The Fountain von Darren Aronofsky
Ein Film über die grenzenlose Liebe, den aussichtslosen Kampf gegen den Tod, und den schmerzhaften Weg zu dessen Akzeptanz.
The Fountain ist sicherlich Aronofskys persönlichster Film, derjenige in dem das meiste Herzblut steckt. Mit diesem Projekt ist er durch hoch und tiefs gegangen. Es war sein Jugendtraum diesen Film zu machen, umso härter traf es ihn, dass er seine Arbeit daran aufgrund studiobedingter Einwände und dem Ausstieg der Hauptdarsteller ursprünglich auf Eis gelegt wurde. Es hat dann schließlich beim zweiten Anlauf geklappt. Sein Wunschfilm war realisiert, nur um dann bei der Premiere gnadenlos ausgebuht zu werden und von einem Kritiker nach dem anderen einen Verriss zu ernten. Zu Unrecht. Ein wunderschöner Film, visuelll beeindruckend und emotional berührend.
Es geht um den Wissenschaftler Tommy, dessen Frau Izzy an ihrer Krebserkrankung zu sterben droht. Manisch sucht er nach einem Heilmittel, und als er fast am Ziel ist, ist es doch zu spät? Oder?
Die Erzählweise ist eine besondere: Uns wird Tommy's Weg zur Erleuchtung auf 3 unterschiedlichen Erzählebenen klargemacht. Zuerst einmal auf der Realitätsebene, in welcher wir seiner verzweifelten Suche nach einer Abwendung des Unabwendbaren folgen. Desweiteren auf einer inneren, gedanklichen Ebene, in der Tommy Izzy's Gedankengängen folgt und diese schlussendlich eigenständig in ihrem Sinne zu Ende führt. Und letztlich einer seelischen Bewusstseinsebene, in welcher Tommy den schmerzlichen Verlust Izzy's akzeptiert und somit die Erleuchtung erlangt, die Izzy bereits besaß.
Großartiges Schauspiel der beiden Hauptdarsteller und ein wundervoller, nicht zu aufdringlicher Score von Clint Mansell komplettieren das tolle Buch, die wunderbaren Effekte aus den Petrischalen und Aronofsky's unverwechselbare Regie. Meisterhaft und zu Tränen rührend.
The Fall von Tarsem Singh
Ein modernes Märchen. Eine Geschichte, die in ihrer kindlichen Erzählweise klassischer nicht sein könnte, zu unserem Millenium allerdings dennoch passt wie die Faust aufs Auge. Tarsem Singh bewies mit The Fall, dass er nicht verlernt hat, wie Kindergeschichten herübergebracht werden müssen, vergisst dabei aber sein erwachsenes Publikum zu keinem Zeitpunkt.
Die Geschichte handelt von einem Stuntman, der in den 1910er Jahren nach einem missglückten Stunt querschnittsgelähmt und unter Depressionen im Krankenhaus liegt und dort ein kleines Mädchen von fünf Jahren kennenlernt. Er beginnt zu erzählen, von maskierten Banditen, Mystikern, Sprengstoffexperten, einer Reise durch die ganze Welt, einem Bösen Gouverneur und der Liebe.
Stellenweise wird es doch sehr wirr, doch der Fokus rückt immer wieder zurück auf das väterlich-freundschaftliche Verhältnis zwischen Roy dem Stuntman und Alexandria dem kleinen Mädchen. Beide Darsteller liefern tolle Darbietungen ab.
Visuell ist The Fall wohl eines der schönsten Werke, die man auf der Leinwand erleben kann. Singh filmte unglaublich anzusehende Landschaften in 18 Ländern unserer Erde, jede Kameraeinstellung ein Gemälde. MTV-Videoclip Ästethik trifft wundervolle Kontraste und Renaissance-Baustile. Fast gänzlich ohne Computereffekte erschafft The Fall eine Atmosphäre, die mich in ihren Bann zog. Ein Paradebeispiel dafür, dass Film so viel mehr ist als eine dramatisch dargebotene Handlung.
Man mag sagen dass The Fall ein klarer Fall von "Style over Substance" ist, was auch durchaus, wie im Gesamtwerk von Tarsem Singh, stimmen mag. Doch die Substanz bleibt hier nicht soweit zurück, dass man kleinere Schwächen nicht verzeihen könnte. Dafür ist The Fall einfach zu atemberaubend schön anzusehen.
Und mit einer eindrucksvollen Schlussmontage fügte Tarsem Singh dem Ganzen noch eine Liebeserklärung an das frühe Kino und dessen wahre Helden an. Berührend und ehrenwert.
The Immortals von Tarsem Singh
Nach dem wahrlich grandiosen "The Fall" bin ich mit relativ hohen Erwartungen ins Kino gegangen. Tarsem Singh ist ein fähiger Mann, soviel weiß ich. Meine Vorliebe für griechische Mythologie und gut inszenierte Sandalen-Action trug ihr übriges zur Vorfreude bei.
