Lustig, dass "Daniel, der Zauberer" unter so ziemlich jedem Drecksfilm als 'Fans dieses Films gefällt auch...' auftaucht, komplett unabhängig von Genre und Thematik.
Ja, Remakes sind oft schlecht. Ja, Neusynchronisierungen sind oft schlecht. Bei Filmen ist man halt gern konservativ und leider wird dies allzuoft von der Realität bestätigt. Aber es gibt doch auch Gegenbeispiele und was wäre unsere Kultur ohne Remixe, Mash-ups, Updates - was wäre sie ohne permanente Erneuerung?
In diesem Falle möchte ich mal ein sehr gelungenes Beispiel einer Neuvertonung anbringen: Schaut euch bitte mal "Der Mann mit der Kamera" von Dziga Vertov an, der durch The Cinematic Orchestra neu vertont wurde.
Das ist der beste Beweis, dass so ein Projekt auch glücken kann, mehr noch, die 'moderne' Tonspur baut eine Brücke in die Vergangenheit, verleiht dem Film eine neue Aktualität. Also, an all die die hier (ich gebe zu, verständlicherweise) reflexartig "Nein!" rufen, abwarten, Tee trinken, Keks knabbern, vielleicht wird ja was ganz schönes drauss. Und bitte eines nicht vergessen: Hinter dem Projekt steht nicht warner Bros. oder 20th Century Fox, sondern das British Film Institute.
"Eden" ist ein köstlicher, ein betörender Film. In schönen, farbenstarken Bildern erzählt er die Geschichte von zwei eigensinnigen Menschen, die zusammen ein kleines bisschen Glück finden.
Ostendorf ist die Rolle des Kochs im wahrsten Sinne auf den Leib geschrieben, Striesow überzeugt als eifersüchtiger Ehemann, wobei seine Figur ein wenig mehr Tiefgang verdient hätte. Dass Hofmann die Rolle der Eden mit Charlotte Roche besetzt hat, erweist sich als Glücksgriff - Man merkt ihr an, dass sie nicht vom Fach ist, doch Roches unverbrauchte Art und ihre spezifische Schönheit passen ganz hervorragend zur Rolle. Die Chemie zwischen den Protagonisten passt, besonders diese kleinen, irritierenden Momente zwischen zwei Menschen (die wohl jeder aus dem eigenen Leben kennt) sind äußerst glaubwürdig.
Die Freude am Kochen, die (mitunter blutige) Zubereitung des Essens und sein Genuss, all dies wird von Hofmann sehr sinnlich und ästhetisch in Szene gesetzt. Gregor, der seine Zutaten (entgegen aller Vernunft in Sachen Hygiene)liebkost und voller Freude darin herumpantscht; Eden, die die von Gregor aufgetischten Menüs lustvoll verschlingt – Es bereitet viel Vergnügen, dies mitanzuschauen.
Bei aller Wohlfühlatmosphäre schwingen jedoch auch immer traurige Untertöne mit – So behandelt "Eden" auch schwierige Themen wie Behinderung, Einsamkeit und Eifersucht auf einfühlsame Weise. Auch an satirischen Seitenhieben auf den deutschen Spießbürger mangelt es nicht – so ist "Eden" schlussendlich mehr eine nachdenkliche Kleinstadtballade als ein romantischer Gute-Laune-Film.
"Ich sehe den Mann deiner Träume" ist einer dieser Filme, der anmutet wie ein Zimmerbrunnen: Plätschert vor sich hin, sieht nett aus, tut keinem weh. Wäre er nicht da, würde ihn aber auch niemand vermissen.
Die grandiose Besetzung merkt man dem Film kaum an, so großartig die Namen klingen, die Woody Allen hier versammelt, das Spiel ist mehr solide als beeindruckend. Wahrscheinlich war aus der etwas blutleeren Geschichte auch nicht mehr herauszuholen. Dem Film fehlt einfach die Leichtigkeit und das Knistern von "Vicky, Christina, Barcelona". Aber vielleicht hat Allen "Ich sehe den Mann deiner Träume" auch als eine Art Anti-Romantische-Komödie entworfen, denn letztendlich gehen die Protagonisten mit ihren Schwärmereien – bis auf eine Ausnahme – allesamt baden. Und viel zu lachen gibt es auch nicht, bestenfalls ein wenig Schmunzeln kann man. Was ja auch nichts schlechtes ist.
Wer also die leichte Kost für zwischendurch sucht, ist mit diesem Film gut beraten. Eine ganze Mahlzeit kann er allerdings sicher nicht ersetzen.
"Carriers" der beiden Regie-Neulinge David und Alex Pastor hätte beinahe das traurige Schicksal ereilt, ungesehen auf dem Dachboden der Produktionsfirma vor sich hinzustauben. Doch dann kam die Schweinegrippe und ließ kollektive Endzeitpanik ausbrechen, begleitet von reichlich Apokalypsenmerchandising: Tamiflu, Atemmasken und Desinfektionssprays galten als Must-Have unter den Pandemiehipstern. Da durfte der passende Film natürlich nicht fehlen, und so wurde "Carriers" drei Jahre nach seiner Produktion auf den Markt geworfen.
Zum Glück ist der Film nicht so reißerisch, wie angesichts der Umstände seiner Veröffentlichung zu erwarten wäre – im Gegenteil: "Carriers" ist zurückhaltend, gemächlich beinahe. Die anfängliche Stärke erweist sich im Endeffekt als Schwäche des Films. Das erste Drittel verspricht, was der Film schlussendlich nicht halten kann. Die Spannung wird subtil aufgebaut, ein richtiger Höhepunkt bleibt aber aus.
