Tobias - Kommentare

Alle Kommentare von Tobias

  • Irgendwie wird Wes Anderson für mich immer mehr zu einer Art Leinwand-Hergé und seine Filme werden immer Tim&Struppiesker. In a good way. "The Grand Budapest Hotel" fühlt sich für mich an wie die gelungene filmische Umsetzung eines "Zigarren des Pharao": herrlich kosmopolitische Abenteuergeschichte, verwunschene exotische Schauplätze, wunderbar kauzige und überzeichnete Charaktere. Das ganze wunderlich altmodisch staubig und gleichzeitig neumodisch radikal inszeniert.

    9
    • Großartige neue HBO Serie von dem unglaublich talentierten Regisseur von "Sin Nombre". "Twin Peaks" meets "The Ususal Suspects" meets "Bad Lieutenant". Episode 4 ist das intensivste, rasanteste und krasseste Stück TV, was ich seit den letzten Breaking Bad Folgen gesehen habe. Matthew McConaughey ist beängstigend gut. Der bessere Christian Bale, irgendwie. Diese Serie geht stumpf und rostig unter die Haut.

      14
      • Wunderbar treffend zusammengefasst von Le Samourai: "Nouvelle Vauge trifft Woody Allen, trifft Oh Boy". Toller Film, tolle Grete, tolle Atmosphäre, tolle Beschreibung des Erwachsenwerdens - irgendwo zwischen leichtfüßig und schwermütig.

        6
        • Tarrantinos Spaß am Inszenieren und Zitateschleudern ist ansteckend. Ganz großes Tarrantino Kino, allerdings gute 20 Minuten zu lang.

          4
          • Ziemlich enttäuschend. Sehr Sat1-mäßige, große TV-Movie-Produktion, mit einer vom Schicksal durchgeschüttelten Wohlstandsfamilie und einem zweifelhaften Happy End. Das Ausmaß der Katastrophe, das Schicksal Thailands und der unzähligen gesichtslos bleibenden Nicht-Touristen bleibt völlig unverhandelt. Und das Ende ist nahezu zynisch.

            7
            • Sehr eindrucksvoll. Aber auch mächtig Herzogisch-manipulativ.

              1
              • Liebenswert misslungener Film.

                5
                • Großartig. Keyser Soze ist im Weißen Haus angekommen. Intrige, Manipulation und Skrupellosigkeit in höchster Kunstform mit atemberaubender Anmut. Halb durch die Staffel, schwer begeistert.

                  9
                  • Die Geschichte der größten Skate-Legenden aller Zeiten, den nice guys, den boy scouts des Skateboarding, den Erfindern des Ollie Pop. Peralta hat wieder einen tollen Film abgeliefert. Und wenn die Legenden, mittlerweile Ende 40, am Schluss des Films, Tränen in den Augen haben, wenn sie darüber sprechen, wie sie eine Jugendbewegung inspiriert haben, die heute größer ist als jemals zuvor, dann ist das schon irgendwie epic.

                    4
                    • Ein besonderer Film. Zauberhaft, aber nicht berührend. Fulminant in seinen Bildern, aber immer distanziert. Die ganze Optik wirkt so surreal, dass der CGI-Tiger im Verhältnis hundertprozentig echt aussieht (klasse Trick). So ein Buch hatte man vorher noch nie gelesen. Und so einen Film habe ich auch vorher noch nie gesehen. Schwer zu beschreiben, vielleicht am ehesten mit tschechischen Märchenfilmen zu vergleichen. Aber eben auf technischen und optischen Steroiden...

                      6
                      • Hochgebuzzt und auf Erwartungs-Steroiden, habe ich mich lange gar nicht getraut "Avengers" anzusehen. Doch dann: tolles Feuerwerk. Mächtige Action, schauspielerische Meisterklasse, sich selbst nicht zu ernst nehmend, spannend und rasant. Ein super Superhero-Film für jedermann. Tollste Popcorn Unterhaltung.