Und ja, mir war bewusst, dass ich möglicherweise keine Story serviert bekomme, die zum Nachdenken anregt oder auch nur in irgendeiner Weise frischen Wind in das Genre der Antiken Action bringt. Doch was die werten Herren Drehbuchautoren hier abgeliefert haben ist, mit Verlaub gesagt, die reinste Grütze.
Es geht um den jungen Krieger Theseus, der von Zeus auserwählt wurde, um den größenwahnsinnigen König Hyperion zu stoppen, welcher mithilfe des Aresbogens Griechenland unterjochen und nebenbei die Titanen befreien will. Das können die Götter natürlich nicht gut heißen.
So weit, so Standard. Was das Ganze jedoch schwer erträglich macht, sind die wirklich unterirdischen Dialoge. Nicht selten kam es während der Vorstellung an Stellen zu kollektivem Gelächter, an denen dieses ganz sicher nicht geplant war. Pathetische Dialogzeilen in Mixtur mit überaus unterdurchschnittlichem Schauspiel (Mickey Rourke ausgenommen) ist eben nicht das, was man unter hochwertiger Unterhaltung versteht.
Doch "The Immortals" hat auch seine Stärken. So sind die, überraschend selten vorkommenden, Actionsequenzen durchweg sehr ansehlich, auch wenn die ein oder andere Kameraeinstellung bereits aus "300" von Zack Snyder bekannt war. Auch die Landschaften wissen zu überzeugen. Die Kameratotalen von zerklüfteten Küstenlandschaften sind wirklich atemberaubend anzusehen. Doch auch hier gefiel mit "The Fall" besser, vielleicht weil dort nicht ganz so viel aus dem Computer stammte, und auch weil das 3D dort die Hintergründe nicht wie Pappmaschee aussehen lies.
Nichts desto trotz kann man sich "The Immortals" ruhig mal geben. Kopf aus und berieseln lassen. Doch Tarsem Singh kann es besser, das weiß ich.
La Haine von Mathieu Kassovitz
Aus aktuellem Anlass nochmal gesehen. Und was soll man sagen? Passender denn je. Ein absolutes Meisterwerk. Kassovitz portraitiert die pariser Vorstadtjugend in den 90ern. Geplagt von Verbrechen, ignoriert von Politikern, belächelt vom städtischen Bildungsbürgertum und getriezt von der Staatsgewalt. Geleitet von blindem Hass.
Die Perspektivlosigkeit entlädt sich in mehreren Tagen andauernden Ausschreitungen als 1993 ein 16-jähriger bei einem Polizeiverhör, angekettet an einen Heizungskörper, mit einem Schuss in die Schläfe getötet wird. Reale Aufnahmen der Straßenkämpfe stimmen uns in den Film ein, der 24 Stunden im Leben dreier Jungendlicher zeigt.
Kassovitz begleitet die drei Freunde Said, Vinz und Hubert durch die Tristesse der Banlieu. Ziellos wirren sie am Tag nach den Unruhen umher. Sie wissen scheinbar nicht wohin, und nicht was sie tun sollen. Perfekt eingefangen in schwarz-weißen Bildern fühlen wir quasi mit unseren drei Protagonisten mit. Mal erzürnt und ungestüm wie Vinz, mal ruhig und nachdenklich wie Hubert, mal locker und mit loser Zunge wie Said. Doch es schwebt immer etwas bedrückendes mit. Etwas was nicht leicht in Worte zu fassen ist. Ein weiteres Unglück scheint sich anzubahnen. Denn "bis hierhin lief es noch ganz gut, bis hierhin lief es noch ganz gut, bis hierhin lief es noch ganz gut." Doch was zählt ist nicht der Fall, sondern die Landung.
Ganz eindeutig beeinflusst von Spike Lee's "Do the right thing" gelingt Kassovitz ein beeindruckendes, weil echtes Gesellschaftsportrait, das kritisiert und verstört. Dabei schwankt der Film in seinem sehr szenisch verlaufendem Ablauf mal heiter, mal lehrreich, mal äußerst metaphorisch. Die Szene in der Kunstgallerie hat mir in ihrem starken Kontrast zwischen Haute-Socialité und Straßen-Charisma einfach nur ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Ich habe mich an meinen Freundeskreis, welcher ebenfalls sehr differenziert ist, erinnert gefühlt.Machos mit großen Klappen inmitten gut situierter Bildungsbürger. Der Toiletten-Monolog des alten Mannes ist wohl eine der größten Szenen die das europäische Kino jemals hervorgebracht hat. So vielschichtig und in ihrer Gelassenheit so emotional. Da blieb selbst den drei Protagonisten die Sprache weg. "Warum hat er uns das erzählt?".
