2001: Odyssee im Weltraum - Kritik

2001: A Space Odyssey

US · 1968 · Laufzeit 133 Minuten · FSK 12 · Science Fiction-Film · Kinostart
Du
  • 5

    [...] Obwohl ich dieses einmalige Filmerlebnis nicht missen wollen würde, zähle ich mich nicht zu den erklärten Liebhabern von Kubricks Werk. Das liegt gar nicht mal so sehr an der ausgestellten Langsamkeit oder der Tatsache, dass 2001 sich mit thematischen Ansätzen begnügt und aufgrund der angepeilten Ambivalenz thematisch nie in die Tiefe geht; für mich verhindert die klinische Kälte des Films eine potenzielle emotionale Wucht. Der Abspann entlässt mich intellektuell angeregt, aber unbeteiligt.

    Doch das ist nicht weiter tragisch: Mehr als 50 Jahre nach seiner Entstehung hat 2001: Odyssee im Weltraum dank seiner enormen Deutungsfreiheit und der brillanten Inszenierung nichts von seiner Kraft verloren. Eiskalt und makellos wie der fremdartige Monolith bleibt Kubricks Meisterwerk unveränderlich und unantastbar. Es lohnt sich ungemein, sich ihm hin und wieder sachte zu nähern, seinem Einfluss nachzuspüren und auf die Geistesblitze zu warten. [...]

    12
    • 7 .5

      Der Film hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Natürlich sieht man, dass die Affen von Menschen gespielt werden, aber gemessen an der Zeit, in der 2001 entstanden ist, kann man das verzeihen. Die Kameraführung und die Special Effects, für die es auch einen Oscar gab, sind wirklich klasse. Zudem nimmt er technische Errungenschaften wie z.B. die Videotelefonie vorweg.

      • Im Podcast besprochen:

        Ihr habt für diese Folge den besten Film aus dem Jahr 1968 ausgesucht und uns wohl eines der faszinierendsten und kompliziertesten Sci-Fi-Epen aller Zeiten aufgehalst. Daniel, Jan und Michi stellen sich der Herausforderung und stürzen sich in wilde Spekulationen, Interpretationen und Diskussionen. In dem etwas längerem Podcast kommen die verschiedensten Perspektiven und Lesarten zum Vorschein, bei der noch jede seine Berechtigung findet. So etwas passiert eben, wenn man versucht, Kubrick zu analysieren. Außerdem sprechen wir viel über die historische Einordnung von und unsere persönlichen Seherfahrungen mit 2001: A SPACE ODYSSEY. Dabei ist natürlich auch ganz wichtig, welche Bedeutung der Film für das Sci-Fi Genre ausweist.

        • 6 .5

          [...]
          Technisch ist „2001: Odyssee im Weltraum“ auch heute noch großartig, inhaltlich gefällt mir persönlich der Mittelteil am besten, eigentlich sogar sehr gut. Der merkwürdige Beginn und der noch viel merkwürdigere Schlussteil machen jedoch vieles zunichte, für mich persönlich hat sich Kubrick da etwas zu viel bei gedacht. Not my kind of movie. Was man dem Film allerdings hoch anrechnen muss: Man denkt über ihn nach, schließlich will man da ja auch einen Sinn drin sehen. Und sein Einfluss auf das Kino an sich ist ja auch nicht zu bestreiten.

          • 7

            Enthält Spoiler

            Gestern habe ich Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“ gesehen. Zum zweiten Mal. Beim ersten Mal, um das gleich mal vorweg zu nehmen und mich bei 80% aller Menschen, die diesen Kommentar lesen, unbeliebt zu machen: Es waren 4 Punkte. Ja, richtig gehört. 4!
            Vielleicht war es eine ungünstige Situation, ich hab den damals aus der Videothek ausgeliehen, wollte die DVD noch am gleichen Tag zurückgeben und hab ihn deshalb überstürzt in den Player gelegt. Es war sauwarm, eigentlich hatte ich keine rechte Lust. Und das Ende vom Leid waren 4 Punkte. Mit der Zeit hab ich den Film als „mir egal“ abgetan und größtenteils wieder vergessen,