"film-zeit.de" schreibt über "Carriers", er ordne sich „perfekt zwischen psychologischem Arthouse und aufwändig produziertem Mainstreamthrill“ ein. Der Spagat, den die Regisseure versuchen, ist leider nicht gänzlich geglückt. Der Film will beides sein, vermag aber gerade deswegen nicht zu überzeugen. Für ein Drama sind die vier Hauptcharaktere zu stereotyp; nachdem sie sich der beiden ungebetenen Mitfahrer entledigt haben, verliert die Geschichte spürbar an Tiefgang. Für einen Thriller passiert einfach zu wenig, hier hat man einiges an Potential verschenkt: Wird uns der Virus anhand eines Infizierten vor Augen geführt, ist dies tatsächlich beklemmend und angsteinflößend. Diese intensiven Momente sind leider viel zu selten. "Carriers" weist an einigen Stellen signifikante Ähnlichkeit zu "28 Days Later" auf, so auch die Szene, in der die Jugendlichen auf eine paramilitärische Einheit treffen. Man wird das Gefühl nicht los, man habe dies schon mal alles gesehen, nur besser. Der direkte Vergleich zeigt: Was Danny Boyle in seinem Film auf grandiose Weise gelingt, nämlich Anspruch und Nervenkitzel miteinander zu verbinden, daran scheitert "Carriers". Die Schwächen der Story werden aber durch die recht ansehnliche Inszenierung zumindest teilweise kompensiert, langweilig ist der Film wahrlich nicht. So kann man sich diese Apokalypse Light durchaus zu Gemüte führen, wenn die nächste Pandemie an die Tür klopft.
Einer der kontroversesten und legendärsten Horrorfilme überhaupt. Zu recht kann man behaupten, es ist auch einer der grausamsten, hart bis an die Schmerzgrenze und weit darüber hinaus.
Die Spezialeffekte sind außerordentlich realistisch, insofern es sich um welche handelt. Dass die Tiertötungen wirklich stattgefunden haben, ist ja hinlänglich bekannt, es wird aber auch dokumentarisches Material tatsächlicher Tötungen in den Film eingebaut (Material, welches bereits gedreht war, als der Film entstand, es handelt sich also nicht um ein Snuff-Movie). Der Tabubruch gehört zum festen Repertoire des Films, die Grenzen sind ja mittlerweile sehr weit gesteckt, aber "Nackt und Zerfleischt" ist einfach nur widerlich. Ich bin wirklich hartgesotten, aber diesen Film konnte ich nur im Schnelldurchlauf ertragen. Dabei hebt sich der Film von anderen dieser Art durch einige gewiss clevere Ansätze ab: Nicht die Kannibalen sind hier die eigentlichen Monster, die Filmemacher (gemeint sind jene innerhalb der Erzählung) sind es, die für sensationelle Bilder bereit sind, moralische und ethische Grenzen zu überschreiten. Diese Kritik wird jedoch durch die Tiertötungen und durch die Verwendung von Bildern echter Morde ab asurdum geführt. Handwerklich ist der Film gut gemacht, der dokumentarische Stil ist bahnbrechend und hat viele Nachfolger gefunden. Ich führe dies an, weil ich es für wichtig halte zu erwähnen, dass es sich nicht um einen reinen "Schundfilm" handelt, verstehe aber jeden, der aus Prinzip null Punkte vergibt. Ginge ich allein nach persönlichem Geschmack, täte ich dies ebenfalls. Denn "Nackt und Zerfleischt" ist, trotz intelligenter Untertöne, ein rassistischer, sexistischer und unnötig brutaler Film; er ist weder unterhaltend, noch macht er gar Spaß (d. h. von einem Splatterfilm kann man hier eindeutig nicht sprechen, wie in einem anderen Kommentar bereits angesprochen), noch regt er wirklich zum Nachdenken an. Der Film ist einfach nur zum Kotzen und ich möchte jedem davon abraten, ihn sich anzuschauen. Ich bin der letzte, der hier Moralapostel spielen will, aber ich finde der Originaltitel ist sowas von daneben. Ich habe durchgängig den deutschen Titel verwendet: Der ist zwar dämlich, trifft den Nagel aber auf den Kopf.
Truffaut liefert mit "Fahrenheit 451" eine gelungene Interpretation der kongenialen Romanvorlage aus der Feder von Ray Bradbury. Die sehr eigenwillige Ausstattung und die überholten Spezialeffekte mögen heute ein wenig albern erscheinen, der Film überzeugt jedoch durch seine starke Geschichte und die guten Darsteller (Grandios: Oskar Werner als Guy Montag und Julie Christie in einer Doppelrolle).
Truffaut legt besonderen Wert auf die Beziehungen der Figuren untereinander: Die zwei Frauen, zwischen denen Montag steht, könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite Clarisse, sensibel und einfühlsam, auf der anderen Seite die völlig lethargische Linda. Truffaut ließ nicht umsonst beide Rollen von Christie darstellen: Die zwei Frauen stehen symbolisch für Montags inneren Konflikt, seine Zerissenheit, die im Verlauf der Handlung immer deutlicher wird. Als Clarisse in sein Leben tritt, beginnt er zu zweifeln. Als er anfängt zu lesen, ahnt er, dass es etwas jenseits der Welt der leeren Bilder und der seelenlosen Gesichter gibt. Linda steht für diese Welt, die er zunächst in Frage stellt, und schließlich verabscheut.
