Ach ja, die schönen Kommentare von Batzman! Ich glaube mit Recht behaupten zu können, dass Menschen deiner Art, so anspruchsvoll die Kritik geschrieben sein mag, nie wieder ein Kino betreten, den Fernseher anschalten oder ein Buch in die Hand nehmen dürfen. Wer im Zusammenhang mit solch herausragenden Filmen, wie Avatar, nur Worte für die immer wiederkehrende Grundthematik von Geschichten findet, der bemängelt, dass es einfach keine neue Thematik in den Wirrungen einer Geschichte gibt, der ist wohl mit allen noch kommenden Werken Feind. Nie wieder wirst du in einem romantischen Buch versinken, von einer aufklärenden Kriegsdokumentation lernen oder dich von der Action eines neuen Films mitreißen lassen, denn sein wir mal ehrlich, aus deinem Gesichtspunkt ist gar nichts mehr neu und ich bezweifle indes, dass jemand wie du etwas daran ändern könnte. Wie lautet doch ein schöner Satz aus einem Animationsfim der Pixars-Studios: "Eine Kritik ist nicht annähernd so gut, wie das Durchschnittsprodukt, die sie als solches bezeichnet!"
Im Übrigen sei gesagt, dass die Problematik einer Thematik erst dann sterben kann, wenn wir Menschen gelernt haben, diese Problematik zu verstehen und dementsprechend zu handeln. Sich ein ums andere Mal die Unterdrückung oder Vertreibung von Völkern im Kino anzuschauen, sich daran zu ergötzen und danach zu sagen "Das hab ich schon mal gesheen! Wie langweilig!", ist ja mal die verlogenste Art und Weise mit solchen Themen umzugehen. Nicht meckern, nicht motzen, handeln wäre angesagt und DANN, wenn dieses Thema aus der Welt ist, DANN kann man mit Fug und recht behaupten, der Stoff sei alt und abgenutzt. Vorher ist er so brisant und aktuell, wie nie!
In dem Sinne:
Wer sich diesen Film noch nicht angeschaut haben mag, genieße die Traumwelt, die hier schon so oft deutlich skiziert wurde, tauche ein in eine Geschichte, die bis zur letzten Sekunde gefangen hält und bewundere die technische Arbeit, die ihres Gleichen sucht und die Filmgeschichte wieder einen weiteren Schritt vorangebracht hat. Von mir gibt es ein großes Lob an dieses Meisterkwerk.
Kritiker wie Batzman loben verstörende Wackelkameraexzesse wie "Dancer in the dark" über den grünen Klee und sind vollkommen unfähig wirkliche Kinomagie auch nur für einen Augenblick zuzulassen.
Warum jetzt Vergleiche mit "Dancer in the Dark" ins Spiel kommen, muss ich nicht verstehen. Batzman ist toll, weil er auf Hypes, Erwartungen und Prestige scheißt und lieber seine eigene Meinung sagt als wiederzukäuen. Das dann die Fanbase des Films anfängt diese Meinung mit platten Totschlagargumenten als nichtig abzutun, stimmt mich traurig. Ob ein Plot neu, alt, klischeehaft usw ist, das ist eine Diskussion mit der man Bände füllen könnte. Allerdings, hasse ich diese ständigen Behauptungen, dass alles erzählt wurde. Das ist Schwachsinn. Bitte, verfallt nicht in diese Lethargie und begnügt euch mit ausgelutschten Plots unter dem Vorwand "Es gibt keine neuen Geschichten". Was glaubt ihr wie oft das Kino schon tot gesprochen wurde. Wie oft das Feuillton schon in der Vergangenheit schrieb, man hätte alles gesehen und gefühlt. Es sind nur die ganz großen Filmemacher, die dann überraschen und was neues erzählen. Es ist möglich, man muss sich nur anstrengen. Cameron hat sich nicht angestrengt, überhaupt nicht. Sein Film rüttelt niemanden auf und selbst wenn man den Film noch schnell auf dem Klimagipfel zeigen würde, würde sich nichts ändern. Das Problem ist doch längst bekannt. Es fehlen die Antworten, die ein Film nicht liefern kann und auch nicht sollte. Es gilt Fragen zu stellen. Camerons Frage kennt aber jeder. Das hat nichts mit Ignoranz zu tun. Es ist eher Camerons Ignoranz, dem Thema keine neuen Aspekte abringen zu wollen. Das einzige was ihn interessiert ist die Technik, da kann er noch punkten. Dafür hat er auch zigtausend kleine Helferlein, die erst im Abspann mit einem Namen gewürdigt werden.
