Empfehlung: Dem Film ist für die Atmosphäre eine große Bildfläche zuträglich. Besonderes Augenmerk auf die Komposition der Szenen legen - keine kommt zufällig vor oder nach einer anderen.
U: Keine Handlung, kein Humor, keine Action, kein Spannungsaufbau - und dennoch gut unterhalten? Das funktioniert hier nur auf zwei Wegen, die sich auch beide gleichzeitig beschreiten lassen: Reflektion über das Gerade-Gesehene schon während des Filmes, Interpretation, Deutung einzelner Szenen im Zusammenhang, oder (und) Sich-Einlassen auf einen Bildsog, der um Berlin kreist. Kann man beides nicht, wird man einen Film sehen, in welchem einfach nur alltägliche Situationen - gefilmt in Berlin - gezeigt werden.
B: Der Film besitzt keine Handlung, sondern ist eine bloße Dokumentation Berlins als Großstadt. Doch eine Dokumentation ohne begleitende Stimme aus dem Off? Eine Aneinanderreihung von Bildern soll nun schon eine Dokumentation einer Großstadt sein? Dann kann man ja selbst mit der Handkamera raus, filmen und mit 8.0 Punkten belohnt werden. Ruttmann aber filmt nicht nur einfach Teile, bestimmte ausgewählte Teile, Berlins, sondern setzt diese in Bildern wieder neu zusammen. Und hier ist maßgeblich, welche Szenen er aneinanderreiht, und wie er sie in Szene setzt. Bedeutende Motive der Ästhetik Ruttmanns sind hierbei Tiere, Puppen und Maschinen. Und diese nicht nur unbedeutend ineinander gemischt, sondern sorgfältig platziert. Immer wieder konterkarieren fressende und rennende Tiere, essende und Sport treibende Menschen um nur ein Beispiel aus vielen zu nennen. Maschinen sind sowieso allgegenwärtig und immer mehr in Szene gesetzt als die Menschen, die sie bedienen. Die Ambivalenz des technischen Fortschritts als Dreh- & Angelpunkt des Films, nicht die Menschen.
T: Eine unglaubliche "Schnittästhetik" wie treffend von Peter2211 formuliert zeichnet diesen Film aus. Sehr viele langsame und schnelle Schnitte, die das im Bild gezeigte jeweils perfekt unterstützen und die eine Eigendynamik entwickeln, so dass der eigentliche Spannungsbogen nicht über die Handlung konstruiert, sondern mittels der Komposition der Bilder, erzeugt wird. Schauspieler gibt es keine, so wirken die meist versteckt gefilmten Personen immer unverfälscht.
K: Hier schwer abzugrenzen von B, da obige Interpretationen und Deutungen völlig auf der künstlerischen Verdichtung der Bilder basieren. Die bereits in T gelobten Schnitte sind nicht nur Zeuge hohen handwerklichen Geschicks, sondern gleichzeitig ausdrucksstarkes Stilmittel des Filmes. Edmund Meisels musikalische Vorlage wurde hervorragend vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Frank Strobel interpretiert und ist neben der Schnitttechnik maßgeblich am Aufbau der Atmosphäre beteiligt. Jede einzelne Szene für sich könnte nicht belangloser sein; durch die kunstvolle Zusammenführung ergibt sich allerdings ein fulminantes Filmerlebnis. Die Stadt als lebender Organismus, der komplette Film als Sinfonie in Bildern.
Zu den Bewertungskriteria: http://www.moviepilot.de/forums/film-forum/threads/filmbewertungsschablone
(Wichtige Anmerkung hieraus: Aus den vier Noten wird keine Gesamtnote gebildet - die MP-Note ist der Unterhaltungswert)
Seth Gecko
Kommentare
Tue, 23 Nov 2010 21:57:21 -0000
if (Geld spielt keine Rolle)
then: Blu-Ray
else if (Ich kaufe und schaue sehr schnell sehr viele Filme)
then: DVD
else if (Ich wähle Filme einzeln aus oder (und) will ein bestmögliches Filmerlebnis)
then: if (Blu-Ray-Qualität ist bestätigt besser als die der DVD)
then: Blu-Ray
else: DVD
Empfehlung: Alleine Schauen mit Konzentration auf die Charakterzeichnung und Details, keinen spannenden Thriller erwarten.
Scorsese's Werk zeichnet sich dadurch aus, dass der Regisseur das Hauptaugenmerk nicht darauf gelegt hat, dass der Zuschauer durch einen linearen Spannungsanstieg bei der Stange gehalten wird, sondern, dass sich bei der Entfaltung der Geschichte viel Zeit gelassen wird. Zeit, die notwendig ist, um einen umfassenden Einblick in das Innenleben des Protagonisten zu schaffen. Scorsese kreiert einen differenzierten Charakter, der sich so in keine Schublade stecken lässt. Nicht-Eindimensionalität von Handelnden zeichnet sich nicht zuletzt dadurch aus, dass der Zuschauer des Öfteren seine Neigung zu selbigen wechselt, da weitere Details bekannt werden, oder der Held anders agiert als erwartet - andere Beweggründe an den Tag legt.
Auch wenn der Film mich nicht durchweg unterhalten konnte, sehr oft ein ruhiges Tempo an den Tag legte, so war dies auch nie sein Ziel. Er bietet stattdessen unglaublich viel mehr, wenn man ihn mit Methoden der Psychoanalyse und Sozialkritik analysiert.
Obgleich der Film in einer Schule spielt, bietet er selbst keinerlei Bildungswerte. Die Story ist einfach gestrickt, fordert den Zuschauer nie wirklich.
Ebenso bietet der Film keinen Spielraum für Interpretationen, fällt nicht auf durch seine Bildsprache oder sonstiger künstlerischer Werte. Die Darsteller überzeichnen ihre Charaktere, was allerdings nie lächerlich wirkt, sondern den humorvollen Anteil des Filmes hervorhebt. Bild und Ton erscheinen des Alters wegen nicht mehr sonderlich frisch, die Schnitttechnik und Kameraführung ist sauber.
Das locker verspielte Agieren aller Darsteller und die für mich gut gesetzten Witze, machen den Film zu netter, anspruchsloser Nachmittagsunterhaltung mit Freunden.
Seth Gecko
Kommentare
Mon, 10 May 2010 16:07:27 -0000
Wer schaut denn heutzutage noch viel Fernsehen, diesem massentauglichen Unterhaltungsmedium sollte die Aufmerksamkeit entzogen werden.
Das qualitativ hochwertige Fernsehen ist spätestens mit Blackout mit wehenden Fahnen untergegangen (siehe http://www.zeit.de/2007/34/Schawinski )
Film dagegen ist Kunst, dafür gilt es die Kinder zu sensibilisieren, ihren Geschmack zu prägen, ihre Einstellung zu bilden.
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Seth Gecko
Kommentare Tue, 08 Feb 2011 20:25:13 -0000
"Ein Schreiben, wie ihn Fans tagtäglich an ihre Vorbilder richten"
Naja, heutige Fanbriefe sehen wohl eher so aus: " dU bIsT sO qEiL!!! i ♥ 4eVa!"
Nichtsdestoweniger, schöne News goodspeed!
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Nagelfahr Sun, 27 Mar 2011 00:26:15 -0000
Antwort löschendU bIsT sO qEiL!!! i ♥ 4eVa!!
Seth Gecko
über Berlin: Die Sinfonie der Großstadt Thu, 16 Dec 2010 22:57:19 -0000
Unterhaltungswert: 7.0
Bildungswert: 7.5
Technik: 10.0
Künstlerischer Wert: 9.0
Empfehlung: Dem Film ist für die Atmosphäre eine große Bildfläche zuträglich. Besonderes Augenmerk auf die Komposition der Szenen legen - keine kommt zufällig vor oder nach einer anderen.
U: Keine Handlung, kein Humor, keine Action, kein Spannungsaufbau - und dennoch gut unterhalten? Das funktioniert hier nur auf zwei Wegen, die sich auch beide gleichzeitig beschreiten lassen: Reflektion über das Gerade-Gesehene schon während des Filmes, Interpretation, Deutung einzelner Szenen im Zusammenhang, oder (und) Sich-Einlassen auf einen Bildsog, der um Berlin kreist. Kann man beides nicht, wird man einen Film sehen, in welchem einfach nur alltägliche Situationen - gefilmt in Berlin - gezeigt werden.
B: Der Film besitzt keine Handlung, sondern ist eine bloße Dokumentation Berlins als Großstadt. Doch eine Dokumentation ohne begleitende Stimme aus dem Off? Eine Aneinanderreihung von Bildern soll nun schon eine Dokumentation einer Großstadt sein? Dann kann man ja selbst mit der Handkamera raus, filmen und mit 8.0 Punkten belohnt werden. Ruttmann aber filmt nicht nur einfach Teile, bestimmte ausgewählte Teile, Berlins, sondern setzt diese in Bildern wieder neu zusammen. Und hier ist maßgeblich, welche Szenen er aneinanderreiht, und wie er sie in Szene setzt. Bedeutende Motive der Ästhetik Ruttmanns sind hierbei Tiere, Puppen und Maschinen. Und diese nicht nur unbedeutend ineinander gemischt, sondern sorgfältig platziert. Immer wieder konterkarieren fressende und rennende Tiere, essende und Sport treibende Menschen um nur ein Beispiel aus vielen zu nennen. Maschinen sind sowieso allgegenwärtig und immer mehr in Szene gesetzt als die Menschen, die sie bedienen. Die Ambivalenz des technischen Fortschritts als Dreh- & Angelpunkt des Films, nicht die Menschen.
T: Eine unglaubliche "Schnittästhetik" wie treffend von Peter2211 formuliert zeichnet diesen Film aus. Sehr viele langsame und schnelle Schnitte, die das im Bild gezeigte jeweils perfekt unterstützen und die eine Eigendynamik entwickeln, so dass der eigentliche Spannungsbogen nicht über die Handlung konstruiert, sondern mittels der Komposition der Bilder, erzeugt wird. Schauspieler gibt es keine, so wirken die meist versteckt gefilmten Personen immer unverfälscht.
K: Hier schwer abzugrenzen von B, da obige Interpretationen und Deutungen völlig auf der künstlerischen Verdichtung der Bilder basieren. Die bereits in T gelobten Schnitte sind nicht nur Zeuge hohen handwerklichen Geschicks, sondern gleichzeitig ausdrucksstarkes Stilmittel des Filmes. Edmund Meisels musikalische Vorlage wurde hervorragend vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Frank Strobel interpretiert und ist neben der Schnitttechnik maßgeblich am Aufbau der Atmosphäre beteiligt. Jede einzelne Szene für sich könnte nicht belangloser sein; durch die kunstvolle Zusammenführung ergibt sich allerdings ein fulminantes Filmerlebnis. Die Stadt als lebender Organismus, der komplette Film als Sinfonie in Bildern.
Zu den Bewertungskriteria: http://www.moviepilot.de/forums/film-forum/threads/filmbewertungsschablone
(Wichtige Anmerkung hieraus: Aus den vier Noten wird keine Gesamtnote gebildet - die MP-Note ist der Unterhaltungswert)
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Seth Gecko
Kommentare Wed, 24 Nov 2010 16:44:00 -0000
Gab es nicht bei den Simpsons eine Folge "Bartman" ?
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facepalm Wed, 24 Nov 2010 17:14:24 -0000
Antwort löschenDas haben sie wohl kommen sehen..
Fulsome. Wed, 24 Nov 2010 17:20:30 -0000
Antwort löschenCheck ich jetzt nicht..
facepalm Wed, 24 Nov 2010 18:02:01 -0000
Antwort löschenDie Simpsons-Folge gabs eher als Bales Rauschebart -> Sie habens wohl kommen sehen
Alle 5 Antworten zeigen
stalker Wed, 24 Nov 2010 18:26:55 -0000
Antwort löschenhttp://www.youtube.com/watch?v=nEk0a5xtbgI&feature=related
Fulsome. Wed, 24 Nov 2010 20:37:48 -0000
Antwort löschenOh, kannte ich garnicht. Danke stalkii :)
Seth Gecko
Kommentare Tue, 23 Nov 2010 21:57:21 -0000
if (Geld spielt keine Rolle)
then: Blu-Ray
else if (Ich kaufe und schaue sehr schnell sehr viele Filme)
then: DVD
else if (Ich wähle Filme einzeln aus oder (und) will ein bestmögliches Filmerlebnis)
then: if (Blu-Ray-Qualität ist bestätigt besser als die der DVD)
then: Blu-Ray
else: DVD
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rockschlumpf Wed, 24 Nov 2010 06:27:04 -0000
Antwort löschenWie wäre es mit einem Struktogramm?^^
Seth Gecko
Kommentare Tue, 19 Oct 2010 13:46:35 -0000
Pflichttermin.
Andere Sache: Wieso ist eigentlich nur bei Beiträgen mit Ausrufezeichen der "bedenklich?"-Button eingeblendet?
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facepalm Tue, 19 Oct 2010 14:43:37 -0000
Antwort löschenWahrscheinlich ein Hinwies auf Spam oder so.
Seth Gecko
über Taxi Driver Sun, 26 Sep 2010 15:21:04 -0000
Unterhaltungswert: 6.5
Bildungswert: 9.0
Technik: 9.0
Künstlerischer Wert: 4.0
Empfehlung: Alleine Schauen mit Konzentration auf die Charakterzeichnung und Details, keinen spannenden Thriller erwarten.
Scorsese's Werk zeichnet sich dadurch aus, dass der Regisseur das Hauptaugenmerk nicht darauf gelegt hat, dass der Zuschauer durch einen linearen Spannungsanstieg bei der Stange gehalten wird, sondern, dass sich bei der Entfaltung der Geschichte viel Zeit gelassen wird. Zeit, die notwendig ist, um einen umfassenden Einblick in das Innenleben des Protagonisten zu schaffen. Scorsese kreiert einen differenzierten Charakter, der sich so in keine Schublade stecken lässt. Nicht-Eindimensionalität von Handelnden zeichnet sich nicht zuletzt dadurch aus, dass der Zuschauer des Öfteren seine Neigung zu selbigen wechselt, da weitere Details bekannt werden, oder der Held anders agiert als erwartet - andere Beweggründe an den Tag legt.
Auch wenn der Film mich nicht durchweg unterhalten konnte, sehr oft ein ruhiges Tempo an den Tag legte, so war dies auch nie sein Ziel. Er bietet stattdessen unglaublich viel mehr, wenn man ihn mit Methoden der Psychoanalyse und Sozialkritik analysiert.
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Seth Gecko
über Wir hau'n die Pauker in die Pfanne! Sun, 26 Sep 2010 14:40:33 -0000
Unterhaltungswert: 7.0
Bildungswert: 0.0
Technik: 6.0
Künstlerischer Wert: 0.0
Empfehlung: Entspanntes Schauen in der Gruppe.
Obgleich der Film in einer Schule spielt, bietet er selbst keinerlei Bildungswerte. Die Story ist einfach gestrickt, fordert den Zuschauer nie wirklich.
Ebenso bietet der Film keinen Spielraum für Interpretationen, fällt nicht auf durch seine Bildsprache oder sonstiger künstlerischer Werte. Die Darsteller überzeichnen ihre Charaktere, was allerdings nie lächerlich wirkt, sondern den humorvollen Anteil des Filmes hervorhebt. Bild und Ton erscheinen des Alters wegen nicht mehr sonderlich frisch, die Schnitttechnik und Kameraführung ist sauber.
Das locker verspielte Agieren aller Darsteller und die für mich gut gesetzten Witze, machen den Film zu netter, anspruchsloser Nachmittagsunterhaltung mit Freunden.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten
Seth Gecko
Kommentare Mon, 10 May 2010 16:07:27 -0000
Wer schaut denn heutzutage noch viel Fernsehen, diesem massentauglichen Unterhaltungsmedium sollte die Aufmerksamkeit entzogen werden.
Das qualitativ hochwertige Fernsehen ist spätestens mit Blackout mit wehenden Fahnen untergegangen (siehe http://www.zeit.de/2007/34/Schawinski )
Film dagegen ist Kunst, dafür gilt es die Kinder zu sensibilisieren, ihren Geschmack zu prägen, ihre Einstellung zu bilden.
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