Almanya - Willkommen in Deutschland - Kritik

Almanya - Willkommen in Deutschland

DE · 2011 · Laufzeit 101 Minuten · FSK 6 · Drama, Komödie · Kinostart
Du
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    hallidalli 03.12.2018, 20:30 Geändert 04.12.2018, 05:35

    Der perfekte Film für die Schule. Der Stoff wird verständlich und locker erklärt.

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    • 8

      Hier passen die Klischees, es passt einfach alles. Ich muss es wissen.

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      • 4 .5
        RoboMaus 11.01.2018, 19:50 Geändert 13.01.2018, 08:53

        Türkische Einwanderung und die kulturellen Hindernisse - 'Almanya - Willkommen in Deutschland' (2011) stellt gut dar, dass die Einwanderungswelle der 60er-70er auf deutsches Werben von Arbeitskräften im Ausland hin erfolgte. Der Plot folgt einer türkischen Familie auf ihrer Odyssee und versucht das in eine humorige Form zu packen.

        Bei den kulturellen Differenzen ergibt sich riesiges Potential für eine gelungene Kömödie, doch genau daran hapert es: die Situationskomik ist bestenfalls albern, aber nicht witzig, zumindest nicht in meiner Wahrnehmung. Zudem sind Schauspiel und Dialoge oft hölzern und staksig, wie man es von deutschen Produktionen gewohnt ist, was umso mehr am Eindruck nagt, da es kaum etwas zu lachen gibt.

        Es bleibt leider nur eine gute Grundidee, die jedoch an ihre Umsetzung so sehr krankt, dass es tatsächlich anstrengt, sich das anzuschauen - wie jeder Film, der witzig sein will, aber nicht witzig wirkt.

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        • 5

          7,5 für die Idee. 5 für die schauspielerische und gestalterische Umsetzung. 2,5 für die Handlung.

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          • 10

            Diese Komödie war für mich in dreierlei Hinsicht sehenswert. Sie hat die Lebensverhältnisse, aus denen die Türken aufgebrochen sind, ungeschönt gezeigt, sie war eine Zeitreise zurück in meine eigene 60er-70er-Jahre Kindheit und sie hat den plötzlichen Tod des Großvaters Hüsein und die Trauer seiner Angehörigen auf eine sehr bewegende und zauberhafte Weise dargestellt. Daher auf jeden Fall sehenswert.

            • 8

              Erincin und Huser spielen super, der Rest des Cast fällt etwas ab. In der Summe ist der Film eine sehr sympathische Familienbiographie mit Witz und Charme, die erfrischend daherkommt und Migration ohne erhobenen Zeigefinger thematisiert. Besonders die Sicht der Türken auf Deutschland und die Eigenheiten der Deutschen sind unglaublich charmant inszeniert. Ein toller Film, der viel Verständnis auf beiden Seiten schafft.

              • Zu einer richtigen Ethno-Clash-Comedy gehört, dass die Klischees und Bräuche überhöht werden und daran haben sich auch die Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli in ihrem Debüt Film gehalten. Hier kommt die Geschichte der türkischen "Gastarbeiter" und sie beginnt in den späten 60ern. Nach 45 Jahren bekommt Hüseyin (Vedat Erincin) endlich seinen deutschen Reisepass. In der Nacht zuvor quält ihn ein Albtraum. Womöglich muss er in der Behörde eine Aufnahmeprüfung bestehen? Schützenvereinsmitgliedschaft, zwei Mal pro Woche Schwein (wieso ist die Fleisch-Sorte eigentlich so wichtig? - man stelle sich vor, eine solche Frage als Auftakt einer Konversation zu beantworten) und in den Ferien nach Mallorca? Seine Frau Fatma (Lilay Huser) erscheint ihm im Dirndl und spricht plötzlich bayrisch, so dass der Senior aus dem Bett hochschreckt. Als junger Mann (dargestellt von Fahri Yardim) zu Zeiten des Wirtschaftswunders, kommt er als 1.000.001ster Gastarbeiter aus einem anatolischen Dorf in das Land der Kartoffeln. Die deutsche Sprache klingt in seiner Wahrnehmung etwa wie schtonk-suerkraut-krachtschzzz. Heimweh und das Problem, seine Identität zu verlieren haben ihn in den Jahren immer gequält. Es ist aber nicht so, dass der alte Mann verbohrt wäre. Tatsächlich ist er der Einzige, der versteht, dass seine Enkelin (gespielt von der tollen Aylin Tezel) schwanger ist - was sie sich nicht zuzugeben traut. Almanya ist randvoll mit Episoden und Beobachtungen, wie "multikulti" 2011 in Deutschland aussieht. Angeblich gibt es das ja gar nicht mehr bzw. scheiterte das "Experiment" bereits. Ein dummer Gedanke, da wir es schliesslich nicht mit einer Laborsituation zu tun haben, in der Ratten vorgegebene Aufgaben lösen müssen. Ich habe Almanya gemeinsam mit meiner Freundin gesehen und sie ist auch Türkin. Viele Passagen gefielen ihr, da sie Gefühle und Erinnerungen hervorriefen. Almanya ist nicht oberflächlich auf ein paar Lacher aus, sondern erzählt diese Einwanderungsgeschichte sehr einfühlsam. M. Frisch fand die richtigen Worte für das "Multikulti Experiment": "Wir riefen Arbeitskräfte, es kamen Menschen".