Technische Innovationen kriegt er doch auch hin, warum keine inhaltlichen? Weil das tausend mal schwieriger ist, weil sich das nicht nur mit 0en und 1en berechnen lässt. Tut mir Leid, aber wenn es um das Thema geht, dann schau ich mir lieber nochmal "Prinzessin Mononoke" an. Der ging mir wirklich nahe und hatte auch künstliche Figuren, da war die Story kein Vorwand, sondern das Fundament.
Ihr könnt mir erzählen, was ihr wollt und kubrick_obscura's Beitrag mag auch Sinn machen, vor allem, wenn er anprangert, dass man Menschen mit Filmen nicht ändern könnte. Das konnte man allerdings noch nie und sollte dies nicht als Vorzeigegrund nehmen, um es nie wieder zu versuchen, sonst landen wir wieder in der Passivität einer gewissen Zeit, die wir sicherlich nicht noch einmal erleben wollen!
An Kritikern jedenfalls, die durchweg lediglich jeden zwanzigsten Film als gut bewerten und gleichzeitig jeden populären Film als schlecht bezeichnen, allein aus dem Motiv heraus, dass er populär ist und daher irgendwas daran schlecht sein muss, kann ich einfach nichts finden. Natürlich kann man Batzman zugutehalten, dass er nur seine eigene Meinung vertreten möchte und das ist auch legitim, aber in den meisten Fällen erkenne ich lediglich kindische Rebellion, um Aufsehen zu erregen und irgendwie "anders" zu sein und zu diesem Zwecke auch gern einmal maßlos zu übertreiben.
Nicht zuletzt jedoch muss ich als "Totschlagargument" sagen, dass ich jemanden, der "Avatar" mit 4,5, auf der anderen Seite aber "Planet 51" mit 7,0 bewertet, einfach nicht ernst nehmen kann...so professionell sich seine Texte auch lesen mögen...
Und um noch kurz Alanger zu antworten:
Niemand hat etwas Verallgemeinerndes behauptet. Schließlich habe ich die Meinung eines Kritikers angegriffen, sonst hätte ich mich gleichzeitig auch selbst denunziert, wie du sicherlich gemerkt hast.
Dass ich meine Kritik auf eine andere bezogen habe, liegt daran, dass ich mich allein dadurch dazu genötigt sah und andernfalls gar keine Kritik geschrieben hätte.
Wenn du den Spruch für so "dämlichen Stuss" hälst, beschwer dich bei den Machern von "Ratatouille", nicht bei mir.
Und als letztes: Ich bin froh, dass du dich mit deinem "Schadstoffausstoß" nicht zurückgehalten hast...es ist immer gut, wenn man die größten "Sünder" erkennen kann. ;)
Entschuldigung, aber ich behaupte nicht ein einziges mal, dass Filme nicht das Vermögen haben Menschen zu ändern. Dann bräuchte ich dieses Medium nicht. Es steht sogar an erster Stelle Menschen zu BEWEGEN, in welche Richtung und wie weit, steht auf einem anderen Blatt.
Ich sage nur, dass ein Film das nur erreicht in dem er Fragen stellt, die der Zuschauer für sich beantworten muss. "Avatar" stellt aber Fragen bei denen ich herzlichst gähnen muss, weil ich die schon vor Jahren von besseren Filmen gestellt bekommen habe. Außerdem, was verleitet dich dazu meinen Kommentar in irgendeine Verbindung mit dem Dritten Reich zu stellen?
Absolut genialer Film, da kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen. Natürlich lässt dieser Film für alle Filmfreunde der Effekthascherei wenig übrig. Keine großen Schreckmomente, wenig Gruselspannung, dafür ein Deut mehr an ausgefeilter Thematik und Verliebtheit zum Detail. Das völlig neue Aufrollen aller Nebenwirkungen des Vampirismus und der Behandlung dieser "Krankheit" als Fluch für den Betroffenen, der mit eigenen Schuldzuweisungen, Skrupeln und dem Gefühl des ausgestoßen seins leben muss - Kompliment für die Umsetzung und die schauspielerische Leistung!
