen Film irreführender nicht sein könnte. Natürlich erwartet man auch keine atemberaubende Action, wenn man weiß, dass Jean-Luc Godard mit diesem Streifen seinen ersten nennenswerten Film gedreht hat. Heutzutage steht sein Name ja stellvertretend für den frühen Kunstfilm Mitteleuropas. Aber trotzdem muss man festhalten, dass weder die Hauptcharaktere,…
Vorweg - "Ausser Atem" ist ein Titel der für diesen Film irreführender nicht sein könnte. Natürlich erwartet man auch keine atemberaubende Action, wenn man weiß, dass Jean-Luc Godard mit diesem Streifen seinen ersten nennenswerten Film gedreht hat. Heutzutage steht sein Name ja stellvertretend für den frühen Kunstfilm Mitteleuropas. Aber trotzdem muss man festhalten, dass weder die Hauptcharaktere, noch die Nebencharaktere und schon gar nicht die Zuscher zu irgendeinem Zeitpunkt Gefahr laufen hier außer Atem zu geraten.
Die komplette Handlung des Films ist eigentlich in ihrer vollen Breite in einem einzigen Satz beschreibbar: Der französische Gigolo Michel bringt nach einer Verfolgungsjagd einen Polizisten um, weshalb er nach Paris zu einer amerikanischen Studentin, seiner Angebeteten, flieht, die sich nun entscheiden muss, ob sie ihn beherrbergt oder ausliefert. Punkt. Dazu gibt es eigentlich nicht mehr zu sagen. Die Hauptdarsteller machen ihren Job ganz ausgezeichnet und auch Godard hat es mit einem Minimalbudget geschafft, die Laufzeit mit mehr oder minder relevanten Dialogen zwischen Patricia und Michel zu füllen. Doch wie so oft muss man beim Genuss von alten Filmen die zeitlichen Zusammenhänge näher betrachten um zu verstehen warum gerade "Ausser Atem" Godards Sprungbrett in die Filmgeschichte war.
1959, als Godard mit "Ausser Atem" zum ersten Mal die französischen Kinos füllte, kam dieser Film wie ein Befreiungsschlag. Während der Kern der wichtigen französischen Regisseure damals noch beschäftigt war den zweiten Weltkrieg zu reproduzieren, liefen in der USA große Produktionen, die Stück für Stück Filmgeschichte schrieben. Namen wie Hitchcock, Grant und Bogart säumten das Image des amerikanischen Kinos. Der französische Film dagegen steckte in einer scheinbar unüberwindbaren Krise.
Heutzutage kann man sich kaum mehr vorstellen, dass der amerikanische Mainstream für überhaupt irgendeinen Künstler ein Vorbild sein kann, aber damals hat dieser tatsächlich für eine ganz neue filmische Indentität in Frankreich Model gestanden.
Wollte man sich jetzt ganz weit aus dem Fenster lehnen, könnte man sicherlich anmerken, dass das auch im Film immer wieder deutlich wird. Beispielsweise kommt Michel, der äußerlich eine ziemlich detailgetreue Nachbildung von Humphrey Bogart ist, in einer Szene an einem Kino vorbei und schaut sich mehrere Sekunden lang ein Bild von Bogart an. Die Begebenheit wird später nicht mehr angesprochen, war also für die Handlung nicht relevant. Außerdem wird es wohl kaum ein Zufall gewesen sein, dass Michel gerade eine Amerikanerin verehrt und die Französinnen zurückweist.
Wenn auch nur ein kleiner Teil dieser Folgerungen stimmen, kann man sagen, dass Godard damit eher einen provozierenden Protestfilm gedreht hat, anstatt einem puren Unterhaltungsstreifen, wie der Titel vermuten lassen könnte.
Dieser Film ist im entferntesten Sinne mit dem ersten kleinen Film der Weltgeschichte von den Brüdern Lumiére vergleichbar. Ein Franzose schafft etwas vollkommen unspektakuläres und schreibt damit Filmgeschichte. Der Inhalt ist kaum relevant, aber die Tatsache, dass es den Film gibt umso mehr.
Für Liebhaber ist "Ausser Atem" in jedem Fall ein Blick wert, zur Unterhaltung eignet er sich jedoch nur wenn man sehr geringe Ansprüche an Spannung hat.
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Geschichten die das Leben schreibt - Teil 1
Werfen wir einen Blick in den Zustand Südafrikas nachdem Nelson Mandela die weiße Obrigkeit in die Knie gezwungen hat. Gavin Woods "Tsotsi" beginnt in einem der Slums von Johanesburg. Hier wohnen Millionen Menschen dicht an dicht gedrängt in klapprigen Lehmhütten mit dem eigentlich ziemlich aus der Mode gekommenen Wellblechdach oben drauf…
Geschichten die das Leben schreibt - Teil 1
Werfen wir einen Blick in den Zustand Südafrikas nachdem Nelson Mandela die weiße Obrigkeit in die Knie gezwungen hat. Gavin Woods "Tsotsi" beginnt in einem der Slums von Johanesburg. Hier wohnen Millionen Menschen dicht an dicht gedrängt in klapprigen Lehmhütten mit dem eigentlich ziemlich aus der Mode gekommenen Wellblechdach oben drauf. Ein schöner Anblick bietet sich dem Zuschauer hier sicherlich nicht. In einem der Wellblechhütten wohnt Tsotsi, ein jugendlicher Bandenführer der seine mitunter brutalen Freunde und somit auch Arbeitskollegen ziemlich unter der Fuchtel hat.
