Trevedas - Trevedass Kommentare zu Filmen

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Trevedas
über The Expendables

5.0Geht so

Ach, es hätte alles so schön werden können…
In einem Old School Actioner treffen wir alte Bekannte, muskelbepackte Ein-Mann-Armeen, die den bösen Buben den Arsch versohlen und dabei Sprüche am laufenden Band klopfen. Die Idee von Action-Haudegen Sylvester Stallone war ja wirklich löblich und der letztlich zusammen gewürfelte Cast in Verbindung mit der Prämisse wirklich sehr verheißungsvoll, gerade für Fans der testosterongetränkten 80s und 90s Actioner. Aber am Ende ist eine halbgare, leidlich unterhaltsame Fast-Nur-One-Man-Show daraus geworden, der es an jeder Ecke an natürlichem Humor und Selbstironie mangelt. Stallone fehlt jeglicher Witz, geschweige denn Ironie. Anstatt ein spaßiges Wiedertreffen mit Actionlegenden zu organisieren, veranstaltet er eine fade Selbstbeweihräucherung, bei der die meisten Nebendarsteller nur glänzendes Beiwerk sein dürfen. Zwar bekommt Statham ein wenig mehr Screentime und Bedeutung, genau so wie Jet Li einen kurzen Martial-Arts-Moment bekommt, ebenso wie Terry Crews bei der finalen Schlacht exzessiv rumballern darf, aber im Endeffekt ist das doch einzig und allein auf Stallone zugeschnitten und die eben genannten Versuche einer Andeutung, dass es tatsächlich ein Ensemblefilm ist, verpuffen kläglich. Da ist es rückblickend auch nicht verwunderlich, dass der ursprünglich geplante Cast nicht zustande gekommen ist, da u.a. JCVD, Wesley Snipes und Kurt Russell abgesagt haben. Ohne echten Drive, Humor, Ironie, Spaß, sondern mit einem verkrampft ernst wirkenden Grundton und viel bedeutungsschwangerem Gerede wurschtelt sich der Film durch die zu lange Laufzeit. Natürlich sind die Actionszenen gelungen, insbesondere der Gewaltgrad ist erfreulich kompromisslos, genau so wissen die Choreographien zu überzeugen, wenn man ihnen auch folgen kann, denn die teils hektische Kameraarbeit erschwert das Ganze. Doch all die positiven Aspekte können nicht darüber hinwegtrösten, dass am Ende ein etwas misslungener und enttäuschender Actioner aus dem so mit viel Potential behafteten Projekt geworden ist. Einen Pluspunkt fährt natürlich die Szene in der Kirche ein, bei der Stallone auf Willis und Äktschn-Arnie trifft. Wobei auch da so wunderbar deutlich wird, was Stallone im Gegensatz zu den weitaus beliebteren Actiongöttern Willis und Schwarzenegger fehlt - nämlich der bereits erwähnte Humor und die Selbstironie. Sollte also jemand irgendwann wieder die Idee eines solchen Ensemblefilms haben, dann sorgt bitte dafür, dass es auch ein Ensemblefilm wird, engagiert einen fähigen Actionregisseur und lasst nur Leute an das Projekt, die über sich selbst lachen können.

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karma-karman

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Genau das hat mir ebenfalls missfallen, nämlich dass der Film sich viel zu ernst nimmt. An sich ein guter Actionkracher, aber bei dem Projekt und bei den kultigen Darstellern hätte ein bisschen Selbstironie nicht geschadet. So ist der Film unterm Strich leider absolut nichts besonderes und bei weitem nicht der Superfilm, als der er angepriesen wurde...


Trevedas
über Wie ein einziger Tag

9.0Herausragend

Natürlich ist das Kitsch hoch zehn. Auf dem Niveau von Titanic, angesichts der Schlussszene vielleicht sogar darüber hinaus. Aber wenn dieser Kitsch einem so offensichtlich und mit einer nicht anders als wunderschön zu bezeichnenden Geschichte ins Gesicht geschmettert wird, Schauspieler wie James Garner, Rachel McAdams und insbesondere Ryan Gosling und Gena Rowlands so unfassbar gut aufgelegt sind, dann kann man fast gar nicht anders als den Film zu mögen. Kitsch an sich ist eigentlich ein Grund um abzuschalten, hier wird man von ihm aber so dermaßen überrollt, dass einem gar keine andere Wahl übrig bleibt, als bis zum Schluss mit den Protagonisten mit zu fiebern.

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Trevedas
über Unter Kontrolle

8.0Ausgezeichnet

Ein Mini-Lynch. Einzelne Merkmale des großen Meisters finden sich auch in der Arbeit seiner Tochter wieder. Natürlich ist das stilistisch bei weitem nicht auf dem Niveau des Vaters, aber immerhin besser als bei ihrem Regiedebüt (was jetzt auch keine große Leistung darstellt) und insgesamt durchaus beachtlich. Inhaltlich gibt es mehr oder weniger eine weitere Variation von RASHOMON zu bestaunen, in der ein bestimmter Tathergang aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Das Potential daraus schöpft der Film aber leider nicht aus, denn schlussendlich ist das nur ein banales Puzzlespiel geworden ohne die Thematik der subjektiven Wahrnehmung wirklich aufzugreifen. Nichtsdestotrotz ist das sehr spannend was Frau Lynch hier fabriziert, hauptsächlich liegt das zwar nur daran, weil man als Zuschauer wissen möchte, was denn nun eigentlich passiert ist, aber dennoch steigt die Spannungskurve bedächtig und kontinuierlich nach oben bis zum Siedepunkt am Ende. Und für diesen unerwarteten und sehr gelungenen Twist verdient sich die weibliche Lynch auch ein paar Bonuspunkte. Wobei mir da - ohne zu viel vorweg zu nehmen - schon ein wenig die letzte Konsequenz gefehlt hat, bezüglich der Überlebenden. Aber sei's drum, ein spannender Thriller mit geglücktem Twist ist es auf jeden Fall geworden. Und das kommt ja leider selten genug vor.

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Trevedas
über Tödliches Kommando - The Hurt Locker

8.5Ausgezeichnet

Bigelow macht vieles richtig, aber leider nicht alles. Sie nimmt ein ausnahmsweise mal nicht ausgelutsches Kriegssetting und inszeniert damit nervenaufreibende Szenen und Situationen, in denen sich der von Jeremy Renner überraschend gut gespielte Protagonist in seiner Sucht nach Adrenalin auf ein riskantes Duell gegen zu entschärfende Bomben einlässt. Als Zuschauer ist man durch die dichte, teils fast schon dokumentarisch angehauchte Inszenierung mitten drin statt nur dabei (2€ dafür ins Phrasenschwein). Diese Szenen wiederholen sich zwar oft und laufen mehr oder weniger immer gleich ab, verfehlen ihre Wirkung aber auch beim dritten oder vierten mal nicht, auch wenn gewisse Abnutzungserscheinungen mit zunehmender Laufzeit immer offensichtlicher werden. Der Nachteil an dem Ganzen besteht aber auch darin, dass die "Pausen" zwischendrin den Erzählfluss nicht sonderlich fördern, eher im Gegenteil. Daher kommt der Film seltsam unharmonisch, ergo nicht dauerhaft unterhaltsam, daher, bewirkt auf der anderen Seite aber auch, dass man sich dadurch in einer ähnlichen Situation befindet wie der Protagonist selbst, nämlich wie ein Drogensüchtiger wartend auf den nächsten Schuss. In dem Falle des SSG ist dies sein persönlicher Kampf gegen die Bomben, in unserem Fall als Zuschauer sind es die hoch spannenden Bombenentschärfungsszenen. Blöderweise ist der Film allerdings nicht frei von typischen Kriegsfilmklischees - das ist ärgerlich und auch unnötig, aber davon ab ist das ein wirklich gelungener Kriegsthriller geworden, der auch zu Recht den Oscar vor Avatar abgeräumt hat.

