Der angesehene Polizist Terence McDonagh (wunderbar von Nicholas Cage verkörpert) verfällt den Drogen und der Spielsucht mehr und mehr, als Lieutenant nimmt er sich eine Dreistigkeit nach der nächsten heraus, um an ein frisches Päckchen Stoff oder neues Geld zu kommen. Nebenbei gerät auch seine Prostituierten-Freundin in Schwierigkeiten. Kurzum: Terence reitet sich immer tiefer in die Scheiße! Obwohl es verwunderlich ist, dass niemandem innerhalb der Polizei sein merkwürdiges Verhalten auffällt, packte mich der Film ziemlich schnell und es war eine Freude mit anzusehen, wie er sich von Rückenschmerzen geplagt von Szene zu Szene schleppt und auf alle Tugend und Moral gründlich pfeift. Nebenbei gibt's auch noch einen fünffachen Mord zu lösen, der Fall tritt jedoch stark in den Hintergrund.
Im ungleich teureren Sequel brennen Miamis Straßen lichterloh! Lobenswert ist hierbei, dass extrem teuer aussehende Sequenzen wie die Materialschlacht auf dem Highway oder der Shootout in der Villa des ultimativen Drogenbarons (ja, auch hier spielen die bunten Pillen wieder eine entscheidende Rolle) ohne nennenswerte CGI-Effekte auskommen, hier wurden echte Autos auf echtem Asphalt geschrottet, hier fliegen dekadente Anwesen tatäschlich in die Luft! Im Vorgänger wurden die Cop-Buddys liebenswerter dargestellt, dafür bekommt man im zweiten Teil viel mehr Schauwerte geboten, ohne dass die ja nicht unwichtige Gagdichte darunter leidet. Persönlich fand ich den Film auch nicht zu lang, wenn wie in "Bad Boys II" ständig was auf der Mattscheibe los ist, kann ich mich auch mal über 140 Minuten daran erfreuen.
Ein immer mal wieder gern gesehener Action-Hit der Neunziger, der Will Smith zum Star machte. Er und sein Kollege Martin Lawrence liefern sich am laufenden Band witzige Wortgefechte, hervorheben möchte ich auch den stimmigen Soundtrack. Die sich aus dem großen Drogenklau als Aufhänger entwickelnde Verwechslungskomödie ist etwas zu ausufernd geraten, manchmal wünscht man sich einfach noch einen Tick mehr Action. Trotzdem: Mit vergleichsweise wenig Budget konnte sich Michael Bay ganz schnell auf der Welt einen Namen machen.
Man muss sich gar nicht groß hinter die Kulissen der Entstehungsgeschichte des Films blicken, um zu bemerken, dass da eigentlich noch viel mehr geplant war, was durchaus schade ist, denn die relativ auf dem Boden gebliebene Zukunftsvision hat mir gut gefallen, hier stehen z.B. immer noch Plattenbauten im Ostblock herum. Wirklich viel Action gibt es nicht (das, was es gibt, ist jedoch gut, vor allem der Cagefight), vielmehr dreht sich der Plot um das geheimnisvolle Mädchen, das vom Söldner Toorop (Vin Diesel) nach New York eskortiert werden soll. Charlotte Rampling wirkt in der Rolle der bösen Sekten-Anführerin verschenkt, der ganze Charakter wird gar nicht so richtig zu Ende erzählt. Sowieso bleibt man nach dem Abspann etwas ratlos zurück. Mehr Vertrauen des Filmstudios wäre schön gewesen, dann hätte "Babylon A.D." vielleicht in die Sphären des fünften Elements gelangen können.
Wie schon in "21 Gramm" verwebt Regisseur Alejandro González Iñárritu drei einzelne Storylines aus aller Herren Länder zu einem toll erzählten Ganzen. Alle Geschichten sind zum Teil zutiefst tragisch und bieten sowohl den Hollywood-Kalibern Brad Pitt/Cate Blanchett als auch den vielen unbeschriebenen Blättern eine tolle Bühne zum Schauspielern. Ganz nebenbei bekommt man realistische Einblicke in ferne Kulturen. Damit es nicht langweilig wird, springt der Film immer mal wieder an spannenden Stellen zur nächsten Story über, die Dramatik wird dadurch auf die Spitze getrieben. Wem also die beiden Vorgänger gefallen haben, der wird auch hier wieder sehr gut bedient.
Die elektronische Musik von Paul Kalkbrenner (übrigens war ich sehr überrascht, wie authentisch er als Schauspieler herüberkommt) unterstreicht diesen Rausch aus Berliner Clubnächten und Drogentrips wunderbar. Allein schon die Idee, mit dem I-Phone den typischen Ton einer S-Bahn, kurz bevor die Türen zugehen, aufzunehmen und daraus einen Track zu zaubern, wie es DJ Ickarus tut, ist genial! Mich hat der Film jedenfalls erreicht, er ist durch die Musik nicht so unterkühlt wie viele deutsche Produktionen und die eingestreuten Aufnahmen von Berlin tun ihr Übriges. Die gleichnamige CD, die den tollen Soundtrack enthält, werde ich mir demnächst auf jeden Fall bestellen.
