Nach "Irréversible" eine Überraschung. Zwar sind Schwule immer noch schmierig und jede Frau wird grundsätzlich erstmal durchgevögelt (hässliche Frauen gibt’s nicht bei Gaspar Noé), dennoch behält eine Liebesgeschichte die Oberhand, die wirklich anrührend ist. Noés grosse Leistung besteht darin, mit seinen visuellen Einfällen der Erzählung nicht das Wasser abzugraben. Inhalt und Form bilden endlich eine Einheit. Der Inhalt ist zwar naiv und die Form zuweilen cheesy, aber gemeinsam sind sie stark! Sterben mit Gaspar Noé ist auf jeden Fall besser als vergewaltigen mit Gaspard Noe.
Das ist weniger eine Liebesgesichte sondern eher eine Gescichte wahrer Zuneigung und wie stark man einander braucht. Mit Liebe hatdas nur mit Geschwisterliebe zu tun. Andere Liebe wäre ja falsch ;)
Na ja, schon im ersten Satz lieferst Du zwei der triftigsten Gründe gegen das Pasolini-Wannabe-Kino Noés, noch um einiges dezidierter ja die Homophobie in Irréversible. Hier nun mit zusätzlich aufgetragenen Lagen der Kunstgewerblichkeit, inklusive schlecht plagiierter Titles sowie einer ästhetischen Annäherung auf dem Niveau der Windows-Media-Player-Visualisierungen. Filme, fast so schlimm wie die von Bruno Dumont.
Ach seufz, hast ja Recht, Vega, hast ja Recht. Trotzdem, die Geschichte der Geschwister hat mir gefallen. Auch das sexuell aufgeladene Verhältnis der Beiden fand ich passend. Der ganze Zinnober drumherum, Schwamm drüber, andere bekommen dafür die Goldene Palme (Tree of Life).
Tree of Life is nun wirklich nicht perfekt, eher schwulstige Erweckungstheologie. Aber Perfektion ist langweilig, darum kann ich Noé was abgewinnen, obwohl er wahrscheinlich ein Idiot ist, und Malick mag ich ja auch.
Ach na ja, diese ganzen umständlichen Lesansätze bei Tree of Life habe ich nie verstanden, ob nun klerikal, ideologiekritisch, letztlich banal geschmäcklerisch, ist doch alles egal, kann doch alles der Kraft seiner sinnlichen Durchdringlichkeit, seiner so doch im gegenwärtigen Kino beinahe einzigartigen leidenschaftlichen Inszenierung nichts anhaben. Verstellt nur den Blick. Unter den GGFÜA-Filmen ist Tree of Life jedenfalls der beste.
Erst im Alter legte Orson Welles seine Manierismen ab. Damit ging er den umgekehrten Weg vieler anderer Schauspieler. Leider ist „La Décade prodigieuse" eine ungünstige Gelegenheit, um mit Welles seinen Frieden zu schließen, denn der Rest des Films ist 70er-Jahre-Kunsttrash, kopflastig durchgezogen von Claude Chabrol.
Atemberaubend, wie irrelevant die Beiträge sind. Warum nicht Haneke, Dresen, Heisenberg, gerne Schlöndorff, Kluge? Weil, es wächst ja nichts nach. Einsam wie ein Leuchtturm: Romuald Karmakar mit "Ramses". Drumherum Graf und Enders, weil sie noch was zu sagen haben. Die übrigen Filme sagen mehr aus über Deutschland, als es die blasierten Macher wohl ahnen. Wer nur von Film was versteht, versteht auch davon nichts.
Meine moderaten Fähigkeiten im Bezug auf "Allgemeinwissen" beschränken sich größtenteils auf den englischsprachigen Raum (gilt für Film und Literatur). Also abgesehen von zwei Namen bin ich überfordert und kann deshalb deinen bestimmt sehr präzisen und gebündelten (wie immer) Beitrag net bewerten.
Nicht sehr tiefschürfend. Aber so federleicht über Liebe und Tod erzählen, das kann wohl nur ein Altmeister. Wurde im Cannes-Wettbewerb gegen "Michael" ausgetauscht. Schon verständlich, schon schade.