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Trevedas
über Roller Girl – Manchmal ist die schiefe Bahn der richtige Weg

7.5Sehenswert

Nüchtern betrachtet bedient sich Barrymores erste Regiearbeit nur an üblichen Motiven prototypischer Indie-Streifen und paart diese mit den immer gleichen Motiven verschiedener Sportfilme. Da gibt es hier coole Indie-Mucke im Hintergrund zu hören und dort übliche Nerd- und Außenseiterrollen zu bestaunen. Die routinemäßige und immer gleich ablaufende Liebesstory darf natürlich genau so wenig fehlen wie die frechen und fetzigen Sprüche und Dialoge. Umrandet wird das durch das immer wiederkehrende Up and Down im Sportbereich. Und zu guter Letzt steht dann auch noch Ellen Page alias Juno im Mittelpunkt des Ganzen. Die wiederum wärmt im Prinzip auch nur ihre zu Recht hoch gelobte Rolle noch mal auf. Dass daraus jetzt kein ödes Abziehbild geworden ist hängt natürlich auch damit zusammen, dass die Indie-Mucke immer noch klasse ist, die Charaktere immer noch liebenswert sind, die Sprüche und Dialoge immer noch haargenau sitzen und die Nebendarsteller immer noch gut agieren. Aber hauptsächlich funktioniert der Film natürlich dadurch, dass eben Ellen Page in einer maßgeschriebenen Rolle mitspielt und die kleine Kanadierin ist über jeden Zweifel erhaben. Zudem sticht aus der tollen Nebendarstellerriege Andrew Wilson als bärtiger und etwas seltsamer Trainer des Frauenteams heraus und liefert eine kleine, großartige Leistung ab. Warum der Film darüber hinaus ebenfalls wunderbar funktioniert und Spaß bereitet, lässt sich auch an der Wahl der Sportart festmachen, denn hier gibt es kein schon tausendfach gesehenen Football, Fußball, Baseball etc. zu sehen, sondern das exotische Roller Derby, was eine wohltuende Abwechslung darstellt. Schlussendlich auf der einen Seite zwar nur ein weiterer Malen-nach-Zahlen Indie-Film, auf der anderen Seite aber auch ein ziemlich guter und unterhaltsamer Malen-nach-Zahlen Indie-Film.

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Trevedas
über Eine Frau unter Einfluß

10.0Lieblingsfilm

Ein Monster von einem Film. Unfassbar weit entfernt von "unterhaltsam", aber trotzdem ungemein fesselnd.

Vorneweg sollten die famosen Darstellerleistungen gelobt werden, denn eben auf die Schauspieler legt Cassavetes am meisten Wert, was hier mehr als deutlich wird. Peter Falk ist großartig wie immer, keine Frage, aber was Gena Rowlands mit dieser Performance zu schaffen vermag, kann man gar nicht genug würdigen, geschweige denn adäquat in Worte fassen. Die folgenden Lobhudeleien für ihre Leistung klingen zwar abgedroschen und hat man so auch öfters in Kritiken für diverse andere Filme gesehen, aber in der Tat spielt Gena Rowlands nicht Mabel Longhetti, sondern sie ist diese scheinbar verrückte, im tiefsten Inneren unterdrückte Ehefrau, mit Leib und Seele und beides setzt sie bei ihrer Darstellung mit einer so ungeheuren und für mich in dieser Form nie dagewesenen Intensität und Authentizität aufs Spiel, dass es einen förmlich zerreißt.

Aber auch der Film an sich ist für Zuschauer und Protagonisten gleichermaßen einer anstrengende, nervenzerreißende Achterbahnfahrt. Man steigt also in eben jene Achterbahn ein und lässt sich nach oben fahren, anfangs ist man noch entspannt, aber je höher man steigt, desto unruhiger und nervöser wird man, weil der erste Abgrund immer näher kommt. So, oder so ähnlich im Film. Je mehr man von diesen zunächst "normalen" Ehepaar zu sehen bekommt, desto mehr werden die offensichtlichen Probleme der beiden aufgetürmt bis der erste Abgrund, der erste kleine Zusammenbruch dieser labilen Ehefrau ein kleines Erdbeben auslöst. Ab diesem Zeitpunkt gibt es, genau wie in der Achterbahn, kein Weg zurück. Es geht hoch und runter, kleine Segmente, in denen man eine kurze Verschnaufpause bekommt, in denen scheinbar die offenen Risse gekittet werden können, erscheinen genauso schnell, wie sie wieder wegziehen. Und wenn es zum Schluss danach ausschaut, als habe man die Achterbahnfahrt doch letzten Endes halbwegs unbeschadet hinter sich, wird man durch eine letzte, gnadenlose und unausweichliche Kurve kräftig durchgeschüttelt. Nichtsdestotrotz wird man die Fahrt irgendwie überstehen, die bleibenden Narben werden jedoch nicht mehr zu reparieren sein.

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Trevedas
über I saw the Devil

9.0Herausragend

Drehen wir die Uhr ein wenig zurück. Kim Ji-woon, einer der Big-4-Regisseure Südkoreas, kündigte einen neuen Film an. Es sollte ein Rachethriller werden und Lee Byung-hun durfte wieder eine Titelrolle spielen. Allein deswegen kann einem schon das Wasser im Mund zusammenlaufen. Als dann noch Choi Min-sik aka Oh Dae-su aus OLDBOY nach langjähriger Theaterpause für das Projekt bestätigt wurde, konnte man sich vor Freude schon mal in die Hosen machen. Allerdings sind manche Dinge ja auch zu schön um wirklich wahr zu sein. Nun, der Film ist jetzt tatsächlich Realität geworden, nichtsdestotrotz ist nicht das erwartete Non Plus Ultra dabei herausgekommen. Das mag vielleicht auch an den ultrahohen Erwartungen liegen, die, egal wie man sich dagegen wehrt, immer dazu führen, dass man einen Film anders sieht und weitaus mehr auf Kleinigkeiten oder Banalitäten achtet. So kommt es auch, dass ich beim Anschauen des Films übergenau jede einzelne Szene betrachtet habe und so entdeckt man freilich hier und da ein paar Fehler. Aber trotz der vielen kleinen Fehler, darunter die minimale aber doch leicht spürbare Überlänge als bedeutendster, des neuen Werks von Meisterregisseur Kim Ji-woon, ist das am Ende ein herausragender Rachethriller geworden, der mit Leichtigkeit so ziemlich alle Artgenossen der letzten Jahre gekonnt hinter sich lässt.

Wie für Ji-woon typisch, besticht auch dieser Film durch edle Sets und eleganter Kameraführung. Wobei Kim aufgrund der düsteren, dreckigen Thematik beide Stilmittel auf ein angemessenes Maß heruntergeschraubt hat, sodass die Sets nicht so edel sind wie bei BITTERSWEET LIFE und die Kamera nicht so elegant geführt wird wie bei THE GOOD, THE BAD, THE WEIRD. Ausnahmen bestätigen aber zum Glück die Regel, sodass bspw. bei einer furiosen Messerstecherei in einem Auto die Kamera wieder rasant durch das Treiben führt. Neben dieser typischen Handschrift Ji-woons findet sich aber auch eine weitere, generell asiatische Handschrift im Film wieder, nämlich eine doch recht explizite Gewaltdarstellung. Wo andere die Kamera wegschwenken, hält Ji-woon knallhart drauf. Man sieht u.a. das Durchtrennen der Achillesferse, das Einschlagen mit einem Stahlrohr auf den menschlichen, (weiblichen) Schädel und diverse andere Ekligkeiten. Jedoch verkommt diese Darstellung hier glücklicherweise nie zum Selbstzweck. Sie führt durch die drastische und authentische Inszenierung eher dazu, dass man förmlich mitleidet, wohlgemerkt mit dem psychopathischen, hassenswerten Serienmörder, während man sich beim Anblick mancher gnadenloser Foltermethoden vom eigentlichen Rächer langsam abwendet.