                        5
                        • Ich mag kaum wiederholen, dass Homeland eine zeitgemäße Version von 24 ist. Nicht ganz so nervenaufreibend, dafür mehr Drama, mehr Zeit für seine Charaktere, mehr Psychologie, so wie man das von den großen Drama-Serien wie The Wire, Sopranos oder auch von Mad Men kennt. Die beiden Hauptfiguren, Carry und Sergeant Brody sind sensationell und bislang nicht gesehen. Einige Nebenfiguren sind ebenfalls für die Ewigkeit. Insgesamt hätte ein bisschen mehr 24 Spannung und Rasanz dem ganzen gut getan. Dafür zieht die erste Staffel dann in den letzten drei Episoden richtig an. Zurecht gefeiert. Bin gespannt auf Staffel 2.

                          3
                          • Wes Anderson knüpft - Gottseidank - wieder an seine besten Filme wie "Rushmore" oder "Royal Tenenbaums" an und schafft eine atmosphärische, nostalgische Rückblende auf die Kindheit, wie es kein anderer Regisseur vermag. Kindliche Ernsthaftigkeit wirkt darin zugleich wundervoll komisch, quirky, aber doch viel wahrhaftiger als alles, was die Erwachsenenwelt zu bieten hat. Wes Anderson verrennt sich aber in "Moonrise Kingdom" nicht - wie in den meisten seiner letzten Filme - in nerdigen Details, Staffage und Ausstattungsdetails, sondern zeigt eine überzeugende Liebe für seine Charaktere - nicht nur für die Dinge. Und das ist für mich, was einen guten Wes Anderson Film ausmacht. Große Freude.

                            8
                            • Sehr schöne Liste. Mir würde noch Rushmore oder Royal Tenenbaums fehlen und vielleicht noch Submarine. Aber eine sehr schöne Liste.

                              • Das Problem dieses Films ist, dass man Charlize Theron einfach nicht mag. Und deshalb überhaupt nicht mit ihr leidet. Und das ist schonmal eine schlechte Vorraussetzung für eine solche Geschichte. Einzig die ungleiche Beziehung zu dem zum Krüppel geschlagenen Geek Matt (großartig: Patton Oswalt) erzeugt Mitgefühl und Sympathie. Aber die trägt leider nicht durch die ganze Geschichte. Charlize Theron spielt Mavis Gary einfach zu überzeugend unausstehlich. Aber so berührt einen der Film trotz interessanter Idee und guter Absicht einfach gar nicht.

                                4
                                • Ein sympathischer Film, der von der Wärme und Empathie von Jason Segal und Susan Sarandon lebt. Quirky und ein bisschen schräg. Aber sehr liebenswert.

                                  6
                                  • Was für eine bezaubernde Dokumentation. Es geht um Jiro, mit 86 Jahren einer der ältesten Sushi Meister Tokos - und zudem mit drei (!!!) Michelin Sternen der höchst dekorierte. Jiro macht beständig und jeden Tag das beste Sushi Japans. Und perfektioniert seine Kunst jeden Tag, mit jeder Wiederholung, ein bisschen mehr.

                                    Besessen? Ja, kann man sagen. Aber auf jeden Fall faszinierend zu sehen. Und auch ein bisschen dramatisch, wenn man Jiros Sohn (55), dem immer währenden Azubi, in die traurigen Augen schaut, die sich eine Zukunft herbei sehnen, in der er endlich das Restaurant seines Vaters übernehmen kann. Und aus seinem Schatten treten darf.

                                    4
                                    • Vinterberg is back. Vierzehn Jahre nach "Das Fest" und einige belanglose Filme später ist Vinterberg wieder auf dem Level angekommen, auf dem er den wichtigsten Dogma-Film überhaupt gemacht und eine ganze Bewegung angeschoben hat.

                                      "Jagten" ist ein meisterhafter Film über die Kraft von bösen Gerüchten, die ein liebenswertes, kleines dänisches Dorf in einen Lynchmob verwandeln. Dabei gibt es kein Gut und Böse, sondern jeder versucht in seinen Limitierungen einfach nur das Richtige zu tun. Und das schaukelt sich unaufhaltbar ins Falsche hoch.