Im Film geht es vorrangig um die persönliche Entwicklung Oscars, um innere Zerwürfnisse, äußere Einflüsse und seiner eigenen Findung eines Weges aus seinen Problemen, wie sie jeder von uns schon einmal erlebt, gehört oder gesehen hat. Dabei scheinen absichtlich viele Informationen über alle übrigen Personen im Dunkeln gelassen worden zu sein. Die Filmemacher bieten einen einfachen, dafür sehr gut nachvollziehbaren Handlungsstrang an, der nicht von Nebensächlichkeiten strotzt. Völlig zu Recht, wie ich finde, denn nicht immer ist mehr auch besser und in diesem Fall auch gar nicht nötig.
So ist die Klärung, ob Hakan nun der Liebhaber von Eli ist oder irgendwer sonst, völlig unwichtig, da dies in Oscars Entwicklung keine Rolle spielt.
Auch die Frage, ob nun Eli ein Mädchen ist oder aber ein kastrierter Junge, wie einige herumrätseln (der Vampir Eli soll im Übrigen geschlechtslos sein) ist im Grunde völlig belanglos, da es allein um die entstehende Verbindung zwischen den beiden geht, die ein gegenseitiges Verantwortungsgefühl für das Wohl des jeweils anderen aufkommen lässt. (Dass die Mehrheit von einem Mädchen ausgeht, liegt wohl an der Schauspielerin selbst und dass die meisten Zuschauer wohl eine heterosexuelle Erwartung in den Film legen)
In kurzen Worten gesagt, werden die Persönlichkeiten aller Charaktere genau soweit geklärt, inwiefern sie für die Entwicklung des Hauptcharakters Oscar von Nöten sind...
Der Film ist meiner Meinung nach alles in allem ein von vorn bis hinten stimmiges und sinnvoll geschlossenes Machwerk (hab das Buch dazu aber nicht gelesen). Einziger Minuspunkt sind für mich die teilweise lächerlich geratenen oder agierenden Nebenpersonen...aber irgendwas ist ja immer...grins
Deine Kommentare
vincenttriaz
über Avatar - Aufbruch nach Pandora 2009/12/17 13:19:00
Ach ja, die schönen Kommentare von Batzman! Ich glaube mit Recht behaupten zu können, dass Menschen deiner Art, so anspruchsvoll die Kritik geschrieben sein mag, nie wieder ein Kino betreten, den Fernseher anschalten oder ein Buch in die Hand nehmen dürfen. Wer im Zusammenhang mit solch herausragenden Filmen, wie Avatar, nur Worte für die immer wiederkehrende Grundthematik von Geschichten findet, der bemängelt, dass es einfach keine neue Thematik in den Wirrungen einer Geschichte gibt, der ist wohl mit allen noch kommenden Werken Feind. Nie wieder wirst du in einem romantischen Buch versinken, von einer aufklärenden Kriegsdokumentation lernen oder dich von der Action eines neuen Films mitreißen lassen, denn sein wir mal ehrlich, aus deinem Gesichtspunkt ist gar nichts mehr neu und ich bezweifle indes, dass jemand wie du etwas daran ändern könnte. Wie lautet doch ein schöner Satz aus einem Animationsfim der Pixars-Studios: "Eine Kritik ist nicht annähernd so gut, wie das Durchschnittsprodukt, die sie als solches bezeichnet!"
Im Übrigen sei gesagt, dass die Problematik einer Thematik erst dann sterben kann, wenn wir Menschen gelernt haben, diese Problematik zu verstehen und dementsprechend zu handeln. Sich ein ums andere Mal die Unterdrückung oder Vertreibung von Völkern im Kino anzuschauen, sich daran zu ergötzen und danach zu sagen "Das hab ich schon mal gesheen! Wie langweilig!", ist ja mal die verlogenste Art und Weise mit solchen Themen umzugehen. Nicht meckern, nicht motzen, handeln wäre angesagt und DANN, wenn dieses Thema aus der Welt ist, DANN kann man mit Fug und recht behaupten, der Stoff sei alt und abgenutzt. Vorher ist er so brisant und aktuell, wie nie!
In dem Sinne:
Wer sich diesen Film noch nicht angeschaut haben mag, genieße die Traumwelt, die hier schon so oft deutlich skiziert wurde, tauche ein in eine Geschichte, die bis zur letzten Sekunde gefangen hält und bewundere die technische Arbeit, die ihres Gleichen sucht und die Filmgeschichte wieder einen weiteren Schritt vorangebracht hat. Von mir gibt es ein großes Lob an dieses Meisterkwerk.
bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 8 Antworten
Narrisch 2009/12/17 15:21:21
Antwort löschenKritiker wie Batzman loben verstörende Wackelkameraexzesse wie "Dancer in the dark" über den grünen Klee und sind vollkommen unfähig wirkliche Kinomagie auch nur für einen Augenblick zuzulassen.