In Erinnerung bleibt auch der gesprochene Vorspann, der das Thema des Films, eine Welt ohne das geschriebene Wort, vorwegnimmt. Insgesamt ein starker, empfehlenswerter Film, aufgrund der angesetzten Patina aber sicher nicht jedermanns Sache.
Unterhaltsamer Popcorn-Geisterbahn-Grusel. Ich bin eingeschlafen während des Films. Das heißt einerseits, so schlecht kann er gar nicht sein, denn schlechte Filme ärgern mich, und wenn ich mich ärgere, kann ich mich nicht entspannen. Andererseits bedeutet dies aber auch, vom Hocker gerissen hat mich das Teil nun wirklich nicht.
Nervig ist die Geschichte um die verlorene Tochter, die ist ganz und gar unnötig und bremst den Spaß am Film ungemein. Warum man in so vielen Horrorfilmen ein weinerliches "Daddy, Daddy!" unterbringen muss, bleibt mir ein Rätsel. John Cusacks Leistung ist solide, nicht mehr und nicht weniger.
Fazit: Kann man schauen, muss man aber nicht.
Ich liebe apokalyptische Szenarios. Und so hat mir der Film recht gut gefallen – in den ersten paar Minuten. Die Bilder vom verlassenen New York, das langsam von der Natur zurückerobert wird bilden dann auch schon der Höhepunkt des Films. Sobald diese lausigen Möchtegern-Zombie-Vampir-Hybriden aus ihren Löchern hervorkommen, wird es arg lächerlich. Die Dinger sehen derart schlecht aus, dass alle Stimmung dahin ist. Will Smith kann da auch nicht viel retten, zumal ich sagen muss, so gern ich ihn als Gast in Shows sehe (er wirkt immer äußerst sympathisch), so wenig halte ich von ihm als Schauspieler. Und als "Rapper", aber das steht wieder auf einem anderen Blatt. Anschauen kann man sich das ganze trotzdem, wenn mal gerade nichts besseres im Haus ist.
zZZzzzZZZ... was, schon vorbei? Da hat jemand anscheinend Opas Spukkiste auf dem Dachboden entdeckt. Das einzig erwähnenswerte ist die schöne Ausstattung, ansonsten wirkt dieser lahme Gruselstreifen schon altbacken, als er in die Kinos kommt – während das wesentlich ältere Original noch heute beeindruckt.
Gar nicht mal so schlecht wie ich vermutet hatte, bevor ich ihn sah. Das war mit 17. In manchem habe ich mich, wenn es auch überzeichnet war, wiedergefunden. Und wie schon gesagt wurde, ist "Schule" sicherlich frischer und origineller als die amerikanischen Pendants, stereotype Figuren überwiegen aber auch in dieser deutschen Variante des Teeniefilms. Insgesamt unterhaltsam, aber kein Film den ich mir nochmal anschauen will. Täte ich dies, bekäme der Film sicher eine schlechtere Bewertung, so gibts fünfeinhalb Nostalgiepunkte.
Die "Rocky Horror Picture Show" ist eine subversive Musical-Kömodie die auf alle Konventionen scheißt: Science Fiction und Horror werden gnadenlos parodiert, Geschlechteridentitäten infrage gestellt und fröhlich alle Genres miteinander vermischt. Nebenbei eine Riesenparty pro sexuelle Befreiung, gegen das Spießertum.
Verrückter Wissenschaftler, Altes Grusel-Schloss, finstere Kreaturen, Laserwaffen, außerirdische Wesen: Sämtliche Genre-Klischees finden wir im Film wieder. Vielfältige Referenzen sind auszumachen, bereits im Lied während des Vorspanns („Science Fiction/Double Feature“, gesungen von O'Brian selbst) werden zahlreiche Filme dieser Gattung erwähnt. Das Schloss, in welchem die Handlung spielt, wurde bereits in zahlreichen Horrorfilmen der legendären Hammer-Studios verwendet, die Auferweckung Rockys erinnert an "Frankenstein", die Szene, in der Rocky die Leiche Frank N. Furters einen Mast hinaufträgt ist eine eindeutige Hommage an "King Kong". Aus der filmhistorischen Perspektive also sicher ein Meilenstein, aber: Ich hasse Musicals. Und ich musste über diesen Film eine Seminararbeit schreiben, weshalb ich ihn einige Male zu oft gesehen habe (Let's NEVER do the time warp again), aber das ist ja bloß persönliches Schicksal, da kann der Film nichts für. Sechs Punkte sind in diesem Fall eine respektvolle Verneigung.
In Sachen Film kann Deutschland vom kleinen Nachbarstaat eine Menge lernen. Nicht umsonst räumen die Österreicher zunehmend ab, wenns um internationale Filmpreise geht. Seit ich in Österreich lebe, habe ich mich mit der hiesigen Filmlandschaft intensiver auseinandergesetzt und muss sagen, in kenne wenige deutsche, dafür aber sehr viele ausgezeichnete österreichische Filme. Dass mag daran liegen, dass die Ösis eher für das subtile und leise bekannt sind als wir prolligen Piefkes.
Das Subtile, die Feinheiten, die leisen Töne sind es auch die Spielmanns Film zu einer kleinen Sensation machen. Der Regisseur (ein im Übrigen sehr sympathischer Zeitgenosse) nutz die relativ simple Geschichte, um uns die Komplexität menschlicher Beziehungen vor Augen zu führen. Dass der Film dabei stets so glaubwürdig bleibt, ist auch der durchweg grandiosen Besetzung zu verdanken. "Revanche" ist langsam ohne jemals langatmig oder gar langweilig zu werden. Spielmann nimmt sich viel Zeit, das ist selten geworden im heutigen Kino und ich habe dieses Tempo sehr genossen. Mal melancholisch, mal komisch und immer wahrhaftig gehört dieser Film eindeutig zu den Meisterwerken europäischen Kinos.
Na ja. Diesen Film habe ich für umsonst unter freiem Himmel am Wiener Karlsplatz gesehen, in der einen Hand das Bier, in der anderen den Ofen, wie man das hier in Österreich nennt. Da fand ich den Film ganz in Ordnung, was die Theorie bestätigt, dass das Setting immer seinen Teil zur Rezeption eines Filmes beiträgt. Hätte ich diesen Film in meinem trauten Heim gesehen, durch welches durchaus hin und wieder mal wohlriechender Nebel wabert, wäre ich schon weniger angetan gewesen.
Mit dem Kifferhumor ist es eben wie mit dem Kiffen selbst – alles ganz toll und lustig und dann wird man halbwegs erwachsen und spätestens nachdem man das letzte Hanfposter auf Ebay verkloppt hat fragt man sich, warum man um das bisschen Rauch immer so ein Getöse gemacht hat.
Glawoggers Antihelden haben meine Sympathie genossen und der Film hat durchaus ein paar nette Einfälle vorzuweisen. Alles in allem sind die Pointen jedoch zu flach, um wirklich überzeugen zu können (sprich: zum Lachen zu bringen). Vor allem den sonst so subtilen, hintersinnigen österreichischen Humor habe ich hier sehr vermisst. Ein paar nationale Eigenheiten werden schon auf die Schippe genommen, leider geschieht dies recht plakativ. Da frage ich mich, ob der Film für jemanden, der mit Österreich noch nicht in Berührung gekommen ist, besser oder schlechter funktioniert.
Solche Blockbuster sind für mich die One-Night-Stands unter den Filmen. Schnell, Dreckig, Aufnimmerwiedersehen. Ab und zu sollte man sich das gönnen, aber dann bitte richtig. Denn auch für die kleinen Sauereien des Lebens gilt: Gänzlich den Verstand ausschalten, das will und kann ich nicht. Ein bisschen Herz und Hirn und Seele und Charme sollte schon drin sein. Dieser Film hat nichts davon. "Die Mumie" ist Fließbandkino par excellence und trotz all der Millionen die hier mit Sicherheit verballert worden sind, sieht das ganze auch noch erschreckend billig aus.
Mit "The International" liefert Tom Tykwer eine wahre Schauplatzorgie ab. Die grandiosen Bilder (besonders Istanbul) sind es auch, die mir in Erinnerung geblieben sind. Ansonsten war der Film schnell wieder vergessen. Ganz offensichtlich hat man sich um Tiefgang bemüht, schlussendlich ist die Geschichte zu verquast und besitzt zu wenig Substanz. Die "Bad Bank" Story wirkt wie eine Folie, die man über einen doch recht konventionellen Actionthriller gelegt hat, um ihm einen Anstrich von Anspruch zu verpassen. Die Schießerei im Guggenheim-Museum ist ein bisschen dick aufgetragen, auch das abrupte Ende mag nicht so recht überzeugen. Der Film ist durchaus in Ordnung, aber bei dem Regisseur und der Besetzung hätte man wesentlich mehr erwarten können.
Solider Myterythriller, der ohne Johnny Depp wohl in der Masse ähnlicher Filme untergehen würde. Depp stellt mal wieder unter Beweis, dass er seine Dauerabo für verschrobene Charaktere zu Recht besitzt. Der Schlusstwist ist zwar nicht besonders originell, immerhin nicht ganz so vorhersehbar wie bei ähnlichen Filmen. Für einen DVD-Abend durchaus empfehlenswert.
Deine Kommentare
zero_tonin
über Daniel - der Zauberer Wed, 06 Jul 2011 22:55:37 -0000
Lustig, dass "Daniel, der Zauberer" unter so ziemlich jedem Drecksfilm als 'Fans dieses Films gefällt auch...' auftaucht, komplett unabhängig von Genre und Thematik.
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Kallekowsky Thu, 07 Jul 2011 09:51:48 -0000
Antwort löschen...Faceaccounts machens möglich. :)
Anbei liebe Grüße an den Robbenkloppa!
zero_tonin
Kommentare Wed, 06 Jul 2011 15:44:32 -0000
Ja, Remakes sind oft schlecht. Ja, Neusynchronisierungen sind oft schlecht. Bei Filmen ist man halt gern konservativ und leider wird dies allzuoft von der Realität bestätigt. Aber es gibt doch auch Gegenbeispiele und was wäre unsere Kultur ohne Remixe, Mash-ups, Updates - was wäre sie ohne permanente Erneuerung?
In diesem Falle möchte ich mal ein sehr gelungenes Beispiel einer Neuvertonung anbringen: Schaut euch bitte mal "Der Mann mit der Kamera" von Dziga Vertov an, der durch The Cinematic Orchestra neu vertont wurde.
Das ist der beste Beweis, dass so ein Projekt auch glücken kann, mehr noch, die 'moderne' Tonspur baut eine Brücke in die Vergangenheit, verleiht dem Film eine neue Aktualität. Also, an all die die hier (ich gebe zu, verständlicherweise) reflexartig "Nein!" rufen, abwarten, Tee trinken, Keks knabbern, vielleicht wird ja was ganz schönes drauss. Und bitte eines nicht vergessen: Hinter dem Projekt steht nicht warner Bros. oder 20th Century Fox, sondern das British Film Institute.
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zero_tonin
über Eden Wed, 06 Jul 2011 14:58:18 -0000
"Eden" ist ein köstlicher, ein betörender Film. In schönen, farbenstarken Bildern erzählt er die Geschichte von zwei eigensinnigen Menschen, die zusammen ein kleines bisschen Glück finden.
Ostendorf ist die Rolle des Kochs im wahrsten Sinne auf den Leib geschrieben, Striesow überzeugt als eifersüchtiger Ehemann, wobei seine Figur ein wenig mehr Tiefgang verdient hätte. Dass Hofmann die Rolle der Eden mit Charlotte Roche besetzt hat, erweist sich als Glücksgriff - Man merkt ihr an, dass sie nicht vom Fach ist, doch Roches unverbrauchte Art und ihre spezifische Schönheit passen ganz hervorragend zur Rolle. Die Chemie zwischen den Protagonisten passt, besonders diese kleinen, irritierenden Momente zwischen zwei Menschen (die wohl jeder aus dem eigenen Leben kennt) sind äußerst glaubwürdig.
Die Freude am Kochen, die (mitunter blutige) Zubereitung des Essens und sein Genuss, all dies wird von Hofmann sehr sinnlich und ästhetisch in Szene gesetzt. Gregor, der seine Zutaten (entgegen aller Vernunft in Sachen Hygiene)liebkost und voller Freude darin herumpantscht; Eden, die die von Gregor aufgetischten Menüs lustvoll verschlingt – Es bereitet viel Vergnügen, dies mitanzuschauen.
Bei aller Wohlfühlatmosphäre schwingen jedoch auch immer traurige Untertöne mit – So behandelt "Eden" auch schwierige Themen wie Behinderung, Einsamkeit und Eifersucht auf einfühlsame Weise. Auch an satirischen Seitenhieben auf den deutschen Spießbürger mangelt es nicht – so ist "Eden" schlussendlich mehr eine nachdenkliche Kleinstadtballade als ein romantischer Gute-Laune-Film.
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zero_tonin
über Ich sehe den Mann deiner Träume Sat, 15 Jan 2011 21:52:07 -0000
"Ich sehe den Mann deiner Träume" ist einer dieser Filme, der anmutet wie ein Zimmerbrunnen: Plätschert vor sich hin, sieht nett aus, tut keinem weh. Wäre er nicht da, würde ihn aber auch niemand vermissen.
Die grandiose Besetzung merkt man dem Film kaum an, so großartig die Namen klingen, die Woody Allen hier versammelt, das Spiel ist mehr solide als beeindruckend. Wahrscheinlich war aus der etwas blutleeren Geschichte auch nicht mehr herauszuholen. Dem Film fehlt einfach die Leichtigkeit und das Knistern von "Vicky, Christina, Barcelona". Aber vielleicht hat Allen "Ich sehe den Mann deiner Träume" auch als eine Art Anti-Romantische-Komödie entworfen, denn letztendlich gehen die Protagonisten mit ihren Schwärmereien – bis auf eine Ausnahme – allesamt baden. Und viel zu lachen gibt es auch nicht, bestenfalls ein wenig Schmunzeln kann man. Was ja auch nichts schlechtes ist.
Wer also die leichte Kost für zwischendurch sucht, ist mit diesem Film gut beraten. Eine ganze Mahlzeit kann er allerdings sicher nicht ersetzen.
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zero_tonin
über Carriers Mon, 10 May 2010 23:32:45 -0000
"Carriers" der beiden Regie-Neulinge David und Alex Pastor hätte beinahe das traurige Schicksal ereilt, ungesehen auf dem Dachboden der Produktionsfirma vor sich hinzustauben. Doch dann kam die Schweinegrippe und ließ kollektive Endzeitpanik ausbrechen, begleitet von reichlich Apokalypsenmerchandising: Tamiflu, Atemmasken und Desinfektionssprays galten als Must-Have unter den Pandemiehipstern. Da durfte der passende Film natürlich nicht fehlen, und so wurde "Carriers" drei Jahre nach seiner Produktion auf den Markt geworfen.
Zum Glück ist der Film nicht so reißerisch, wie angesichts der Umstände seiner Veröffentlichung zu erwarten wäre – im Gegenteil: "Carriers" ist zurückhaltend, gemächlich beinahe. Die anfängliche Stärke erweist sich im Endeffekt als Schwäche des Films. Das erste Drittel verspricht, was der Film schlussendlich nicht halten kann. Die Spannung wird subtil aufgebaut, ein richtiger Höhepunkt bleibt aber aus.