Petzold ohne Manierismus. "Barbara" verbindet DDR- mit Kleinstadtleben und kommt damit dem Lebensgefühl dieses Staates bisher am nächsten, finde ich. Das Verhältnis zum Westen wird stimmig nachgezeichnet und nimmt vorweg, warum viele Menschen acht Jahre später auf die Strasse gingen: nicht unbedingt für mehr Freiheit, meistens für mehr Konsum. Die Schauspieler sind umwerfend gut, weil sie genau geführt worden sind, das ist selten in deutschen Filmen. Am Ende das grosse Fragezeichen, nur mit Blicken in den Raum gestellt und viel mehr als DDR hier und Stasi dort. Mit Barbara kann man sich noch lange beschäftigen.
Propagandaseifenoper, unfassbar dumm, viele lächelnde Chinesen in Uniform, ausser wenn Mao stirbt, dann wird nicht gelächelt. Und wenn Erdbeben ist. Das kommt als unförmiges Spektakel daher und trennt die kleine Fang Deng vom Bruder Fang Da. Jahre später das Wiedersehen in einem neuen, strahlenden China. Schnarch.
Well-made play aus Hollywood, selbstgenügsam, mit Pattinson als Schwachstelle und Waltz als Star Attraction. August, der schillernde Zirkusdirektor, ist herrlich ambivalent und ein guter Ersatz für den abgelehnten Freud.
@dbeutner: Das Ende läßt 2 (oder gar mehr) Schlüsse zu: a) Es gibt den Sturm tatsächlich, er hatte also prophetische Visionen oder b) Es gibt den Sturm nicht, was der finale Beweis wäre, das er wahnsinnig wird.
Insofern ist es ein offenes Ende.
SPOILER ---> Nö, das Setting ist eindeutig in der Realwelt angesiedelt. Er hatte keine Panik, wurde von der Tochter drauf aufmerksam gemacht, die Frau hat es geglaubt und das abschließende Nicken hieß: Jo, das isser. Insofern waren es "prophetische Visionen"...
WEITER SPOILER ---> Doch, eindeutig. "Offen" ist es bestenfalls insoweit, als dass man nicht weiß, wie die nun einsetzende "Apokalypse" en detail aussieht, (werden die Menschen genau so aggressiv durchdrehen wie in den Visionen etc pp), woher sie kommt und so weiter (bei all den Deutungen zur amerikanischen Befindlichkeit ist die Frage allerdings rel. "egal" und spielt keine Rolle). Es gibt nicht das leiseste Anzeichen dafür, dass es sich um eine seiner Visionen handelt. Wie oben schon erwähnt.
Geb dem Beutner Recht. Psychokiste mit Fantasyende ist ein langweiliger Schlenker. Der nahende Sturm wird ja nicht nur aus Curtis Perspektive erzählt. Alle sehen den Sturm, sie nicken einander zu, der ölige Regen fällt auf Samanthas Hände usw. Sollte das ein zweideutiges Ende sein, ist es gründlich schiefgelaufen. Wirkt eher wie ein Produzenteneinfall oder so ein Satz, der einen Pitch knackig abschliessen soll. Der Rest des Films ist aber super!
SPOILER!!! Fand das Ende perfekt, weil wohl jeder, incl. Zuschauer und ihm selbst am Ende dachte, dass er verrückt ist. Man selbst war auf der Seite der Leute die ihn für verrückt erklärt haben, sein Ausraster wo er behauptet nicht verrückt zu sein wird als Nervenzusammenbruch abgestempelt etc.
SPOILER - Reznik findet es super, dass zunächst alles nach Durchdrehen aussieht, aber dann die Wahnvorstellungen eben doch nicht wahnhaft waren. Was Reznik "perfekt" findet, finde ich extrem billig. Erst die Darstellung als Drama an "realen" Maßstäben zelebrieren, um dann am Ende zu sagen: "Verarscht, der Typ ist ein Hellseher!" Will nicht mal sagen, dass so ein Twist in einem ernsthaften Mystery-Film Sinn machen /könnte/, nur hier wird ja nichts unterfüttert, man bekommt am Ende die Lange Nase gezeigt und das war's. Wie gesagt: einfach nur billig und rel. dumm. Gegenbeispiel: Carnivale (Serie); da gibt es Visionen, aber da gibt es auch einen theoretischen Unterbau.