                • 8

                  Culture-Clash-Komödie und Familiendrama: Der beste Filmbeitrag zur deutsch-türkischen Freundschaft seit »Kebab Connection«. [David Siems]

                  • MarieKo 29.03.2015, 00:16 Geändert 29.03.2015, 00:17

                    Ein durch und durch gelungenes Werk! Hat mir wirklich gut gefallen. Ein Filmerlebnis für die ganze Familie.

                    • 6

                      Es ist vollbracht. Nun habe ich auch Werk Nr. 4. meines ganz eigenen Deutsch-Film-Marathons hinter mich gebracht und dieses war bis her zwar keines Falls das beste aber definitiv das sonderbarste Werk bis hier hin denn solch einen Film hab ich bis eben noch nicht gesehen. Dramatisch Komödien gibt es ja einige aber der Handlungsablauf, so wie er hier an den Zuschauer verkauft wird ist schon geschickt und definitiv anders.
                      Die Story zu Almanya ist zu 70 Prozent erfrischend amüsant, tut im letzten Drittel aber die Tonart völlig ändern.
                      Etwas anstrengend sind jedoch die häufigen Untertitel-Sequenzen. Bei dieser Erzählweise und zum Wohle der Logik sind diese allerdings unumgänglich und machen durchaus Sinn. Die Darsteller sind allesamt ok.
                      Zu meiner Person muss ich mittlerweile sagen, das ich viel zu einseitig Filme konsumiert habe und mit einem Tunnelblick durch die Film-Landschaft geschlendert bin denn auch Almanya ist nicht zu verachten. Dieses Genre wird zwar nie zu meinen Favoriten gehören aber ich beginne gerade zu lernen und zu verstehen das auch andere Genres sehenswerte Stücke hervor gebracht haben. Ein Wort dann noch zur deutschen Filmkunst. So schlecht sind wir ja dann wohl doch nicht, man muss eben nur die Augen offen halten.
                      Ich habe da mit Sicherheit noch Nachholbedarf.

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                      • 4

                        Plump inszenierte gediegene Langeweile.

                        Bunnyfaktor: 2

                        • 9 .5
                          SalocinRocknRolla 29.04.2014, 13:12 Geändert 18.12.2015, 00:39

                          Eine der besten Familienkomödien Deutschlands. Super Gespür für spannende Erzählungen und ganz viel Herz ohne dabei kitschig zu wirken. Eine gute Komödie die sich mit Themen wie Heimat, Integration, Klischees und Familienzugehörigkeit auseinander setzt. Großartig, dass es die deutschen "Gastarbeiter" sind die in den Erzählungen und Rückblenden das Kauderwelsch reden. Wirklich Herz erwärmend. Ich weiß schon warum dieser Film so lange im Kino gelaufen ist und ich bereue es, dass ich ihn erst jetzt gesehen habe.
                          Auch schön, dass Zitat von Max Fritsch am Ende des Films: "Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen".
                          Dieser Film bewirkt meiner Meinung nach viel gegen Rassismus, mit vielen großartigen Schauspielern, nimmt er beiden Seiten (Türken wie Deutschen) Angst vor dem was sie nicht kennen und greift ein Thema auf, was wohl jeden in Deutschland geborenen Türken irgendwann beschäftigt.
                          Ich komm aus den Schwärmen nicht mehr raus. Gut möglich, dass der Film nach mehrmaligen Sichten auch noch die Top-Bewertung von 10 Punkten bekommt.

