Amores Perros - Kritik

Amores Perros

MX · 2000 · Laufzeit 153 Minuten · FSK 16 · Drama, Thriller · Kinostart
Du
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    Der Anfang war echt Stark, dann verliert der Film immens an Fahrt. Durch die verschieden kleinen Episoden und Protagonisten wurde er nach hintenraus stinkend langweilig.

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      RoboMaus 09.09.2018, 15:04 Geändert 09.09.2018, 18:10

      Frei übersetzt, in etwa ‚Die Liebe zu Hunden‘. Doch wer bei ‚Amores Perros‘ (2000) an so etwas wie Lasse Hallströms ‚Hachiko‘ (2009) denkt, dürfte schnell ernüchtert werden. Es kommt A.G. Iñárritu lediglich darauf an, ein Bild der Gesellschaft Mexikos in Bezug auf die allgegenwärtigen Hunde mit den Beziehungen und sozialen Problemen ihrer Halter zu zeichnen. Storytechnisch liefert Iñárritu kaum mehr als dieses Konzept und füllt es mit Schnipseln aus dem mehr oder weniger miserablen Leben seiner Protagonisten und deren Hunden - „Milieustudie zu Mexikos Hundehaltern“ trifft es wohl am besten. .....und weil ein Film nicht reicht, bringt er gleich drei in bester Epsiodenmanier, denn irgendwie muss man schließlich auf zweieinhalb Stunden kommen.

      Doch auch nach vierzig Minuten kommt inhaltlich nicht mehr, als sich wiederholende, üble Hundekämpfe, umrahmt von träge gewälzten sozialen Problemen. Darin darf der brutale Eheman, der seine Frau misshandelt, genauso wenig fehlen wie der, der seine Frau nur betrügt (sind die Geliebten in Mexiko wirklich so bescheuert, beim verheirateten Lover auch noch wiederholt zu Hause auf dem Festnetz anzurufen?..... herrje). So musste es wieder einmal der Vorlauf richten, zumal noch drohende eindreiviertel Stunden im selben Stil wie ein Damoklesschwert über dem Fernsehsessel schwebten. Doch auch im Verlauf ändert sich nichts, außer dass die Restlaufzeit kürzer wird.

      Einfallslose Sozial-Stereotypie, langatmig in Überlänge umgesetzt – die Ingredienzien für pure Langeweile mit Anspruch.

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        Was für ein langweiliger und nix-sagender Film.

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          Schaue gerne Filme aus Südamerika. Bei diesem hier hätte ich mehr erwartet.

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            Die Bilder, mit denen "Amores Perros" schon gleich zu Beginn den Zuschauer konfrontiert, sind alles andere als schön anzusehen. Eher widerlich. Und doch faszinierend. Und leider Realität, was besonders das erste Segment des Films ausmacht. Eine düstere Realität, Liebe, Leid, Schmerz, Trauer, verfehlte Ziele und geplatzte Träume. Der Handlungsstrang rund um Octavio und Susana war nahezu perfekt, großartig gespielt, brillant inszeniert und ging direkt unter die Haut. Das Problem, was Iñárritus Debüt allerdings hat, ist das dramaturgische Konzept, mehrere Handlungsstränge zu verknüpfen. Dies scheitert schon allein daran, dass die gewollte Verknüpfung mehr oder weniger irrelevant erscheint, da alle drei Handlungsstränge zwar die selben Themen auf einer Metaebene behandeln, aber dennoch irgendwo willkürlich wirken. Ein Konzept, dass hier deshalb nicht aufgeht, das Iñárritu in seinem folgenden Film "21 Grams" aber perfektioniert hat und welches in "Babel" trotz aller Willkürlichkeiten eben durch die Metaebene des Films Sinn ergab. Bei "Amores Perros" funktioniert das allerdings nur halb. Zudem muss man die 3 Handlungsstränge auch voneinander getrennt betrachten, da jener um Octavio, seinen Hund, Bruder und Susana den anderen beiden Segmenten deutlich überlegen ist. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Geschichte um Daniel und Valeria oder Maru und El Chivo nicht sehenswert ist. Ganz im Gegenteil, diese bieten so einiges an Emotion und Bildern, vor allem durch die Hunde Ricci und Kofi getragen, die im Grunde genommen die Neben-Hauptcharaktere des Films sind, was sich allerdings erst wirklich erschließt, wenn man den Film gesehen hat, was auch ein absolut innovatives und frisches Konzept darstellt. Dennoch gehen die letzten beiden Segmente von "Amores Perros", trotz ihrer Verbundenheit zu den Grundsätzen des Streifens, im Konzept unter und bleiben auf der Strecke, wenn man sich den grandiosen Beginn des Films wieder vor Augen führt.
            In der Tat ist "Amores Perros" also ein großartiges Debüt, ein wirklich guter Film, der aber seine Macken hat und an mancher Stelle zu viel will, um es auch zu erreichen, vielleicht etwas überambitioniert daherkommt. Der Film scheitert leider daran, verschiedene Handlungsstränge per Höhepunkt zu verknüpfen und ihnen einen Sinn über die Grundthematik hinaus zu geben. Dafür fährt er mit einem zunächst subtilem, gegen Ende hin aber immer deutlicheren Konzept auf, das die "Perros" in den Mittelpunkt rückt und den Film durchweg trägt. Allein daher mehr als einen Blick wert, trotz der Tatsache, dass es sich nicht um das Meisterwerk handelt, dass ich persönlich erwartet habe. Empfehlung daher: Ja!