Ansi 2009/12/17 19:05:41
Antwort löschenabsolut richtig
nurleben 2009/12/17 19:29:11
Antwort löschenTake that! :D ;)
Dracul 2009/12/17 23:57:59
Antwort löschenDanke!
Kubrick_obscura 2009/12/18 16:00:39
Antwort löschenWarum jetzt Vergleiche mit "Dancer in the Dark" ins Spiel kommen, muss ich nicht verstehen. Batzman ist toll, weil er auf Hypes, Erwartungen und Prestige scheißt und lieber seine eigene Meinung sagt als wiederzukäuen. Das dann die Fanbase des Films anfängt diese Meinung mit platten Totschlagargumenten als nichtig abzutun, stimmt mich traurig. Ob ein Plot neu, alt, klischeehaft usw ist, das ist eine Diskussion mit der man Bände füllen könnte. Allerdings, hasse ich diese ständigen Behauptungen, dass alles erzählt wurde. Das ist Schwachsinn. Bitte, verfallt nicht in diese Lethargie und begnügt euch mit ausgelutschten Plots unter dem Vorwand "Es gibt keine neuen Geschichten". Was glaubt ihr wie oft das Kino schon tot gesprochen wurde. Wie oft das Feuillton schon in der Vergangenheit schrieb, man hätte alles gesehen und gefühlt. Es sind nur die ganz großen Filmemacher, die dann überraschen und was neues erzählen. Es ist möglich, man muss sich nur anstrengen. Cameron hat sich nicht angestrengt, überhaupt nicht. Sein Film rüttelt niemanden auf und selbst wenn man den Film noch schnell auf dem Klimagipfel zeigen würde, würde sich nichts ändern. Das Problem ist doch längst bekannt. Es fehlen die Antworten, die ein Film nicht liefern kann und auch nicht sollte. Es gilt Fragen zu stellen. Camerons Frage kennt aber jeder. Das hat nichts mit Ignoranz zu tun. Es ist eher Camerons Ignoranz, dem Thema keine neuen Aspekte abringen zu wollen. Das einzige was ihn interessiert ist die Technik, da kann er noch punkten. Dafür hat er auch zigtausend kleine Helferlein, die erst im Abspann mit einem Namen gewürdigt werden.
Technische Innovationen kriegt er doch auch hin, warum keine inhaltlichen? Weil das tausend mal schwieriger ist, weil sich das nicht nur mit 0en und 1en berechnen lässt. Tut mir Leid, aber wenn es um das Thema geht, dann schau ich mir lieber nochmal "Prinzessin Mononoke" an. Der ging mir wirklich nahe und hatte auch künstliche Figuren, da war die Story kein Vorwand, sondern das Fundament.
Kubrick_obscura 2009/12/18 19:23:15
Antwort löschenJetzt hast du sie alle totgeschlagen. Schäm dich! :)
Alle 8 Antworten zeigen
vincenttriaz 2010/01/27 14:22:38
Antwort löschenIhr könnt mir erzählen, was ihr wollt und kubrick_obscura's Beitrag mag auch Sinn machen, vor allem, wenn er anprangert, dass man Menschen mit Filmen nicht ändern könnte. Das konnte man allerdings noch nie und sollte dies nicht als Vorzeigegrund nehmen, um es nie wieder zu versuchen, sonst landen wir wieder in der Passivität einer gewissen Zeit, die wir sicherlich nicht noch einmal erleben wollen!
An Kritikern jedenfalls, die durchweg lediglich jeden zwanzigsten Film als gut bewerten und gleichzeitig jeden populären Film als schlecht bezeichnen, allein aus dem Motiv heraus, dass er populär ist und daher irgendwas daran schlecht sein muss, kann ich einfach nichts finden. Natürlich kann man Batzman zugutehalten, dass er nur seine eigene Meinung vertreten möchte und das ist auch legitim, aber in den meisten Fällen erkenne ich lediglich kindische Rebellion, um Aufsehen zu erregen und irgendwie "anders" zu sein und zu diesem Zwecke auch gern einmal maßlos zu übertreiben.
Nicht zuletzt jedoch muss ich als "Totschlagargument" sagen, dass ich jemanden, der "Avatar" mit 4,5, auf der anderen Seite aber "Planet 51" mit 7,0 bewertet, einfach nicht ernst nehmen kann...so professionell sich seine Texte auch lesen mögen...
