SoulReaver - SoulReavers Kommentare zu Filmen

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CinemaForever (SoulReaver)
über Weekend

4.0Uninteressant

Stoßweise, sprunghaft, stotterig und voller zusammenhangloser Referenzen formatiert Jean-Luc Godard aus seiner ätzenden und überkandidelten Anarchieparade „Weekend“ den Inbegriff des selbsternannten Anti-Kinos. Dabei erhebt Godard von Anfang an auf Biegen und Brechen den Anspruch auf autonome Kunst, die natürlich mit reichlich Krawall gegen sämtliche Sehgewohnheiten des Zuschauers anrollt, in ihrem experimentellen Narzissmus aber keinerlei achtenswerten Nährwert besitzt, sondern einzig und allein aus purem Selbstzweck agiert – Schaulaufen für die Godardsche Phrasendrescherei. Da werden dann (pseudo-)philosophische wie politisch motivierte Spitzen ins dezentrierte Nirgendwo gefeuert und die nervtötende Kontraktion der fiktionalen Kraft des Kinos ist einfach nur närrisch. Man kann es eben auch übertrieben und sich im Wunsch nach autophiler Eigentümlichkeit komplett verrennen. Für die einen ist das verrückt und genial, für mich dröge und überflüssig. „Das Ende des Kinos“, so Godard. Recht hat er, fast.

14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 28 Antworten

lieber_tee

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Mr. Vincent Vega scheint oftmals (nur in seiner MP-Filmecke) in deinem gestrigen Zustand Filme zu schauen...;)))


SoulReaver

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Dazu sage ich mal gar nichts. :D Mein unreflektierter Ausrutscher sei mir verziehen, aber immer sachlich bleiben geht bei 1500 Reviews einfach nicht. :)


SoulReaver
über Eureka

7.0Sehenswert

[...] „Eureka“ entwickelt sich zu einem Film über das prophezeite Schicksal und zu einem Kampf, der sich nicht nur um die besitzergreifende Missgunst dreht, sondern auch um die von Eifersucht erfüllte Seele des gutsituierten Familienoberhauptes – Der Tod spielt hier fortwährend eine signifikante Rolle. Wenngleich Roeg es nicht schafft, den Zuschauer vor gelegentlichen Durchhängern zu bewahren, ist ihm ohne Frage ein philosophisches Werk über emotionale Verästelungen geglückt, in dem Deportation schließlich als Konversion verstanden werden darf und Luxus nie ohne Einsamkeit auskommt. Liebe ist nach wie vor nicht käuflich.

Kritik im Original 20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten

lieber_tee

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@ Souli,
weil ich nur bewerte und Texte schreibe zu Filmen die ich aktuell gesehen habe.
Locker 7 Punkte.


filmschauer

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Ich fand ihn ebenfalls interessant und hätte ihn nach dem ersten Drittel gern gemocht, doch die angesprochenen Durchhänger unterschiedlichster Couleur fielen bei mir umso stärker ins Gewicht, je länger der Film lief. Da kann man dann doch den Flop-Stempel nachvollziehen.


CinemaForever (SoulReaver)
über Hangover 3

3.0Schwach

[...] Als „episches Finale“ deklariert, ist „Hangover 3“ quasi das Gegenteil davon und rasselt in allen kritischen Belangen gnadenlos durch. Je mehr Budget Phillips zur Verfügung steht, desto schlimmer wird es, möchte man meinen, schließlich ist sein dritter Teil rundum das nervtötende Wolfsrudel – genau wie Teil 2 – ein Film ohne jede Daseinsberechtigung. Aber der Schmu hat ja nun zum Glück sein mehr als nötiges Ende gefunden. Hoffentlich. [...]

Kritik im Original 31 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 17 Antworten

Maniac131

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@Moncineo: Kauf dir lieber ein Eis von deinem Geld...:)


Moncineo

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@Maniac131: Unbedingt! Wird mich auch mehr zum Lachen bringen als die Hangover-Reihe.