Achtung, hier geht es um das Remake! Und noch einmal Achtung, ich kenne - ein Frevel, wie ich nun mal bin - das Original noch nicht. Dennoch weiß ich natürlich, dass die Vorlage für seine imposanten Wagenrennen berühmt ist und davon ist in der Neuauflage nichts zu sehen, erst kurz vor Schluss des immerhin dreistündigen Stücks geht es damit los und außer einigen aneinanderratschenden Rädern und grimmig in die Kamera schauenden Gesichtern passiert kaum was. Man merkt der TV-Produktion überall an, dass sie halt eine solche ist: In Jerusalem werden immer nur die selben zwei karg ausgestatteten Ecken gezeigt, die Rüstungen und Gewänder sehen sehr nach Kostümverleih aus. Die eigentliche Story - keine Ahnung, wie nah sie sich ans Original hält - ist eine höchst traditionelle und driftet manchmal ins Soapige ab. Passt dann auch zum Hauptdarsteller, der am ehesten die Teenie-Fraktion ansprechen dürfte. Der Film ist ingesamt zwar keine Katastrophe, aber für ein Historienepos passiert viel zu wenig!
Anlässlich der luxuriösen Blu-ray-VÖ, die dieser Tage erschienen ist, habe ich nun endlich mal wieder eine große Lücke auf der Liste von Filmen geschlossen, die ich bisher noch nicht sah. Zunächst: Selten begann ein Film so stimmungsvoll - hier leitet die Band The Doors mit dem Song "The End" den surrealen Trip quer durch Vietnam und Kambodscha zu einem laut der Army dem Wahnsinn verfallenen Colonel Kurtz wunderbar ein. Willard bekommt den Auftrag, ihn zu liquidieren. Auf dem Weg passieren dutzende Dinge, die man in anderen (Anti)-Kriegsfilmen für gewöhnlich nicht zu sehen bekommt. Allein schon der weltbekannte Helikopter-Angriff, bei dem klassische Musik von Richard Wagner gespielt wird und der verrückte General Kilgore seinen Leuten mitten im Gefecht den Befehl gibt, sie sollen doch bitte surfen gehen, ist grandios. Überhaupt scheint und alles jeder im Kriegsgebiet einen an der Waffel zu haben. Im Vergleich mit der Kinofassung muss ich sagen, dass die Redux-Version doch ein paar Hänger und Strecker in die Handlung reinpackt, mir persönlich gefällt die Kinofassung dann doch besser - und das sage ich als jemand, der sonst jeder Extended-Fassung hinterherrennt. Kurtz bleibt zum Schluss ein offenes Rätsel, seine Persönlichkeit erschloss sich mir nicht gänzlich, was jedoch wohl beabsichtigt ist, was ist am Vietnamkrieg und seinen Folgen schon leicht zu erklären?
Altersbedingt liefert die BD nicht in jeder Szene glasklares Bild, trotzdem ist sie natürlich ein Quantensprung zur DVD und die scharfen Szenen überwiegen deutlich. Endlich liegt auch das richtige Bildformat vor. In der hübsch ausgestatteten Box liegen noch 2 Bonus-BDs, empfehlen kann ich die von Coppolas Frau (übrigens auch deutsch synchronisierte) Dokumentation "Hearts of Darkness", die die bemerkenswerte Entstehungsgeschichte des Films zeigt - die ist wirklich mal ein Making Of wert. Der Rest ist für Hardcore-Fans und leider auch mehr schlecht als recht untertitelt.
Kinofassung: 9/10
Redux-Version: 8/10
Wild wechselt dieses Epos zwischen allerlei Genres hin- und her. "Australia" startet wie eine Comedy, anschließend gesellt sich eine große Schaufel Abenteuer, eine Prise Drama, für das Weibsvolk ein Schuss Romantik hinzu, gegen Ende bekommen wir gar einen soften Kriegsfilm zu sehen. Die Mixtur wirkt nicht immer so stimmig, wie der Regisseur es sicher gehabt hätte, aber unterhalten tut der Streifen - und das fast drei Stunden lang. Das Sehvergnügen profitiert auch von den hübschen Landschaftsaufnahmen von Australien. Schade nur, dass relativ viel CGI mit im Spiel ist, selbst für einen 130-Millionen-Dollar-Film scheint es heutzutage schwierig geworden zu sein, ein paar hüpfende Känguruhs vor die Kamera zu bekommen. Summa summarum gibt es interessante Einblicke ins Down Under zur Zeit des Zweiten Weltkriegs mit einem tollen Star-Hauptdarsteller-Duo, ein großes Meisterwerk, über das man noch Jahrzehnte später sprechen wird, ist "Australia" aber nicht.
Bei diesem Film finde ich den Umstand bemerkenswert, wie er viele Begleitumstände vom 11. September (z.B. wie sich Terroristen in Zellen organisieren, die untereinander nichts wissen oder mit Studentenvisa ins Land kommen) vorausahnt - und das 3 Jahre vor den Anschlägen. Insofern war der Film damals seiner Zeit ein gutes Stück voraus, lobenswert hier auch noch mal das Doku-Material der Bonus-DVD, in dem etwa genau gezeigt wird, wie eine Sprengstoffweste von Extremisten gebaut wird. Zurück zum eigentlichen Film: Er kommt sehr authentisch herüber, man spürt die Atmosphäre von New York City, Denzel Washington verkörpert seine Rolle grandios, bei Tony Shalhoub fällt es rückblickend betrachtet nach 8 Jahren "Monk" dagegen etwas schwer, ihn als seriösen Terrorfahnder ernstzunehmen. Aber gut, damals hatte er die Rolle ja noch nicht, von daher wäre es unfair, ihn als Fehlbesetzung anzuprangern. Der "Ausnahmezustand", der schließlich vom diabolischen Bruce Willis über NYC verhängt wird, kam mir mit seinen Konsequenzen etwas zu kurz, gerade der Schluss erscheint da zu beliebig, auch wenn da noch mal wichtige Plädoyers für die Menschlichkeit fallen. Trotzdem natürlich ein sehr guter Film!