Es fällt sehr schwer mit den drei Jungs zu sympathisieren, sind sie doch einfach nicht zu bändigen. Sie wirken ignorant und scheren sich nicht um Regeln. Sie sind, vorallem Vinz, tickende Zeitbomben. Doch im Grunde fehlt es ihnen nur an einer klaren Richtung, einer leitenden Hand, an die sie sich wenden können.
Es wäre sehr naiv anzunehmen, dass es derartige Probleme nur in Pariser Vorstädten oder New Yorker Ghettos gäbe. London lehrt uns das. Und auch bei uns ist Integration ein längst vergessenes, oder verdrängtes, Hobby geworden. "Es war am Anfang cool, doch dann schwanden schnell die Glücksgefühle, denn neben hohle-Phrasen-dreschen kamen auch die Rütli-Schulen. Die Kids die störten, sie haben nicht ins Konzept gepasst. Wenn du 100 Gramm Integration versprichst, aber nur 15 Gramm
Integration vertickst, fühlen sie sich gelinkt und machen halt in Paris Vorstädte platt."
Großes Kino. "Baise la Police".
Habe ihn jetzt letzte Woche zum zweiten Mal im Kino gesehen. Der Film ist perfekt, einfach wundervoll. Herr Penn sollte sein Egi mal ein wenig hinten anstellen und stattdessen froh sein, in einem solchen Film mitspielen zu dürfen. Ist außerdem nicht das erste Mal, dass er mit Malick zusammenarbeitet, von daher sollte ihm klar sein, worauf er sich einlässt.
Fight Club von David Fincher
Ich habe dieses Meisterwerk jetzt zum x-ten Mal gesehen. Gestern wieder, davor noch den fantastischen Roman von Chuck Palahniuk gelesen, welcher in einem einzigartigen Stil geschrieben ist. Und was kann man denn noch dazu sagen? Einfach ein Lieblingsfilm.
Fight Club ist meiner Meinung nach der Film, der den Anfang des neuen Milleniums definierte, den Zeitgeist voll einzufangen vermochte. Das Manifest der Generation 2000, einer Generation an Männern, die in ihrem Leben noch keinen Konflikt auszutragen hatten. Kein großer Krieg, keine große Depression. Quasi ein passives Leben. Not receiving a punch. God's middle children.
Der Blickpunkt ist dabei stehts der unseres Erzählers, möge er nun Jack, Joe, Cornelius, Travis oder Rupert heißen. Eine Geschichte über einen durchschnittlichen Durchschnittstypen ebenjener Generation, der ein wenig verrückt wird, um sich selbst aus dem Trott zu erretten. Unser Erzähler schlägt dabei über die Strenge, doch man muss Grenzen ausloten um sich selbst zu kennen. Sind keine Konflikte gegeben, werden eben welche erschaffen.
Dabei ist die Geschichte so unglaublich vielschichtig. Fight Club ist eine Charakterstudie, ein Gesellschaftsportrait, ein Planspiel eines Aufbaus faschistoider Strukturen und in seinem Kern eben doch eine Lovestory. Fight Club ist eine explosive Mischung, fast wie Orangensaftkonzentrat, Benzin und Sägespäne, und vergisst bei alledem nicht, uns Zuschauer zu unterhalten.
David Fincher ist eine meisterhafte Evolution des Romans von Palahniuk gelungen. So sollten Adaptionen aussehen. Nicht bloße Gemälde eines Scripts, sondern das volle Ausnutzen der Möglichkeiten des Mediums Film. Perfekte Kamera, perfekte Schauspieler, perfekter Schnitt. Perfekter Film.
Und so findet man sich am Ende doch irgendwie selbst.
Feuchte Augen und Gänsehaut, Jack und Marla Hand in Hand, Kreditunternehmen und Banken fliegen in die Luft, ein Frame mit einem prächtigen Gemächt. Die Pixies spielen "Where is my mind?".
Ich bin Jacks überaus große Euphorie.
Du meinst im Profil, oder?
Ist geplant. Was wäre dir lieber: Ein komplettes Ausklappen der Filme in der rechten Spalte, auch auf die Gefahr hin, dass das bei Nutzern mit vielen Lieblings- und Hassfilmen lange dauert und du dir die Finger wund scrollen könntest? Oder wäre es auch okay, wenn nur bis zu je 30 Filmen in der rechten Spalte ausgeklappt werden können?
Wie wäre es schichtweise? ;)
Das erste Mal aufklappen entblößt 20 oder 30 Lieblingsfilme, ein weiteres Aufklappen dann alle, wobei man wahrscheinlich auch nicht grad ALLE sehen muss... Bei Leuten, die über 100 Mal auf's Herz gedrückt haben, könnte es dann etwas unübersichtlich werden.