SoulReaver
über Snitch - Ein riskanter Deal

4.0Uninteressant

[...] Wo „Snitch – Ein riskanter Deal“ recht ansprechend beginnt, verrennt sich die kalkulierte Vorstellung schnell in einem klischeehaften Sumpf aus moralisierenden Leitstandarten und zweifelhaften Storybausteinen. Es fängt ja bereits mit der Grundlage an, die angeblich auf einer wahren Geschichte aufgebaut sein soll, in ihrer Konstruktion aber vollkommen reißerisch wirkt und jeden Bezug zur authentischen Auseinandersetzung mit Gesetzeslücken und moralischen Zwickmühlen mit Füßen tritt. Man würde dem Werk zwar Unrecht tun, wenn man es als gänzlich schlecht bezeichnet, allerdings scheitert Waugh an den altbekannten Mainstreamkonventionen, die eine interessante Säule zugunsten (über-)dramatisierter Einzelschicksale schlagartig fallen lassen. Am Ende scheint jeder glücklich zu sein und das Leben wieder in gewohnten Bahnen zu verlaufen, in der Realität gäbe es diese Normalität nicht mehr und eine Existenz mit fortwährendem Seelenfrieden wäre ein utopischer Kalauer. [...]

Kritik im Original 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

SoulReaver
über Jack and The Giants

7.0Sehenswert

[...] Wenn es zur finalen Schlacht kommt, Bäume wie Mikadostäbchen durch die Gegend gedonnert werden und ganze Burgteile als Schleuderwaffe für die Riesen dienen, führt „Jack and the Giants“ dem Zuschauer all das vor, was die CGI-Zauberschmiede möglich machen kann. In diesem Universum wird nach eigenem Märchenkodex gehandelt und die Geschichte rundum Bestimmung, Entdeckerdrang und Verantwortung darf immer wieder mit einer gewissen Note an britischem Humor gekitzelt werden, die dem Film vom kindgerechten Jump-n-Run-Bilderbuch zu verhältnismäßig brutalen Einlagen wunderbar begleitet. Bryan Singers „Jack and the Giants“ ist nostalgisch angehauchtes Abenteuer-Kino, in dem Helden noch Helden sein dürfen und aufblühende Romantik nicht aufgesetzt wirkt. Eine Überraschung im bisher durchwachsenden Kinojahr.

Kritik im Original 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Bandrix

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Freut mich wirklich, dass er dir genauso gut gefallen hat wie mir. Schöner Film!


Haschbeutel

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Muss ich den wohl doch mal schauen ...


SoulReaver
über Letztes Jahr in Marienbad

9.0Herausragend

Diesen Schritt sind wir alle schon einmal gegangen. Irgendwann. Irgendwo. Der Gang durch die vertrauten Flure und die düsteren Galerien. Flüsternde Portale, die dem Suchenden Fluchtwege aus dem surrealen Labyrinth der endlosen Pfade ermöglichen. Altbekannte Säulengänge, die barocke Ausstaffierung. Wir waren schon mal hier, doch damals war alles anders. Diese eine Erinnerung hingegen bleibt konstant. Die Erinnerung an eine Zeit, die es womöglich nie gab, und doch ist sie kontinuierlich in uns verankert, immer präsent für den (a-)symmetrischen Wiederhall. Mysteriöse Salons, geheimnisvolle Gemächer und ein Park, der nur mit abwesenden Augen wahrnehmbar scheint. Die Orgelklänge hallen durch das luxuriöse Anwesen, doch Innen prävaliert die Leere. Der Kampf gegen Vergangenes beginnt, der Versuch mit ihr Kontakt aufzunehmen scheitert. Das geborgene Gefühl der einstigen Zweisamkeit – Eine Illusion? Ein Traum? Gespräche verschwimmen in ihrer ersten Silbe; das Schweigen als Verzahnung für die fehlende Kohärenz im hypnotischen Wachzustand. Die Symbiose aus Somnambulismus, der entarteten Wirklichkeit und dem abgewetzten Überbleibsel aus dem Nirgendwo effektuieren ein eigenes Zeit- und Raumverständnis. Rational vorerst nicht erklärbar, dafür aber individuell spürbar. Diesen Schritt sind wir schon alle einmal gegangen. Nur wann?