"film-zeit.de" schreibt über "Carriers", er ordne sich „perfekt zwischen psychologischem Arthouse und aufwändig produziertem Mainstreamthrill“ ein. Der Spagat, den die Regisseure versuchen, ist leider nicht gänzlich geglückt. Der Film will beides sein, vermag aber gerade deswegen nicht zu überzeugen. Für ein Drama sind die vier Hauptcharaktere zu stereotyp; nachdem sie sich der beiden ungebetenen Mitfahrer entledigt haben, verliert die Geschichte spürbar an Tiefgang. Für einen Thriller passiert einfach zu wenig, hier hat man einiges an Potential verschenkt: Wird uns der Virus anhand eines Infizierten vor Augen geführt, ist dies tatsächlich beklemmend und angsteinflößend. Diese intensiven Momente sind leider viel zu selten. "Carriers" weist an einigen Stellen signifikante Ähnlichkeit zu "28 Days Later" auf, so auch die Szene, in der die Jugendlichen auf eine paramilitärische Einheit treffen. Man wird das Gefühl nicht los, man habe dies schon mal alles gesehen, nur besser. Der direkte Vergleich zeigt: Was Danny Boyle in seinem Film auf grandiose Weise gelingt, nämlich Anspruch und Nervenkitzel miteinander zu verbinden, daran scheitert "Carriers". Die Schwächen der Story werden aber durch die recht ansehnliche Inszenierung zumindest teilweise kompensiert, langweilig ist der Film wahrlich nicht. So kann man sich diese Apokalypse Light durchaus zu Gemüte führen, wenn die nächste Pandemie an die Tür klopft.
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zero_tonin
über FearDotCom Wed, 27 Jan 2010 13:00:02 -0000
"The Ring" in billig. Dieses eine, aber auch nur dieses eine mal ist mir der Fernseher lieber als das Internet.
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zero_tonin
über Nackt und zerfleischt Wed, 27 Jan 2010 00:36:41 -0000
Einer der kontroversesten und legendärsten Horrorfilme überhaupt. Zu recht kann man behaupten, es ist auch einer der grausamsten, hart bis an die Schmerzgrenze und weit darüber hinaus.
Die Spezialeffekte sind außerordentlich realistisch, insofern es sich um welche handelt. Dass die Tiertötungen wirklich stattgefunden haben, ist ja hinlänglich bekannt, es wird aber auch dokumentarisches Material tatsächlicher Tötungen in den Film eingebaut (Material, welches bereits gedreht war, als der Film entstand, es handelt sich also nicht um ein Snuff-Movie). Der Tabubruch gehört zum festen Repertoire des Films, die Grenzen sind ja mittlerweile sehr weit gesteckt, aber "Nackt und Zerfleischt" ist einfach nur widerlich. Ich bin wirklich hartgesotten, aber diesen Film konnte ich nur im Schnelldurchlauf ertragen. Dabei hebt sich der Film von anderen dieser Art durch einige gewiss clevere Ansätze ab: Nicht die Kannibalen sind hier die eigentlichen Monster, die Filmemacher (gemeint sind jene innerhalb der Erzählung) sind es, die für sensationelle Bilder bereit sind, moralische und ethische Grenzen zu überschreiten. Diese Kritik wird jedoch durch die Tiertötungen und durch die Verwendung von Bildern echter Morde ab asurdum geführt. Handwerklich ist der Film gut gemacht, der dokumentarische Stil ist bahnbrechend und hat viele Nachfolger gefunden. Ich führe dies an, weil ich es für wichtig halte zu erwähnen, dass es sich nicht um einen reinen "Schundfilm" handelt, verstehe aber jeden, der aus Prinzip null Punkte vergibt. Ginge ich allein nach persönlichem Geschmack, täte ich dies ebenfalls. Denn "Nackt und Zerfleischt" ist, trotz intelligenter Untertöne, ein rassistischer, sexistischer und unnötig brutaler Film; er ist weder unterhaltend, noch macht er gar Spaß (d. h. von einem Splatterfilm kann man hier eindeutig nicht sprechen, wie in einem anderen Kommentar bereits angesprochen), noch regt er wirklich zum Nachdenken an. Der Film ist einfach nur zum Kotzen und ich möchte jedem davon abraten, ihn sich anzuschauen. Ich bin der letzte, der hier Moralapostel spielen will, aber ich finde der Originaltitel ist sowas von daneben. Ich habe durchgängig den deutschen Titel verwendet: Der ist zwar dämlich, trifft den Nagel aber auf den Kopf.
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zero_tonin
über Fahrenheit 451 Tue, 26 Jan 2010 23:19:37 -0000
Truffaut liefert mit "Fahrenheit 451" eine gelungene Interpretation der kongenialen Romanvorlage aus der Feder von Ray Bradbury. Die sehr eigenwillige Ausstattung und die überholten Spezialeffekte mögen heute ein wenig albern erscheinen, der Film überzeugt jedoch durch seine starke Geschichte und die guten Darsteller (Grandios: Oskar Werner als Guy Montag und Julie Christie in einer Doppelrolle).
Truffaut legt besonderen Wert auf die Beziehungen der Figuren untereinander: Die zwei Frauen, zwischen denen Montag steht, könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite Clarisse, sensibel und einfühlsam, auf der anderen Seite die völlig lethargische Linda. Truffaut ließ nicht umsonst beide Rollen von Christie darstellen: Die zwei Frauen stehen symbolisch für Montags inneren Konflikt, seine Zerissenheit, die im Verlauf der Handlung immer deutlicher wird. Als Clarisse in sein Leben tritt, beginnt er zu zweifeln. Als er anfängt zu lesen, ahnt er, dass es etwas jenseits der Welt der leeren Bilder und der seelenlosen Gesichter gibt. Linda steht für diese Welt, die er zunächst in Frage stellt, und schließlich verabscheut.