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              Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiii! Riccciiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!

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                kommentar enthält spoiler

                das wird wohl nichts mit Inarritu und meiner wenigkeit. der letzte film den ich von ihm gesehen habe war Birdman, fand ich extrem langweilig. gute kamerafahrten und schauspieler sind ja schön und gut, aber wenn ich bei einem film dauernd auf die uhr schaue nur um zu sehen wie lange ich das ganze noch ertragen muss, dann na ja...

                von Amores Perros habe ich sehr viel mehr erwartet, vor allem wegen den guten bewertungen. was ich gesehen habe? nicht viel. der film ist extrem langweilig, es passiert kaum etwas. die ach so verworrenen geschichten münden in einem lahmen finale, nem normalen autounfall. vor allem die zweite geschichte mit dem hund unterm fußboden war zäh wie hubba bubba.

                ich habs mir dann doch noch irgendwie bis zum schluss gegeben aber in zukunft lass ich wohl die finger von werken auf denen Inarritu steht. ich will bei einem film auch unterhalten werden und nicht nur irgendwelche ach so tollen bilder bewundern dürfen, dafür geh ich raus in die natur und brauche keinen fernseher.

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                  sachsenkrieger 29.03.2016, 08:48 Geändert 10.09.2018, 08:59


                  Hundeliebe - sie könnte wohl helfen, die Geldliebe, die Ruhmliebe, die Machtliebe und die Gewaltliebe in vernünftigere Bahnen zu lenken. Sie umzuformen in eine Liebe für das Leben, eine Verliebtheit in das Leben in all seiner Daseinsformen- und Farbenvielfalt. Denn Hunde sind die besseren Menschen, weil sie ihre Gefühle, ihre Begehrlichkeiten, ihre unbegrenzte Liebe nicht wirklich gut verbergen können. Aber selbst der beste und wohl auch einzige Freund des Menschen, in diesem für uns schier unendlichen Universum, hat keinen leichten Stand. Denn auch die reinste schwanzgesteuerte, allertreueste Seele schafft es nicht, einige unserer Spezies davon abzuhalten, sie zu malträtieren, sie zu missbrauchen, sie nach dem eigenen, völlig sinnfreien Willen zu formen, und sich selbst damit als völlig (un)menschlich zu erweisen.

                  Alejandro Gonzales Inarritu legte mit AMORES PERROS ein fulminantes Debüt hin, dem man die Studiolosigkeit und das geringe Budget zu keiner Zeit ansieht. Ein Drei-Episoden-Film, in dem die jeweiligen Figuren auf irgendeine Art und Weise auf den Hund gekommen sind, in einer der Städte der Welt, in der den letzten garantiert immer die Hunde beißen. Und Hunde, die beißen, können ja bekanntlich nicht gleichzeitig bellen. Wie wunderbar das Leben in Mexiko City ist, verdeutlicht wohl am besten der Wunsch von Octavio, in die Ciudad Juarez "auszuwandern". Aber vielleicht weiß er auch einfach nicht so genau, wovon er da eigentlich träumt. Er ist der tragische "Held" der ersten Episode, in der er versucht, den Hund seines Bruders dafür einzusetzen, sich ein besseres Leben erkämpfen zu lassen. In der zweiten Episode, in der ebenfalls ein kleiner Wutz eine wichtige Schlüsselrolle spielt, kämpft das Top-Model-Opfer Valeria, um den rasend schnell verblassenden Ruhm, in der dritten und letzten übertüncht ein am eigenen Scheitern gescheiterter Revoluzzer, seine Sehnsucht nach der verlorenen Familie, durch herrenlose Streuner und gelegentliche Auftragsmorde.

                  An einem zentralen Punkt im Film, einem zentralen Punkt in der Moloch-Megacity von Mexiko-Maquinaria, treffen sich die drei Schachfiguren und beeinflussen gegenseitig ihre Schicksale, hier knallt einer in das Leben des Anderen. Hier an dieser Stelle zeigt sich für den Betrachter hinter der vierten Wand, das immer über jedem von uns schwebende Damoklesschwert des Lebens und die Genialität im Zusammenspiel von Rodrigo Prieto (Kamera), Guillermo Arriaga (Drehbuch) und Alejandro Gonzales Inarritu (Regie). Hier kommt eine der weisesten Weisheiten der Menschheit zum Tragen ... nämlich das man Gott am besten zum Lachen bringt, indem man ihm von seinen Plänen erzählt. Denn selbst bestens ausgetüftelte und aus feinstem Stahl geschmiedete Pläne, stehen letztendlich immer auf den bestenfalls tönernen Füßen des launenhaften Lebens und unser aller Erschaffer, wer oder was er/sie/es auch immer sein mag, liebt es, solche Pläne im wahrsten Sinne des Wortes zu durchkreuzen ... oder einfach zuzuschauen, wie sie sich ganz von selbst in Staub und Luft auflösen. Vielleicht ist das der Grund für die diesige Glocke, die über vielen der Megacities dieser Welt schwebt...