Zunächst deutes vieles darauf hin, einen harten Selbstjustiz-Film im Stile von "96 Hours" vor der Nase zu haben, doch (leider?) entpuppt sich Gibsons Comeback als ziemlich ruhiger, fast schon betulicher Verschwörungs-Polit-Öko-Thriller, der sich in etwas verwirrenden Ermittlungen zu sehr verliert. Die Leute, die hinter dem Komplott stecken, bleiben stets mysteriös. Grundsätzlich ist die Handlung schon interessant, sie schafft es bloß nicht, im Mittelteil zu fesseln, denn der Anfang und das Ende bilden einen sehr guten Rahmen, in dem Mel auch die Sau rauslassen kann. Wegen dem stark spielenden Gibson kann man es sich mal ansehen, ansonsten wäre der Film echt Mittelmaß. Das Bild der Blu-ray ist übrigens superb, so sieht HD aus!
Wenn sich Jerry Bruckheimer und Michael Bay zusammentun, kommt immer etwas Hochexplosives dabei heraus: "Armageddon" legt mit einer fulminanten Inferno-Eröffnungssequenz gut vor und auch die zwei folgenden schnell geschnittenen Stunden langweilen keineswegs. Der überwiegende Teil spielt sich auf einem skurill aussehenden Asteroiden ab, der in einem Mordstempo auf die Erde zurast. Die einzige Möglichkeit, den Weltuntergang abzuwenden, besteht darin, ihn atomar zu sprengen. Auf dem Weg dorthin gibt es viele, viele mal mehr, mal weniger coole Sprüche zu hören, ein grenzdebiler Russe zerrupft den ansonsten gelungenen Cast und es scheppert und kracht, was die Boxen so hergeben. Eine unvermeidliche Lovestory muss natürlich auch noch auf den Hollywood-Zuckerguss oben drauf und fertig ist der Blockbuster. Sollte man in der Sammlung haben - das Bonusmaterial der Doppel-DVD bringt's übrigens nicht, daher kann man getrost zur Blu greifen!
Die Geschichte der Raumfahrt hatte für mich schon immer etwas Faszinierendes an sich, es muss wirklich ein unheures Gefühl des Aufbruchs und der neuen Möglichkeiten gewesen sein, als Ende der sechziger Jahre zum ersten Mal ein Mensch den Mond betrat. Ich gebe zu, das hätte ich gerne miterlebt, immerhin fängt "Apollo 13" den Geist dieser Ära gut ein. Doch es geht ja nicht um die erfolgreiche 11er-Mission, sondern um die Alptraumtour mit der Unglückszahl 13 im Namen. Damals interessierte sich schon wieder fast niemand mehr für die Mondmission, zweimal ging sie ja reiblungslos über die Bühne, doch als dann klar wurde, dass die drei Astronauten womöglich nicht mehr lebendig auf die Erde zurückkehren, waren alle Augen auf das Trio gerichtet (man merkt, der Film zeigt auch, wie die Geschehnisse von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen wurden). Zwar nehme ich es dem Film immer noch ein bisschen übel, dass Gary Sinise zu Beginn aus der Mannschaft gekickt und durch Kevin Bacon ersetzt wird, doch so war es auch in der Realität, für meinen persönlichen Geschmack hätte man trotzdem die beiden Schauspieler tauschen können. Bacon bleibt auch der Außenseiter im Team, die Show liefern Tom Hanks und Bill Paxton ab. Die Kommunikation mit der Kontrollzentrale am Boden nimmt auch wichtigen Raum ein, "Apollo 13" spart dabei auch nicht mit technischen Details, die man womöglich nicht alle versteht, in der Mitte hätte man Ron Howards Werk auch ein bisschen kürzen können, die Dramatik hängt da nämlich etwas durch. Über mangelnde Authentizität kann sich wiederum niemand beklagen, interessant sind auch die Zwischenschnitte auf die Frau von Jim Lovell (Hanks), die sich z.B. mit sensationslüsternen Reportern auf ihrem Grundstück auseinandersetzen muss. Auf Blu-ray hat man den Film gut aufpoliert, das Bild haut zwar niemanden in Sachen Schärfe um, ist aber ein sauberer, störungsfreier Transfer. Das Bonusmaterial gefällt ebenfalls, besonders die dreiviertelstündige Reportage, die noch einmal die wichtigsten, bisher durchgeführten Operationen im Weltall rekapituliert.
Im direkten Vergleich fällt der dritte Teil doch spürbar ab, auch wenn er nach wie vor sehenswert ist. Am stärksten fällt vielleicht auf, dass die Figur des Stifler extrem im Vordergrund steht und sein Charakter sehr agressiv, fast schon bösartig ausfällt, das war in den ersten beiden Teilen noch nicht so ausgeprägt. Das macht ihn bisweilen nervig, auch wenn er eine richtig gute Tanzszene in einer Schwulenbar abliefert. Auch sonst vermisst man ein paar lieb gewonnene American-Pieler wie Mena Suvari, Tara Reid oder Chris Klein. Dafür gibt's einen richtig witzigen und bizarren Junggesellenabschied. Die allgemeine Storyline mit der Hochzeit gefällt mir auch nicht so wie das Unbefangene, was man sonst immer so von "American Pie" kannte. Schade, dass halt jeder mal erwachsen wird - abgesehen von Stifler. Erstmals in der Reihe gibt's das Bildformat 2,35:1, das Bild erschien mir nicht so scharf wie beim letzten Teil. Die ausführlichen Extras halten dagen das hohe Niveau.