Naja, zum Glück lässt der Film Interpretationsfreiraum;) Ohne diesen realen Maßstab hätte das Ende so nie funktioniert und hätte sich in Werke wie von Shyamalan eingereiht. Ich würde den Sturm/Apokalypse bzw die Mysteryelemente auch nicht zu ernst nehmen, sondern eher metaphorisch, als Mittel zum Zweck, sehen. Es war einfach etwas von dieser Absurdität/Intensität nötig um die Thematik rüberzubringen. Dazu empfehle ich die Kritik von Oceanic6 hier auf der Seite, hat mir jedenfalls gute Denkanstöße gegeben.
DIE ZEIT, sonst breitgetretener Quark, schrieb immerhin das: "Es gibt ein spezielles Kelly-Reichardt-Geheimnis, und bei all ihren Filmen fragt man sich, worin es eigentlich liegt."
"Meek's Cutoff" ist ein bisschen konventioneller ausgefallen als die Vorgänger, aber deshalb nicht schlechter. Ich bin weiter Fan. (Und 4:3 ist ein tolles Western-Format.)
Im Qualitätsranking für Kuschelmonster liegen die Ghoulies hinter den Gremlins und den Critters, aber vor den Munchies. Die verstorbene Tamara De Treaux hat hier ihren ersehnten Auftritt ohne E.T.-Verkleidung, ausserdem ist KlapTrap in einer Altersrolle zu sehen. Zur musikalischen Untermalung wurde "Der Alchimist" von Richard Band aus dem Archiv gekramt, letzte Lücken hat Shirley Walker mit dem Synthesizer zugeschmiert. Die ist nun auch schon tot. Ach.
@Tee: Schon, ja, aber dann landet er bei mir in der Reihe mit Flightplan und Sophie Scholl, das geht doch nich!
@Vega: Da tritt eine ganze Generation ab und übrig bleiben Hans Zimmer und Brian Tyler. Ich geh dann nicht mehr ins Kino, das sag ich dir!
@Klap: Filter-Pointe, gutes Wort.
Ich hab natürlich auch drüber nachgedacht. Der Film ist schon recht unausgegoren, weil Spielberg für jede Szene die maximale Dramatik sucht. Gefühle werden dann zu Retrokitsch erhöht, während die Kampfhandlungen wie Private Ryan daherkommen. In Summe beisst sich das und es bleibt einigermassen unklar, worauf der Film hinaus will. Andererseits gibt es umwerfende Sequenzen und Inszenierungseinfälle, old school im besten Wortsinn, wie es wahrscheinlich nur noch Spielberg hinbekommt. Weil er selber daran glaubt (glaub ich). Ein aufrichtiger Eskapismus, dem ich gerne folge.
In the "The Dresser" verarbeitete Ronald Harwood eigene Erfahrungen als Garderobier einer Shakespeare Company. Albert Finney (Michael Wadleigh nannte ihn "the greatest living actor") als Theatergigant auf tönernen Füssen, umhergeworfen zwischen Wortmacht und innerem Zerfall, Tom Courtenay als "Dresser" und einzige Person, die das Häufchen Elend noch zum King Lear hochziehen kann. Nach seinem theatralischen "Krull" verfilmte Peter Yates ein Theaterstück, das seiner Wiederentdeckung harrt. Grosse Empfehlung!
"Deadly Blessing" legt viel Wert auf Atmosphäre, das ist das grosse Plus. Ungewöhnlich für die Preisklasse ist der Einsatz des Krans. Aussenmotive werden in ausladenden Bewegungen eingefangen, die die Innenräume umso klaustrophobischer wirken lassen. Die Schauspieler agieren solide bis gut, Sharon Stone steht in riesigen Lettern auf dem DVD-Cover, auch sie solide bis gut. Die Musik geht als Vorstudie zu "Something wicked this way comes" durch, bis auf den Dies-irae-wir-singen-was-Lateinisches-Chor, der ist "Omen"-Trittbrettfahrer. Alles in allem aber sehr hübsch.