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                    Ist es eigentlich normal, dass ich bei Szenen, wo Hunde sterben, emotional mehr erschüttere, als bei Szenen, wo Menschen sterben? Liegt es bei mir, oder ist es der ganz 'normale' Alltagszynismus? Auch abgesehen davon, ist AMORES PERROS ein sehr, wirklich sehr schwerer Film, der genau deswegen einigen Menschen nicht gefallen wird.

                    Zwar schreibt das deutsche Cover als eine Art Unterschrift „Was ist Liebe?“, aber dennoch geht es in diesem Film doch eher um das menschliche (?) Leid. Oder haben Liebe und Leid etwas gemeinsam?
                    Ein bekennender Buddhist würde diese Frage sofort bejahen. Im Buddhismus heißt es nämlich, dass Leid nur von Leidenschaften kommt, und wenn man ohne Leid leben will, muss man folgerichtig ohne Leidenschaften leben.
                    Und wie stehe ich dazu? Ein etwas seltsames Beispiel: Ein Fußballfan, der seinen Verein liebt, ist nach einen 3:3 nach einer 3:0-Führung auch ziemlich traurig. Würde er sich aber nicht für Fußball interessieren (oder würde er Fan eines anderen Vereins sein), hätte ihn dieses Ergebnis nicht gejuckt. Natürlich trifft dieser (von mir etwas gekürzte) buddhistische Gedanke (Leid <---->Leidenschaft) sehr oft nicht zu, aber dennoch sieht man hier etwas Wahrheit.

                    Jetzt wieder zum Film: Was auffällt ist, dass viele Leute AMORES PERROS mit Tarantinos „Pulp Fiction“ vergleichen, was ich nicht wirklich verstehe. Zwar haben beide Filme eine Kapiteleinteilung (genauer: Beide Filme haben 3 Kapitel.), besitzen eine nicht chronologische Erzählweise und sind sehr raffiniert inszeniert worden, allerdings liegen die großen Unterschiede zwischen den tief traurigen, fast schon deprimierenden AMORES PERROS und den 'coolen' „Pulp Fiction“ auf der Hand...
                    Selbst in den von mir so geliebten Filmbuch „1001 Filme, die sie sehen sollten, bevor das Leben vorbei ist“ wird AMORES PERROS am Anfang mit Tarantino verglichen. Hier findet man den Satz: „Amores Perros zeigt, dass Tarantinos Rezept – elegante Gewalt; zusammengewürfelte Handlung - bereits 2000 die Grenze nach Mexiko überschritten hat.“ Mich stört hier „elegante Gewalt“,dies ist vielleicht bei Tarantino üblich, aber die Gewalt in diesem Film ist alles andere als elegant: Sie ist hier dreckig, bösartig und wird ungeschminkt gezeigt.

                    Aber ist AMORES PERROS wirklich deprimierend? Ich glaube, dass jeder diese Frage für sich beantworten soll. Hier wird nämlich ein sehr dreckiges Bild der Menschheit und Umgebung gezeigt, und da denke ich mir immer, wie schön ich es eigentlich habe. Ich hoffe ihr versteht, was ich meine...
                    Außerdem ist dieser Film nicht für emotionale Hundeliebhaber geeignet! Aber man muss auch sagen, dass während den Dreharbeiten keine Tiere zu schaden gekommen sind.

                    =>Fazit: Sehr starker Film zum menschlichen Leid.