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                          • 6

                            Für einen "deutschen" Film überraschenderweise ganz in Ordnung und für das Genre allemal.

                            • 8

                              Ein unglaublich sympathischer Film, der seine Stärken aus den ansehnlichen und liebevoll inszenierten Rückblenden zieht. Hier wird die damalige Lage Deutschlands, seiner Bewohner und seiner Arbeitsmigranten bezaubernd, aber niemals unglaubwürdig, eingefangen. Leider nimmt die gegenwärtige Handlung am Schluss etwas ab, sonst wäre eine noch höhere Wertung drin gewesen.
                              Sehr interessant ist auch die Umsetzung der deutschen Sprache aus Sicht der Gastarbeiter gelungen.

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                              • 8 .5

                                Lecker Filmkost aus deutschen Landen! Ein absolut sympathischer Fahri Yardim begeisterte mich wie der Rest vom Cast. Der an sich schwere Stoff wird leichtfüssig erzählt, es mangelt nicht an witzigen, skurrilen und ungewöhnlichen Einfällen (böser Jesus / Dirndl-Alptraum und natürlich die originelle Umsetzung des Deutsch-hörens...) - einzig der etwas zu dick aufgetragene Drama-Schluss verhindert eine noch höhere Bewertung...
                                Prädikat: sehenswert!

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                                • 0

                                  Schlechtester Film ever!

                                  • 6

                                    Hüseyin Yilmaz kommt Mitte der 60er Jahre als Gastarbeiter nach Deutschland und holt schon kurze Zeit später seine Familie nach.

                                    Jahrzehnte sind vergangen, und das was mal türkisch war ist inzwischen deutsch, oder doch nicht?

                                    Auf witzige Weise, wenn auch mächtig klischeehaft, wird die Familiengschichte der Yilmaz´ mit unverbrauchten Gesichtern (lediglich Fahri Yardim, Denis Moschitto und Axel Milberg konnte ich anderweitig einordnen) erzählt. Allerdings bleibt es nicht alleinig bei der hübsch bebilderten Aneinanderreihung schmunzelnswerter Ereignisse, denn ansonsten wäre "Almanya" eine Komödie, die mal einmal gesehen hat und fertig. Durch die zwischenzeitig tragische Wendung, erhält dieser sehenswerte Film etwas Tiefgang - weitere Begegnungen mit den Yilmaz´, sind jedenfalls meinerseits vorprogrammiert.

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                                    • 7

                                      Natürlich hat der Film erhebliche dramaturgische Schwächen, ein Übermaß an Klamauk und Belanglosigkeiten und dafür einen Mangel an Mut und Bissigkeit. Dennoch ist der Film wertvoll. Wertvoll, weil er einen unverkrampften Blick auf die Integrationsdebatte erlaubt.
                                      Da darf man schon einmal etwas gnädiger sein, denn mit rechtspopulistischer Angstmache werden wir ohnehin mehr als genug zugeschissen.

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                                      • 6

                                        Almanya beginnt großartig und vielversprechend. Der erste Teil des Films ist so witzig und toll inszeniert mit tollen Ideen, die zum Beispiel ein wenig an die fabelhafte Welt der Amelie erinnern. Leider werden diese Leichtigkeit, der Humor und die kleinen inszenatorischen Spielereien nicht die ganze Zeit durchgehalten. In der zweiten Hälfte verkommt der Film zum reinen Drama. Und angesichts der Erfahrungen vorher, ist dies leider etwas enttäuschend. So ist Almanya insgesamt daher nur etwas mehr als durchschnittlich.