(Hübsches Ende auch.)
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Schlegel
über Enter the Void 2012/05/28 17:16:47
Nach "Irréversible" eine Überraschung. Zwar sind Schwule immer noch schmierig und jede Frau wird grundsätzlich erstmal durchgevögelt (hässliche Frauen gibt’s nicht bei Gaspar Noé), dennoch behält eine Liebesgeschichte die Oberhand, die wirklich anrührend ist. Noés grosse Leistung besteht darin, mit seinen visuellen Einfällen der Erzählung nicht das Wasser abzugraben. Inhalt und Form bilden endlich eine Einheit. Der Inhalt ist zwar naiv und die Form zuweilen cheesy, aber gemeinsam sind sie stark! Sterben mit Gaspar Noé ist auf jeden Fall besser als vergewaltigen mit Gaspard Noe.
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DerDude_ 2012/05/28 18:14:09
Antwort löschenSehr schön :) Auch wenn ich spontan nicht weiß welche Liebesgechichte du meinst ;)
Schlegel 2012/05/28 18:17:14
Antwort löschenDie der Geschwister.
DerDude_ 2012/05/28 19:17:58
Antwort löschenDas ist weniger eine Liebesgesichte sondern eher eine Gescichte wahrer Zuneigung und wie stark man einander braucht. Mit Liebe hatdas nur mit Geschwisterliebe zu tun. Andere Liebe wäre ja falsch ;)
Mr Vincent Vega 2012/05/28 19:20:19
Antwort löschenNa ja, schon im ersten Satz lieferst Du zwei der triftigsten Gründe gegen das Pasolini-Wannabe-Kino Noés, noch um einiges dezidierter ja die Homophobie in Irréversible. Hier nun mit zusätzlich aufgetragenen Lagen der Kunstgewerblichkeit, inklusive schlecht plagiierter Titles sowie einer ästhetischen Annäherung auf dem Niveau der Windows-Media-Player-Visualisierungen. Filme, fast so schlimm wie die von Bruno Dumont.
Schlegel 2012/05/28 19:55:39
Antwort löschenAch seufz, hast ja Recht, Vega, hast ja Recht. Trotzdem, die Geschichte der Geschwister hat mir gefallen. Auch das sexuell aufgeladene Verhältnis der Beiden fand ich passend. Der ganze Zinnober drumherum, Schwamm drüber, andere bekommen dafür die Goldene Palme (Tree of Life).
DerDude_ 2012/05/28 19:58:06
Antwort löschenEnter the Void ist ein Meisterwerk aber Tree of Life noch ein ganzes Level drüber. Daher ein verdienter Sieger !
Schlegel 2012/05/28 20:01:33
Antwort löschenNaja Meisterwerk ist ja eher so ein Gummibegriff. Was heisst das schon: Meisterwerk?
DerDude_ 2012/05/28 20:19:22
Antwort löschenRundum perfekter Film ?
Mr Vincent Vega 2012/05/28 20:45:34
Antwort löschenWerk eines Meisters halt. So wie Malick einer ist, beispielsweise. Oder Noé keiner ist. :-)
Schlegel 2012/05/29 00:13:09
Antwort löschenTree of Life is nun wirklich nicht perfekt, eher schwulstige Erweckungstheologie. Aber Perfektion ist langweilig, darum kann ich Noé was abgewinnen, obwohl er wahrscheinlich ein Idiot ist, und Malick mag ich ja auch.
Mr Vincent Vega 2012/05/29 01:05:24
Antwort löschenAch na ja, diese ganzen umständlichen Lesansätze bei Tree of Life habe ich nie verstanden, ob nun klerikal, ideologiekritisch, letztlich banal geschmäcklerisch, ist doch alles egal, kann doch alles der Kraft seiner sinnlichen Durchdringlichkeit, seiner so doch im gegenwärtigen Kino beinahe einzigartigen leidenschaftlichen Inszenierung nichts anhaben. Verstellt nur den Blick. Unter den GGFÜA-Filmen ist Tree of Life jedenfalls der beste.