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                    • Our Daily Free Stream: Amores Perros (german dubbed). Alejandro Gonzalez Inarritu hat mit The Revenant wieder einen grossen Film inszeniert. Doch bevor sein Survival Film anläuft, hier nochmal seiner erster und bester: Alejandro González Inarritus sagenhaft beliebter FilmAmores Perros (in etwa Love is a bitch) verknüpft drei Geschichten von Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft aus Mexico-City. In allen Episoden gehts um die Liebe und in jeder wird ein Hund eingeführt, der die Handlung tragen wird. Amores Perros beginnt mit einem Hundekampf, der uns gleicht vor Augen führt, was für ein dynamischer Regisseur dieser Debütant ist! Der erste Teil heisst Octavio & Susana und wir erleben Autoverfolgungsjagten quer durch Mexico-City mit Schusswechseln. Auf dem Rücksitz, der blutende Hund von Octavio (Gael Garcia Bernal), doch das sieht man kaum, weil alles rasend drunter und drüber geht. Octavio ist hoffnungslos verliebt in Susana, die Freundin seines Bruders. In Rückblenden sehen wir, wie der Hund angeschossen wurde. Die Jagd wird in einem Verkehrsunfall münden, der alle Episoden von Amores Perros verbindet. Der zweite Teil, Daniel & Valeria, zeigt einen TV Produzenten, der für seine wunderschöne junge Freundin Valeria ein Luxus-Apartment mietet. Kurz darauf aber verschwindet Valerias kleiner Hund durch ein Loch im Boden und taucht nicht wieder auf... Aus einem anderen Blickwinkel erfahren wir, dass auch Valeria an dem Autounfall beteiligt war. Die zweite Episode funktioniert als morbide Komödie und schliesst ab mit etwas, dass Hunde-Besitzer am wenigsten mögen: Einen Hund, der nicht hört. Während der zwei Episoden passiert immer wieder ein Mann, begleitet mit einem Rudel an Hunden, die Strassen: El Chivo & Maru, Part 3, präsentiert nun den in Mexiko berühmten Schauspieler Emilio Echevarria als Hausbesetzer und Auftrags-Mörder: El Chivo, der vielleicht den verwundeten Hund von Octavio gerettet hat? Das bleibt nicht die einzige Verbindung der drei Handlungsstränge, denn Amores Perros breitet eine 154 minütige ausgesprochen schwierige Geschichte vor uns aus. Inarritus Film ist dermassen reich an Atmosphäre, differenzierten Charakteren - er bietet Leidenschaft, Gewalt und Komik - es ist das Werk eines geborenen Filmemachers! Seine Figuren sind nicht leer und einfach nur gewalttätig, sie besitzen Motive: Liebe, Geld und Rache. Ihre Hunde lieben sie nicht nur, sie sind auch abhängig von ihnen. Früh wird klar, dass die untere Klasse besser im Überlebenskampf abschneidet, da nicht Besitz, sondern Eifer die Triebfeder ist. Amores Perros ist genauso wie das Werk anderer grosser Filmemacher aus Mexico sicher zu viel für den einen oder anderen - niemand wird aber Innaritus Debüt die ungeheure Inspiration abstreiten, die den Film trägt!

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                        Mafioso 01.09.2015, 19:28 Geändert 01.09.2015, 19:30

                        Davon hab ich mir einiges mehr versprochen.. Allerdings waren meine Erwartungen auch ziemlich hoch, da hier fast durchweg sehr positive Meinungen zu finden sind und ich zuvor "21 Gramm" wirklich grandios fand.
                        Der Episodenstil ist auch erwartungsgemäß kurzweilig und makellos, handwerklich gibt es bei diesem Film eigentlich wenig zu meckern.
                        Der gut zweieinhalbstündige Film besteht aus drei geschickt miteinander verknüpften Episoden, die sich allesamt um ein oder mehrere Hunde und ihre Besitzer drehen.
                        Leider fand ich dabei aber nur die letzte Episode wirklich überzeugend, die zweite hingegen sogar recht schwach. Dabei ist die jeweils behandelte Thematik in einer Episode auch wirklich interessant und teilweise auch recht erschütternd, doch mein hauptsächliches Problem dabei war, dass mir die einzelnen Personen dermaßen unsympatisch waren und mich die einzelnen Schicksale dieser Menschen gar nicht berühren konnten, mit Ausnahme des älteren Herren aus der letzten Episode, die wirklich nochmal einiges rausgeholt hat.
                        Ich weiß nicht mal woran das liegt, es war wirklich Zeit genug für die Charakterzeichnung und in "21 Gramm" litt ich auch wirklich mit den einzelnen Personen.
                        Dabei ist der Film nie schlecht oder langweilig, doch es sprach mich einfach nicht an, berührte mich nicht, natürlich mit Ausnahme der grausamen Hundekämpfe, die erschütternd schonungslos gezeigt werden, sehr unangenehm.
                        Ich bin trotzdem sehr gespannt auf "Babel".

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                          Inarritu ist als Regisseur spätestens seit Birdman in aller Munde - fragt man jedoch das Mainstreampublikum nach einem weiteren Film von ihm, ist schnell Stille. Leider zu unrecht, denn Birdman ist nicht nur Inarritus aktuellster, sondern auch schlechtester Film.
                          Alles dies, was uns zu Birdman geführt hat, hatte auch mal einen Anfang und dieser war bei Inarritu der Film Amores Perros und was kann man dazu sagen? Der Film ist eine Wucht.
                          Episodisch erzählt, wie man es von ihm bis auf Birdman und Biutiful gewohnt ist entfaltet sich eine Geschichte, die so komplex ist, dass ich gar nicht erst versuchen werde sie anzuschneiden. Außerdem ist es in meinen Augen wichtig, bei solch einem Film die Handlung nicht zu verraten und nur eine Empfehlung auszusprechen und es dabei dann belassen sollte. Die drei verschiedenen Episoden werden nur oberflächlich miteinander verbunden, die Personen aus den einzelnen Episoden haben keinen Kontakt untereinander, entstammen sogar komplett verschiedenen Schichten und werden nur durch ihre Liebe zu Hunden verbunden - und das sie gelegentlich zur selben Zeit am selben Ort sind.
                          Die Grundstimmung des Filmes ist depressiv, erinnert stark an 21 Grams und zeigt das dreckige Mexico City in all seinem Elend. Inarritus Hang zum Leid wird auch in Amores Perros wieder deutlich, der Film zieht einen stark runter und die Grundstimmung ist mehr als negativ. Er schafft es durch eine tolle Kamera, die sich auch erlaubt mal nicht perfekt zu sein, einem überzeugenden Cast und einem gut gewählten, rauen Soundtrack ein Gesamtbild zu erschaffen, das sich in einer Stimmung wiederspiegelt, die nur wenige Regisseure heutzutage so genau erschaffen könnten. Zweieinhalbstunden lang sitzt man gebannt vor dem Fernseher, kann nicht wegsehen, obwohl das, was gezeigt wird doch so brutal und niederschmetternd ist. Der Film nimmt einen komplett mit, lässt einen nachdenken über Schicksal und all seine Komponenten.
                          "Was wäre, wenn?" ist hier eine der großen Fragen, die mir während des Films durch den Kopf geflogen sind. Was wäre wenn, eine Person in einer Situation anders reagiert hätte? Was wäre, wenn die Ehefrau 10 Sekunden später losgefahren wäre oder noch besser, was wäre, wenn der Mann den Wein nicht vergessen hätte? So viele Schicksalsschläge sind vom Zufall abhängig, zur falschen Zeit am falschen Ort, oder aber auch durch andere Reaktionen.
                          "Wenn du Gott zum lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen" ist eines der Zitate des Films und genau diese Grundeinstellung vermittelt er auch. Alles was schief gehen kann, wird schief gehen. Und ist es nicht immer so im Leben?