27 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

SoulReaver

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Mit Sicherheit nicht. :)


Le Samourai

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Nah dran. :)


SoulReaver
über I Killed My Mother

8.0Ausgezeichnet

[...] „I Killed My Mother“ wird in seiner persönlichen Note schnell zur Seelenoffenbarung von Multitalent Xavier Dolan. Dabei ist der Film an sich nicht nur auf die Figur Hubert abgemessen, sondern fügt sich in ein universelles Spektrum, welches für jeden Zuschauer in einem bestimmten Ausmaß nachvollziehbar scheint. Die Konflikte mit der eigenen Mutter, die Irrungen und Wirrungen der Adoleszenz, die Wünsche und Träume vom großen Durchbruch, die sexuelle Orientierung im Angesicht von gesellschaftlicher Missachtung. Dolan agiert mit frühreifer, aber nicht altkluger Weitsicht und die zwischenmenschlichen Nuancen, die in die wohldefinierte Narration immer wieder eingestreut werden, lassen die leisen Vermutungen an größenwahnsinniger Arthouse-Prätention schnell verstummen. „I Killed My Mother“ ist – trotz der ästhetisierten Bildkompositionen – ehrliches und sorgfältig ausgearbeitetes Autorenkino. Zwischen rebellierenden Selbstzweifel und der Sehnsucht nach familiärer Zuflucht gefangen, ist Dolans Coming-Of-Age-Gleichnis eine audiovisuelle Attraktion, in dem kein Charakter schematisch wirkt. [...]

Kritik im Original 29 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

CinemaForever (SoulReaver)
über Lohn der Angst

9.0Herausragend

Las Pietras, Venezuela. Ein staubiges Kaff am Ende der Welt. Bevölkert von heimatlosem Pack. Gesindel, Tagelöhner, Verstoßene, immer auf der Suche nach dem schnellen Geld; mit der leisen Hoffnung bepackt, diesem tristen Elend im südamerikanischen Nirgendwo schnellstmöglich zu entfliehen. Heldenhaft wirkt hier niemand, vom Leben gezeichnet sind sie hingegen alle. Auftakt für „Lohn der Angst“. Auftakt für einen der spannendsten Filme, der je auf Zelluloid gebannt wurde. Henri Clouzot lässt sich fast 45 Minuten Zeit um dem Zuschauer die wichtigen Figuren vorzustellen, ohne ihre Charakteristika vollends zu entblättern. Als große Stärke von „Lohn der Angst“ erweist sich im Verlauf der Geschichte daher auch die Entfaltung dieser Charaktere, die sinnbildliche Glaubwürdigkeit in Bezug auf ihre Veränderungen, die sie im Angesicht der Todesängste durchmachen. Wenn alte Hasen plötzlich von ihrem hohen Ross steigen sich als Feiglinge kennzeichnen, im Gegenzug aber der beeinflussbare Neuling zum durchgreifenden Fels in der Brandung wird.

Eine Fahrt durch die Hölle könnte das Ticket in die Freiheit sein. Nach besagten 45 Minuten zur Einführung werden dann die mit Nitroglycerin beladenden LKWs gesattelt und das Wort „Himmelsfahrtkommando“ scheint für dieses Vorhaben erfunden worden zu sein. „Lohn der Angst“ ist Existentialismus auf vier Rädern. Jede Pfütze könnte das Ende bedeuten, hinter jeder Kurve könnte der große Traum in Flammen aufgehen und die Umgebung mit einer markerschütternden Explosion zerfetzen. Dass die antiamerikanische Kapitalismuskritik dabei nicht zu kurz kommt, versteht sich von selbst. Doch „Lohn der Angst“ ist eine ebenso brillante Menage aus physischer Grenzerfahrung und der Konfrontation mit menschlichen Urängsten. Hier sind die Männer keine machohaften Abziehbilder, die immer einen trockenen Spruch auf den Lippen haben und sich durchgehend selbst zu helfen wissen, die Ambivalenz in jedem Einzelnen entscheidet. Und um das Ziel zu erreichen, werden ehemalige Freundschaften auch in einem sumpfigen Bad aus Öl überrollt.