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Schlegel 2012/05/29 13:38:59
Antwort löschenGGFÜA?
Mr Vincent Vega 2012/05/29 13:41:48
Antwort löschenKnörersche Wortschöpfung: Ganz Großer Film Über Alles.
Schlegel
über Der zehnte Tag 2012/05/28 17:10:50
Erst im Alter legte Orson Welles seine Manierismen ab. Damit ging er den umgekehrten Weg vieler anderer Schauspieler. Leider ist „La Décade prodigieuse" eine ungünstige Gelegenheit, um mit Welles seinen Frieden zu schließen, denn der Rest des Films ist 70er-Jahre-Kunsttrash, kopflastig durchgezogen von Claude Chabrol.
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Schlegel
über Der rote Korsar 2012/05/28 17:07:27
Sowas lief in der Flimmerstunde auf DDR2: Holterdiepolter, gut und böse. Obs mir geschadet hat?
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Schlegel
über Deutschland 09 - 13 kurze Filme zur Lage der Nation 2012/05/24 19:41:27
Atemberaubend, wie irrelevant die Beiträge sind. Warum nicht Haneke, Dresen, Heisenberg, gerne Schlöndorff, Kluge? Weil, es wächst ja nichts nach. Einsam wie ein Leuchtturm: Romuald Karmakar mit "Ramses". Drumherum Graf und Enders, weil sie noch was zu sagen haben. Die übrigen Filme sagen mehr aus über Deutschland, als es die blasierten Macher wohl ahnen. Wer nur von Film was versteht, versteht auch davon nichts.
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BlueSquirrel 2012/05/24 21:05:26
Antwort löschenIch bin überfordert...auf grauenhafte Weise dazu noch.
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Schlegel 2012/05/24 21:28:32
Antwort löschenWieso?
BlueSquirrel 2012/05/24 21:41:11
Antwort löschenMeine moderaten Fähigkeiten im Bezug auf "Allgemeinwissen" beschränken sich größtenteils auf den englischsprachigen Raum (gilt für Film und Literatur). Also abgesehen von zwei Namen bin ich überfordert und kann deshalb deinen bestimmt sehr präzisen und gebündelten (wie immer) Beitrag net bewerten.
Schlegel
über Restless 2012/05/16 18:50:12
Nicht sehr tiefschürfend. Aber so federleicht über Liebe und Tod erzählen, das kann wohl nur ein Altmeister. Wurde im Cannes-Wettbewerb gegen "Michael" ausgetauscht. Schon verständlich, schon schade.
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Schlegel
Kommentare 2012/04/19 15:26:44
Mal wieder die üblichen Gesellen.
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Schlegel
über Barbara 2012/04/08 12:28:44
Petzold ohne Manierismus. "Barbara" verbindet DDR- mit Kleinstadtleben und kommt damit dem Lebensgefühl dieses Staates bisher am nächsten, finde ich. Das Verhältnis zum Westen wird stimmig nachgezeichnet und nimmt vorweg, warum viele Menschen acht Jahre später auf die Strasse gingen: nicht unbedingt für mehr Freiheit, meistens für mehr Konsum. Die Schauspieler sind umwerfend gut, weil sie genau geführt worden sind, das ist selten in deutschen Filmen. Am Ende das grosse Fragezeichen, nur mit Blicken in den Raum gestellt und viel mehr als DDR hier und Stasi dort. Mit Barbara kann man sich noch lange beschäftigen.
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Schlegel
über Aftershock 2012/04/02 14:34:02
Propagandaseifenoper, unfassbar dumm, viele lächelnde Chinesen in Uniform, ausser wenn Mao stirbt, dann wird nicht gelächelt. Und wenn Erdbeben ist. Das kommt als unförmiges Spektakel daher und trennt die kleine Fang Deng vom Bruder Fang Da. Jahre später das Wiedersehen in einem neuen, strahlenden China. Schnarch.