Ach ja: Und wenn das ganze dann noch mit Serien funktioniert, bin ich glücklich :) ich glaube die Vormerkfunktion wäre mit das wichtigste, darüber hab ich nämlich schon lang keinen Überblick mehr.
@phoenix409:
Bei den Lieblingsfilmen kann man meines Erachtens auch cappen. Bei 30-50 sollten da auf alle Fälle reichen. Ich selbst habe glaub nicht mal 30 Herzen verteilt. Analog bei den Hassfilmen.
Bei den Serien wird demnächst wohl eine Übersichtsseite folgen und sie sollen in den Profilen gelistet werden.
Memento von Christopher Nolan
Der Film, der Nolan zum Big Player gemacht hat. Zum funkelnden Stern an Hollywoods Himmel, noch vor seinem Meisterwerk Prestige und dem Blockbuster The Dark Knight. Ein Film, der Kritiker und Filmliebhaber aufhorchen ließ.
Mit sichtbar geringem Budget gedreht, ist es die innovative Geschichte um Leonard Shelby, der "Mann mit dem Zustand" die zu fesseln weiß. Nolans Bruder Jonathan faszinierte ein solcher Gedanke, weshalb er eine Kurzgeschichte mit diesem Thema schrieb, auf ihr basiert der Film. Die Idee, einem Protagonisten ohne Kurzzeitgedächtnis auf seinem Rachefeldzug zu folgen, ist schlichtweg brilliant. Das Prinzip des unzuverlässigen Erzählers wird auf die Spitze getrieben, bis zum Schluss ist man sich, ebenso wie Leonard, nicht im klaren was denn hier eigentlich genau abläuft.
Um diesen Zustand der Ungewissheit nochmals zu unterstreichen, legt Nolan die Erzählstruktur dementsprechend an. Wir folgen zwei Handlungssträngen, einem chronologischen und einem zeitlich rückwärts erzählten Szenenverlauf, die beide am Ende zusammenlaufen.
Egal wie man dieser Erzählart gegenübersteht, ob man sie nun für unnötig erachtet oder als effektiv schätzt, Nolans Kniff ist äußerst innovativ. Und wie unser Protagonist Leonard, ist man nach einiger Zeit wirklich ein wenig überfordert. Vorallem bei der ersten Sichtung. Doch Memento ist ein Film, den man öfter sehen sollte. Er wächst mit jeder Sichtung und für den Betrachter beginnt das Spiel jedes Mal wieder von vorne ... Fast wie für unseren Racheengel...
Deine Kommentare
Shorty06
Kommentare 2012/01/10 17:12:09
gutes virales marketing
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Shorty06
Kommentare 2012/01/09 16:15:17
Voll Bock auf die Spike Lee Version
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Shorty06
über The Fountain 2011/12/05 21:06:37
The Fountain von Darren Aronofsky
Ein Film über die grenzenlose Liebe, den aussichtslosen Kampf gegen den Tod, und den schmerzhaften Weg zu dessen Akzeptanz.
The Fountain ist sicherlich Aronofskys persönlichster Film, derjenige in dem das meiste Herzblut steckt. Mit diesem Projekt ist er durch hoch und tiefs gegangen. Es war sein Jugendtraum diesen Film zu machen, umso härter traf es ihn, dass er seine Arbeit daran aufgrund studiobedingter Einwände und dem Ausstieg der Hauptdarsteller ursprünglich auf Eis gelegt wurde. Es hat dann schließlich beim zweiten Anlauf geklappt. Sein Wunschfilm war realisiert, nur um dann bei der Premiere gnadenlos ausgebuht zu werden und von einem Kritiker nach dem anderen einen Verriss zu ernten. Zu Unrecht. Ein wunderschöner Film, visuelll beeindruckend und emotional berührend.
Es geht um den Wissenschaftler Tommy, dessen Frau Izzy an ihrer Krebserkrankung zu sterben droht. Manisch sucht er nach einem Heilmittel, und als er fast am Ziel ist, ist es doch zu spät? Oder?
Die Erzählweise ist eine besondere: Uns wird Tommy's Weg zur Erleuchtung auf 3 unterschiedlichen Erzählebenen klargemacht. Zuerst einmal auf der Realitätsebene, in welcher wir seiner verzweifelten Suche nach einer Abwendung des Unabwendbaren folgen. Desweiteren auf einer inneren, gedanklichen Ebene, in der Tommy Izzy's Gedankengängen folgt und diese schlussendlich eigenständig in ihrem Sinne zu Ende führt. Und letztlich einer seelischen Bewusstseinsebene, in welcher Tommy den schmerzlichen Verlust Izzy's akzeptiert und somit die Erleuchtung erlangt, die Izzy bereits besaß.