In Erinnerung bleibt auch der gesprochene Vorspann, der das Thema des Films, eine Welt ohne das geschriebene Wort, vorwegnimmt. Insgesamt ein starker, empfehlenswerter Film, aufgrund der angesetzten Patina aber sicher nicht jedermanns Sache.
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zero_tonin
über Zimmer 1408 Tue, 26 Jan 2010 02:22:30 -0000
Unterhaltsamer Popcorn-Geisterbahn-Grusel. Ich bin eingeschlafen während des Films. Das heißt einerseits, so schlecht kann er gar nicht sein, denn schlechte Filme ärgern mich, und wenn ich mich ärgere, kann ich mich nicht entspannen. Andererseits bedeutet dies aber auch, vom Hocker gerissen hat mich das Teil nun wirklich nicht.
Nervig ist die Geschichte um die verlorene Tochter, die ist ganz und gar unnötig und bremst den Spaß am Film ungemein. Warum man in so vielen Horrorfilmen ein weinerliches "Daddy, Daddy!" unterbringen muss, bleibt mir ein Rätsel. John Cusacks Leistung ist solide, nicht mehr und nicht weniger.
Fazit: Kann man schauen, muss man aber nicht.
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zero_tonin
über I Am Legend Tue, 26 Jan 2010 01:30:35 -0000
Ich liebe apokalyptische Szenarios. Und so hat mir der Film recht gut gefallen – in den ersten paar Minuten. Die Bilder vom verlassenen New York, das langsam von der Natur zurückerobert wird bilden dann auch schon der Höhepunkt des Films. Sobald diese lausigen Möchtegern-Zombie-Vampir-Hybriden aus ihren Löchern hervorkommen, wird es arg lächerlich. Die Dinger sehen derart schlecht aus, dass alle Stimmung dahin ist. Will Smith kann da auch nicht viel retten, zumal ich sagen muss, so gern ich ihn als Gast in Shows sehe (er wirkt immer äußerst sympathisch), so wenig halte ich von ihm als Schauspieler. Und als "Rapper", aber das steht wieder auf einem anderen Blatt. Anschauen kann man sich das ganze trotzdem, wenn mal gerade nichts besseres im Haus ist.
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zero_tonin
über Cabin Fever Tue, 26 Jan 2010 01:18:44 -0000
Ziemlich blöd... Spaß gemacht hats trotzdem.
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zero_tonin
über Das Geisterschloss Tue, 26 Jan 2010 01:15:41 -0000
zZZzzzZZZ... was, schon vorbei? Da hat jemand anscheinend Opas Spukkiste auf dem Dachboden entdeckt. Das einzig erwähnenswerte ist die schöne Ausstattung, ansonsten wirkt dieser lahme Gruselstreifen schon altbacken, als er in die Kinos kommt – während das wesentlich ältere Original noch heute beeindruckt.
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zero_tonin
über Haunted Hill Tue, 26 Jan 2010 01:13:03 -0000
Ein Film wie eine Geisterbahnfahrt: Unterhaltsam, aber nicht wirklich gruselig.
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zero_tonin
über Schule Tue, 26 Jan 2010 00:31:46 -0000
Gar nicht mal so schlecht wie ich vermutet hatte, bevor ich ihn sah. Das war mit 17. In manchem habe ich mich, wenn es auch überzeichnet war, wiedergefunden. Und wie schon gesagt wurde, ist "Schule" sicherlich frischer und origineller als die amerikanischen Pendants, stereotype Figuren überwiegen aber auch in dieser deutschen Variante des Teeniefilms. Insgesamt unterhaltsam, aber kein Film den ich mir nochmal anschauen will. Täte ich dies, bekäme der Film sicher eine schlechtere Bewertung, so gibts fünfeinhalb Nostalgiepunkte.
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zero_tonin
über The Rocky Horror Picture Show Tue, 26 Jan 2010 00:15:20 -0000
Die "Rocky Horror Picture Show" ist eine subversive Musical-Kömodie die auf alle Konventionen scheißt: Science Fiction und Horror werden gnadenlos parodiert, Geschlechteridentitäten infrage gestellt und fröhlich alle Genres miteinander vermischt. Nebenbei eine Riesenparty pro sexuelle Befreiung, gegen das Spießertum.
Verrückter Wissenschaftler, Altes Grusel-Schloss, finstere Kreaturen, Laserwaffen, außerirdische Wesen: Sämtliche Genre-Klischees finden wir im Film wieder. Vielfältige Referenzen sind auszumachen, bereits im Lied während des Vorspanns („Science Fiction/Double Feature“, gesungen von O'Brian selbst) werden zahlreiche Filme dieser Gattung erwähnt. Das Schloss, in welchem die Handlung spielt, wurde bereits in zahlreichen Horrorfilmen der legendären Hammer-Studios verwendet, die Auferweckung Rockys erinnert an "Frankenstein", die Szene, in der Rocky die Leiche Frank N. Furters einen Mast hinaufträgt ist eine eindeutige Hommage an "King Kong". Aus der filmhistorischen Perspektive also sicher ein Meilenstein, aber: Ich hasse Musicals. Und ich musste über diesen Film eine Seminararbeit schreiben, weshalb ich ihn einige Male zu oft gesehen habe (Let's NEVER do the time warp again), aber das ist ja bloß persönliches Schicksal, da kann der Film nichts für. Sechs Punkte sind in diesem Fall eine respektvolle Verneigung.