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Schlegel
über Wasser für die Elefanten 2012/04/02 14:28:51
Well-made play aus Hollywood, selbstgenügsam, mit Pattinson als Schwachstelle und Waltz als Star Attraction. August, der schillernde Zirkusdirektor, ist herrlich ambivalent und ein guter Ersatz für den abgelehnten Freud.
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der cineast 2012/04/02 16:14:04
Antwort löschenGroßer Film!
Schlegel
über I'm a Cyborg, But That's OK 2012/03/30 14:06:03
Es gibt Leute, die setzen sich schrille Hüte auf, um einzigartig zu sein. "Cyborg usw." ist das filmische Pendant.
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lieber_tee 2012/03/30 14:59:50
Antwort löschenIch mag Leute mit schrillen Hüten...;)
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Schlegel 2012/04/02 14:03:25
Antwort löschenEigentlich kenne ich ja gar keine Leute mit schrillen Hüten.
countcount 2012/04/02 17:37:47
Antwort löschenSehe ich ähnlich...
Schlegel
über Rango 2012/03/30 12:51:49
Als Chinatown Fan bin ich für die Schildkröte. The future, Mr. Rango! The future.
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Schlegel
über Take Shelter - Ein Sturm zieht auf 2012/03/26 13:15:34
Makelloser Film, der durch ein unsinniges Ende zerstört wird.
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jollyroger 2012/03/26 13:24:36
Antwort löschenWas ist daran unsinnig? Es ist ein offenes Ende, welches man je nach Gusto interpretieren kann....
sikkmeidack 2012/03/27 02:37:10
Antwort löschenoffene oder kontroverse Enden werden zunehmend ein Stilmittel des 21sten - ich persönlich begrüße das sehr.
dbeutner 2012/03/28 13:17:26
Antwort löschen@jollyroger: Was ist daran offen???
jollyroger 2012/03/28 14:02:33
Antwort löschen@dbeutner: Das Ende läßt 2 (oder gar mehr) Schlüsse zu: a) Es gibt den Sturm tatsächlich, er hatte also prophetische Visionen oder b) Es gibt den Sturm nicht, was der finale Beweis wäre, das er wahnsinnig wird.
Insofern ist es ein offenes Ende.
dbeutner 2012/03/28 19:10:21
Antwort löschenSPOILER ---> Nö, das Setting ist eindeutig in der Realwelt angesiedelt. Er hatte keine Panik, wurde von der Tochter drauf aufmerksam gemacht, die Frau hat es geglaubt und das abschließende Nicken hieß: Jo, das isser. Insofern waren es "prophetische Visionen"...
jollyroger 2012/03/28 19:33:29
Antwort löschen"eindeutig" wohl eher nicht. Jeff Nichols selbst sagt über den Film, das das Ende bewußt offen gelassen wurde, soviel dazu.
dbeutner 2012/03/28 20:26:20
Antwort löschenWEITER SPOILER ---> Doch, eindeutig. "Offen" ist es bestenfalls insoweit, als dass man nicht weiß, wie die nun einsetzende "Apokalypse" en detail aussieht, (werden die Menschen genau so aggressiv durchdrehen wie in den Visionen etc pp), woher sie kommt und so weiter (bei all den Deutungen zur amerikanischen Befindlichkeit ist die Frage allerdings rel. "egal" und spielt keine Rolle). Es gibt nicht das leiseste Anzeichen dafür, dass es sich um eine seiner Visionen handelt. Wie oben schon erwähnt.