Inhaltlich bietet I Saw the Devil (und hier könnte man sich wunderbar auch darüber auslassen, ob es nun „Ich sah den Teufel“ oder „Ich zersäge den Teufel“ heißt) ein überaus raffiniertes und niederschmetterndes Katz- und Mausspiel, eingebettet in einer tristen, pessimistischen Welt. Da wird eine Frau in der Nacht bewusstlos gekloppt und später bestialisch ermordet. Der Täter ist ein vollkommener Psychopath und der Verlobte der Ermordeten sinnt nach Rache, serviert in mehreren Akten. Hat man anfangs noch irgendwo Sympathie für den innerlich gebrochenen, verfallenen Polizist übrig, der seine Wut über den Verlust seiner Verlobten durch Rache kanalisieren will, so wird das mit zunehmender Dauer und Folter seltsamerweise schwieriger. Denn ähnlich wie sich der scheinbar gute Protagonist später selbst fragen wird, hinterfragt man als Zuschauer spätestens nach der zweiten oder dritten Foltereinheit, was die Rache ihm eigentlich bringen soll. Seine Verlobte wird dadurch nicht lebendig. Trost findet er dadurch auch nicht. Seine Wut baut er ebenso nicht ab, im Gegenteil sie steigt noch. Genauso verspürt er scheinbar keinerlei Befriedigung bei seiner Rache. Kühl, kalt und berechnend geht er vor. Er weiß genau wo und wie er sein Gegenüber foltern kann und hat seine Rache sehr genau geplant. Er ist kein typischer, heroisierter Rächer aus einem plumpen Hate & Revenge-Klopper. Nach dem Tod seiner Verlobten scheint er nach und nach immer mehr Teile seiner nach außen hin normal scheinenden Fassade zu verlieren. Daher taugt er auch mit zunehmender Laufzeit immer weniger als Sympathiefigur. Das ist umso erstaunlicher wenn man sich sein Gegenüber, den Serienkiller, vor Augen führt. Dieser ist nämlich eine Antipathiefigur par excellence. Er geht ebenso berechnend und kalt vor wie der ihn jagende Gesetzeshüter, zeigt keinerlei Emotionen, während er auf unschuldige junge Frauen einprügelt, diese ermordet und später zerstückelt. Er zeigt keine Reue, kennt das Wort wahrscheinlich nicht einmal und personifiziert das pure, unerklärbare Böse.

Last but not least, seien die bereits ganz oben erwähnten Darsteller genannt. Lee Byung-hun spielt erneut ganz groß auf als eiskalter, nach Rache durstender und innerlich gebrochener Polizist, der völlig ohne Gewissensbisse seinen perfiden Plan der Rache verfolgt. Ihm in nichts nach steht der beängstigende Choi Min-sik, der hier als emotionsloser, abartiger Psychokiller zu Höchstform aufläuft und dem Bösen eine der hässlichsten Fratzen der letzten Jahre verpasst. Zweifelsfrei tragen die beiden diesen Film durch ihr intensives Schauspiel. Zusammen mit Kim Ji-woon auf dem Regiestuhl ist hier ein fesselnder, schockierender und kompromissloser Rachethriller entstanden, der generell durch den Grundtenor und besonders durch die letzte Szene nochmal wunderbar verdeutlicht, warum er nicht in einen Topf mit den üblichen Selbstjustizreißern gesteckt werden darf.

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JimiHendrix

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äußerst lesenswerter Kommentar, immer wieder gerne ;)


Trevedas
über Der Schmalspurschnüffler

9.0Herausragend

- "Hello, Marlene. Long time no see."
- "Hello, Louis. No see in long time. "

Wer "Eine Leiche zum Dessert" (Written by Neil Simon, Directed by Robert Moore) liebt, wird wohl auch dieses Sequel/Spin-Off (Written by Neil Simon, Directed by Robert Moore) mögen. Auch hier darf der wunderbare Peter Falk als Humphrey-Bogart-Verschnitt einen Sprüche klopfenden Macho-Detektiv spielen und dabei durch einen komplett logikfreien Plot wandern, der eine völlig wirre Mischung aus "Casablanca" und "Die Spur des Falken" darstellt. Zunächst muss er sich nach dem Tod seines Partners mit dessen Witwe, Sekretärin und einer geheimnisvollen Unbekannten herumschlagen und wenige Szenen später trifft er in einem Cafe nicht nur auf seine alte Flamme sondern auch auf böse Nazis.

- "I now know that what was, was, and can never be was again."

Hier ergibt, wie auch schon bei "Eine Leiche zum Dessert", nichts einen Sinn, aber dass soll es auch gar nicht, denn genau aus diesem sinn- und logikfreien Setting bezieht der Film seinen eigenen Charme. Zusätzlich sorgen das Aufeinandertreffen von skurrilen Charakteren in skurrilen Situationen mit skurrilen Dialogen in Verbindung mit der wahnsinnig hohen Gagdichte für dauerhaften Lachspaß. Dazu trägt auch der spielfreudige Cast bei. Zwar bekommt Peter Falk im Gegensatz zu "Eine Leiche zum Dessert" keine Unterstützung von Comedy-Giganten wie Peter Sellers oder David Niven, aber der Nebencast bestickt mit Namen wie Dom DeLuise, Louise Fletcher, Ann-Margret und Eileen Brennan lässt keine Wünsche offen. Die deutsche Synchro ist wie beim "Vorgänger" übrigens wieder ziemlich gut gelungen, da wieder nur wenige Witze ihren Sinn verlieren, auch wenn bei beiden Filmen natürlich nichts über die Originalfassung geht. Letztlich ein leider viel zu unbekanntes Comedy-Feuerwerk mit hohem Wiedersehensfaktor.

- "Tell me nothing happened. Even if you lie, I'll believe you."
- "Nothing happened."
- "It sounds worse than before."

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Trevedas
über Das Glücksprinzip

6.5Ganz gut

Ich würde den Film jetzt nicht als schlecht bezeichnen wollen, gut, also "richtig gut" ist er jetzt aber auch nicht. Denn am Ende schreit mir das Ganze dann doch zu sehr nach einem Oscar. Die Story möchte "wie aus dem Leben gegriffen" sein und ernst genommen werden, wirkt aber schlussendlich gekünstelt, gewollt und viel zu verträumt. Zudem wird mit zunehmender Laufzeit das Geschehen mit immer mehr Kitsch voll gepumpt, dass es zum Schluss eigentlich nur noch platzen kann. Was dann auch geschieht, denn das Ende lädt zum Wegschauen aufgrund unerträglichen Kitschs ein. Allerdings liebt Hollywood ja genau solche Geschichten. Also alles dann doch richtig gemacht. Auch mit dem Cast natürlich, denn den liebt Hollywood auch. Hier muss man dann aber mit dem Lob anfangen, denn die Schauspieler sind hier wirklich so fantastisch, dass sie eine Szene nach der anderen retten (alles können sie aber auch nicht retten). Und allein Kevin Spaceys Performance verdient mal wieder satte Extrapunkte. Es gibt da natürlich mehrere Szenen, in denen er zeigt, was für ein Ausnahmeschauspieler er ist, aber besondere Erwähnung sollte die Szene erfahren, in der Spacey über die Ursachen seiner Gesichtsverletzungen spricht, denn schauspielerisch war das Dargebotene einfach nur bombastisch und spielte in einer Liga, die der Film selbst nie auch nur annähernd erreichen konnte.

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Trevedas

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Yep, die Szene fand' ich auch großartig. :) Überhaupt mag ich bei Spacey die Szenen, in denen er mit seinen Rollen die harte Schale aufbricht, um etwas vom Inneren der Figur zu zeigen. Egal ob es jetzt die ernsten, tragischen Szenen sind, wo ein zerbrechlicher Kern sichtbar wird, oder die eher witzigen, charmanten Szenen, wo ein unsicherer und etwas tollpatschiger Kern sichtbar wird.