Je weiter die Laster in ihr (Un-)Glück rollen, desto mehr weiß Clouzot die Spannungsschrauben anzuziehen und – vordergründig - simple Angelegenheiten zu einem wahren Adrenalinrausch zu stilisieren. Es wird immer nervenzerrender, die Lage ist dabei durchweg unvorhersehbar, auf eine klare Sympathiefigur wird förderlich verzichtet, Helden gibt es in diesem Sinne erst recht nicht und wer sich aus dieser progressiven Suspense-Höllenfahrt wirklich retten kann, steht bis zur letzten Minute in den von Abgasen verschleierten Sternen. „Lohn der Angst“ hat seine humorvollen Einlagen, bleibt aber ein düsterer und mühseliger Ritt durch ein alptraumhaften Szenario, in dem das eigene Leben für läppisches Geld aufs Spiel gesetzt wird und nicht die Scheine den Reiz ausmachen, sondern die Möglichkeit, die den Menschen durch sie geboten wird. Und um die Superlativenschlammschlacht nun zu einem gebührenden Ende zu führen: Erstklassiges, maßgebendes, konsequentes, unfassbar spannendes Kino, bei dem der schweißige Ölfilm förmlich auf der Zunge zu schmecken scheint und nicht auf Schablonen gesetzt, sondern den Figuren ein Profil gegeben wird. Muss man gesehen haben.

28 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten

Le Samourai

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Endlich guckt der Bub mal anständige Filme!


doctorgonzo

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Word, Le Samourai


SoulReaver
über Idioten

8.0Ausgezeichnet

[...] Auch diese Szene steht symptomatisch für unsere Gesellschaft, in der sich Alphatiere schneller revozieren als sie sich eingestehen wollen und die stillen Anhänger ohne die „familiäre“ Solidarität nicht weitermachen wollen. Schließlich darf nicht alles umsonst gewesen sein. »Idioten« erreicht in der zweiten Hälfte einen bestimmten Abschnitt, in dem das Lachen im Hals stecken bleibt und die Alternativgesellschaft ohne Limit zum Scheitern verurteilt ist. Der geplante Befreiungsschlag führt wieder zurück in den Schoß der Verpflichtungen und Vorschriften. Idioten sind wir alle. [...]

Kritik im Original 35 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

jacker

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Super analysiert !!
War mein erster Trier, lange bevor mich interessiert hat wer oder was Trier/Dogma ist bzw. war. Und hat mich heftigst verstört, eben aufgrund der dokumentarischen Authentizität und dem Wachrütteln. Irgendwie habe ich damals durch den Film zunächst ziemlich Angst vor dem 'Idioten' in mir bekommen. Dass er mich irgendwann übermacht und ich auch voll auf Gaga ticke. Dann irgendwann ist mir genaud as klar geworden was du beschreibst. jeder hat den Idioten in sich. Und erst ihm den nötigen Raum zu geben macht uns komplett :)


SoulReaver

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@Tee Nee, für mich auch nicht, da gehen beide Preise von mir an "Antichrist".
@jacker Vielen Dank!! Manchmal muss man sich auch mal verstellen, um wirklich unverstellt zu sein. :)


SoulReaver
über Wer hat Angst vor Virginia Woolf?

8.5Ausgezeichnet

[...] Und doch kommt auch für Martha und George eine Scheidung nie in den Bereich des Möglichen, egal in welchem Ausmaß die Provokationen und Diffamierungen auftreten. Warum? Weil die Beiden aufeinander angewiesen sind und sich in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit trotz der zugefügten Schmerzen nie trennen können. Den eigentlichen Klebstoff dieser Ehe bildet eine ideelle Vorstellung, die ebenso unerreichbar bleibt, jedoch Hand in Hand entworfen wurde. Das Ergebnis dieser Gedankenkraft? Wer sie schlussendlich einstürzen lässt, sitzt am längeren Hebel. Es bleibt – egal wie man diese Ehe dreht und wendet – immer ein Kampf um die alleinige Vormachtstellung. [...]

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SoulReaver

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@Jacko Vielen Dank. Den wirst du auch lieben, klarer Fall.
@Moncineo Jup, aber ich hab den Aspekt mal bewusst außen vor gelassen, sind halt am Ende nur Mutmaßungen und mitbekommen habe ich davon ja auch nie was, von daher: Brillantes, dynamisches Schauspiel.


einSchluss

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Früher habe ich den Film gehasst. Die zynischen Zerfleischungen waren für mich schier unerträglich. Im "Alter" sehe ich das differenzierter. "Love will tear us apart". Ein sehr fordernder Seelen-Slasher mit hoher Intensität. Vortrefflich beschrieben. Schafott... äh Chapeau.


SoulReaver
über Die Wand

8.0Ausgezeichnet

[...] Natürlich hat Julian Pölsler keine leichte Kost inszeniert, doch wer sich auf den Film und sein Anliegen einlassen kann, der erlebt ein Werk, dass sich gegen die depressive Entfremdung stemmt und den Menschen mit sich selbst konfrontieren lässt: Hier gibt es keine Fluchtmöglichkeiten. Meditativ, sensitiv, feinfühlig und kalt. Alles trifft auf »Die Wand« zu, am Ende zählt jedoch nicht die zyklische Routine, die sich durch die Gewöhnung an die neue Lebenssituation angeeignet hat, sondern die innere Kraft, die in jedem Menschen schlummert und nur darauf wartet, endlich wieder entfesselt zu werden. Kino zum Nachdenken.

Kritik im Original 25 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

stalker

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Hm, toll geschrieben, aber all das Lob, der Pölsler hats meiner Meinung nach nicht verdient, sondern die Haushofer, meiner Meinung nach...


SoulReaver

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Da hat sich wohl jeder sein Lob verdient. PS: Danke für euer Lob.


SoulReaver
über Ein Prophet

8.5Ausgezeichnet

[...] Daraus resultiert, dass „Ein Prophet“ im Eigentlichen auch kein Film über das schwere Leben im Gefängnis ist, sondern ein Film über die weitreichende Identitätsfindung, die jede Ketten sprengt und die Zeit im Bau schnell zum Makrokosmos werden lässt, in dem die es nie zum Stillstand kommt; hier herrschen die gleichen Regeln wie auf freiem Fuß. „Ein Prophet“ ist sozusagen eine Auseinandersetzung mit fundamentalen Werten in einer Welt, in der das Gesetz des Dschungels herrscht, Anpassung erforderlich ist und Schutz nie gleichbedeutend mit Respekt ist. [...]

Kritik im Original 27 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten

VisitorQ

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Bombenfilm.


JackoXL

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Nur für stu: MEISTERWERK!!!, ganz ohne Querstriche. ;)


SoulReaver
über Das wundersame Leben des Timothy Green

3.0Schwach

[...] Ecken und Kanten würden bei einer derartig manipulativen Narration natürlich kontraproduktiv wirken, denn wer braucht schon tiefgängigen Mehrwert, wenn er in eine verstrahlte Welt eintauchen kann, die in ihrem konservativen Anstreben nach endloser Harmonie noch unglaubwürdiger erscheint als die Storybasis rundum das gepflanzte Kind. In „Das wundersame Leben des Timothy Green“ wirkt letztlich alles gekünstelt, überzogen und stereotypisch. Von wundersamer und origineller Kinomagie ist in dem vorhersehbaren Family-Allerlei aus der Mottenkiste nichts zu finden. [...]

Kritik im Original 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

SoulReaver

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Chabos wissen wer der Babo ist. <3


Hooded Justice

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Das Cover sieht so schmuck aus.


SoulReaver
über Was geschah wirklich mit Baby Jane?

8.0Ausgezeichnet

»You mean all this time we could have been friends?«

»Was geschah wirklich mit Baby Jane?« kann nicht mit virtuoser Vollkommenheit in allen Bereichen glänzen, dafür weisen die Charaktere und die Handlung dann doch leichtere Schwachstellen auf. Seinen Platz als unantastbarer Klassiker hat sich der Film aber ohne Frage ad infinitum gesichert. Regisseur Robert Aldrich beweist, wie er eigentliche Mängel mit einer hervorragenden Inszenierung und der Mithilfe seines exzellenten Hauptdarstellerinnenduos mit Bravour kompensieren kann und so den Blick komplett auf das Wesentliche richtet. Mit Bette Davis als ihren eigenen Träumen verfallene Baby Jane und Joan Crawford als an den Rollstuhl gefesseltes Opfer Blanche, wurden die ganz großen Geschütze der damaligen Schauspielkunst aufgefahren. Mit zunehmender Laufzeit – so klar manche Abschnitte auch immer wieder verlaufen sind – werden die Erwartungen in eine neue Richtung gelenkt und der kammerspielartige Familienkonflikt, der keinesfalls durch diffizile Tiefensätze zur Analyse einlädt, dem Rang eines psychologischen Dramas aber vollkommen gerecht wird, vereinnahmend den Zuschauer durch die intensive Glaubwürdigkeit vollkommen.

Der innerfamiliäre Hass der beiden Schwestern, die Zeit ihres Lebens aneinander gekettet waren, wird von Minute zu Minute greifbarer. Am Ende fallen langsam die Masken und der personifizierte Wahnsinn tänzelt ungeniert den peitschenden Wellen entgegen, ohne zu realisieren, dass es nie wieder Rosen für sie regnen wird, egal wie oft sie ihren Lippenstift vor dem Spiegel noch nachzieht. Robert Aldrich weiß seine unspezifischen Genre-Elemente emphatisch einzusetzen und wenn das bedrückende Klima der Schwestern mal wieder den Atem raubt, dann wird »Was geschah wirklich mit Baby Jane?« zur bitterbösen Satire auf den Schönheits- und Jugendwahn, in dem ein kritisches Sinnbild vorgeführt wird, welches das flüchtige Verfallsdatum von großem Ruhm in aller Deutlichkeit vor Augen führt. Wo unermessliche Eifersucht die Ausgangslage war, herrscht am Ende nur noch die Frage, ob man als Zuschauer Abscheu oder Mitgefühl empfinden soll. Gefallene Stars, gefangen in ihrer Scheinwelt, immer auf der großen Bühne, bereit zum letzten Auftritt – doch der Vorhang bleibt geschlossen.

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SoulReaver
über Fast & Furious 6

5.0Geht so

[...] Wo sich „Fast and Furious 5“ dann als zünftige Spaßgranate im Old-School-Mantel definieren ließ, waren die Hoffnungen auf ein solch (ähnlich) wiederholtes Erlebnis schwellenlos. Und auch in „Fast and Furious 6“ macht Regisseur Lin eigentlich mehr richtig als falsch, denn wenn die physikalischen Gesetze vollkommen außer Kraft treten, Panzer im dichten Verkehr Brücken zerstören, Flugzeuge konsequent zerlegt werden und die Zerstörungsorgie in vollem Lauf ist, entwickelt der Film genau das Feeling, welches man sich als Fan des fünften Teiles nur erhofft hat. Über das mehr als schwachsinnigen Drehbuch braucht man per se eigentlich keine Worte verlieren, die Story ist hohl, die Figuren nach wie vor überstilisierte Abziehbildchen heroischer Männerträume, doch wo „Fast and Furious 5“ seine zweistündige Laufzeit ohne jeden Durchhänger von Anfang bis Ende problemlos ausfüllen konnte und die Adrenalinspritze nie an ihr Limit gelang, besitzt „Fast and Furious 6“ zwischenzeitig einfach zu viel Leerlauf, der die Überbrückung von einer fulminanten Sequenz zur nächsten viel zu deutlich in den sich streckenden Fokus rückt. [...]