Schlegel 2012/03/29 15:11:12
Antwort löschenGeb dem Beutner Recht. Psychokiste mit Fantasyende ist ein langweiliger Schlenker. Der nahende Sturm wird ja nicht nur aus Curtis Perspektive erzählt. Alle sehen den Sturm, sie nicken einander zu, der ölige Regen fällt auf Samanthas Hände usw. Sollte das ein zweideutiges Ende sein, ist es gründlich schiefgelaufen. Wirkt eher wie ein Produzenteneinfall oder so ein Satz, der einen Pitch knackig abschliessen soll. Der Rest des Films ist aber super!
reznik 2012/04/02 14:01:05
Antwort löschenSPOILER!!! Fand das Ende perfekt, weil wohl jeder, incl. Zuschauer und ihm selbst am Ende dachte, dass er verrückt ist. Man selbst war auf der Seite der Leute die ihn für verrückt erklärt haben, sein Ausraster wo er behauptet nicht verrückt zu sein wird als Nervenzusammenbruch abgestempelt etc.
Schlegel 2012/04/02 14:39:40
Antwort löschenVersteh ich nicht.
dbeutner 2012/04/02 14:52:18
Antwort löschenSPOILER - Reznik findet es super, dass zunächst alles nach Durchdrehen aussieht, aber dann die Wahnvorstellungen eben doch nicht wahnhaft waren. Was Reznik "perfekt" findet, finde ich extrem billig. Erst die Darstellung als Drama an "realen" Maßstäben zelebrieren, um dann am Ende zu sagen: "Verarscht, der Typ ist ein Hellseher!" Will nicht mal sagen, dass so ein Twist in einem ernsthaften Mystery-Film Sinn machen /könnte/, nur hier wird ja nichts unterfüttert, man bekommt am Ende die Lange Nase gezeigt und das war's. Wie gesagt: einfach nur billig und rel. dumm. Gegenbeispiel: Carnivale (Serie); da gibt es Visionen, aber da gibt es auch einen theoretischen Unterbau.
Alle 13 Antworten zeigen
reznik 2012/04/03 21:54:57
Antwort löschenNaja, zum Glück lässt der Film Interpretationsfreiraum;) Ohne diesen realen Maßstab hätte das Ende so nie funktioniert und hätte sich in Werke wie von Shyamalan eingereiht. Ich würde den Sturm/Apokalypse bzw die Mysteryelemente auch nicht zu ernst nehmen, sondern eher metaphorisch, als Mittel zum Zweck, sehen. Es war einfach etwas von dieser Absurdität/Intensität nötig um die Thematik rüberzubringen. Dazu empfehle ich die Kritik von Oceanic6 hier auf der Seite, hat mir jedenfalls gute Denkanstöße gegeben.
Schlegel 2012/04/04 20:19:41
Antwort löschenJa klar kann man Sinnbilder ohne Ende herausfiltern, das ändert aber nichts daran, dass die Erzähloberfläche in sich stimmig sein sollte.
Schlegel
über Mr. Nobody 2012/03/03 16:41:52
Wenn Werbeleute philosophisch werden, sollte man sie in ihrem Loft einsperren.
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DerDude_ 2012/03/31 15:45:51
Antwort löschenWundervoller Film, aber er Satz is lustig :)
Schlegel
über Meek's Cutoff 2012/03/03 16:23:49
DIE ZEIT, sonst breitgetretener Quark, schrieb immerhin das: "Es gibt ein spezielles Kelly-Reichardt-Geheimnis, und bei all ihren Filmen fragt man sich, worin es eigentlich liegt."
"Meek's Cutoff" ist ein bisschen konventioneller ausgefallen als die Vorgänger, aber deshalb nicht schlechter. Ich bin weiter Fan. (Und 4:3 ist ein tolles Western-Format.)
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Schlegel
über Ghoulies 2012/03/03 15:44:17
Im Qualitätsranking für Kuschelmonster liegen die Ghoulies hinter den Gremlins und den Critters, aber vor den Munchies. Die verstorbene Tamara De Treaux hat hier ihren ersehnten Auftritt ohne E.T.-Verkleidung, ausserdem ist KlapTrap in einer Altersrolle zu sehen. Zur musikalischen Untermalung wurde "Der Alchimist" von Richard Band aus dem Archiv gekramt, letzte Lücken hat Shirley Walker mit dem Synthesizer zugeschmiert. Die ist nun auch schon tot. Ach.
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lieber_tee 2012/03/03 19:32:44
Antwort löschenPassendes Qualtätsranking...Der müsste doch in seine schundigen Art mehr Punkte verdient haben.