            Aber eigentlich kanns das ja nicht gewesen sein, gerade einem solchen Film wie „2001“ muss man ne zweite Chance geben. Und nach diversen Unterhaltungen hier, auch über meine niedrige Bewertung (Grüße an Hfonda, Martin, Ben… und all die anderen), da hab ich in letzter Zeit sehr oft drüber nachgedacht. Gestern fühlte ich mich dann soweit. Immerhin wusste ich jetzt schon, worauf ich mich einlasse, hab mittlerweile einige andere Kubrick-Filme gesehen und für gut befunden. Und auch die Rahmenbedingungen stimmten.

            Also, Film rein. Und siehe da, der schwarze Bildschirm: toll. Die Musik, baut sich auf, bringt ein kribbeliges Gefühl mit sich. Das MGM-Zeichen erscheint und danach ein wunderbares Bild von drei Planeten und dazu „Also sprach Zarathustra“. Ein grandioser Moment, für mich der beste Moment des ganzen Films. Fantastisch. Auch die Affen, der Knochen als Werkzeug, die Evolution hin zum Mensch. Sozialdarwinismus. Der Flug des Knochens in das Weltall, die Veränderung zum Raumschiff. Fantastische Bilder, wunderbar unterlegt mit Musik vom für mich größten Komponisten aller Zeiten (Johann Strauss Sohn). Bilder, die ihresgleichen suchen. Wo beim ersten Versuch nur die Frage stand, warum man das zeigt, sah ich nun die geniale Kraft der Bilder. Die Effekte, die noch heute von eigentlich keinen mir bekannten Bildern in einem Film übertroffen wurden. Fantastisch.

            „Here you are, Sir, Main Level please“.
            Diese ersten Worte in diesem Film, nach über 25 Minuten, mir kam es vor als hätte sie die freundliche junge Dame zu mir gesagt. Ich hab den Anfang überstanden und er war grandios. Und jetzt solls bitte so weiter gehen, zum Hauptteil. Die Bilder waren weiterhin stark und haben auch einen tollen Einblick gegeben, wie sich Kubrick in den Sechziger Jahren die Zukunft vorstellte. Die Kleinigkeiten haben mir gefallen. Ob es nun Möbel oder ein Videotelefonanruf war, es war auf jeden Fall beeindruckend. Und trotzdem begann meine Euphorie schon langsam zu bröckeln. Die Gespräche begannen. Und sie führten mich nirgendwo hin. Gut, aber die waren noch nicht so wichtig, darüber wollte ich hinweg sehen, kann sich ja noch zu etwas Sinnvollem entwickeln. Und das taten sie auch, denn es kamen wieder diese beeindruckenden Stellen, in denen nicht gesprochen wurde: Als die Astronauten auf den Monolith trafen, da war ich wieder ganz oben auf meinem Staunlevel. Ich verstand und verstehe zwar den Sinn bis jetzt nicht, aber es war eine unglaublich packende Szene. Im Hintergrund der sich immer weiter steigernde Chorgesang, irgendwie wie ein mittelalterlicher Klostergesang, dazu einigermaßen karge musikalische Begleitung. Grelle überdrehte Lichter, fantastische Bilder eben. Und im Zusammenspiel hatten sie eine fast schon hypnotische Wirkung auf mich. Ich war wieder voll da, mitten drin im Film. Das kleine Tief war überwunden.
            Dann begann das dritte Kapitel, wir sind im Jahr 2001. Es sind hochinteressante Gespräche, die Mission der Astronauten wird vorgestellt. Und der Computer HAL 9000. Die Evolution, die mit den Affen vom Anfang begann, hat ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden: die Maschine. Der selbstdenkende Computer. Wieder wurden überragende Kameraeinstellungen verwendet, die Bildgewalt wieder hervorgerufen, das Spiel mit Licht, mit Farben, mit Technik und Physik. Und auch inhaltlich konnte man sich auf den Konflikt von Mensch gegen Maschine einstellen. Die Kälteschlafkammer wurde zum Sarg, der Kampf Technik vs. Mensch eskalierte. Und am Ende weiß man nicht mal mehr, wer die Maschine ist. Wer überlegen ist. Wer Emotionen und Gefühle hat. Das alles war weiterhin sehr gut.
            Aber der Abstieg hat so langsam begonnen, denn der Film ermüdete mich trotz seiner spannenden Themen. Er zog sich. Es wurde zum Kampf, ich musste mich wieder und immer wieder zur Aufmerksamkeit zwingen. Aber bisher sind es trotzdem nur Kleinigkeiten. Bisher wäre der Film immer noch toll.

