sknoke - sknokes Kommentare zu Filmen

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sknoke
über Inside Hollywood

4.0Uninteressant

Filme über das Filmemachen gibt es zuhauf, doch welche, die sich wirklich satirisch und mit Liebe zum Objekt damit beschäftigen zur wenige. In Hollywood hört dich jeder schreien, so sagt es zumindest das Plakat zu What Just Happenend, hierzulande Inside Hollywood.

Bleibt der Hund am Leben oder kriegt er eine Kugel durch den Kopf gejagt? Und wann rasiert sich Bruce Willis endlich seinen Vollbart? Dies sind die Fragen, die die Handlung in What Just Happenend an der Oberfläche ausmachen. der Blick hinter die Kamera beschränkt sich auf einige wenige Versatzstücke. Eben die eingangs erwähnten Fragen, die sich leider mit der Zeit etwas abnutzen. Nein wirklich neues erfahren wir hier nicht, What Just Happenend ist kein zweiter "The Player", kein "Mulholland Dr.", kein "Sunset Blvd." und erst recht kein "La nuit américaine". Vielmehr konzentriert er sich auf den Menschen Ben, auf sein zerbrochenes Eheglück und die Würde, mit der er die letzten Tage an der Spitze Hollywoods „meistert“, wo er das Ende doch förmlich schmecken kann. Tragikomisch und mit einem fantastischen De Niro gelingt dies weitestgehend, doch bricht die lange Laufzeit ihm schließlich das Genick und während dem Liebhaber des Kinos zuwenig Kino geboten wird, besteht die Gefahr, dass dem normalen Zuschauer die großen Nichtigkeiten des Produzentenlebens nur auf die Nerven gehen.

Das toll aufgelegte Cast verhilft dem viel zu harmlos geratenem What Just Happenend zwar zu einem Gefühl der seichten Unterhaltung, der Blick zur Uhr wird dadurch jedoch nicht verhindert. Und wenn die oberste Regel besagt ein Film darf nicht langweilen, so darf ein Film über das Filmemachen das erst recht nicht.

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sknoke
über Jean-Pierre Léaud

Jean-Pierre Léaud gilt als ein Sohn des modernen Kinos und gilt zurecht als Kult-Star. Mit 15 Jahren begann seine Karriere mit keinem geringeren Film als François Truffauts "Sie küssten und sie schlugen ihn", in dem er die Rolle des jungen Antoine Doinel mimte, eine Rolle, die er die nächsten zwanzig Jahre noch öfter mit Leben füllen sollte. Mit Claude Jade als Antoines Freundin und spätere Ehefrau Christine bildet er in Truffauts Folgefilmen das bedeutendste Paar des modernen europäischen Films ("Geraubte Küsse", "Tisch und Bett", "Liebe auf der Flucht"). Diese außergewöhnliche Symbiose eines Regisseurs, Schauspielers und einer Rolle ist mitverantwortlich für den cinephilen Mythos, der um Léaud entstand.

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Darbon

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...und bleibt ein ewiger Gefangener dieses Mythos'. Heute wirft er Blumenkübel auf Nachbarinnen und schimpft über Doinel.


sknoke
über Die amerikanische Nacht

10.0Lieblingsfilm

Ein Titel, der ein archetypisches Verfahren der Filmkunst benennt und so hinter die Kulissen blickt, wie der ganze Film , der nicht weniger ist als eine Liebeserklärung. Truffaut selbst spielt den Regisseur und verleiht ihm beides; die Freude am Filmemachen, die Energie, die Sucht, die Besessenheit und ebenso die Angst davor, die Panik und die Alpträume. Bei ihm: sein Alter-Ego Léaud, der sich hier vielleicht, wie auch Truffaut, mehr selbst spielt als je zuvor und wie heißt es an einer Stelle so schön: „Du weißt doch, du und ich, wir können nur bei der Arbeit fürs Kino glücklich sein.“ Léaud ist ganz der harmlose Anarchist, derjenige der so ausufernd liebt, wie er dabei dickköpfig ist, aber der eigentliche „Held“ ist das Kino selbst. Das Kino und seine Magie, die hier immer wieder entschlüsselt wird, ohne dass sie dabei etwas von ihrem Sog, ihrem Zauber und ihrer lebensbejahenden, lebensverbesserenden Kraft einbüßen würde.