Der Nachfolger setzt genau ans Ende von Teil 1 an und führt die Geschichte unterhaltsam fort. Dieses Mal verbringen die Jungs ihren Sommer in einem herrlich ausgestatteten Haus am Meer, natürlich nicht alleine. Schnell machen sie Bekanntschaft mit 2 Lesben, was in einer brüllend komischen ... Begebenheit ... gipfelt. Ich habe den Film damals im Kino gesehen und kriegte mich manchmal gar nicht mehr ein vor Lachen. Auch die Mädels sind wieder alle mit dabei, die gute Musik sowieso: Besser hätte man die Fortsetzung kaum drehen können. Die DVD bietet eine gute Bildqualität, auch an den Extras gibt es nichts auszusetzen.
Mein persönlicher Urvater der modernen Teenie-Komödie. Noch immer kann ich über die peinlich-sexistischen Gags lachen, der Cast passt auch einfach sehr gut. Höhepunkt ist die erbarmungslos ausgewalzte Szene, in der Jims klägliches erstes Mal live im Internet übertragen wird und die halbe Stadt dabei zuguckt. Der Soundtrack ist wie für solche Filme fast schon üblich sehr gut, die Rock- und Punksongs lassen sich auch heute noch hören. Die Doppel-DVD ist witzig aufgemacht und bietet in ungewohnt lockerer Weise nähere Infos zum Film.
Ein sehr wichtiger, aufrüttelnder Film, der in seinen Schwarzweiß-Rückblenden, in denen Edward Norton als von Hass zerfressener Neonazi gezeigt wird, wirklich schockieren kann. Genau wie Derek Vinyard erkennt man, dass die Ideologie und die Verhaltensweisen der Rechten einfach nur abstoßend sind, den Film kann man also gar nicht missverstehen, umso trauriger, dass es Fälle in der Wirklichkeit gibt, in denen sich die berüchtige Bordstein-Szene zum Vorbild genommen wurde. Heiß diskutieren kann man auch den unerwartet kommenden Schluss. Die eindrucksvolle, schmerzhafte Läuterung von Derekt gehört jedenfalls zum Pflichtprogramm einer jeden Filmsammlung.
Da ist es wieder, dieses tolle Feeling, wenn sich zwei Superstars wie in "Heat" die beträchtliche Laufzeit des Films duellieren, obwohl sie sich fast nie wirklich begegnen. Ridley Scott hat viel Mühe und Zeit investiert, die kriminelle Atmosphäre von Harlem während der späten Sechziger und frühen Siebziger für uns einzufangen, man ist wirklich fasziniert, wie raffiniert sich Frank Lucas (Denzel Washington) zum Drogenbaron aufschwingt, immerhin fährt er selbst ins goldene, asiatische Dreieck, damit er den puren, ungestreckten Stoff in seinen Besitz bringen kann. Die Handlung ist verquickt mit geschichtsträchtigen Ereignissen wie dem Vietnamkrieg oder dem Kampf von Muhammad Ali gegen Joe Frazier, was auf jeden Fall zur Stimmung beiträgt. Manche Handlungsabläufe hätten aber ruhig noch etwas vertiefender erklärt werden können. Kritik gibt's für die DVD-Auswertung: Das Bild wirkt blass und nicht so scharf, wie man es von anderen Filmen gewohnt ist. Die neu hinzugekommenen Szenen der Extended-Version sind leider auch nicht synchronisiert, so wechselt die Sprache immer mal wieder von Deutsch zu Englisch (mit dt. Untertiteln) und Zurück. Dabei hätten es die interessanten Szenen durchaus verdient, ebenfalls mit eingesprochen zu werden. Nur das Ende der Kinofassung gefällt mir besser, es bleibt mehr Raum für Interpretationsspielraum.
Eine kleine Satire mit Hugh Grant in der Hauptrolle als durchtriebenen Juror einer US-Castingshow, die sich der mittlerweile verrückt gewordene Präsident der Vereinigten Staaten - lustig verkörpert von Dennis Quaid - zur Chance nimmt, mal wieder bei der Öffentlichkeit als Gastjurorzu punkten. Wäre da nicht unter den Teilnehmern noch ein Ex-Taliban... Vieles aus den Medien, was uns hierzulande dank "DSDS" und Co. auch nicht unbekannt ist, wird dabei durch den Kakao gezogen, dazwischen erfreuen immer mal wieder schöne Gesangseinlagen das Ohr, schließlich bildet die Show fortwährend den Rahmen.
Ein Geniestreich aus dem Jahre 1999, der gleich mal 5 Oscars abräumte - zu Recht! Hinter der Fassade einer scheinbar wie aus dem Bilderbuch gestanzten Vorort-Familie bröckelt es gewaltig, nach und nach kommen immer mehr dunkle Geheimnisse ans Tageslicht. Für Zündstoff sorgen auch die neuen Nachbarn oder die Freundin der Familientochter, Mena Suvaris beste Rolle! Das Tolle an diesem Werk ist, dass - sofern man ihn noch nicht gesehen hat - man die ganze Zeit nicht weiß, wohin die ganzen Enthüllungen noch steuern könnten, das Ende kommt da natürlich sehr überraschend! Nach diesem Film wird man übrigens auch die Schönheit einer im Wind tanzenden Plastiktüte sehen, versprochen!
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Rodon
über Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen 2011/10/05 17:05:29
Der angesehene Polizist Terence McDonagh (wunderbar von Nicholas Cage verkörpert) verfällt den Drogen und der Spielsucht mehr und mehr, als Lieutenant nimmt er sich eine Dreistigkeit nach der nächsten heraus, um an ein frisches Päckchen Stoff oder neues Geld zu kommen. Nebenbei gerät auch seine Prostituierten-Freundin in Schwierigkeiten. Kurzum: Terence reitet sich immer tiefer in die Scheiße! Obwohl es verwunderlich ist, dass niemandem innerhalb der Polizei sein merkwürdiges Verhalten auffällt, packte mich der Film ziemlich schnell und es war eine Freude mit anzusehen, wie er sich von Rückenschmerzen geplagt von Szene zu Szene schleppt und auf alle Tugend und Moral gründlich pfeift. Nebenbei gibt's auch noch einen fünffachen Mord zu lösen, der Fall tritt jedoch stark in den Hintergrund.