Sonse

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Tollpatschig? Dann magst du ihn sicher in "The Shipping News". :) Ich gebe zu, dass er mir als zynischer Smartass in seinen 90er-Filmen letztlich doch am liebsten ist, wie ich ihn eben entdeckt habe.


Trevedas
über Dead or Alive

0.0Hassfilm

Sicher, es ist von vornherein klar, dass das Ganze ein riesengroßer Blödsinn ist. Dementsprechend ist genauso klar, dass man hier nur seinen Spaß haben kann, wenn man mit ultra niedrigen, ich korrigiere, keinen Erwartungen an den Film ran geht. Er hätte bei mir also durchaus funktionieren können, da ich schon eine Schwäche für gewisse andere "Schrottfilme" habe. Und trotzdem rockt dieser No-Brainer einfach nicht. Im Gegenteil, er nervt einfach nur und das von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Der Film bietet zwar optisch, also optisch im Sinne von Titten, Arsch und Beine, so einiges für den Klischee-Mann, hilft aber am Ende auch nicht viel, wenn die besagten Titten, Arsch und Beine so unterirdisch spielen, dass sie einem damit physische Schmerzen zufügen können, weil man permanent das Bedürfnis hat, seinen Kopf irgendwo gegen zu hämmern, um aus diesem schauspielerischen Alptraum zu erwachen. Als Krönung gibt es dazu noch die wohl dümmlichsten Dialoge der letzten 20 Jahre zu bestaunen, die allesamt anscheinend aus den Mülleimern der Drehbuchschreiber für Norris-, Seagal-, Lundgren- und Van Damme-Filme zu kommen scheinen.

Aber darüber könnte man eventuell noch mit viel Wohlwollen hinwegsehen, wenn immerhin die Action- und Kampfszenen funktionieren würden. Aber auch hier ist es ein einziges Trauerspiel. Jede einzelne Szene muss so zwang- und krankhaft stylish sein, dass es nur noch weh tut, insbesondere bei den Kampfszenen, die mit so viel Style aufgepumpt sind, dass sie viel zu früh platzen.

Nee, sowas brauch‘ ich nicht, vor allem wenn es zur Vorlage für andere Beat 'em Up-Gameverfilmungen wird. Da hoffe ich doch, dass die bald kommende "Tekken"-Verfilmung es besser macht.

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Trevedas
über Ich bin Sam

0.0Hassfilm

Ein ziemlich schmieriger Film, der dem Zuschauer vorgaukelt, sich mit dem Leben eines geistig Zurückgebliebenen, seiner Rolle als Vater und den Auswirkungen auf das Kind zu beschäftigen, sich aber am Ende als manipulative und eklige Moralpredigt entpuppt.

Hier geht es also um den geistig zurückgebliebenen Sam, der eine siebenjährige Tochter namens Lucy hat, die er über alles liebt. So weit, so gut. Jetzt wird’s aber lustig, denn Sam hat, warum auch immer er das durfte, bisher ganz allein für seine Tochter gesorgt und sie erzogen. Jetzt denken sich die Behörden berechtigterweise, dass er als Vater gar nicht geeignet ist, aufgrund seiner geistigen Behinderung, also wollen sie Sam seine Tochter wegnehmen, zumal sich die Tochter auch weigert zu lernen, um nicht klüger zu werden als ihr Vater. Aber Sam möchte sie behalten und nimmt sich einen Anwalt.
Wer jetzt denkt, dass der Film das Thema objektiv und rational angehen würde, wird enttäuscht werden, schon allein deshalb, weil Sam von vornherein als typische Sympathiefigur, als der Gute in einem Gut gegen Böse-Film gedacht ist und dementsprechend dem Zuschauer auf äußerst penetrante Weise präsentiert wird. Das gleiche geschieht auch mit allen Figuren, die mit Sam in Verbindung stehen, denn allesamt sind echt dufte, sympathische Personen. Ganz schlimm in diesem Zusammenhang ist die Verbindung von Sam mit seiner Anwältin Rita, dessen zerrüttetes Familienverhältnis jesus-like von Sam wieder in die rechte Bahn gerückt wird. Nach dem Motto; folge Sam und alles wird gut.
Auf der anderen Seite gibt es aber natürlich auch die Personen, die bei den Behörden arbeiten oder auch der Staatsanwalt, der im Gerichtsprozess Sam als nicht geeigneter Vater darstellen will. Und diese Figuren werden hier als unsympathische Zeitgenossen präsentiert, als die Bösen, wie aus einem Gut gegen Böse-Film. Das ist umso ärgerlicher, weil hier die "Bösen" im Prinzip die einzigen sind, denen es wirklich nur um das Wohl des Kindes geht, während es den "Guten" nur um Sams Wohl geht.

Die Behörden und der Staatsanwalt stellen Sam berechtigterweise als ungeeigneten Vater hin, denn als geistig Zurückgebliebener, dessen IQ bereits unter dem seiner Tochter liegt, kann er kein geeigneter Vater sein und Lucy angemessen erziehen, denn in der Realität braucht es einfach mehr als nur bloße Liebe, um ein Kind großzuziehen. So kann Lucy mit Sam als Vater (bzw. Erzieher) auch keine normale Entwicklung durchlaufen, selbst wenn sie es versuchen würde, was sie aber - und das macht die ganze Sache noch bedenklicher – eben gar nicht erst tut und das aus reiner Liebe zu ihrem Vater. Das klingt zwar irgendwie ganz toll und och wie süß, ebenso wie es der Film halt verkauft, allerdings wäre die Konsequenz daraus, dass Lucy genau so enden würde wie Sam selbst, also geistig zurückgeblieben. Und ob das wirklich das Beste für ein siebenjähriges Kind ist, sollte sich jeder selbst hinterfragen.
Aber all diese Argumente der "bösen Seite", die schlussendlich einfach besser, nachvollziehbarer und im Sinne der Tochter sind, interessieren die "Guten" und den Film aber kaum, denn aus ihrer Sicht gilt hier in diesem speziellen Fall und frei nach den Beatles "All You Need Is Love" und das wird über weite Strecken auch mit viel Kitsch, Schmalz und Zucker zelebriert.
Als Zuschauer wird man also förmlich dazu gedrängt auf Sams Seite zu wandern und das Thema fast ausschließlich auf emotionaler Ebene anzugehen, anstatt sich ernsthaft und rational zu hinterfragen, ob es wirklich das Beste für Lucy ist, bei ihrem Vater zu bleiben.

Als wäre das noch nicht schlimm genug, hatte ich auch noch große Probleme mit der Darstellung vom humorbefreiten und selbstgefälligen Sean Penn. Seine Darstellung ist "over the top", Penn versucht erst gar nicht einen geistig Zurückgebliebenen zu spielen, sondern begnügt sich damit einen zu imitieren und stellenweise sogar zu karikieren. Und mit dieser Darstellung verfolgt er nur ein einziges Ziel; das Maximum an Mitleid und Sympathie beim Zuschauer zu ergattern (und nebenbei auch noch einen Oscar abstauben…). Sam ist schließlich als Sympathiefigur angelegt, den muss man als Zuschauer einfach mögen, automatisch auf seiner Seite stehen und damit auch die weitaus besseren Argumente der Gegenpartei ignorieren und zu guter Letzt auch einfach ausblenden, dass er als Vater für die Erziehung eines Kindes nicht in Frage kommen kann.
Pluspunkte könnte ich höchstens für den kurzen Auftritt von Laura Dern und Michelle Pfeiffer geben, auch wenn mir Pfeiffers Rolle als von Sam bekehrte Anwältin nicht gerade gefällt. Dicke Minuspunkte gibt es aber für die unsagbar nervige Dakota Fanning, was wiederum die Pluspunkte neutralisiert.