Und um noch kurz Alanger zu antworten:
Niemand hat etwas Verallgemeinerndes behauptet. Schließlich habe ich die Meinung eines Kritikers angegriffen, sonst hätte ich mich gleichzeitig auch selbst denunziert, wie du sicherlich gemerkt hast.
Dass ich meine Kritik auf eine andere bezogen habe, liegt daran, dass ich mich allein dadurch dazu genötigt sah und andernfalls gar keine Kritik geschrieben hätte.
Wenn du den Spruch für so "dämlichen Stuss" hälst, beschwer dich bei den Machern von "Ratatouille", nicht bei mir.
Und als letztes: Ich bin froh, dass du dich mit deinem "Schadstoffausstoß" nicht zurückgehalten hast...es ist immer gut, wenn man die größten "Sünder" erkennen kann. ;)
Kubrick_obscura 2010/01/27 17:51:44
Antwort löschenEntschuldigung, aber ich behaupte nicht ein einziges mal, dass Filme nicht das Vermögen haben Menschen zu ändern. Dann bräuchte ich dieses Medium nicht. Es steht sogar an erster Stelle Menschen zu BEWEGEN, in welche Richtung und wie weit, steht auf einem anderen Blatt.
Ich sage nur, dass ein Film das nur erreicht in dem er Fragen stellt, die der Zuschauer für sich beantworten muss. "Avatar" stellt aber Fragen bei denen ich herzlichst gähnen muss, weil ich die schon vor Jahren von besseren Filmen gestellt bekommen habe. Außerdem, was verleitet dich dazu meinen Kommentar in irgendeine Verbindung mit dem Dritten Reich zu stellen?
vincenttriaz
über So finster die Nacht 2009/08/30 07:44:47
Absolut genialer Film, da kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen. Natürlich lässt dieser Film für alle Filmfreunde der Effekthascherei wenig übrig. Keine großen Schreckmomente, wenig Gruselspannung, dafür ein Deut mehr an ausgefeilter Thematik und Verliebtheit zum Detail. Das völlig neue Aufrollen aller Nebenwirkungen des Vampirismus und der Behandlung dieser "Krankheit" als Fluch für den Betroffenen, der mit eigenen Schuldzuweisungen, Skrupeln und dem Gefühl des ausgestoßen seins leben muss - Kompliment für die Umsetzung und die schauspielerische Leistung!
Im Film geht es vorrangig um die persönliche Entwicklung Oscars, um innere Zerwürfnisse, äußere Einflüsse und seiner eigenen Findung eines Weges aus seinen Problemen, wie sie jeder von uns schon einmal erlebt, gehört oder gesehen hat. Dabei scheinen absichtlich viele Informationen über alle übrigen Personen im Dunkeln gelassen worden zu sein. Die Filmemacher bieten einen einfachen, dafür sehr gut nachvollziehbaren Handlungsstrang an, der nicht von Nebensächlichkeiten strotzt. Völlig zu Recht, wie ich finde, denn nicht immer ist mehr auch besser und in diesem Fall auch gar nicht nötig.
So ist die Klärung, ob Hakan nun der Liebhaber von Eli ist oder irgendwer sonst, völlig unwichtig, da dies in Oscars Entwicklung keine Rolle spielt.
Auch die Frage, ob nun Eli ein Mädchen ist oder aber ein kastrierter Junge, wie einige herumrätseln (der Vampir Eli soll im Übrigen geschlechtslos sein) ist im Grunde völlig belanglos, da es allein um die entstehende Verbindung zwischen den beiden geht, die ein gegenseitiges Verantwortungsgefühl für das Wohl des jeweils anderen aufkommen lässt. (Dass die Mehrheit von einem Mädchen ausgeht, liegt wohl an der Schauspielerin selbst und dass die meisten Zuschauer wohl eine heterosexuelle Erwartung in den Film legen)
In kurzen Worten gesagt, werden die Persönlichkeiten aller Charaktere genau soweit geklärt, inwiefern sie für die Entwicklung des Hauptcharakters Oscar von Nöten sind...
Der Film ist meiner Meinung nach alles in allem ein von vorn bis hinten stimmiges und sinnvoll geschlossenes Machwerk (hab das Buch dazu aber nicht gelesen). Einziger Minuspunkt sind für mich die teilweise lächerlich geratenen oder agierenden Nebenpersonen...aber irgendwas ist ja immer...grins
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