                                      Dieser Film geht an die Substanz. Und Mads Mikkelsen verdient für diese Performance die größten Preise der Filmkunst. Er ist großartig. Absolut großartig.

                                      21
                                      • Vielleicht der körperlichste Film des immerzu körperlichen Jacques Audiard. Das Schicksal haut immer wieder drauf, auf diese ungewöhnliche Liebesgeschichte zweier verzweifelter aber kämpferisch zäher Außenseiter. Immer wieder drauf.

                                        Das ist unglaublich intensiv, teilweise körperlich anstrengend, aber auch sehr berührend. Und zwischendurch so romantisch wie "Bonnie und Clyde" oder "Wild at Heart".

                                        Der neue Audiard, der in Cannes gut aber nicht überschwänglich aufgenommen wurde ist nicht so großartig wie "Ein Prophet" - eher in der Liga von "Tödliche Bekenntnisse", aber immer noch absolut sehenswert. An der Kinokasse in Frankreich ist er zudem schon nach wenigen Tagen ein großer Erfolg gewesen. Die Franzosen lieben Audiard mehr und mehr. Und Marion Cotillard sowieso.

                                        7
                                        • über Liebe

                                          Ein absolutes Kammerspiel-Meisterwerk, das die verschiedenen Ebenen der Hilflosigkeit zeigt, die unsere moderne Gesellschaft, wir alle und jeder einzelne von uns gegenüber dem Tod verspüren. Diese Hilflosigkeit ist der Grund für eine unglaublich traurige Einsamkeit, die in unserer Gesellschaft kommt und um sich greift, bevor der Tod kommt.

                                          13
                                          • Großartiger Abschied vom klassischen Western hin zum Spätwestern. Mächtiger Pathos, düster lyncheske Peckinpah-Atmosphäre und Männerfreundschaft überalles. Großer Spaß.

                                            1
                                            • "Mad Men" meets "Good Night and Good Luck"

                                              Temporeiche BBC Miniserie um das junge Redaktionsteam der investigativen Nachrichtensendung "The Hour" im England des Kalten Krieges. Eine interessante Dreiecksbeziehung, eine spannende Agentengeschichte, das ganze wunderschön inszeniert, toll besetzt und in geistreich süffisanten Dialogen erzählt.

                                              Manchmal ein bisschen zu viel Soap Opera. In den Thrillermomenten richtig, richtig gut. Immer kurzweilig, intelligent und stylish.
                                              Durchaus sehenswert. Und was die BBC so in letzter Zeit an Serien rausbringt: bemerkenswert.

                                              5
                                              • So toll es auch ist, den großen Michael Caine in dieser Rolle als verletzlichen Rentner auf Vendetta Kurs zu sehen: die Darstellung der Jugendkriminalität in dieser trostlosen britischen Sozialsiedlung ist so holzschnittartig, vereinfacht, schwarz/weiß gezeichnet, dass sogar die psychologischen Motive der Zombies in "Walking Dead" im Vergleich mehr Tiefgang haben. Zombies haben zumindest ein klares Motiv.

                                                Mag sein, dass die Gewalt um ihn herum aus der subjektiven Sicht des verschreckten Rentners so aussieht. Dass die Dealer, Junkies und gewaltbereiten Hooligans in dieser Sicht aber völlig entmenschlicht werden, macht die Story nicht spannender, die Gewaltbehauptungen nicht realistischer. Und die 97 Minuten auch nicht kürzer.

                                                6
                                                • 15. Tolle Liste, 24 more to go.... ich sach ma *träller* Woch---hen--Ende!!!! ;-)

                                                  • Auch großartig in der BBC Miniserie "state of play". Auf dass seine karriere jetzt erst richtig losgehe! Würde John Simm gerne viel häufiger sehen. Er erinnert mich ein bisschen an den alten Trainspotting-Begbie - nur weniger uffjeregt, nüchterner und smarter. Er steckt auf jeden Fall Russel Crowe in der Rolle sowas von in die Tasche...

                                                    5