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Rodon
über Bad Boys II 2011/10/05 17:04:41
Im ungleich teureren Sequel brennen Miamis Straßen lichterloh! Lobenswert ist hierbei, dass extrem teuer aussehende Sequenzen wie die Materialschlacht auf dem Highway oder der Shootout in der Villa des ultimativen Drogenbarons (ja, auch hier spielen die bunten Pillen wieder eine entscheidende Rolle) ohne nennenswerte CGI-Effekte auskommen, hier wurden echte Autos auf echtem Asphalt geschrottet, hier fliegen dekadente Anwesen tatäschlich in die Luft! Im Vorgänger wurden die Cop-Buddys liebenswerter dargestellt, dafür bekommt man im zweiten Teil viel mehr Schauwerte geboten, ohne dass die ja nicht unwichtige Gagdichte darunter leidet. Persönlich fand ich den Film auch nicht zu lang, wenn wie in "Bad Boys II" ständig was auf der Mattscheibe los ist, kann ich mich auch mal über 140 Minuten daran erfreuen.
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Rodon
über Bad Boys - Harte Jungs 2011/10/05 17:03:34
Ein immer mal wieder gern gesehener Action-Hit der Neunziger, der Will Smith zum Star machte. Er und sein Kollege Martin Lawrence liefern sich am laufenden Band witzige Wortgefechte, hervorheben möchte ich auch den stimmigen Soundtrack. Die sich aus dem großen Drogenklau als Aufhänger entwickelnde Verwechslungskomödie ist etwas zu ausufernd geraten, manchmal wünscht man sich einfach noch einen Tick mehr Action. Trotzdem: Mit vergleichsweise wenig Budget konnte sich Michael Bay ganz schnell auf der Welt einen Namen machen.
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Rodon
über Babylon A.D. 2011/10/05 17:02:37
Man muss sich gar nicht groß hinter die Kulissen der Entstehungsgeschichte des Films blicken, um zu bemerken, dass da eigentlich noch viel mehr geplant war, was durchaus schade ist, denn die relativ auf dem Boden gebliebene Zukunftsvision hat mir gut gefallen, hier stehen z.B. immer noch Plattenbauten im Ostblock herum. Wirklich viel Action gibt es nicht (das, was es gibt, ist jedoch gut, vor allem der Cagefight), vielmehr dreht sich der Plot um das geheimnisvolle Mädchen, das vom Söldner Toorop (Vin Diesel) nach New York eskortiert werden soll. Charlotte Rampling wirkt in der Rolle der bösen Sekten-Anführerin verschenkt, der ganze Charakter wird gar nicht so richtig zu Ende erzählt. Sowieso bleibt man nach dem Abspann etwas ratlos zurück. Mehr Vertrauen des Filmstudios wäre schön gewesen, dann hätte "Babylon A.D." vielleicht in die Sphären des fünften Elements gelangen können.
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Rodon
über Babel 2011/10/05 17:01:35
Wie schon in "21 Gramm" verwebt Regisseur Alejandro González Iñárritu drei einzelne Storylines aus aller Herren Länder zu einem toll erzählten Ganzen. Alle Geschichten sind zum Teil zutiefst tragisch und bieten sowohl den Hollywood-Kalibern Brad Pitt/Cate Blanchett als auch den vielen unbeschriebenen Blättern eine tolle Bühne zum Schauspielern. Ganz nebenbei bekommt man realistische Einblicke in ferne Kulturen. Damit es nicht langweilig wird, springt der Film immer mal wieder an spannenden Stellen zur nächsten Story über, die Dramatik wird dadurch auf die Spitze getrieben. Wem also die beiden Vorgänger gefallen haben, der wird auch hier wieder sehr gut bedient.
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Rodon
über Berlin Calling 2011/08/20 09:55:14
Die elektronische Musik von Paul Kalkbrenner (übrigens war ich sehr überrascht, wie authentisch er als Schauspieler herüberkommt) unterstreicht diesen Rausch aus Berliner Clubnächten und Drogentrips wunderbar. Allein schon die Idee, mit dem I-Phone den typischen Ton einer S-Bahn, kurz bevor die Türen zugehen, aufzunehmen und daraus einen Track zu zaubern, wie es DJ Ickarus tut, ist genial! Mich hat der Film jedenfalls erreicht, er ist durch die Musik nicht so unterkühlt wie viele deutsche Produktionen und die eingestreuten Aufnahmen von Berlin tun ihr Übriges. Die gleichnamige CD, die den tollen Soundtrack enthält, werde ich mir demnächst auf jeden Fall bestellen.
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Rodon
über Ben Hur 2011/08/20 09:53:45
Achtung, hier geht es um das Remake! Und noch einmal Achtung, ich kenne - ein Frevel, wie ich nun mal bin - das Original noch nicht. Dennoch weiß ich natürlich, dass die Vorlage für seine imposanten Wagenrennen berühmt ist und davon ist in der Neuauflage nichts zu sehen, erst kurz vor Schluss des immerhin dreistündigen Stücks geht es damit los und außer einigen aneinanderratschenden Rädern und grimmig in die Kamera schauenden Gesichtern passiert kaum was. Man merkt der TV-Produktion überall an, dass sie halt eine solche ist: In Jerusalem werden immer nur die selben zwei karg ausgestatteten Ecken gezeigt, die Rüstungen und Gewänder sehen sehr nach Kostümverleih aus. Die eigentliche Story - keine Ahnung, wie nah sie sich ans Original hält - ist eine höchst traditionelle und driftet manchmal ins Soapige ab. Passt dann auch zum Hauptdarsteller, der am ehesten die Teenie-Fraktion ansprechen dürfte. Der Film ist ingesamt zwar keine Katastrophe, aber für ein Historienepos passiert viel zu wenig!