Großartiges Schauspiel der beiden Hauptdarsteller und ein wundervoller, nicht zu aufdringlicher Score von Clint Mansell komplettieren das tolle Buch, die wunderbaren Effekte aus den Petrischalen und Aronofsky's unverwechselbare Regie. Meisterhaft und zu Tränen rührend.
bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Shorty06
über The Fall 2011/12/03 13:22:38
The Fall von Tarsem Singh
Ein modernes Märchen. Eine Geschichte, die in ihrer kindlichen Erzählweise klassischer nicht sein könnte, zu unserem Millenium allerdings dennoch passt wie die Faust aufs Auge. Tarsem Singh bewies mit The Fall, dass er nicht verlernt hat, wie Kindergeschichten herübergebracht werden müssen, vergisst dabei aber sein erwachsenes Publikum zu keinem Zeitpunkt.
Die Geschichte handelt von einem Stuntman, der in den 1910er Jahren nach einem missglückten Stunt querschnittsgelähmt und unter Depressionen im Krankenhaus liegt und dort ein kleines Mädchen von fünf Jahren kennenlernt. Er beginnt zu erzählen, von maskierten Banditen, Mystikern, Sprengstoffexperten, einer Reise durch die ganze Welt, einem Bösen Gouverneur und der Liebe.
Stellenweise wird es doch sehr wirr, doch der Fokus rückt immer wieder zurück auf das väterlich-freundschaftliche Verhältnis zwischen Roy dem Stuntman und Alexandria dem kleinen Mädchen. Beide Darsteller liefern tolle Darbietungen ab.
Visuell ist The Fall wohl eines der schönsten Werke, die man auf der Leinwand erleben kann. Singh filmte unglaublich anzusehende Landschaften in 18 Ländern unserer Erde, jede Kameraeinstellung ein Gemälde. MTV-Videoclip Ästethik trifft wundervolle Kontraste und Renaissance-Baustile. Fast gänzlich ohne Computereffekte erschafft The Fall eine Atmosphäre, die mich in ihren Bann zog. Ein Paradebeispiel dafür, dass Film so viel mehr ist als eine dramatisch dargebotene Handlung.
Man mag sagen dass The Fall ein klarer Fall von "Style over Substance" ist, was auch durchaus, wie im Gesamtwerk von Tarsem Singh, stimmen mag. Doch die Substanz bleibt hier nicht soweit zurück, dass man kleinere Schwächen nicht verzeihen könnte. Dafür ist The Fall einfach zu atemberaubend schön anzusehen.
Und mit einer eindrucksvollen Schlussmontage fügte Tarsem Singh dem Ganzen noch eine Liebeserklärung an das frühe Kino und dessen wahre Helden an. Berührend und ehrenwert.
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Shorty06
über Krieg der Götter 3D 2011/11/22 23:19:53
The Immortals von Tarsem Singh
Nach dem wahrlich grandiosen "The Fall" bin ich mit relativ hohen Erwartungen ins Kino gegangen. Tarsem Singh ist ein fähiger Mann, soviel weiß ich. Meine Vorliebe für griechische Mythologie und gut inszenierte Sandalen-Action trug ihr übriges zur Vorfreude bei.
Und ja, mir war bewusst, dass ich möglicherweise keine Story serviert bekomme, die zum Nachdenken anregt oder auch nur in irgendeiner Weise frischen Wind in das Genre der Antiken Action bringt. Doch was die werten Herren Drehbuchautoren hier abgeliefert haben ist, mit Verlaub gesagt, die reinste Grütze.
Es geht um den jungen Krieger Theseus, der von Zeus auserwählt wurde, um den größenwahnsinnigen König Hyperion zu stoppen, welcher mithilfe des Aresbogens Griechenland unterjochen und nebenbei die Titanen befreien will. Das können die Götter natürlich nicht gut heißen.
So weit, so Standard. Was das Ganze jedoch schwer erträglich macht, sind die wirklich unterirdischen Dialoge. Nicht selten kam es während der Vorstellung an Stellen zu kollektivem Gelächter, an denen dieses ganz sicher nicht geplant war. Pathetische Dialogzeilen in Mixtur mit überaus unterdurchschnittlichem Schauspiel (Mickey Rourke ausgenommen) ist eben nicht das, was man unter hochwertiger Unterhaltung versteht.
Doch "The Immortals" hat auch seine Stärken. So sind die, überraschend selten vorkommenden, Actionsequenzen durchweg sehr ansehlich, auch wenn die ein oder andere Kameraeinstellung bereits aus "300" von Zack Snyder bekannt war. Auch die Landschaften wissen zu überzeugen. Die Kameratotalen von zerklüfteten Küstenlandschaften sind wirklich atemberaubend anzusehen. Doch auch hier gefiel mit "The Fall" besser, vielleicht weil dort nicht ganz so viel aus dem Computer stammte, und auch weil das 3D dort die Hintergründe nicht wie Pappmaschee aussehen lies.
Nichts desto trotz kann man sich "The Immortals" ruhig mal geben. Kopf aus und berieseln lassen. Doch Tarsem Singh kann es besser, das weiß ich.
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Shorty06
Kommentare 2011/10/10 21:16:10
Once? The Notebook? True Romance? Garden State? Before Sunrise? The New World? Eternal Sunshine of the spotless Mind? Punch-Drunk Love?
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Shorty06
Kommentare 2011/10/07 13:25:52
unglaublich schlechte Liste... sorry, aber is so
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Shorty06
Kommentare 2011/10/05 15:02:29
Rhethorisch vielleicht nicht der gewandteste, aber seine Filme haben es in sich. Ganz toll!
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Shorty06
Kommentare 2011/09/21 14:49:33
cool, funktionell sind das super neuerungen. vom look her bin ich damit noch nicht ganz warm, kommt aber bestimmt noch
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Shorty06
Kommentare 2011/09/15 16:25:56
Bullshit Film... zurecht auf meiner Hass-Liste
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Shorty06
Kommentare 2011/08/30 01:00:38
Ich fand Carlito's Way immer besser
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Shorty06
über Hass 2011/08/30 00:25:14
La Haine von Mathieu Kassovitz
Aus aktuellem Anlass nochmal gesehen. Und was soll man sagen? Passender denn je. Ein absolutes Meisterwerk. Kassovitz portraitiert die pariser Vorstadtjugend in den 90ern. Geplagt von Verbrechen, ignoriert von Politikern, belächelt vom städtischen Bildungsbürgertum und getriezt von der Staatsgewalt. Geleitet von blindem Hass.
Die Perspektivlosigkeit entlädt sich in mehreren Tagen andauernden Ausschreitungen als 1993 ein 16-jähriger bei einem Polizeiverhör, angekettet an einen Heizungskörper, mit einem Schuss in die Schläfe getötet wird. Reale Aufnahmen der Straßenkämpfe stimmen uns in den Film ein, der 24 Stunden im Leben dreier Jungendlicher zeigt.
Kassovitz begleitet die drei Freunde Said, Vinz und Hubert durch die Tristesse der Banlieu. Ziellos wirren sie am Tag nach den Unruhen umher. Sie wissen scheinbar nicht wohin, und nicht was sie tun sollen. Perfekt eingefangen in schwarz-weißen Bildern fühlen wir quasi mit unseren drei Protagonisten mit. Mal erzürnt und ungestüm wie Vinz, mal ruhig und nachdenklich wie Hubert, mal locker und mit loser Zunge wie Said. Doch es schwebt immer etwas bedrückendes mit. Etwas was nicht leicht in Worte zu fassen ist. Ein weiteres Unglück scheint sich anzubahnen. Denn "bis hierhin lief es noch ganz gut, bis hierhin lief es noch ganz gut, bis hierhin lief es noch ganz gut." Doch was zählt ist nicht der Fall, sondern die Landung.
Ganz eindeutig beeinflusst von Spike Lee's "Do the right thing" gelingt Kassovitz ein beeindruckendes, weil echtes Gesellschaftsportrait, das kritisiert und verstört. Dabei schwankt der Film in seinem sehr szenisch verlaufendem Ablauf mal heiter, mal lehrreich, mal äußerst metaphorisch. Die Szene in der Kunstgallerie hat mir in ihrem starken Kontrast zwischen Haute-Socialité und Straßen-Charisma einfach nur ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Ich habe mich an meinen Freundeskreis, welcher ebenfalls sehr differenziert ist, erinnert gefühlt.Machos mit großen Klappen inmitten gut situierter Bildungsbürger. Der Toiletten-Monolog des alten Mannes ist wohl eine der größten Szenen die das europäische Kino jemals hervorgebracht hat. So vielschichtig und in ihrer Gelassenheit so emotional. Da blieb selbst den drei Protagonisten die Sprache weg. "Warum hat er uns das erzählt?".
Es fällt sehr schwer mit den drei Jungs zu sympathisieren, sind sie doch einfach nicht zu bändigen. Sie wirken ignorant und scheren sich nicht um Regeln. Sie sind, vorallem Vinz, tickende Zeitbomben. Doch im Grunde fehlt es ihnen nur an einer klaren Richtung, einer leitenden Hand, an die sie sich wenden können.
Es wäre sehr naiv anzunehmen, dass es derartige Probleme nur in Pariser Vorstädten oder New Yorker Ghettos gäbe. London lehrt uns das. Und auch bei uns ist Integration ein längst vergessenes, oder verdrängtes, Hobby geworden. "Es war am Anfang cool, doch dann schwanden schnell die Glücksgefühle, denn neben hohle-Phrasen-dreschen kamen auch die Rütli-Schulen. Die Kids die störten, sie haben nicht ins Konzept gepasst. Wenn du 100 Gramm Integration versprichst, aber nur 15 Gramm
Integration vertickst, fühlen sie sich gelinkt und machen halt in Paris Vorstädte platt."
Großes Kino. "Baise la Police".
bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
Sigmund 2011/08/30 10:13:18
Antwort löschenFeiner Text! Und wirklich: höchst aktuell.
Shorty06 2011/08/30 11:10:45
Antwort löschenIch danke.
Shorty06
Kommentare 2011/08/28 11:21:13
Gottfilm.
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Shorty06
Kommentare 2011/08/23 11:52:09
Habe ihn jetzt letzte Woche zum zweiten Mal im Kino gesehen. Der Film ist perfekt, einfach wundervoll. Herr Penn sollte sein Egi mal ein wenig hinten anstellen und stattdessen froh sein, in einem solchen Film mitspielen zu dürfen. Ist außerdem nicht das erste Mal, dass er mit Malick zusammenarbeitet, von daher sollte ihm klar sein, worauf er sich einlässt.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten
Le Samourai 2011/08/23 12:02:18
Antwort löschenBingo.
Le Samourai 2011/08/23 14:16:53
Antwort löschenWarum denn Gedanken machen über andere Lösungen? Was sind das denn für neue Töne? Warum nicht einfach genießen und bewundern?!
Alle 4 Antworten zeigen
Le Samourai 2011/08/23 17:02:12
Antwort löschenNa und für mich is er eben perfekt und zu keinem Frame langweilig.
Sean ist nur neidisch auf Brad. Dessen Rolle hätte er wohl gerne gehabt ;)
simonk. 2011/08/24 01:16:08
Antwort löschen... aber pitt war zu jedem zeitpunkt im film ersetzbar! penn nicht!
Shorty06
Kommentare 2011/08/23 00:13:03
Naja, wenn man bedenkt dass The Tree of Life schon 2008 bgedreht war, dann kann das mit dem Schedule schon hinkommen.
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Shorty06
Kommentare 2011/08/13 18:57:33
War toll in Soul Kitchen, Lammbock und Lola rennt. Von daher: Glückwunsch
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Shorty06
Kommentare 2011/08/13 11:47:37
Ich weiß nicht, ob der Film gut oder schlecht ist. Doch es ist einer meiner Kindheitsfilme, deshalb mag ich ihn ebenfalls.
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Shorty06
über Fight Club 2011/08/11 12:18:41
Fight Club von David Fincher
Ich habe dieses Meisterwerk jetzt zum x-ten Mal gesehen. Gestern wieder, davor noch den fantastischen Roman von Chuck Palahniuk gelesen, welcher in einem einzigartigen Stil geschrieben ist. Und was kann man denn noch dazu sagen? Einfach ein Lieblingsfilm.
Fight Club ist meiner Meinung nach der Film, der den Anfang des neuen Milleniums definierte, den Zeitgeist voll einzufangen vermochte. Das Manifest der Generation 2000, einer Generation an Männern, die in ihrem Leben noch keinen Konflikt auszutragen hatten. Kein großer Krieg, keine große Depression. Quasi ein passives Leben. Not receiving a punch. God's middle children.
Der Blickpunkt ist dabei stehts der unseres Erzählers, möge er nun Jack, Joe, Cornelius, Travis oder Rupert heißen. Eine Geschichte über einen durchschnittlichen Durchschnittstypen ebenjener Generation, der ein wenig verrückt wird, um sich selbst aus dem Trott zu erretten. Unser Erzähler schlägt dabei über die Strenge, doch man muss Grenzen ausloten um sich selbst zu kennen. Sind keine Konflikte gegeben, werden eben welche erschaffen.
Dabei ist die Geschichte so unglaublich vielschichtig. Fight Club ist eine Charakterstudie, ein Gesellschaftsportrait, ein Planspiel eines Aufbaus faschistoider Strukturen und in seinem Kern eben doch eine Lovestory. Fight Club ist eine explosive Mischung, fast wie Orangensaftkonzentrat, Benzin und Sägespäne, und vergisst bei alledem nicht, uns Zuschauer zu unterhalten.
David Fincher ist eine meisterhafte Evolution des Romans von Palahniuk gelungen. So sollten Adaptionen aussehen. Nicht bloße Gemälde eines Scripts, sondern das volle Ausnutzen der Möglichkeiten des Mediums Film. Perfekte Kamera, perfekte Schauspieler, perfekter Schnitt. Perfekter Film.
Und so findet man sich am Ende doch irgendwie selbst.
Feuchte Augen und Gänsehaut, Jack und Marla Hand in Hand, Kreditunternehmen und Banken fliegen in die Luft, ein Frame mit einem prächtigen Gemächt. Die Pixies spielen "Where is my mind?".