Und wenn man zum Ende hin denkt, dass es nicht schlimmer kommen kann, wartet der Film noch mit einem absolut hinterhältigen Schluss auf. Denn aus heiterem Himmel erkennt Sam, dass er vielleicht doch nicht der geeignetste Vater und nicht in der Lage ist, Lucy zu erziehen. Das widerspricht aber nicht nur der Grundhaltung des gesamten Films und wirkt ohnehin aufgrund dieser kaum nachvollziehbaren Wandlung einfach nur aufgesetzt und unehrlich, sondern beweist nebenbei auch, dass die Macher nicht mal die Cojones hatten, ihre Linie durchzuziehen, sondern sich mit diesem Ende noch beim leicht kritischen Publikum anbiedern wollten, damit auch wirklich jeder den Film ganz toll und bewegend findet, soll ja bloß keiner auf die Idee kommen, sich mit der Problematik ernsthaft und nüchtern zu befassen. Bei mir hat es aber nicht geklappt.

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keddschabb

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bravo! das musste (im großen & ganzen) mal gesagt werden! über sean penn und über die amerikanische bigotterie, die diese unverantwortliche art der darstellung eines szenarios erlaubt, das viel komplizierter, tragischer und trauriger ist.


rudi_thebest

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Man hast du recht!! Genau so sehe ich das auch.


Trevedas
über Gran Torino

10.0Lieblingsfilm

Walt Kowalski (der ganz großartige und einmalige Clint Eastwood) ist ein alter, mürrischer, ehemaliger Ford-Mitarbeiter der im Korea-Krieg diente und sogar eine Medaille als Soldat erhalten hat. Er ist zudem auch noch scheinbar ein Rassist, der mit ausländerfeindlichen Beschimpfungen nur um sich wirft. Er wohnt nach dem Tod seiner Frau allein in seinem Haus in einem über die Jahre hinweg immer ärmer gewordenen Viertel, das nun hauptsächlich von Ausländern bewohnt ist. Seine Familie interessiert sich nur für seinen Besitz, sein Sohn will, dass er in ein Seniorenheim zieht, damit er das Haus erbt und seine Enkelin möchte Walts ganzen Stolz erben - ein alter, von Walt liebevoll gepflegter Ford Gran Torino. Zwar versucht Walt ab und zu Kontakt mit seiner Familie aufzunehmen, doch die sind stets nur an seinen materiellen Dingen interessiert.

Eines Tages zieht eine Hmong Familie in das Nachbarshaus ein, was Walt natürlich nicht passt. Der junge, introvertierte Thao von nebenan versucht mehr oder weniger widerwillig Walts Gran Torino zu stehlen um eine Mutprobe zu bestehen und in eine kleine asiatische Gang zu kommen, dessen Anführer sein Cousin ist. Allerdings wird er zur Mutprobe und zum Beitritt eher gezwungen und Thao selbst will eigentlich nichts mit dieser Gang zu tun haben. Walt kann den Diebstahl jedoch verhindern und jagt den Jungen fort. Und nicht nur das, als eines Nachts Thao weiterhin von der Gang belästigt wird, obwohl er weiterhin nichts mit ihnen zu tun haben will und ein Streit entfacht, jagt Walt die Gang mit seinem Gewehr fort und das eigentlich nur, weil durch den Streit auch sein Vorgarten verwüstet wurde. Indirekt rettet er damit auch den Jungen und die gesamte Hmong Nachbarschaft bedankt sich mit Geschenken bei ihm, die Walt jedoch in den Müll schmeisst. Später rettet er auch noch die Nachbarstocher Sue vor 3 Schwarzen (Möchtegern-)Gangstern. Sie steigt in sein Auto und beide kommen ins Gespräch. Walt macht indirekt deutlich, dass er nichts von Ausländern, Schwarzen und ganz besonders Asiaten hält, dennoch kann die junge, selbstbewusste Sue das Eis ein wenig brechen. Und auch in der Nachbarschaft wird langsam aber sicher integriert. Er freundet sich nach einiger Zeit sogar mit Thao an, der für seinen Diebstahlversuch von seiner Familie eine Woche Arbeit für Walt aufgebrummt bekommen hat. Doch schon bald muss Walt erkennen, dass er Dinge in Lauf gesetzt hat, die er nicht mehr stoppen kann...

Erstaunlicherweise findet Walt die Familie bei den Hmong und mit Thao eine Art Sohn- oder Enkelersatz. Obwohl er anfangs als im Grunde überzeugter Rassist gezeigt wird, der Menschen anderer Rassen permanent mit kreativen Beschimpfungen anredet, lässt sich Walt auf die Nachbarsfamilie und insbesondere Thao ein. Auch weil er dort überraschenderweise die Nähe und das Interesse an seiner Person findet, die er bei seiner eigenen Familie seit dem Tod seiner Frau vermisst. Viele seiner Vorurteile zerschlagen sich von Zeit zu Zeit, wobei man sich auch fragen kann, ob er diese Vorurteile überhaupt von Anfang an gehabt hat oder lediglich als Schutzwall nach dem Tod seiner Frau aufgebaut worden sind. Im Laufe des Films werden die zahlreichen, kreativen Beleidigungen und "Spitznamen" Walts von anderen Charakteren und auch dem Zuschauer nicht mehr als solche aufgefasst. Wenn er seinen Frisör als "Spaghetti-Fresser" bezeichnet und sich ständig neue Bezeichnungen für Thao und andere Hmong einfallen lässt, ist es nicht mehr ein Zeichen seiner rassisstischen Haltung, seiner Verachtung oder seines fehlenden Respekts, sondern eher ein Zeichen seiner Toleranz und Akzeptanz. Im Falle von Thao sogar ein Zeichen der Freundschaft. Häufig kann man als Zuschauer aufgrund der äußerst originellen Beschimpfungen von Walt das Lachen oder Schmunzeln nicht halten, selbst wenn man sich bewusst ist, dass es sich hier um rassistische Beleidigungen handelt, die aber weder Walt im späteren Verlauf des Films so meint, noch von den betreffenden Personen so aufgefasst werden.
Freilich ist das ein ganz, ganz schmaler Grat auf dem Clint Eastwood hier wandert, aber ein so meisterhafter Regisseur weiß immer den richtigen Ton einzuschlagen.

Vielleicht auch, weil es eine wirkliche Herzensangelegenheit für Eastwood ist und er sich enorm Mühe gibt, bei jeder einzelnen Szene. Es ist sicherlich einer, wenn nicht gar der persönlichste Film seiner Karriere. Die Figur des Walt Kowalski hat enorm viel von seinen bekannten Rollen, zB dem Blonden aus den Leone Western und ganz besonders von Harry Callahan. Und ein wenig von ihm selbst ist auch drin. So muss und kann man den Film nicht nur als Film über Rassismus verstehen, denn die Geschichte ist weitaus vielschichtiger und die Charaktere, im speziellen Walt selbst, viel komplexer als es den Anschein macht. Ähnlich wie in "Erbarmungslos" gibt Eastwood ein Statement zu seinem bisherigen Schaffen ab und zerstört Stück für Stück seinen eigenen Heldenmythos. Wo er als zynischer Cop Harry Callahan zuerst die Knarre rausholte, Leute umballerte und anschließend erst Fragen stellte, bewegt er sich als Walt Kowalski auf viel dünnerem Eis. Häufig, wenn Walt in problematische Situationen gelangt, greift er unter seiner Jacke in seine Brust, holt seine Hand raus, formt sie zu einer Pistole und beginnt die Gegenüber einem nach dem anderen symbolisch abzuknallen. Aber diese Geschichte hier findet in der Realität statt und nicht in der Dirty Harry Welt. Hier kommt die von einem selbst ausgehende Gewalt gnadenlos wieder auf einen zurück. Walt kann nicht wie Harry Callahan jeden umballern, wenn er seine Probleme lösen will und das zeigt Eastwood hier, insbesondere im außerordentlich gelungenen und ernüchternden, vielleicht nicht gerade absehbaren aber zur bitteren Realität passenden Schluss, klar auf.