                          Inarritu schafft es mit seinem Erstlingswerk ein mehr als packendes Drama zu entwickeln, dass sich vor seinen späteren Werken nicht verstecken muss, nein, es überragt viele sogar. Ich persönlich wünsche mir, dass Inarritu wieder zu seinen "dreckigen" Wurzeln zurückkehrt und jetzt nicht nur noch massentaugliche Filme wie Birdman präsentiert. Nicht weil dieser schlecht war, sondern weil ich einfach nicht ertragen kann, dass Filme wie Amores Perros, Filme die eben nicht für die breite Masse sind und jedem gefallen, die unangenehme Themen ansprechen und einen negativen Grundtonus vermitteln, heutzutage nur noch äußerst selten gedreht werden.

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                            ju.ku.750 06.04.2015, 17:44 Geändert 06.04.2015, 17:44

                            Alejandro González Iñárritu ist spätestens jetzt aufgrund seines neusten Films "Birdman" in aller Munde. Zurecht, wie ich finde, denn alleine schon die Machart des Films, der so gut wie ohne sichtbare Schnitte auskommt, ist einzigartig.

                            Dabei hat der Regisseur schon vor 14 Jahren mit seinem Debütfilm "Amores Perros" ein Ausrufezeichen gesetzt und seitdem nur gute Filme abgeliefert.

                            "Amores Perros" ist ein starker Episodenfilm im Stile von Pulp Fiction, der gerade mal zwei Millionen US-Dollar gekostet hat. Wer also nicht zu empfindlich ist, was Hundekämpfe angeht, sollte sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen!

                            Als nächstes macht Iñárritu übrigens "The Revenant" mit Leonardo Dicaprio und Tom Hardy. Man darf also wieder auf ein Meisterwerk hoffen!

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                              Mit "Amores Perros" habe ich nun also meinen ersten Film von Alejandro González Iñárritu gesehen. Irgendwie wollte ich schon lange mal einen Film von ihm sehen, vor allem natürlich auch in Vorbereitung auf "Birdman".

                              Ich wusste nicht so recht auf was ich mich einstellen muss, bevor der Film begann. Genau genommen wusste ich fast gar nichts über "Amores Perros", lediglich, dass es sich dabei um einen Episodenfilm handelt. Es gibt hier verschiedene Handlungen, verschiedene Charaktere, verschiedene Geschichten, die wiederum miteinander verbunden sind. Verbunden durch einen Autounfall (ist denke ich kein Spoiler) und durch ein bestimmtes Lebewesen, ein Tier - den Hund.

                              Er ist wichtiger Bestandteil aller Geschichten, fungiert einerseits als Einnahmequelle, andererseits als Kampfmaschine und dann wieder als Freund bzw. als Gesellschaft oder auch als Auslöser für Probleme oder in der Situation wie es hier dargestellt ist, vielleicht symbolisch dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Klingt jetzt vielleicht etwas geschwollen, wenn man den Film gesehen hat, weiß man aber denke ich, was ich meine. Jedenfalls ist der Hund hier Ausgangspunkt für vieles. Er oder besser, seine Existenz, ist ausschlaggebend, für vieles, was in "Amores Perros" geschieht.