Mr Vincent Vega 2012/03/03 20:24:29
Antwort löschenIch wusste bis eben tatsächlich nicht, dass Shirley Walker, langjährige berufliche Weggefährtin Elfmans, 2006 verstorben ist. Jetzt bin ich traurig.
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Schlegel 2012/03/04 20:52:35
Antwort löschen@Tee: Schon, ja, aber dann landet er bei mir in der Reihe mit Flightplan und Sophie Scholl, das geht doch nich!
@Vega: Da tritt eine ganze Generation ab und übrig bleiben Hans Zimmer und Brian Tyler. Ich geh dann nicht mehr ins Kino, das sag ich dir!
@Klap: Filter-Pointe, gutes Wort.
lieber_tee 2012/03/04 21:04:30
Antwort löschen@ nein, da darf er nicht landen, viiieel besser...;)
Schlegel
über Gefährten 2012/03/01 10:16:22
Im Kino gewesen. Geweint.
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Kubrick_obscura 2012/03/01 11:05:53
Antwort löschenPlagiat! ;)
Schlegel 2012/03/01 13:29:41
Antwort löschenAber wahr. Was soll man machen.
Mr Vincent Vega 2012/03/01 14:34:56
Antwort löschenSchlegel, Du alte Kitschkuh.
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lens flare 2012/03/01 19:10:26
Antwort löschenDas ist keine Kuh, das ist ein Pferd.
Schlegel 2012/03/01 21:04:18
Antwort löschenIch hab natürlich auch drüber nachgedacht. Der Film ist schon recht unausgegoren, weil Spielberg für jede Szene die maximale Dramatik sucht. Gefühle werden dann zu Retrokitsch erhöht, während die Kampfhandlungen wie Private Ryan daherkommen. In Summe beisst sich das und es bleibt einigermassen unklar, worauf der Film hinaus will. Andererseits gibt es umwerfende Sequenzen und Inszenierungseinfälle, old school im besten Wortsinn, wie es wahrscheinlich nur noch Spielberg hinbekommt. Weil er selber daran glaubt (glaub ich). Ein aufrichtiger Eskapismus, dem ich gerne folge.
Schlegel
über Ein ungleiches Paar 2012/02/20 15:57:54
In the "The Dresser" verarbeitete Ronald Harwood eigene Erfahrungen als Garderobier einer Shakespeare Company. Albert Finney (Michael Wadleigh nannte ihn "the greatest living actor") als Theatergigant auf tönernen Füssen, umhergeworfen zwischen Wortmacht und innerem Zerfall, Tom Courtenay als "Dresser" und einzige Person, die das Häufchen Elend noch zum King Lear hochziehen kann. Nach seinem theatralischen "Krull" verfilmte Peter Yates ein Theaterstück, das seiner Wiederentdeckung harrt. Grosse Empfehlung!
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Schlegel
über Die Maske des Zorro 2012/01/26 00:47:22
Schöner Ferienfilm.
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Schlegel
über Die Legende des Zorro 2012/01/26 00:45:24
Viel Eheklamauk, aber sonst ist der Zorro-Ton doch gut getroffen. Leone durch den Hollywoodhäcksler zu treten ist schliesslich auch ne Arbeit.
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Schlegel
über Tödlicher Segen 2012/01/14 02:08:57
"Deadly Blessing" legt viel Wert auf Atmosphäre, das ist das grosse Plus. Ungewöhnlich für die Preisklasse ist der Einsatz des Krans. Aussenmotive werden in ausladenden Bewegungen eingefangen, die die Innenräume umso klaustrophobischer wirken lassen. Die Schauspieler agieren solide bis gut, Sharon Stone steht in riesigen Lettern auf dem DVD-Cover, auch sie solide bis gut. Die Musik geht als Vorstudie zu "Something wicked this way comes" durch, bis auf den Dies-irae-wir-singen-was-Lateinisches-Chor, der ist "Omen"-Trittbrettfahrer. Alles in allem aber sehr hübsch.
(Hübsches Ende auch.)
bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten