Das vielleicht nervigste Voice-Over aller Zeiten. Die unsympathischte Truppe seit Tokio Hotel (Ein Vollidiot, zwei Arschlöcher und ein zwanghaft witziger Nerd mit Sonnenbrandpenis aufm Rücken) gurkt durch eine widerwärtige Peinlichkeitenakkumulation und macht Kreta unsicher. Die Klischees werden ausgekotzt, -geschissen und -gesabbert, als würden Aaron Seltzer und Todd Phillips eine Orgie bei Rosamunde Pilcher feieren und sich dann gegenseitig ankotzen. Den Punkt dafür, dass mich die griechische Absteige der vier Trottel an unser abbruchreifes Hotelzimmer während der Studienfahrt nach Rom erinnerte und der britische Rated R-Comedies Verschnitt für ganz Arme zusammen mit drei Kumpels fast lustig gewesen wäre. FAST. Als Grundessenz bleibt hängen: Engländer haben kleine Pimmel. Und dafür hab ich 9 Euro gezahlt.
Moderner Emanzipationskampf trifft auf verstaubte Aristokratie. Renommierter Journalist trifft auf rebellierendes Punkgirl. Wirtschaftsbetrug trifft auf private Tragödie. Hollywood trifft auf Skandinavien. Betörende Opening Credits brennen sich zu einem rockig rauschendem Cover ein. Karen O ("Yeah Yeah Yeahs") atmet mit lasziv-morbidem Esprit "Immigrant Song". David Fincher inszeniert mit düsteren Formübergängen einer schwarzen Masse einen expressionistischen Ritt in Schwedens Schattenwelt. "The Girl with the Dragon Tattoo" funktioniert wie sein beunruhigender Reznor feat. Atticus-Score: Psychedelisch, einer Alarmsirene gleich, allgegenwärtige Spannung. Wie eine Spritze mit betäubender Injektion, über zweianhalb Stunden unerbittlich in die Venen gedrückt. So sehr das mysteriöse Verschwinden von Harriet als verwinkelter Cold Case fesselt: Die abgründige Spurensuche ist Mittel zum Zweck, Aufhänger für Universaleres. Für die Sezierung von Abtrünnigkeit einer elitären Oberschicht. Tradition heißt nicht Sitte. Macht heißt meistens Machtmissbrauch. Größenwahn. Hochmut. Verblendung. Eingebettet in den sozialen Kontext entfaltet Antiheldin Lisbeth Salander ihren einmaligen Faszinationswert. Rooney Mara agiert psychotischer, dynamischer als Noomi Rapace. Gegen ihre (männlichen) Feinde setzt sie sich genauso erbarmungslos zur Wehr, bleibt aber zerbrechlicher, authentischer. Rapace betonte die geschädigt-introvertierte Komponente, indem sie ihre Figur als emotional kalte und wortkarge Einzelgängerin und intelligente Soziopathin beschrieb. Mara spielt eine junge Frau, die als Instrument des Staates gegeißelt wird und ihm mit einer Mischung aus untekühlter Durchtriebenheit und jugendlicher Energie ins Gesicht spuckt. Maras Blick ist eisig und unnachgiebig, dennoch auf ihre abgebrühte Art unglaublich tough, cool und tiefgründig. Fincher schafft mehr Freiraum für eine potenzielle Opferrolle, bietet klares Identifikationsmaterial, trotz angedeuter und offen porträtierter Gewaltbereitschaft. Daniel Craig kommt nicht nur optisch als Womanizer besser zum Tragen als Nyqvist, sondern überzeugt nicht minder als gebeutelter Journalist, der sich beruflich am Scheideweg sieht. Eher aus Verzweifelung übernimmt er den unkonventionellen Fall, der in seinem Geflecht aus Stammbäumen, Verdächtigungen, NS-Schwärmerei, religiösem Opferungskult und Familienrivalitäten unlösbar scheint. Die Interaktion zwischen Craig und Mara sprüht Funken und begeistert auch und gerade dann, wenn Stille herrscht. Da sorgt ein ungläubiger Seitenblick von Lisbeth über Michaels ungeschickte Apple-Bedienung für ein breites Grinsen, ohne dass ein Wort gesagt werden müsste. Christopher Plummer zieht als Auftragsgeber mit spürbarer Freude spöttisch über die eigene Sippe her, Stellan Skårsgard ist mehr als stark. Fincher transferriert den wahren Kern der Geschichte auf die Leinwand: "Män som hattar kvinnor" - "Männer, die Frauen hassen". Sowohl in Stockholm als auch in der Abgeschiedenheit außerhalb von technisierten Strukturen. In der Stadt ist es die trostlose Einsamkeit (quasi DIE Materie für den "Se7en"-Schöpfer). Eine junge Frau wird in einem öffentlichen Büroraum missbraucht, während der Hausmeister im Flur draußen saugt. Dieses bizarre, traurige Phänomen der Anonymität, wo der Nachbar sich einen Dreck um den anderen Mieter kümmert, wird hier auf die Spitze getrieben. In der frostigen Isolation der Insel regiert die reaktionäre Mentalität hochnäsiger Nationalisten und Egomanen, wo chronische Unterdrückung der Töchter als natürliches Vorrecht der Männer geduldet wird. Eine Serie an Ritusschlachtungen, begangen an jungen Frauen mit notierter Bibelreferenz und interfamiliäre Missbrauchfälle, zieht in schauerlichen Erinnerungsfetzen und verblichenen Fotografien vorbei. Die entsetzlichen Morde werden überwiegend über nüchterne Dialoge thematisiert. Suggestion: So bohrend wie ewig nicht mehr. Die punktiert gezeigte Gewalt geht umso drastischer vor und vergräbt sich unter der Haut. Der einstige Feelbad Director muss sich seinen Platz auf den schwarzen Thron nicht zurückerkämpfen, er nimmt ihn mit stilsicherer Bedachtsamkeit ein. Mindestens so abgefuckt wie die europäische Version, versteckt sich die abstoßende Ambiente lediglich bisweilen unter einer polierten Oberfläche, springt nicht mit plakativer Offenkundigkeit ins Gesicht. Serienmord ist am erschreckendsten, wenn er kultiviert, gut aussehend und freundlich ist. Es fühlt sich nicht wie eine zweite Buchverfilmung an. Fincher löst sich vom Ursprungsmedium und bindet den Geist Larssons in durchgestylte, kranke Gothikpunkästhetik, die einen ruhelos und verstört zurücklässt.
Jetzt hätte ich auch mal was schreiben wollen, aber irgendwie hast du schon alles gesagt. Dann lass ich's lieber und stelle fest: Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen :)
Nicht einmal zu pubertären Hochzeiten zählte ich mich zur "AP"-Fanbase. Selbst hormongebeutelt verlangten meine höher entwickelten Gehirnregionen -spärlich vorhanden; seit einigen Jahren kontinuierlich abbauend- vehement Mehrwert. Mit zeitlichem Abstand zur Teeniephase kam meinem unterversorgten Hirn der Geistesblitz, es doch noch einmal mit einem aus der berühmtberüchtigten "Genitalien FTW" Reihe aufzunehmen. Mentale Vorbereitungsphase: Erwartungshaltung --> down. "Das Buch der Liebe"... Hat man nach genüsslicher Zungenzergehung diese poetisch wertvolle Titulierung auskostet, meldet sich eine einsame Synapse und weist auf den intellektuellen Ruf hin, der besonders die Direct to DVD-Productions rund um geschlechtsverkehrwillige Knilche umweht. Wer bereits durch die Sequeltotalausfälle mit Dauergast Eugene Levy lädiert wurde, der weiß: Wo der Originaltrilogie ein gewisser Charme anhaftet, da wandten die Fortsetzungen die seit jeher fehlerhafte Gleichung "Mehr unter der Gürtellinie = Mehr Lacher" an. Für das Zwerchfell: Desaströs. Leider hechelt Regisseur John Putch mit Ende 40 (!) einer brachial-banalen Drehbuchwichse hinterher, die ihre Existenz (ausgelutschte Handlungsfaser, witzloses Gebärde und zwei, drei Prisen Nacktheit) mit Körperflüssigkeiten zusammenklebt. Nerdtum für Anfänger vom Fettsack mit abgefuckter Fick-Tagtraum-Fantasie, Missverständnisse (Tragik und Herzschmerz für Hauptdarsteller, der emsig um die holde Heidi buhlt, Taschentuch bitte) und ein auf das Machogehabe runtergebrochener Stiffler-Spin Off (zur tatkräftigen Untermauerung seiner Unmännlichkeit darf er sich von einem CGI-Elch begatten lassen). Die infantile Director/Writer-Kombi untergräbt zum Großteil sehr anständige Leistungen der Darsteller, was umso bedauerlicher ist. Das ganze Team des "American Pie"-Universums lebt wohl seinen eigenen naiven, amerikanischen Traum. Auch dem freakigsten Freak fällt am Ende seine Traumfrau zu. Und am Ende zählen natürlich die Gefühle. In seiner realitätsfernen Weltvorstellung bei all den Zoten fast niedlich. Davor wurde leider so sexistisch und peinlich rumgekaspert, dass sich weder daran noch an die engagierten Schauspieler irgendjemand erinnert, sondern nur wutschnaubend über verschwendete Zeit geschimpft wird.
Das Vieh sieht so potthässlich aus, da sind mir direkt die Tränen gekommen. Aber bestimmt gibt dieser musikbegabte Wollsack im Verlaufe des Filmes, den ich mir nicht anschauen werde, kluge Lebensweisheiten von sich, damit pädagogisch wertvoll und so. "Wohnst du hier?" - "Ja."
Oh weia...
Qualitativ durften "Hostel" und "Hostel 2" nicht unbedingt euphorische Lobpreisungen einfahren. Nichtsdestotrotz war Eli Roth´s Foltersport erheblich mitverantwortlich dafür, den Torture Porn für den Mainstream salonfähig zu machen. Eigentlich erstaunlich, dass es dieser immense Vorreiter eines ganzen Subgenres bisher auf nur ein Sequel schaffte. Aber auch die härteste Schlachtplatte muss sich den kommerziellen Gesetzen Hollywoods beugen. Nach einigen Ruhejahren nun der dritte Teil, jedoch ohne Kinostart und im Nachhinein: Wen wunderts?
Den Personalwechsel im Stab registriert man sofort. Doch wo die erste gelungene Szene noch Mut macht, da dämmert es bald darauf dumpf im Hinterkopf: Das wird mies. Jegliche Freude über den garnicht mal blöden Stereotypenauflöser wird spätestens dann verdängt, wenn die hochpotente Mann-schaft in voller Blüte in Sin City aka Las Vegas beisammen hockt und verbale Rohrkrepierer über weibliche Anatomie und Ehe vom Stapel lässt. Schon in der Konstellation der dummdreisten Junggesellen zeichnet sich ab, dass aus smartem Klischeespielen äußerst nerviges Klischeewiederkäuen wird. Roth zeigte sich noch von "American Pie" beeinflusst, unter Spiegel´s Fuchtel sind die Hauptprotagonisten um die 40, ganz gemäß des Zeitgeistes (Da hätten sie zwischendurch auch gleich "I got a HANGOVER" singen können). Vier debile Unsympathen vertreten Schubladendenken auf platteste Weise. Ein witzereißendes, abstoßendes Dickerchen. Ein bemitleidenswerter Gehandicapter mit Dackelblick. Ein "vernünftiger" Verlobter (moralisch korrekt, ergo er schläft NICHT mit einer der anwesenden Schlampen, sauber, und damit im kleingeistigen Horizont des Regisseurs wohl automatisch mit "Hier ist unsere Identifikationfigur" konnotiert). Ein arroganter, selbstverliebter Aufreißer mit ekelhaften Pseudocharme. Gespielt wird das mit einer bahnbrechenden Schlechtigkeit, dass man gepflegt reihern möchte. Überhaupt war mir nach einer feuchtfröhlichen halben Stunde schon speiübel, weil sämtliche -vermutlich sollten sie erregend wirken- Stripperinnenärsche von Vegas zum dissonanten Rhytmus einer ganz billig-willigen Kamera eingefangen wurden, die bei mir ein mittelschweres Schädeltrauma auslöste. Nach dieser unzumutbaren Menge an (halbnackten) Peinlichkeiten und einigen Aspirin wirds sage und schreibe noch schlimmer. Wie schon die Vorgänger konzipiert, schließt an das postpubertäre, hormongeschwängerte Gejohle, Gesaufe und Kollektivgebumse die blutige Metzgerei an. Gerade da variiert Spiegel, möchte neue Akzente setzen, was er mit einer lachhaften Inszenierung und saudoofen Plotfortführung direkt in den Sand setzt.
Kommen wir also zu Deutschlands Export: Thomas Kretschmann. Steile Karriere, wenn man bedenkt, dass er unter Peter Jackson dienen durfte und jetzt halt im B-Movie, im "MOST TERRIFYING FRANCHISE". Und wie befürchtet wird sein Part so nichtig wie die restlichen Theaterauftritte aus der Baumschule. Da ist es fast nachvollziehbar, dass er lieber seinen Zinken zwischen die Möpse einer namenlosen Statistin drückt, anstatt fünf nichtssagenden Zeilen runterzubeten. Immerhin versucht er mit Mimik zu retten, was es zu retten gibt und das ist wie zu erwarten äußerst wenig bis garnichts. Kretschmann schmeißt also mit Anzug und Krawatte dafür ohne Profil den Schuppen (d.h. ein abgelegenes Fabrikgebäude) für Perverse und Schwerreiche, die sich Menschenleben ersteigern. Große Innovation: Die Oberschicht legt nicht mehr selbst Hand an der unglücklichen Ware, sondern schaut lieber aus bequemen Abstand in flauschigen Sesseln zu, wie die Opfer maträtiert werden und versucht vorherzusagen, wie die Versuchskaninchen um ihr Leben betteln. Das mag zwar eher der Mentalität Amerikas entsprechen, sich die Hände nicht selbst schmutzig zu machen und ist von daher vielleicht auch realitätsnäher, aber: Gerade dadurch, dass sich die "Käufer" in ihren Stühlen flenzen und die Drecksarbeit von einem Chirurgen vollstreckt wird (völlig zwanghaft wird ab und an die grinsende Visage eines Zuschauers gehalten, um mit Biegen und Brechen zu sagen: "Seht mich an, ich bin so krank!"), wird hier Distanz geschaffen. Das hat nichts mit erschreckender Klinik und Methodik zu tun, sondern nur mit substanzloser Berieselung. Im Prinzip weiß Scott Spiegel nämlich überhaupt nicht, wen er hier eigentlich bedienen will. Für ein Franchise, dass seinen Kult auf origineller Verstümmelung baut, wird das Meucheln so uninteressant und so 08/15 abgenudelt, dass man zwischendurch Gefahr läuft einzuschlafen. Bisschen Bohrmaschine warmlaufen lassen, aber spätestens bei der nigelnagelneuen, blitzblanken Elektrokettensäge, fragt man sich gähnend, was der Film jetzt eigentlich will. Das ist kein Folterporno, das ist kein Terror, das ist kein Horror, das ist heiße Luft und ansonsten Mist. Gestorben wird inflationär, aber das ruft keinerlei Reaktion hervor, zumal in konventionellster Art fotografiert und praktiziert. Das Suchen nach ironischen Untertönen gibt man bald auf, Spiegel nimmt sich bierernst. Ganz frappierend sticht der Auftritt einer im Sci-Fiction-Avatar-Stil verkleideten Frau heraus, die ihr gefesseltes Opfer mit einer Armbrust (!) bearbeitet. Das hat irgendwo groteske Züge, verstört aber nicht. In seiner ganzen Ästhetik möchte Spiegel wohl einen bizarr-mysteriösen Mix aus Ritusgothik und Moderne hinpinseln, der aber komplett versagt. Und das ist eben auch der Grund, weshalb Eli Roths Original besser ist. Denn mit dem dreckigem Setdesign der unwirtlichen osteuropäischen Kulisse erzielte er eine gewisse Ungemütlichkeit, die hier total fehlt.
Perfekt ist Spiegel indes nur in der Kunst, ein oberflächlichstes Drehbuch mit einem Füllhorn an unwahrscheinlich blöden Wendungen zu schreiben, dass es schon wieder erstaunt. Konversation wird freilich auf dem unprätentiösen Niveau einer "Fuck-Dick-Cunt"-Orgie betrieben, sodass die seltenen Fälle von System- und Wertekritik untergehen: "When it comes to pussy, I have no friends."
Kein Goethe und auch kein Rilke, aber eines der wenigen ehrlichen Statements: Auf die langjährigste Beziehung wird gespuckt, wenn es um den Schwanz geht. Das hätte man in der Schwarzmalerei durchaus noch akzeptiert, wenn es nicht so affig dargestellt würde. Auch das bitterböse Ende, das hier von Einigen bejubelt wurde, sehe ich als völlig sinnfrei an: Jeder kann im Nullkommanix zum brutalen Schlächter werden, super. Da ich mir ja nicht nachsagen lassen will, ich sei nicht objektiv, vergebe ich einen halben Punkt für die erwähnte Anfangsszene, ein bis zwei nett gemeinte Denkanstößchen und Chris Coy als jungenhaften Lockvogel, den einzig wirklich guten Mann auf dem Platz. Spiegel erntet auf einem Feld, wo kein Niveau mehr wächst und dementsprechend ist der Film kolossal verbockt.
Das hat crab auch gefragt... Bei mir war es Neugierde was aus der Reihe gemacht wird und der "Spaß" an schlechten Filmen. War leider sehr unspaßig und nur schlecht.