Ich bin Jacks überaus große Euphorie.
bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
Slevin Kalebra 2011/08/11 12:41:24
Antwort löschenPerfekt.
Shorty06 2011/08/11 12:46:40
Antwort löschen(=^;^=)
Shorty06
Kommentare 2011/07/28 10:28:08
cool, dass ich jetzt alle Freunde-Wertungen sehen kann. Demnächst noch alle Lieblingsfilme anzeigen, dass wäre top
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten
Sonse 2011/07/28 15:45:36
Antwort löschenDu meinst im Profil, oder?
Ist geplant. Was wäre dir lieber: Ein komplettes Ausklappen der Filme in der rechten Spalte, auch auf die Gefahr hin, dass das bei Nutzern mit vielen Lieblings- und Hassfilmen lange dauert und du dir die Finger wund scrollen könntest? Oder wäre es auch okay, wenn nur bis zu je 30 Filmen in der rechten Spalte ausgeklappt werden können?
phoenix409 2011/07/28 17:16:31
Antwort löschenWie wäre es schichtweise? ;)
Das erste Mal aufklappen entblößt 20 oder 30 Lieblingsfilme, ein weiteres Aufklappen dann alle, wobei man wahrscheinlich auch nicht grad ALLE sehen muss... Bei Leuten, die über 100 Mal auf's Herz gedrückt haben, könnte es dann etwas unübersichtlich werden.
phoenix409 2011/07/28 17:17:39
Antwort löschenAch ja: Und wenn das ganze dann noch mit Serien funktioniert, bin ich glücklich :) ich glaube die Vormerkfunktion wäre mit das wichtigste, darüber hab ich nämlich schon lang keinen Überblick mehr.
Sonse 2011/07/29 16:47:26
Antwort löschen@phoenix409:
Bei den Lieblingsfilmen kann man meines Erachtens auch cappen. Bei 30-50 sollten da auf alle Fälle reichen. Ich selbst habe glaub nicht mal 30 Herzen verteilt. Analog bei den Hassfilmen.
Bei den Serien wird demnächst wohl eine Übersichtsseite folgen und sie sollen in den Profilen gelistet werden.
Shorty06 2011/08/13 19:41:37
Antwort löschenhi Sonse, sorry für die späte Antwort, aber war im Urlaub und hab meine Mails nicht gecheckt :)
Ich denke 30-50 müssten eigentlich völlig reichen.
Alle 7 Antworten zeigen
Shorty06 2011/08/13 19:41:56
Antwort löschenhi Sonse, sorry für die späte Antwort, aber war im Urlaub und hab meine Mails nicht gecheckt :)
Ich denke 30-50 müssten eigentlich völlig reichen.
Sonse 2011/08/19 16:01:53
Antwort löschenDanke für die Antwort, war auch kürzlich ausgeflogen. ;)
Ja, an etwas in diesem Bereich haben wir auch gedacht.
Shorty06
über Memento 2011/07/25 19:33:14
Memento von Christopher Nolan
Der Film, der Nolan zum Big Player gemacht hat. Zum funkelnden Stern an Hollywoods Himmel, noch vor seinem Meisterwerk Prestige und dem Blockbuster The Dark Knight. Ein Film, der Kritiker und Filmliebhaber aufhorchen ließ.
Mit sichtbar geringem Budget gedreht, ist es die innovative Geschichte um Leonard Shelby, der "Mann mit dem Zustand" die zu fesseln weiß. Nolans Bruder Jonathan faszinierte ein solcher Gedanke, weshalb er eine Kurzgeschichte mit diesem Thema schrieb, auf ihr basiert der Film. Die Idee, einem Protagonisten ohne Kurzzeitgedächtnis auf seinem Rachefeldzug zu folgen, ist schlichtweg brilliant. Das Prinzip des unzuverlässigen Erzählers wird auf die Spitze getrieben, bis zum Schluss ist man sich, ebenso wie Leonard, nicht im klaren was denn hier eigentlich genau abläuft.
Um diesen Zustand der Ungewissheit nochmals zu unterstreichen, legt Nolan die Erzählstruktur dementsprechend an. Wir folgen zwei Handlungssträngen, einem chronologischen und einem zeitlich rückwärts erzählten Szenenverlauf, die beide am Ende zusammenlaufen.
Egal wie man dieser Erzählart gegenübersteht, ob man sie nun für unnötig erachtet oder als effektiv schätzt, Nolans Kniff ist äußerst innovativ. Und wie unser Protagonist Leonard, ist man nach einiger Zeit wirklich ein wenig überfordert. Vorallem bei der ersten Sichtung. Doch Memento ist ein Film, den man öfter sehen sollte. Er wächst mit jeder Sichtung und für den Betrachter beginnt das Spiel jedes Mal wieder von vorne ... Fast wie für unseren Racheengel...
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