Doch das würde alles nicht so gut klappen, wenn der Hauptcharakter, an dem das gesamte Konstrukt hängt, nicht so stark gespielt wäre. Und hier zeigt Eastwood noch mal sein ganzes Können. Ob blinde Wut, Hass, Freude, Trauer, all die verschiedenen Emotionen bringt Eastwood erstklassig rüber. Immer mit ein wenig Melancholie versehen, wohl wissend, dass es wohl sein letzter Auftritt vor der Kamera gewesen ist, aber auch der Humor bleibt, wie bereits oben geschrieben, nicht auf der Strecke, denn knallige, höchst amüsante und völlig unkorrekte Oneliner raushauen kann Clint immer noch am besten. Aber auch bei der restlichen Besetzung hat Eastwood exzellente Arbeit geleistet, denn der Suppportcast ist gespickt mit unbekannten, unverbrauchten, frischen Gesichtern, die allesamt ihre Arbeit solide bis sehr gut erledigen. Großes Lob gebührt hier vor allem Bee Vang, dem Darsteller des Thao und Ahney Her, die Darstellerin der Sue. Beide blühen an der Seite von Eastwood auf, beherrschen ihre Charaktere mit Leichtigkeit und sind sehr authentisch in ihren Rollen.

Es fällt mir hier nicht schwer die 10 und das Herz zu zücken, insbesondere als großer Eastwood Verehrer. Denn hier hat Clint Eastwood sein ganzes Herzblut reingesteckt, was man dem Film auch über die gesamte Länge anmerkt und was ihn auch so ungeheuer sympathisch macht. Zudem bietet der Film weit mehr als nur eine Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus. Und wenn am Ende, so viel sei verraten, Eastwood selbst die ersten Strophen des Abspannliedes singt, weiß man, das der Film was besonderes ist.

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Trevedas
über Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3

3.5Schwach

Ziemlich vergeigtes und selbstverständlich komplett überflüssiges 1:1 Remake des wirklich tollen Originals aus dem Jahr 1974.

Der polierte Hochglanz-Look mit den abgehakten Schnitten, die lächerliche und peinliche, wohl als "voll cool und krass fett" gedachte Schimpfwortorgie, sowie die grausame MTV-Musik sind nach wenigen Minuten kaum noch auszuhalten. Und der wohltuende, recht trockene und schwarze Humor des Originals geht dem Remake auch völlig ab, ohnehin ist das ein ziemlich humorloses Vergnügen, es sei denn man kann über diverse Beschimpfungen mit verschiedenen Abänderungen der Wörter "ficken" und "scheisse" lachen.
Und auch wenn hier die gleiche Geschichte fast 1:1 nacherzählt wird, gelingt es Scott nie auch nur annähernd eine so spannende Atmosphäre zu schaffen, wie es das Original hinbekommen hat.

Über den Cast im Original und Remake braucht man auch keine weiteren Worte verlieren. Ein böser Robert Shaw und ein sowohl ernster als auch humoriger Walter Matthau waren ebenso wie ihre Nebendarsteller (u.a. Jerry Stiller) einsame Klasse. Im Remake gibt es einen annehmbaren Auftritt von James Gandolfini als Bürgermeister, während die eigentlichen Hauptdarsteller eine einzige Enttäuschung sind. Denzel Washington brauchte wohl Geld, anders lässt sich seine völlig unmotivierte, gelangweilte und humorbefreite Darstellung nicht erklären. Travolta hingegen spielt mal wieder nur eine Variation seiner Bösewicht-Charaktere der letzten Jahre, was u.a. auch bedeutet das ca. 50% seiner Dialoge aus Schimpfwörtern und Beleidigungen bestehen, zu denen sich auch noch einige Mülldialoge und leichtes aber nerviges Overacting gesellen.

Im Grunde also genau das, was man von Tony Scott erwarten konnte; Ein Film im MTV-Style, der langweilig, überflüssig und vergessenswert ist. Anstatt der Kinokarte sollte man sich die DVD mit dem Original besorgen.

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Trevedas
über The Ladykillers

3.0Schwach

Nach den ersten Minuten: Hä?
Nach weiteren Minuten: WTF!?
Haben wirklich die Coens aus dem wunderbaren Original so eine öde und unlustige Gaunerkomödie gemacht?
Hier passt ja ga nichts zusammen, der Handlungsort (und damit auch der Humor) wird von Großbritannien in die USA verlegt.
Wo im Original verschrobene Gauner (u.a. Peter Sellers), angeführt von einem grandios aufspielenden Alec Guinness, vergeblich versuchten die Beute untereinander aufzuteilen und später die schrullige, aber liebenswürdige Mrs. Wilberforce umzubringen, kann man im Remake einer Bande von beknackten Volltrotteln (u.a. der unfassbar witzlose Marlon Wayans), angeführt von einem grauenhaften überzogenen, nervigen Tom Hanks, bei einer Kindergartenklopperei um das erbeutete Geld zusehen, während man selbst vergeblich versucht mit dem eigentlich als Sympathiefigur gedachten Mrs. Wilberforce-Ersatz, der schwarzen, gottesfürchtigen und von Grund auf unsympathischen Mrs. Munson zu sympathisieren.
Hier und da blitzt das Talent der Coens mal auf, aber im Großen und Ganzen herrscht hier gepflegte Langeweile und Augenrollen aufgrund einem vergeigten Gag nach dem anderen, was mindestens zur Hälfte an Marlon Wayans, der hier mehr oder weniger wieder mal "Shorty" aus Scary Movie" darbietet, und einem krass fehlbesetzten Tom Hanks liegt. Einzig bei JK Simmons kann man einen guten Willen erkennen, aber da scheitert das Drehbuch, in dem es ihm einen Reizdarm verpasst, was zu blödem Kaka-Humor führt.
Aber gut, so talentierte Filmemacher wie die Coens dürfen auch mal einen Rohrkrepierer drehen, wenn sie ansonsten echte Qualitästware abliefern. Aber sowas darf nie wieder sein.

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Christian H.

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Nein, habe ich noch nicht gesehen. Muss ich noch nachholen. Im Nachhinein betrachtet ist aber wohl ein Glücksfall, dass ich das Remake vor dem Original gesehen habe, sonst hätte ich den Coen-Verschnitt wohl noch mieser gefunden. ;-)


Tytus

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Ich hab das Ramake vor dem Original gesehen und es ist furchtbar was man da wieder verbrochen hat!


Trevedas
über Hangover

5.0Geht so

Hangover ist weder eine der besten Komödien der letzten Jahre (geschweige denn überhaupt eine wirklich gelungene Komödie), noch ein komplett unlustiger Totalausfall, sondern einfach nur Bla.
Das sollte aber am Ende nicht überraschen, denn der Film besteht aus lauter recycelten Gags, von denen nur wenige wirklich zünden und der Rest getrost als Rohrkrepierer bezeichnet werden darf. Ich hatte jedenfalls nie das Gefühl irgendetwas Neues oder Situationen mit überraschenden Wendungen zu sehen, sondern Altes in altem und nur ab und zu in neuem Gewand. Zudem besteht der fast schon obligatorische Cameo eines VIPs in Ami-Komödien aus einem komplett humorfreien Auftritt von Mike Tyson; "harter Typ singt Lied von Phil Collins" – Ha Ha, wie witzig, ich schmeiß mich weg. Mindestens genau so "witzig" war der leicht verrückte, "total lustige" Asiate.
Die paar guten Lacher, die der Film zweifelsohne hat, kann man leider an einer Hand abzählen und eine Geschichte gibt es auch nicht, weshalb das Ganze stellenweise schon ein wenig öde ist. Allerdings kann ich nicht behaupten, dass mich der Film geärgert oder über weite Strecken gelangweilt hat, eine gute, unterhaltsame Komödie sieht aber wirklich anders aus. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich den Film in besoffenen Zustand bestimmt auch witzig finden würde. Ist ja auch schon was.