            Aber jetzt kommt das Ende. Ich habe jetzt schon länger darüber nachgedacht. Ich weiß nicht, was Kubrick damit beabsichtigen wollte. Mit diesen Farben. Was sollte das? Ich frag mich hier nicht, was Kubrick mir sagen will, sondern eher, warum er solche komischen Bilder wählt. Zugegeben, wieder war da dieser geniale Chorgesang, aber er wollte mich nicht packen, nicht mehr so fesseln, wahrscheinlich, weil durch diese Bilder, durch diese merkwürdige Darstellung von was auch immer der Realitätsbezug fehlt. Und der ist mir sehr wichtig. Ich hab einen sehr weit gedehnten Realitätsbegriff, aber mit diesem „Bildschirmschoner-Farb-Wirrwarr“ kann ich nichts anfangen. Gar nichts.
            Und alles was danach kam, dieses Ende. Vielleicht lags am Farbenwirrwarr, vielleicht an mir, aber ich hab keinen Zugang mehr gefunden. Alt, Jung. Sterben. Wiedergeburt. Assoziationen hab ich auch. Zeit. Das Altern. Oder ist dieses Ende nur ein Traum? Zumindest fehlt mir auch hier wieder jeder Realitätsbezug. Und jeglicher Sinn. Ich habe darüber nachgedacht. Und ja, Kubrick wollte keine Antworten geben, sondern dass man sich selbst Fragen stellt. Aber, und mir tut es schon richtig Leid, dass ich das so sagen muss, denn es macht mir den ganzen Film kaputt, das Ende ist für mich Schwachsinn. Ich krieg keinen Zugang, ich weiß nicht wie. Ich würde gerne, aber ich kriegs einfach nicht hin. Es bleibt nur eine Frage übrig. Und die lautet nicht „Was?“ oder „Wie?“. Sie lautet wieder: „Warum?“. Leider.

            Naja, sehr lange Rede, ob Sinn drin ist soll jeder selbst entscheiden. Respekt für alle, die sich durch meinen Kommentar gequält haben, für die Länge ne fette Entschuldigung:
            Audiovisuell über weite Strecken das noch heute unübertroffene Nonplusultra, genreübergreifend. Inhaltlich anfangs sehr stark. Aber mit zunehmender Dauer wird es einfach zu anstrengend, den Film anzusehen, da ist der Film zu langsam. Und das Ende ist für mich so schlimm, so schrecklich, dass ich mit viel Wohlwollen noch 7,5 Punkte spendieren kann. Mehr ist einfach nicht drin.

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            • 10

              [...] Stanley Kubrick ist 1968 ein Film gelungen, der gleich in mehrerer Hinsicht beeindruckend ist. Er war seiner Zeit weit voraus, weiter als die Unendlichkeit des Alls. Klar, irgendwann gibt es immer den Film, der seiner Zeit voraus ist. Gott sei Dank. Nur "2001" wurde niemals übertroffen. Grundsätzlich ist er der Zeit immer noch voraus. Das ist empirisch unmöglich, da nun 45 Jahre vergangen sind und unzählige Filme direkt oder indirekt durch ihn beeinflusst wurden. Es ist wohl dieser eine Moment, in dem etwas geschaffen wird, das sich in seiner Gesamtheit niemals übertreffen lassen wird.