                              Abgesehen davon ist es aber wie gesagt ein Autounfall, der die Geschichten oberflächlich miteinander verknüpft. Unchronologisch werden die verschiedenen Handlungen erzählt, dabei wird drauf eingegangen wie es zum Unfall kommt bzw. was danach geschieht. Und dann haben wir eben verschiedene Figuren, denen allen etwas passiert, die alle quasi bestraft werden. Es sind Menschen denen es schlecht geht, man kann sie bemitleiden, es tut einem Leid, ja der Film kann einem schon wirklich schlechte Laune bereiten. Andererseits muss man sagen, dass es sich hierbei um Betrüger, Mörder, Diebe handelt, um Männer die ihre Frauen für eine andere verlassen, die Hundekämpfe nutzen um an Geld zu kommen. Man kann schon fast sagen, dass hier die schlechten Menschen das bekommen, was sie verdient haben. Meiner Meinung nach aber nicht auf eine belehrende Art und Weise, die uns vorgaukeln will, dass wir immer schön artig sein sollen. Nein, vielmehr nach dem Motto: "Wenn du gut bist, geschieht dir auch gutes. Wenn du böse bist, dann geschieht dir böses."
                              Karma.
                              Es bleibt eben jedem offen, was und wie er es macht, es kann aber eben sein, dass dies dann etwas negatives zur Folge hat. Vielleicht nur meine Interpretation, vielleicht war es auch so gedacht. Das jedenfalls, hat mir ziemlich gut gefallen.

                              Ebenso der ganze Stil, die negative Aura, die sich vor allem in den Bildern begründet. Oft sieht das hier grau aus, keine Farben, nichts Positives. Als würde man in die raue, brutale und grausame Realität der Straße schauen. Ob das nun in allem Maße realistisch ist, kann man natürlich nicht direkt sagen. Es ist jedenfalls nicht arg übertrieben, es ist authentisch. Es ist vorstellbar und das wiederum, zieht einen dann doch etwas runter.

                              "Amores Perros" ist also ein sehr guter Film, der sich zwar hier und da etwas zieht und der vielleicht auch etwas zu lang ist (obwohl, jetzt eigentlich nichts unbedingt herausgelassen werden sollte), der aber trotzdem vieles beinhaltet worüber man nachdenken kann. Er wirkt sich emotional auf mich als Zuschauer aus, bringt mich zum Nachdenken und hat mich auch doch ziemlich beeindruckt. Sehr gut!

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                                Iñárritu Tag - Film I - Amores Perros

                                Ab und zu, wenn es die Zeit zu lässt, mache ich es mir in meinem Bett gemütlich und schaue mir den ganzen Tag Filme an (Einige von euch kennen das sicher). Gestern war also einer dieser Tage und den habe ich Alejandro Gonzales Inarritu gewidmet. Ich muss zugeben ich kannte den guten Mann nicht und habe zuvor keinen seiner Filme gesehen....was für eine schande.

                                Amores Perros ist ein grandioser Film, die ersten paar Minuten war mir zwar noch nicht klar wie komplex die ganze Geschichte am Ende sein würde, dennoch gefiel mir der stil und besonders der Soundtrack schon sehr gut. Diesen Film ohne spoiler zu beschreiben geht im Grunde genommen nicht, dennoch kann man sagen das es um eine vielzahl von Handlungen geht die an einem gewissen Punkt alle miteinander Verbunden sind. So wird jede einzelne Handlung in kurzen Episoden, nicht chronologisch, abwechselnd weiter erzählt. Das mag bei vielen anderen Filmen nicht funktionieren, 'Amores Perros' gelingt es aber. Inarritu schafft es jeder Szene die richtige Dauer zu geben, so gelingt es ihm ,zumindest mich, in seinen Bann zu ziehen.
                                Jede Geschichte ist so detailiert Ausgearbeitet das man daraus sicher einen eigenen Spielfilm machen könnte. In Anbetracht der Tatschache das aber alle Geschichten miteinander verknüpft sind, ist es noch viel beeindruckender.
                                Gael Garcia Bernal gefällt mir hier genauso wie Emilio Echevarria unglaublich gut, da macht es richtig spaß den beiden beim Arbeiten zuzusehen.

                                Fazit: Superschöner, gut gemachter, dramatischer, aber auch berührender Episodenfilm. Und jetzt weiter zu '21 Gramm'....

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                                • 9 .5

                                  Alejandro González Iñárritu und sein Episodenfilm Amores Perros......... Vorgestern die Drittsichtung. Diesen Film sollte man, nein muss man, mehrmals sehen. Nicht weil er so schön ist, nein weil er immer kraftvoller wird, immer bereichender für das eigene Leben und weil er einen nachdenklich stimmt. Die Geschichte wurde ja schon zu Genüge hier durchgekaut, also fasse ich mich kurz: 3 Episoden über Menschen, die in den Irrungen und Wirrungen Mexico Citys auf dramatische Art zueinander finden. Das einzige was alle gemein haben ist die Liebe zu Ihren Hunden. (Wobei Hundekampf ein seltsames Licht auf das Wort Liebe wirft). Wer grosse Action erwartet, wird enttäuscht. Alejandro González Iñárritu erzählt die Geschichte sanft und hart und das gleichzeitig. Ein Ritt auf der Rasierklinge, der aber vorzüglich funktioniert. Kein Kitsch, keine Übertreibungen. So etwas könnte sich durchaus genau so zugetragen haben. Wer eine Komödie erwartet, wird ebenso enttäuscht. Witzige Szenen sind in diesem Meisterwerk nicht vorgesehen, allerdings kann man stellenweise lachen. das ist aber der Situationskomik geschuldet. ***SPOILER****: Ein Hund unter dem Fussboden ist was lustiges. :-) Richie, Riiitchie.................. Auch wenn jetzt jeder von PETA sagen würde: Das arme Tier, lasst uns das Haus abreissen....
                                  Ein grossartiger Film, der locker mit Pulp Fiction auf einer Stufe steht, wenn nicht sogar ein wenig drüber, da Pulp Fiction die Übertreibung pur ist.