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Rodon
über Apocalypse Now 2011/06/26 07:37:39
Anlässlich der luxuriösen Blu-ray-VÖ, die dieser Tage erschienen ist, habe ich nun endlich mal wieder eine große Lücke auf der Liste von Filmen geschlossen, die ich bisher noch nicht sah. Zunächst: Selten begann ein Film so stimmungsvoll - hier leitet die Band The Doors mit dem Song "The End" den surrealen Trip quer durch Vietnam und Kambodscha zu einem laut der Army dem Wahnsinn verfallenen Colonel Kurtz wunderbar ein. Willard bekommt den Auftrag, ihn zu liquidieren. Auf dem Weg passieren dutzende Dinge, die man in anderen (Anti)-Kriegsfilmen für gewöhnlich nicht zu sehen bekommt. Allein schon der weltbekannte Helikopter-Angriff, bei dem klassische Musik von Richard Wagner gespielt wird und der verrückte General Kilgore seinen Leuten mitten im Gefecht den Befehl gibt, sie sollen doch bitte surfen gehen, ist grandios. Überhaupt scheint und alles jeder im Kriegsgebiet einen an der Waffel zu haben. Im Vergleich mit der Kinofassung muss ich sagen, dass die Redux-Version doch ein paar Hänger und Strecker in die Handlung reinpackt, mir persönlich gefällt die Kinofassung dann doch besser - und das sage ich als jemand, der sonst jeder Extended-Fassung hinterherrennt. Kurtz bleibt zum Schluss ein offenes Rätsel, seine Persönlichkeit erschloss sich mir nicht gänzlich, was jedoch wohl beabsichtigt ist, was ist am Vietnamkrieg und seinen Folgen schon leicht zu erklären?
Altersbedingt liefert die BD nicht in jeder Szene glasklares Bild, trotzdem ist sie natürlich ein Quantensprung zur DVD und die scharfen Szenen überwiegen deutlich. Endlich liegt auch das richtige Bildformat vor. In der hübsch ausgestatteten Box liegen noch 2 Bonus-BDs, empfehlen kann ich die von Coppolas Frau (übrigens auch deutsch synchronisierte) Dokumentation "Hearts of Darkness", die die bemerkenswerte Entstehungsgeschichte des Films zeigt - die ist wirklich mal ein Making Of wert. Der Rest ist für Hardcore-Fans und leider auch mehr schlecht als recht untertitelt.
Kinofassung: 9/10
Redux-Version: 8/10
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Rodon
über Australia 2011/06/19 14:11:26
Wild wechselt dieses Epos zwischen allerlei Genres hin- und her. "Australia" startet wie eine Comedy, anschließend gesellt sich eine große Schaufel Abenteuer, eine Prise Drama, für das Weibsvolk ein Schuss Romantik hinzu, gegen Ende bekommen wir gar einen soften Kriegsfilm zu sehen. Die Mixtur wirkt nicht immer so stimmig, wie der Regisseur es sicher gehabt hätte, aber unterhalten tut der Streifen - und das fast drei Stunden lang. Das Sehvergnügen profitiert auch von den hübschen Landschaftsaufnahmen von Australien. Schade nur, dass relativ viel CGI mit im Spiel ist, selbst für einen 130-Millionen-Dollar-Film scheint es heutzutage schwierig geworden zu sein, ein paar hüpfende Känguruhs vor die Kamera zu bekommen. Summa summarum gibt es interessante Einblicke ins Down Under zur Zeit des Zweiten Weltkriegs mit einem tollen Star-Hauptdarsteller-Duo, ein großes Meisterwerk, über das man noch Jahrzehnte später sprechen wird, ist "Australia" aber nicht.
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Rodon
über Ausnahmezustand 2011/06/19 14:10:42
Bei diesem Film finde ich den Umstand bemerkenswert, wie er viele Begleitumstände vom 11. September (z.B. wie sich Terroristen in Zellen organisieren, die untereinander nichts wissen oder mit Studentenvisa ins Land kommen) vorausahnt - und das 3 Jahre vor den Anschlägen. Insofern war der Film damals seiner Zeit ein gutes Stück voraus, lobenswert hier auch noch mal das Doku-Material der Bonus-DVD, in dem etwa genau gezeigt wird, wie eine Sprengstoffweste von Extremisten gebaut wird. Zurück zum eigentlichen Film: Er kommt sehr authentisch herüber, man spürt die Atmosphäre von New York City, Denzel Washington verkörpert seine Rolle grandios, bei Tony Shalhoub fällt es rückblickend betrachtet nach 8 Jahren "Monk" dagegen etwas schwer, ihn als seriösen Terrorfahnder ernstzunehmen. Aber gut, damals hatte er die Rolle ja noch nicht, von daher wäre es unfair, ihn als Fehlbesetzung anzuprangern. Der "Ausnahmezustand", der schließlich vom diabolischen Bruce Willis über NYC verhängt wird, kam mir mit seinen Konsequenzen etwas zu kurz, gerade der Schluss erscheint da zu beliebig, auch wenn da noch mal wichtige Plädoyers für die Menschlichkeit fallen. Trotzdem natürlich ein sehr guter Film!