"Trainspotting"-Zynismus, "Bube Dame König GrAs"-Wildheit und "Fight Club"-Anarchieruf filternd und inhalierend, inszeniert Nick Love die Analyse von Männerkultur. Beißende Dialoggefechte, harte Keilereien, treibender Elektro Rock, notorische Diebstähle, pathologisches Schnupfen, psychische Zerrüttung: "War es das wert?" Eine Endzwanzigergeneration, die nur fürs Wochende lebt, erfährt den Lebenssinn in nackter Gewalt. Jungen aus dem falschen Viertel folgen gezwängt in den autoritären Kontext der "Firm" blind dem Wort des Anführers, primitiver Instinkt herrscht über rationalem Abwägen. Ein stilbewusster Danny Dyer ist Voice-Over Sprecher und Hauptdarsteller, geistiger Nachfolger von McGregor und Norton mit Chelsea-Affinität zum Kaschieren seiner Hooligannatur; sich in Sinnfragen und Ziellosigkeit verlierend, herumirrend zwischen Friedhof, nationalistischen Taxifahrern, Blackouts, schlechten Freunden, alptraumhaften Visionen und seinem trauerndem Großvater, schwindet der sonst so solide Boden aus Ehrenkodex und Gelegenheitssex unter seinen Füßen. Durchschnittlicher Bürger, der unbescholten im Blumenladen um die Ecke arbeitet, streift nach Dienstende die harmlose Fassade ab, um zum Schläger zu mutieren. Kurzweiliger Kick steht über langfristiger Beziehung, faschistischer "Wir-Gedanke" über echter Freundschaft. Zusammenhalt baut auf dem kollektiven Ziel, dem mit der anderen Herkunft die Fresse einzuschlagen, Arbeits- und Gefühlsmontonie der ersten fünf Tage mit energischer Frustentladung am Week-End zu kompensieren. Das erschütternde Sittengemälde einer Subkultur, in der intoleranter, unreflektierter Gemeinschaftssinn eines "American History X" auf hippen Ritchie-Style trifft. Grossbritanniens Undergroundszene kommuniziert mittels Gewalt, nach dem Motto: Ein (schweiß- und blutnasses) Bild sagt mehr als tausend Worte. Warum prügeln sich diese Männer regelmäßig die Knochen blutig, wenn zu Hause ein Ehemann oder Familienvater gebraucht wird? Es ist die Sehnsucht, zu spüren, wie unter den eigenen Fäusten der Kiefer des Gegners zerbricht. Weil das Schmecken des eigenen Blutes ein Bedürfnis stillt, dass kein Geld, kein materieller Luxus und kein Orgasmus jemals befriedigen kann. Weil die Ekstase des Schulter an Schulter Marschierens und die Schlägerei als unbeschreiblich gutes Scheingefühl (deswegen konsequenterweise auch im überschwänglichen, glorifizierendem Discolicht präsentiert) in den Adern pocht, man gehöre etwas Großem, etwas Bedeutendem an, wo man seinen Platz hat. Wo man gebraucht wird. Keine Sucht nach Drogen zwar wie bei Boyle, aber eine Sucht. Und damit Verhängnis.
UK wirft 2005 jenes klassische Gewürz in das rostige Horrorbecken, welches die trübe Suppe aus schalem Einheitsbrei und weichgespülten Massenkompatibilitätsgurken für Nimmersatte und verzweifelte Optimisten (nur in raren Fällen aufgefrischt) wieder schmackhaft macht. Europa schickt mit dem jungen Neil Marshall einen ambitionierten Neuling in den zugetrampelten amerikanischen Backwood, der für eingefleischte Fans einer göttlichen Sendung gleichkommt und Standardkinogänger auf eine nervliche Zerreißprobe stellt und potenzieller Therapiegrund wird. Mit einem abrupten Schock startend, nur um die kommenden Minuten in lethargischer Gelassen- und Gediegenheit auszukosten, schwelgend in unterkühlten Bildern und düsterem Ton. Ansammlung weiblicher Protagonisten, die eine Klettertour planen, Verstreuung und Verteilung von Hintergrundinformationen über die jungen Freundinnen. Dabei zielgenau das Identifikationszentrum auf die Figur der schwer traumatisierten Sarah lenkend, sprich: Ebenso effektiv wie sinnvoll praktizierte Ruhe vor dem Sturm. Der Titel in weißen Lettern kündigt das Holz an, aus dem Marshall den Film gefertigt hat. Schriftzüge, die einem schrammligen B-Horror-Picture entsprungen zu sein scheinen. Nach einem technisch herausragenden Klaustrophiecrashkurs, Halluzinationen und keimender Hysterie macht Vorahnung der Gewissheit Platz: Irgendetwas lauert in der Dunkelheit. Und dieses "Etwas" verkündet mit seiner furchterregenden visuellen und akustischen Präsenz seine Herkunft aus einem barbarischen, finsteren Zeitalter. "The Descent" gleicht in seinem Aufbau selbst einer Urkreatur, die schließlich aus ihrem Schlaf erwacht. Kein ablenkender Erzählstrang, kein optischer Firlefanz, keine Beziehungsdialoge, keine Auflockerung, um zu gefallen, alles ist präzise und direkt dirigiert und todernst. Marshall lässt es nach gut halbstündiger Psychothrillreferenz Bluten und Schreien, dass es ins Mark fährt. Im besten 70er Jahre Flair spielt er die kantige Wildheit als großen Trumpf aus, terrorisiert mit authentischer Retro-Rohheit. Getreu der Devise "Um das Biest zu besiegen, musst du selbst zur Bestie werden", lässt Sarah die Evolution im Ultrabeschleuniger an ihr Hand anlegen, um nicht ausselektiert zu werden und verschmilzt mit der unwirtlichen Umgebung. Natur dient keiner geistigen Entfaltung, fungiert nicht als Katalysator für Stressabbau, wird vielmehr zum eigenen Grab. Einer der Grundgedanken im Subgenre, doch für mich nie so ungeniert spürbar gewesen. Es brodelt von Beginn an unter der imposanten Oberfläche, unter bewaldeten Landstreifen wartet die feuchte, glitschige Hölle, auf die im Vorfeld sehr dezent und wohldosiert in symbolträchtigen Omen angedeutet. Und wenn die Sympathieträgerin schließlich ihr Haupt aus dem unterirdischen Blut- und Gedärmetümpel erhebt, ihre einstige Schönheit unter Litern von Angstschweiß und Sturzbächen von rotem Lebenssaft verschwunden ist und sie mit ausdrucksloser Mimik in die Kamera starrt. Wenn Erscheinungsbild und Artikulation den blinden Kannibalen kaum noch nachsteht, dann ist es dem Mittdreißiger auf dem Regiestuhl schon lange vor dem verstörendem Ende gelungen: Er hat mich fertig gemacht.
Dann ist er vielleicht schwul oder eben auch nicht. Sollen sich doch die labilen Fan-Gören in den nächsten See schmeißen, weil das Leben keinen Sinn mehr hat. "WAS, ER IST SCHWUL?!?! OMG, ich poste das noch schnell auf Twitter, rufe dann zum kollektiven Suizid auf und gleich danach ersäuf ich mich!" Viel Spaß, ich schau währenddessen paar Filme an und futtere die letzten Lebkuchen.
Der Trailer ist jetzt garantiert nicht perfekt. Für kurze Zeit hatte ich sogar die albtraumhafte Befürchtung, Jackson hätte den Hobbit zum Slapstickhorst umprogrammiert, aber ich gehe jetzt mal optimistisch davon aus, dass Peter das hinkriegt. Denn Ian McKellen hat wahrhaft nostalgische Gefühle bei mir ausgelöst, die Landschaftsaufnahmen sehen erneut bombastisch aus, Cate Blanchett ist so strahlend schön wie eh und je und der Anblick des "Einen Ringes" und die Stimme Gollums veranlassten mich dann schließlich doch dazu: Mit einem zufriedenem Lächeln und verschleiertem Blick dazusitzen und zu hoffen, dass wir hier mit etwas ganz gewaltigem rechnen dürfen.
Die Befürchtung kam mir auch, aber möglicherweise ist das nur da, um das Idylische des Auenlandes darzustellen. Bei Die Gefährten ist der Anfang ja auch recht freundlich und positiv.
Das ist zumindest meine Hoffnung.
Die Zwerge sollten aber auch lustig sein, denn im Buch sind sie es durchaus auch. Und von Gimmli ist man sich gewissen Slapstick ja gewohnt :). Übertreiben sollte mans aber nicht. Ich denke das etwas gar Komödiantische kommt vom Zusammenschnitt der Szenen. Allerdings wird dieser Film, zumindest der erste Teil, wohl weniger ernst ausfallen als "Die Gefährten", denn Bilbo hat nicht die gleich schwere Aufgabe wie Frodo auf sich lasten.
Jenseits von kompromisslos authentisch geglaubten Genrevorzeigematerial aus Hollywood, jenseits von stilistischer Normalität, abseits von gutem Geschmack und meilenweit entfernt von Humanität kotzt Belgien dem Rest der Welt, vor allem aber Anhängern naiver "Harmonische Welt" Vorstellungen, eine ausgemachte Missgeburt ins Gesicht. Ein hochexplosives, sämtliche Konventionen scheuendes Konzentrat an sozialen Missständen, intellektuellen Armutszeugnissen, wüsten Beleidigungsorgien, lärmender Bastardmusik und verkrüppelten Ideologien. Koen Mortier serviert "Ex Drummer" wie eine unkontrollierbare, gottlose Naturgewalt, die ihre überbordende Kontroversität hinauskreischt. Die Schmerzgrenze der Mehrheit dürfte dabei empfindlich überfahren werden, besitzt der Film doch wie Brusselmans gleichnamige Vorlage ein Spektrum an radikalen Tabubrüchen, dass er leicht als kalkulierte, auf Skandal abgesehene Provokation missinterpretiert werden könnte. Pädophilie und Inzest wird zur sehnsüchtigen Kindheitserinnerung pervertiert, Homophobie offen praktiziert, das Vokabular auf den vulgärsten Grundstock reduziert und "Abgefuckt sein" zur Lebensphilosophie deklariert.
Schriftsteller Dries van Hegen, anfänglich erhoffter Rettungsanker in einer Welt von Verdorbenheit und Stumpfsinn, lässt sich mit einer einschüchternden Coolness und Arroganz hinab in die Welt von Krank- und Faulheit. Mit ultimativer Resilienz gegen den menschlichen Dreck gewappnet zieht er wie ein römischer Imperator in das Schlachtfeld von niederen Instinkten und ethischen Unkorrektheiten, ebenso trostlos wie grausam eingefangen von einer "innovativ" atmenden Kamera. Er sieht sich berufen, seine über dem Abschaum thronende High Society-Wohnung zu verlassen, die eigene Monotonie und Langeweile zu durchbrechen. So nimmt er Kontakt zu drei erbärmlichen Gestalten auf, die ihn zum Drummer ihrer gehandicapten Band erwählt haben. Aus diesem assozialen Haufen sticht er hervor wie ein schöner, gebildeter Todesengel. Das untere Ende der sozialen Leiter stets unmittelbar vor den höhnischen Augen, selbst dabei unendlich weit davon entfernt. In Gewissheit auf die Rückkehr in den kommoden, luxuriösen Lifestyle geht er tagtäglich bei den Losern bar jeden Niveaus hausieren und probt mit ihnen in einer heruntergelassenen Scheune, inklusive gammliger Blümchentapete an den bröckelnden Wänden. Eben dort, wo Behörden nicht mehr hinschauen wollen. In direkter Konfrontation mit armseligstem Elend läutet er zu experimentierfreudiger Kamera und bestialisch-krachender Toneebene ein beißendes, hinterhältiges Sozialexperiment ein, in dem er Kontrolleur und gleichzeitig aktiver Protagonist ist. Auf das zugrunde gehende Leben des cholerischen, schwerhörigen Gitarristen Ivan reagiert Dries mit entwürdigendstem Sozialdarwinismus. Den rauen Umgangston zwischen dem schwulen Bassisten Jan und seiner Perücke tragenden Mutter kommentiert er mit gleicher Respektlosigkeit. Dem rassistischen, frauenfeindlichen Nonsensgelaber des unberechenbaren, lispelnden Sängers Koen (Hardcoreversion von Nick Oliveri; neben rasiertem Schädel prägt sich seine rückenbedeckende Tätowierung GOD IS (D)EVIL besonders ein), setzt er ebenbürtige Geringschätzung entgegen, die der Andere nicht einmal als Verspottung erkennt. Eine nihilistische Aura umgibt Dries durchgehend, potenziert in einer der symbolhaftesten Szene: Während eines Musikfestivals bahnt sich Dries in Zeitlupe seinen Weg durch die enthusiastische Menge. Umweltgeräusche sind zurückgenommen, nur heimischer Metal von Blunch. In einer Art Ekstase wirft sich die Meute zu beiden Seiten Dries zu Boden, wodurch jene hypnotisch-surreale Szenerie fast schon religiösen Charakter erfährt, Übermensch richtend über dem stupiden Volk.
Als bestechend ungestüme Antwort auf romantische Verklärung à la "Sex, Drugs and RockNRoll" ist Koen Mortiers Erwiderung desillusionierend und ernüchternd: Ja, Sex (hauptsächlich Vergewaltigungen) gibts reichlich. Ja, Drogen werden konsumiert. Brüllender, ohrenzerfetzender Punkrock deckt die dritte Komponente ab. Trotz exzessiven Auslebens des längst Klischee gewordenen Slogans bleiben die Jungs aus der Gosse jedoch ganz unten. Keine Befreiung, keine Erlösung, kein Licht am Ende des Abwassertunnels. Der kinetische Stil lässt den Film trotz massiver Hässlichkeit zu einem kunstvollen Monster mutieren und fasziniert.
In mehrfacher Weise passend, dass das erste Stück von "The Feminists" (Zynischer geht nicht) eine Coverversion von Devos "Mongoloid" ist. Nicht nur weil der Sound in seiner rohen Garagerock-Entfaltung, in seiner simplen und effektiven instrumentellen Konstruktion samt kreischender, verzerrter Stimme zur billigen, dreckigen Kulisse passt. Vier "Behinderte" spielen und singen "One chromosome to many". Politisch unkorrekt, selbstironisch und dabei entwaffnend cool (zudem eine Widerlegung der haltlosen Behauptung, ein Cover könne das Original nicht übertrumpfen). Ununterbrochen stellt "Ex Drummer" vor diese Zwickmühle, vor dieses Empfindungschaos. Welche Reaktion ist angemessen? Pechschwarze Sozialsatire? Verabscheuungswürdig?
Dass sich von staatlicher Seite niemand bereit erklärte, die Verfilmung eines Skandalromanes von Autor Herman Brusselmans zu unterstützen, überrascht bei der grassierenden Gewalt und dem sozialkritischen Ton nicht. Nach jahrelanger Aufschiebung des Projekts setzten sich schließlich doch die Dreharbeiten in Gang. Bei permanenter Unterfinanzierung waren diese beinahe so ungemütlich wie der Film selbst. Lästern über andere Crewmitglieder, kollektiver Hass auf einen (über)ambitionierten Regisseur, Verunsicherung ob des gewagten Thementopfs. Wahrscheinlich trug die aggressive Atmosphäre dazu bei, diese einmalige Durchschlagskraft und bezwingende Ehrlichkeit zu beschwören, wahrscheinlich war sie es, die den Cast zu dieser ausnahmelosen Intensität reizte.
Am Ende sieht man sich bestätigt in dem, was man befürchtete, jedoch nicht wahr haben wollte: Mortier hat uns auf die gleiche Weise manipuliert, wie es Dries mit seinen Kollegen aus der Unterschicht tat. Denn nachdem wir uns an der akademischen, zynischen Figur als Identifikationsträger in all dem Chaos orientiert haben, gibt Mortier in einem finalen Amoklauf das wahre Wesen jenes "Gutmenschen" preis, der sämtliche Zivilisationsreste wegsprengt. Und auf einmal wird uns mit erschreckender Gnadenlosigkeit bewusst: Das wahre Übel, das wirklich Böse, verbirgt sich in jenem Mann, der seine Stilsicherheit und Bildung als Vorwand nimmt, seiner bodenlosen Überheblichkeit zu frönen. "This is [goddamn] hardcore!"
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seven
Kommentare 2012/02/10 12:08:30
Mein Kompliment! Starker Text, auch weil er bei mir das Bedürfnis weckt, mal wieder die DVD aus der verstaubten Reihe rauszuziehen.
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seven
über Sex on the Beach 2012/02/04 14:07:07
Das vielleicht nervigste Voice-Over aller Zeiten. Die unsympathischte Truppe seit Tokio Hotel (Ein Vollidiot, zwei Arschlöcher und ein zwanghaft witziger Nerd mit Sonnenbrandpenis aufm Rücken) gurkt durch eine widerwärtige Peinlichkeitenakkumulation und macht Kreta unsicher. Die Klischees werden ausgekotzt, -geschissen und -gesabbert, als würden Aaron Seltzer und Todd Phillips eine Orgie bei Rosamunde Pilcher feieren und sich dann gegenseitig ankotzen. Den Punkt dafür, dass mich die griechische Absteige der vier Trottel an unser abbruchreifes Hotelzimmer während der Studienfahrt nach Rom erinnerte und der britische Rated R-Comedies Verschnitt für ganz Arme zusammen mit drei Kumpels fast lustig gewesen wäre. FAST. Als Grundessenz bleibt hängen: Engländer haben kleine Pimmel. Und dafür hab ich 9 Euro gezahlt.
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JohnnyKee 2012/02/04 14:11:03
Antwort löschen:D
Du rettest meinen Tag!
seven 2012/02/04 14:11:43
Antwort löschen:) Gern geschehen!
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xXxWantedxXx 2012/02/05 17:02:54
Antwort löschenWer sich so etwas freiwillig antut, hat kein Mitleid verdient :D
seven 2012/02/05 17:13:38
Antwort löschen@Wanted: Ach mann...^^
seven
über Verblendung 2012/02/03 19:13:51
Moderner Emanzipationskampf trifft auf verstaubte Aristokratie. Renommierter Journalist trifft auf rebellierendes Punkgirl. Wirtschaftsbetrug trifft auf private Tragödie. Hollywood trifft auf Skandinavien. Betörende Opening Credits brennen sich zu einem rockig rauschendem Cover ein. Karen O ("Yeah Yeah Yeahs") atmet mit lasziv-morbidem Esprit "Immigrant Song". David Fincher inszeniert mit düsteren Formübergängen einer schwarzen Masse einen expressionistischen Ritt in Schwedens Schattenwelt. "The Girl with the Dragon Tattoo" funktioniert wie sein beunruhigender Reznor feat. Atticus-Score: Psychedelisch, einer Alarmsirene gleich, allgegenwärtige Spannung. Wie eine Spritze mit betäubender Injektion, über zweianhalb Stunden unerbittlich in die Venen gedrückt. So sehr das mysteriöse Verschwinden von Harriet als verwinkelter Cold Case fesselt: Die abgründige Spurensuche ist Mittel zum Zweck, Aufhänger für Universaleres. Für die Sezierung von Abtrünnigkeit einer elitären Oberschicht. Tradition heißt nicht Sitte. Macht heißt meistens Machtmissbrauch. Größenwahn. Hochmut. Verblendung. Eingebettet in den sozialen Kontext entfaltet Antiheldin Lisbeth Salander ihren einmaligen Faszinationswert. Rooney Mara agiert psychotischer, dynamischer als Noomi Rapace. Gegen ihre (männlichen) Feinde setzt sie sich genauso erbarmungslos zur Wehr, bleibt aber zerbrechlicher, authentischer. Rapace betonte die geschädigt-introvertierte Komponente, indem sie ihre Figur als emotional kalte und wortkarge Einzelgängerin und intelligente Soziopathin beschrieb. Mara spielt eine junge Frau, die als Instrument des Staates gegeißelt wird und ihm mit einer Mischung aus untekühlter Durchtriebenheit und jugendlicher Energie ins Gesicht spuckt. Maras Blick ist eisig und unnachgiebig, dennoch auf ihre abgebrühte Art unglaublich tough, cool und tiefgründig. Fincher schafft mehr Freiraum für eine potenzielle Opferrolle, bietet klares Identifikationsmaterial, trotz angedeuter und offen porträtierter Gewaltbereitschaft. Daniel Craig kommt nicht nur optisch als Womanizer besser zum Tragen als Nyqvist, sondern überzeugt nicht minder als gebeutelter Journalist, der sich beruflich am Scheideweg sieht. Eher aus Verzweifelung übernimmt er den unkonventionellen Fall, der in seinem Geflecht aus Stammbäumen, Verdächtigungen, NS-Schwärmerei, religiösem Opferungskult und Familienrivalitäten unlösbar scheint. Die Interaktion zwischen Craig und Mara sprüht Funken und begeistert auch und gerade dann, wenn Stille herrscht. Da sorgt ein ungläubiger Seitenblick von Lisbeth über Michaels ungeschickte Apple-Bedienung für ein breites Grinsen, ohne dass ein Wort gesagt werden müsste. Christopher Plummer zieht als Auftragsgeber mit spürbarer Freude spöttisch über die eigene Sippe her, Stellan Skårsgard ist mehr als stark. Fincher transferriert den wahren Kern der Geschichte auf die Leinwand: "Män som hattar kvinnor" - "Männer, die Frauen hassen". Sowohl in Stockholm als auch in der Abgeschiedenheit außerhalb von technisierten Strukturen. In der Stadt ist es die trostlose Einsamkeit (quasi DIE Materie für den "Se7en"-Schöpfer). Eine junge Frau wird in einem öffentlichen Büroraum missbraucht, während der Hausmeister im Flur draußen saugt. Dieses bizarre, traurige Phänomen der Anonymität, wo der Nachbar sich einen Dreck um den anderen Mieter kümmert, wird hier auf die Spitze getrieben. In der frostigen Isolation der Insel regiert die reaktionäre Mentalität hochnäsiger Nationalisten und Egomanen, wo chronische Unterdrückung der Töchter als natürliches Vorrecht der Männer geduldet wird. Eine Serie an Ritusschlachtungen, begangen an jungen Frauen mit notierter Bibelreferenz und interfamiliäre Missbrauchfälle, zieht in schauerlichen Erinnerungsfetzen und verblichenen Fotografien vorbei. Die entsetzlichen Morde werden überwiegend über nüchterne Dialoge thematisiert. Suggestion: So bohrend wie ewig nicht mehr. Die punktiert gezeigte Gewalt geht umso drastischer vor und vergräbt sich unter der Haut. Der einstige Feelbad Director muss sich seinen Platz auf den schwarzen Thron nicht zurückerkämpfen, er nimmt ihn mit stilsicherer Bedachtsamkeit ein. Mindestens so abgefuckt wie die europäische Version, versteckt sich die abstoßende Ambiente lediglich bisweilen unter einer polierten Oberfläche, springt nicht mit plakativer Offenkundigkeit ins Gesicht. Serienmord ist am erschreckendsten, wenn er kultiviert, gut aussehend und freundlich ist. Es fühlt sich nicht wie eine zweite Buchverfilmung an. Fincher löst sich vom Ursprungsmedium und bindet den Geist Larssons in durchgestylte, kranke Gothikpunkästhetik, die einen ruhelos und verstört zurücklässt.
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_Garfield 2012/02/03 19:19:50
Antwort löschenÜberragend. Viel besser als mein Kommentar, weil viel präziser und sprachlich überaus versiert. Sehr gute Arbeit! :)
seven 2012/02/03 19:20:48
Antwort löschenAch Quatsch, du machst mich immer verlegen. Ich schwafel viel, auch wenn ich mir hin und wieder was drauf einbilde! Vielen Dank, anyway! :)
_Garfield 2012/02/03 19:22:38
Antwort löschenBild' dir ruhig was drauf ein, passt schon. :)
Punsha 2012/02/03 19:22:57
Antwort löschenLang kein Kommentar mehr von dir gelesen und dann sowas. Toll! :)
seven 2012/02/03 19:25:24
Antwort löschenVielen Dank euch beiden, das ehrt mich! :)
xXxWantedxXx 2012/02/03 19:27:18
Antwort löschenWirklich gut geschrieben, meine Vorfreude steigt :)
seven 2012/02/03 19:38:47
Antwort löschen@xXxWantedxXx: Dankeschön, ich denke, er wird dir zusagen! :)
SoulReaver 2012/02/03 20:01:29
Antwort löschenWundervoll, mein Bester. Einfach wundervoll <3
seven 2012/02/04 10:58:19
Antwort löschen@Souli: Ich danke dir! ;-)
FilmFreeza 2012/02/05 16:58:33
Antwort löschenGenial , einfach genial :) :)
seven 2012/02/05 17:12:52
Antwort löschen@FilmFreeza: Vielen, vielen Dank! :)
Aurea 2012/02/06 02:26:22
Antwort löschenJetzt hätte ich auch mal was schreiben wollen, aber irgendwie hast du schon alles gesagt. Dann lass ich's lieber und stelle fest: Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen :)
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seven 2012/02/06 10:49:46
Antwort löschen@Aurea: Sehr nett, aber bitte, schreib doch auch was! :)
Aurea 2012/02/06 18:58:13
Antwort löschenSobald ich Zeit hab ;) die Vernunft diktiert das ich lerne -,-
seven
Kommentare 2012/01/22 11:36:04
Endlich mal wieder ein Grund, den Receiver anzuschmeißen!
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seven
über American Pie präsentiert: Das Buch der Liebe 2012/01/21 20:48:44
Nicht einmal zu pubertären Hochzeiten zählte ich mich zur "AP"-Fanbase. Selbst hormongebeutelt verlangten meine höher entwickelten Gehirnregionen -spärlich vorhanden; seit einigen Jahren kontinuierlich abbauend- vehement Mehrwert. Mit zeitlichem Abstand zur Teeniephase kam meinem unterversorgten Hirn der Geistesblitz, es doch noch einmal mit einem aus der berühmtberüchtigten "Genitalien FTW" Reihe aufzunehmen. Mentale Vorbereitungsphase: Erwartungshaltung --> down. "Das Buch der Liebe"... Hat man nach genüsslicher Zungenzergehung diese poetisch wertvolle Titulierung auskostet, meldet sich eine einsame Synapse und weist auf den intellektuellen Ruf hin, der besonders die Direct to DVD-Productions rund um geschlechtsverkehrwillige Knilche umweht. Wer bereits durch die Sequeltotalausfälle mit Dauergast Eugene Levy lädiert wurde, der weiß: Wo der Originaltrilogie ein gewisser Charme anhaftet, da wandten die Fortsetzungen die seit jeher fehlerhafte Gleichung "Mehr unter der Gürtellinie = Mehr Lacher" an. Für das Zwerchfell: Desaströs. Leider hechelt Regisseur John Putch mit Ende 40 (!) einer brachial-banalen Drehbuchwichse hinterher, die ihre Existenz (ausgelutschte Handlungsfaser, witzloses Gebärde und zwei, drei Prisen Nacktheit) mit Körperflüssigkeiten zusammenklebt. Nerdtum für Anfänger vom Fettsack mit abgefuckter Fick-Tagtraum-Fantasie, Missverständnisse (Tragik und Herzschmerz für Hauptdarsteller, der emsig um die holde Heidi buhlt, Taschentuch bitte) und ein auf das Machogehabe runtergebrochener Stiffler-Spin Off (zur tatkräftigen Untermauerung seiner Unmännlichkeit darf er sich von einem CGI-Elch begatten lassen). Die infantile Director/Writer-Kombi untergräbt zum Großteil sehr anständige Leistungen der Darsteller, was umso bedauerlicher ist. Das ganze Team des "American Pie"-Universums lebt wohl seinen eigenen naiven, amerikanischen Traum. Auch dem freakigsten Freak fällt am Ende seine Traumfrau zu. Und am Ende zählen natürlich die Gefühle. In seiner realitätsfernen Weltvorstellung bei all den Zoten fast niedlich. Davor wurde leider so sexistisch und peinlich rumgekaspert, dass sich weder daran noch an die engagierten Schauspieler irgendjemand erinnert, sondern nur wutschnaubend über verschwendete Zeit geschimpft wird.
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seven
Kommentare 2012/01/16 12:00:19
Das Vieh sieht so potthässlich aus, da sind mir direkt die Tränen gekommen. Aber bestimmt gibt dieser musikbegabte Wollsack im Verlaufe des Filmes, den ich mir nicht anschauen werde, kluge Lebensweisheiten von sich, damit pädagogisch wertvoll und so. "Wohnst du hier?" - "Ja."
Oh weia...
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seven
Kommentare 2012/01/13 10:19:31
Große Klasse!
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seven
über Hostel 3 2012/01/12 20:32:16
Qualitativ durften "Hostel" und "Hostel 2" nicht unbedingt euphorische Lobpreisungen einfahren. Nichtsdestotrotz war Eli Roth´s Foltersport erheblich mitverantwortlich dafür, den Torture Porn für den Mainstream salonfähig zu machen. Eigentlich erstaunlich, dass es dieser immense Vorreiter eines ganzen Subgenres bisher auf nur ein Sequel schaffte. Aber auch die härteste Schlachtplatte muss sich den kommerziellen Gesetzen Hollywoods beugen. Nach einigen Ruhejahren nun der dritte Teil, jedoch ohne Kinostart und im Nachhinein: Wen wunderts?
Den Personalwechsel im Stab registriert man sofort. Doch wo die erste gelungene Szene noch Mut macht, da dämmert es bald darauf dumpf im Hinterkopf: Das wird mies. Jegliche Freude über den garnicht mal blöden Stereotypenauflöser wird spätestens dann verdängt, wenn die hochpotente Mann-schaft in voller Blüte in Sin City aka Las Vegas beisammen hockt und verbale Rohrkrepierer über weibliche Anatomie und Ehe vom Stapel lässt. Schon in der Konstellation der dummdreisten Junggesellen zeichnet sich ab, dass aus smartem Klischeespielen äußerst nerviges Klischeewiederkäuen wird. Roth zeigte sich noch von "American Pie" beeinflusst, unter Spiegel´s Fuchtel sind die Hauptprotagonisten um die 40, ganz gemäß des Zeitgeistes (Da hätten sie zwischendurch auch gleich "I got a HANGOVER" singen können). Vier debile Unsympathen vertreten Schubladendenken auf platteste Weise. Ein witzereißendes, abstoßendes Dickerchen. Ein bemitleidenswerter Gehandicapter mit Dackelblick. Ein "vernünftiger" Verlobter (moralisch korrekt, ergo er schläft NICHT mit einer der anwesenden Schlampen, sauber, und damit im kleingeistigen Horizont des Regisseurs wohl automatisch mit "Hier ist unsere Identifikationfigur" konnotiert). Ein arroganter, selbstverliebter Aufreißer mit ekelhaften Pseudocharme. Gespielt wird das mit einer bahnbrechenden Schlechtigkeit, dass man gepflegt reihern möchte. Überhaupt war mir nach einer feuchtfröhlichen halben Stunde schon speiübel, weil sämtliche -vermutlich sollten sie erregend wirken- Stripperinnenärsche von Vegas zum dissonanten Rhytmus einer ganz billig-willigen Kamera eingefangen wurden, die bei mir ein mittelschweres Schädeltrauma auslöste. Nach dieser unzumutbaren Menge an (halbnackten) Peinlichkeiten und einigen Aspirin wirds sage und schreibe noch schlimmer. Wie schon die Vorgänger konzipiert, schließt an das postpubertäre, hormongeschwängerte Gejohle, Gesaufe und Kollektivgebumse die blutige Metzgerei an. Gerade da variiert Spiegel, möchte neue Akzente setzen, was er mit einer lachhaften Inszenierung und saudoofen Plotfortführung direkt in den Sand setzt.
Kommen wir also zu Deutschlands Export: Thomas Kretschmann. Steile Karriere, wenn man bedenkt, dass er unter Peter Jackson dienen durfte und jetzt halt im B-Movie, im "MOST TERRIFYING FRANCHISE". Und wie befürchtet wird sein Part so nichtig wie die restlichen Theaterauftritte aus der Baumschule. Da ist es fast nachvollziehbar, dass er lieber seinen Zinken zwischen die Möpse einer namenlosen Statistin drückt, anstatt fünf nichtssagenden Zeilen runterzubeten. Immerhin versucht er mit Mimik zu retten, was es zu retten gibt und das ist wie zu erwarten äußerst wenig bis garnichts. Kretschmann schmeißt also mit Anzug und Krawatte dafür ohne Profil den Schuppen (d.h. ein abgelegenes Fabrikgebäude) für Perverse und Schwerreiche, die sich Menschenleben ersteigern. Große Innovation: Die Oberschicht legt nicht mehr selbst Hand an der unglücklichen Ware, sondern schaut lieber aus bequemen Abstand in flauschigen Sesseln zu, wie die Opfer maträtiert werden und versucht vorherzusagen, wie die Versuchskaninchen um ihr Leben betteln. Das mag zwar eher der Mentalität Amerikas entsprechen, sich die Hände nicht selbst schmutzig zu machen und ist von daher vielleicht auch realitätsnäher, aber: Gerade dadurch, dass sich die "Käufer" in ihren Stühlen flenzen und die Drecksarbeit von einem Chirurgen vollstreckt wird (völlig zwanghaft wird ab und an die grinsende Visage eines Zuschauers gehalten, um mit Biegen und Brechen zu sagen: "Seht mich an, ich bin so krank!"), wird hier Distanz geschaffen. Das hat nichts mit erschreckender Klinik und Methodik zu tun, sondern nur mit substanzloser Berieselung. Im Prinzip weiß Scott Spiegel nämlich überhaupt nicht, wen er hier eigentlich bedienen will. Für ein Franchise, dass seinen Kult auf origineller Verstümmelung baut, wird das Meucheln so uninteressant und so 08/15 abgenudelt, dass man zwischendurch Gefahr läuft einzuschlafen. Bisschen Bohrmaschine warmlaufen lassen, aber spätestens bei der nigelnagelneuen, blitzblanken Elektrokettensäge, fragt man sich gähnend, was der Film jetzt eigentlich will. Das ist kein Folterporno, das ist kein Terror, das ist kein Horror, das ist heiße Luft und ansonsten Mist. Gestorben wird inflationär, aber das ruft keinerlei Reaktion hervor, zumal in konventionellster Art fotografiert und praktiziert. Das Suchen nach ironischen Untertönen gibt man bald auf, Spiegel nimmt sich bierernst. Ganz frappierend sticht der Auftritt einer im Sci-Fiction-Avatar-Stil verkleideten Frau heraus, die ihr gefesseltes Opfer mit einer Armbrust (!) bearbeitet. Das hat irgendwo groteske Züge, verstört aber nicht. In seiner ganzen Ästhetik möchte Spiegel wohl einen bizarr-mysteriösen Mix aus Ritusgothik und Moderne hinpinseln, der aber komplett versagt. Und das ist eben auch der Grund, weshalb Eli Roths Original besser ist. Denn mit dem dreckigem Setdesign der unwirtlichen osteuropäischen Kulisse erzielte er eine gewisse Ungemütlichkeit, die hier total fehlt.
Perfekt ist Spiegel indes nur in der Kunst, ein oberflächlichstes Drehbuch mit einem Füllhorn an unwahrscheinlich blöden Wendungen zu schreiben, dass es schon wieder erstaunt. Konversation wird freilich auf dem unprätentiösen Niveau einer "Fuck-Dick-Cunt"-Orgie betrieben, sodass die seltenen Fälle von System- und Wertekritik untergehen: "When it comes to pussy, I have no friends."
Kein Goethe und auch kein Rilke, aber eines der wenigen ehrlichen Statements: Auf die langjährigste Beziehung wird gespuckt, wenn es um den Schwanz geht. Das hätte man in der Schwarzmalerei durchaus noch akzeptiert, wenn es nicht so affig dargestellt würde. Auch das bitterböse Ende, das hier von Einigen bejubelt wurde, sehe ich als völlig sinnfrei an: Jeder kann im Nullkommanix zum brutalen Schlächter werden, super. Da ich mir ja nicht nachsagen lassen will, ich sei nicht objektiv, vergebe ich einen halben Punkt für die erwähnte Anfangsszene, ein bis zwei nett gemeinte Denkanstößchen und Chris Coy als jungenhaften Lockvogel, den einzig wirklich guten Mann auf dem Platz. Spiegel erntet auf einem Feld, wo kein Niveau mehr wächst und dementsprechend ist der Film kolossal verbockt.
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Mr.Film 2012/01/12 21:16:37
Antwort löschenGeil. Hab ich auch grade angemacht, freu mich.
seven 2012/01/12 21:23:17
Antwort löschenHerrlich! Dann viel Spaß mit dem Müll!^^
lieber_tee 2012/01/12 22:36:21
Antwort löschenViele treffende Worte für einen schlechten Film.
seven 2012/01/12 22:46:59
Antwort löschen@lieber_tee: Dankeschön!
Joeyjoejoe17 2012/01/13 07:40:27
Antwort löschenIch weiß nicht, wieso ihr alle euch den antut?! :D
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lieber_tee 2012/01/13 10:13:36
Antwort löschenDas hat crab auch gefragt... Bei mir war es Neugierde was aus der Reihe gemacht wird und der "Spaß" an schlechten Filmen. War leider sehr unspaßig und nur schlecht.
seven 2012/01/13 18:16:56
Antwort löschenWar bei mir auch so.^^
seven
Kommentare 2012/01/10 21:34:56
Beschissenes ElitePartner
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SoulReaver 2012/01/10 21:39:52
Antwort löschenAch schnuggi!
seven
Kommentare 2012/01/10 15:28:42
Sehr, sehr schlecht.
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seven
Kommentare 2012/01/06 14:05:27
Titel und Foto der News gesehen und gedacht: Megan wird auch nicht jünger.
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seven
über The Football Factory 2012/01/02 16:41:22
"Trainspotting"-Zynismus, "Bube Dame König GrAs"-Wildheit und "Fight Club"-Anarchieruf filternd und inhalierend, inszeniert Nick Love die Analyse von Männerkultur. Beißende Dialoggefechte, harte Keilereien, treibender Elektro Rock, notorische Diebstähle, pathologisches Schnupfen, psychische Zerrüttung: "War es das wert?" Eine Endzwanzigergeneration, die nur fürs Wochende lebt, erfährt den Lebenssinn in nackter Gewalt. Jungen aus dem falschen Viertel folgen gezwängt in den autoritären Kontext der "Firm" blind dem Wort des Anführers, primitiver Instinkt herrscht über rationalem Abwägen. Ein stilbewusster Danny Dyer ist Voice-Over Sprecher und Hauptdarsteller, geistiger Nachfolger von McGregor und Norton mit Chelsea-Affinität zum Kaschieren seiner Hooligannatur; sich in Sinnfragen und Ziellosigkeit verlierend, herumirrend zwischen Friedhof, nationalistischen Taxifahrern, Blackouts, schlechten Freunden, alptraumhaften Visionen und seinem trauerndem Großvater, schwindet der sonst so solide Boden aus Ehrenkodex und Gelegenheitssex unter seinen Füßen. Durchschnittlicher Bürger, der unbescholten im Blumenladen um die Ecke arbeitet, streift nach Dienstende die harmlose Fassade ab, um zum Schläger zu mutieren. Kurzweiliger Kick steht über langfristiger Beziehung, faschistischer "Wir-Gedanke" über echter Freundschaft. Zusammenhalt baut auf dem kollektiven Ziel, dem mit der anderen Herkunft die Fresse einzuschlagen, Arbeits- und Gefühlsmontonie der ersten fünf Tage mit energischer Frustentladung am Week-End zu kompensieren. Das erschütternde Sittengemälde einer Subkultur, in der intoleranter, unreflektierter Gemeinschaftssinn eines "American History X" auf hippen Ritchie-Style trifft. Grossbritanniens Undergroundszene kommuniziert mittels Gewalt, nach dem Motto: Ein (schweiß- und blutnasses) Bild sagt mehr als tausend Worte. Warum prügeln sich diese Männer regelmäßig die Knochen blutig, wenn zu Hause ein Ehemann oder Familienvater gebraucht wird? Es ist die Sehnsucht, zu spüren, wie unter den eigenen Fäusten der Kiefer des Gegners zerbricht. Weil das Schmecken des eigenen Blutes ein Bedürfnis stillt, dass kein Geld, kein materieller Luxus und kein Orgasmus jemals befriedigen kann. Weil die Ekstase des Schulter an Schulter Marschierens und die Schlägerei als unbeschreiblich gutes Scheingefühl (deswegen konsequenterweise auch im überschwänglichen, glorifizierendem Discolicht präsentiert) in den Adern pocht, man gehöre etwas Großem, etwas Bedeutendem an, wo man seinen Platz hat. Wo man gebraucht wird. Keine Sucht nach Drogen zwar wie bei Boyle, aber eine Sucht. Und damit Verhängnis.
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Jack_Torrance 2012/01/08 12:00:30
Antwort löschenGroßartig !
seven 2012/01/08 13:11:02
Antwort löschenVielen Dank! :)
seven
über The Descent - Abgrund des Grauens 2011/12/29 20:12:23
"Afraid of the dark? You will be."
UK wirft 2005 jenes klassische Gewürz in das rostige Horrorbecken, welches die trübe Suppe aus schalem Einheitsbrei und weichgespülten Massenkompatibilitätsgurken für Nimmersatte und verzweifelte Optimisten (nur in raren Fällen aufgefrischt) wieder schmackhaft macht. Europa schickt mit dem jungen Neil Marshall einen ambitionierten Neuling in den zugetrampelten amerikanischen Backwood, der für eingefleischte Fans einer göttlichen Sendung gleichkommt und Standardkinogänger auf eine nervliche Zerreißprobe stellt und potenzieller Therapiegrund wird. Mit einem abrupten Schock startend, nur um die kommenden Minuten in lethargischer Gelassen- und Gediegenheit auszukosten, schwelgend in unterkühlten Bildern und düsterem Ton. Ansammlung weiblicher Protagonisten, die eine Klettertour planen, Verstreuung und Verteilung von Hintergrundinformationen über die jungen Freundinnen. Dabei zielgenau das Identifikationszentrum auf die Figur der schwer traumatisierten Sarah lenkend, sprich: Ebenso effektiv wie sinnvoll praktizierte Ruhe vor dem Sturm. Der Titel in weißen Lettern kündigt das Holz an, aus dem Marshall den Film gefertigt hat. Schriftzüge, die einem schrammligen B-Horror-Picture entsprungen zu sein scheinen. Nach einem technisch herausragenden Klaustrophiecrashkurs, Halluzinationen und keimender Hysterie macht Vorahnung der Gewissheit Platz: Irgendetwas lauert in der Dunkelheit. Und dieses "Etwas" verkündet mit seiner furchterregenden visuellen und akustischen Präsenz seine Herkunft aus einem barbarischen, finsteren Zeitalter. "The Descent" gleicht in seinem Aufbau selbst einer Urkreatur, die schließlich aus ihrem Schlaf erwacht. Kein ablenkender Erzählstrang, kein optischer Firlefanz, keine Beziehungsdialoge, keine Auflockerung, um zu gefallen, alles ist präzise und direkt dirigiert und todernst. Marshall lässt es nach gut halbstündiger Psychothrillreferenz Bluten und Schreien, dass es ins Mark fährt. Im besten 70er Jahre Flair spielt er die kantige Wildheit als großen Trumpf aus, terrorisiert mit authentischer Retro-Rohheit. Getreu der Devise "Um das Biest zu besiegen, musst du selbst zur Bestie werden", lässt Sarah die Evolution im Ultrabeschleuniger an ihr Hand anlegen, um nicht ausselektiert zu werden und verschmilzt mit der unwirtlichen Umgebung. Natur dient keiner geistigen Entfaltung, fungiert nicht als Katalysator für Stressabbau, wird vielmehr zum eigenen Grab. Einer der Grundgedanken im Subgenre, doch für mich nie so ungeniert spürbar gewesen. Es brodelt von Beginn an unter der imposanten Oberfläche, unter bewaldeten Landstreifen wartet die feuchte, glitschige Hölle, auf die im Vorfeld sehr dezent und wohldosiert in symbolträchtigen Omen angedeutet. Und wenn die Sympathieträgerin schließlich ihr Haupt aus dem unterirdischen Blut- und Gedärmetümpel erhebt, ihre einstige Schönheit unter Litern von Angstschweiß und Sturzbächen von rotem Lebenssaft verschwunden ist und sie mit ausdrucksloser Mimik in die Kamera starrt. Wenn Erscheinungsbild und Artikulation den blinden Kannibalen kaum noch nachsteht, dann ist es dem Mittdreißiger auf dem Regiestuhl schon lange vor dem verstörendem Ende gelungen: Er hat mich fertig gemacht.
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SoulReaver 2011/12/29 20:52:35
Antwort löschenWunderbar!
_Garfield 2011/12/29 21:02:05
Antwort löschenGroßer Kommentar! :)
seven 2011/12/29 21:12:48
Antwort löschenIch danke euch beiden! :)
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xXxWantedxXx 2011/12/30 02:31:11
Antwort löschenDa ist der Kommentar ja ;)
Auch wenn mich der Film nicht ganz so überzeugt hat, schön geschrieben :)
seven 2011/12/30 10:44:56
Antwort löschenHat ja auch lange genug gedauert! ;) Und dank dir! :)
seven
Kommentare 2011/12/27 11:36:26
Dann ist er vielleicht schwul oder eben auch nicht. Sollen sich doch die labilen Fan-Gören in den nächsten See schmeißen, weil das Leben keinen Sinn mehr hat. "WAS, ER IST SCHWUL?!?! OMG, ich poste das noch schnell auf Twitter, rufe dann zum kollektiven Suizid auf und gleich danach ersäuf ich mich!" Viel Spaß, ich schau währenddessen paar Filme an und futtere die letzten Lebkuchen.
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SoulReaver 2011/12/27 19:08:10
Antwort löschen:D
seven
Kommentare 2011/12/23 14:21:51
Minimaler Einsatz von Dialog, dafür eine richtig beängstigende Soundkulisse auf der Tonspur. Das hat gesessen. Muss ich sehen!
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seven
Kommentare 2011/12/21 19:24:06
Keep on your mean side boy! Alles Gute und so weitermachen!
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seven
Kommentare 2011/12/21 10:48:14
Der Trailer ist jetzt garantiert nicht perfekt. Für kurze Zeit hatte ich sogar die albtraumhafte Befürchtung, Jackson hätte den Hobbit zum Slapstickhorst umprogrammiert, aber ich gehe jetzt mal optimistisch davon aus, dass Peter das hinkriegt. Denn Ian McKellen hat wahrhaft nostalgische Gefühle bei mir ausgelöst, die Landschaftsaufnahmen sehen erneut bombastisch aus, Cate Blanchett ist so strahlend schön wie eh und je und der Anblick des "Einen Ringes" und die Stimme Gollums veranlassten mich dann schließlich doch dazu: Mit einem zufriedenem Lächeln und verschleiertem Blick dazusitzen und zu hoffen, dass wir hier mit etwas ganz gewaltigem rechnen dürfen.
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Emilio Arnau 2011/12/21 11:21:35
Antwort löschenDie Befürchtung kam mir auch, aber möglicherweise ist das nur da, um das Idylische des Auenlandes darzustellen. Bei Die Gefährten ist der Anfang ja auch recht freundlich und positiv.
Das ist zumindest meine Hoffnung.
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seven 2011/12/21 11:35:18
Antwort löschenDito.
nilswachter 2011/12/21 17:22:57
Antwort löschenDie Zwerge sollten aber auch lustig sein, denn im Buch sind sie es durchaus auch. Und von Gimmli ist man sich gewissen Slapstick ja gewohnt :). Übertreiben sollte mans aber nicht. Ich denke das etwas gar Komödiantische kommt vom Zusammenschnitt der Szenen. Allerdings wird dieser Film, zumindest der erste Teil, wohl weniger ernst ausfallen als "Die Gefährten", denn Bilbo hat nicht die gleich schwere Aufgabe wie Frodo auf sich lasten.
seven
Kommentare 2011/12/16 16:16:36
Na so ein Quatsch!
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seven
über Ex Drummer 2011/11/29 22:45:10
Jenseits von kompromisslos authentisch geglaubten Genrevorzeigematerial aus Hollywood, jenseits von stilistischer Normalität, abseits von gutem Geschmack und meilenweit entfernt von Humanität kotzt Belgien dem Rest der Welt, vor allem aber Anhängern naiver "Harmonische Welt" Vorstellungen, eine ausgemachte Missgeburt ins Gesicht. Ein hochexplosives, sämtliche Konventionen scheuendes Konzentrat an sozialen Missständen, intellektuellen Armutszeugnissen, wüsten Beleidigungsorgien, lärmender Bastardmusik und verkrüppelten Ideologien. Koen Mortier serviert "Ex Drummer" wie eine unkontrollierbare, gottlose Naturgewalt, die ihre überbordende Kontroversität hinauskreischt. Die Schmerzgrenze der Mehrheit dürfte dabei empfindlich überfahren werden, besitzt der Film doch wie Brusselmans gleichnamige Vorlage ein Spektrum an radikalen Tabubrüchen, dass er leicht als kalkulierte, auf Skandal abgesehene Provokation missinterpretiert werden könnte. Pädophilie und Inzest wird zur sehnsüchtigen Kindheitserinnerung pervertiert, Homophobie offen praktiziert, das Vokabular auf den vulgärsten Grundstock reduziert und "Abgefuckt sein" zur Lebensphilosophie deklariert.
Schriftsteller Dries van Hegen, anfänglich erhoffter Rettungsanker in einer Welt von Verdorbenheit und Stumpfsinn, lässt sich mit einer einschüchternden Coolness und Arroganz hinab in die Welt von Krank- und Faulheit. Mit ultimativer Resilienz gegen den menschlichen Dreck gewappnet zieht er wie ein römischer Imperator in das Schlachtfeld von niederen Instinkten und ethischen Unkorrektheiten, ebenso trostlos wie grausam eingefangen von einer "innovativ" atmenden Kamera. Er sieht sich berufen, seine über dem Abschaum thronende High Society-Wohnung zu verlassen, die eigene Monotonie und Langeweile zu durchbrechen. So nimmt er Kontakt zu drei erbärmlichen Gestalten auf, die ihn zum Drummer ihrer gehandicapten Band erwählt haben. Aus diesem assozialen Haufen sticht er hervor wie ein schöner, gebildeter Todesengel. Das untere Ende der sozialen Leiter stets unmittelbar vor den höhnischen Augen, selbst dabei unendlich weit davon entfernt. In Gewissheit auf die Rückkehr in den kommoden, luxuriösen Lifestyle geht er tagtäglich bei den Losern bar jeden Niveaus hausieren und probt mit ihnen in einer heruntergelassenen Scheune, inklusive gammliger Blümchentapete an den bröckelnden Wänden. Eben dort, wo Behörden nicht mehr hinschauen wollen. In direkter Konfrontation mit armseligstem Elend läutet er zu experimentierfreudiger Kamera und bestialisch-krachender Toneebene ein beißendes, hinterhältiges Sozialexperiment ein, in dem er Kontrolleur und gleichzeitig aktiver Protagonist ist. Auf das zugrunde gehende Leben des cholerischen, schwerhörigen Gitarristen Ivan reagiert Dries mit entwürdigendstem Sozialdarwinismus. Den rauen Umgangston zwischen dem schwulen Bassisten Jan und seiner Perücke tragenden Mutter kommentiert er mit gleicher Respektlosigkeit. Dem rassistischen, frauenfeindlichen Nonsensgelaber des unberechenbaren, lispelnden Sängers Koen (Hardcoreversion von Nick Oliveri; neben rasiertem Schädel prägt sich seine rückenbedeckende Tätowierung GOD IS (D)EVIL besonders ein), setzt er ebenbürtige Geringschätzung entgegen, die der Andere nicht einmal als Verspottung erkennt. Eine nihilistische Aura umgibt Dries durchgehend, potenziert in einer der symbolhaftesten Szene: Während eines Musikfestivals bahnt sich Dries in Zeitlupe seinen Weg durch die enthusiastische Menge. Umweltgeräusche sind zurückgenommen, nur heimischer Metal von Blunch. In einer Art Ekstase wirft sich die Meute zu beiden Seiten Dries zu Boden, wodurch jene hypnotisch-surreale Szenerie fast schon religiösen Charakter erfährt, Übermensch richtend über dem stupiden Volk.
Als bestechend ungestüme Antwort auf romantische Verklärung à la "Sex, Drugs and RockNRoll" ist Koen Mortiers Erwiderung desillusionierend und ernüchternd: Ja, Sex (hauptsächlich Vergewaltigungen) gibts reichlich. Ja, Drogen werden konsumiert. Brüllender, ohrenzerfetzender Punkrock deckt die dritte Komponente ab. Trotz exzessiven Auslebens des längst Klischee gewordenen Slogans bleiben die Jungs aus der Gosse jedoch ganz unten. Keine Befreiung, keine Erlösung, kein Licht am Ende des Abwassertunnels. Der kinetische Stil lässt den Film trotz massiver Hässlichkeit zu einem kunstvollen Monster mutieren und fasziniert.
In mehrfacher Weise passend, dass das erste Stück von "The Feminists" (Zynischer geht nicht) eine Coverversion von Devos "Mongoloid" ist. Nicht nur weil der Sound in seiner rohen Garagerock-Entfaltung, in seiner simplen und effektiven instrumentellen Konstruktion samt kreischender, verzerrter Stimme zur billigen, dreckigen Kulisse passt. Vier "Behinderte" spielen und singen "One chromosome to many". Politisch unkorrekt, selbstironisch und dabei entwaffnend cool (zudem eine Widerlegung der haltlosen Behauptung, ein Cover könne das Original nicht übertrumpfen). Ununterbrochen stellt "Ex Drummer" vor diese Zwickmühle, vor dieses Empfindungschaos. Welche Reaktion ist angemessen? Pechschwarze Sozialsatire? Verabscheuungswürdig?
Dass sich von staatlicher Seite niemand bereit erklärte, die Verfilmung eines Skandalromanes von Autor Herman Brusselmans zu unterstützen, überrascht bei der grassierenden Gewalt und dem sozialkritischen Ton nicht. Nach jahrelanger Aufschiebung des Projekts setzten sich schließlich doch die Dreharbeiten in Gang. Bei permanenter Unterfinanzierung waren diese beinahe so ungemütlich wie der Film selbst. Lästern über andere Crewmitglieder, kollektiver Hass auf einen (über)ambitionierten Regisseur, Verunsicherung ob des gewagten Thementopfs. Wahrscheinlich trug die aggressive Atmosphäre dazu bei, diese einmalige Durchschlagskraft und bezwingende Ehrlichkeit zu beschwören, wahrscheinlich war sie es, die den Cast zu dieser ausnahmelosen Intensität reizte.
Am Ende sieht man sich bestätigt in dem, was man befürchtete, jedoch nicht wahr haben wollte: Mortier hat uns auf die gleiche Weise manipuliert, wie es Dries mit seinen Kollegen aus der Unterschicht tat. Denn nachdem wir uns an der akademischen, zynischen Figur als Identifikationsträger in all dem Chaos orientiert haben, gibt Mortier in einem finalen Amoklauf das wahre Wesen jenes "Gutmenschen" preis, der sämtliche Zivilisationsreste wegsprengt. Und auf einmal wird uns mit erschreckender Gnadenlosigkeit bewusst: Das wahre Übel, das wirklich Böse, verbirgt sich in jenem Mann, der seine Stilsicherheit und Bildung als Vorwand nimmt, seiner bodenlosen Überheblichkeit zu frönen. "This is [goddamn] hardcore!"
bedenklich? 26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 16 Antworten
SiameseAlex 2011/11/29 22:50:40
Antwort löschenStarker erster Satz!
seven 2011/11/29 22:51:02
Antwort löschenDankeschön.^^
lieber_tee 2011/11/30 00:19:42
Antwort löschenToller Film, tolle Kritik und ja, toller erster Satz.
seven 2011/11/30 08:42:16
Antwort löschenIch danke dir! :)
JohnnyKee 2011/11/30 12:11:54
Antwort löschenTypisch seven!^^
seven 2011/11/30 12:21:47
Antwort löschenDrück dich nicht so verschwommen aus, Johnny! Komm sags mir ins Gesicht!^^
JohnnyKee 2011/11/30 12:25:13
Antwort löschenAlter, Ich GIB dir gleich! ;>
seven 2011/11/30 12:32:32
Antwort löschen:D
_Garfield 2011/11/30 14:25:54
Antwort löschenMan, man, man. Du bist echt gut geworden! ;)
seven 2011/11/30 17:47:10
Antwort löschen@_Garfield: Haha, dank dir! ;)
Benjamin Barker 2011/11/30 17:47:37
Antwort löschenDamn good, man! Muss da auch endlich mal ran.
seven 2011/11/30 17:50:32
Antwort löschen@Benjamin Barker: Danke, das freut mich ehrlich! :)
DieSodomistin 2011/12/01 00:34:13
Antwort löschenbesser kann man es gar nicht ausdrücken!
seven 2011/12/01 08:46:27
Antwort löschenHerzlichen Dank! :>
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FilmFreeza 2012/01/17 17:56:40
Antwort löschenKlasse!
seven 2012/01/17 17:58:45
Antwort löschenVielen Dank! :)
seven
Kommentare 2011/11/24 19:51:12
Der steht ganz FETT auf meiner Einkaufsliste.
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