Kritik im Original 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

VisitorQ

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wrumm wrumm


SoulReaver
über Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben

3.0Schwach

John McLane hat seinen Zenit bereits seit einigen Jährchen überdeutlich überschritten. Mit dem fünften Teil der „Stirb langsam“-Reihe gibt sich der alte Sack nun endgültigen den Gnadenstoß in Richtung kinematographische Krypta. Vom Charme, den nonchalanten One-Linern und der durchaus vorhandenen Menschlichkeit des Erstlings ist schon lange nichts mehr übrig. Hier darf McLane mal wieder ballern bis der Gewehrlauf explodiert, mit dicken Karren durch Russland brettern und während nebenbei alles in Schutt und Asche gelegt wird, weckt er die vergessene Vaterliebe in seinem grummeligen Sohnemann ebenfalls wieder auf, um schließlich in einem ekelhaft amerikanischen Finale zu munden, wie es Roland Emmerich in seinen feuchten Träumen nur zu gerne zelebriert. Klar, als Action-Film im Ostblockmantel ist „Stirb langsam 5“ schon wirklich schlecht, wenn man sich dann nochmal in Erinnerung ruft, dass das Action-Franchise immerhin 2 großartige Genre-Vertreter in den eigenen Reihen besitzt, wird John Moores Rohrkrepierer zur echten Blamage. Gelungen ist hier halt gar nichts und Bruce Willis' Coolness ist schon lange nicht mehr die, die sie einmal war. Das wird hier überdeutlich.

21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

CinemaForever (SoulReaver)
über Basic Instinct

7.0Sehenswert

»Well, she got that magna cum laude pussy on her that done fried up your brain!«

Makellos das Antlitz, kollidieren in Sharon Stones blauen Augen Irrsinn, Verführung und Kontrollzwang, der ihre Catheringe Tramell zum männerfressenden und allen überlegenden Vamp werden lässt. Onkel Paul hatte auf dem Regiestuhl sichtlich Freude an der Inszenierung des verruchten Neo Noir und entwirft ein kaleidoskopisches Whodunit, in dem alle Männer darauf warten, die flüsternde Knospe der Weiblichkeit zu ernten, um sich dadurch haltlos in ein lüsternes Netz aus Obsessionen, Paranoia, abgründiger Manipulation und eruptiven Sex zu manövrieren. Und Sex ist das Stichwort: Berauschte Blicke wanken durch den Zigarettenqualm und verlieren sich langsam aber sicher im Schoß der unantastbaren Femme Fatale. Kein Wunder also, dass sich Michael Douglas mit pochender Dauerlatte durch Verhoevens Bumsoper actet und sich sein Detective Nick Curran auch gerne mal den Rücken beim ultimativen Jahrhundertfick zerkratzen lässt. Aber neben dem ganzen Gebumse, den Fesselspielchen und der Zungenakrobatik (über und unter der Bettdecke) stellt sich die Frage, wo zwischenmenschliche Gewalt beginnt und seelische Herrschaft endet. Auf wirklichen Tiefgang darf man zwar nicht hoffen, großartig ist diese stilsichere und erotische Thriller-Sause aber allemal.

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stuforcedyou

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Das Kuscheln hält ihn nicht vom zack, zack, zack und *zzzzzzz* ab. Egal wie passiv du bist.