Die Brutalität der Armen und Chancenlosen, die diese und andere Banden verkörpern, macht sich aber nie in den Slums breit, sondern ist immer nur Mittel zum Zweck um sich in dieser schwierigen Lebenssituation über Wasser halten zu können.
Denn schon innerhalb der ersten drei Minuten muss ein wohlhabender Mann in der U-Bahn sein Leben lassen, weil er mit zvonu viel Geld im flaschen Moment am falschen Ort war. Verbrechen wie diese stehen für Tsotsi und seine Entourage auf der Tagesordnung. Einer seiner Freunde der diese Verbrechen unter erhöhtem Alkoholspiegel bei seinem Anführer anprangert wird von Tsotsi gleich auch wieder krankenhausreif geprügelt. Doch Krankenhäuser gibt es nicht.
Diese Inszenierung von Tsotsis Ausgangssituation im Slum ist eindeutig und auswegslos. Er und seine gesamteUmgebung scheint vollkommen den Bezug zum Leben verloren zu haben. Ein Leben kostet in Johannesburg offensichtlich wenig.
Doch der entscheidende Punkt der Gavin Woods Film vom Gros der Ghettofilme abhebt ist, dass die Gewalttaten nicht einfach als unveränderbare Tatsache dargestellt werden. Tsotsi stiehlt nämlich eines Tages ein Auto von einer reichen Schwarzen, schießt sie an und merkt zu spät, dass ihr Baby noch auf dem Rücksitz war. Statt das Kind wieder zurückzugeben, nimmt er sich der Aufgabe an und zieht das Baby in seiner Lehmhütte auf. Man kommt nicht um den Gedanken drumherum dass diese Situation irgendwie einen Hauch von Frauentausch XXL hat, doch die Inszenierung beschränkt sich glücklicherweise nicht nur darauf wie Tsotsi beim Windel wechseln versagt oder das Baby unterm Bett vergisst. Der Junge, dessen Verantwortungsbewusstsein schon eigentlich als verloren galt macht in diesen Tagen eine wahrhafte Charakterrenaissance durch. Glaubhaft ist das in dieser Situation zwar so gar nicht, aber irgendwie spielt das auch nicht so eine große Rolle. Das Kind aus reichem Hause ist im Film die vielleicht stärkste Metapher. Es ist der Sprößling der Sippe, die Tsotsi vor wenigen Tagen noch verachtet und ohne mit der Wimper zu zucken getötet hat. Und trotzdem ist dieses kleine Ding fortan das wertvollste was er besitzt, somit sein wichtigstes Diebesgut. Es zwingt Tsotsi nun zum ersten Mal Verantwortung zu übernehmen. Es zeigt ihm dass das Leben etwas wert ist, mehr als alles Geld was er jemals gestohlen hat.
Genau das ist nämlich der Punkt warum solche Filme besonders für Afrika extrem wichtig sind. Es scheint ein Charaktermerkmal afrikanischer Revolutionen zu sein, sei es die Jasmin-Revolution in Nordafrika, die "Demokratisierung" in Kenia oder eben die Abschaffung der Apartheit in Südafrika, dass auf sie nur unweigerlich ein teilweise noch gravierenderer Missstand folgt. Wenn auch der Graben zwischen Schwarzen und Weißen in Südafrika geschlossen ist (und das ist er nicht, die Realität sieht anders aus) so klafft der Graben zwischen Armen und Reichen umso mehr. Egal wer hier für wessen Tod wo verantwortlich ist, ein Leben kostet auf dem afrikanischen Kontinent oft nur ein paar Silbermünzen. "Tsotsi" sendet die richtige Nachricht gegen eine Problematik die die Urenkel meiner Enkel wahrscheinlich immernoch verfolgen wird.
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justine7832 Tue, 17 Jul 2012 12:28:18 -0000
puhh, jetzt adde ich alle die robbenkloppas kommentare auch gut finden xD
fabel Mon, 23 Apr 2012 14:26:20 -0000
"Des weiteren mag ich die heimische Atmosphäre die auf moviepilot vorherrscht und kann mir nicht vorstellen mein Profil jemals löschen zu wollen ;)"
:D :D :D
SoulReaver Wed, 14 Mar 2012 21:58:03 -0000
Musst du mal mit hoffman sprechen. Das Zeichen selbst darf man übrigens nur machen, wenn man Mitglied ist :)
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"Du bist genauso sehr an mich gebunden wie ich an dich."
Es ist tatsächlich unglaublich was man auf moviepilot und auch im großen Rest des weiten Internets für Stimmen zu diesem Film und dem dazugehörigen autobiographischen Roman hören muss. Dass die Österreicherin mit ihrer tragischen Lebensgeschichte schon als öffentlichkeitsgeiles Görchen dagestellt wird, ist definitiv nicht…