                                  „'Amores Perros' zeigt seine Liebe zum Leben, gibt sich aber keinen Illusionen hin. Hoffnung existiert, aber der Mensch selbst tritt sie mit Füßen. So wie Liebe und Hass die Extrempole desselben Gefühls sind, definieren die Widersprüche, am besten vereint in der Figur des gebrochenen Revolutionärs, die wahre Natur des Lebens. Schwer vorstellbar, dass man diesen Film, über den sich lange diskutieren lässt, am Kinoausgang zurücklässt und nicht nachdenklich nach Hause mitnimmt.“

                                  Grosser Film, der manchen ein wenig zu lang sein könnte, der aber die Zeit braucht.

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                                  • 8

                                    In drei Episoden kreuzt sich das Leben der Protagonisten in der Millionenstadt Mexiko-City. Auch wenn alle den unterschiedlichsten Milieus entstammen, verbindet sie die Liebe zu ihren Hunden. Diese stehen symbolhaft für die jeweilige Lebenssituation der Charaktere. Keiner von ihnen ist redlich, alle vom Schicksal gebeutelt. Gewinner gibt es in diesem Sündenpfuhl nicht.
                                    Iñárritus Inszenierung kommt ohne große Effekthascherei aus. Die Tristesse kommt nicht zuletzt durch die Farbgebung und die meist ruhige Kamera zum Ausdruck. Der Schnitt sorgt dafür, dass der Zuschauer das Gesehene nur orientierungslos zur Kenntnis nehmen kann. Und die Darsteller tun ihr Übriges, dass der Zuschauer genau dieses bedrückende Gefühl, des Allein- und Orientierungslosseins in einer Welt voller Menschen über die komplette Lauflänge zu spüren bekommt.

                                    • 8 .5

                                      Qué hiciste? - Was hast du gemacht?
                                      Die erste Frage in Iñárritus Debütspielfilm ist auch die zentrale, die sich alle Figuren immer wieder stellen, während um sie herum ihr Leben auseinanderbricht. Dabei steuern alle so zielsicher auf die Katastrophe zu, wie ein Auto, das durch den mexikanischen Berufsverkehr rast.
                                      Dadurch wird die Einstiegsszene nicht nur zum tonangebenden Moment des Films, sondern auch zum Dreh- und Angelpunkt, dadurch untermauert, dass die Handlung immer wieder dahin zurückspringt. Immerhin erzählt der Film seine drei ineinanderverdrehten Geschichten (Octavio/Susana, Valeria/Daniel, Chivo) achronologisch, wie es ja mittlerweile zum guten Ton gehört.
                                      Ehrlich gesagt, gehört Amores Perros meiner Meinung nach auch zu den Filmen, deren Handlung man nicht verraten sollte, sondern einfach, wie ich es jetzt tue, eine Empfehlung ausspricht und es dabei belassen sollte. Deswegen 8.5 von 10 modifizierten Photoalben.

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                                      • 9

                                        2 ½ Stunden hartes Undergroundkino mit Milieuporträt aus Mexico City und authentischer Besetzung. Das ist sicher recht lang, aber es gibt keine größeren Durststecken, der Film ist gut genug das zu transportieren und wird einen anschließend nachhaltig beschäftigen.

                                        • 8

                                          Du verdammter Negro!

                                          • 8

                                            guter Film, aber ich würde ich ihn nicht mehr as einmal schauen. Die Schauspieler sind gut gewählt und liefern eine solide Darbietung. Die Geschichten sind interessant und die Hunde spielen mehr als nur eine Nebenrolle.

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                                            • 8

                                              Noch nicht Iñárritus ganz grosses Meisterwerk...

                                              Drei Geschichten:
                                              Amores Perros ist wie Iñárritus zwei nächste Werke ein Episodenfilm. Es wird einerseits die Geschichte von einem Jungen, der aus Mexiko-City fliehen will und aus diesem Grund Geld durch Hunde-Kämpfe scheffelt. Die zweite Geschichte handelt von einem Top-Modell, ebenfalls Hundeliebhaberin, die mit einem Schicksalsschlag auskommen muss und die dritte Geschichte von einem Killer, der die Beziehung zu seiner Tochter wieder in Ordnung bekommen möchte. Die Geschichte sind lose miteinander verbunden und haben zufälligen aber grossen Einfluss auf einander. Anders als bei "21 Gramm" wird mehr oder weniger chronologisch erzählt. Auch wechseln sich die Geschichten nicht von Szene zu Szene ab, sondern werden beinahe am Stück wiedergegeben.