                                        • 8 .5

                                          Mit voller Wucht in's Klischee - und noch viel tiefer.
                                          Almanya ist ein außergewöhnlicher deutscher Film. Eine Komödie? Ja. Ein Drama? Auch. Eine Geschichte? Vor allem das.
                                          Denn das, was in Almanya erzählt wird, gehört genauso zur deutschen Geschichte, wie es jeder Film über die Nazis oder die Stasi ist. Und der Film tut genau das, was ein Film tun sollte, die Tür öffnen in eine Welt, die einem unbekannt ist. Das gilt für die Deutschen, die gerne mal sagen "Ich habe nichts gegen Ausländer, aber ...", genauso wie für die Deutschen, deren Wurzeln in der Türkei liegen und für die die "alte Heimat" Türkei oft nur noch Familienmythos ist. Beide beschwören eine Abgrenzung, die es eigentlich nicht gibt. "Almanya" entaubert diesen Mythos auf wunderbar unterhaltsame Weise. Er suhlt sich in Klischees, um genau jene zu zersetzen, er setzt gekonnt Pointen und er rührt. Deutlich als mit diesem Ende kann man dem Zuschauer die Botschaft wirklich nicht entgegen schleudern. Er mag Schwächen haben, vielleicht, aber die Handlung selbst ist die Maxime: Der Weg ist das Ziel.

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                                          • 8 .5

                                            hab mich lang nicht mehr so amüsiert und unterhalten gefühlt! :o)
                                            seicht, voller herz und gefühl und feinem, teils klamaukigen humor mit hervorragenden schauspielern (für dieses genre).

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                                            • 7

                                              Wirklich gute Unterhaltung :)
                                              Klar sind Klischees vorhanden, nicht alles ist innovativ, aber ich fand die Gags unterhaltsam und den Film liebevoll gemacht.

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                                              • 8 .5

                                                Ich liebe Klischees. Almanya ist voll davon. Deutschenklischees, Türkenklischees, beides wird hier absichtlich und überspitzt dargestellt. Gefällt mir! Türkische Einwanderer, Gastarbeiter, die in den Rückblenden türkisch sprechen, das der Zuschauer als deutsch identifiziert und Deutsche, die deutsch sprechen, welches der Zuschauer als kauderwelsch identifiziert. Ein unterhaltsamer und gleichzeitig authentischer Film über das Zusammenprallen zweier grundverschiedener Kulturen und die Frage der nationalen bzw. gesellschaftlichen Zugehörigkeit.

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                                                • 7 .5

                                                  Eine wirklich sympathische Verfilmung für die ganze Familie, über die Einreise der türkischen Hilfsarbeiter von damals. Es behandelt die Geschichte einer großen deutsch-türkischen Familien und deren Wege von Generation zu Generation.
                                                  Mir hat besonders die Sichtweise gefallen, wie die Geschichte erzählt wird. Es sind viele kleine Details die den Film einzigartig machen.
                                                  Sehr gelungene deutsche Produktion, obwohl ich überhaupt kein Fan solcher Werke bin. Aber hin und wieder gibt es auch mal Lichtblicke, so auch in diesem Fall.
                                                  "Almanya" ist unterhaltsam und lehrreich zugleich, ohne dabei eine Meinung aufzwängen zu wollen.

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                                                  • 7