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Trevedas
über The Descent - Abgrund des Grauens

6.5Ganz gut

Mochte ich bis zu einem gewissen Zeitpunkt (und zwar genau bis zur Hälfte) sehr, sehr gerne, weil es bis dahin ein erfrischend anderer Horrorfilm war. Keine blöden, klischeebeladenen Tussis, die bereits nach der ersten Minute nerven wie Sand in der Badehose. Keine strunzblöde, zusammengekloppte Story mit billigen, deplatzierten Splatter Szenen und keine langweilige, ausgelutschte "Gefahr" wie zB der 0815 Serienkiller oder das 23474. mysteriöse und gefährliche Lebewesen etc.

Einfach nur eine Gruppe von Frauen, die gemeinsam (wie sich später herausstellt nicht gerade freiwillig) ein Höhlensystem erforschen und dabei immer wieder mit Problemen untereinander zu kämpfen haben. Und Neil Marshall weiß, zumindest in der ersten Hälfte, wie man eine ungeheuerlich dichte und später in den Höhlen atemberaubend klaustrophobische Atmosphäre aufbaut, denn je tiefer die Hobbyklettergruppe in das Höhlensystem vordringt, desto dunkler, bedrohlicher und nervenaufreibender wird das ganze Geschehen, was vor allem auch dem fast vollständigen Verzicht auf künstliche Beleuchtung zu verdanken ist. Und es ist ein willkommene Abwechslung, dass zu diesem Zeitpunkt vor keinem Killer, Monster etc. weggerannt wird, sondern nur gegen die Natur gekämpft wird und ernsthafte Konflikte unter der Gruppe ausgetragen werden. Hätte Marshall bloß diese Linie weiter konsequent verfolgt, wäre das ein ganz wunderbare Horrorfilm geworden. Aber es kamen die Crawler...

Die Idee allein ist mal wieder bekloppt und all die Hinweise, die man über diese Monster bekommt führen später nur zu blöden Logikfehlern und blödem Verhalten der Crawler oder zumindest fragwürdigen Situationen. Das ist aber das geringste Übel, viel schlimmer ist da das Abdriften in ein dummes Splatter-Szenario. Typische Verfolgungsjagden, Kreisch hier, Schweigen um nicht entdeckt zu werden da. Metzel hier, Blut da und nicht zu vergessen die unsagbar dämliche Situation kurz vor dem Ende, als die von vornherein als Überlebende feststehende Frau die von vornherein als Schwarzes Schaf feststehende Frau hinterhältig attackiert. Getoppt wird das nur durch das zu sehr gewollte Twist-Ende oder ist das nur ein halber Twist oder gar kein Twist? Anyway, ärgerlich, lächerlich und unnötig war es allemal.

So gibt es die 6,5 Punkte fast allein für die erste Hälfte, die Marshall wirklich ganz großartig hinbekommen hat. Und die zweite Hälfte vergesse ich lieber ganz schnell wieder.

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Trevedas
über Eine Leiche zum Dessert

10.0Lieblingsfilm

- "Murderpoo?"
- "Yes, dear, we're going to have a lovely murderpoo."

Eine wahrhaft göttliche Komödie und Parodie auf zahlreiche Krimi-/Detektivfilme. Eigentlich weiß ich gar nicht, wo ich mit dem Lob anfangen soll.

- "The last time that I trusted a dame was in Paris in 1940. She said she was going out to get a bottle of wine. Two hours later, the Germans marched into France."

Das Drehbuch ist genial, mit all den gewollten Logikfehlern und unsinnigen Storyentwicklungen. Ebenso der mit Absicht völlig unpassende Look des Films im Vergleich zu dessen eigentlicher Handlungszeit und selbstverständlich der teilweise völlig absurde Humor. So ziemlich alle Gags - und einer reiht sich hier an den nächsten - zünden wunderbar, selbst die verschiedenen synchronisierten Versionen sind, bis auf wenige Ausnahmen wie bspw. einige Wortwitze, gelungen, auch wenn natürlich nichts über den Originalton geht. Aber am wunderbarsten ist hier sicherlich der spielfreudige und sichtlich Spaß habende Cast.

- "Room filled with empty people."

Peter Falk als Humphrey Bogart Verschnitt ist mit seinem übertriebenen Akzent und seinen knalligen Onelinern und Kommentaren eine (Comedy-)Klasse für sich. Peter Sellers als genialer, chinesischer Detektiv mit Fremdsprachenproblemen (insbesondere, was die Grammatik angeht) steht dem in nichts nach. Ebenso David Niven gemeinsam mit Maggie Smith als nobles Ehepaar oder auch der großartige Sir Alec Guinness als blinder Butler Jamesir Bensonmam, der sich später mit einer taubstummen Haushälterin arrangieren muss und am Ende seine Wandlungsfähigkeit auf eine etwas andere, aber höchst witzige Art und Weise unter Beweis stellt.
Nicht zu vergessen auch die restlichen Detektive und gleichzeitig herrliche Parodien auf Agatha Christies Figuren Miss Marple und Hercule Poirot. Wunderbar abgerundet wird das durch Truman Capote, der einen schnieken Bösewicht abgibt and zum Schluss einen kurzen, aber genialen Monolog hält.

- "You've tricked and fooled your readers for years. You've tortured us all with surprise endings that made no sense. You've introduced characters in the last five pages that were never in the book before. You've withheld clues and information that made it impossible for us to guess who did it. But now, the tables are turned. Millions of angry mystery readers are now getting their revenge. When the world learns I've outsmarted you, they'll be selling your $1.95 books for twelve cents. "

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Trevedas
über Terminator: Die Erlösung

5.0Geht so

Terminator Salvation: The Future Begins... and this Future sucks!

Was für eine Enttäuschung. Gut, der befürchtete Totalausfall war es nicht, ich bin nicht eingepennt, musste nicht gähnen und habe bei den Actionszenen Spaß gehabt aber angesichts der Ansprüche und der Erwartungen, die die Macher selbst gesteckt haben ist das einfach nur eine riesengroße Enttäuschung, denn eigentlich sollte das doch das "The Dark Knight" oder zumindest das "Batman Begins" der Terminator Franchise werden.

Bereits in den ersten Minuten läuft schon vieles falsch. Stupide Dialoge en masse, peinliches Overacting en masse und Extreme Spoiling en masse. Die Geschichte und die Geheimnisse rund um Marcus Wright wurden ja praktisch schon im Trailer verraten, aber für die ganz Blöden verrät der Film noch mal ganz am Anfang, wer bzw. was Marcus ist und den Rest kann man sich leicht zusammenreimen. Aber immerhin liefert Worthington eine durchaus solide Leistung ab, wenn man mal von den Szenen absieht, in der er mit dem weiblichen Geschlecht interagiert.

Ganz schlimm wird es, wenn John Connor an der Reihe ist. Da wird die gesamte Misere des Films mehr als deutlich. John Connor hat einen Stock im Hintern. Aber noch viel schlimmer ist, dass der Stock wohl das einzige ist, was er überhaupt in sich hat, da selbst die Roboter menschlicher wirken als er selbst. Schlimm auch, was Bale hier abliefert. Er kommt mit einem einzigen Gesichtsausdruck aus und nimmt die Figur derart ernst, dass es stellenweise eigentlich nur als Parodie durchgehen kann. Das gleiche Problem hat auch der gesamte Film. Er nimmt sich so unfassbar und unbeschreiblich ernst und wichtig, dass zwischendrin ein paar Auflockerungen dringend nötig gewesen wären, aber natürlich kommen die nicht.

Positiv auffallen tut da, neben den Actionszenen, die schön laut sind und gewaltig krachen, nur Anton Yelchin als Kyle Reese, die einzige Sympathiefigur im Film. Der sieht nicht nur aus wie ein Mensch, der ist sogar auch einer. Das Design der verschiedenen Maschinen und die gesamte Optik des Films hat mir ebenso außerordentlich gut gefallen. Und das ist ja auch das einzige, was man von McG erwarten konnte, denn meine Befürchtungen, dass McG nicht in der Lage ist, eine gute, spannende Geschichte zu erzählen sind ja eingetroffen. Die Story ist natürlich Käse, inklusive Löcher und "Logik" befindet sich leider nicht im Wortschatz von McG bzw. den Drehbuchschreiben (ganz große Klasse sind die Motorräder, erst einem Hochgeschwindigkeitsunfall ausweichen, aber dann ein bloßes gespanntes Seil nicht sehen...sicher). Spannung ist natürlich auch mangelware, da wie schon angesprochen das große Geheimnis um Marcus Wright ja schon im Trailer verraten wurde und das der olle Connor am Schluss nicht wegnippelt sollte ja auch klar sein. Zu allem Überfluss ist das Finale davor ziemlich lahm und öde. Insbesondere CGI-Arnie war not so cool. Und die nervige, kleine, stumme Göre erst recht.