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zero_tonin
über Revanche Mon, 25 Jan 2010 23:04:47 -0000
In Sachen Film kann Deutschland vom kleinen Nachbarstaat eine Menge lernen. Nicht umsonst räumen die Österreicher zunehmend ab, wenns um internationale Filmpreise geht. Seit ich in Österreich lebe, habe ich mich mit der hiesigen Filmlandschaft intensiver auseinandergesetzt und muss sagen, in kenne wenige deutsche, dafür aber sehr viele ausgezeichnete österreichische Filme. Dass mag daran liegen, dass die Ösis eher für das subtile und leise bekannt sind als wir prolligen Piefkes.
Das Subtile, die Feinheiten, die leisen Töne sind es auch die Spielmanns Film zu einer kleinen Sensation machen. Der Regisseur (ein im Übrigen sehr sympathischer Zeitgenosse) nutz die relativ simple Geschichte, um uns die Komplexität menschlicher Beziehungen vor Augen zu führen. Dass der Film dabei stets so glaubwürdig bleibt, ist auch der durchweg grandiosen Besetzung zu verdanken. "Revanche" ist langsam ohne jemals langatmig oder gar langweilig zu werden. Spielmann nimmt sich viel Zeit, das ist selten geworden im heutigen Kino und ich habe dieses Tempo sehr genossen. Mal melancholisch, mal komisch und immer wahrhaftig gehört dieser Film eindeutig zu den Meisterwerken europäischen Kinos.
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Wurfmaul Thu, 06 Dec 2012 14:12:13 -0000
Antwort löschenNaja subtil und leise wür ich meine Landsleute jetzt nicht gerade bezeichnen, dein Kommentar gefällt mir jedenfalls!
zero_tonin
über Contact High Mon, 25 Jan 2010 22:39:29 -0000
Na ja. Diesen Film habe ich für umsonst unter freiem Himmel am Wiener Karlsplatz gesehen, in der einen Hand das Bier, in der anderen den Ofen, wie man das hier in Österreich nennt. Da fand ich den Film ganz in Ordnung, was die Theorie bestätigt, dass das Setting immer seinen Teil zur Rezeption eines Filmes beiträgt. Hätte ich diesen Film in meinem trauten Heim gesehen, durch welches durchaus hin und wieder mal wohlriechender Nebel wabert, wäre ich schon weniger angetan gewesen.
Mit dem Kifferhumor ist es eben wie mit dem Kiffen selbst – alles ganz toll und lustig und dann wird man halbwegs erwachsen und spätestens nachdem man das letzte Hanfposter auf Ebay verkloppt hat fragt man sich, warum man um das bisschen Rauch immer so ein Getöse gemacht hat.
Glawoggers Antihelden haben meine Sympathie genossen und der Film hat durchaus ein paar nette Einfälle vorzuweisen. Alles in allem sind die Pointen jedoch zu flach, um wirklich überzeugen zu können (sprich: zum Lachen zu bringen). Vor allem den sonst so subtilen, hintersinnigen österreichischen Humor habe ich hier sehr vermisst. Ein paar nationale Eigenheiten werden schon auf die Schippe genommen, leider geschieht dies recht plakativ. Da frage ich mich, ob der Film für jemanden, der mit Österreich noch nicht in Berührung gekommen ist, besser oder schlechter funktioniert.
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zero_tonin
über Die Mumie Thu, 21 Jan 2010 22:40:09 -0000
Solche Blockbuster sind für mich die One-Night-Stands unter den Filmen. Schnell, Dreckig, Aufnimmerwiedersehen. Ab und zu sollte man sich das gönnen, aber dann bitte richtig. Denn auch für die kleinen Sauereien des Lebens gilt: Gänzlich den Verstand ausschalten, das will und kann ich nicht. Ein bisschen Herz und Hirn und Seele und Charme sollte schon drin sein. Dieser Film hat nichts davon. "Die Mumie" ist Fließbandkino par excellence und trotz all der Millionen die hier mit Sicherheit verballert worden sind, sieht das ganze auch noch erschreckend billig aus.
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zero_tonin
über The International Thu, 21 Jan 2010 13:31:47 -0000
Mit "The International" liefert Tom Tykwer eine wahre Schauplatzorgie ab. Die grandiosen Bilder (besonders Istanbul) sind es auch, die mir in Erinnerung geblieben sind. Ansonsten war der Film schnell wieder vergessen. Ganz offensichtlich hat man sich um Tiefgang bemüht, schlussendlich ist die Geschichte zu verquast und besitzt zu wenig Substanz. Die "Bad Bank" Story wirkt wie eine Folie, die man über einen doch recht konventionellen Actionthriller gelegt hat, um ihm einen Anstrich von Anspruch zu verpassen. Die Schießerei im Guggenheim-Museum ist ein bisschen dick aufgetragen, auch das abrupte Ende mag nicht so recht überzeugen. Der Film ist durchaus in Ordnung, aber bei dem Regisseur und der Besetzung hätte man wesentlich mehr erwarten können.
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zero_tonin
über Das geheime Fenster Thu, 21 Jan 2010 13:11:15 -0000
Solider Myterythriller, der ohne Johnny Depp wohl in der Masse ähnlicher Filme untergehen würde. Depp stellt mal wieder unter Beweis, dass er seine Dauerabo für verschrobene Charaktere zu Recht besitzt. Der Schlusstwist ist zwar nicht besonders originell, immerhin nicht ganz so vorhersehbar wie bei ähnlichen Filmen. Für einen DVD-Abend durchaus empfehlenswert.
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