              "2001" ist eine Komposition aus visionären Verständnis für den Film, wie dessen Mittel auf den Zuschauer wirken, von seiner technischen Umsetzung wie der Kraft seiner Geschichte. Ein unglaublicher Rausch aus Bild, Ton und Atmosphäre, der sich so bisher nicht wiederholen ließ und womöglich auch nie mehr lässt. [...]

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              • 10

                Wahnsinnig. Besessen. Kosmisch. Egozentrisch. Formvollendet. Die Steigerung all dessen, was sich früher, heute und morgen als "Kino" schimpft. Seufzer der Überwältigung aus gleitenden Bewegungen durch Raum und Zeit, die Transformation des menschlichen Individuums zu etwas Neuem, Höherem, merklich Metaphysischem. Wenn Film zur Oper, leichte Unterhaltung zur anregenden Erfahrung wird. Ein singulärer Regisseur findet das zeitüberdauernd Genuine im Science-Fiction-Film, der auf einer hochgeistigen Ebene fundamentale Zivilisationsfragen nach dem Sinn des Lebens in zwei essayistischen Bildsinfonien und einer mehr dem Erzählkino verhafteten Konfrontation von Mensch gegen Maschine und HAL gegen Bowman stellt. Von scheiternder Menschlichkeit, göttlicher Intervention, psychedelischer Vision, gewaltsamer Menschheitsgeburt, arroganter Überlegenheit und evolutionären Bewusstseinssprüngen schwarzer Monolithen, vom Knochen zum Raumschiff zu Gott. Vom Affen zum Astronauten zum Baby. Alterung, Tod, Wiedergeburt. Ligeti. Strauss. Strauß. Berührend. Verletzlich. Stimulierend. Manchmal auch ein bisschen humorvoll. Dialoge sind Bilder, sind Text, Bilder erzählen Geschichten. Geschichten über Mechanik und dem Sein im Weltall. Eine der allerschönsten Seherfahrungen. Pure Ekstase. Jede Szene unzerstörbar, jede Sekunde unersetzbar. Und Kubrick unbezwingbar.

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                • 8 .5

                  [...] Das fantastische Abenteuer ist nicht einfache Science Fiction, die überdies das Genre jedoch auch nachhaltig beeinflusst haben dürfte, sondern ein mit Skepsis, bitterer Ironie und Zynismus vorgelegter (gesellschaftlicher) Gegenentwurf. [...]

                  2
                  • 9

                    "‚2001‘ ist wie eine Oper komponiert – die Ouvertüre in ‚The Dawn of Man‘, der Hauptteil im Jahre 2001 und der tragische Schluss –, doch zugleich so offen und verletzlich wie eine tiefe Wunde. Es entbehrt daher nicht nur eines Fazits. Es gibt kein Fazit. Oder wie sich Arthur C. Clarke ausdrückte: ‚Wenn Sie 2001 vollständig verstanden haben, haben wir versagt: Wir wollten viel mehr Fragen stellen, als wir beantwortet haben.‘" (Ulrich Behrens bei Filmstarts.de)

                    Wie soll man ein epochales Werk, welches in knapp 143 Minuten die Evolutionsgeschichte der Menschheit (bzw. des Lebens im All), Raum und Zeit, die Bedeutung von Technik und Fortschritt und noch so vieles mehr thematisiert, in Worte fassen?

                    Zur Technik braucht hier nicht viel gesagt werden, der Film zählt nicht ohne Grund zu den einflussreichsten Filmen aller Zeiten. Nahezu perfekt inszeniert, hat er nicht nur den Grundstein für Sci-Fi-Klassiker wie Blade Runner und Alien gesetzt, sondern bleibt zugleich mit seiner Inszenierung bis heute einzigartig. Opernhaft, wenn die Raumschiffe zu klassischer Musik wie "An der schönen blauen Donau" im endlosen Raum zu tanzen scheinen. Tragisch, wenn man die Evolution des Homo Sapiens mitanschauen (mitertragen?) muss. Philosophisch, religiös, mystisch, rätselhaft, nie wieder hat ein Film all diese Punkte technisch dermaßen überzeugend zu einem logischen (?) Ganzen vereint. Der Schnitt als Übergang vom ersten zum zweiten Akt bleibt in der Filmgeschichte ein Unikat. Was will man also noch viel mehr, als eine perfekte Bild- und Tonkomposition? Natürlich braucht der Film einen Inhalt, und den hat er definitiv.
                    Regisseur Stanley Kubrick beschreibt hier die Entwicklung vom Affen zum Menschen, vom Zusammenleben von Mensch und Tier zum Mensch als Jäger und Brutalo, vom Gesellschaftswesen zum einsamen "Helden". Kubrick sucht in Namen des Menschen eine Ursache für die Entstehung von Leben. Er stellt Gott als schwarzen Monolithen mit magnetischem Feld dar. Oder ist der Monolith vielleicht doch ein Synonym für Adamsapfel? Man weiss es nicht, aber, wie bereits aus dem Anfangszitat deutlich geworden ist, hier geht es nicht um Beantwortung von Fragen, sondern darum viele Fragen aufzuwerfen und Diskussionen zu entfächern. Geschafft hat das Kubrick mit seiner Sci-Fi-Oper sicherlich, ob einem das liegt, muss jeder Betrachter für sich selbst entscheiden. Aber seit vorgewarnt, das hier ist Kunst, Geschichte, Religion und Philosophie und hat mit Unterhaltung wenig gemein. Mir persönlich hat diese Art des Geschichtenerzählens wunderbar gefallen, und daher war das auch nicht das letzte Mal, dass ich mir den Film angeschaut habe.

                    Die volle Punktzahl kann ich dem Film trotzdem nicht geben, denn es fehlt mir ganz einfach an Emotionen. Umso genialer jedoch ist die Wirkung auf die Sinne, denn für Augen und Ohren bietet der Film eine Symbiose aus wunderschönen und schockierenden Eindrücken und nicht weniger als die perfekte Symphonie aus Bild, Ton und Technik.

                    Fazit: Wie soll ich '2001: Odyssee im Weltraum' letztendlich zusammenfassen. Soll ich eine Empfehlung aussprechen? Ich weiss es nicht, denn den Film als Meisterwerk zu betiteln wird ihm zwar gerecht, jedoch werden ihn viele nicht als dieses sehen. Daher passt meines Erachtens wohl eher der Begriff meisterliches Kunstwerk, denn über Kunst lässt sich bekanntlich streiten, und über diese 143 Minuten auf Zelluloid gebannte Menschheits- und Universumsgeschichte sicherlich auch.

                    16
                    • 10

                      1965 begann Filmregisseur Stanley Kubrick zusammen mit dem Schriftsteller Arthur C. Clarke (der mit seiner Kurzgeschichte „The Sentinel“ die Grundlage zu der Filmidee lieferte) die Arbeit an dem „endgültigen Science Fiction Film“ „Journey beyond the Stars“ (Arbeitstitel). Ihr Antrieb lag vor allem darin, mit den gängigen Klischees aufzuräumen, die in den 60ern vorherrschten. Weg von den unrealistischen Raumschiffen und martialischen Alienkämpfen, hin zu einer realen Geschichtsstunde. Bis die erste Klappe fiel waren über 2 Jahre Vorbereitungszeit vergangen. Etliche Wissenschaftler der NASA wurden befragt und junge (Film-) Talente engagiert. Es sollte ein möglichst realer (!) Science Fiction Film entstehen.

                      Und, um es vorweg zu nehmen: Das gelang ihnen auch! Über lange 139 Minuten wanken die Raumschiffe/-stationen im Walzertakt durchs Weltall und bildgewaltige Sequenzen verlangen nach einem Erzähler aus dem OFF, der dem Betrachter die Aussage dieser Bilder näher bringen möge. „Wenn ein Zuschauer diesen Film nach einmaligem Ansehen versteht, haben wir versagt“ ließen Regisseur Kubrick und Drehbuchautor Clarke vor der Premiere im Jahre 1968 verlauten.

                      Kubrick, der als ehemaliger Fotograph für seine Bildsprache mit den Werken „Wege zum Ruhm“ (1957) und Spartacus (1960) bekannt geworden war, leistet sich den Luxus, Zeit vorzuführen. Deshalb kann es dem Kinobesucher sehr leicht fallen, diesen Film zu hassen. Lange Einstellungen, Zeitlupe, der staunende Betrachter befindet sich auf einem Schleudersitz der Evolutionsgeschichte. Kein Film bietet so viel Stoff zur Interpretation. Es wimmelt vor Symbolizismen, Metaphern und skurilen Einfällen. Dem Zuschauer wird alles abverlangt, vor allem ein hochgradig intellektueller Anspruch. Betrachtet man einige Details genauer, hält man des öfteren den Atem an. Die Weitsicht Kubricks ist beängstigend. Der Film hat die Zeit noch längst nicht eingeholt. 2001 - Ein Kino-Abstraktum mit Sucht-Gefahr, so faszinierend, wie Kino nur sein kann.

                      7
                      • 10

                        Der cineastische Beweis, dass die Größe des Universums und den menschliches Geistes identisch ist.

                        15
                        • 8

                          Dieser Film mit seinen minutenlangen Aufnahmen von schwerelos durch den Weltall schwebenden Raumschiffen und der betörenden Musik von Györgi Ligety entspricht ganz bestimmt nicht jedem Geschmack. Auch der Auftakt mit den Purzelbaum schlagenden Affen wirkt eher seltsam. Doch schon alleine die Einstellung für Einstellung perfekte Kameraarbeit sorgt für unzählige ikonische Bilder.

                          • 10

                            Stanley Kubricks Weltraumoper ist Ästhetik in Reinform. Die herausragende Kameraführung, mit den Kubrick-typischen symmetrischen, sterilen Bildern, das grandiose Szenenbild, die kultige Musik – da stimmt alles. Wer kein Auge für Kubricks Art von Kunst hat, wird sich wahrscheinlich langweilen. Im Film sprechen weitestgehend Bilder für sich. „2001“ ist am wenigsten ein Film für jeden Gemütszustand, aber dafür ein absolut einzigartiger. [...]

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                            • 10

                              Kolossal, beeindruckend, ergreifend, atemberaubend, meisterhaft – angesichts dieses Kubrickschen Meisterstücks neigen sich die Superlativen schon nach kurzer Zeit dem Ende entgegen.

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                              • 10

                                Kubricks Meisterwerk ist DER Klassiker des Science-Fiction-Films und behandelt in seiner unnachahmlich langsamen Art philosphische Fragen, die die Menschheit auch beinahe 40 Jahre nach seiner Entstehung noch umtreiben. Es braucht einige Zeit und meist mehrere Durchgänge, bis man den Film wirklich mag. Dann aber umso mehr!

                                • 6 .5

                                  Drei Minuten sphärischer Musik zu Schwarzbild sind das einzige, was Stanley Kubrick seinem Zuschauer zeigt. Er gibt somit schon dem ersten Bild des Films die Zeit, Gedanke zu werden und führt mit "Atmosphères" von György Ligeti das Alles und Nichts in den unendlichen Weiten vor Augen. Dann erscheint das Firmenlogo von Metro-Goldwyn-Mayer und die Sonne geht auf für "2001: A Space Odyssey", einem der einflussreichsten Science-Fiction-Filme, der mit seiner Entwicklungsgeschichte samt Wiedergeburt eines neuen Menschen, mit technischer Utopie und kulturphilosophischer Spekulation, voller Skepsis und bitterer Ironie die Jahrzehnte seit seiner Entstehung - auch aufgrund des zeitlosen Looks - unbeschadet überdauert hat.