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sknoke
über Liebe auf der Flucht

9.0Herausragend

Zwanzig Jahre nach Jean-Pierre Léauds erstem Leinwandauftritt nun also der Abschluss der Antoine-Doinel-Reihe. Und recht schnell entpuppt sich dieser als ein Best Of, das so manches Mal in der Zeit springt und uns die schönsten Stücke aus den letzten Etappen Doinels aufzuzeigen versucht. Viele Werke, die sich dieser Methode bedienen, kranken daran, die Klasse des Gezeigten nie selbst zu erreichen und so nur den Unmut zu erregen, dass man jetzt in diesem Augenblicke eben nicht das Original sieht, sondern nur einen Zusammenschnitt ohne wirklichen Mehrwert. Zum Glück weiß "L’Amour en fuite" diesen Fehler zu vermeiden, denn obwohl hier und da wirklich sehr lange Passagen aus den früheren Filmen zu sehen sind, formt sich doch so etwas wie ein Gesamtwerk, ein letzter Besuch bei einem alten Bekannten, ein letztes kleines Liebesabenteuer und die Erkenntnis, dass Film und insbesondere Filmgeschichte doch mehr als die Summe ihrer Teile ist und erst im Kontext eine Welt entsteht, die sich mit der unseren stets überschneidet und vermischt. Wie herrlich es ist, wenn Léauds Affäre Liliane (Dani) aus "La nuit américaine" nun als Freundin seiner Frau Christine (Claude Jade) zurückkehrt, um hier wieder seine Liebe zu erwecken und das obwohl Léaud im genannten Werk nicht einmal Antoine verkörperte.

Truffaut nutzt Einstellungen aus diesem Werk, verbindet sie mit der Doinel-Reihe und schafft durch solch Kleinigkeiten mit großer Wirkung einen Lebenszyklus, der nicht nur wunderschön leicht, melancholisch und ebenso tragisch anzuschauen ist, sondern auch die Grenze zwischen a-filmischer und filmischer Wirklichkeit spielerisch in Frage stellt.

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sknoke
über Tisch und Bett

10.0Lieblingsfilm

Gestern stürzte ich mich auf Truffauts "Domicile conjugal". Ich ahnte noch nicht, dass ich mich verlieben würde, doch das einmalige Kinogespann um Truffaut, Léaud und Claude Jade vollbrachte es innerhalb von Minuten den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Das Schwarz-Weiß aus "Les quatre cents coups" ist dem strahlenden Eastmancolor gewichen und lässt allen Ballast zurück. Dieser Film ist die vollendete Leichtigkeit. Wie ein Kind tobt sich Truffaut hier aus und erzählt in einer fast episodenhaften Struktur von Antoines (Jean-Pierre Léaud) Leben als jungem Erwachsenen. Dieser, mittlerweile verheiratet mit seiner Jugendliebe, der bildhübschen Christine (Claude Jade), ist noch immer ganz der Träumer, der nicht weiß, wohin ihn das Leben treibt, der sich nicht anpasst, der zitiert, dichtet und so gedankenverloren ist, wie der Film selbst.

Ein Film, wie der naive Tagtraum eines jungen Verliebten, den Truffaut mit den langen Beinen seiner Hauptdarstellerin beginnt. Er weiß genau, was für die Kamera bestimmt ist und erhält dabei doch den Eindruck, alles passiere ganz von alleine, so als müssten wir uns glücklich schätzen genau in diesem Augenblick zuzuschauen. Ginge es nur um die Handlung, Antoine betrügt Christine mit einer Japanerin, so könnte man einige Momente sicherlich streichen, doch zum Glück ist "Domicile conjugal" mehr als eine Reise von A nach B, er ist mehr wie ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben und das verläuft in den seltensten Fällen nach einem klaren Schema.

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