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Rodon
über Auftrag Rache 2011/06/19 14:09:52
Zunächst deutes vieles darauf hin, einen harten Selbstjustiz-Film im Stile von "96 Hours" vor der Nase zu haben, doch (leider?) entpuppt sich Gibsons Comeback als ziemlich ruhiger, fast schon betulicher Verschwörungs-Polit-Öko-Thriller, der sich in etwas verwirrenden Ermittlungen zu sehr verliert. Die Leute, die hinter dem Komplott stecken, bleiben stets mysteriös. Grundsätzlich ist die Handlung schon interessant, sie schafft es bloß nicht, im Mittelteil zu fesseln, denn der Anfang und das Ende bilden einen sehr guten Rahmen, in dem Mel auch die Sau rauslassen kann. Wegen dem stark spielenden Gibson kann man es sich mal ansehen, ansonsten wäre der Film echt Mittelmaß. Das Bild der Blu-ray ist übrigens superb, so sieht HD aus!
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Rodon
über Armageddon - Das jüngste Gericht 2011/06/19 14:08:53
Wenn sich Jerry Bruckheimer und Michael Bay zusammentun, kommt immer etwas Hochexplosives dabei heraus: "Armageddon" legt mit einer fulminanten Inferno-Eröffnungssequenz gut vor und auch die zwei folgenden schnell geschnittenen Stunden langweilen keineswegs. Der überwiegende Teil spielt sich auf einem skurill aussehenden Asteroiden ab, der in einem Mordstempo auf die Erde zurast. Die einzige Möglichkeit, den Weltuntergang abzuwenden, besteht darin, ihn atomar zu sprengen. Auf dem Weg dorthin gibt es viele, viele mal mehr, mal weniger coole Sprüche zu hören, ein grenzdebiler Russe zerrupft den ansonsten gelungenen Cast und es scheppert und kracht, was die Boxen so hergeben. Eine unvermeidliche Lovestory muss natürlich auch noch auf den Hollywood-Zuckerguss oben drauf und fertig ist der Blockbuster. Sollte man in der Sammlung haben - das Bonusmaterial der Doppel-DVD bringt's übrigens nicht, daher kann man getrost zur Blu greifen!
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Rodon
über Apollo 13 2011/06/02 13:59:38
Die Geschichte der Raumfahrt hatte für mich schon immer etwas Faszinierendes an sich, es muss wirklich ein unheures Gefühl des Aufbruchs und der neuen Möglichkeiten gewesen sein, als Ende der sechziger Jahre zum ersten Mal ein Mensch den Mond betrat. Ich gebe zu, das hätte ich gerne miterlebt, immerhin fängt "Apollo 13" den Geist dieser Ära gut ein. Doch es geht ja nicht um die erfolgreiche 11er-Mission, sondern um die Alptraumtour mit der Unglückszahl 13 im Namen. Damals interessierte sich schon wieder fast niemand mehr für die Mondmission, zweimal ging sie ja reiblungslos über die Bühne, doch als dann klar wurde, dass die drei Astronauten womöglich nicht mehr lebendig auf die Erde zurückkehren, waren alle Augen auf das Trio gerichtet (man merkt, der Film zeigt auch, wie die Geschehnisse von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen wurden). Zwar nehme ich es dem Film immer noch ein bisschen übel, dass Gary Sinise zu Beginn aus der Mannschaft gekickt und durch Kevin Bacon ersetzt wird, doch so war es auch in der Realität, für meinen persönlichen Geschmack hätte man trotzdem die beiden Schauspieler tauschen können. Bacon bleibt auch der Außenseiter im Team, die Show liefern Tom Hanks und Bill Paxton ab. Die Kommunikation mit der Kontrollzentrale am Boden nimmt auch wichtigen Raum ein, "Apollo 13" spart dabei auch nicht mit technischen Details, die man womöglich nicht alle versteht, in der Mitte hätte man Ron Howards Werk auch ein bisschen kürzen können, die Dramatik hängt da nämlich etwas durch. Über mangelnde Authentizität kann sich wiederum niemand beklagen, interessant sind auch die Zwischenschnitte auf die Frau von Jim Lovell (Hanks), die sich z.B. mit sensationslüsternen Reportern auf ihrem Grundstück auseinandersetzen muss. Auf Blu-ray hat man den Film gut aufpoliert, das Bild haut zwar niemanden in Sachen Schärfe um, ist aber ein sauberer, störungsfreier Transfer. Das Bonusmaterial gefällt ebenfalls, besonders die dreiviertelstündige Reportage, die noch einmal die wichtigsten, bisher durchgeführten Operationen im Weltall rekapituliert.
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Rodon
über American Pie - Jetzt wird geheiratet 2011/06/02 13:58:23
Im direkten Vergleich fällt der dritte Teil doch spürbar ab, auch wenn er nach wie vor sehenswert ist. Am stärksten fällt vielleicht auf, dass die Figur des Stifler extrem im Vordergrund steht und sein Charakter sehr agressiv, fast schon bösartig ausfällt, das war in den ersten beiden Teilen noch nicht so ausgeprägt. Das macht ihn bisweilen nervig, auch wenn er eine richtig gute Tanzszene in einer Schwulenbar abliefert. Auch sonst vermisst man ein paar lieb gewonnene American-Pieler wie Mena Suvari, Tara Reid oder Chris Klein. Dafür gibt's einen richtig witzigen und bizarren Junggesellenabschied. Die allgemeine Storyline mit der Hochzeit gefällt mir auch nicht so wie das Unbefangene, was man sonst immer so von "American Pie" kannte. Schade, dass halt jeder mal erwachsen wird - abgesehen von Stifler. Erstmals in der Reihe gibt's das Bildformat 2,35:1, das Bild erschien mir nicht so scharf wie beim letzten Teil. Die ausführlichen Extras halten dagen das hohe Niveau.