                                              Eine Kette ist so stark wie das schwächste Glied:
                                              Es läge mir fern, "Amores Perros" nicht als sehr guten Film zu bezeichnen. Grossartige Schauspielleistungen und sehr kreative Story-Ideen ergänzen sich gegenseitig fast perfekt. Auch die Iñárritu-typische Depressions-Stimmung darf nicht fehlen, obwohl "Amores Perros" gegen Ende, mir zumindest, fast schon Mut macht. Was dem Film aber den Meisterwerk-Status stiehlt ist die zweite Geschichte des Models. Nicht allzu glaubwürdig und irgendwie als "Filler" kommt sie rüber – Kein Vergleich zu den anderen zwei Geschichten. Trotzdem aber fügt sie sich ganz gut ins Gesamtgefüge ein und verleiht dem Film höchstens "ein paar Längen in der Mitte"

                                              Was uns "Amores Perros" sagen will:
                                              Den Film als eine Liebeserklärung an Hunde abzutun wäre viel zu einfach. Trotzdem aber kommt gut durch, dass Hunde, gerade in schweren Situationen treue Seelen in traurigen Leben sein können. Ansonsten muss man die Aussage des Films suchen. "Amores Perros" ist Millieu- und Charakter-Studie, spielt mit Erwartungen und versteht es den Zuschauer in den Bann zu ziehen und ihn auf ein Happy-End zu hoffen lassen. Lasst euch überraschen, inwieweit eure Wünsche erfüllt werden...

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                                              • Was findet ihr bloß daran? Ich fing den Film voller Vorfreude an und irgendwie ging es auch interessant los, aber wurde dann immer...naja.
                                                Der so gelobte "Rustikale Stiel" wirkt mir einfach eher wie: noch nicht fertig. Irgendwann habe ich einfach ausgemacht, deshalb kann ich ihn auch nicht bewerten, irgendwann schaue ich ihn mir mal zu ende an. Aber nach Babel und dem hier, glaube ich, dass ich mit Alejandro Gonzalez Inarritu nicht viel anfangen kann...

                                                • 8 .5

                                                  Wie eine halbe Ewigkeit fühlte es sich an, als ich mir diesen Film heut wieder einmal anguckte. Eine der ersten DVDs die ich mir kaufte und ein bisschen kam es mir vor, als wäre das ein anderer Mensch gewesen damals.
                                                  Ich konnte mich eigentlich auch nur vage daran erinnern, dass mich die Wucht von "Amores perros" beeindruckte und der Film von einer eigenartigen realistischen Künstlichkeit geprägt war. So direkt aufnehmen konnte ich "Amores perros" heut nicht mehr, was er präsentiert konnte keinen so großen Wow-Effekt mehr hervorrufen. Ehrlich gesagt wusste ich im ersten Moment noch nichteinmal was man über diesen Film hätte sagen können. Noch nicht mal ein Wort das irgendwie gepasst hätte wollte mir einfallen. Und das meine ich nicht im geringsten negativ, es soll so rein gar nicht heißen, dass "Amores perros" ein schlechter Film ist, ich kann dessen Geist nur schwer in Wort fassen...zu flüchtig und hauchdünn scheinen dieser zu sein.
                                                  Ein Episodenfilm, dessen einzelne Handlungsstränge sich zwar kurz berühren, der aber nicht den Fehler macht, diese mit aller Gewalt verbinden zu wollen, nur um eines dieser Enden zu kreiren, welches die Leute als Sinn des Films ausmachen. Das braucht "Amores perros" nicht und das will er auch nicht. Er hat noch nicht einmal einen wirklichen Höhepunkt, denn auch das braucht er nicht. Inszenatorisch ist er für mich sowieso über jeden Zweifel erhaben. Tief und anspruchsvoll und trotzdem realistische Milieustudie. Geprägt von großer Dramatik, aber immer ganz nah am Puls des Lebens. Genauso roh, wie er feinfühlig ist.
                                                  Und so verschieden die einzelnen Episoden auch angesiedelt sind, was sie für mich alle 3 darstellen ist die suche nach dem persönlichen Glück. Das Suchen. Das Finden. Das Verlieren. Denn wenn mir der Film etwas sagte, nein eigentlich flüstert er es eher, dann ist es dies: Was willst du? Willst du mehr? Dann nimm es! Willst du dann noch mehr? Wann ist es gut? Ist es jemals gut? Oder immer schlecht? Dein Glück ist dir immer meilenweit voraus! Oder ist es neben dir? Nach mehr streben und hoffen? Oder das lieben, dass man hat? Was ist dieses Glück?
                                                  Ein Glücksfall ist auf jeden Fall "Amores perros"!

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                                                  • 8

                                                    [...] Als Spiegel aller Figuren tritt der Hund in den Mittelpunkt. Der eine bis zur finalen Eskalation ohne Reue, stets die Augen nach vorne gerichtet, sich stoisch verbissen und das große Geld im Blick (Octavio), der andere als Sinnbild für lähmende Ungewissheit, offene Zukunft und schließlich die leise Hoffnung stehend (Valeria & Daniel), sowie schließlich die einstiege Bestie, die doch eigentlich gar keine ist. Das Produkt seiner Umwelt, tiefe Wunden, Milieu-geschädigt, als Zeichen für eine Chance; die Chance Wunden zu heilen oder zumindest vergessen zu machen und einen neuen, vielleicht besseren Weg zu beschreiten.

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