                                                    Wer sich bei diesem Film einen Dokumentarfilm über die deutschen 60er Jahre oder gar einen dramatischen und deprimierenden Nachkriegsstreifen vorstellt, der irrt bei "Almanya - Willkommen in Deutschland" sehr.
                                                    Es handelt sich dabei um einen sehr lustigen Film, der die Geschichte vieler Menschen sowohl Deutschen als auch Türken erzählt. Auch wenn man auf das Film-Fazit "Mensch ist Mensch, trotz verschiedener Kulturen und Bräuche" schon ohne Ansehen des Filmes schließen kann, so überrascht er doch durch viel Humor und Gefühl, womit ich persönlich nicht gerechnet habe. Sofort, direkt zu Beginn des Filmes, zieht man ungewollt Vergleiche zum Welterfolg "Little Miss Sunshine", einer Familie unterschiedlichster Charaktere, die doch trotz großen Meinungsverschiedenheiten nicht ohneeinander leben können. Auch der Kleinbus, mit welchem die türkisch-deutsche Familie im Ausland unterwegs ist, ist etwas an den USA-Streifen angelehnt. Trotz auffälliger Parallelen zeigt der Film aber auch individuelle Seiten, Kniffe und Wortwitze auf.
                                                    Die Schauspieler sind hierbei genau richtig besetzt. Zum einen wäre da natürlich Vedat Erincin, der die Rolle des alten "Hüseyin" besetzt. Alteingesessen, etwas stur, welterfahren und familiennah wird diese Figur dargestellt - typischer türkischer Opa eben, so wie man sich ihn in Filmen vorstellt. Erincin spielt den Großvater, der für alle Familienmitglieder ein offenes Ohr hat, und um den es schließlich in diesem Film geht, sehr gut.
                                                    Auch seine Filmgattin "Fatma", gespielt von Lilay Huser, wird auf diese Art verkörpert, eben was man sich unter einer typischen türkischen Oma vorstellt. Mit etwas Temperament, Wortwitzigigkeit und permanenten Gebeten zum "Allmächtigen", verkörpert Huser die Figur ebenfalls spitze. Der Film handelt von den 60er Jahren, wie Hüseyin in Deutschland ankam, sodass es für die beiden älteren Darstellern jüngere Pendants geben muss: Fahri Ogün Yardım (zur Zeit bekannt aus dem Schweiger-Tatort) und Demet Gül, die ihre Sache ebenfalls sehr gut machen.
                                                    Was ich persönlich an diesem Film sehr schön finde, ist neben den original schwarz-weiß Einspielern aus den 60er Jahren, dass große deutsche Schauspieler wie Katharina Thalbach oder Walter Sittler nur kleine aber feine Nebenrollen besitzen, so spielt auch Axel Milberg für lediglich 2 Minuten einen deutschen Einwanderungsbeauftragten.
                                                    Die anderen Darsteller (hierbei ist es unmöglich alle einzeln aufzuzählen) spielen ebenfalls gut. Besonders gerne hört man Aylin Tezel (die schwangere "Canan") zu, die die Geschichte in schöner Sprache und Stimme widergibt. Selbst der Kleinste der Besetzung, Rafael Koussouris ("Cenk"), glänzt in seinem Charakter.
                                                    Die Schauspieler machen den Film zu einem Hit. Doch nicht nur diese! Auch wenn man den Zuschauer wenig mit Spannung und Action versucht zu bannen, so fesseln ihn doch die Dialoge und Bettdecken-Streitigkeiten der ungleichen Brüder, des alten Ehepaares oder die Situationskomik, beispielsweise wenn Hüseyin den ausländischen Boden betritt und nur "Geprabbel" aus den Mündern der Deutschen vernimmt (Fremdsprachen eben!), wenn Enkel und Großvater eine Rede vor der Bundeskanzlerin zusammen proben oder wenn sich die junge "Leyla" (Aliya Artuc) vornimmt, später eine Müllfrau zu werden.
                                                    Auch wenn der Film an der ein oder anderen Stelle etwas oberflächlich an die Sache rangeht und manchmal etwas makaber erscheint (Jesus steigt vom Kreuz herab und macht den Kindern Angst bzw. der kleine Muhamed ist Cola-süchtig) macht er doch sehr viel Spaß und ist für jung und alt sehr gut anzusehen. Er besitzt keine Spannung und keine Action, dafür eine große Menge Humor und Gefühl. Mitte des Filmes geschieht natürlich wieder eine Kehrtwende (in welcher Art, wird natürlich nicht verraten) die sehr gefühlvoll ist. Die Musik ist typisch türkisch, aber sehr schön anzuhören. Die Kulisse bzw. die dargestellten Naturaufnahmen sind wirklich atemberaubend.
                                                    Neben der teils oberflächlichen Handlung und den arg makaberen Stellen ist der letzte Negativpunkt des Filmes, dass die Handlung zwischen der 75. und 90. Minute etwas an den Haaren herbeigezogen wirkt und irgendwie nicht zu der Vorgeschichte und dem Schluss passt - wenige Szenen also, die man hätte locker herausstreichen können.
                                                    Insgesamt kann man "Almanya - Willkommen in Deutschland" aber als einen guten deutsch-türkischen Film bezeichnen, den man schon aufgrund der sehr gut besetzten Charaktere gesehen haben muss und dessen Humor wirklich sehr gut!

                                                    Humor: 8 von 10 Punkten!

                                                    Action: 4 von 10 Punkten!

                                                    Spannung: 3 von 10 Punkten!

                                                    Erotik: 0 von 10 Punkten!

                                                    Gefühl: 6 von 10 Punkten!

                                                    Musik: 7 von 10 Punkten!

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