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Rodon
über American Pie 2 2011/06/02 13:57:26
Der Nachfolger setzt genau ans Ende von Teil 1 an und führt die Geschichte unterhaltsam fort. Dieses Mal verbringen die Jungs ihren Sommer in einem herrlich ausgestatteten Haus am Meer, natürlich nicht alleine. Schnell machen sie Bekanntschaft mit 2 Lesben, was in einer brüllend komischen ... Begebenheit ... gipfelt. Ich habe den Film damals im Kino gesehen und kriegte mich manchmal gar nicht mehr ein vor Lachen. Auch die Mädels sind wieder alle mit dabei, die gute Musik sowieso: Besser hätte man die Fortsetzung kaum drehen können. Die DVD bietet eine gute Bildqualität, auch an den Extras gibt es nichts auszusetzen.
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Rodon
über American Pie - Wie ein heißer Apfelkuchen 2011/06/02 13:54:59
Mein persönlicher Urvater der modernen Teenie-Komödie. Noch immer kann ich über die peinlich-sexistischen Gags lachen, der Cast passt auch einfach sehr gut. Höhepunkt ist die erbarmungslos ausgewalzte Szene, in der Jims klägliches erstes Mal live im Internet übertragen wird und die halbe Stadt dabei zuguckt. Der Soundtrack ist wie für solche Filme fast schon üblich sehr gut, die Rock- und Punksongs lassen sich auch heute noch hören. Die Doppel-DVD ist witzig aufgemacht und bietet in ungewohnt lockerer Weise nähere Infos zum Film.
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Rodon
über American History X 2011/05/15 19:45:37
Ein sehr wichtiger, aufrüttelnder Film, der in seinen Schwarzweiß-Rückblenden, in denen Edward Norton als von Hass zerfressener Neonazi gezeigt wird, wirklich schockieren kann. Genau wie Derek Vinyard erkennt man, dass die Ideologie und die Verhaltensweisen der Rechten einfach nur abstoßend sind, den Film kann man also gar nicht missverstehen, umso trauriger, dass es Fälle in der Wirklichkeit gibt, in denen sich die berüchtige Bordstein-Szene zum Vorbild genommen wurde. Heiß diskutieren kann man auch den unerwartet kommenden Schluss. Die eindrucksvolle, schmerzhafte Läuterung von Derekt gehört jedenfalls zum Pflichtprogramm einer jeden Filmsammlung.
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Rodon
über American Gangster 2011/05/15 19:43:53
Da ist es wieder, dieses tolle Feeling, wenn sich zwei Superstars wie in "Heat" die beträchtliche Laufzeit des Films duellieren, obwohl sie sich fast nie wirklich begegnen. Ridley Scott hat viel Mühe und Zeit investiert, die kriminelle Atmosphäre von Harlem während der späten Sechziger und frühen Siebziger für uns einzufangen, man ist wirklich fasziniert, wie raffiniert sich Frank Lucas (Denzel Washington) zum Drogenbaron aufschwingt, immerhin fährt er selbst ins goldene, asiatische Dreieck, damit er den puren, ungestreckten Stoff in seinen Besitz bringen kann. Die Handlung ist verquickt mit geschichtsträchtigen Ereignissen wie dem Vietnamkrieg oder dem Kampf von Muhammad Ali gegen Joe Frazier, was auf jeden Fall zur Stimmung beiträgt. Manche Handlungsabläufe hätten aber ruhig noch etwas vertiefender erklärt werden können. Kritik gibt's für die DVD-Auswertung: Das Bild wirkt blass und nicht so scharf, wie man es von anderen Filmen gewohnt ist. Die neu hinzugekommenen Szenen der Extended-Version sind leider auch nicht synchronisiert, so wechselt die Sprache immer mal wieder von Deutsch zu Englisch (mit dt. Untertiteln) und Zurück. Dabei hätten es die interessanten Szenen durchaus verdient, ebenfalls mit eingesprochen zu werden. Nur das Ende der Kinofassung gefällt mir besser, es bleibt mehr Raum für Interpretationsspielraum.
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Rodon
über American Dreamz - Alles nur Show 2011/05/15 19:42:53
Eine kleine Satire mit Hugh Grant in der Hauptrolle als durchtriebenen Juror einer US-Castingshow, die sich der mittlerweile verrückt gewordene Präsident der Vereinigten Staaten - lustig verkörpert von Dennis Quaid - zur Chance nimmt, mal wieder bei der Öffentlichkeit als Gastjurorzu punkten. Wäre da nicht unter den Teilnehmern noch ein Ex-Taliban... Vieles aus den Medien, was uns hierzulande dank "DSDS" und Co. auch nicht unbekannt ist, wird dabei durch den Kakao gezogen, dazwischen erfreuen immer mal wieder schöne Gesangseinlagen das Ohr, schließlich bildet die Show fortwährend den Rahmen.
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Rodon
über American Beauty 2011/05/15 19:41:53
Ein Geniestreich aus dem Jahre 1999, der gleich mal 5 Oscars abräumte - zu Recht! Hinter der Fassade einer scheinbar wie aus dem Bilderbuch gestanzten Vorort-Familie bröckelt es gewaltig, nach und nach kommen immer mehr dunkle Geheimnisse ans Tageslicht. Für Zündstoff sorgen auch die neuen Nachbarn oder die Freundin der Familientochter, Mena Suvaris beste Rolle! Das Tolle an diesem Werk ist, dass - sofern man ihn noch nicht gesehen hat - man die ganze Zeit nicht weiß, wohin die ganzen Enthüllungen noch steuern könnten, das Ende kommt da natürlich sehr überraschend! Nach diesem Film wird man übrigens auch die Schönheit einer im Wind tanzenden Plastiktüte sehen, versprochen!
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