Der Film ist am Ende nur ein leidlich unterhaltsamer Sci-Fi Actioner und das auch nur mit viel Wohlwollen. Einiges ist wirklich gut gelungen, aber vieles nervt auch oder führt zu unfreiwilligen Lachkrämpfen. Als nicht ganz so ernster B-Actioner hätte er sicherlich mehr Spaß gemacht.
Und für die kommenden Sequels müssen unbedingt neue Autoren und vor allem ein neuer Regisseur her, der auch in der Lage ist, Christian Bale an der kurzen Leine zu halten.

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Trevedas
über Dragonball Evolution

0.0Hassfilm

Dragonball, wird auch als "König der Mangas" oder auch "König der Animes" bezeichnet, der Film ist dann wohl der "König der US-amerikanischen Schändungen asiatischer Werke".

Ich weiß gar nicht, wo ich hier anfangen soll. Als ich vor etlichen Jahren zufällig ein Mangaheft von Dragonball in die Hände bekam, war es Liebe auf den ersten Blick. Ich habe den Manga förmlich verschlungen und später habe ich mit gleicher Begeisterung die Anime-Serie geguckt und bis heute liebe ich diese Franchise. Und machen wir uns nichts vor, Dragonball ist eigentlich ziemlich doof, aber es macht unglaublich viel Spaß, weil sich Dragonball selbst nie ernst genommen hat. Wie schon einige User vor mir schrieben, ist es der Humor, die Selbstironie und die liebenswerten Charaktere, die DB, ähnlich wie auch One Piece, zu dem gemacht haben, was es heute ist.

Was nun die Amis draus gemacht haben ist nicht mehr und nicht weniger als eine Schändung des Geistes von Dragonball. Man spuckt und tritt auf alles, was Dragonball ausmacht. Keine liebenswerten Charaktere, anstattdessen dümmliche, notgeile Teenager, die eher für sich als für Freunde kämpfen, allesamt stellen was komplett anderes dar, als im Manga/Anime. Piccolo ist grün, tja das wars auch. Shen Long, Blub. Humor ist auf dem selben Level wie die unzähligen "... Movie" Filme, dagegen ist selbst Transformers witzig. Selbst als Trash kann das nicht durchgehen, denn (Selbst)Ironie sucht man vergebens, geschweige denn, dass hier irgendwie auch nur ansatzweise Charme vorzufinden wäre. Ich könnte jetzt auch auf jedes einzelne Detail eingehen, aber das würde mich nur unnötig aufregen und viel zu viel Zeit kosten. Das ist einfach nur Bullshit, riesengroßer, seelenloser, stinkender Bullshit, ein Tritt in Akira Toriyamas Juwelen und ein Schlag ins Gesicht aller Dragonball Fans.
Man muss hier eigentlich nur hoffen, dass niemand auf die Idee kommt ein Sequel zu drehen.

Ich freu' mich dann stattdessen auf weitere solcher Manga/Anime Verfilmungen. NGE, Escaflowne, Akira, GitS, One Piece, Naruto, Bleach, Full Metal Panic! - auf all das "darf" man sich wohl "freuen". Und eins davon bestimmt unter der Regie von Michael Bay. Na Super.

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Junn

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Da muss ich dich leider enttäuschen, der Sequel wurde bereits bestätigt auf der Hauptseite des Films...


Tytus

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*würg*


Trevedas
über Steamboy

7.5Sehenswert

Ein klassischer Fall von "Regisseur nimmt sich zu viel vor".
Der Wille, ein zweites "Akira" zu schaffen ist eindeutig da und gewisse Parallelen, wie zB die atemberaubende Optik, vielschichtige Story (zumindest in der ersten Hälfte) und der scheinbar größenwahnsinnige Oberböse sowie der mit jenem Oberbösewichten verbundene Held sind da. Otomo nutzt für sein "zweites Akira" die technischen Möglichkeiten bis aufs Letzte aus. Die Animationsqualität und Detailverliebtheit ist derart herausragend, dass andere, vergleichbare Animes der letzten Zeit wie plumpe Strichmännchen Zeichnungen aussehen. Man kann eigentlich nicht anders, als sich sofort in die Bilder zu verlieben und rasante wie elegante Kamerafahrten und bombastische Actionszenen gibt es obendrauf.

Aber leider kann der Anime am Ende inhaltlich nicht mit den optischen Schauwerten mithalten. Wobei er es in der ersten Stunde durchaus schafft. Zuerst die eigenartige Welt, irgendwo zwischen Realität und Science Fiction, dann der mysteriöse Steamball, hinter dem verschiedene Interessensgruppen her sind und nicht zu vergessen die beinahe schon ambivalenten Hauptfiguren. In den ersten 60-70 Minuten wird eigentlich nie recht klar, wer hier Gut und Böse repräsentiert bzw. ob es überhaupt die klassische Gut und Böse Verteilung gibt. Es spielt sich viel in einer Grauzone ab. Wo der Vater und Großvater vom Protagonisten Ray Steam stehen, bleibt immer unklar, genau so fragt man sich welche Rolle der rivalisierende Wissenschaftler Stevenson einnimmt und die anfangs doch recht eindimensional gestaltete, typisch verwöhnte Millionärsgöre bekommt mit zunehmender Laufzeit auch mehr Facetten verpasst. Zusammen mit der undurchsichtigen und spannenden Story, die mal hier und mal da Fragen zur Wissenschaft und dessen Zweck aufwirft, sowie dem ständigen Vater-Sohn Konflikt, der aus unterschiedlichen Motivationen und Sichtweisen herrührt und dem damit zusammenhängenden Loyalitätskonflikt des Protagonisten, ist Otomo ein absolutes Meisterwerk gelungen, aber eben nur für die erste Hälfte.

Denn ab einem gewissen Zeitpunkt verliert "Steamboy" irgendwie den Faden. Keine Grauzonen mehr, keine vielschichtige Story mehr, kein intensiver Familienkonflikt mehr und eigentlich nur noch ein typischer Gut gegen Böse Kampf, dessen bombastischen Action Szenen aber immer noch viel hergeben. Trotzdem ist es ärgerlich, dass ab der zweiten Hälfte wohl nur darauf geachtet wird, eine extraklasse Optik sowie Action zu bieten, anstatt sich weiter um die Geschichte zu kümmern, dessen Potential man zuvor viel zu schnell verschossen hat. Das Ärgerlichste ist jedoch, dass der Protagonist Ray Steam ab der zweiten Hälfte nur den typischen "Superhelden" gibt. Wo er in der ersten Hälfte ständig zwischen Vater und Großvater hin und hergerissen und permanent der Situation ausgesetzt war, die Wahrheit für sich selbst zu finden, ist in der zweiten Hälfte nicht viel davon übrig. Er ist der Superhero, der "Steamboy", der alle und jeden rettet und sich keine Gedanken mehr darüber macht, wem er nun folgen soll und welche Sichtweise zur Wissenschaft nun die richtige ist, bzw. ob es überhaupt diese eine richtige gibt.

Am Ende ist es wirklich unfassbar schade, dass Otomo und seiner Crew inhaltlich die Puste ausgegangen ist und so unglaublich viel Potential so unglaublich leichtfertig verspielt wurde, denn optisch ist es, wie schon Jahre zuvor "Akira", ein absoluter Ausnahmevertreter im Anime Bereich.

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BigDi

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Perfekt auf den Punkt gebracht!