Moncineo

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Hach du meeeiiiine Güte, was wird mein Bildschirm plötzlich so waaaarm? ;)


SoulReaver
über Oh Boy

8.0Ausgezeichnet

Allerweltsprobleme erglühen hier in einem so einmaligen Licht, und doch erkennt man sich und die verschiedensten Situationen aus dem eigenen Leben in unzähligen Nuancen und Augenblicken wieder. Die Melancholie geschwängerten Schwarz-Weiß-Aufnahmen der facettenreichen Großstadt begleiten „Oh Boy“ so herrlich angenehm und stimmig von einem Fleck zum anderen und dem wunderbaren Tom Schilling als Niko Fischer dabei zuzusehen, wie er eigentlich nur eine Tasse Kaffee trinken möchte, dadurch aber in eine lakonisch-sympathische Odyssee der ganz besonderen Sorte stolpert, ist einfach ein zwischen bedachten Späßchen und leichtherziger Introversion angesiedelter Hochgenuss. Manchmal fühlt sich „Oh Boy“ wie eine unaufgeregte Reise durch die Zeit an, in der liebenswerte Stationen der Vergangenheit noch einmal aufatmen dürfen, gleichzeitig jedoch muss es doch immer weiter in Richtung Zukunft gehen. Menschen kommen und gehen, schwadronieren und verstummen; Berlin Tag und Nacht – Nur in niveauvoll.

28 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten

SoulReaver

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Muss sehen ebenfalls auch! Moment...


Ben Kenobi

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Endlich nachgeholt! Und endlich mal ein Film, der hält was die Kritiker versprechen. Nice.


SoulReaver
über Das weisse Rauschen

7.5Sehenswert

[...] Wenn sich »Das weisse Rauschen« auf seinen Abschluss zubewegt, verliert er stellenweise genau die erdrückend-ehrliche Authentizität, die den Film zum Großteil ausgezeichnet hat. Passagen zerfasern sich, treten auf der Stelle, lassen das Interesse am Werdegang von Lukas aber in keinem Fall verschwinden, dafür ist der Umgang mit seiner Person und der paranoide Schizophrenie zu praxisnah und veritabel. Ab einem bestimmten Punkt wird hier deutlich, dass leichte Anzeichen auf Besserung nur blinde Trugschlüsse sind und für Lukas nur noch ein Leben in Isolation infrage kommt; das weisse Rauschen verlässt den Ring als Sieger. Wenn ein Film es also schafft, die konträren Situationen - Die Reizüberflutung des Land-Stadt-Wechsel - seiner Hauptfigur so treffend in die Wahrnehmungsstörung nach dem Halluzinogengebrauch (HPPD) einzuweben, auszuarbeiten und allgemein zu thematisieren, dann hat das schon Lob und Anerkennung verdient.

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Andy Dufresne

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Punktgenau!


SoulReaver
über Sommersturm

6.5Ganz gut

»Darf ich jetzt kein Mädchen mehr küssen, nur weil ich schwul bin?«

Schönes, zumeist glaubwürdiges und ebenso taktvolles Kino aus Deutschland, in dem Homosexualität mal nicht als postpubertärer Zündstoff für derbe Plattitüden ausgeschlachtet wird, sondern gerne genau den richtigen Ton anschlägt und zeigt, wie schwer es sein kann, in einer von homophoben Vorurteilen dirigierten Umgebung seinen eigenen Gefühlen Freiheit zu gewähren; Verdrängung ist da eben ein neuer Antrieb, der die Gewissenhaftigkeit der sexuellen Orientierung nur verfestigt. Sicher ist „Sommersturm“ weit weg von der reflektiert-diffizilen Klasse eines „Brokeback Mountain“ und hin und wieder erlaubt sich der Film den ein oder anderen flachen wie klischeehaften Que(e)rschläger, doch am Ende bleibt die zwischenmenschliche Botschaft deutlich auf der Habenseite: Natürlich zerbrechen echte Freundschaften im Falle eines solchen Coming Out nicht und nur wer zu sich selbst steht, kann mit offenem Herzen durch die Welt schreiten, auch wenn so manche Liebeleien unerfüllt bleiben.

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